Kalenderblatt zum 21. Januar

Heinrich II. der Löwe von Mecklenburg

Am 21. Januar 1329 stirbt der mecklenburgische Fürst Heinrich II., auch „der Löwe“ genannt, in Sternberg. Geboren am 14. April 1266, wuchs er teilweise in Wismar auf und Zeit seines Lebens stritt er sich mehr oder weniger mit der Stadt und ihren selbstbewussten Bürgern her-um. 1257 war sein Großvater, Fürst Johann I. von seiner Stammburg Mecklenburg in die Nähe der neuen Stadt auf dem Weberkamp gezogen, der sich im heutigen Bereich der Tankstelle an der Kreuzung Dr.-Leberstraße befand. Die Wismarer begannen jedoch ab 1276 selbstbewusst ihre Stadt mit einer 3.000 Meter langen und sechs Meter hohen Stadtmauer zu umgeben. Schon am 6. September 1259 hatten sie mit Lübeck und Rostock ein Schutzbündnis geschlos-sen, das den Beginn des Wendischen Quartiers der Hanse markierte.
Heinrichs Vater, Heinrich I., auch „der Pilger“ genannt, befand sich ab 1271 auf Pilgerfahrt ins Heilige Land. Auf dieser Fahrt wurde er in Kairo gefangen genommen und kehrte erst 27 Jahre später, 1298, nach Wismar zurück. Ihm nahmen die Wismarer besonders übel, dass er die in der Stadt ansässigen Juden unter seinen persönlichen Schutz nahm, was die Wismarer nach 1350 grundlegend mit der Ausweisung der Juden aus der Stadt änderten. Der Fürst befand sich nun mit seiner Burg von der Stadt ausgegrenzt und fühlte sich von den Bürgern hinter-gangen. Verärgert war er auch darüber, dass schon 1292 während seiner Abwesenheit, die Braut seines Sohnes Heinrich, Beatrix von Brandenburg, nicht in die Stadt gelassen wurde. Nach etlichen Verhandlungen erhielt er am 28. März 1300 nach Verkauf seiner Burg, einen Platz für seinen Hof in der Nähe des Schwarzen Klosters, jedoch ohne Befestigung. Heinrich der Löwe übernahm 1302 die Regentschaft von seinem Vater und begnügte sich zu nächst damit. 1304 kam Heinrich II. zusammen mit dem Markgrafen von Brandenburg dem böhmi-schen König Wenzel II. von Böhmen im Krieg gegen König Albrecht I. zu Hilfe. Dieser Krieg brachte Heinrich II. den Beinamen „der Löwe“ ein. Als 1310 die Wismarer die Hochzeit sei-ner Tochter Mechthild mit Herzog Otto zu Braunschweig-Lüneburg in ihrer Stadt verweiger-ten, ließ sich Heinrich das nicht bieten und griff die Wismarer militärisch an, wobei die Wis-marer durch die Rostocker unterstützt wurden. Diese zerstörten den Hof des Fürsten. Doch Heinrich II. bezwang die Wismarer und entzog ihnen neben der Gerichtsbarkeit auch das Münzrecht und den Zoll, was schon ein herber Verlust war. Zudem hatten die Wismarer den Hof mit Schloss und Turm herzurichten und durch die Stadtmauer einen eigenen Zugang zu schaffen, so dass Heinrich „ also dat he in und uth mochte ahne der borger dank, wenn he wolde“. Wismar kapitulierte am 15. Dezember 1311 vor Heinrich den Löwen, denn der Ver-lust der Privilegien wog schwerer für die Hanseaten. Die Hochzeit seiner Tochter Mechthild ließ er in Sternberg durchführen und Heinrich II. wählte diese Stadt danach zu seiner Resi-denz. Heinrich griff nun auch Rostock an und besiegte auch diese Hansestadt. Als Heinrich 1313 einen Pilgerzug nach Madonna della Rocca unternahm, nutzten dies die Rostocker aus, wurden von den Landesfürsten am 12. Januar 1314 wieder eingenommen. Heinrichs Regent-schaft war gekennzeichnet von Kämpfen um Landgewinn und Sicherung an den Grenzen sei-nes Landes. Nicht zufällig wurde ihm dafür der Beiname „der Löwe“ gegeben. Heinrich II. war dreimal verheiratet und hatte insgesamt sieben Kinder. Am 21. Januar 1329 stirbt der mecklenburgische Fürst Heinrich II. der Löwe in Sternberg und wird in Doberan begraben.
Sein Sohn Albrecht II., 1318 geboren, übernimmt als Minderjähriger in Vormundschaft die Herrschaft. Die Wismarer nutzten die Vormundschaft Albrechts aus, dass das Schloss in der Mecklenburger Straße verkauft wurde und der junge Fürst erhielt den „Mecklenburger Hof“, der heutige Fürstenhof, bei St. Georgen zugewiesen. Jedoch mit einer Maßgabe, dass der Fürst seinen Hof mit einer Mauer umgeben darf, die nur so hoch ist, dass die Bürger mit der „Nasenspitze“ darüber das Treiben des Fürsten beobachten konnten. 1336 übernimmt er als Volljähriger die Regentschaft persönlich. Er wurde am 8. Juli 1348 vom römisch-deutschen König und späteren Kaiser Karl IV. zusammen mit seinem Bruder Johann I. zum Herzog und damit in den Reichsfürstenstand erhoben. Bei der Landesteilung vom 25. November 1352 wurden ihm die Länder Rostock und das Stammland Mecklenburg zugesprochen. Im Jahre 1357 eignete er sich die Rechte der Grafen von Schwerin an. Albrecht II. schloss am 20. Feb-ruar 1368 einen Allianzvertrag mit den wendischen Hansestädten ab.
Herzog Albrecht II. wurde später auch „der Große“ genannt, war seit 1348 der erste Herzog in der Landesgeschichte. Er verlegte 1358 seinen endgültigen Sitz in die Schweriner Burg, dem nachmaligen Schloss.

Was sonst noch geschah
23. Januar 1823 Anton Haupt wird zum Wismarer Ratsmitglied gewählt.
23. Januar 1903 Auftrag des schwedischen Königs zur Ausarbeitung eines Vertrages zur Rückgabe Wismars.
25. Januar 1919 Nach Auseinandersetzungen zwischen Arbeitern und Soldaten bewaffnen sich diese und übernehmen zeitweise die Polizeigewalt.
25. Januar 1990 Wismarer Ostsee-Zeitung berichtet erstmalig mit Fakten über das MfS.
25. Januar 1990 Der Nordgiebel von St. Georgen stürzt ein.
26. Januar 1628 Kaiserliche Erhebung Wallensteins zum Herzog von Mecklenburg.
27. Januar 1994 Enthüllung einer Gedenktafel für den jüdischen Arzt Dr. Leopold Liebenthal am Haus Altwismarstraße 10.
27. Januar 2005 Gründung des Kiwanis-Club „Wismar-Hanse“ e.V. im Steigenberger Hotel Stadt Hamburg.
29. Januar 1906 Baubeginn der höheren Töchterschule Lyzeum) am Turnplatz (Turnplatzschu-le).
29. Januar 1945 Neugründung des Konsumvereins Wismar und Umgebung.

Detlef Schmidt

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