Wismarer Daten

Detlef Schmidt

Tag für Tag durch Wismars Geschichte

Stand 14. Juli 2018

Inhalt

• Wismarer Daten nach Monaten S. 3 – 83

• Wismarer Bürgermeister 19. – 21. Jahrhundert S. 83 – 83

• Einwohnerentwicklung S. 85

• Ehrungen in Wismar
Ehrenbürgerschaft, Ehrenring, Bürgermedaille,
Sportmedaille S. 83 – 88

• Städtepartnerschaften S. 88

• Daten zur NS Zeit – Bürgermeister S.88 – 92

• NS Machtergreifung in Wismar S. 92 -93

• Judenverfolgung in Wismar S. 82 – 95

• NSDAP Kreisleiter in Wismar S. 95

• Beschreibung der Luftangriffe auf Wismar S. 95 – 98

• Kriegsende in Wismar S. 98 – 99

• Daten Besatzungszeit 1945 -1945 S. 99 – 195

• Daten zur Schwedenzeit S. 195 – 197

• Daten zur politischen Wende 1989/90 S. 197 – 200

• Wismarer Werft in Daten S. 200 – 202

• Hanseatenringrennen S. 202 – 203

• Zeittafel Wismar S. 203 – 226

• Wismars Altstadtstraßen erläutert S. 226 – 239

• Wismars alte Schulen S. 239 – 241

• Wismarer Brücken S.241 – 243

• Geburts- und Sterbedaten S. 243 – 244

• Biographisches und
Buchveröffentlichungen S. 245 – 246

Januar – Der Monat im Überblick

1. Januar 1845 Eröffnung der Hirsch-Apotheke Am Markt 29 als die „Neue Apotheke“.
1. Januar 1896 Einführung der Einkommensteuer, anstelle alter Abgabenordnungen
1. Januar 1907 Die Wismarer Hinstorff´sche Verlagsbuchhandlung, Am Markt 19, wird an Otto Heidmüller und Friedrich Carl Blanck verkauft. Sie befindet sich in der Dankwartstra-ße und später in der Lübschen Straße 19a.
1. Januar 1909 Die Verordnung zur Erhebung des Wassergeldes tritt in Kraft.
1. Januar 1927 Umbenennung der 1824 gegründeten städtischen Ersparnisanstalt in Spar-kasse der Seestadt Wismar.
1. Januar 1934 Eingliederung des Landes Mecklenburg-Strelitz in das Land Mecklenburg-Schwerin. Umbenennung des Landes Mecklenburg-Schwerin in Mecklenburg.
1. Januar 1947 Wiedereröffnung des Museums im Schabbellhaus.
1. Januar 1948 Die Planung der Produktion von Industrie und Handwerk beginnt.
Es werden Pläne aufgestellt für das I. Quartal – 14 Betriebe erfasst, II. Quartal – 19 Betriebe erfasst.
• Im Halbjahresplan 1948 werden 27 Betriebe erfasst (Schiffswerft und Ostsee-Holzwerke werden zentral beauflagt); bei den Handwerksbetrieben werden je nach Art alle Betriebe oder nur jene mit drei, fünf oder zehn Beschäftigen in den Plan der Abteilung Industrie und Handwerk aufgenommen.
• Im „Werkheim“ der Schiffsreparaturwerft Parkstraße wohnen 328 Familien mit 1.086 Personen und 349 Einzelpersonen.
• Fischwirtschaftsgenossenschaft beginnt Betrieb in der Fischhalle am Alten Hafen ab 1.3.1951 Fischerreihe Nummer 4, ab 1.8.1951 Wasserstraße.

1.Januar 1949 „Haus der Volksbühne“ lädt zum Tanz am Neujahrstag ein. Es spielt die Ka-pelle Paul Neumann.
3.Januar 1949 Die Landeszeitung schlägt vor, das am West Kai des Alten Hafens liegende DS „Johann Ahrens“ (1.450 Tonnen), das leichte Schlagseite hat, demoliert und ausgeplün-dert ist, wieder in Fahrt zu bringen. Am 2. Januar 1950 erinnert die Landeszeitung an das DS „Johann Ahrens“, das noch immer vor sich hin rostet, obwohl die FDJ der Schiffsrepara-turwerft zu freiwilligem Arbeitseinsatz zur Überholung des Schiffes bereit ist.
1. Januar 1952 Verordnung über die Einrichtung von VEB Seehafenumschlagsbetrieben. Aus der Hafengemeinschaft Wismar wird der Volkseigene Betrieb (VEB) Seehafen Wismar.
1. Januar 1952 Vereinigung der kommunalen Poliklinik mit dem Stadtkrankenhaus zu den städtischen Krankenanstalten.
1. Januar 1962 Das städtische Krankenhaus erhält den Status eines Bezirkskrankenhauses.
1. Januar 1992 die „Mathias-Thesen-Werft“ wird in „Meerestechnik-Werft“ umbenannt, das Kürzel MTW bleibt bestehen.
1. Januar 1993 Die „Meerestechnik Werft“ gehört nun zur Bremer Vulkan AG.
1. Januar 1997 Eröffnung der Dauerausstellung „Wismar-Bilder einer Stadt“ im Rathaus-keller.
1. Januar 2001 Das Landesfilmzentrum zieht von Schwerin nach Wismar.
1. Januar 2012 Fusion der DRK Kreisverbände Wismar und Nordwestmecklenburg zu „DRK Nordwestmecklenburg e.V.“ Beschluss v. 17.12.2012 rückwirkend.
1. Januar 2012 Eröffnung des Pflegebereiches im Seniorenzentrum Lübsche Burg, Lübsche Burg 2 und 4 mit 84 Pflegeplätzen. Ab 1.04.2013 Tagespflege mit 14 Plätzen. 2009 Beginn der Sanierung und Umbau einer Kaserne (Mannschaftsgebäude der Wehrmacht, errichtet 1937)
2. Januar 1302 Fürst Heinrich I. („der Pilger“), geb. 1230, in Wismar gestorben. Begab sich 1272 auf Pilgerfahrt in das „Heilige Land“, wurde 1273 gefangengenommen und war 25 Jahre in Kairo in Gefangenschaft. Kehrte am 28. Juli 1298 zurück nach Wismar.
2. Januar 1351 Bürgersprache wird vom Rat nach dem Großbrand im Sommer 1350 wieder von der Laube verkündet.
2. Januar 1820 Es sind für den Neubau des Rathauses 26.174 Reichstaler ausgegeben wor-den.
2. Januar 1825 Eröffnung der am 23. Juni 1824 gegründeten städtischen „Ersparniß-Anstalt“ (Sparkasse) im Rathaus.
2. Januar 1950 Zusammenschluss der Stadt- und Kreissparkasse zu einer Sparkasse.
3. Januar 1821 Antrag zum Bau eines Badeschiffes in Wendorf. Dies wurde am 6. Januar 1821 durch den Rat genehmigt
3.Januar1948 Eröffnung der Poliklinik am Lindengarten.
Mit dem Aufbau dieser Einrichtung wurde erst im letzten Quartal 1947 begonnen, am 5.1.1948 kamen die ersten Patienten in die Poliklinik. Im noch zerstörten Flügel des Gebäu-des sollen Apotheke und Zahnarzt-Räume eingerichtet werden. Sieben Fachärzte mit ent-sprechendem medizinischen Personal arbeiten bereits dort, elektro-physikalische Behand-lung, Massagen und Röntgen-Untersuchungen sind möglich. Es gibt einige Betten für Not-fälle.
.4. Januar 1211 Kaiser Otto IV. bestätigt im süditalienischen Capua eine Urkunde vom 21. Mai 1209, ausgestellt von König Otto in Goslar zur Bestätigung des Bistums Schwerin, die „den lieben Bürgern zu Schwerin eine beliebige Anzahl von kleineren Schiffen und zwei größeren Schiffen im Hafen von Wismar zu halten“ gestattet. Diese Urkunde geht aber auf eine Fälschung zurück, die durch eine falsche Abschrift einer Urkunde von 1167 entstanden ist.
4. Januar 1661 Ein Orkan reißt den Dachreiter vom Marienturm herunter.
4. Januar 1696 Der Walfischturm ist vom Stockholmer Festungsbaumeister Erik Dahlberg (1625 – 1703) fertiggestellt und verfügt über ein Kellergewölbe, eine Geschützetage und eine Dachetage mit gemauerter Dachhaut.
4. Januar 1905 Festanstellung Dr. phil. Friedrich Techen als erster hauptamtlicher Ratsar-chivar Wismars.
4.Januar 1949 Entsprechend der „Verordnung über die Einführung einheitlicher Personal-ausweise vom 18.11.1948“ beginnt diese Aktion mit einem Kommentar und der amtlichen Bekanntmachung der Landespolizeibehörde in Mecklenburg. Die Personalausweis-Aktion wird vom Kreispolizeiamt Wismar am 15.03.1949 abgeschlossen. 94.262 Ausweise wurden ausgegeben.
5. Januar 1255 Erstmalige Erwähnung von einem Franziskanerkloster Heilig Kreuz.
5. Januar 1897 Robert Förster geboren (Flugkapitän und Werksflieger bei Dornier Wismar), verstorben am 30. März 1997 in Wismar.
5. Januar 1948 Eröffnung der ehemaligen Polizei- und SS-Kaserne zur Poliklinik am Lin-dengarten (Med.-Rat Dr. Claus Peters).
5.Januar 1949 Im ehemaligen Luftwaffenlazarett sind 158 Wohnungen (= 252 Räume) be-zogen.
• „Maxim-Gorki-Haus“, Gespräch: „Gibt es einen neuen Krieg?“
An der Diskussion beteiligen sich alle Parteien und Organisationen wie FDJ und DFD.
Bedauerlich ist es, dass die Liberal Demokratische Partei eine Diskussion über dieses Thema glattweg ablehnte.
6. Januar 2015 Der Wismarer Maler und Grafiker Rolf Möller verstorben.
7. Januar 1632 Wallensteins Truppen kapitulieren vor den Schweden und geben Wismar frei.
7. Januar 1949 Der Industriehafen liegt noch „als ein nicht stark ausgenutzter Hafenarm am Rande des Wismarer Hafengebietes.“
7. Januar 1993 Eröffnung des digitalen Fernsprechknotens am Friedenshof.
8. Januar 1885 Einrichtung einer Allgemeinen Ortskasse in Wismar.
8.Januar 1949 Die Volkssolidarität übernimmt die Durchführung der gesamten Kinderver-schickung an die Ostsee. Auswahl geschieht nach den Richtlinien des Landesgesundheits-amtes. Eigenmächtige Kindertransporte müssen unterbleiben. Am 31.12.1948 hat das Lan-desjugendamt die Registrierung aller privaten, kirchlichen und gesellschaftlichen Kinder- und Erholungsheime verfügt.
9. Januar 1807 Dr. Gustav Meyer wird in Grundshagen bei Klütz geboren. Er war der Er-bauer eines „Orthopädischen Institutes“ 1851 am Turner Weg. Gestorben 8. Mai 1881.
9. Januar 1814 Der Maler Carl Canow geboren.
9. Januar 1945 Die Wismarer Ethnologin und Völkerkundlerin Elisabeth Krämer-Bannow, stirbt in Schorndorf bei Stuttgart.
9. Januar 1948 Stadttheater durch elektrischen Kurzschluss ausgebrannt. Der Rat der Stadt ruft die Einwohner zu Spenden für die Aufrechterhaltung des Theaters auf.
10. Januar 1632 Schwedische Besetzung Wismars nach Belagerung.
10. Januar 1948 Die Infanteriekaserne mit 13 Gebäuden, wird der Stadt zur Verfügung gestellt mit der Auflage, bis zum 1. April den kasernenmäßigen Charakter zu beseitigen und die Häuser zu Wohnzwecken einzurichten.
10. Januar 1990 Öffentliche Vollversammlung des Neuen Forum in der Wismarer Sporthal-le.
10. Januar 2000 Eröffnung der Jugendherberge Wismar am Schwedenstein (ehemaliges Kinderheim „Gretel Walter“)
11. Januar 1968 Hochwasser 158cm über normal.
11. Januar 1428 Claus Jesup wird erneut Bürgermeister.
11. Januar 1949 Aus der Landeszeitung: Betrachtung über Vorzüge der „Kleiderpunktkar-te“
12. Januar 1873 Rechtsanwalt Peter Düberg gestorben.
12.Januar1948 Die Volkssolidarität (Scheuerstraße 2) verteilt 90 Zentner Heringe aus einer Spende der Schweden-Europahilfe an Bedürftige über 70 Jahre. (pro Kopf etwa 2 Pfund)
12.Januar 1949 Um die zurzeit leerstehende „Wallhalle“ bewirbt sich außer der Volksbühne und der Deutsch-Russischen-Transport-Gesellschaft auch das Kreispolizeiamt Wismar. Der Rat der Stadt hat keine Bedenken und würde die Einrichtung eines Polizeireviers in dieser Gegend begrüßen.
12. Januar 1956 Die ehemalige sowjetische Stadtkommandantur am Turnplatz wurde wie-der als Schule eröffnet.
13. Januar 1885 Richard Wossidlo erhält die Genehmigung zur Lehrerkandidatur an Wis-marer Schulen.
13.Januar 1948 Die Volkshochschule Wismar eröffnet das II. Trimester 1947/48.
Es folgen 19 Vorlesungen mit ca. 340 Hörern.
• III. Trimester 1947/48: 9 Vorlesungen, 100 Hörer
• Trimester 1948/49: 18 Vorlesungen, 340 Hörer
14. Januar 1870 Der Rat beschließt den Abbruch des Poeler Tors und wird ab 15.1.70 durch Maurermeister Lundwaldt (durch Kauf des Tores 420 Taler) abgerissen.
14. Januar1949 Die Mitgliederzahl der Volksbühne ist auf 1.172 angestiegen. Der FDGB stellt in kultureller Sicht im Namen der Werktätigen die Ansprüche, während es die Aufgabe der Volksbühne sei, diese Ansprüche zu befriedigen. Die kulturelle Erziehung könne aber nicht nur über die Operette erfolgen, sondern auch moderne Stücke und Klassiker müssten gespielt werden. Volksbühne vermittelt auch die Gastspiele der Schweriner Maxim-Gorki-Bühne („Tiefe Wurzeln“, „Optimistische Tragödie“). Neben der Abteilung Theater besteht die Abteilung Volkskunst, in der sämtliche Volkskunstgruppen zusammengeschlossen wer-den sollen, auch die der FDJ, weil das bisherige Durcheinander in der Volkskunstbewegung aufhören müsse.

• Arbeitstagung der Gewerkschaftsleitungen von Deutsch-Russischer-Transport-Gesellschaft und Reichsbahn: Waggonumlauf muss beschleunigt werden. Kooperati-on soll besser werden.
• Am 20.12.1948 stellte die Deutsche Reichsbahn 165 Waggons mit Exportholz bereit; nur 20 wurden bis Jahresende entladen. 400 Waggons mussten auf anderen Bahnhö-fen abgestellt werden.

15. Januar 1836 Verordnung: Erdölbeladene Schiffe haben das Baumhaus nicht zu passie-ren.
15. Januar 1926 Der Philologe und spätere Leiter des „Mecklenburgischen Wörterbuches“ Dr. Jürgen Gundlach wird in Plau am See geboren. Am 3.12.2014 verstirbt er in Wismar.
15.Januar1949 Rathaussaal, 16:30 Uhr: Öffentlicher Rechenschaftsbericht „1 Jahr Polikli-nik Wismar“. Bericht über die „Feierstunde“, in der zwölf verdiente Mitarbeiter prämiert und die Leistungen der Poliklinik gewürdigt wurden.

• „Briketts ohne Brennstoffkarte sofort an jedermann lieferbar – Kaufscheine durch die Handelsorganisation (HO) „Freier Laden“, Wismar, Lübsche Straße.“
HO-Kohlen lagern und verwittern. Wirtschaftsausschuss hat sich eingeschaltet. 800 Tonnen davon kommen zur Verteilung: pro Kohlenkarte ist ein Zentner aufgerufen.

15. Januar 1962 Abriss des Gefangenenturmes an der Turmstraße. Der Gefangenenturm überstand das Bombardement vom 25. August 1944 schwer beschädigt, wurde aber im Ja-nuar 1962 abgerissen. 2003 wurden die Häuser Großschmiedestraße 41 bis 43 am Ausgang der Turmstraße neu gebaut, wobei die Form des alten an dieser Stelle stehenden Gefan-genenturms in die Architektur mit aufgenommen wurde.
15. Januar 1990 Demonstration des Neuen Forum gegen die Verschleierungspolitik der SED-PDS unter dem Motto „Deutschland, einig Vaterland“.
16. Januar 1703 Festungsbaumeister Erik Dahlberg gestorben.
16. Januar 1948 Das Karstadt Haus in Wismar wird Volkseigentum. 16.01.1948 Schiffsausrüstungen für die Fischerei und Bojen sind aus Westdeutschland eingeführt worden
17. Januar 1948 Die Zuckerfabrik beendet Kampagne: 18.200 t Zucker, 4.300 t Rohzucker, 4.000 t Melasse produziert.
18. Januar 1990 Wismar erhält durch Ratsbeschluss den Beinamen „Hansestadt“.
19. Januar 1721 Oberhauptmann Strömfeld trifft in Wismar ein, um die Schwedische Herr-schaft nach dem Ende des Nordischen Krieges wiederherzustellen.
20. Januar 1946 Kreiskonferenz der KPD und SPD.
20. Januar 1948 Sitzungen der Stadtverordneten finden wieder im Ende 1947 fertiggestell-ten Rathaus statt.
20.Januar 1948 Bauinspektor Oetteking wird von der Stadtverordnetenversammlung im neuen Rathaussaal zum Stadtrat gewählt und vom Oberbürgermeister in seinem Amt be-grüßt. Der Rat der Stadt setzt sich wie folgt zusammen: Oberbürgermeister Säverin, Stadt-kämmerer Raspe und die Stadträte Fritz, Folgner, Posselt, Oetteking.
21. Januar 1329 Fürst Heinrich der Löwe (von Mecklenburg) gestorben.
21. Januar 1990 Erneute Montagsdemonstrationen in Leipzig und Wismar.
21.Januar 1949 Der Andrang im „Freien Laden“ hält an. In der Lebensmittelabteilung täg-lich 1.500 Kunden, starke Nachfrage nach Wäsche. 1.000 Taschenuhren und 100 Fotoappa-rate verkauft.
• In den frühen Abendstunden ist das Kaufhaus öffentlicher Treffpunkt insbesondere Jugendlicher.
22. Januar 1935 Erbbaurecht für die Sportanlage an der Dammhusener Chaussee erloschen und Zwangsversteigerung des Arbeiter-Sport-Kartell e.V. Von 1935 bis 29. September 1939 Verpachtung als Gaststätte an den Gastwirt Franz Lucas
22. Januar 2009 Erste Ausgabe der neuen „Wismar-Zeitung“ vom Verlag Koch & Raum, Wismar, erschienen.
23. Januar 1823 Anton Haupt wird zum Wismarer Ratsmitglied gewählt.
23. Januar 1883 Der Kieler Dampfer „Augusta“ löscht im Wismarer Hafen seine Ladung mit elektrischem Licht, dessen Strom durch einen bordeigenen Generator erzeugt wird.
23. Januar 1896 Dr. med. Ludwig Böckel (1.3.1867 – 27.03.1967) eröffnet am 23.1.1896 in Hinter dem Rathaus 27 und später in der Lübschen Straße 48 seine Praxis und führt diese bis zu seinem 100. Lebensjahr 1967.
23. Januar 1903 Auftrag des schwedischen Königs zur Ausarbeitung eines Vertrages zur Rückgabe Wismars.
25. Januar 1919 Nach Auseinandersetzungen zwischen Arbeitern und Soldaten bewaffnen sich diese und übernehmen zeitweise die Polizeigewalt.
25. Januar 1949 BGL, SED-Betriebsgruppe und Betriebsleitung der Schiffsreparaturwerft beschließen, den Betrieb „Karl Marx Werft“ zu nennen. Die Vereinigung volkseigener Werf-ten in Schwerin stimmt sofort zu.
25. Januar 1990 Wismarer Ostsee-Zeitung berichtet erstmalig mit Fakten über das MfS.
25. Januar 1990 Der Nordgiebel von St. Georgen stürzt ein.
26. Januar 1628 Kaiserliche Erhebung Wallensteins zum Herzog von Mecklenburg.
26. Januar 1853 Die Dampfschifffahrtsgesellschaft Wismar beschließt den Verkauf des Raddampfers „Obotrit“ und nach Entschädigungszahlungen aus Lübeck die Auflösung.
27. Januar 1946 Kreisdelegiertenkonferenz des FDGB im Schützenhaus.
26. Januar 1948 Das Stadttheater beginnt vorerst im „Volkshaus“ wieder mit Vorstellungen:
• 26.01 „Wir spielen und tanzen trotzdem!
• 30.01. Erstaufführung „Maria Magdalena“ von Friedrich Hebbel
• 28.01. „Up Düwels Schufkor“ der Niederdeutschen Bühne.

• Der Holzgas-Bus des Stadtomnibusbetriebes fällt wieder einmal aus. Diesmal bis 24.02.1948, weil der Reifensatz des Busses zum Vulkanisieren muss. Ersatzbereifung ist nicht vorhanden. Der Bus, der die Linien Wismar-Neubukow-Rerik Montag, Mittwoch, Samstag je zweimal; Wismar-Grevesmühlen-Mühleneichsen-Schwerin Dienstag, Freitag; Wismar-Schwerin direkt Montag, Mittwoch, Donnerstag und Samstag bedient, fällt wegen Motorschadens bereits wieder vom 20.-30.03. und vom 20.-23.04.1948 aus.

