Kalenderblatt zum 6. Mai

In Würde den Lebensabend genießen

Am 6. Mai 1993 wurde das ehemalige Feierabend- und Pflegeheim „Herbert Fiegert“ am Friedenshof ein Eigenbetrieb der Hansestadt Wismar. Es unterstand zu DDR-Zeiten dem Wismarer Bezirkskrankenhaus. Derzeit gibt es dort 204 Pflegeplätze und 26 betreute Woh-nungen, wobei mit einem im Bau befindlichen Erweiterungstrakt, die Kapazität weiter erhöht wird. Im Gegensatz zur vormaligen Wohnungskapazität sind es weniger Plätze geworden, aber nach umfangreichen Sanierungen mit einem wesentlich höheren Qualitätsstandard. Die Seniorenwohnanlage in der Störtebekerstraße wird gegenwärtig um ein neues Haus erweitert.
Am 6. Mai 1982 ist mit der Einweihung des Speise- und Veranstaltungssaales und der Küche der letzte Bauabschnitt des neuen Feierabend- und Pflegeheimes an der Dammhusener Chaus-see fertig gestellt. 1979 zur 750-Jahrfeier der Hansestadt Wismar waren der erste Bauabschnitt mit 256 Wohnplätzen fertig, und der zweite Bauabschnitt 1980 mit 192 Pflegeplätzen. Insge-samt verfügte das neue Heim, so die damalige volkstümliche Bezeichnung, über 448 Plätze. Für die Versorgung und Pflege der älteren Bürger war dies ein erheblicher Qualitätssprung zur vormaligen Unterbringung im Feierabendheim „Ernst Scheel“ am Katersteig. Am 10. April 1984 erhielt die Einrichtung den Namen „Herbert Fiegert“, dem vormaligen Wismarer Ober-bürgermeister und Ehrenbürger der Stadt. Das Alten- und Pflegeheim an der Dammhusener Chaussee erfüllte für damalige Verhältnisse alle Bedürfnisse und daneben gab es das soge-nannte Appartementhaus im Bereich Köppernitztal, das Haus für betreutes Wohnen in der Sella-Hasse-Straße, zwei Häuser in der Goethestraße und schon 1974 war ein Wohnblock im Wohngebiet Kagenmarkt für ältere Bürger eingerichtet, um die Bewohner des Feierabendhei-mes „Ernst Scheel“ am Katersteig aufzunehmen.
Seit Beginn der Stadtgründung gab es viele Stiftungen und Projekte, die sich um soziale Din-ge kümmerten. Im Heilig-Geist-Stift, das schon um 1250 in Wismar wirkte, konnte man sich „einkaufen“, um Wohnung und Essen zu erhalten. Die „Prövner“, das waren bedürftige Be-wohner der Buden auf dem Heilig-Geist-Hof hatten zumindest eine Bleibe und nahmen ge-meinsam das Essen mit den Kranken und Armen des Hospitals aus dem Langhaus ein. Die Gebäude stehen heute noch zum Teil. Viele Stiftungen der einzelnen Zünfte und Ämter aber auch der Brauer-, Schiffer- und Kaufmannscompagnie, sorgten für ihre Mitglieder für das Alter aber auch dafür, wenn sie „unschuldig“ verarmten. 1951 wurden die mildtätigen Stif-tungen zu den Vereinigten Stiftungen der Hansestadt Wismar zusammengeführt. 1996 ist die-se wieder belebt worden und mit einem Stiftungsrat versehen. 68 Einzelstiftungen sind darin vertreten und dienen der Unterstützung bedürftiger Personen, die ihren Wohnsitz im Stadt-kreis Wismar haben. Ein „Armen- und Altenhaus“ stand seit 1833 in der Kellerstraße zur Ver-fügung, dass der Wismarer Rat 1920 an das Schweriner Justizministerium verkaufte, die hier 1935 die bekannte Arrestanstalt errichtete.
Das Wismarer Krankenhaus ist 1833 im ehemaligen „Dormitorium“, dem Schlafsaal der Do-minikaner im Schwarzen Kloster eingerichtet. Nach der Klosterauflösung hatten die Schwe-den hier einen Kornspeicher und ein Magazingebäude. Mit dem 1909 erfolgten Neubau des städtischen Krankenhauses am Dahlberg, wurde das alte Krankenhaus am Katersteig zum Al-tersheim, das am 7. November 1925 den Namen „Alters- und Pflegeheim“ bekam. Interessant ein Absatz aus der Hausordnung vom 17. Juni 1945 „Alle Insassen des hiesigen Altersheimes haben sich allen allgemeinen Anordnungen, insbesondere inbetreff der Beköstigung, der Be-kleidung, der Erlaubnis zum Ausgehen und zum Empfangen von Besuchen unweigerlich zu fügen. Sie haben nicht nur dem Personal Achtung und Gehorsam zu erweisen, sondern auch untereinander friedfertig und gefällig zu verhalten“. Die Insassen erhielten ein monatliches Taschengeld von 18 Mark, das sie unter Androhung von Bestrafungen nicht weiter geben durften. Für die Wismarer war es bis zur Schließung 1974 das „Siechenhaus“, das zu DDR-Zeiten den Namen des Kommunisten „Ernst Scheel“ bekam. Die Wohnqualität des Hauses war nicht gut und für viele war es auch aufgrund mangelnder Pflegeeinrichtungen, die nicht an den Mitarbeitern dort lag, ein „versiechen“ der restlichen Lebenszeit. 1974 wurde im Wohngebiet Kagenmarkt ein neuer Wohnblock für das Altenheim „Ernst Scheel“ hergerichtet und ab 1979 fanden viele ältere Mitbürger ihren verdienten Lebensfeierabend im Alten- und Feierabendheim am Friedenshof.
Am 1. November 2002 konnte das neue Alten- und Pflegeheim „Schwarzes Kloster“ der Dia-konie unter Einbeziehung des alten Krankenhauses von 1833 neu eröffnet werden. Mit der Errichtung des Wohnprojektes „St,. Martin“ der Diakonie in der Papenstraße, ist 2005 eine weitere Einrichtung für ältere Bürger in der Innenstadt eröffnet worden. Seit 2000 gibt es das Seniorenheim in Wendorf und seit 2012 die Seniorenwohnanlage an der Lübschen Burg. Die Malteser betreiben den „Malteserstift St. Elisabeth“ am Käferweg in der Nähe des Tierparkes und das „St. Elisabeth-Haus“ am Turner Weg. Insgesamt gibt es heute in Wismar acht Senio-renanlagen der unterschiedlichsten Größen, und viele Wohnprojekte für altersgerechtes Woh-nen aber durchweg mit einer dem heutigen Standard entsprechenden Qualität, zu der der Na-me „Siechenhaus“ völlig unpassend wäre.

