Kalenderblatt zum 5. Mai

  Frisches Wasser aus guten Quellen für Wismar

Am 5. Mai 1967, nunmehr vor fünfzig Jahren, wurde das neue Wasserwerk Friedrichshof am Flöter Weg übergeben. Die Geschichte der Wismarer Wasserversorgung ist genauso alt, wie die Stadt selbst und man kann mit Fug und Recht behaupten, dass die Sparte Wasser, neben Gas, Wärme und Elektro zu den Vorläufern der Wismarer Stadtwerke zählt.
Hier gibt es das Salzwasser der Ostsee, das Süßwasser aus dem Schweriner See bis in die Frische Grube und die Metelsdorfer Quellen. Zuerst schöpfte man das dringend gebrauchte Trinkwasser aus Brunnen, die in der Stadt angelegt waren, doch nachdem die Quellen bei Metelsdorf entdeckt waren kommt am 29. September 1570 mit Hilfe von hölzernen Rohren und Pumpwerken das Was-ser aus Metelsdorf nach Wismar. Zuerst in einem „Wassertrog“ in der Altwismarstraße und ab 1595 in die heute bekannte Wasserkunst mit dem Renaissance-Pavillon über den Brunnen. Der holländi-schen Baumeister Philipp Brandin, dem Erbauer des Wismarer Schabbelhauses, erklärte sich 1579 bereit, eine neue Brunnenanlage auf dem Markt zu schaffen, die letztendlich 1602 fertig war. Wo-bei schon ab 1595 Wasser aus der Wasserkunst kam und die Handwerker und Steinmetze den äu-ßeren Bau bei „laufendem Betrieb“, bis 1602 vollendeten. Ab 1715 verband man den Wasserturm am Lindengarten mit der Wasserkunst auf dem Markt und schloss damit eventuelle Störungen aus. Erst 1854 wurden die alten hölzernen Leitungen in der Stadt und ab 1867 von Metelsdorf durch gusseiserne Rohre ersetzt. Der Behälter der Wasserkunst auf dem Markt reichte nicht mehr aus und der Wismarer Architekt Heinrich Thormann nahm 1861 eine durchgreifende Restaurierung vor, wobei die Wasserkunst auf einem höheren Sockel steht. Mit zunehmender Industrialisierung und steigenden Bevölkerungszahlen nahm der Wasserverbrauch drastisch zu. Noch gaben es die Me-telsdorfer Quellen her aber es wurden auch andere Quellen in der Region erschlossen. Dazu wurde der am 3. November 1897 in Betrieb genommene 28 Meter hohe Wasserturm mit Pumpwerk und Enteisungsanlage am Turnplatz als neues Wismarer Wasserwerk erbaut. Da es zu diesem Zeitpunkt keine Wassermessanlagen für die Verbraucher gab, wurde Wasser wieder knapp. Erst durch die Einführung von Wassermessern hatte man einen kontrollierten Verbrauch. Nach Fertigstellung des Wasserwerkes am Turnplatz, hörte die Wasserversorgung durch die Wasserkunst auf dem Markt auf. Die Wasserversorgung aus Metelsdorf befriedigte kaum die steigenden Bedürfnisse der Wis-marer und so wurden neue Quellen um die Stadt erschlossen. Seit 1929 sind die Brunnenanlagen in Friedrichshof am Flöter Weg in Betrieb. Sie und die anderen städtischen Brunnenanlagen geben die Garantie auch steigende Bedürfnisse zu befriedigen. Durch die Erschließung weiteren Brunnen im Stadtgebiet konnte 1938 die Wasserversorgung von Metelsdorf eingeschränkt werden, zumal diese Leitung öfter große Störungen hatte. Das Wasserwerk in Friedrichshof bekam eine erste Erweite-rung. Wismars Wasserverbrauch stieg nach 1945 rapide an. 1953 wurde mit dem Wasserwerk Wen-dorf begonnen, das jedoch mit dem Bau von Wendorf nicht mithalten konnte und es so zu Versor-gungsproblemen kam.
1959 wurden in Friedrichshof weitere Brunnen erschlossen und es kam zu Planungen für das neue Wasserwerk Friedrichshof, das am 5. Mai 1967 eingeweiht wurde. Pünktlich um 10.22 Uhr drückte Oberbürgermeister Herbert Fiegert den Knopf und das Wasser floss in die Leitungen. Die Versor-gungsmenge reichte aus, um die Stadt Wismar und ihre Unternehmen mit Wasser zu versorgen. Hier ist auch der Unternehmenssitz der Stadtwerke.
Bis 1990 gehörte die Wismarer Wasserversorgung zur Wasserversorgung Rostock, danach über-nahm die Nordwasser GmbH bis 1992 die Leitung. Die am 15. August 1991 gegründeten Stadtwerke Wismar GmbH sind ab 1. März 1992 auch für die Wasserversorgung zuständig.
Steigende Wasserabnahmen durch zunehmende Industrie und weiterer Unternehmen, machten eine erneute Sanierung des Wasserwerkes Friedrichshof nötig und der grundlegende Umbau er-folgte zwischen 1996 und 1998, ehe am 5. Juni 1998 das neue Wasserwerk in Betrieb genommen wurde. Wismars Wasser fließt durch 230 Kilometer Rohre zu den unterschiedlichsten Verbrauchern und die Wasserwerke sorgen dafür, das es zu keiner Zeit Einschränkungen gibt.

Was sonst noch geschah
6. Mai 1982 Schlüsselübergabe des Feierabend- und Pflegeheimes am Friedenshof mit insgesamt 448 Plätzen.
7. Mai 1945 Der Marschall der Sowjetunion, Rokossowski, trifft in der Stadt ein und besucht Feld-marschall Montgomery in der Unruh-Str. 7.
7. Mai 1993 Verabschiedungsveranstaltung „Doswidanija und Tschüß“ für die sowjetischen Truppen in Wismar im Stadion und auf dem Hafffeld.
8. Mai 2010 Die St. Georgenkirche wird mit einem Festakt am 8. Mai wieder der Öffentlichkeit über-geben. 40 Millionen Euro wurden seit 1990 in das „Wunder von Wismar“ verbaut.
9. Mai 1908 Gründung der Ingenieurakademie in Wismar.
9. Mai 2014 Eröffnung der Aussichtsplattform auf dem ehemaligen Turm von St. Georgen in 34 Me-ter Höhe.
10. Mai 1988 Aufstellung und Einweihung der Fritz-Reuter-Büste vor der Fritz-Reuter-Schule.
10. Mai 1989 Das endgültige Wahlergebnis der Kommunalwahl vom 6.589 wird verkündet: Von 44.244 Wahlberechtigten haben 43.757 ihre Stimme abgegeben. 17 Stimmen waren ungültig und 218 stimmten gegen den Wahlvorschlag. 137 Abgeordnete und 46 Nachfolgekandidaten zur Stadt-verordnetenversammlung Wismar wurden bestätigt. Im Nachhinein wurden zwölf Bürgereingaben gegen die Wahl und wegen Unregelmäßigkeiten abgegeben.
11. Mai 1882 Kauf der abgebrannten Papiermühlen am Wallensteingraben am Rothen Tor durch den Wismarer Kaufmann Gustav Marsmann, der hier eine neue Papierfabrik erbaute.

Detlef Schmidt

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