27. Januar 1994 Enthüllung einer Gedenktafel für den jüdischen Arzt Dr. Leopold Lieben-thal am Haus Altwismarstraße 10.
27. Januar 2005 Gründung des Kiwanis-Club „Wismar-Hanse“ e.V. im Steigenberger Hotel Stadt Hamburg.
27. Januar 2016 Das Unternehmen Egger Holzwerkstoffe Wismar GmbH & Co. KG im Gewerbegebiet Haffeld nimmt sein Produkt-Forum mit Konferenz- und Ausstellungsräume in Betrieb. Es sind ausschließlich Holzmodule aus eigener Produktion verwendet worden. Baukosten 4 Millionen Euro.
28. Januar 1227 Herzog Heinrich Borwin I. gestorben.
28.Januar 1948 Die Sammlung für den Neuaufbau des Theaters erbrachte bisher 83.722,- Mark.
29. Januar 1891 Gustav Michaelis (16. Juni 1868- 6. August 1939), verheiratet seit 25. April 1896 mit Amelie „Lilly“ Michaelis, geb. Nissen, tritt mit seinem Bruder Johann Michaelis (18. Oktober 1869 – 22. August 1947) als Prokurist in das Familienunternehmen „F.G. Mi-chaelis“ ein. Am 21. August 1893 werden sie beide zu geschäftsführende Gesellschafter der OHG. und kaufen das Haus Markt 24/25 „Hotel Stadt Hamburg“ und bewirtschaften den Ratsweinkeller. Am 1. Oktober 1912 trennen sich die Brüder. Johann Michaelis übernimmt die Vereinsgenossenschaftsbank am Markt 18 und Gustav Michaelis ist alleiniger Gesell-schafter. Der Sohn von Johann Michaelis, Johann-Jürgen Michaelis, (13. September 1897 -24. Oktober 1984), wird am 9. April 1930 Teilhaber mit seinem Onkel Gustav in der Wein-handlung F.G. Michaelis. Er wird am 7. April 1953 durch Gerichtsbeschluss enteignet und erhält eine Zuchthausstrafe von 2 ½ Jahren, die er nicht antritt, da er schon kurz vor Jahres-ende 1952 in die Bundesrepublik geflohen ist.
29. Januar 1906 Baubeginn der höheren Töchterschule Lyzeum) am Turnplatz (Turnplatz-schule).
29. Januar 1976 Kinderarzt Dr. Otto Connerth in Wismar gestorben.
29. Januar 2016 Die „Kochsche Stiftung“ in der Mecklenburger Straße eröffnet auf ihrem Gelände am Kinderhaus eine neu erbaute Kinderkrippe.
30. Januar 1939 Nach 20 Monaten Bauzeit wird das Luftwaffenlazarett übergeben. Dr. Otto Bengsch wird ab 1.11.1938 Abteilungsarzt und ab 1.1.1942 Chefarzt. Nach dem Krieg Rettung durch Bürgermeister Säverin mit Intervention bei den Russen. Als „Friedenshof“ Unterkunft für Flüchtlinge. Ab 1960 Einrichtung als Klinikum. Zuerst Frauenklinik unter Frau Prof. Dr. Meta Sander (1906-1996).
30. Januar 1992 Die Hansestadt Wismar stiftet den „Gottlob-Frege-Preis“, der seitdem jährlich an hervorragende Absolventen der Wismarer Hochschule vergeben wird.
31. Januar 1898 Der Giebel der Heiligengeistkirche wird vom Sturm umgeworfen und teils auf die Straße, teils auf das Schütz’sche Haus geschleudert.
31.Januar 1949 Der Ortskassierer des FDGB unterschlug 15.000,- Mark Organisationsgel-der. Ehemalige Betriebsratsvorsitzende des Gesamthafenbetriebes unterschlugen Urlaubs-gelder und Sozialbeiträge.31. Januar 1910 Gründung des Wismarer Tierschutzvereins im Hotel Wädekin.
31.Januar 1948 Kindergärten in Wismar:

• Neustadt 94 Kinder
• Wendorfer Weg 62 Kinder
• Kochsche Stiftung 79 Kinder
• Doktor-Leber-Straße 60 Kinder
• Roten Tor 40 Kinder
• Schiffswerft Parkstraße 101 Kinder
• Kinderheime
1. Sankt Jakobshof 20 Kinder
2. Groß Labenz 39 Kinder
3. Turnerweg 83 Kinder
• Säuglingsheim
1. Bliedenstraße 20 Kinder
2.
31. Januar 1948 Die Volksbücherei Wismar zählt 1.633 männliche und 1.844 weibliche Le-ser. Im Januar 1948 lieh sie an 21 Öffnungstagen 5.705 Bücher aus; im Dezember 47 waren es an 15 Öffnungstagen (Schwierigkeiten der Beheizung) 3.477 Bücher.
31.Januar 1949 Das Landesamt für Denkmalpflege veranlasst ein „Verzeichnis der Boden-denkmale Wismars“ liegt im März 1949 vor.
31.Januar 1949 Infolge des größeren Raumgehaltes der einlaufenden Schiffe hat sich trotz zahlenmäßigen Rückgangs des Schiffsverkehrs der Hafenumschlag erhöht.
• Hafenumschlag im Januar: 70.590 t
40 Dampfer
6 Motorschiffe
2 Motorsegler
Aus Dänemark 10, aus England 5 Schiffe

31. Januar 1960 Eröffnung Frauenklinik am Friedenshof.
31. Januar 1999 Karl-Heinz Kalusche in Wismar gestorben. Er war vom 1. Mai 1960 bis 15. November 1988 1. Sekretär der Kreisleitung Wismar der SED. Geboren am 8. Dezember 1925 in Neustettin. Er wurde am 7. Juni 1989 Ehrenbürger Wismars. Diese Ehrung gab er am 13. Dezember 1989 ab.

Februar- Der Monat im Überblick

1. Februar 1929 Antrag des Arbeiter-Sport-Kartell e.V. zum Überlassen von 1.600 qm Flä-che an der Dammhusener Chaussee für den Bau eines Sportplatzes und Wirtschaftshauses in Erbpacht auf 100 Jahre für 3 RM/qm.
2. Februar 1411 Erstes dokumentiertes Votivschiff für die Nikolaikirche, anlässlich der Gründung der Marienbruderschaft.
2. Februar 1718 Sprengung der Walfischbastion durch die Dänen.
3. Januar 1949 20:00 Uhr Volkshaus: Parteikonferenz der SED. Besuch der Mitgliederver-sammlung war nicht befriedigend, Diskussionsbeiträge zurzeit auf niedrigem Niveau, ideo-logische Festigung der Partei durch intensivere Schulung ist notwendig.
3. Februar 1961 Gründung der TSG Wismar.
4. Februar 1884 Ruderclub „Wismaria“ gegründet.
4. Februar 1898 Kinderarzt Dr. Otto Connerth in Herrmannstadt/Siebenbürgen geboren. Kam 1926 nach Wismar und eröffnete in der Lübschen Straße 83 (89) eine Kinderstation. 1944 in Mecklenburger Straße 16 ausgebombt. Ab 1. Juli 1945 eigene Kinderklinik im ehe-maligen Arbeitersportlerheim an der Parkstraße, ab 1950 Chefarzt und Praxis in Lübsche Straße 89. Gestorben am 29.01.1976 in Wismar.
4.Februar 1948 Nach Zustimmung des Antifa-Blocks sollen Maßnahmen gegen „Asoziale und Bummelanten“ ergriffen werden: Entzug der Lebensmittelkarten, des Wohnraums, Einweisung ins Wohnlager Flessenow.
4. Februar 1991 Vertreter der Deutschen Stiftung Denkmalschutz übergeben eine erste fi-nanzielle Starthilfe zum Wiederaufbau von St. Georgen.
5. Februar 1935 Der Rat stimmt dem Umbau des Zeughauses zur Ingenieursakademie zu.
5. Februar 1946 Die Lindenstraße wird auf Vorschlag der SPD in Dr.-Leber-Straße umbe-nannt.
05. Februar 1948 Mit der Verlegung einer Wasserleitung zum Gebiet der Eisernen Hand/ Daumoor ist begonnen; die ersten 150 m sind bereits gelegt.
6. Februar 1865 Fritz Reuter besucht Wismar.
6.Februar1949 Die Enttrümmerung der Stadt wird wieder aufgenommen, nicht nach den Richtlinien einer Ortssatzung, sondern gesellschaftlich organisiert. Betriebs- oder andere Arbeitsgemeinschaften erhalten Enttrümmerungsplätze zugewiesen und wetteifern bei der Gewinnung von Ziegelsteinen.
6.Februar 1949 Nationalzeitung meldet: Zuckerfabrik hat Kampagne beendet.
102.000 t Rüben verarbeitet, 14.150 t Zucker produziert, erhebliche Kohleeinsparung bei Brikettfeuerung
7. Februar 1811 Matrosenpressung mithilfe der Wismarer Garnison für die Grand Armee Napoleons, Festnahme aller in dieser Nacht in Wismar befindlichen Matrosen.
7. Februar 1946 Aktivtagung von KPD und SPD-Funktionären im Schützenhaus.
7. Februar 1994 Gründung der Seglerjugend Hansestadt Wismar e.V.
8. Februar 1721 Schweden besetzen die Ämter Poel und Neukloster.
8. Februar 1822 Carl Drewes wird in Krickow bei Neustrelitz geboren. Er zog 1850 nach Wismar als Seidenkrämer, wo er am 13. August 1850 das Bürgerrecht erhielt. Seit 1864 ge-hörte er bis zu seinem Tod, dem Wismarer Rat als unbesoldeter Ratsherr und Senator an. Am 23. August 1892 verstarb Senator Carl Drewes, Initiator des 1885 geschaffenen „Dre-weswäldchen“, in Wismar. Der Kaufmann Wilhelm Hermes stiftete 1902 für Senator Dre-wes einen Gedenkstein am Weg.
8.Februar 1949 „Vereinigung der Kleingartenhilfe Wismar“, früher Kleingärtnerverein e. V. Wismar), hat 6.539 Mitglieder; nahm in der (noch nicht voll ausgerüsteten) Mosterei die Ent-saftung von Zuckerrüben auf. Das Gebäude der Mosterei war bereits im Herbst 1946 fertig-gestellt, Schwierigkeiten bereitete die Anschaffung von Dampfkesseln und Maschinen.
8. Februar 1997 Gründung des Shantychor „Blänke“ im „Redentiner Hof“, Dankwartstraße 28.
9. Februar 1379 Gründung des Wendischen Münzvereines durch Wismar, Lübeck und Hamburg.
9.Februar 1949 In Wismar hat sich eine Arbeitsgemeinschaft „Jugendweihe“ gebildet, die eine freigeistige Jugendweihe vorbereitet. Anmeldung zum vorbereitenden Unterricht bei Seffner, Wilhelmstraße 19.
Die Jugendweihe findet am Ostermontag, 17.April im Haus der Volksbühne statt. Es können auch Jugendliche teilnehmen, die schon konfirmiert wurden. Bericht über Jugendweihefeier.
Künstlerische Gestaltung durch Schauspieler und Orchester des Stadttheaters.
9. Februar 1961 Benennung der Dr.-Liebenthal-Straße durch Ratsbeschluss.
9.Februar 2017 Der Parkplatz an der Rostocker Straße wird am 9. Februar für Mitarbeiter der Kreisverwaltung übergeben. Außerhalb der Dienstzeiten und am Wochenende ist der Parkplatz frei für alle und kostenlos.
10. Februar 1948 Beginn der Bauarbeiten für ein neues Theater an der Parkstraße in der ehemaligen Exerzierhalle der Infanteriekaserne.
12. Februar 1878 Graphikerin Sella Hasse (viele Jahre in Wismar ansässig) geboren.
12. Februar 1949 HO-Gaststätte „Wismar“ Lübsche Straße 5, lädt zu einem „Unterhal-tungsabend mit Tanzeinlagen“ am Dienstag, den 15.1949, ab 19 Uhr ein. „Küche und Kel-ler“ bieten das Beste. Einlass nur bei Tischbestellungen. Es spielt die Hauskapelle „Somann.“
12. Februar 1995 Eröffnung des Technologie- und Gewerbezentrum Wismar mit Haus 1-3, Phillip-Müllerstraße.
13. Februar 1544 Fertigstellung der neuen, astronomischen Monumentaluhr hinter dem Hauptaltar in St. Marien.
13. Februar 1903 Einweihung des Offizierskasinos für das Wismarer Offizierskorps im ehemaligen Hause des Baumeisters Heinrich Thormann am Lindengarten, Altwismartor.
13. Februar 1849 Wilhelm Voigt (der „Hauptmann von Köpenick“) in Tilsit geboren (wird 1 Tag vor seinem Geburtstag am 12.2.1906 aus dem Zuchthaus Rawitsch bei Breslau entlas-sen).
14. Februar 1825 Bürgermeister Karl von Breitenstern (geb. 25. Juni 1777) gestorben. Er war Gründer des „Musikverein 1818“.
14. Februar 1990 Die Ostsee-Zeitung Wismar berichtet über Wahlfälschungen bei der 1989 durchgeführter Kommunalwahl in Wismar.
14.Februar 2000 Gründung des Fördervereines „Poeler Kogge e.V.“
15. Februar 1937 Übergabe des 196 Meter langen dreistöckigen Wohnblockes in der Rostocker Straße.
15. Februar 1949 Fahrgastschiff „Harry“, 120 Personen fassend, hat den Arbeiterberufsver-kehr für Deutsch-Russische-Transport-Gesellschaft und Karl Marx Werft zwischen Bolten-hagen/Tarnewitz und Wismar aufgenommen. Das Schiff soll im Sommer auch für den Ur-lauber-Verkehr eingesetzt werden.
15. Februar 1950 Der kommunale Stadtverkehr nimmt seinen Betrieb mit zwei Linien auf.
15. Februar 1890 Heinrich Thormann, Wismarer Architekt, gestorben. Geboren 18. April 1816.
16. Februar 1806 Rechtsanwalt Peter Düberg am Markt 10 geboren. Wortführer der Unru-hen von 1830 und 1848.
16. Februar 1856 Rudolph Karstadt in Grevesmühlen geboren, gestorben am 19. Dezember 1944 in Schwerin.
16. Februar 1934 Scheinauflösung der Wismarer Freimaurerloge.
16.Februar1948 10.00 Uhr Volkshaus: Prämierung von 99 Arbeitern und 51 Arbeiterinnen aus Betrieben der Stadt mit Textilien durch das Arbeitsamt.
16. Februar 1990 Die Mitgliederversammlung des Neuen Forums besuchen nur noch 66 Teilnehmer. Die Existenzfrage des Bündnisses wird gestellt.
17. Februar 1975 Eröffnung der Mülldeponie Müggenburg. Davor am Woltersdorfer Weg, auch am Philosophenweg/Kagenmarkt. Schließung der Deponie Müggenburg 1994.
18. Februar 1923 Geheimer Medizinalrat Dr. Hugo Unruh gestorben.
18. Februar 1957 Ehrenbürgerin (1987) und Weltmeisterin Marita Meier-Koch geboren.
19. Februar 2013 Gründung des Vereins „Freunde und Förderer des Archivs der Hanse-stadt e.V.“
20. Februar 1843 Polarforscher Gustav Wilhelm Bade in Hohen Wieschendorf geboren. Verstorben 27. Juli 1903 mit 61 Jahren. (Inhaber der „Nordlands-Passagierfahrten).
20. Februar 2006 Die Straßenzüge Puschkin-Straße und Heinrich-Mann-Straße im soge-nannten Molkereiviertel werden zugunsten der Molkerei abgerissen. Eine neue Straße am Lehensruher Weg wird „Henrich-Mann-Straße“. Lediglich die Heinrich-Heine-Straße bleibt erhalten.
21. Februar 1927 Gründung des Vulkanisierbetriebes Hans Roolf. Am 01.08.1990 Über-nahme des Unternehmens durch Michael und Heidelore Roolf. Umzug am 1.2.1992 Gewer-behof 3 (Schweriner Straße 31) und Firmierung als „Roolf Reifen und Autoservice GmbH“.
21.Februar 1948 Volkssolidarität eröffnet Wärmestube in Scheuerstraße 2, geöffnet 14.00-19.00 Uhr, warmer Kaffee wird ausgegeben, Zeitungen und Broschüren liegen aus.
21. Februar 1952 Beschluss über die Benennung der Wendorfer Straßen nach den Sozial-demokraten Rudolf Breitscheidt und Kommunisten Etkar Andre, Katja Niederkirchner, Ru-di Arndt, Bruno Tesch, Hanno Günther, Lieselotte Herrmann.
21. Februar 2017 Peter Preuß, langjähriger Lokalchef der Wismarer Ostsee-Zeitung wird im Brauhaus am Lohberg verabschiedet. Er ist am 1. November 1989 angefangen und war ge-nau 27 Jahre und vier Monate im Dienst bei der OZ. Am 1. März 2017 geht er in den Ruhe-stand. Nachfolgerin ist die Journalistin Kerstin Schröder aus Rostock.
22. Februar 1836 Gründung des Eisenbahnkomitees mit Louis Frege.
22.Februar 1949 15:00 Uhr, Haus der Volksbühne: Aktivistenkonferenz mit Berichten von der Hennecke- Tagung in Berlin.
23. Februar 1906 Schuster Wilhelm Voigt kommt nach Wismar. Er wird später als Haupt-mann von Köpenick bekannt.
24. Februar 1555 Prunkhochzeit Herzog Johann Albrechts I. und Anna Sophia von Bran-denburg.
24. Februar 1859 Hauptwache am Markt wird fertig gestellt. Architekt ist der Wismarer Hartmut Brunswig. Umfassende Sanierung erfolgt in den Jahren 2014/15. Wiederinbetrieb-nahme am 27. Juli 2015.
24. Februar 1948 Stadtverordnetensitzung diskutiert über Antrag der FDJ, die Große Stadtschule in „Geschwister-Scholl-Schule“ umzubenennen. (LDPD: „Der Name der Schule wird sich ändern, aber der Geist nicht“ – Bericht der Landeszeitung vom 26.02.)
Abstimmung: 21 dafür, 15 dagegen. Umbenennung erfolgt am 19.04.1948
25. Februar 1808 Französisches Militär besetzt erneut die Stadt, um den Schmuggel mit englischen Waren zu unterbinden.
25. Februar 1809 Herzog Friedrich Franz I. erlässt eine Patentverordnung zur Rekrutenaus-hebung.
25. Februar 1869 Abbruch des Lübschen Tores.
26.Februar 1948 Befehl Nummer 35 der Sowjetischen Militäradministration Deutschlands über Auflösung der Entnazifizierungskommissionen.
26. Februar 1992 Die Wismarer Werft wird von der Belegschaft morgens um 6 Uhr be-setzt, um eine schnelle Entscheidung zur Privatisierung herbeizuführen. 3.100 Mitarbeiter beschäftigt die Werft derzeit.
• 27. Februar: Die Beschäftigten des Dieselmotorenwerks Rostock und die Beleg-schaft der Neptun-Werft schließen sich an und besetzen ebenfalls ihre Betriebe.
• 28. Februar: Bundesverkehrsminister Prof. Günter Krause besucht die Werft. Die Bürgerschaft der Hansestadt Wismar solidarisiert sich und tagt demonstrativ auf dem Werftgelände.
• 29. Februar: Es findet ein Autokorso von Rostock nach Wismar statt und in Wismar wird ein Tag der „Offenen Tür“ durchgeführt.
• 1. März: Ministerpräsident Alfred Gomolka ist aus den USA zurück und wird beim Besuch der Werft schon beim Pförtner zurück gewiesen. Er muss sich vor dem Tor mit Betriebsratsvorsitzenden Inge Pohlmann unterhalten.
• 2. März: In der Schweriner Koalition sorgen leichtfertige Äußerungen von Bun-desverkehrsminister Günter Krause (ein Rücktritt Lehments wäre eine „richtige gute Idee“) zum Schicksal des FDP-Wirtschaftsministers Conrad-Michael Leh-ment für Verstimmung, die am 3. März beigelegt werden.
• 4. März: Ministerpräsident Alfred Gomolka (CDU) ist in Bonn bei Kanzler Hel-mut Kohl. Werftarbeiter marschieren vor das Schweriner Schloss zum Protest und Wirtschaftsminister Lehment versucht erfolglos, die Arbeiter zu beruhigen. Vor der Staatskanzlei wird eine ständige Mahnwache eingerichtet.
• 10. März: Die Treuhandgesellschaft in Berlin mit ihrer Leiterin Birgit Breuel, ver-kündet eine vorläufige Entscheidung.
• 11. März: Der Landtag von MV debattiert. Die Koalition aus CDU und FDP schließen sich dem Treuhandbeschluss an. Werftarbeiter verfolgen die Sitzung auf der Tribüne und vor dem Schloss.
• 14. März: Ministerpräsident Alfred Gomolka (CDU) tritt zurück.
• 17. März: Der Verwaltungsrat der Treuhandgesellschaft billigt die vorläufige Entscheidung für eine „Paketlösung“ mit dem Bremer Vulkan. Die Besetzung der Werft wird vorläufig aufgehoben
• 10. Dezember 1992 Die Belegschaft beschließt nach der endgültigen Klärung des Übergangs der MTW zum Bremer Vulkan das Ende der Werftbesetzung.
27. Februar 1313 die Stadt erteilt den Zisterziensern die Genehmigung zum Grunderwerb. Doberaner Hof in Mühlenstraße.
27. Februar 1948 Die Poliklinik Wismar wird auch von Patienten aus dem Landkreis in An-spruch genommen. Patienten aus dem Stadtkreis 46%, aus dem Landkreis 30%, von der Schiffsreparaturwerft 18%, der Deutsch-Russischen-Transport-Gesellschaft 6%.
27. Februar 1990 Wahlveranstaltung der SPD mit Klaus von Dohnanyi in der Sporthalle mit 1.800 Teilnehmern.
28. Februar 1403 Chorweihe von St. Nikolai.
28. Februar 1949 Hafenumschlag Februar 1949:
• Kali-Verladungen sind angestiegen; Holz- und Stückgut-Umschlag zurückgegangen;
Umschlag insgesamt: 78.290 Tonnen
43 Dampfer
9 Motorschiffe
1 Motorsegler
17 Schiffe kamen aus Dänemark.

28. Februar 1951 Verlegung des Betonschiffes aus dem Hafen an die Kai der neuen Werft und Einbau eines Materiallagers.
28.Februar 1991 Gründung des Gemeinnützigen Vereines für den Heimattierpark.
28. Februar 1996 Das Wismarer Amtsgericht zieht wegen grundlegender Sanierung seiner Amtsräume aus dem Fürstenhof aus und bezieht vorläufige Räumlichkeiten im „Diamant-hof“ Rostocker Straße. Übergabe an Amtsgericht am 17. Dezember 2002.
29. Februar 1632 Bündnisvertrag zwischen dem Schwedenkönig und Mecklenburger Her-zog zur Abtretung Wismars und der Insel Walfisch.

Februar 1628 Beginn des Ausbaus von Wismars Befestigungen.
Februar 1811 Bis zum Februar meldet sich nur ein Matrose freiwillig zum Dienst auf fran-zösischen Kaperschiffen, daraufhin befiehlt der Herzog die gewaltsame Aushebung der von Napoleon geforderten 50 Matrosen.
Februar 1813 Vorbereitungen zum Wiederaufbau des Rathauses.
Februar 1850 Das Badeschiff wird geschlossen und Einrichtungsgegenstände versteigert.
Februar 1919 Die Sitzungen des Bürgerausschusses werden aus Platzgründen vom Rathaus in die Aula der Großen Stadtschule verlegt.
Februar 1942 Entscheidung der Briten, die Bombardierung der Stadt wiederaufzunehmen.
Februar 1943 zur Reparatur der Bombenschäden werden 50 polnische Dachdecker zu Zwangsarbeit herangezogen.
Februar 1960 Abriss der 1324 erstmalig erwähnten Wallfahrtskapelle Maria zur Weiden auf dem St.-Marien-Kirchhof. Die Nazis missbrauchten diese Kapelle, indem sie hier am 4. No-vember 1934 die erste deutsche Ahnenhalle einrichteten.

März – Der Monat im Überblick

1. März 1433 Weihe der Sühnekapelle für Bürgermeister Johann Banzkow auf dem St.-Marien-Kirchhof (1850 abgerissen).
1. März 1721 Die letzten Besatzertruppen der nordischen Alliierten ziehen aus
Wismar ab.
1. März 1811 Auslosung und Einberufung der Wehrpflichtigen in Wismar.
1. März 1832 Die Wismarer Dichterin Lina Vagt (Novellensammlung „Ein Geheimnis“) wird in Große-Hohe-Straße 5 geboren. Gestorben am 27. Juni 1913 in Breitestraße 3.
1. März 1833 Ratsbeschluss: Niemand darf mehr innerhalb der Stadt beerdigt werden.
1. März 1855 Mecklenburgisches Schulzwangsgesetz tritt auch für Wismar in Kraft.
1. März 1867 Sanitätsrat Dr. Ludwig Böckel in Boitze geboren (27.3.1967 in Wismar ge-storben) Er war mit 98 Jahren ältester noch praktizierender Arzt Deutschlands. Er war der älteste praktizierende Arzt Deutschlands und hatte in der Lübschen Straße 48 von vom 12. Januar 1896 bis 1967 seine Praxis. Er war verheiratet in zweiter Ehe mit Else Böckel geb. Uthoff aus Klein Woltersdorf (4.6.1882 – 4.8.1976).
1. März 1919 Auflösung des Wismarer Arbeiter- und Soldatenrates.
1. März 1947 Die Waggonfabrik wird landeseigener Betrieb.
1.März 1949 „Mecklenburgisches Matratzenwerk Kuckei und Möller“ wird als landeseige-ner Betrieb volkseigen.
1.März 1949 Sturm mit Windstärken 11 und 12 verursacht Überschwemmung des Hafens und des Hafenviertels. Feuerwehr muss Hafenarbeiter der Deutsch-Russischen-Transport-Gesellschaft in Sicherheit bringen und Straßenabschnitte wegen herabstürzender Dachziegel sperren.
• Um 13.30 Uhr trifft DS „Elets“ aus der Sowjetunion mit 1.157,2 t Gerste beladen, im Hafen ein. Das Schiff hatte auf Reede gelegen und im Sturm einen Anker verloren. Nach Rückgang des Hochwassers kann am 2. März, 10:45 Uhr, mit dem Löschen be-gonnen werden.
Vier von 10 Baggerschuten sind auf Land gesetzt worden.
• Das Autoreparaturwerk beginnt mit der Produktion von Schultafeln aus Blech.

