Kalenderblatt zum 25.Juli

Wismar – Gründungsmitglied der Hanse

In der Hansestadt Wismar findet erstmalig am 25.Juli 1363 ein Hansetag (gesamthansische Tagfahrt) statt und erfüllt damit eine der Aufgaben in diesem historischen Bündnis. Schon ein paar Jahre nach Stadtgründung schlossen die Hafenstädte Lübeck, Rostock und Wismar am 6. September 1259 sich zu einem Schutzbündnis zusammen und bildeten den Kern der „Wendischen Hanse“. Eine kluge Entscheidung der Kaufleute war eine einheitliche Rechtsprechung und Heinrich I. von Mecklenburg bestätigte 1266 seinen Wismarern den Gebrauch des Lübischen Rechtes. Zunächst wehrte man sich gemeinsam recht erfolgreich gegen Piraterie und Landräuber. Die Mitgliedsstädte der Hanse waren keine freien Städte, sondern waren eingebunden in ihrem Landesterritorium. Doch die Landes-herrscher wussten was sie an ihren Städten hatten, denn immerhin zählte man bis zu 166 Mit-gliedsstädte und sie wuchsen zu einer nicht unerheblichen wirtschaftlichen Macht heran. Hatte das Hanse-Bündnis zwar kaum Strukturen, so nutzte man die kontinuierlich durch geführten Hansetage zur Aussprache mit Vertretern der Hansestädte, um alle wichtigen Angelegenheiten der Gemein-schaft zu behandeln. Der bevorzugte Versammlungsort der Hanse war Lübeck aufgrund seiner Vor-rangstellung und geografischen Lage. Zwischen 1356 und 1480 fanden von 111 Hansetagen 76 in Lübeck statt. Es war auch überwiegend Lübeck, die die Initiative zur Einberufung eines Hansetages ergriff. Die Beteiligung der Mitglieder an den Hansetagen war überwiegend gering, in der Regel waren nur zehn bis zwölf Städte durch ihre Ratssendboten vertreten. Die größte Anzahl betrug 39 Abordnungen im Jahr 1447, Als die Hansestadt Wismar den Hansetag 1363 ausrichtete, befand sich die Stadt in einer wirtschaftlichen Blüte. Gemeinsam mit anderen Städten haben sie die Dänen geschlagen und den Mecklenburger Albrecht I. aus dem Gefängnis in Stockholm befreit. Sogar Kai-ser Karl IV. machte hier am 31. Oktober1375 einen kurzen Reisestopp und vermeinte, dass er in Wismar besser aufgenommen würde, als in Lübeck. Die Bürger der an der Hanse beteiligten Städte spürten schon den besonderen Schutz und so gut wie möglich wollte man es den Gästen auf dem Hansetag machen. Zumal es auch eine Abwechslung zum Alltag war. Es wurde Markttag abgehalten und auch der große Marktplatz war für manchen Zeitvertreib, wie auch Turniere, eine gute Kulisse. Die Entstehung des Städtebündnisses hatte einen entscheidenden Einfluss auf die Wirtschaft. So konnte über die Flüsse Getreide als Umschlag in die Häfen gebracht werden und hier zeigte sich Wismars schwache Seite mit einem fehlenden Hinterlande Verbindung. Letztendlich machte man aus der Not eine Tugend. Es wurden Hopfengärten angelegt und, dass daraus verarbeitete Bier wurde ein toller Exportschlager, der besonders in Skandinavien einen guten Absatz hatte. Der Han-setag war die oberste Instanz und das Organ der Gemeinschaft, auf dem die Interessen der Ge-meinschaft ausgehandelt, beschlossen und durchgesetzt wurden. Hierzu zählen insbesondere die Ratifizierung von Verträgen, das Aushandeln von Handelsprivilegien, Verhandlungen mit ausländi-schen Herrschern, Entscheidungen über Frieden, Krieg und Wirtschaftsblockaden, Festlegungen von wirtschaftlichen Vorschriften und die Aufnahme oder der Ausschluss aus der Gemeinschaft. Der Hansetag war die oberste Instanz und das Organ der Gemeinschaft, auf dem die Interessen der Gemeinschaft ausgehandelt, beschlossen und durchgesetzt wurden. Hierzu zählen insbesondere die Ratifizierung von Verträgen, das Aushandeln von Handelsprivilegien, Verhandlungen mit aus-ländischen Herrschern, Entscheidungen über Frieden, Krieg und Wirtschaftsblockaden, Festlegun-gen von wirtschaftlichen Vorschriften und die Aufnahme oder der Ausschluss aus der Gemein-schaft. Jeweils zum Abschluss eines Hansetages wurde ein Sitzungsprotokoll (der Hanserezess) mit den Tagungsergebnissen und Beschlüssen erstellt und den Ratssendboten für ihre Städte als Kopie übergeben. Am 1. November 1411 richtete die Hansestadt Wismar einen weiteren und auch ihren letzten Hansetag aus. Der letzte Hansetag fand am 29. Mai 1669 in Lübeck statt und damit hatte sich eine heute weltweit anerkannte Organisation erledigt. 1980 wurde auf Initiative Lübecks in der niederländischen Stadt Zwolle die Hanse neu begründet, um den grenzüberschreitenden Hanse-gedanken wieder zu beleben, das Selbstbewusstsein der Hansestädte zu fördern und die Zusam-menarbeit zu entwickeln. Die Neue Hanse ist seither die weltweit größte freiwillige Städtegemein-schaft. Die Hansestadt Wismar hat sich nach dem gesellschaftlichen Umbruch 1989 zur Hanse be-kannt und trägt seit dem 18. Januar 1990 durch Ratsbeschluss den Namen „Hansestadt Wismar“.

Was sonst noch geschah
25. Juli 2003 Auf den Dalben in der Hafeneinfahrt werden nach altem Vorbild in der Zeit vom 24.7. – 31.7.2003 wieder die Schwedenköpfe aufgestellt.
25. Juli 2006 Eröffnung das Technologie- und Forschungszentrum (TGF) Wismar mit Haus 5 und 6 im Holzhafen (Multimedia Port).
26. Juli 1925 Logiker Hofrat Prof. Dr. Gottlob Frege gestorben.
26. Juli 1945 Anordnung zur Registrierung aller verbliebenen Kraftfahrzeuge.
27. Juli 1945 Einrichtung eines Hilfskrankenhauses mit 200 Betten in der Großen Stadtschule.
27. Juli 1824 Schützengesellschaft eröffnet ihr Schützenhaus mit einem Festmahl der vereinigten Schützengesellschaften.
27. Juli 1903 Kapitän Wilhelm Bade, Entwickler der Nordlandfahrten, gestorben.
27. Juli 2015 Das Stadthaus am Markt ist nach 18-monatiger Sanierung für die Bereiche Bürgerbüro, Finanzverwaltung und Wohnungswesen der Hansestadt Wismar fertiggestellt. Die Baukosten belie-fen sich auf 4,27 Millionen Euro.

Detlef Schmidt

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