Kalenderblatt zum 26. August

Wismarer Maler starb in Italien

Am 26. August 1822 wird mit Theodor Martens einer der bedeutendsten Wismarer Architek-tur- und Landschaftsmaler in der Krämerstraße 17 geboren. Seine Eltern, der Kaufmann und Schiffsklarierer Johann Gottfried Martens und seine Lübecker Ehefrau Dorothea, geb. Kindt, galten als wohlhabend und besaßen auch einige Bürgerhäuser in Wismar. Die Familie wohnte in der Krämerstraße 17. Theodor Martens wuchs mit zwei Brüdern und zwei Schwestern auf. Die Brüder wurden später Gutsbesitzer und die Schwestern sind gut verheiratet worden, wie es sich für damalige Verhältnisse gehörte. So war Theodor Martens derjenige, der nach Schul-besuch in das Geschäft seines Vaters eintrat. Sein Vater war in Wismar stadtbekannt. Sicher durch seine Geschäfte aber auch durch sein skurriles Verhalten. Er war jähzornig und machte einige üble Streiche mit seinen Nachbarn. So lud er seinen Nachbarn zu einer Spazierfahrt ein und setzte diesen weit vor der Stadt ab, so dass er notgedrungen wieder zu Fuß nach Hause laufen musste. Der Kaufmann Martens hatte aber auch einige Prozesse wegen tätlicher und schriftlicher Beleidigung zu laufen, hinzu kamen Säumnisse bei Schuldenzahlungen. All das störte ihn nicht und er machte einfach weiter. Bekannt ist die Familie Martens auch durch die seit Jahren wieder hervorragend restaurierte „Martens-Kapelle“ auf dem Friedhof. Schon gleich nach der 1831 erfolgten Weihe des Friedhofes trat Martens als Förderer des neuen Friedhofes auf dem Galgenberg auf. Er forderte unter anderem die Bürger auf, für den neuen Friedhof Gehölze und Pflanzen zu spenden. Das Mausoleum der Familie Martens ist schon seit 7. November 1832 bekundet und in seinem Testament von 1861 setzt Johann Gottfried Martens fest, dass „ die Capelle…soll stets in ihrer gegenwärtigen Größe erhalten und darf ihren ursprünglichen Zwecke gemäß einzig und allein zum Begräbnisplatz für mich und meine geliebte Ehefrau, so wie für unsere gesamte eheleibliche Descendenz, sofern er den Namen „Martens“ führt, benutzt werden…..zur unerlässlichen Pflicht mache ich es, dass keine der aufgenommenen Leichen jemals von ihrem Platz entfernt oder sonst in ihrer Ruhe gestört werde!“ Die seitlichen Kapellen an der Martens Kapelle waren im Besitz verwandter und freundschaftlich verbundener Familien. Diese erreichten 1875 gegen eine Zahlung von 1.500 Mark „eine dauerhafte Aufsicht und Erhaltung“ und schon vorher wird am 18. April 1867 von städtischer Seite beurkundet, dass „diese (Martens) Kapelle samt dem dazugehörigen freien Platz für ewige Zeiten in gute baulicher Beschaffenheit zu erhalten und nie an einen Dritten zu veräußern ist“. Leider wurde dies zu DDR Zeiten schwer missachtet. So war die Martens-Kapelle teilweise Sarglager oder auch Abfallstelle und Müllhalde. Erst die ehemalige Friedhofsverwalterin Karin Engelmann setzte sich energisch für die Erhaltung der in Meck-lenburg einmaligen Kapelle ein, und schließlich begann 1991 eine dreijährige erfolgreiche Res-taurierung. Die Martens-Kapelle ist die größte städtische Grabkapelle in Mecklenburg und mit einer Reihe weiterer historischer Kapellen besitzt Wismar die weitaus größte Sammlung von Friedhofskapellen in unserem Bundesland. Ein Schatz, der mitunter kaum bemerkt wird. Viele Nachkommen des Johann Gottfried Martens sind hier beigesetzt. Er selbst starb 1864. Sein Sohn Theodor fehlt hier jedoch. Theodor Martens schied teilweise schon 1862 aus dem väter-lichen Unternehmen aus und widmete sich nun ganz seiner ursprünglichen Leidenschaft der Malerei. Er hatte schon während seiner Kaufmannszeit gemalt, doch er wollte für seine Kunst frei sein. Sein nicht unbeträchtliches Vermögen ließ dies zu, und zudem hatte er eine große Familie mit neun Kindern zu versorgen. Er begann 1862 ein Kunststudium an der Kunstaka-demie Düsseldorf bei Professor August Weber und setzte die Studien in Paris fort. Seine Landschafts- und Architekturmalereien, vorwiegend aus dem Mecklenburgischen, sind be-kannte und begehrte Werke. Vorbilder waren die französischen Kunstschulen und Maler. Schon 1870 wurde sein Bild „Redentin bei Wismar“ in der Berliner Kunstausstellung gezeigt. 1874 erhielt sein Bild „Weiden bei Wismar“ im Londoner Kristallpalast die Silbermedaille. Das Staatliche Museum in Schwerin besitzt neun seiner Gemälde. 1879 verzog er nach Schwe-rin und malte 1882 hier das Bild „Blick auf das Schloss“. Eine längere Studienreise führte ihn nach Italien und Neapel. Hier erkrankte er an der Cholera und starb am 1. Oktober 1884 62jährig in Portici unterhalb des Vesuvs. Heute ist Portici ein Stadtteil von Neapel. Zu dama-ligen Zeiten war es nicht üblich, Verstorbene in ihre Heimatorte zu überführen und so ist The-odor Martens in Portici beigesetzt. In Wismar wurde im Andachtsraum der Martens Kapelle eine Gedenktafel für ihn angebracht.

Was sonst noch geschah
25. August 2005 In der Sitzung am 25.08.2005 hat die Bürgerschaft die Privatisierung des Krankenhauses beschlossen und am 29.08.2005 wurde die Städtische Krankenhaus Wismar gGmbH rückwirkend zum 01.01.2005 gegründet.
26. August 1863 Eröffnung des Museums für Kunst und Altertum in angemieteten Räumen in der Dankwartstraße 47 als erste museale Einrichtung.
27. August 1892 Gründung des Wismarer Kanalbauvereins. Initiator war Heinrich Podeus.
27. August 1903 Die Stadtmauer am Lindengarten fällt.
27. August 2000 1. Stadtwerke Hanseaten-Ring-Radrennen. der Stadtwerke Wismar. Uwe Ampler, viermaliger Gewinner der Friedensfahrt, Olympiasieger und Ex-Weltmeister beendet endgültig seine Laufbahn in Wismar als Radprofi.
28. August 1955 1. Motor-Rennen auf dem Hanseaten-Ring.
Mit dem ersten Straßenrennen für Motorräder und Seitenwagengespanne hat der neuerbaute Hanseatenring in Wismar seine Probe bestanden. 25.000 Zuschauer umsäumten die Rennstre-cke.

Detlef Schmidt

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