1. März 1991 Die Karstadt AG übernimmt wieder ihr altes Stammhaus. Schriftzug „Kauf-haus Magnet“ wird entfernt.
2. März 1850 Robert Schmidt, Gründer der Ingenieur-Akademie, geboren.
2.März 1948 Die Ingenieurschule Wismar hat die Aufnahmelisten 1949 und 1950 geschlos-sen. 86 % der Studierenden kommen aus Kreisen der Arbeiter, Bauern, Handwerker und Angestellten. Sommersemester beginnt am 13.04. im ehemaligen Lyzeum.
• Lagebericht Schiffsreparaturwerft der Abteilung Industrie und Handwerk:
Ausbau zu Spezialschiffen erfordert mehr Ingenieure, technische Zeichner und erfah-rene Schiffbauer (letztere sind nur 383 von 3.600, also 10%); von der Belegschaft sind 37% Einheimische, 37% Umsiedler, 26% Dienstverpflichtete – große Schwierig-keiten bei Unterbringung und Versorgung; allgemeiner Materialmangel in der Pro-duktion.
• Bummelantentum sank von 9% am 01.04.1947 auf 1,5% der Beschäftigten am 01.04.1948 in der Reparaturwerft.
2.März 1949
Anzahl der in Wismar zugelassenen und fahrbereiten
Personenkraftwagen 120, 9 davon für Gesundheitswesen
Kräder 60
Taxis 32
Omnibusse 7

2. März 2016 Die malaysische Genting-Gruppe übernimmt die ehemaligen Nordic-Yards-Werften in Wismar, Rostock und Stralsund für 230 Millionen Euro. Hier sollen zukünftig Kreuzfahrtschiffe gebaut werden.
3. März 1353 Weihe des Hohen Chores zu St. Marien.
3. März 1946 Stadtbaurat Arthur Eulert nimmt sich und seinen vier Kindern in der Atwis-marstraße 6 (heute 23) das Leben.
3.März 1948 Der Rat der Stadt befasst sich mit dem Umzug der Hafenkommandantur von der Hafenhalle in das Zeughaus Ulmenstraße. Die Ingenieurschule wird in das Lyzeum ver-legt. Die Kommandantur soll Anweisung geben, dass die Fassungen, Beleuchtungskörper usw. im Hause bleiben, andernfalls diese Gegenstände von der Verwaltung aus dem Gebäu-de der Ingenieurakademie ebenfalls entfernt werden müssten.“

• Bericht über einen Prozeß im neuen Rathaussaal gegen die Inhaber der „Wismarer Seifenfabrik“ Trewer und Hitschler, und den Seifensieder Warnemünde. Sie hatten Qualitätsseife zu Kompensationszwecken herstellen lassen, um Maschinen anzukau-fen und nach Wiederherstellung der Einheit konkurrenzfähig zu sein.

3.März 1949 Während der Leipziger Messe wird der Omnibus der Fa. Godenschwegen in Leipzig eingesetzt.
3. März 1990 Wahlkampf in Wismar mit dem BRD-Verteidigungsminister Gerhard Stolten-berg (CDU) auf dem Marienkirchplatz und Außenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP) auf dem Marktplatz.
4. März 1819 Gründung Wismarer Freimaurerloge „Zur Vaterlandsliebe“ in Mecklenburger Straße 6.
2. März 1886 Friedrich Wilhelm Winzer, geb. am 8.März1811 in Mellenbach (Thüringen), Orgelbauer, verstirbt in Wismar.
4.März 1948 Produktionsauflagen der Wismarer Betriebe im I. Quartal 1948:
Bogenhardt 60.000 qm Dachpappe; Eggert 100.000 qm Dachpappe; Draht-Müller 50 t Nä-gel; Gehrke und Sohn 800 qm Schnittholz; Häussler 300 qm Schnittholz; Hansewerft ein eiserner Kutter; Marsmann 100 t technisches Papier, 150 t Karton; Micheel 2 t Buntmetall-guß; Moll und Sohn 3.000 Fischkisten, 3.000 Eierkisten, 2.000 Butterkisten; Schiffsrepara-turwerft Instandsetzungen; Produktionsgenossenschaft der Schlosser und Maschinenbauer 100 Öfen und Herde; Genossenschaft der Schmiede und Stellmacher 14 Ackerwagen; Landmaschinen GmbH 180 Eggen; Immecke 65 Ackerwagen.
4. März 1949 Das ehemalige Luftwaffenlazarett erhält den Namen „Friedenshof“, ebenso wie die dortige Schule und die Friedensstraße (Huzkestraße).
4.März 1949 Stadtverordnetensitzung beschließt Namensgebung:
• Huzkestraße → Friedensstraße
• Luftwaffen-Lazarett → Friedenshof
• Künftige Schule → Friedensschule
5. März 1906 Platte vom Mecklenburger Tor mit lat. Inschrift wird über Rathauseingang angebracht.
6./7. März 1914 Senator Friedrich Wilde begeht einen Suizid und erschießt sich in der Nacht. Im Wismarer Rat wurde alles Mitwissen abgeleugnet. 06.03.1948
6. März 1948 Zur schnellen Versorgung der Umsiedlerhaushalte mit Möbeln und Einrich-tungsgegenständen wird eine Werbewoche der Aktion „Volk und Heimat“ durchgeführt.
• Der DFD veranstaltet im Hotel „Zur Sonne“ einen Tanzabend, zu dem als Eintritts-geld Sachspenden in Form von Haushaltsgegenständen verlangt werden. Eine ähnli-che Veranstaltung organisiert der FDGB im Volkshaus.
• Die Volkssolidarität eröffnete in diesem Rahmen am 2.3.1948 einen weiteren Kin-dergarten im Wohnlager Carlsdorf.
• Die Werbewoche erbrachte 219 Kochtöpfe, 50 Schlafdecken, 48 Stühle, 25 Tische, 27 Paar Kinderschuhe, 199 Paar Holzsandalen, 1.000 Paar Strohpantoffeln, 3.000 Löffel und Gabeln, 1.300 Stück Geschirr, 292 Stück Textilwaren, 42 gebrauchte Bettstellen. Sämtliche Bezugsscheine, die vom 01. – 29. Februar zur Verfügung stan-den, wurden an Umsiedler ausgegeben.
6.März1949
Beginn der Leipziger Frühjahrsmesse:
Es stellen aus: Matratzenwerk, Strohschuhfabrik Hoppe, Schuhmacherei Wilde und Kinder-wagenwerk Klinger.
7. März 1552 Aufhebung des Doberaner Klosters und Schließung des Abt Hofes in Wismar.
7.März 1948 Sport-Bühnenschau im Volkshaus:
• Sportgemeinschaft Ost, Sportplatz Wendorfer Weg, Leiter Karl Seehase, kündigt da-zu folgendes Programm an: Volkstänze „Hackenschottisch“ und „der Pfeifer“, 12 Minuten; „Gymnastisches Allerlei“, 15 Minuten; jeweils 16 Sportlerinnen, 8 Sportler, „Die Volkstänze werden nach einer flotten Musik frisch, lebendig und mit wirbelnder Fröhlichkeit getanzt.“
• Das „Gymnastische Allerlei“ besteht aus mehreren Bildern. Bild 1 zeigt Gymnastik zu Dreien, Bild 2 die Sportler mit dem Medizinball, Bild 3 die Sportlerinnen im fröh-lichen gymnastischen Kreis und Bild 4 den Ruf an alle: „Treibt Sport in der Freien Deutschen Jugend!“
7.März 1949 In der Karl Marx Werft hat ein zweiter Betriebsarzt die Arbeit aufgenommen. In 4 Kranken- und Unfallstationen sind somit 2 Ärzte, 8 Sanitäter und 3 Krankenschwestern tätig.

Im ehemaligen Luftwaffenlazarett sind bezogen:
• im Südteil 122 Räume: 78 Wohnungen
• im Ostteil 130 Räume: 80 Wohnungen

8. März 1933 NSDAP Ortsgruppenführer Alfred Pleuger „rät“ Bürgermeister Dr. Heinz Brechling in „Urlaub“ zu gehen. Nazis übernehmen die Macht. Der 2. Bürgermeister Dr. Franz Plog übernimmt das Amt übergangsweise.
8. März 1949 Häufiger Funktionswechsel in Stadt- und Kreisleitung der FDJ hat sich nega-tiv auf die Beständigkeit der Stadtteilgruppen und der Gruppen in Kleinbetrieben ausge-wirkt. Die FDJ-Gruppen in den Großbetrieben blieben stabil.
• Ab November 1948 übernahmen die beiden Kinos die seit Januar 1948 durchgeführ-ten Jugendfilmstunden in eigene Regie; es wird angestrebt, sie wieder unter die Lei-tung der FDJ zu bringen.
• Das Jugendamt überwies der Stadtleitung der FDJ vierteljährlich 3.000,- Mark als Zuschuss. Das Jugendheim am Fürstengarten wurde auf Betreiben des Amtes fertig-gestellt und die Kosten (ca. 6.000,- Mark) bezahlt
9. März 1933 Die SA hisst auf dem Rathaus die Hakenkreuzfahne der Nazis und Alfred Pleuger verkündete die „nationale Revolution“.
9.März 1949 Ratssitzungsprotokoll vom 9.3.1949:
• Übernahme der Feuerwehr durch das Land.
• Herr Oberbürgermeister in Vertretung: Stadtrat Ernst Ballerstaedt berichtete über die gestrige Übernahmeverhandlung.
9. März 2007 Erste Ausstrahlung des Wismarer Regionalfernsehprogramms „Wismar TV und MEER AN LAND“. Geschäftsführende Gesellschafterin und Moderatorin Christina Schurbaum (geb. 10.11.1980 in Wismar) gründete hierfür 2006 die Produktionsfirma „Medi-amare GmbH“. Gesendet wird zweimal wöchentlich, dienstags und freitags, eine aktuelle Sendeschleife aus der Region. Die überwiegend tages- und wochenaktuellen Hintergrundbe-richte und Nachrichtenfilme bestreiten den größten Teil der Sendezeit.
10. März 1808 Das Herzogtum Mecklenburg-Schwerin tritt dem napoleonischen Rheinbund bei.
10. März 1942 Kauf des ehemaligen Arbeitersportlerheimes durch die Norddeutschen Dornierwerke.
10.03.1949
Zuckerfabrik produzierte insgesamt 32.300 t Weißzucker. In der Nachkampagne, die am 10.03. abgeschlossen wurde, sind 20.422 Tonnen Rohzucker, die aus den Fabriken Tessin, Lübz, Friedland, Demmin und Stavenhagen kamen, verarbeitet worden.

Die erste Nummer der Betriebszeitung „Der Kompaß“ – Organ der Belegschaft
„Karl Marx Werft Wismar“ erscheint.

10. März 2006 Sprengung des Siloturmes am Alten Hafen.
11. März 1848 Der Rat beschließt die Errichtung einer Bürgergarde (bestand bis 1853).
11. März 1925 Der Museumsvereinsvorstand kann das Museum weder weiter halten noch eine Neuordnung der Bestände vornehmen, sodass die Übernahme durch die Stadt beschlos-sen wird. Daraufhin werden konzeptionelle Gedanken zur Gestaltung der Ausstellung ge-fasst (Geschichte Wismars/Mittelalter). 11.03.1948
Der Rat hat keine Bedenken wegen der Nutzung der Aula der Knabenmittelschule als Kirchenraum für die Sankt-Marien-Gemeinde. Stadtverordnetenversammlung stimmt am 23.08.48 zu.

12. März 1902 Grundsteinlegung der Sankt-Laurentius-Kirche.
12.03.1948
Umsiedler erhalten auf Antrag Beihilfen.
(Erwachsene 300,- Mark, Kinder 100,- Mark, Pflegekinder 300,- Mark)

12. März 1990 Montagsdemonstration mit Forderung nach Auflösung der Stadtverordne-tenversammlung.
13. März 1934 Bildhauer Karl-Henning Seemann in Wismar geboren.
13. März 1990 Durch Austritt der CDU aus der Stadtverordnetenversammlung löst sich diese auf. Der „Runde Tisch“ übernimmt die Befugnisse.
14. März 1813 Mecklenburg-Schwerin löst sich als erster deutscher Staat aus dem Rhein-bund und Aufhebung der Kontinentalsperre.
14. März 1933 NSDAP-Kreisleiter und Landtagsabgeordneter Alfred Pleuger wird von der mecklenburgischen Staatsregierung als kommissarischer Bürgermeister eingesetzt.
15. März 1937 Regionalhistoriker Gustav Willgeroth gestorben. .
15.03.1949
Der Kali-Bunker im Hafen, 120 m lang, 27 m breit, erhält ein Dach, das am 15.03. 1949 fertiggestellt ist.

15. März 1990 Der „Runde Tisch“ übernimmt die Entscheidungsbefugnisse und konstituiert sich als beschlussfassendes legislatives Gremium. Damit ist die Stadtverordnetenversamm-lung aufgelöst und der Rat der Stadt ist nahezu machtlos.
15. März 1991 Beginn der 1. Informations- und Verkaufsausstellung vom 15. bis 18. März 1991 mit 120 Ausstellern in vier Hallen auf dem Weidendammplatz. Hieraus entwickelte sich in den Folgejahren die Hanseschau.
15. März 2012 Eröffnung von Hammerich Orthopädie GmbH im ehemaligen Güterschup-pen in Ladestraße 1b.
16. März 1996 Der Wismarer Kaufmann Siegfried Wahrmann, seit 1977 Präses der Synode der EKDDR, ist in Wismar verstorben. Am 2. August 1918 ist er in Wismar geboren.
16. März 1956 Die ehemalige Gaststätte „Hafenhalle“ wird „Internationaler Club der See-leute“ (Interclub). Am 4. Juli 1997 eröffnete hier nach zweijähriger Bau- und Planungszeit Andrea Niemann mit gerade 24 Jahren das Hotel „New Orleans“. Sie hat 2009 die gesamte Immobile von einer privaten GmbH (Christian Krumpeter vom der Runde Grube 3 Immobi-lien GmbH) übernommen.
Seit 1851 ist Heinrich Greif Eigentümer des Hauses und 1878 ist sein Sohn Georg Greif als Pächter der Hafenhalle nachgewiesen, 1899 steht im Kataster „Abbruch und Neubau“.
16. März 1990 Willy Brandt spricht auf einer Wahlkundgebung auf dem Wismarer Markt.
16. März 2012 Bis zum Übergang zur Sana Kliniken AG am 16.03.2012 war die HANSE-Klinikum Wismar GmbH ein Tochterunternehmen der Damp Holding AG. Die wirtschaftli-che Verantwortlichkeit trat rückwirkend zum 01.01.2012 in Kraft. Das Klinikum firmiert seit 2012 unter dem Namen Sana HANSE-Klinikum Wismar GmbH.
17. März 1933 Der evangelische Landesbischof Henrich Rendtorff (3. 4.1888-18.4.1960, Mitglied der NSDAP) schwört die Wismarer Christen auf die nationalsozialistische Bewe-gung ein. Er tritt aber von den Deutschen Christen zur bekennenden Kirche über und wird auf Druck der mecklenburgischen Regierung im Januar 1934 als Landesbischof entlassen. Aus der NSDAP wurde er am 12. August 1933 entlassen.
17.03.1948
Öffentliche Kundgebung des Kreisausschusses für Einheit und gerechten Frieden im Volkshaus. Referent Genosse Härtel, Herr Lorenz, CDU, verliest Resolutionen.

18. März 1631 Der schwedische Vizeadmiral Hans Hansen steht mit einem neuen Schiffs-geschwader vor Wismar.
18. März 1829 Bürgermeister Anton Haupt ratifiziert die neue Kirchenverfassung.
18. März 1920 Söldner unter Leutnant Rossbach verschanzen sich während des Kapp-Putsches vier Tage lang im Rathaus.
18.03.1948
Vormittags Kranzniederlegungen an den Gräbern der Märzgefallenen, anschließend im Volkshaus Kundgebung; nachmittags Festsitzung gesamte Organe, Rat der Stadt, Kreistag im Rathaussaal, abends Opernkonzert.

18. März 2014 Rektorenwechsel der Hochschule mit Amtskettenübergabe im Wismarer Zeughaus. Prof. Dr. Norbert Grünwald (2002 – 31.1.2014) übergab die Amtskette an den neuen Rektor Prof. Dr. jur. Bodo Wiegand-Hoffmeister, der das Amt schon seit dem 1.2.2014 ausübt.
18. März 1990 Letzte und einzige demokratische Wahl zur Volkskammer der DDR: In Wismar liegt die CDU mit 36,33 % knapp vor der SPD mit 35,19 %. Die PDS kommt auf 15,27 % und die FDP auf 4,27 %.
18. März 2014 Maik Dittberner (Finanz- und Versicherungsmakler) wird neuer Präsident der TSG Wismar e.V. Mit über 700 Mitgliedern der größte Sportverein in der Region.
18. März 2014 Übergabe des neuen Jobcenters zwischen Dr.-Leber-Straße und Podeusstra-ße in der Werkstraße 2. 4.600 qm² für 170 Mitarbeiter in 100 Büros.
19. März 1430 Absetzung des neuen Rates unter Claus Jesup und Wiederherstellung des alten Rates.
19. März 1801 Der Maler und Lithograf Carl (Joachim Ernst) Düberg wird in Wismar am Markt 10 geboren. Er starb am 1. September 1849 in Wismar. Er malte u.a. das Portrait von Bürgermeister Anton Haupt (1842), das sich im Bürgerschaftssaal des Rathauses befindet.
19. März 1863 Wegfall der Akzise auf Waren und Aufnahme Wismars in das mecklenburgi-sche Zollsystem. Abschaffung des Lizent, das Mecklenburg als Ausland, außer Schweden, ansah.
19. März 1920 Sechs Wismarer Arbeiter werden Opfer des Kapp-Putsches.
20.03.1949
Nach ihrer Instandsetzung haben die Bagger wieder die Arbeit aufgenommen. Die Ausbaggerung des Wismarer Hafens ist fast beendet.

20. März 1992 Gründung von HW Leasing GmbH in der Breitenstraße.
21. März 1921 Die Reichswehr entwendet die Mitrailleuse (kleine Kanone vor der Haupt-wache).
21. März 1946 Neugründung des Konsumvereins Wismar und Umgebung. Erster Vorsit-zender ist Franz Kressin.
22. März 1920 Beisetzung der Opfer des Kapp-Putsches. Die Errichtung des Ehrenmales auf dem Friedhof für die Opfer des Kapp-Putsches war am 2. April 1921. Umgestaltung der Gedenkstätte zu einem Ehrenmal und Einweihung am 2. April 1978.
22. März 1813 indirektes Eingeständnis des Schmuggels mit englischen Waren im Ratspro-tokoll.
22. März 1920 nach Scheitern des Kapp-Putsches ausziehende Söldnertruppen hinterlassen ein verwüstetes Rathaus.
22.März 1948
• Hotel „Zur Sonne“: Generalversammlung des Kleingärtnervereins. Verein erhält den Namen „Vereinigung der Kleingartenhilfe“.

• Dem Astrologen Karl Buller wurde laut Stadtverordnetenbeschluss das Ge-werbe aberkannt und der Gewerbeschein eingezogen.
22.März 1949
Landeszeitung: „Zum Wismarer Theaterneubau – 250.000,- Mark zu viel ausgegeben – War das notwendig?“ Wiederaufbau des alten Hauses wäre günstiger gewesen.

24. März 1913 Kauf der 1910 abgebrannten Hammerschen Cichorienfabrik in der Altwis-marstraße 8 durch Gustav und Reinhard Braun. Als Lichtfilmtheater „Weltspiegel“ 1914 durch die Brüder Gustav und Reinhard Braun (ehemals Kinematograph-Institut, Spiegelberg 50) eröffnet. Kino bis 1995.

24.März 1949
Das Gesundheitsamt hat eine Schul-Zahnpflege eingerichtet. Etwa 1.300 Kinder des ersten Schuljahres sind bereits untersucht worden; 70% davon wurden behandelt.
Mit Unterstützung der Volkssolidarität, die Heilnahrung bereitstellt, und der Krankenkasse, die sich an den Kosten beteiligt, wurde eine Säuglingsapotheke eröffnet. Zurzeit erhalten 35 Säuglinge auf ärztliches Attest täglich Heilnahrung, wofür die Mütter nur wenige Pfennige zahlen müssen.

25. März 1813 Aufruf zur Bewaffnung des Volkes unter Herzog Friedrich Franz I.
25. März 1857 13 Punkte-Vertrag mit Glockengießer Peter Martin Hausbrandt zur Um-giessung und klanglicher Anpassung zweier Glocken in St. Georgen.
25. März 1909 Abbruch des letzten Restes der Stadtmauer am Abzweig Turmstraße /Schatterau in Höhe des Fernmeldeamtes. Heute steht auf der Stadtmauer das Haus Schatterau 34.
25. März 1941 Der deutsche Diplomat Gunter Pleuger wird in Wismar geboren. Er war von November 2002 bis Juli 2006 der ständige Vertreter der Bundesrepublik Deutschland bei den Vereinten Nationen in New York und amtierte im Februar 2003, als Deutschland den Vorsitz im Weltsicherheitsrat innehatte.
25. März 1991 Die Treuhandgesellschaft verfügt, dass die Seehafen GmbH zu 74,9 % der Hansestadt Wismar und zu 25,1% dem Land Mecklenburg-Vorpommern gehört.
26. März 1902 Aufruf zu Gründung eines Arbeitergesangsvereins in der Mecklenburgi-schen Volkszeitung.
26. März 1945 Heimatforscher Detlef Schmidt in Wismar geboren.
26.März 1949 Bekanntmachung über Registrierung aller Wasserfahrzeuge bis zum 15.05.1949 bei der Wasserschutzpolizei. Meldestelle in Wismar: Wasserschutzpolizei-Revier Am Lohberg 7.
26. März 1992 Eröffnung des MEZ (Mecklenburgischen Einkaufszentrum) in Gägelow. Die Ansiedlung führt zu Kontroversen mit der Hansestadt Wismar, aufgrund des be-fürchteten Käuferschwundes.
26. März 2015 Die Wismarer Bürgerschaft beschließt mit Mehrheit, die ehemalige Bür-germeisterin Dr. Rosemarie Wilcken die Ehrenbürgerschaft der Hansestadt Wismar zu verleihen.
27. März 1949 Festliche Eröffnung des neuen Theatergebäudes an der Parkstraße, Festvorstellung „Maria Stuart“.
27. März 1844 Der Dichter der deutschen Nationalhymne, Hoffmann von Fallersleben, ist Gast im Wismarer Hotel Stadt Hamburg. Ihm zu Ehren wird ein Essen gegeben.
27. März 1849 Beschluss über die Öffentlichkeit der Bürgerschaftssitzungen.
27. März 1902 erste Zusammenkunft des Wismarer Arbeitergesangsvereins.
27. März 1953 SG Dynamo Wismar wird gegründet als Polizeisportgemeinschaft Wis-mar. Am 14.08.1990 wird die SG Dynamo Wismar in PSV Wismar e.V. umbenannt und am 17. April 2009 wird die SG Dynamo Wismar e.V. nach 19 Jahren mit zunächst sieben Mit-gliedern neugründet. Der Verein sieht sich in der Tradition des Urprungsverein.
27. März 1967 Sanitätsrat Dr. Ludwig Böckel, geb. 1. März 1867, gestorben. Er war der älteste praktizierende Arzt Deutschlands und hatte in der Lübschen Straße 48 von vom 12. Januar 1896 bis 1967 seine Praxis. Er war verheiratet in zweiter Ehe mit Else Böckel geb. Uthoff aus Klein Woltersdorf (4.6.1882 – 4.8.1976).
27. März 2013 Baubeginn zum Um- und Neubau des Polizeigebäudes an der Rostocker Straße mit einem finanziellen Gesamtvolumen von 9.4 Millionen Euro.
28. März 1300 Verkauf der fürstlichen Burg und neuer Platz für den mecklenburgischen Fürsten in der Mecklenburger Straße.
28. März 1990 Gründung des Schützenverein Hanse e.V. mit 14 Mitglieder.
29. März 1906 Benennung der Podeusstraße nach Heinrich Podeus d. Ä. Zu DDR Zeiten wurde sie in „Werkstraße“ umbenannt und seit dem 1. Juli 2000 wieder in Podeusstraße.
29. März 2017 Übergabe des Hauses für betreutes Wohnen an der Störtebekerstraße 4, neben dem Alten- und Pflegeheim.
30. März 1936 Stadtchronist Dr. Friedrich Techen in Wandsbek gestorben.
30. März 1933 Judenboykotte in Wismar.
30.März 1949 Fa. Claus Kottala, Am Schilde 04, eröffnet Omnibuslinien Wismar-Ventschow-Schwerin (Montag, Dienstag, Samstag) Wismar-Röbel (Mittwoch hin; Donners-tag zurück)
30. März 1997 Robert Förster (Flugkapitän und Werksflieger bei Dornier Wismar) ver-storben in seinem Haus am Wendorfer Weg. Geboren am 5. Januar 1897 in Wismar.
31. März 1877 Wismarer Petition für den Erhalt der hiesigen Garnison. 31.03.1949
Kreissportausschuß Wismar kritisiert in der Landeszeitung vom 31.03.1949 das Fehlen einer Badeanstalt, in der der Schwimmsport gepflegt werden könnte.
31. März 1951 führende Persönlichkeiten der DDR werden vergeblich um eine Namens-patenschaft für die neuen Wendorfer Straßen gebeten.
31. März 1961 Fünf junge Ruderer aus Wismar kentern mit ihrem Boot am Karfreitag auf der Wismar-Bucht und ertrinken. Sie sind in einem Gemeinschaftsgrab auf dem Wis-marer Friedhof beigesetzt.
31. März 2012 Übergabe des bronzenen Stadtmodells für 29.000 € an der Ostseite des Rathauses von Egbert Broerke aus Welven bei Soest (NRW). Das rund 1,30 mal 1,30 m große Zinn-Bronze-Modell der Altstadt Wismars ist auch für Blinde und mit einer Blin-denschrift geeignet. Es ist seitdem erster Anlaufpunkt für Stadtführungen.

