Kalenderblatt zum 19. November

Am Anfang war das Licht…
Die Anfänge der Wismarer Wirtschaftsgemeinschaft

Vorstand der Wismarer Wirtschaftsgemeinschaft am 19. November 1991 im „Wismarer-Hof“
Vorstand der Wismarer Wirtschaftsgemeinschaft am 19. November 1991 im „Wismarer-Hof“ von li: nach re: Götz Weidner, Richard Bennien, Andreas Minks, Reinhart Sieg, Detlef Schmidt, Carl-Michael Wahrmann, Siegfried Neumann, Hanjo Volster, Jürgen-B. Kruse

Am 19. November 1991 gründeten 19 Kaufleute und Interessierte im Kleinen Saal des „Wis-marer-Hofes“, dem ehemaligen MTW-Klubhaus an der Schweinsbrücke, die „Aktionsgemein-schaft Innenstadt“ und wählten den Goldschmied Jürgen-Bernhard Kruse zu ihrem Vorsit-zenden. Der aus neun Mitgliedern bestehende Vorstand berief Detlef Schmidt, Gründungs-mitglied der „Aktionsgemeinschaft“, zum ehrenamtlichen Geschäftsführer des neu zu bilden-den Vereines. Anfang November 1991 hatten sich auf Initiative des damaligen Karstadt-Geschäftsführers, Siegfried Neumann, Einzelhändler aus der Wismarer Innenstadt getroffen, um durch Aktionen die Aufmerksamkeit der Kunden zu wecken und Signale gegen die Aus-uferung des großflächigen Handels auf der „grünen Wiese“ zu setzen. Die Vorweihnachtszeit 1991 bot sich zur Anschaffung einer Weihnachtsbeleuchtung an und die Hansestadt unter-stützte dies großzügig mit „geliehenen“ 50.000 DM, erkannte sie doch rechtzeitig die gemein-samen guten Absichten. Im Februar 1992 erhielt die „Aktionsgemeinschaft den Namen „Wis-marer Wirtschaftsgemeinschaft“ und wird seither auch so im Vereinsregister geführt. Der Na-me sollte von vornherein die branchenübergreifende Wirkung des Vereins darstellen. Von Be-ginn an war es dem jungen Gewerbeverein wichtig, alles zu tun, um auf den Wirtschafts-standort Wismar im Sinne der Unternehmen aufmerksam zu machen und als Interessenvertre-tung der Mitgliedsunternehmen gegenüber Verwaltung und Politik aufzutreten. Das Vereins-logo entwarf der Wismarer Peter Kiene.
Historischer Vorläufer des Vereines ist der am 27. Oktober 1846 im „Fründts Hotel“ gegrün-dete Wismarer Gewerbeverein. Erster Vorsitzender war Senator Dr. jur. Wilhelm Christian Süsserott. Somit sind beide Interessenvertretungen am gleichen Ort gegründet worden. Gerne vergleicht sich die WWG auch mit der Kaufmannscompagnie, die jedoch einen gänzlich ande-ren Charakter hatte und kein Verein war, sondern eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und gilt als Vorläufer der heutigen Industrie- und Handelskammern.
Die WWWG entwickelte rasch Aktivitäten, um die Innenstadt für Kunden attraktiv zu gestal-ten, wie Wismars erste Hafenfeste, 1992 und 1993, veranstaltete im Auftrag der WWG. Eine weitere Aktion war die Initiierung des noch heute zum 3. Oktober stattfindenden Later-nenumzuges. Man hatte 1992 die Idee, damit in das Guinnessbuch zu kommen und die WWG-Mitglieder spendeten dazu 4.000 Laternen. Mit dem Rekord wurde es nichts, aber gut 2.500 Kinder kamen zum ersten Laternenumzug und alle Vorstandsmitglieder verteilten vor dem Rathaus selbst die Laternen. Seither wird in jedem Jahr zu dieser Zeit der traditionelle Laternenumzug begangen. Zum Valentinstag am 14. Februar 1992 wurden erstmals 500 Ro-sen, die gemeinsam von den Innenstadthändlern bezahlt wurden, in Wismars Innenstadt durch Mitglieder der Wismarer „Danzlüd“ in ihren schmucken Kostümen an die Passanten ver-schenkt. Neben diesen Aktivitäten meldete sich die WWG regelmäßig bei regionalpolitischen Themen, wie Parkmöglichkeiten, Planung von Einkaufszentren, Bauvorhaben, und Verkehrs-problemen zu Wort und war bald ein gefragter, bisweilen nicht gerade bequemer Ansprech-partner und dementsprechend wuchs auch die Mitgliederanzahl. In Anlehnung eines von der Sparkasse entworfenen Logos, prangte bald an vielen Geschäften der Aufkleber „Wi köpen hier“.
Heftig wurden Ladenöffnungszeiten, sowie Sonntagsöffnungen diskutiert, wobei die WWG im Umkreis von 100 Kilometern Plakate mit dem Slogan „Wismar hat Sonntag auf“ verteilen ließ. So konnte man im Sommer 1995 und 1996 in Wismars Innenstadt am Sonntag mit gutem Erfolg für Händler und Kunden einkaufen. Damit war Wismar Vorreiter bei den Sonntags-öffnungen an den Sommerwochenenden. Das „Schnäppchenwochenende“ mit dem Sonntags-verkauf vor den Schlussverkäufen wurden erstmalig 1994 eingeführt. 1993 fand die erste von der WWG organisierte „Wismarer Automeile“ an einem langen Samstag statt und hatte bei Kunden wie Händlern eine große Resonanz. Einen besonderen Höhepunkt innerhalb der 1000-Jahrfeier Mecklenburg gestaltete die WWG 1995 mit dem zweiten von ihr organisierten Stadtfest und der unvergesslichen Darstellung der Fürstenhochzeit vor dem Rathaus mit dem damaligen Ministerpräsident Berndt Seite als Gast bei der WWG. Der große Koggenmast und um den Markt stehende bunte Fahnenstangen, die von den Autohäusern gespendet wurden, mit den alten Handwerkerfahnen rundeten das farbenfrohe Bild ab. In diesen Jahren fand sogar noch zweimal ein Erntedankfest auf dem Markt statt und die Kinder tobten in einer Hüpfburg aus Stroh. Durchgeführte, von der WWG organisierte Studienreisen in die Schweiz, nach Finnland und Schweden, fanden großen Anklang und die 1995 stattfindende Fahrt in das norwegische Halden ist vielen noch in guter Erinnerung. Die Wismarer suchten damals gemeinsam mit den norwegischen Freunden den ersten Weihnachtsbaum für Wismar aus. Eine Tradition, die erst vor einigen Jahren abgebrochen wurde. Der Chor der Hansestadt tritt seit Dezember 1993 zum 1. Advent auf und die WWG Mitglieder spenden ihren Eintritt dafür. Es ist in diesen Jahren, neben den zahlreichen Info-Veranstaltungen, eine Fülle von Aktivitäten entstanden. Das Kaufmannsessen findet seit Februar 1994 statt, ebenso ein jährlicher Unter-nehmerball, der nach dem Motto „Uns Geld bliwwt hier“, immer in Wismar stattfand. Dabei muss betont werden, dass alle Aktivitäten durch gemeinsame Vorschläge in ehrenamtlicher Tätigkeit realisiert wurden. Nachdem große Unternehmen Mitglied wurden, um die Kaufleute in ihren Bemühungen für eine vitale Innenstadt zu unterstützen, wuchs die WWG mit ihren Mitgliederzahlen weiter. Sie war es auch, die auf Antrag an das Wirtschaftsministerium des Landes das Citymanagement in der Wismarer Innenstadt ins Leben rief.
Im nächsten Jahr begeht die Wismarer Wirtschaftsgemeinschaft ihr 25jähriges Jubiläum und wird sicherlich eine Bilanz der zurückliegenden Zeit mit allen Höhen und Tiefen darlegen.
Eine der wichtigsten Aufgaben der WWG ist es, auch zukünftig Interessenvertreter der Un-ternehmer zu sein, um partnerschaftlich mitzuhelfen, die Wirtschaftsregion Wismar für alle attraktiver mitzugestalten – nicht mehr und nicht weniger waren die Gründe die zur Entste-hung der WWG führten.