Was sonst noch geschah
5. Mai 1967 Inbetriebnahme des Wasserwerkes Friedrichshof.
6. Mai 1993 Tag der „Offenen Tür“ in Kaserne der Roten Armee und Verabschiedung der Roten Armee unter Major Wladimir Utjaschew nach 48 Jahren (2. Juli 1945 – 30.6.1993). Je-des Garnisonsmitglied erhält auf Vorschlag von Bürgermeisterin Dr. Rosemarie Wilcken ein Erinnerungsgeschenk.
7. Mai 1945 Der Marschall der Sowjetunion, Rokossowski, trifft in der Stadt ein und besucht Feldmarschall Montgomery in der Unruh-Str. 7.
7. Mai 1966 Im „Weinberg“ Hinter dem Rathaus 3, wird eine „Probierstube mit Verköstigung durch den VEB „Wismaria“ eingerichtet. 1995 wurde das Grundstück wieder dem städti-schen Eigentum zugeführt.
7. Mai 1993 Verabschiedungsveranstaltung „Doswidanija und Tschüß“ für die sowjetischen Truppen in Wismar im Stadion und auf dem Hafffeld.
8. Mai 1969 Eröffnung des Wismarer Heimattierparkes als „Mini-Zoo“ im Köppernitztal. Erste Tiere (Rehe, Fasane und Zwergziegen). Drei Mäusebussarde kommen aus dem Schweriner Zoo.
8. Mai 2010 Die St. Georgenkirche wird mit einem Festakt am 8. Mai wieder der Öffentlich-keit übergeben. 40 Millionen Euro wurden seit 1990 in das „Wunder von Wismar“ verbaut.
9. Mai 1908 Gründung der Ingenieurakademie in Wismar.
9. Mai 2014 Eröffnung der Aussichtsplattform auf dem ehemaligen Turm von St. Georgen in 34 Meter Höhe. Kosten inkl. Fahrstuhl und Nottreppe 2,1 Millionen Euro.

Detlef Schmidt

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