März 1300 Verhandlungen zwischen Fürst Heinrich I. und dem Rat über den Kauf des Mühlenteichs und des herzoglichen Schlosses.
März 1525 Die Franziskanerkirche wird für die Öffentlichkeit geschlossen.
März 1595 Mitglieder des Bürgerausschusses verlangen die Selbstbestimmung ihrer Wort-führer.
März 1631 In Wismar müssen 1721 Arbeiter mit 279 Wagen zu Schanzarbeiten anrücken.
März 1758 Erfolgreiche Verhandlungen des Tribunals mit den Preußen über den Schutz der Gerichtsarbeit, seiner Gebäude und des Personals.
März 1817 Landbaumeister Johann Georg Barca besichtigt nochmals die Rathausruine und legt dem Rat die Pläne zum neuen Rathaus (bei verpflichtender Erhaltung der brauchbaren Gebäudereste) vor.
März 1848 Dahlmann verfasst eine Denkschrift an den preußischen König mit einer Forde-rung nach einem deutschen Nationaltag.
März 1880 Vertreter der Stadt und der Schweriner Garnison-Bauinspektor Drewitz besich-tigen die für die Unterbringung der Garnison vorgesehenen Gebäude.
März 1919 Erneuter Streik in der Waggonfabrik.
März 1944 Sicherungsarbeiten am Fundament und Dach des Rathauses.
März 1947 Abtragung der Ruinen der Alten Schule.
März 1992 der Gottlob-Frege-Platz wird wieder zum Turnplatz umbenannt.

April – Der Monat im Überblick

1. April 1888 Einweihung des Postamtes in der Mecklenburger Straße 18.
1. April 1891 Einweihung der Mädchen-Bürgerschule in Dahlmannstraße (seit 1946 Fritz-Reuter-Schule) Architekt war Gustav Dehn.
1. April 1893 Ende der „Wismarer Ortszeit“, die fünfzehn Minuten Differenz zur MEZ hat-te.
1. April 1895 Verleihung des Ehrenbürgerrechts an Otto von Bismarck.
1. April 1907 Bürgermeister Jörges tritt in den Ruhestand (seit 1868 im Rat, seit 1900 Bür-germeister).
1. April 1910 Verkauf des Hauses am Markt 19 an Bäckermeister Karl Oldenburg, der hier die Gaststätte „Reuterhaus“ einrichtet. Das Haus wurde 1988 wegen „Baufälligkeit“ kom-plett abgerissen und sofort 1989 ohne Fassadenerker als Neubau wiedererrichtet. Die Plastik an der Giebelseite zeigt den Verleger Hinstorff mit seinem Dichter Fritz Reuter. Die Plastik erschuf der Bildhauer Rainer Kessel aus Neu Nantrow im Landkreis Nordwestmecklenburg.
1. April 1921 Einführung der Amts- und Landgemeindeordnung für den Freistaat Mecklen-burg-Schwerin vom 20. 5. 1920. Bestätigung des selbständigen Stadtbezirks Wismar.
1. April 1935 Einführung der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. 1. 1935. Bildung des Stadtkreises Wismar aus der Stadt Wismar.
1. April 1933 Die SA marschiert durch Wismar und Alfred Pleuger hält vom Rathausbalkon eine Ansprache gegen die Juden.
1. April 1946 Einrichtung einer Fachrichtung für Landwirtschaftstechnik an der Hochschule Wismar.
1. April 1948 Ein Tonfilmwagen (Landfilm) ist einsatzbereit; anzufordern beim Rat des Kreises. Erste Vorstellung und Eröffnung des „Landfilms“ am 06.04.1948 in Barnekow mit „Die Kluge Marianne „.
1. April 1949 Volksbühne Mecklenburg übernimmt den Betrieb des Wismarer Theaters.
• Das Stadttheater inseriert künftig unter der Doppelzeile: „Volksbühne Wismar. Thea-ter an der Parkstraße“
• Schnaps wird billiger
0,7 Liter- Flasche 40%iger Trinkbranntwein statt 56,- nur noch 42,- Mark.

1. April 1990 Gründung des Wismarer Verlages Koch & Raum.
1. April 2003 Einweihung des AWO Kindergarten „Löwenzahn“ am Bürgerpark.
1. April 2014 1. Teileröffnung der Kindertagesstätte „Hanseatenhaus“ der „felicitas“ gGmbH im ehemaligen Schützenhaus an der Schweriner Straße.
2. April 1933 Die Mädchenbürgerschule in der Dahlmannstraße wird in Adolf-Hitler-Schule umbenannt und SA Leute stehen mit Schildern vor jüdischen Geschäften.
2. April 1921 Errichtung des Ehrenmales auf dem Friedhof für die Opfer des Kapp-Putsches. Umgestaltung der Gedenkstätte zu einem Ehrenmal und Einweihung am 2. April 1978.
2. April 1946 Vereinigung von KPD und SPD in Wismar im Schützenhaus.
3. April 1819 Wismarer Freimaurerloge „Zur Vaterlandsliebe“ ist installiert und nimmt Ar-beit auf.
3. April 1946 Befehl: über Gründung der DERUTA-AG und Beginn der Instandsetzungs-maßnahmen am zerstörten Hafen.
3. April 2015 Das „Säulenhaus“ in der Altwismarstraße 23 erhält seine ursprüngliche Fassa-de mit den markanten Säulen. Dieses Haus wurde 1830 auf dem erhalten gebliebenen Keller aus dem 15. Jahrhundert im klassizistischen Stil mit dem Altan und den Säulen erbaut.
4.April 1948 Werbewoche der Volkssolidarität beginnt.
Sonntag Morgenfeier
Montag Heimkehrertreffen mit Eintopfessen, Bier und Musik. 300 Paar Schuhsoh-len werden kostenlos ausgegeben.
Mittwoch Neubürger erhalten Geld zurückerstattet, das sie seit 1947 für ihre Möbel zahlen mussten.
4.April 1949 Lebensmittelversorgung auch mit Fett hat sich stabilisiert. Die Fleischversor-gung lässt noch zu wünschen übrig.
4. April 1996 Neugründung der Vereinigten Stiftung der Hansestadt Wismar mit dem Rechtstatus einer Stiftung bürgerlichen Rechtes auf der Grundlage der am 15. August 1951 anerkannten Vereinigten Stiftungen (hervorgegangen aus den Geistlichen Hebungen) der Hansestadt Wismar. Zum Eigentum der Stiftung gehören mehr als 50 ha unbebaute Grund-stücke mit landwirtschaftlicher oder gewerblicher Nutzung sowie eine Immobilie in Erbbau-recht, eine Kindertagesstätte und 8 vermietete Wohnhäuser. Die Stiftung dient der Unter-stützung bedürftiger Personen, die ihren Wohnsitz im Stadtkreis Wismar haben.
4. April 2011 Eröffnung der Markthalle am Alten Hafen mit 1.300 qm².
5. April 1848 Verfügung des Großherzogs, dass das neue Militärlazarett gebaut werden kann. Hierfür stellt die Hansestadt Wismar dem Großherzog das benötigte Grundstück zur Verfügung. Am 1. Juli 1852 Einweihung als Militärlazarett, bis 1920 entsprechende Nut-zung. Umbauten erfolgten 1929-1933, danach bis 1950 Nutzung als Finanzamt. Seit 1952 wird das Gebäude von der Wismarer Polizei genutzt.
5. April 1907 Beginn des Abbruches Krämerstr. 2/4 und Lübsche Str. 1/3 für den Karstadt Neubau.
6. April 1925 Adolf Hitler beauftragt Friedrich Hildebrandt mit dem Aufbau der NSDAP in Mecklenburg und Lübeck.
6 April 1948 Rathaus Wismar: 2. Arbeitstagung der Hafengemeinschaften Wismar, Rostock Warnemünde und Stralsund, Bericht über Wettbewerbe der beim Hafenbau Wismar beschäf-tigten Betriebe, Erfahrungen mit Zielräumen bzw. Verzugsstrafen.
7. April 1890 Der spätere Wismarer Stadtbaurat Arthur Eulert wird in Rostock geboren. Am 3. März 1946 nimmt er sich mit seinen vier Kindern in der Wismarer Altwismarstraße 6 das Leben.
7. April 1949 Im Wismarer Hafengebiet sind nur 8 Lotsen eingesetzt. Es fehlt an Nach-wuchs.

• Erste Besprechung von Vertretern der Werft mit der Stadtverwaltung über Erweite-rung der Werft. (Überlassung des Spülgeländes am Westhafen unter Einbeziehung des von der Fa. Häußler genutzten Terrains an dessen Südzipfel, Ausbau des West-hafens.
• Volkshaus: Öffentliche Berichterstattung der Stadtverwaltung Wismar, schwacher Besuch der Veranstaltung, keine Diskussion, schriftliche Anfragen zu einigen Tages-sorgen. Bericht der Landeszeitung vom 9.04.1949 unter der Überschrift “ Ein schlechtes Zeugnis für die Wismarer“
7. April 1953 Das Haus Hinter dem Rathaus 3 (Weinberg) wird widerrechtlich vom Wisma-rer Richter Sengpiel „zugunsten des Staates“ enteignet worden, so dass die Hansestadt Wismar erst 1995 über den „Weinberg“ Hinter dem Rathaus 3 verfügen konnte. Entgegen dem Testament von Lilly Michaelis, die das Haus der Stadt vererbt hat, enteignet das Ge-richt das Haus und es geht in Volkseigentum über.
8. April 1377 In der Mecklenburger Straße bricht auf dem Anwesen eines Ratsherrn Feuer aus, daraufhin brennt ca. ein Viertel der Stadt nieder.
8. April 1946 Befehl: Übertragung der Rechtsträgerschaft des Hafens auf die Stadt Wismar. Die Rechtsträgerschaft endet am 1. Mai 1947.
8. April 1947 Die Ruinen der zerstörten Alten Schule und des Hotel Waedekin in der Alt-wismarstraße sind abgetragen worden.
8.April 1948 Entnazifizierungsergebnis in Wismar
• 1.796 Fälle werden untersucht
• 1.511 davon als Mitläufer eingestuft
• 249 an Untersuchungsorgane weitergeleitet
• 53 Entlassungen
• 41 Dienstversetzungen wurden verfügt

• Volkshaus: Bühnenschau der Freien Deutschen Jugend – Kreisorganisation Wismar
1.Teil kulturelle Darbietungen, 2. Teil Sportvorführungen, beteiligt sind ver-schiedene Gruppen der Stadt und des Kreises, abends: Bunter Abend mit Tanzeinlagen.

• April 1949 Landeszeitung erinnert an die Pflicht, Rundfunkempfänger anzumelden.
Seit dem 26. März sind in Wismar 350 Radiogeräte bei der Post gemeldet worden.
8. April 1992 Gründung der Ortsgruppe Wismar des ADFC durch Annemarie Schlaberg, die auch erste Landesvorsitzende von MV am 5. April 1992 (Gründung) wurde.
9.April 1949 Zusammensetzung der Stadtverordnetenversammlung Wismar
SED 21
LDPD 11
CDU 8

10. April 1904 Herbert Fiegert, Oberbürgermeister von Wismar vom 5. Juli 1957 bis 23. Ap-ril 1969, geboren. Er wurde am 23. April 1969 Ehrenbürger Wismars und starb 27. Juni 1983.
10. April 1919 Gründung der Volkshochschule Wismar im Fengers Gasthof, Breite Straße.
10. April 1933 Umbenennung Lindenstraße in Adolf-Hitler-Straße, Turnplatz in Horst-Wessel-Platz, Friedrich-Ebert-Damm in Parkstraße, Turnerweg in Schlageter-Allee.
10. April 1949 Auf dem Reichsbahn-Anschlussgleis an der Ulmenstraße treffen in den Mor-genstunden zwölf Traktoren aus der Sowjetunion ein, die für die Maschinenausleihstationen des Kreises bestimmt sind.
11. April 1954 Zentrales Training des Landes auf einem Rundkurs (Dahlmannstraße-Dankwartstraße/Karl-Liebknecht-Straße – Baustraße/Rosa-Luxemburg-Straße – Lübsche Straße/Stalinstraße – Dahlmannstraße) zur Vorbereitung auf ein Rennen auf dem zukünfti-gen Hanseaten-Ring in der Bürgermeister-Haupt-Straße.
11. April 2002 Der Wismarer Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) wird übergeben.
12. April 1990 Erste privatisierte Unternehmen sind „Eduard Dewenter Tiefbau“ und Brunnenbau Böckler.13. April 1946 Die „Landeszeitung“ erscheint erstmalig. Sie war der Vorläufer der ab 15. August 1952 erscheinenden „Ostsee-Zeitung“, die der SED gehörte und hatte einen Wismarer Lokalteil.
13.04.1949 Übergabe des Jugend- und Sportlerheims Wendorfer Weg.
13. April 1988 Verleihung der Ehrenbürgerschaft an die Leichtathletin Marita Meier-Koch.
14. April 1266 Die Stadt Wismar erhält das Lübische Recht.
14. April 1921 Eingliederung der Landgemeinde Mittel Wendorf aus dem Amt Wismar in die Stadt und den selbstständigen Stadtbezirk Wismar.
14./15. April 1945 12. Luftangriff: Zerstörung von St. Marien, St. Georgen und die Alte Schule im Gotischen Viertel.
14. April 1960 Thomas Beyer, Bürgermeister von Wismar seit 17. Juli 2010, geboren.
15. April 1867 Erste Nummer der „Neuen Wismarschen Zeitung“ erschienen.
15. April 1945 BBC London meldet die erfolgreiche Zerstörung der 35.000 Einwohner zäh-lenden Hansestadt Wismar.
15. April 1949 Der Städtische Bauhof Wismar übernimmt die Enttrümmerungsarbeiten im Ruinenviertel Doktor-Leber-Straße/Kanal- und Runde Straße und stellt dafür rund 120 Ar-beitskräfte ein, in der Hauptsache Frauen und Jugendliche. Die Fachkräfte des Bauhofs – 24 Maurer, 10 Zimmerer, 7 Tischler, 6 Maler, 2 Dachdecker, 2 Umschüler, 2 Lehrlinge – arbeiten zurzeit beim Wohnungsbau im Friedenshof, bei der Einrichtung von 13 Dachgeschoßwoh-nungen und an der Poliklinik.
15. April 2016, Grundsteinlegung für neues Haus am Seniorenheim Störtebeker Straße für betreutes Wohnen.
15. April 2018 Wahl des Bürgermeisters der Hansestadt Wismar. Amtsinhaber Thomas Bey-er (SPD) gewinnt die Wahl im 1. Wahlgang mit 56,3 %. Die Mitbewerber, Hans-Martin Hel-big (FDP,CDU,Grüne,FWF) 30,1 %, Horst Krumpen (Linke) 7,9 % und Angelo Tewes (AfD) 5,8 % sind geschlagen. Die Wahlbeteiligung lag bei 45,3 %.1
16.April 1948 Zusammen mit anderen Schiebern wurde in Wismar ein Apothekerpraktikant aus Halle festgenommen, der 42.000 Feuersteine und 25.000 Mark in bar bei sich trug.

16. April 2014 Das Haus Hinter dem Rathaus 3, „Der Weinberg“, wird nach Sanierung und Restaurierung seit 2011 übergeben.
17. April 1817 Die Bürger Wismars haben 14 000 Taler zur Wiederherstellung bzw. Neu-bau des Rathauses gespendet.
18. April 1796 Der in Wismar am 6. September 1732 in der heutigen Lübschen Straße 73 geborene Johann Carl Wilcke ist in Stockholm verstorben. Der promovierte und habilitier-te Experimentalphysiker und spätere Sekretär der Schwedischen Akademie der Wissen-schaft gilt als der Erfinder des heutigen elektrischen Kondensators.
17. April 1948 Die Wirkungsgruppe Wismar des Kulturbundes zählt 1.227 Mitglieder, in jüngster Zeit sind die Arbeitsgemeinschaften Wirtschaft und Ingenieure entstanden, es bestehen außerdem die Arbeitsgemeinschaften Bildende Kunst, Wissenschaft, Heimat-pflege, Musik und Theater, Schach und Briefmarken.
18. April 1951 Gründung der „Bank für Handwerk und Gewerbe eGmbH“ im Wismarer Kulturhaus, Lübsche Straße 23 (ehemals Kaufmannskompagnie).
18. April 1991 Gründung des Wirtschaftskreises „Mittwochsrunde zu Wismar“.
18. April 1816 Heinrich Thormann, Architekt und Erbauer des Wismarer Theater, gebo-ren. Gestorben 15. Februar 1890 in Wismar.
18. April 1847 der Raddampfer „Obotrit“ (ex „Finnland“ v. 1842) fährt erstmalig im Auf-trag der Mecklenburgischen Dampfschifffahrtsgesellschaft AG nach Stockholm. Er ist nie wieder diese Route gefahren, sondern wurde für Vergnügungsfahrten eingesetzt. Ab 4. Ok-tober 1848 regelmäßiger Verkehr nach Kopenhagen.
18. April 2016, West Kai im Westhafen wird für 2,1 Millionen Euro saniert für die Sport-schifffahrt mit 16 Liegeplätzen übergeben.
19. April 1716 Die Stadt wird von dänischen, preußischen und hannoverschen Truppen be-setzt.
19.April 1904 Gründung der Wismarer Elektrizitätswerke.
19. April 1948 Gründungskomitee der Demokratischen Bauernpartei Deutschland konstitu-iert sich in Wismar.
• Gründungsparteitag der Demokratischen Bauernpartei Deutschlands findet am 16./17.07.1948 in Schwerin statt.
19. April 1951 Tod von Pfarrer Dr. Robert Lansemann im Staatsicherheitsgefängnis Schwe-rin. Robert Lansemann ist am 24. Juli 1908 in Wismar als Sohn des Rechtsanwaltes Hans Lansemann geboren. Nach Schulbesuch der Großen Stadtschule studierte er Theologie und promovierte an der Universität Münster. 1936 kam er als Vikar nach Wismar und gehörte der bekennenden Kirche an. Nach 1945 trat er entschieden für freies Denken und gelebten Glauben ein, was ihn für die Staatssicherheit verdächtig machte. Er kam zum Verhör nach Schwerin in das NKWD-Gefängnis am Demmlerplatz in Schwerin, wo er verstarb. Als To-desursache wird der Entzug von Medikamenten vermutet.
19. April 1948 Umbenennung der großen Stadtschule in „Geschwister-Scholl-Schule“.
20. April 1716 Dänen, Preußen und Hannoveraner erobern Wismar. Kapitulation.
20. April1948 Wismars Gastwirte erhalten zum 01. Mai insgesamt 500 Biergläser.
20. April 1949 Volkshaus Großkundgebung der SED, Referent Innenminister Genosse Warnke. Starke Beteiligung und Begeisterung. Hochrufe auf den Weltfriedenskongress, auf den Deutschen Volksrat, auf die Sowjetunion.