19. November 1936 Flak-Kasernen (I. Abt. Flaksturmregiment 61) an der Lübschen Burg werden bezogen.
20. November 1554 Fertigstellung des Fürstenhofes.
20. November 1909 Übergabe des Eisenbahnfußgängertunnels in der Rostocker Straße, Bau-beginn war im August 1909.
22. November 1887 Benennung der Lindenstraße (siehe auch: Adolf-Hitler-Straße und Dr.-Leber-Straße).
23. November 1838 Einweihung der „Koch´schen Stiftung“ in der Mecklenburger Straße.
24. November 2014 Abriss der Häuser Bleicherweg 25, 26,27 und 28. Das Haus Bleicherweg 28 ist das erste Haus, das 1948 in Wismar nach dem Krieg neu aufgebaut wurde. Der gesamte Bereich um die ehemalige Kanalstraße wurde am 25. August 1944 schwer zerstört.

Bild:
Vorstand der Wismarer Wirtschaftsgemeinschaft am 19. November 1991 im „Wismarer-Hof“
von li: nach re:
Götz Weidner, Richard Bennien, Andreas Minks, Reinhart Sieg, Detlef Schmidt, Carl-Michael Wahrmann, Siegfried Neumann, Hanjo Volster, Jürgen-B. Kruse

Detlef Schmidt

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