Zahl der Betriebsangehörigen
Ziegelei Ahrenshof 35
Isolag 12
Landmaschinenwerk 40
Mech. Werkstätten:
Aufbau 40
Autoreparaturwerk 250
Hansewerft 90
Papierfabrik 50
Kleiderwerke 30
Karl-Marx-Werft 4.000
Ostsee-Holzwerk 70
Vulkandruck 30

20. April 2004 Besuch von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD).
21. April 2015 Wiedereröffnung der Bankfiliale der Deutschen Bank Am Markt 16-17. Fili-alleiter Florian Stoschek.
23. April 1859 Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Wismar.
23. April 1994 20.000 Menschen demonstrieren in Wismar für den Erhalt des Werftstandor-tes.
23. April 2014 Feierliche Übergabe des neuen Jobcenters in der Werkstraße 2.
25. April 1850 Einweihung der Knaben-Bürgerschule im ehemaligen Waisenhaus (seit 1689) in der Kirche des Schwarzen Klosters.
25. April 1972 Gründung der Arbeitsgemeinschaft AG 8/13 Wismar des DMV (Deutscher Modelleisenbahn Verband) der DDR in der DSF- Schule am Turnplatz.
26. April 1716 Zar Peter I. besichtigt Stadt und Festung.
26. April 1907 Benennung der Straßen Schwartzkopfenhof, Gerberhof, Grothusenschanze.
26. April 2002 Der Schwedentisch von 1907 im Tierpark erhält nach 80 Jahren wieder eine Sonnenuhr.
26. April 1990 Aus der „Bank für Handwerk und Gewerbe eGmbH Wismar“ geht die „Volksbank Wismar eG“ hervor, Lübsche Straße 45, Umzug in das ehemalige Gebäude der SED Hinter dem Rathaus.
26. April 2002 Neueinmessung und Aufstellung der Sommerzeitsonnenuhr im Tierpark.
26. April 2016 Die „Nordic Yards“ Wismar wird in Lloyd Werft Wismar GmbH umbenannt und hat mit der malaysischen Genting Group aus Honkong einen neuen Eigentümer.
27. April 1948 Wismarer Fischer können ihren früheren Stand im Wismarer Hafen wieder einnehmen. Fischereihafen soll vom übrigen Hafen mit einem Bretterzaun getrennt werden.
27. April 2002 Eröffnung der 1. Landesgartenschau in Wismar am Bürgerpark.
27. April 1888 Eröffnung des Neubaus der Post in der Mecklenburger Straße 18. Sie wurde am 7. Oktober 1843 vom Markt 23 hierher verlegt. Davor war die Post in der Krämerstraße 27.
27. April 1963 Graphikerin Sella Hasse in Berlin gestorben.
27. April 1946 Dreizehn Mitarbeiter der Stettiner Werft bauen im Auftrag der Sowjets in Wismar eine neue Werft (später MTW) auf. Am 30. Juni 1946 wird die private Hansa-werft enteignet und in die neue Werft eingegliedert. Am 26. Dezember 1946 Gründung der „Schiffsreparaturwerft Wismar“ im Landeseigentum. Am 1. Juli 1947 wird die Wag-gonfabrik Wismar in die Schiffswerft eingegliedert. Am 13. Oktober 1951 Umbenennung in „VEB Mathias-Thesen-Werft Wismar“ (VEB MTW).
27. April 1870 Mit der Kohlenhandelsgesellschaft eröffnet der aus Warnemünde stam-mende Kapitän Heinrich Podeus sein erstes Unternehmen in Wismar.
27. April 2017 Die Wismarer Bürgerschaft beschließt für das neue Wohngebiet im See-bad Wendorf folgende Straßennamen: Mümmelsmannbarg, Achter de Wismar, Utkiek und Tau´n Küstenwald.
27. April 2005 Gründung des „Bibliotheksverein – Förderverein der Stadtbibliothek Wismar e.V.“
28. April 1933 Alfred Pleuger wird zum Bürgermeister „gewählt“. Aufmarsch von SA und SS auf dem Marktplatz.
28. April 1817 Anton Haupt immatrikuliert sich in Jena als Jurastudent und wird noch im gleichen Jahr in die Burschenschaft aufgenommen.
28. April 1942 Über Wismar wird der Ausnahmezustand verhängt.
28. April 1946 Neupflasterung des Marktplatzes fertiggestellt, nachdem ein dort befind-licher Luftschutzbunker gesprengt wurde.
28. April 1949 Gründung der Handpuppenbühne.
28. April 1948 Die Liberal Demokratische Partei beantragt in der Stadtverordnetenver-sammlung „Wiederzulassung freier Sportvereine“ durchzusetzen. Nach Abstimmung ohne Entscheidung (19:19) wird der Antrag dem Kulturausschuss überwiesen.
29. April 1991 Beginn der Abrissarbeiten an der am 1.10.1953 errichteten Kabel-Kran-Anlage auf der Werft.
29. April 1950 Grundsteinlegung für die ersten Wohnhäuser in Vor-Wendorf. Baube-ginn.
29. April 1968 Das Gaswerk wird nach fast 111 Jahren stillgelegt. Im Sommer 2014 werden alle Gebäude des nunmehr zur HEVAG gehörenden Geländes für Neubauten abgerissen.
29. April 1993 Besuch des schwedischen Königspaares, Karl Gustav und Sylvia von Schweden, in Wismar.
30. April 1948 Nach Beschlagnahme des Zeughauses für die Hafenkommandantur ist das Heimatmuseum provisorisch auf dem Dachboden der Knabenschule-Volkshochschule untergebracht. Aus Dachlatten und Pappe entstehen die Kojen Geologie, Vorgeschichte, Fischerei, Zinnsammlungen, Seengebiete, Wald, Küstenlandschaft, durch den Krieg an-gerichtete Zerstörungen und Wiederaufbau.
30. April 1952 Einweihung des 1. Bauabschnittes des neuen Hauptgebäudes der Ingeni-eurschule Wismar an der Parkstraße auf dem Gelände der ehemaligen Infanteriekaserne
30. April 1992 Die südlich gelegene Marktlinde wird neu gepflanzt. Sie war erst im Früh-jahr 1986 neu gepflanzt worden, nachdem ein schwerer Sturm vom 19. Januar zum 20. Januar 1986 den Vorgängerbaum entwurzelte.

April 1411 Entmachtung des alten Rates und neuer Rat aus Händlern und Handwerkern.
April 1831 Advokat Peter Düberg flieht aus der Bleikammer des Schweriner Schlosses und kehrt nach Wismar zurück.
April 1903 Beginn von umfangreichen Renovierungsarbeiten in der Marienkirche, Malereien von 1400 ist wieder sichtbar gemacht.
April 1904 Aufmauerung an der Grube und Einfriedung.
April 1930 Stadtarchivar Friedrich Techen beendet seine Arbeit im Stadtarchiv.
April 1950 Erster Sportlicher Wettkampf im Kurt-Bürger-Stadion.
April 1953 Der Weinberg wird vom VEB Getränkekombinat übernommen.
April 1982 Wiederinbetriebnahme der Turmuhr von St. Marien.
April 1984 Vorhaben zum industriellen Wohnungsbau im Hafenviertel.
April 1920 die Bürgerschaft beschließt die Räumung der Wismarer Garnison.
April 1992 Lübsche Straße Nummern 1-27 werden in Altwismarstraße zurückbenannt, die Nummern 29-55 in Hinter dem Rathaus.
April 1993 Richtfest beim Wiederaufbau der Georgenkirche.
April 1993 Karl-Liebknecht-Straße wird in Dankwartstraße zurückbenannt.
April 2000 Abriss der Fischräucherei Wesenberg am alten Hafen

Mai – Der Monat im Überblick

1. Mai 1846 Beginn der Erdarbeiten für die Eisenbahn (Platter Kamp).
1. Mai 1905 Die Insel Walfisch wird wieder städtisches Eigentum.
1. Mai 1920 Der 1. Mai wird erstmals in Mecklenburg als regulärer Feiertag begangen. Nach der Machtergreifung der Nazis wird der Feiertag am 1. Mai 1933 zum „Tag der nationalen Arbeit“ umbenannt.
1. Mai 1933 Umbenennung des Freistaates Mecklenburg-Schwerin in Land Mecklenburg-Schwerin.
1. Mai/2.5.1945 nachts erschossen sich in der „neuen Kreisleitung“ am Exerzierplatz am Vo-gelsang nach einem Trinkgelage die NSDAP Kreisleiter von Rostock, Otto Dettmann und Wismar, Paul Ohl. Ebenso nahm sich die Sekretärin, Gisela von Sobbe das Leben. Alle drei wurden am 2. Mai 1945 auf dem Soldatenfriedhof beigesetzt.
1. Mai 1948 Unter Losungen wie „Nie wieder Krieg“, „Für ein einheitliches Deutschland“, „Für Frieden und Völkerversöhnung“ versammeln sich um 11.00 Uhr 11.000 Demonstranten auf dem Marktplatz. Wismarer Männerchor eröffnet mit „Brüder, reicht die Hand zum Bun-de“.
1. Mai 1949 Am Vorabend „Friedenstag der Jugend“; Platzkonzert, Junge Pioniere singen und spielen vor dem Rathaus.
• 9:00 Uhr Treffpunkt in den Betrieben,
• 9:30 Uhr Sammeln auf dem Turnplatz,
• 10:00 Abmarsch,
• 11:00 Großkundgebung auf dem Marktplatz, Referent Kollege Peschke, 1. Vorsitzender des Zentralvorstandes der Interessengemeinschaft Metall.
• Etwa 20.000, darunter ausländische, Seeleute demonstrieren, viele Betriebe und Festwagen;
• Maschinenausleihstation mit sowjetischen Lastkraftwagen und Traktoren.

• Tarifvertrag für die privaten landwirtschaftlichen Betriebe in der SBZ tritt in Kraft.

1.Mai 1949 Grundsteinlegung für das Wohngebiet Flöter Weg.
1.Mai 1956 Übergabe Hochhaus am Platz des Friedens in Wendorf.
1. Mai 1961 DDR-Urlauberschiff „Fritz Heckert“ geht auf Jungfernfahrt. Das Schiff wurde am 28. November 1959 auf der MTW auf Kiel gelegt und am 25. Juni 1960 hatte das Schiff Stapellauf. Es sollte ein „Urlauberschiff für die Werktätigen“ sein, finanziert von Spenden und Freiwilligenarbeit als Zeichen des „siegreichen Sozialismus“.
2. Mai 1945 Besetzung durch kanadische und britische Truppen.
1.Fallschirmbataillon der 6. Luftlande-Division der britischen Streitkräfte erreicht Wis-mar. Major Charles wird Stadtkommandant.
17:00 Einsetzung des Barons von Biel auf Zierow als Oberbürgermeister von Wismar, OB Pleuger wird entlassen, 2. Bürgermeister Dr. Meyer beim Landrat beschäftigt, Käm-merer Dr. Maus als 1. Bürgermeister nach Schwerin berufen. Dr. Plog wird 1. Bürger-meister, Rechtsanwalt Raspe Kämmerer.
2. Mai 1905 Einweihung der Knaben-Volksschule (Gerhart-Hauptmann-Gymnasium), Architekt Johann Busch.
2. Mai 1949 Das Vertrauen der Wismarer in ihr Krankenhaus ist gewachsen. „…der größ-te Teil der Patienten, die vor 2 Jahren noch nach Schwerin oder Rostock fuhren“, lassen sich heute im Stadtkrankenhaus Wismar behandeln und operieren.
Bericht des Chefarztes 1946 1947 1948
Stationäre Patienten 3.316 3.688 4.971
Chirurgische Operationen 1.744 2.532 2.564
Operationen in Frauenabt. 908 1.044 1.547
Geburten 241 333 418

• Mit dem 02.05.49 sollte der Torfstich am Dorstein beginnen. Beginn der Torfwer-bung verzögert sich, weil die Bauverwaltung ohne Wissen der Torfwerke Schie-nen und Loren für die Enttrümmerung weggenommen hat.
3. Mai 1857 Beginn der Versorgung mit Steinkohlengas.
3.Mai 1945 09:00 Uhr:„Militär-Regierungsamt“ im Rathaus eingerichtet.
3./4. Mai 1945 Erschießung des Geschäftsführers vom Schuhhauses Bolte in der Krämer-straße, Karl Prasse. Sein Leichnam wird zwei Tage zur Abschreckung, sich nicht gegen die Anweisungen der Alliierten zu stellen, auf dem Marktplatz vor dem Haus Nr. 16 abgelegt. In der gleichen Nacht brennen die Häuser Krämerstraße 10 und 12 (Kaufhaus Otto) aus nie geklärten Gründen ab.
3. Mai 1948 Seit Eröffnung der Poliklinik am 05. Januar kamen 8.000 Patienten zur Behand-lung; 30% aus dem Kreisgebiet, 45% aus der Stadt, 25% waren Angehörige der Schiffswerft und der Deutsch-Russischen-Transport-Gesellschaft. Mit Verbandsmaterial ist die Poliklinik zufriedenstellend versorgt. Es fehlt an Röntgenröhren, einem Bohrapparat für eine Zahnsta-tion, Beleuchtung für den Operationstisch, einem Heißluftsterilisator und an Wäsche.
3. Mai 2014 Martin Schulz, Parlamentspräsident des Europaparlamentes, besucht Wismar und trägt sich in das Goldene Buch der Stadt ein.
4. Mai 1795 Gründung der „Kochsche Stiftung“ – erste Volksschule in Wismar (seit 23.11. 1838 in der Mecklenburger Straße als eigenständiges Haus). Benannt nach Pastor Balthasar Koch 31.12.1751 – 15.2.1830.
4.Mai 1945 Banken werden rund um die Uhr durch britisches Militär bewacht, Eintritt nur mit Passierschein.
4. Mai 1957 Übergabe des ehemaligen Fründts Hotel als MTW Klubhaus mit Restaurant die MTW Werft.
4. Mai 1995 Eröffnung Buchhandlung „Weiland“ Hinter dem Rathaus 21. Ab 1. No-vember 2012 Namensänderung aufgrund Eigentümerwechsel in Buchhandlung „Hugen-dubel“. Filialleiter Volker Stein (geb. 1968 in Greifswald) brachte seit 1999 im Eigenver-lag der Buchhandlung und später in Zusammenarbeit mit dem Wismarer Verlag Koch & Raum sowie regionalen Autoren, Künstlern und Fotografen rund 70 Publikationen (Bü-cher, Kalender, CDs) über die Hansestadt Wismar heraus.
5. Mai 1948 Bericht des Amtes für Wirtschaft über Anzahl und Leistungsvermögen der Wismarer volkseigenen Betriebe: seit 1946: Hansewerft, Zuckerfabrik, Brandt & Söhne, Isolag und Ziegelei Ahrenshof. Ab Januar 1947: Schiffsreparaturwerft und Waggonfabrik (1947 Zusammenschluss. Mitte März: Fleischwarenfabrik Buggisch, Papierfabrik Mars-mann und Matratzenwerk Kuckei und Möller in Treuhand. März, April, Oktober 1947: Volkseigener Betrieb werden: Vulcandruck, Kohlehandelsgesellschaft, Bau-Union.
• Januar 1948: Handelshaus Karstadt/Otto
• zusammen: 10 volkseigene Betriebe
3 Treuhandbetriebe
5. Mai 1957 3. Rennen auf dem Hanseatenring für Motorräder und Seitenwagengespan-ne, sowie Autos.
5. Mai 1967 Inbetriebnahme des Wasserwerkes Friedrichshof.
6. Mai 1945 Dankgottesdienst der 6. Luftlande-Division in St. Nikolai
6. Mai 1982 Schlüsselübergabe des Feierabend- und Pflegeheimes am Friedenshof mit insgesamt 448 Plätzen. Es wurde in drei Abschnitten fertiggestellt; der erste 1979 mit 256 Feierabendplätzen und der zweite 1980 als Pflegetrakt mit 192 Plätzen, als letztes der Sozialtrakt 1982 mit Küche und Saal. Am 10. April 1984 erhielt die Einrichtung den Namen „Herbert Fiegert“. Seit 6. Mai 1993 Eigenbetrieb der Hansestadt Wismar als Se-niorenheim. Derzeit gibt es dort 204 Pflegeplätze und 26 betreute Wohnungen.
6. Mai 1990 Erste freie, unabhängige Kommunalwahlen auf dem Gebiet der ehemaligen DDR. Ergebnis: SPD 34,45 %, CDU 27,31 %, PDS 13,0 %, Neues Forum 8,44 %, FDP 6,5 %.
6. Mai 1993 Tag der „Offenen Tür“ in Kaserne der Roten Armee und Verabschiedung der Roten Armee unter Major Wladimir Utjaschew nach 48 Jahren (2. Juli 1945 – 30.6.1993). Jedes Garnisonsmitglied erhält auf Vorschlag von Bürgermeisterin Dr. Rosemarie Wilcken ein Erinnerungsgeschenk.
7. Mai 1945 Die Besatzer erteilen eine Ausgangssperre von 18-9Uhr im Umkreis von 5 km, Ausweise müssen mitgeführt werden. Dargetzow liegt im Niemandsland zwischen britischer (Schlagbaum am Soldatenfriedhof Rostocker Str.) und sowjetischer Zone (Kritzowburg), gegenseitige Passierscheine werden ausgegeben.
Ausgangserlaubnis zwischen 09:00 und 18:00 im Umkreis bis zu 5 km um die Stadt, Militär-polizei patrouilliert durch die Stadt, Zivilpolizei bewacht die Lebensmittelgeschäfte. Falls es dort zu Störungen kommt, ist sofort die Militärpolizeistreife zu alarmieren, um die Situation zu beruhigen. Nachts herrscht Ausgangssperre, es kontrolliert die Militärpolizei, die berech-tigt ist, „auf jedermann zu schießen, der sich außerhalb seines Hauses befindet und Versuche macht, sich zu verbergen oder der Vernehmung zu entziehen.
• Anweisung der Stadtwerke, elektrischen Strom nicht zum Kochen zu verwenden.

7. Mai 1945 Treffen zwischen Marschall der Sowjetunion Rokossowski und Feldmarschall Montgomery im ehemaligen Haus des Kreisleiters der NSDAP, Dr. Unruh-Str. 7. Von sow-jetischer Seite sind weiterhin anwesend Generaloberst Bogolubow; Stabschef der Bjelorussi-schen Armeegruppe, Generalleutnant Subbotin, Mitglied des Militärrates der Bjelorussischen Armeegruppe, Generalleutnant Sanava, Assistent von Marschall Rokossowski, Generaloberst Verchinin, Befehlshaber der Luftwaffe der Bjelorussischen Armeegruppe, Generaloberst Sokolsky, Befehlshaber der Artillerie des Bjelorussischen Armeegruppe, Generalmajor Vino-gradow, stellvertretender Stabschef der Bjelorusisschen Armeegruppe, Generalleutnant Pan-filow, Befehlshaber des 3. Panzerkorps der Bjelorussischen Armeegruppe
7. Mai 1966 Im „Weinberg“ Hinter dem Rathaus 3, wird eine „Probierstube mit Verkösti-gung durch den VEB „Wismaria“ eingerichtet. 1995 wurde das Grundstück wieder dem städtischen Eigentum zugeführt.
7. Mai 1993 Verabschiedungsveranstaltung „Doswidanija und Tschüß“ für die sowjetischen Truppen in Wismar im Stadion und auf dem Hafffeld.
8. Mai 1969 Eröffnung des Wismarer Heimattierparkes als „Mini-Zoo“ im Köppernitztal. Erste Tiere (Rehe, Fasane und Zwergziegen). Drei Mäusebussarde kommen aus dem Schwe-riner Zoo.
8. Mai 2010 Die St. Georgenkirche wird mit einem Festakt am 8. Mai wieder der Öffent-lichkeit übergeben. 40 Millionen Euro wurden seit 1990 in das „Wunder von Wismar“ ver-baut.
8. Mai 2011 Andreas Wellmann (SPD) wird als Senator im Ehrenamt vereidigt.
9. Mai 1908 Gründung der Ingenieurakademie in Wismar.
9. Mai 2014 Eröffnung der Aussichtsplattform auf dem ehemaligen Turm von St. Georgen in 34 Meter Höhe. Kosten inkl. Fahrstuhl und Nottreppe 2,1 Millionen Euro.
10. Mai 1988 Aufstellung und Einweihung der Fritz-Reuter-Büste vor der Fritz-Reuter-Schule. Ursprünglich stand sie im Lindengarten und wurde von Friedrich Zimmermann 1897 für Auguste Hinstorff, Witwe des Verlegers Hinstorff, gestiftet, die sie der Hansestadt Wismar vermachte Die Büste hatte im Lindengarten zwei Standorte. Wegen Umbauarbeiten im Lindengarten ab 1933 wurde die Büste an der Giebelseite zum Haus Bauhofstraße 9 et-was versteckt aufgestellt. Mm 10. Mai 1988 erhielt sie wohl ihren letzten Standort vor der Fritz-Reuter-Schule in der Dahlmannstraße. Unbekannte stürzten die Büste in der Nacht vom 8. zum 9. November 1990 von ihrem Sockel und wurde durch den Bereich Denkmal-pflege der Hansestadt Wismar repariert und restauriert und konnte 1991 zum 100. Schulge-burtstag wieder aufgestellt werden.
10. Mai 1989 Das endgültige Wahlergebnis der Kommunalwahl vom 6.589 wird verkündet: Von 44.244 Wahlberechtigten haben 43.757 ihre Stimme abgegeben. 17 Stimmen waren ungültig und 218 stimmten gegen den Wahlvorschlag. 137 Abgeordnete und 46 Nachfolge-kandidaten zur Stadtverordnetenversammlung Wismar wurden bestätigt. Im Nachhinein wurden zwölf Bürgereingaben gegen die Wahl und wegen Unregelmäßigkeiten abgegeben.
10. Mai 1994 Gründung des Deutsch-Norwegischen Vereins zu Wismar.
11. Mai 1882 Kauf der abgebrannten Papiermühlen am Wallensteingraben am Rothen Tor durch den Wismarer Kaufmann Gustav Marsmann, der hier eine neue Papierfabrik erbau-te.1948 wurde diese Fabrik verstaatlicht, der letzte Eigentümer Gustav Marsmann verzog in den westlichen Teil Deutschlands.
12. Mai 1826 Ferdinand Gustav Michaelis als Sohn des Weinhändlers F.G. Michaelis gebo-ren Hinter dem Rathaus 3. Er verstarb am 3. Januar 1891. 1867 Heirat mit Meta Röper.
12. Mai 1945 Die Engländer veranstalten eine Siegesparade auf dem Markt.
12. Mai 1949 Die Straße „Fürstengarten“ erhält den Namen „Goethestraße“ gegen den Wil-len der LDPD. Stadtverordnetenversammlung beschließt Umbenennung „Fürstengarten“ in „Goethestraße“ auf Antrag des Kreissportausschusses gegen die Stimmen der LDPD und der CDU. Bei der Umbenennung von „Schützenweg“ in Thälmann-Straße in Stadtverordneten-versammlung vom 19.08.1919 stimmen 19 zu, 11 enthalten sich der Stimme.
12. Mai 1950 Erstes Schiff an der neuen Kaliverladeanlage, der modernsten Europas, bela-den.
13. Mai 1949 14:30 Uhr Marktplatz: Großkundgebung mit mehr als 8.000 Teilnehmern.
Wismarer Kandidaten für den Deutschen Volkskongress werden vorgestellt.
13. Mai 1785 Historiker Friedrich Christoph Dahlmann in Wismar geboren.
13. Mai 1984 Besuch von Delegierten der in Rostock vom 12.5.-18.5.1984 stattfindenden Tagung Welt-ICOMOS- Rates in Rostock. In Wismar wird im Museum die Ausstellung „Das schöne Detail“ eröffnet.
14. Mai 1881 Rudolph Karstadt eröffnet sein erstes „Tuch-, Manufactur- und Confections-geschäft“ in der Krämerstraße 7 unter dem Namen seines Vaters Christian (in Mecklenburg durfte man erst mit 25 Jahren ein eigenes Unternehmen gründen).
14. Mai 2001 Der Rudolph-Karstadt-Platz erhält seinen Namen.
14.Mai 1945 Wismarer Fischereiflotte kehrt unter englischer Aufsicht mit einem Fang von 500 kg Fisch von ihrem ersten Nachkriegsfang in den Hafen zurück.
• Sportfest der 6. Luftlandedivision: Hoch- und Weitsprung, 100 Yards Lauf Hand-granatenweitwurf.
15. Mai 1945 Anordnung über den Fortbestand des Wismarer Arbeitsamtes. Arbeitslose Männer müssen sich im Fürstenhof, Frauen im Spiegelberg 54 melden.
15. Mai 1993 Der Wismarer Buchhändler und Antiquar Hermann Rhein ist verstorben. Er wurde am 3.11.1906 in Regensburg geboren.
16. Mai 1903 Zustimmung des schwedischen Reichstages zur Regierungsvorlage der Rück-gabe Wismars an Mecklenburg.
16. Mai 1945 Die Straßennamen von faschistischen Größen werden umbenannt. Alle Stra-ßennamen, die an Faschisten erinnern, werden entfernt. Aus der Adolf-Hitler-Straße, der früheren Dr. Leber-Straße, wird die Churchill Straße.
Wismarer Oberbürgermeister erhält die Erlaubnis von der Militärregierung für städtische Zwecke pro Woche 250.000 RM einzusetzen.
16. Mai 1945 Die Dornier-Rüstungswerke bestätigen den Auftrag, die Betonsperren der Wismarer Straßen zu beseitigen.
Arbeiter der Dornier-Werke beginnen damit, die Betonstraßensperren in Schweriner Straße, Dankwartstraße und Lübsche Straße sowie die Holzsperren an der Klosterkirche, in der Mecklenburger und Schweriner Straße, am Klußer Damm, Badstaven, Mühlenstraße, Neu-stadt, Runde Grube, Spiegelberg und Fischerstr. zu beseitigen.
16. Mai 1948 Volkshochschule Wismar beginnt 3. Lehrabschnitt 1948/49
16. Mai1949
Wahl der Delegierten zum 3. Volkskongress
in Wismar Prozent Landesdurchschnitt
Ja-Stimmen 20.041 66,0 % 72,0 %
Nein-Stimmen 10.357 34,0 % 28,0 %
(negative Bemerkungen auf vielen Stimmzetteln, offensichtlich insbesondere von Um-siedlern)

• Ergebnisse in der SBZ und Groß Berlin:
Ja-Stimmen: 66,1 %;
Nein-Stimmen: 33,9 %.

• Delegierte des Kreises Wismar zum Volkskongress sind:
Karl Draempaehl (FDGB),
Joachim Friedländer (DBD),
Karl Fritz (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Stadtrat),
Franz Kressin (Konsumgenossenschaft),
Anton Lorenz (CDU),
Käthe Naguschewski (NDPD),
Friedrich Wilhelm Otto (LDPD),
Paul Reeder (DBD),
Max Scheffler und Alfons Schmidt (SED)

16. Mai 1975 Eröffnung der Tierparkgaststätte im Köppernitztal. Seit dem 28. April 2007 Vereinsheim des Modelleisenbahn-Club e.V.
16. Mai 2014 Stiftertafeln der Bürgerstiftung der Hansestadt Wismar von 1997 wird in St. Georgen in der Turmkapelle enthüllt.
17. Mai 1653 Das Wismarer Tribunal nimmt seine Arbeit auf.
17. Mai 1811 Buchhändler Dr. Johann Sievers in Lübeck geboren. Buchhandlung war am Markt 17. Er starb 1876 in Bern.
18. Mai 1948 Dampfschiff „Ligoro“ (Leningrad) trifft aus Kaliningrad mit 2.400 t Getreide im Hafen Wismar ein. Begrüßungsmeeting im Hafen; es sprechen Oberbürgermeister Säverin, Deutsch-Sowjetische- Transport-Gesellschaft Arbeiter Vogt und der Kapitän des Schiffes. Weitere Schiffsladungen mit Getreide aus der Sowjetunion (auch via Rostock) folgen.
17. Mai 1949 Fahrschüler der Geschwister-Scholl-Schule müssen große Strapazen ertragen. Die Züge aus Bad Kleinen, Rostock und Karow treffen schon um 05:30 Uhr ein; viele der 90 Fahrschüler sind schon seit 03:30 Uhr unterwegs. Ein Internat wäre die Lösung, Bernit-tenhof könnte dafür nutzbar gemacht werden.
18. Mai 1959 – 6. Hanseatenring-Rennen für Serienmotorräder.
19. Mai 1675 König Karl XI. bestätigt einen Plan zum Ausbau der Walfischbefestigung als fünfeckige Sternschanze.
19. Mai 1819 Der Wismarer Rat verkauft die ihm gehörige Ratsapotheke zur Finanzierung des Rathausneubaus für 8000 Taler und jährlichen Zahlungen von 400 Talern an den Apo-theker Hirsch aus Eimbeck.
19. Mai 1946 Mit dem sowjetischen Frachtschiff „Soumen Neito“ wurde das erste Schiff im Wismarer Hafen nach dem Krieg abgefertigt. Diesem folgten am 30. Mai 1946 der sowjeti-sche Frachter „Suchumi“ und der finnische Frachter „Asturien“.
20. Mai 1881 Der Ethnologe Dr. Wilhelm Müller wird in Wismar geboren. 20.05.1948
• Fleischwarenfabrik Buggisch wird mit 60 Beschäftigten und nur zwei ausgebildeten Handwerksmeistern volkseigen.
20. Mai 1983 Übergabe des fertiggestellten Torraumes im Wassertor an den „Club maritim“ durch Detlef Schmidt (ehrenamtlicher Bauleiter).
21. Mai 1209 König Otto unterschreibt eine Urkunde mit den Grenzen des Bistums Schwe-rin, die „den lieben Bürgern zu Schwerin eine beliebige Anzahl von kleineren Schiffen und zwei größeren Schiffen im Hafen von Wismar zu halten“ gestattet. Diese Urkunde geht aber auf eine Fälschung zurück, die durch eine falsche Abschrift einer Urkunde von 1167 ent-standen ist. Diese Urkunde bestätigt am 4. Januar 1211 Kaiser Otto IV. im süditalieni-schen Capua. Der Wismarer Hafen wird somit zum ersten Mal 1209genannt. Daß das den Bürgern Schwerins in einer gefälschten Urkunde (M. U.-B. 100 S. 99) verliehene Recht, in portu, qui Wissemer dicitur, 2 Koggen und kleinere Fahrzeuge in beliebiger Zahl zu halten (bestätigt durch Kaiser Otto IV. 1209 und 1211: M. U.-B. 202 m. Anm.), sehr früh außer Übung gekommen sein muß, soll nur angemerkt werden.
21. Mai 1750 Der schwedische König verpachtet der Wismarer Schützengilde die Schützen-koppel (Ravelin Prinz Karl und Bastion Güldenstern) vor dem Mecklenburger Tor für eine Jahrespacht von 30 Talern.
21. Mai 1906 Wilhelm Voigt (der „Hauptmann von Köpenick“) verlässt Wismar.
21. Mai 1946 Der Wismarer Pfingstmarkt, seit 1397 abgehalten, findet wieder auf dem Wismarer Marktplatz statt.
21. Mai 1990 Der Wismarer „Runde Tisch“ beendet mit der 28. Sitzung seine Tätigkeit und löst sich auf.
21. Mai 2015 Am Sana Hanse-Klinikum findet der erste Spatenstich zum Neubau der Notaufnahme mit einem Kostenvolumen von 17 Millionen Euro statt.
22. Mai 1753 Magister Dietrich Schröder in Wismar verstorben. Geboren am 16. Septem-ber 1670.
22. Mai 1945 Der englische Stadtkommandant Major Charles setzt Alfred Pleuger als Bürgermeister ab und Baron v. Biel aus Zierow als Oberbürgermeister ein. 2. Bürgermeis-ter Dr. Meyer beim Landrat beschäftigt, Kämmerer Dr. Maus als 1. Bürgermeister nach Schwerin berufen. Dr. Plog wird 1. Bürgermeister, Rechtsanwalt Raspe Kämmerer.
22.Mai 1945 Banken in Wismar nehmen ihre Arbeit wieder auf. An Einzelpersonen wer-den monatlich maximal 100 RM, an Familien 200 RM ausgezahlt.
• Diejenigen, die in Schleswig-Holstein, Hannover, Oldenburg, Westfalen, im Rheinland sowie in Hamburg und Bremen beheimatet sind und dorthin zurück-kehren wollen, werden aufgefordert, sich in der Beratungsstelle für deutsche Flüchtlinge in der Sparkasse Am Markt 15 zu melden.
22. Mai 1949 22.05.-29.05.1949 Pfingstmarkt: Größter Pfingstmarkt nach dem Krieg; Avus-Bahn, Geisterbahn, Wiener Hochrad, Karussells, Würfelbuden u.a.
22. Mai 1966 Auf dem Hanseatenring wurde während der 19. Internationale Friedens-fahrt (9. bis zum 25. Mai 1966) mit Start und Ziel ein Rundrennen über 93 Kilometer mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 43 Km/Std. ausgetragen. Sieger war Antonio Albonetti (Italien).
22. Mai 2000 Die Bundesautobahn A 20 Lübeck-Stettin ist offiziell an der Anschlussstel-le Schönberg übergeben worden. Der Abschnitt Grevesmühlen – Wismar ist am 3.12.1997 fertiggestellt und der Abschnitt Wismar – Rostock am 16.12.2000. Am 7. Dezember 2005 eröffnete Bundeskanzlerin Angela Merkel nach 14 Jahren Planungen und Bau die letzten Teilstücke bei Tribsees und Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern. Die Baukosten betrugen insgesamt 1,9 Milliarden €.
23. Mai 1807 Einsturz des Wismarer Rathauses.
23. Mai 1869 Abriss des Mecklenburger Tores.
23. Mai 1903 Aufstellungen zwei originalgetreuer gusseiserner Schwedenkopfkopien von der Eisengießerei Crull in Wismar an gleicher Stelle der am 30. Oktober 1902 durch den finnischen Segler „Alfa“ teilweise zerstörten Schwedenköpfe in der Hafeneinfahrt. Ein hölzerner Schwedenkopf ist geborgen worden und befindet sich im Wismarer Museum.
23. Mai 1908 Eröffnung des Karstadt Warenhaus (Bauzeit inkl. Abbruch Vorgängerbau vom 5. April 1907 – Mai 1908).
23.Mai 1945 1. Bürgermeister bleibt Dr. Meyer, 2. Bürgermeister wird Dr. Plog 3.Bürgermeister Hans Raspe.
23.Mai -13.Juni1948 Volksbegehren für einen Volksentscheid über die Einheit Deutsch-lands;
• 14 Millionen tragen sich ein = 37 % aller wahlberechtigten Deutschen.
• Einzeichnungslisten liegen im kleinen Saal des Hotels „Zur Sonne“ aus.
• Am Samstag, 22.05., Großkundgebung im Volkshaus und Platzkonzert auf dem Markt. Am Sonntag, 23.05., „Großes Wecken“.
• Nach anfangs zögernder Wahlbeteiligung ergibt sich am 09.06. folgender Stand:
in Wismar im Lande (Prozent)
96,00% der Einzelnen Berechtigen 93,10%
93,50% der Jugendlichen 89,50%

24. Mai 1876 Benennung der Ulmenstraße.
24.Mai 1945 Royal Navy sendet 30 Zeesenboote aus Lübeck nach Wismar, um die Fisch-fangflotte zu vervollkommnen. Ankunft von 20 Zeesenbooten in Wismar.
25.Mai 1945 Erleichterungen im Reiseverkehr ohne Passierschein 100 km um Wismar in Landkreise Wismar (ohne russischen Sektor), Schönberg, Lauenburg, Segeberg, Eutin, Oldenburg, Plön sowie die Städte Lübeck und Kiel
• Gebrauch von Fahrrädern wird wieder gestattet.
25. Mai 1957 Stapellauf des ersten Seefahrgastschiffes auf der Wismarer Werft.
25. Mai 1990 Pflanzung der Friedenseiche in der Friedrich-Wolf-Straße 23 a. Aktion der Kreisverwaltung des Kreises Steinfurt und der Hochschule Wismar zur Wiedervereini-gung Deutschlands.
26. Mai 1868 Arzt Dr. Leopold Liebenthal geboren. Gestorben 30. November 1938. Seit dem 9. Februar 1961 trägt eine neuerbaute Straße seinen Namen. Am 27.1.1994 wurde an der Stelle seines ehemaligen Wohnhauses in der Altwismarstraße 8 eine Gedenktafel an-gebracht.
26. Mai 1909 Eröffnung des Krankenhauses am Dahlberg.
26. Mai 1933 Kleingartenverein Wismar gegründet.
27. Mai 1403 Weihe von Chor und Hochaltar zu St. Nikolai. Der Bau der jetzigen Kirche ist um 1380 begonnen worden. Die Weihe des Kirchenschiffes war am 28.Februar1459 und der 90 Meter hohe Turm ist 1487 fertiggestellt. In St. Nikolai sind weit über sechs Millionen Backsteine verbaut worden. Mehr als in den anderen drei großen Kirchen Wis-mars.
27.Mai 1945 Gedenkgottesdienst der Royal Scots Greys in St. Nikolai.
27. Mai 2004 Verleihung der Ehrenbürgerschaft an Gottfried Kiesow wegen seiner Ver-dienste um den Wiederaufbau der Wismarer St. Georgenkirche und seinen Einsatz im Denkmalschutz generell.
28. Mai 1863 Erstmalige Anbringung von sechs Briefkästen in der Stadt.
28.Mai 1945 Wismarer werden aufgefordert Dinge aus Plünderungen bis zum 6. Mai in der Aula der Großen Stadtschule abzugeben.
28. Mai 2015 Die Wismarer Bürgerschaft beschließt den freigelegten Keller der Alten Schu-le am St. Marienkirchplatz mit einer gläsernen Abdeckung zu versehen.
29.Mai 1948 Endspiel um die Fußball-Landes-Meisterschaft: Schwerin-Wismar / Süd 3:2
11.000 Zuschauer im gut hergerichteten Jahnstadion. Bis zum Spielbeginn Blasmusik. Eben-bürtige Mannschaften. Am Schluss Wismarer Proteste gegen Schiedsrichter, die unbegründet sind. Eisenbahnzüge sind überfüllt. Bisher höchste Besucherzahl bei einem Mecklenburgi-schen Sportereignis.
29. Mai 2004 Taufe „Wissemara“ und Zuwasserlassen der Poeler Kogge.
29. Mai 1987 Eröffnung der elektrifizierten Bahnstrecke nach Bad Kleinen.
29. Mai 1945 Alle Pferdebesitzer mit Zugwagen müssen sich zwecks Übernahme von Fahr-leistungen auf dem Rathaus melden.
30. Mai 1862 Einweihung des Friedhofes (West).
30. Mai 1945„Persönliche Botschaft des britischen Oberbefehlshabers“, Feldmarschall Mon-tgomery an die Bevölkerung in der Britischen Besatzungszone: Versprechen, dafür zu sor-gen, dass jeder Nahrung und Obdach erhält, Krankheiten bekämpft werden. Formulierung grundlegender Ziele bei Einbringung der Ernte, Neuaufbau des Post- und Verkehrswesens, Wiederaufnahme der Produktion in Industrie, Bestrafung der Kriegsverbrecher, Entwaff-nung aller deutscheren Armeeeinheiten
30. Mai 1990 Die neu gewählte Wismarer Bürgerschaft tritt zu ihrer ersten konstituierenden Sitzung zusammen.
30. Mai 1990 Dr. Rosemarie Wilcken (SPD) wird als erste Frau zur Bürgermeisterin gewählt (Amtszeit 30. Mai 1990 – 17. Juli 2010).
30. Mai 1990 Prof. Dr. Rolf Eggert wird Bürgerschaftspräsident. Am 3. Oktober 1990 wird Rolf Eggert in den Landtag von Mecklenburg-Vorpommern gewählt und Vizepräsident des Landtages MV. Er gibt zum 1. November 1990 sein Wismarer Mandat auf und die Wismarer wählen Dr. Gerd Zielenkiewitz zum Bürgerschaftspräsidenten.
31. Mai 1918 Der Schwedentisch im Bürgerpark erhält als Deutschlands erste ortsfeste Son-nenuhr eine Horizontalsonnenuhr im Bürgerpark auf dem Schwedentisch mit der Umschrift „Zur Kriegs-Sommerzeit 1916“. Dies in Erinnerung an die Einführung der Sommerzeit vom 1.April 1916 in Deutschland.
31. Mai 1932 Rede Adolf Hitlers auf Jahnsportplatz anlässlich der Landtagswahlen. Danach demoliert die Wismarer SA den Konsumverein.
31. Mai 1948 Wettbewerbsvergleich Schiffsreparatur-Werft Wismar und Neptun-Werft Rostock.
• Nach dem Vierteljahresergebnis liegt Wismar mit 562,1 Punkten gegen 506,7 Punk-ten vorn. Gewertet werden unter anderem soziale Versorgung der Belegschaft, Ar-beitsschutz, Lehrausbildung, FDGB-Mitgliedschaft, Arbeitsproduktivität und Besei-tigung des Bummelantentums.
31. Mai 1991 Gründung des Lions-Club Wismar. Charterfeier am 12. Oktober 1991 im Wismarer Hof, heute Fründts-Hotel.
31. Mai 1945 Unrechtmäßig erworbene Motor- und Fahrräder sind der Ortspolizei im Stadt-haus am Markt zur angeblichen Rückgabe an die Eigentümer zu überlassen. Erweiterung der Ausgangserlaubnis auf 100 km (außer in die sowjetische Besatzungszone), Gebrauch von Fahrrädern wird gestattet.

Mai 1410 Regierungsbeginn einer rätlichen Koalition von Ratsherren und Handwerksmeis-tern (Handwerksführer war Claus Jesup).
Mai 1629 König Gustav II. Adolf lässt ein Blockadegeschwader bilden, um die schwedi-schen Interessen in der Wismarbucht zu wahren.
Mai 1716 insgesamt 4209 Soldaten der Nordischen Alliierten lagern in der Stadt.
Mai 1808 Ende Mai ziehen die französischen Truppen zur Überwachung der Kontinental-sperre ab und übergeben die Überwachung einheimischen Zollbeamten.
Mai 1871 Benennung der Wasserstraße.
Mai 1863 Gründung des Museumsvereins.
Mai 1880 Sanierung Alte Schule im Gotischen Viertel.
Mai 1881 Die Sammlungen des Museums werden in die neu restaurierte Alte Schule verlegt.
Mai 1897 Rudolph Karstadt erwirbt das Haus Lübsche Str. 3.
Mai 1987 Gründung des Fördervereins St. Georgen zu Wismar e.V. in Lübeck.
Mai 1993 Rosa-Luxemburg-Str. wird in Baustraße zurückbenannt.

Juni – Der Monat im Überblick

1. Juni 1929 Baubeginn des Arbeitersportlerheimes an der Dammhusener Chaussee
1. Juni 1945 Prof. Dr. Janert wird Bürgermeister anstelle von Dr. Meyer
01.06.-31.07.1945:
Ausgangssperre zwischen 22:15 und 05:00 Uhr
1.Juni 1948 Zum Schuhbesohlen müssen die Kunden Material (auch alte Autoreifen) mit-bringen. Auch Tekse sind Mangelware. Familie Eduard Drägert, Mecklenburger Straße, fer-tigt Absatzstifte aus Alu-Abfall in Handarbeit; die keilförmigen Stifte sollen demnächst auch mit Köpfen versehen werden. Wartezeit auf die Fertigstellung der Schuh-Reparatur beträgt bis zu zehn Wochen.
1. Juni 1952 Gründung der kommunalen Musikschule Wismar.
1. Juni 1989 Konstituierende Sitzung der neugewählten Stadtverordnetenversammlung. Oberbürgermeister Günter Lunow wird im Amt bestätigt.
1. Juni 1994 Zusammenschluss der Sparkassen Wismar, Grevesmühlen und Gadebusch zur Sparkasse Mecklenburg-Nordwest mit Sitz in Wismar.
1. Juni 2014 Übergabe und Eröffnung des Weltkulturerbezentrum mit Bundesbauministerin Dr. Barbara Hendricks im ehemaligen Haus der Wismarer Kaufmannscompagnie, Lübsche Straße 23. Die Sanierungskosten beliefen sich auf 3,6 Millionen Euro.
2. Juni 1811 Verleger Dethloff Carl Hinstorff geboren.
2. Juni 1832 Ratsverordnung über den neuen Friedhof.
2. Juni 1945 Der englische König hat Geburtstag und Wismars Geschäfte und Ämter blei-ben geschlossen.
2. Juni 1946 Theater Wismar beendet seine erste Spielzeit nach dem Krieg.
Sie begann am 29. September 1945 im Theater mit Ralf Benatzkys „Meine Schwester und ich“ in der Regie von Wolfgang Struck.
2.Juni 1948 Frauenklinik Mecklenburger Straße: Leiter Dr. Panke nimmt bis zu 70 Frauen in 4- oder 5-Bett-Zimmern auf. Ärztliche Versorgung und Verpflegung sind gut; fühlbar ist der Mangel an Operations-Wäsche.
2. Juni 1993 Kreisgebietsreform und Kreisfreiheit Wismars.
3. Juni 1922 Kaufvertrag zum Bau von 134 Kleinsiedlungen bei Dargetzow und dem gro-ßen Exerzierplatz.
4. Juni 1851 Erstmalige Erwähnung als Löwenapotheke: „Wohn- und Apothekenhaus, frü-her die untere Apotheke, jetzt die Löwen-Apotheke genannt“.
4. Juni 1911 Arzt und Historiker Dr. Friedrich Crull gestorben.
4. Juni 1932 Rede Joseph Goebbels im Schützenhaus und im Hotel „Zur Sonne“.
4.Juni 1948 Baurat Jäger berichtet vor der Stadtverordnetenversammlung über den Ausbau des Luftwaffenlazaretts. Es werden Zweiraumwohnungen geschaffen (Wohnküche und Zimmer), Wohnungen „sind für die heutigen Zeitverhältnisse gut“. Die Wohnraum- Statistik weist 4.5 qm Wohnraum pro Person in Wismar aus.
• Landeszeitung berichtet über Öffentlichen Diskussionsabend des Rates: 900 Teil-nehmer, rege Diskussion; über 100 schriftliche Anfragen werden noch beantwortet; ähnliche Diskussionsabende in allen Stadtbezirken sollen folgen.

4.Juni 1949 Parkanlagen in Seebad Wendorf sind instandgesetzt. Anlegebrücke ist fertigge-stellt (218 m lang lang, 14 m breit). Motorbootverkehr (Bootsbesitzer Pader) für 0,50 Pfen-nig Hin- und Rückfahrt, 0,30 Pfennig die Einzelfahrt. Im Kurhaus kann vorerst nur mit pro-visorischem Betrieb gerechnet werden, da alle Gaststätten-Einrichtungsgegenstände neu beschafft werden müssen.
5. Juni 2016 Um 11 Uhr wird mit einer Ansprache des Wismarer Bürgermeisters Thomas Beyer, wird neben der Marienkirche ein Modell des „Gotischen Viertels im Jahr 1880“ ein-geweiht. Das sogenannte „Gotische Viertel“ zählte wegen seiner geschlossenen historischen Bebauung zu den städtebaulichen Kleinoden Wismars. In der Bombennacht vom 14. April 1945 wurden viele seiner Gebäude zerstört. Studenten der Hochschule Wismar haben das dreidimensionale Stadtmodell erarbeitet. Es zeigt den Bereich um die Marienkirche vor der Zerstörung.
8.Juni 1949 Motorschiff „Bade II“ beförderte an Pfingsttagen 1.500 Fahrgäste; etwa 2.000 besuchen das Kurhaus.
5.Juni 1945 Vom britischen Kommandanten werden zwei unbelastete Verwaltungsange-stellte, Wilhelm Bleeck und v. Hoff, die Sozialdemokraten Karl Moritz, Ernst Ballerstaedt und Ernst Marwedel und der Kommunist Karl Fritz zu weiteren Ratsmitgliedern berufen.
5. Juni 1996 Sprengung Nebengebäude des Kalkofens in der Zuckerfabrik.
5. Juni 1998 Übergabe des neuen Wasserwerkes Friedrichshof.
5. Juni 2016 Übergabe des taktilen Modells „Gotisches Viertel“ am St. Marienkirchplatz. Die Kosten von 15.000 € haben der Wismarer Rotary Club und die Bürgerstiftung der Han-sestadt Wismar getragen.
6. Juni 1229 Grundstücksüberlassungsurkunde des Landesfürsten Johann I. an „seinen Bür-gern“ zwischen Wendorf und der Köppernitz (erste Erwähnung der Stadt Wismar) „Ge-burtsurkunde der Stadt Wismar“. Der Ortsname „Wismar“ kommt insgesamt fünfmal vor, dabei ein Ort in der Uckermark bei Strasburg, bei Gießen, in der Altmark und bei Stettin. In Schweden gibt es eine „Herrschaft Wismar“.
7.Juni1949 Schulspeisung für 4.000 Schulkinder, von der Volkssolidarität organisiert, be-ginnt. Essenskarten für ein kräftiges Mittagessen in folgenden 78 Tagen werden ausgegeben.
Die Aktion erfasst 3.796 Kinder im Alter von 3 bis 14 Jahren. Essensausgabestellen sind im Volkshaus, im Werkheim und in der Gaststätte „Eiserne Hand“ und „Weißer Stein.“ Gekocht wird in der Volksküche Turnplatz. Der größte Teil der Lebensmittel kommt aus Spenden des Internationalen Roten Kreuzes.
7. Juni 2018 Auf der Hafenhalbinsel am Alten Hafen wird das erste Wismarer Parkhaus eröffnet. Ein Erweiterungsbau ist geplant. Es hat 211 Stellplätze mit einer Investition von 5,8 Millionen Euro. Baubeginn war Frühjahr 2017.
8. Juni 1940 Erster aber grundloser Fliegeralarm.
8. Juni 2015 Der Wismarer Seehafen erhält 23,5 Mio Euro Fördermittel vom Land Meck-lenburg-Vorpommern und wird damit 35,6 Mio Euro zum Ausbau des Hafens bis 2018 für den 41 500 qm großen Erweiterungsbau investieren.
8. Juni 2016 Marco Pusceddu eröffnet das Restaurant „Zum Weinberg“ als „Steakhaus & More“.
10. Juni 1907 Der Gefangenenturm wird während eines schweren Gewitters von einem so-genannten kalten Schlage getroffen und beschädigt.
10.06.1945 in SBZ werden antifaschistisch-demokratische Parteien wieder zugelassen, KPD und SPD konstituieren sich wieder, bürgerliche Parteien werden gegründet. In Wismar bleibt die politische Arbeit untersagt.
10.Juni 1948 Vom 10.-21.06. werden 4.000 Weckgläser ausgegeben; pro Berechtigungs-schein vier Stück.
10.Juni 1949 Neubauten am Flöter Weg kommen langsam voran. Bisher hat die Bau-Union mit 500.000 Ziegeln aus der Enttrümmerung gewonnenen Ziegeln gebaut. Der Bau-Typ gilt als vorbildlich; „alles ist typisiert, ganz gleich, ob es sich im Fenster, Türen, Dachstuhle, Bal-kenanlage oder Ausgestaltung der Wohnräume oder Küchen handelt.“
11.Juni 1948 Kinder, die für die Ferienverschickung vorgesehen sind, erhalten „Holzklap-pern“ (Sandalen), „da sie sonst nicht in der Lage sind, an der Verschickung teilzunehmen.“ Dabei: Information an die Eltern mit Hinweis über mitzubringende Dinge (unter anderem fünf Zeitungen als Toilettenpapier).
12. Juni 1842 Das Porträtbild von Bürgermeister Johann Anton Haupt (100-1835) vom Wismarer Maler Carl Düberg (1801 – 1849) wird dem Rathaus übergeben.
12. Juni 1859 Archivrat Dr. Friedrich Techen (Hauptwerk „Die Geschichte der Seestadt Wismar“) in der Hegede 7 geboren. Gestorben am 30. März 1936 in Wandsbek.
12. Juni 1997 Gründungstag FC Anker Wismar von 1997 e.V..
13. Juni 1850 Ratsschreiber Lorenz nimmt Badeanstalt vor Wendorf (auch „Lorenzhöhe“ genannt) in Betrieb.
14. Juni 1821 Hammersches Badeschiff am Wendorfer Ufer in Dienst gestellt.
14. Juni 1908 Einweihung der schwedischen Seemannsmission im Haus Kleine-Hohe-Straße 26 (Eckhaus) mit einem kirchlichen Seemannsfest, abgehalten vom schwedischen Pastor Se-telius aus Kiel.
14.Juni 1949 Reorganisation des Kreissekretariats der Volkssolidarität:
1. Vorsitzende Stadträtin Posselt, 2. Vorsitzender Kreisrat Gleisner, Geschäftsführung Ge-nosse Reimers. Aufdeckung von Unterschlagung und Kreisvergehen; Verfahren gegen ehe-maligen Kreissekretär Werner Dühr u.a.
15. Juni 1945 400 Beschäftigte produzieren in den Dornier-Werken Aluminiumgeschirr, reparieren Landmaschinen und übernehmen Bauarbeiten.
15. Juni 1990 Seehafen Wismar wird eine GmbH.
15. Juni 2002 Stadtpartnerschaft mit Kalmar (Schweden).
15. Juni 2014 Kerstin Weiss wird neue Landrätin von Nordwestmecklenburg
16. Juni 1947 Dr. Rosemarie Wilcken, Bürgermeisterin 1990 – 2010, geboren. 1
16. Juni 1949 Stadtverordnetensitzung: Bericht über das Bauwesen: Im ersten (von 6) Blö-cken Flöterweg ist das Kellergeschoß fertig, im zweiten fast fertig, im dritten das Dachge-schoß in Arbeit. Ausschachtungsarbeiten schreiten voran.
Ausbau der Poliklinik soll bis September abgeschlossen sein. Enttrümmerungsarbeiten er-brachten 800.000 Ziegel.
17. Juni 1991 Seehafen Wismar GmbH gehört nach 44 Jahren wieder zu 75 Prozent der Hansestadt Wismar und zu 25 Prozent dem Land Mecklenburg- Vorpommern. Wird danach auf 90 zu 10 Prozent umgewandelt.
18. Juni 1859 Gründung der städtischen Feuerwehr.
18. Juni 1933 Eröffnung des Heimatmuseums im Schabbellhaus. Die Porterstuben im Schabbellhaus gab es bis 1938. Seit 1918 hatte Aug. Schulz die Gaststätte gemietet. Koch verkauft das Haus 1920, mietet aber einen Teil weiterhin an.
18.Juni 1948 Straßenbau „Am Salzhaff“ fertiggestellt. Erster Straßen-Neubau nach dem Krieg; wichtig für Zufahrt Hansewerft und Erleichterung für Anwohner; Hoffnung auf Ausbau „An der Koggenoor“.
18. Juni 1958 Auflösung der sowjetischen Kommandantur.
19. Juni 1948 Im Wendorfer Erholungsheim der Schiffswerft können Betriebsangehörige mit ihren Familien Urlaub machen. Frühstück und Abendbrot werden in eigener Küche zube-reitet, das Mittagessen liefert die Werkküche. Erholungsheim wurde im Mai 1948 übergeben; Aufenthalt für 14 Tage für 30 Betriebsangehörige; pro Tag 2,- Mark.
19. Juni 1957 Dr. jur. Hans Raspe verstirbt in Wismar. Er wird am 13.8 1877 in Bad Doberan geboren und wird am 20. Juli 1919 Bürgermeister in Wismar. Amtsantritt am 1. August 1919 für zehn Jahre.
19. Juni 1966 Einweihung der evang.-luth. Kirche als „Haus der Begegnung“ in Wendorf, Rudi-Arndt-Straße. Richtfest 3. Oktober 1965, Baubeginn 1964. 13.000 Stunden haben die Gemeindemitglieder der evang.-lutherischen Kirche geleistet.
19. Juni 1992 – 21. Juni 192 Das erste Wismarer Hafenfest findet statt.
20. Juni 1786 Juraprofessor Augustin von Balthasar in Wismar gestorben.
20. Juni 1903 Unterzeichnung der Vereinbarung von Stockholm, Loslösung von Wismar.
20. Juni 1948 Die Konsumgenossenschaft Wismar übernimmt das Kaufhaus von Ernst Marwedel, Hinter dem Rathaus 17 und eröffnet hier am 1. Juli 1948 das „Konsum-Kaufhaus“. Die 2. Etage des Karstadthauses wird vom Konsum aufgegeben.
20. Juni 1969 Grundsteinlegung der Sport- und Kongresshalle an der Bürgermeister-Haupt-Straße. Architekt Otto Schmeier. Eröffnung 30. Dezember 1970.
20. Juni 1996 Sprengung des Stahlbeton-Kühlturmes in der Zuckerfabrik.
21. – 29.Juni 1948 106 Schulamtsleiter legen die I. Lehrerprüfung ab.
21. Juni 1989 Auf einer außerordentlichen Stadtverordnetenversammlung erhält Karl-Heinz Kalusche, ehemals 1. Sekretär der Kreisleitung der SED, die Ehrenbürgerschaft. Er gibt die-se am 13. Dezember 1989 zurück.
21. Juni 2006 Anne Werth, geb. Wulf eröffnet das Hotel & Restaurant Wismar in der Brei-ten Straße. Pastor Georg Schwartz spricht den Segen.
22. Juni 1958 – 5. Hanseatenring-Rennen für Motorräder, Seitenwagengespanne
und Autos.
23. Juni 1824 Gründung der Ersparniss-Anstalt Wismar (Sparkasse).
23. Juni 1903 Sportlicher Rundflug mit sechs Flugzeugen von Lübeck-Schwerin-Wismar-Lübeck (21.6.-23.6.2013) mit Landung und Start am 23.6.2013 auf dem Haffeld.
23. Juni 1946 Wiedereröffnung der am 10. April 1919 gegründeten Volkshochschule Wis-mar im Hotel „Zur Sonne“.
23. Juni 1951 Fertigstellung der Kalihalle am Hafen.
24. Juni 1825 Gründung der Wismarer Fischerzunft. Zum hundertjährigen Bestehen am 24. Juni 1925 gab es noch 38 selbständige Fischer. Das Zunftlokal war die Gaststätte „Zur Wallhalle“.
24. Juni 1940 1. Luftangriff: Dornierwerke beschädigt. Es wurden in der Zeit von 1.07 Uhr bis 2.56 Uhr etwa 30 Spreng- und 40 Brandbomben abgeworfen.
24. – 28.Juni 1948 Währungsreform in der Sowjetischen Besatzungszone:
70,- Mark werden 1:1 umgetauscht, alle weiteren Beträge 10:1; bei Umtausch von 5.000,- Mark Nachweis des nicht spekulativen Erwerbs. Spareinlagen bis 100,- Mark 1:1, bis 1.000,- Mark 5:1. Der Geldumtausch in Wismar wird an 76 Schaltern, unter anderem in Großbetrie-ben, durchgeführt.
24. Juni 1996 Taufe eines Airbusses A 321-100 in Frankfurt am Main auf den Namen „Wis-mar“.
25. Juni 1777 Karl von Breitenstern (Bürgermeister von 1814-1825) geboren, am 4. Februar 1825 in Wismar gestorben. Gründer des im November 1818 gegründeten Musikvereins, des zweitältesten in Deutschland.
25.Juni 1949 In der Schiffsreparaturwerft beginnt ein 14-tägiger Funktionärslehrgang der Gewerkschaftsschule. Bis Jahresende nehmen an fünf Lehrgängen 135 Kollegen teil.
Anfang Oktober nimmt die Gewerkschaftsschule der Bau-Union den Lehrbetrieb auf.
Insgesamt finden 1949 in Wismar 15 vierzehntätige Lehrgänge statt, in denen 233 FDJ-Funktionäre geschult werden. Die wichtigsten Themen sind:
„Die Grundlagen und Aufgaben des Zweijahrplanes“, „Organisierung von Wettbewerben und Entfaltung der Aktivistenbewegung“, „Leistungslohn als Mittel zur Steigerung der Ar-beitsproduktivität“, „Innerbetriebliche Planung“, „Durchführung von Produktionsberatungen und Arbeitsvorbereitung“, „Die Gewerkschaften und das Bündnis der Arbeiterklasse mit der technischen Intelligenz“, „Gewerkschaften sind Nationale Front“.
26. Juni 1803 Der Vertrag von Malmö wird unterzeichnet. Wismar wird wieder mecklen-burgisch.
26. Juni 2000 Betriebseröffnung für die Spanplattenherstellung EGGER Holzwerke Wismar auf dem Haffeld.
26. Juni 2014 Der Landtagsabgeordnete Tilo Gundlack (SPD) Wismar, geboren 20.8.1968, wird zum Präsidenten der Wismarer Bürgerschaft gewählt. Er tritt damit die Nachfolge von Dr. Gerd Zielenkiewitz, der seit dem 1. November 1990 dieses Amt innehatte.
27. Juni 1682 Neuer Entwurf für die Walfischfestung; aufgemauerte, viereckige Redoute, vier Eckbatterien, ein massiver, dreistöckiger, feuerfester Geschützturm mit zwei Geschütz-galerien, unterkellerte Außenbastionen, verschiedene Gebäude im Innenraum.
27. Juni 1990 Gründung der Deutsch-Italienischen Gesellschaft e.V. zu Wismar.
27. Juni 2002: Aufnahme der Altstädte Wismars und Stralsunds in die Welterbe-Liste der UNESCO.
28. Juni 1940 2. Luftangriff: Von 0.39 Uhr bis 2.57 Uhr Angriff auf die Stadt durch fünf bis acht englische Kampfflugzeuge, die etwa 25 Sprengbomben und 100 Brandbomben ab-warfen.
29. Juni 1831 Die Großherzogliche „Medicinal-Kommission“ weist mit Nachdruck auf eine drohende Choleraepidemie und die Verlegung der Kirchfriedhöfe außerhalb der Stadt hin.
29. Juni 1901 Kauf des Hauses „Ravelin Horn“ durch Paul-Heinrich Podeus jun. (Ravelin Horn geht auf eine Befestigungsanlage zurück, seit 1929 Landratsamt).
29. Juni 1903 Transport des Schwedensteins nach Wismar.
29.Juni 1949 Schuhe für Kinder werden grundsätzlich nur durch die Schulen vergeben. In dringenden Fällen erfolgt die Zuteilung durch den Schulrat beim Kulturamt.
30. Juni 1866 Aufhebung der Torsperren an den Stadttoren.
30. Juni 1866 Wegfall der Konsumtionsakzise auf Gewerbe. Dafür ab 1. Juli 1866 Einfüh-rung der Gewerbesteuer.
30.06.1945, 09:00 Britisch-kanadische Einheiten verlassen Wismar
• 9:30 Uhr Übergabe des Kreises Wismar an russische Truppen
30. Juni 1946 Die private Hansawerft wird enteignet und in die neue Schiffsreparaturen-werft eingegliedert.
30.Juni 1948 Das Gaskontingent für Haushalte muss wegen des Mangels an Steinkohlen herabgesetzt werden. Die tägliche Verbrauchsmenge (0,4 bis 0,9 cbm) darf nicht überschrit-ten werden.
• Schlepper „Walfisch“ trifft nach gründlicher Überholung auf einer Rügener Werft wieder in Wismar ein.
• Gewerkschaft FDGB hat in Wismar 18.622 Mitglieder.
30. Juni 1970 Übergabe des „Ex(perimental)baus“, Ernst-Scheel-Straße 15 im Paketdecken-hubverfahren.
30. Juni 1979 Neueröffnung des Schabbellhauses als Stadtgeschichtliches Museum.
30. Juni 1979 Gründung des „Club maritim“, am 20. Mai 1983 im übergebenen Torraum des Wassertores am Alten Hafen.
30. Juni 1979 bis 7. Juli 1979 Festwoche zur 750 Jahrfeier Wismar (29. Juni Festveranstal-tung Stadtverordnetenversammlung in Sporthalle, 7. Juli Festumzug).
30. Juni 1993 Endgültiger Abzug der russischen Truppen (Rote Armee) aus Wismar. Hier waren das Mot.-Schützenregiment 288 und das Artillerie-Regiment 199 stationiert.
30. Juni 2003 Eröffnung das Technologie- und Forschungszentrum (TGF) Wismar mit Haus 4 im Holzhafen.

Juni 1629 Das schwedische Blockadegeschwader taucht erstmals in der Wismarbucht auf.
Juni 1850 Gründung Badeanstalt Wendorf.
Juni 1869 Der Rat genehmigt die Umsetzung der Wappenkartusche des kurz vorher abgeris-senen Mecklenburger Tores an das Portal des Zeughauses.
Juni 1906 Eröffnung der Dampf-, Wäsch- und Plättanstalt am Marienkirchplatz.
Juni 1907 Reparatur der Ziffernblätter von St. Mariens Turmuhr.
Juni 1907 Aufstellung eines Fernsprechers am Bahnhof.
Juni 1973 Erste Promotion an der Ingenieurhochschule.

Juli – Der Monat im Überblick

1. Juli 1629 Zwei dänische Kriegsschiffe, zwei Schuten und ein Boyer, laufen unbehelligt in den Hafen ein, beschießen die Stadt, versenken die zwei Schuten in der Hafenausfahrt und fahren am nächsten Tag wieder ab.
1. Juli 1855 Die „Großherzoglich-Mecklenburg-Schwerinsche Post“ führt Briefmarken ein.
1. Juli 1866 Die Torwachen werden in Pension geschickt, der Rat entscheidet sich, die Stadttore abzureißen.
1. Juli 1881 Bezug des Quartierhauses/Kaserne in der Scheuerstraße für die Soldaten und Unteroffiziere des Wismarer Infanterie-Regiments.1882 Ausbau des schwedischen Packhau-ses zur Kaserne in der Mühlenstraße.
1. Juli 1897 Aufnahme Wismars in den landständischen Verband des Großherzogtums Mecklenburg.
1. Juli 1945 Abzug der englisch-kanadischen Besatzungstruppen, Übernahme durch die Ro-te Armee.
1. Juli 1945 Dr. Connerth pachtet das Haus Parkstr. 43 (Phillip-Müller-Str.) und richtet eine Kinderklinik ein.
1.Juli 1948 Das ehemalige Kaufhaus Karstadt/Otto führt jetzt den Namen „Mecklenburgi-sches Kaufhaus VEB“(Volkseigen).
1. Juli 1955 Eröffnung des Kinder- und Jugendheimes „Gretel Walter“ am Schwedenstein.
1. Juli 1958 Zusammenfassung der Seehäfen Wismar, Rostock, Stralsund zu den vereinigten Seehäfen der DDR, Unterstellung unter den Rat des Bezirks Rostock.
1. Juli 1952 Gründung des VEB Bau-Union Wismar aus bestehenden Bauunternehmen.
1. Juli 1857 Einweihung des Bahnhofes Wismar.
1. Juli 1945 Kinderarzt Dr. Otto Connerth pachtet das Haus Parkstr. 43 (Ph.-Müller-Str.) von den Norddeutschen Dornierwerken und richtet eine Kinderklinik ein.
1. Juli 1947 Wagonfabrik Wismar wird in die Schiffswerft eingegliedert. 01.07.1949
• Ab Juli 1949 dürfen Personenkraftwagen sonntags ohne Fahrbefehl genutzt werden. Das führt zu Verärgerung bei allen, die kein Fahrzeug besitzen.
• Im August verkehren Omnibusse auch in die Ostseebäder und zum Teterower Bergringrennen.
• Die Bewirtschaftung von Auto-Batterien wird aufgehoben.
• Ab Oktober 1949 entfallen die Fahraufträge ganz; es sind künftig Fahrtenbü-cher zu führen.
1. Juli 1979 Nach mehrjähriger Rekonstruktion Wiedereröffnung des Heimatmuseums „Schabbelhaus“ als Stadtgeschichtliches Museum.
1. Juli 1992 Eröffnung einer Jugendarrestanstalt mit 16 Haftplätzen im 1890 als Armenhau-se erbauten und seit 1935 nach Neu- und Umbau genutzten Gefängnisses in der Kellerstraße
1. Juli 1999 Gründung der Kulturstiftung Nordwestmecklenburg als Bürgerstiftung. Ge-nehmigung am 6. Oktober 1999 durch das Innenministerium M/V.
1. Juli 2000 Die Werkstraße wird in Podeusstraße rückbenannt.
1. Juli 2016, Richtfest am „Lotsenhus“ am Alten Hafen. Bis Frühjahr 2017 sollen die 16 Ferienwohnungen und fünf Gewerbeeinheiten fertig sein.
1. Juli 2018 Wolfgang Kühl wird als Geschäftsführer des phanTechnikum eingesetzt. 2.Juli 1948 Wismar hat 2.410 Berufsschüler, Schulraum reicht nicht aus, ca. 14 Lehrkräf-te für verschiedene Fachgebiete müssten noch eingestellt werden.
• Ca. 1.300 Jugendliche, Männer und Frauen sind in den beiden Sportgemeinschaften Wismar-Süd und Wismar-Ost organisiert. Nach Zuteilung von Sportgeräten und Sportbekleidung könnte diese Zahl wesentlich erhöht werden.
3. Juli 1830 Der Architekt Helmuth Brunswig wird in Wismar geboren, wird von Hein-rich Thormann im Zeichnen ausgebildet und stirbt am 8. Juli 1898 in Wismar.3. Juli 1906 Die Straße Platter Kamp erhält ihren Namen. Ursprünglich eine Flurbezeichnung nach dem Besitzer „Jürgen Plate“.
3.Juli 1948 Von 10.142 Wohnungen mit 222.908 qm sind 3.600 Wohnungen mit 72.500 qm mit Umsiedlern belegt. Eine eigene Wohnung haben nur 828 Familien mit 2.484 Per-sonen; die Mehrzahl der Umsiedlerfamilien (3.085 mit 9.249 Personen) wohnen in Un-termiete. In Wohnwagen wohnen 1.020 Familien mit 3.060 Personen und 652 alleinste-hende Umsiedler; 78 alleinstehende Umsiedler sind in Massenquartieren untergebracht.

3.Juli 1949 Volkshaus: „Genossenschaftstag“: Kinderbelustigung, Kulturprogramme, Verlo-sungen, abends in beiden Sälen Tanz. Organisator: Konsumgenossenschaft.
3. Juli 1993 Eröffnung des wiedererbauten Hotels „Stadt Hamburg“ mit Erhaltung der Fassaden zur Marktseite.
2. Juli 1945 Besetzung Wismars durch die Rote Armee.
2. Juli 1912 Das Luftschiff LZ 11 „Viktoria Luise“ überfliegt die Stadt.
3. Juli 1945 Die Seuchengefahr wächst, das Haus Lindenstr. 38 (Dr. Leber-Str.) wird Ty-phusstation.
4. Juli 1917 Die ausgediente Dampfspritze der freiwilligen Feuerwehr wird auf dem Markt als Wasserwerfer gegen Demonstranten für höhere Lebensmitttelrationen genutzt.
4.Juli 1949 Kriminalität ist zurückgegangen. Sorgen machen zurzeit die „leichten Mädchen.“
• Von 25 straffällig gewordenen jungen Frauen und Mädchen wurden 21 mit Gefäng-nisstrafen zwischen drei und neun Monaten abgeurteilt.
• Zu den monatlichen Theatervorstellungen für die Mitarbeiter der Schiffsreparatur-werft fährt ab Wismar-Ost ein Omnibus des Betriebes.
4. Juli 1997 Eröffnet Andrea Niemann das Hotel „New Orleans“ im ehemaligen Interclub oder Restaurant „Hafenhalle“.
5. Juli 1859 Ausbruch der Cholera in Wismar.
5. Juli 1945 Die Wismarer müssen ihre Uhren nach Moskauer Zeit zwei Stunden vorstellen.
5. Juli 1991 1. Eröffnungskonzert der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern in der Heilig-Geist-Kirche.
5. Juli 1995 Anbringung des Schildes „Tittentasterstraße“ mit diebstahlsicheren Schrauben am Haus Markt 23, nachdem das Vorgängerschild nach nur einem Tag entwendet wurde.
5. Juli 2018 Michael Berkhahn ist erneut zum Senator und 1. Stellvertreter des Bürgermeis-ters in der Wismarer Bürgerschaft mit 25 Stimmen gewählt worden. Die Amtszeit beträgt 7,5 Jahre bis 2225.
6. Juli 1889 Einweihung der Mädchen-Volksschule am Badstaven (Pestalozzischu-le/Volkshochschule).
6. Juli 1945 Aufruf, nicht benötigtes Bargeld zur Bank zu bringen, um den Bargeldfluss nicht zu gefährden.
6.Juli 1949 Das am Wendorfer Weg eingerichtete Lehrlingswohnheim (eingerichtet von den Jugendämtern von Stadt und Kreis für Lehrlinge aus dem Kreis, die in Wismar lernen) kann noch nicht belegt werden, weil Decken und Matratzen fehlen. Eröffnung am 15. September 1949.
• Volkshaus: Konzert und Tanz in allen Sälen und im Garten, veranstaltet von der Volkssolidarität. Es musiziert die Landespolizei-Kapelle; zuvor Platzkon-zert im Lindengarten.
6. Juli 1990 In Wismar werden 1.200 Arbeitslose gemeldet. Einen Monat später steigt die Zahl auf das Doppelte.
7. Juli 1851 Fertigstellung des Militärlazaretts in der Rostockerstraße. Das Lazarett war notwendig geworden, nachdem das seit 1810 an der Ecke Papenstraße/Bliedenstraße vorhandene Militärlazarett nicht mehr den Anforderungen entsprach. Gebaut wurde das Haus ab 28. Februar 1847 mit einem Vertrag über die Überlassung des Grundstückes an den Großherzog nach den Plänen des Schweriner Architekten Georg Adolf Demmler. Aus dieser Zeit ist auch die Fassade original erhalten. 1929 wurde noch einmal umgebaut und erweitert. Anschließend zog das Finanzamt ein. Seit 1948/52 benutzt die Wismarer Polizei der Hansestadt das Haus. Eine grundlegende Sanierung und nochmaliger Umbau erfolgt in den Jahren 2013/15.
7. Juli 1947 Durch Befehl 93 der SMA wird die Demontage des ehemaligen Luftwaf-fenlazarettes beendet und Notwohnungen eingerichtet. Nach Antrag von zweiundzwan-zig Wismarern sowie Oberbürgermeister Herbert Säverin vom 17. Juni 1947 an den Minis-terpräsidenten, erhält es den Namen „Friedenshof“, ein Name, der später auf das gesamte Wohngebiet angewendet wird.7. Juli 1989 Laut Protokoll zwischen dem Rat der Stadt Wismar und der Wismarer Papierfabrik Roten Tor, werden alle Wahlunterlagen, wie Wählerlisten, Wahlscheine, Wahlniederschriften, Protokolle und Meldevordrucke, ver-nichtet.
8. Juli 1945 Hermann Willbrandt wird zusätzlich von den Russen in den Rat berufen und übernimmt die Kommandantur über das Polizeiamt.
8.Juli 1948 Aufstellung der in Wismar ansässigen Produktionsfirmen:
Wilhelm Müller Drahtwerke Rostocker Str. 4/6
Kuckei und Müller Matratzenwerk Lübsche Straße 67
Isolag Isoliermatten Am Hafen
G. Marsmann Papierfabrik Vor dem Mecklenburger Tor
Bruno Schütz Betonwaren Wilhelmstraße 40
Hans Clement Zementwaren Lübsche Straße 85
Fritz Immecke Ackerwagen Rostocker Straße 03
Haack und Co Ziegelei Hoher Damm
Ahrenshof * Ziegelei Vor Ahrenshof
Ernst Böckler Brunnen
Masch.-Bau Poeler Str.51
Wilhelm Benn Masch.-Bau Großschmiedestraße 43
C. Oberg Masch.-Bau Lübsche Straße 72
Brandt & Söhne * Maschinenfabrik Karl-Liebknecht-Str. 47
Schiffsreparaturwerft * Am Hafen
Hansewerft * An der Koggenoor
Städt. Landmaschinenbau Doktor-Leber-Str.
Joachim Eggert Dachpappenfertigung Vor dem Lübschen Tor
Johann Bogenhardt Dachpappenfertigung Vor dem Lübschen Tor
Johann Feldmann Holzindustrie Poeler Straße 84
Wilhelm Moll Kistenfabrikant Rosa-Luxemburg-Straße 30
WISETA (Wismarer Sei-fenfabrik) Seifenfabrik Hopfengarten
Walter Hoppe Strohschuhfabrik ABC-Straße 21
Hermann Böhlke Likörfabrik Lübscheburg
E.H. Magerfleisch Großdestillation Altwismarstraße 2
F.G. Michaelis Spirit./Likör Hinter dem Rathaus 1
Wilhelm Thoms Limonadenfabrik Platter Kamp 6a
Ernst Buggisch Fleischwarenfabrik Karl-Liebknecht-Straße 43
Molkereigenossenschaft Raiffeisen Hinter dem Chor
Ernst Hochhaus Herde/Öfen Mecklenburgerstraße 22
Carl Micheel Metallgießerei Vor dem Fürstenhof
Gehrke und Sohn Hobel-Sägewerk Am Hafen
Schreyer und Co Wismarer Hobelwerke Rostocker-Straße
Alfred Häußler Hobelwerk Lübsche Straße 83 d
Zuckerfabrik * Philosophenweg
* landeseigene Betriebe

• Ein neuer Tarifvertrag für Hafenarbeiter enthält Verbesserungen der Arbeitsbedin-gungen, das Mitbestimmungsrecht der Gewerkschaften und soziale Bestimmungen, die die bisherigen Tarifordnungen nicht enthielten.
8. Juli 1992 Gründung der Deutsch-Schwedischen Gesellschaft Wismar e.V.
10. Juli 1745 Gründung der Schützenzunft „zweiten Standes“ mit Schießplatz vor dem Altwismar Tor bei Karlsdorf (gegenüber Soldatenfriedhof), später Schützenkoppel (siehe 21. Mai).
10. Juli 1904 Bundesfest des DAS (Deutschen Arbeiter- Sängerbundes).
10.Juli 1945 Dauerausweise zum Betreten der Kommandantur erhalten OB Heinz Janert, Bürgermeister Carl Keuscher, Kämmerer Hans Raspe, die Stadträte Wilhelm Bleeck, Wil-helm von Hoff, Ernst Marwedel, Willbrandt, Karl Fritz, Ernst Ballerstaedt, Karl Moritz, der stellvertretende Landrat Schmidt, Geschäftsführer Paul Wreth, die Sekretäre Herbert Säverin, Hermann Rhein und Erika Rittich.
10. Juli 1947 Befehl: Weitere Rekonstruktionen und Baumaßnahmen im Hafen.
10. Juli 1992 Eröffnung des Wismarer Frauenhauses in der Schulstraße 14.
10. Juli 2000 Kiellegung der Poeler Kogge.
10. Juli 2001 Die Fischer erhielten als Ersatz für verloren gegangene Schuppen auf der Fi-scherkuppel neue Fischerhütten mit Spitzdach.
11. Juli 1311 Fürst Heinrich der Löwe (von Mecklenburg) greift Wismar militärisch an, um seinen Stammsitz einzurichten.
11.Juli 1945 Klavierkonzert von Prof. Hans Beltz, Berlin im Stadttheater.
• Aufruf auf dem Programmzettel an die Wismarer Musikinstrumente, Kostüme und Trachten aller Art im Theater abzugeben. „Spielfreudige Damen und Her-ren jeglichen Alters“ zur Mitwirkung in der Niederdeutschen Bühne gesucht.
• Ankündigung kostenlosen Tanzunterrichts in der dem Theater angegliederten Ballettschule
12. Juli 1848 Aufnahme des Eisenbahnbetriebes in Wismar. Strecke Schwerin-Wismar.
12. Juli 1874 Fritz Reuter in Eisenach gestorben.
12. Juli 1924 Die Wismarer Kaufmanns-Kompagnie eröffnet ihr neues Haus in der Lübschen Straße 21/23
12. Juli 1963 Internationales Kriterium für Rennrad auf dem Hanseatenring.
13. Juli 1945 Karl Keuscher (KPD) wird zum Bürgermeister berufen.
13.Juli 1949 Zirkus Barlay baut auf dem Marktplatz auf und beginnt 20:00 Uhr mit der ers-ten Vorstellung.
• Zu gleicher Zeit spricht im Maxim Gorki Haus der Vizepräsident der Britisch-
• Sowjetischen Gesellschaft, Edgar Young, in einer stark besuchten Versammlung.
• Abschlussprüfungen an der Geschwister-Scholl-Schule haben gezeigt, „dass die Ge-schwister- Scholl-Schule sich auf dem richtigen Weg befindet, und die allgemeine Entwicklung in der Schule zeigt, dass die Schüler politisch denken und handeln, denn die FDJ-Schulgruppe hat eine ständig wachsende Mitgliederzahl aufzuweisen, und die Patenschaften mit den Pioniergruppen sind ein Zeichen reger politischer Tä-tigkeit.“

14. Juli 1926 Gausängerfest in Wismar und Werbekonzert mit Festumzug.
14. Juli 1945 1.600 Umsiedler treffen auf dem Bahnhof Wismar ein und müssen unterge-bracht werden. Flüchtlingslager bestehen bereits auf dem Germania-Sportplatz am Wendor-fer Weg, in der Knaben-Mittelschule (Goetheschule) und in der Ingenieur-Akademie in der Neustadt. Neu kommen hinzu: RAD-Lager Rostocker Straße, in Oevelgönne an der Poeler Straße, Am Torney.
14. Juli 1949 Bei der Fischräucherei Wesenberg wird ein 2,60 Meter lange Walfisch ausge-stellt, der in der Bucht bei Hoben gefangen worden ist.
14. Juli 2014 Baubeginn und Sanierung der ehemaligen Werft Kai im Westhafen mit einer Investition von 1,9 Mio. €. Fertigstellung als Promenade und Anlegeplatz für 20 Sportboote an Schwimmliegestege 2016.
15. Juli 1949
Zigaretten- Sorten der Vereinigung Volkseigener Betriebe Tabak
„Solo“ Stück 25 Pfennig
„Club“ Stück 30 Pfennig
„Sport“ Stück 40 Pfennig
„Prima“ Stück 50 Pfennig
„Extra“ Stück 60 Pfennig

15. Juli 1993 Erster Auftritt von Tanzensembles des CIOFF Festivals in Wismar.
16. Juli 1935 Schließung des Wismarer Logenhauses und Enteignung der Freimaurer.
17.Juli 1945 Gemeinsames Plakat von KPD und SPD zur „restlosen Einbringung der Ernte mit allen Mitteln „Aufforderung an die Wismarsche Bevölkerung!“ Zur Einbringung der Ernte werden Männer zwischen 14 und 60, Frauen zwischen 14 und 35 verpflichtet, sich bis 20.08. beim Arbeitsamt zu melden. Schüler werden durch die Schulen erfasst. Wer sich wei-gert, „hat zwangsweise Einziehung und Bestrafung“ zu erwarten.“
17. Juli 2010 Amtswechsel im Bürgermeisteramt. Dr. Rosemarie Wilcken -Thomas Beyer.
19. Juli 1781 Großer Brand am Fürstenhof machen aufwendige Reparaturen nötig.
19. Juli 1803 Ratifizierung des Vertrags von Malmö durch den König von Schweden.
19. Juli 1945 Einundsechzig Polizisten erhalten ihr Entlassungsschreiben, neue Polizisten kommen aus der organisierten Arbeiterschaft.
• Befehl des Chefs der SMAD, Nr. 2 zur Einbringung der Ernte, „die gesamte arbeits-fähige Land- und Stadtbevölkerung, wie auch das gesamte landwirtschaftliche In-ventar, das Zugvieh, den Trecker- und Autopark bei der Ernte zwangsweise heranzu-ziehen.“ Bei Weigerung sollte den Familien Lebensmittelkarten entzogen werden o-der Geldstrafen verhängt werden. Saboteure des Ernteeinsatzes werden vor Gericht gestellt und nach Kriegsgesetzen abgeurteilt.
18. Juli 1956 Inbetriebnahme der größte Kali-Kippanlage Deutschlands. Sie hatte zwei Kippdrehscheiben, von denen je ein Eisenbahnwaggon etwa 60 Grad emporgehoben werden kann. Durch eine trichterförmige Vorrichtung läuft die auf ein unterirdisch laufendes Trans-portband, das über 200 Meter das Kali bis zum Lagerraum des zu beladenen Schiffes.
19./20. Juli 1940 3. Luftangriff: Luftangriff mit vier bis sechs Kampfflugzeugen vom Typ „Mosquitos“ der Royal Air Force in der Nacht mit vier Spreng- und etwa dreißig Brand-bomben.
20. Juli 1629 Erstmalige Bezeichnung das Wismar vorgelagerten Insel als Walfisch in einem Wismarer Ratsprotokoll.
20. Juli 1919 Dr. jur. Hans Raspe geb. 13.8 1877 in Bad Doberan, wird erster deutschnatio-naler Bürgermeister in Wismar. Amtsantritt am 1. August 1919 für zehn Jahre. Verstorben am 19. Juni 1957 in Wismar.
20.Juli 1949 Theater: Gemeinsame Mitgliederversammlung aller antifaschistischen Parteien und Organisationen in der Nationalen Front. Kulturelle Umrahmung mit Volkskunstgruppe Schiffswerft, FDJ-Mandolinengruppe Rerik, Stadttheater, FDJ-Chor; Referat „Was ist die Nationale Front?“ von Stadtrat Otto (LDPD).
20. Juli 1971 Erstes Tierparkfest im Köppernitztal.
20. Juli 1977 Schausteller Johannes Seeler gestorben.
20. Juli 2001 Michael Berkhahn (CDU), geb.7.11.1956, wurde für die Dauer von 7 Jahren zum Senator für Bauwesen und kommunale Betriebe sowie 2. Stellvertreter der Bürgermeis-terin ernannt. Am 20.07.2008 erfolgte für sieben Jahre die erneute Ernennung bzw. Wieder-wahl. Am 11.03.2011 wurde Michael Berkhahn für die Dauer von 7 ½ Jahren zum 1. Stell-vertreter des Bürgermeisters ernannt.
21. Juli 1905 Kapitän Kommerzienrat Heinrich Podeus gestorben.
21. Juli 1940 4. Luftangriff: Einen platzierten Abwurf von etwa 35 Sprengbomben und 60 Brandbomben auf Wismar. Dabei wurden Gebäude und Gleisanlagen der Zuckerfabrik be-schädigt. Die von der Zuckerfabrik geltend gemachten Schadensansprüche an das Kriegs-schäden-Amt beliefern sich dabei auf 118.000 Reichsmark. Weitere Einschläge gab es in der Rabenstraße und am Philosophenweg. Bombensplitter beschädigten zwei Flugzeuge der Norddeutschen Flugzeugwerke von Dornier auf dem Hafffeld.
21.Juli 1949 Das Gaskontingent für Haushalte wird erhöht.
• Torf wird nur noch zögernd gekauft, obwohl seine Qualität gut ist. Der Verkaufspreis musste zwangsläufig (auf 3,80 Mark/Zentner) zurückgenommen werden.
22. Juli 1849 Erstfahrt des Schaufelrad-Dampfschiffes „Friedrich Franz II“.
22. Juli 1962 Historiker Dr. phil. Reno Stutz in Wismar geboren.
23. Juli 1539 Blitzeinschlag in die Marienkirche, Turm und Dach brennen, Zerstörung der Stundenuhr im Chorumgang.
23. Juli 1781 Bericht des Tribunals an die schwedische Krone über die Brandschäden am Fürstenhof; zerstörtes Dach, verbrannte Bibliothek, zerstörte Decken und Treppen, Einsturz-gefahr der Archivgewölbe.
22. Juli 1940 5. Luftangriff: Es erfolgte spät abends Fliegeralarm. In der Zeit von 0.30 Uhr bis 2.45 Uhr griffen zwölf englische Kampfflugzeuge die Stadt an. Dabei fielen ca. fünfzig Sprengbomben und etwa gleich viele Brandbomben. Der Angriff erfolgte sehr ungenau und Menschenleben waren nicht zu beklagen. Es wurde ein Schuppenkomplex am Hafen zerstört und ein vor Anker liegender schwedischer Dampfer von einer Brandbombe getroffen. In der Siedlung Dargetzow waren leichte Schäden an Wohnhäusern zu verzeichnen.
23.Juli 1945 Bekanntgabe der Verpflichtung durch den OB für jeden Grundstückseigen-tümer, täglich den Bürgersteig und die Fahrbahn bis zur Mitte zu fegen. Bauschutt ist durch die Hauseigentümer oder Bauunternehmer selbst abzufahren
24.Juli 1945 Rat der Stadt erklärt die von englischer Besatzungsmacht erlassenen Gesetze für unwirksam.
24. Juli 1948 Ingenieur Hugo Sachs (57), seit März Direktor der Landmaschinenbau GmbH, konstruierte aus dem Material eines alten Autos einen „Feder-Schmiedehammer“. Antrieb über ein Auto-Differentialgetriebe.
25. Juli 1363 In der Hansestadt Wismar findet erstmalig ein Hansetag statt. Am 1. Novem-ber 1411 der zweite in der Wismarer Geschichte und letzte in Wismar.
25. Juli 1936 Besuch der U-Boot Flottille „Weddigen“ mit drei U-Booten in Wismar. Die U-Boot Flottille „Weddigen“ (benannt nach Otto Weddigen, U-Boot Kommandant im WK 1) ist am 25. September 1935 in Dienst gestellt und markiert den Beginn der Wiederaufrüs-tung mit U-Booten der Nazis.
25. Juli 1940 6. Luftangriff: Um 1.30 Uhr warnten die Sirenen die Bürger Wismars vor briti-schen Flugzeugen. Im Hochangriff warfen drei Bomber vier Spreng- und dreißig Brand-bomben, die auf der Gemarkung Fliemsdorf detonierten, wo ein Scheinflugplatz zur Irritati-on des Gegners errichtet worden war. Die Stadt selbst wurde nicht getroffen.
25. Juli 2003 Auf den Dalben in der Hafeneinfahrt werden nach altem Vorbild in der Zeit vom 24.7. – 31.7.2003 wieder die Schwedenköpfe aufgestellt.
25. Juli 2006 Eröffnung das Technologie- und Forschungszentrum (TGF) Wismar mit Haus 5 und 6 im Holzhafen (Multimedia Port).
26. Juli 1925 Logiker Hofrat Prof. Dr. Gottlob Frege gestorben.
26. Juli 1945 Anordnung zur Registrierung aller verbliebenen Kraftfahrzeuge.
27. Juli 1824 Schützengesellschaft eröffnet ihr Schützenhaus mit einem Festmahl der verei-nigten Schützengesellschaften.
27. Juli 1903 Kapitän Wilhelm Bade gestorben.
27. Juli 1945 Einrichtung eines Hilfskrankenhauses mit 200 Betten in der Großen Stadtschu-le.
27.Juli 1948 Bei einer Überprüfung der Schlachterläden hatte Schlachtermeister Robert Werner, Hinter dem Rathaus, die beste Wurst.
27.07.1949 Grußadresse des Rates der Stadt an die „Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische-Freundschaft“, anlässlich des Namenswechsels (bisher: „Gesellschaft zum Studium der Kul-tur der Sowjetunion“)
27.Juli 1949 Volkshaus der Deutsch-Sowjetischen-Freundschaft „Freundschaft mit der Sowjetunion – eine Existenzfrage des deutschen Volkes“ (Großer Saal bis auf den letzten Platz gefüllt).
27. Juli 2015 Das Stadthaus am Markt ist nach 18-monatiger Sanierung für die Bereiche Bürgerbüro, Finanzverwaltung und Wohnungswesen der Hansestadt Wismar fertiggestellt. Die Baukosten beliefen sich auf 4,27 Millionen Euro.
28. Juli 1298 Fürst Heinrich I. „der Pilger“ (1230 – 2.1.1302), kehrt nach 25-jähriger Gefan-genschaft wieder nach Wismar zurück. Begab sich 1272 auf Pilgerfahrt in das „Heilige Land“, wurde 1273 gefangengenommen und war 25 Jahre in Kairo in Gefangenschaft.
28. Juli 1699 Drei Pulvertürme am Lübschen Tor explodieren – große Teile der Stadt wer-den zerstört.
28. Juli 1928 Gründer der Ingenieurakademie Robert Schmidt stirbt in Wismar, Bohrstraße 15.
29. Juli 1940 7. Luftangriff: Zwischen 0.18 Uhr und 3.10 Uhr griffen erneut britische Bom-ber Wismar an, die etwa zwanzig Sprengbomben abwarfen. Tote waren bei diesem Angriff nicht zu beklagen. Es wurden jedoch Häuser am Rosenweg beschädigt und das Treibhaus der Gärtnerei Teude völlig zerstört. Zwischen dem 29. Juli 1940 und dem 24. September 1942 ertönten noch 133mal die Sirenen und kündeten englische Fliegerverbände an.
29.Juli 1945 Große Stadtschule wird Hilfskrankenhaus mit 200 Betten.
28.Juli 1948 Grubenmühle hat eine tägliche Kapazität von ca. 20 t. Der Speicher fasst 400 t Korn. Das Mahlgut ist von guter Qualität. Eine 1945 selbst gebaute Grützanlage, die „nicht gerade sehr ansprechend aussieht“, arbeitet zufriedenstellend.
29.Juli 1948 An Stelle des ausgefallenen Motorschiffes „Swante“ verkehrt MS „Blitz“ zwi-schen Hansewerft/Wismar und Kirchdorf/Poel. Abfahrten Wismar 7.00 Uhr, 11.00 Uhr, 14.30 Uhr; Kirchdorf 8.15 Uhr, 13.00 Uhr, 16.00 Uhr. Fahrgäste stellen sich eine halbe Stunde vor Abfahrt oder früher an, viele müssen zurückbleiben. –
• Der „Blitz“ lag als Wrack in der Hansewerft, ist wieder flottgemacht worden.
29. Juli 1950 Eröffnung Betriebsambulatorium der Werft.
30. Juli 1935 Der Umbau des Zeughauses zur Ingenieur-Akademie ist abgeschlossen.
30.Juli 1945 Registrierung sämtlicher Kraftfahrzeuge in Wismar.
30.Juli 1948 Kurzreportage der Landeszeitung über Tauschzentrale Wismar in der Krämer-straße. Getauscht werden nur Gebrauchtgegenstände (hauptsächlich Schuhe), Lebensmittel werden nicht angenommen. Der Laden macht einen sauberen Eindruck. Etwa 50 Tauschge-schäfte fallen pro Tag an; 25 bis 30 kommen zur Zufriedenheit der Partner zustande. Der Inhaber bekommt 25% des Friedens-Schätzwertes und 10%, wenn ein Geschäft aus irgend-einem Grund nicht abgewickelt wird.
31. Juli 1945 Der Rat trifft Maßnahmen zur Umsiedler Betreuung, bei Nichtbefolgung dro-hen Ausweisung, Entzug der Lebensmittelmarken oder zusätzliche Einquartierung.
31.Juli 1948 Im Hafen wird ein neuer Getreideheber in Betrieb genommen. Saugmaschine leistet 50 t pro Stunde. „Der Massenumschlag an Getreide macht uns besondere Schwierig-keiten, weil die vorhandenen Anlagen dazu nicht ausreichen. Obgleich die Wismarer Getrei-desilos sehr modern gebaut sind, müssen wir die Saugvorrichtungen stark beanstanden, denn die Kapazität von 20-30 t pro Stunde ist für große Schiffe unzureichend.“
31.Juli 1949 Eine „Liste aller Kulturschaffenden“ zählt auf:
• 9 Juristen
• 44 Ärzte
• 9 Apotheker
• 173 Techniker/Ingenieure
• 39 Schauspieler/Regisseure u.a.
• 38 Musiker/Komponisten u.a.
• 7 Maler/Bildhauer/Kunstgewerbe
• 28 Kulturfunktionäre

August – Der Monat im Überblick

1. August 1946 Waggonfabrik wird sowjetische Aktiengesellschaft.
1. August 1947 Befehl über Wiederaufbauarbeiten in den Häfen Wismar, Rostock, Warnemünde, Stralsund.
01.Juli 1949 Städtisches Jugendamt in Zusammenarbeit mit der Pionierorganisation veran-staltet die örtliche Ferienerhaltung der Kinder. Die Erholungsstätten befinden sich im Sport-lerheim Wendorfer Weg, im Volkshaus und in der Gaststätte „Rotenthor.“ Es gibt zweimal am Tage Brötchen und ein Mittagessen. Dauer der Aktion bis 27.August 1949.
1. August 1950 Baubeginn der neuen Werft (MTW).
1. August 2011 Fertigstellung von 21 betreuten Wohnungen im Seniorenzentrum Lübsche Burg. Eröffnung Pflegebereich am 1. Januar 2012 im Seniorenzentrum Lübsche Burg sowie Lübsche Burg 2 und 4 mit 84 Pflegeplätzen. Ab 1.04.2013 Tagespflege mit 14 Plätzen. 2009 Beginn der Sanierung und Umbau einer Kaserne (Mannschaftsgebäude der Wehr-macht, errichtet 1937).
1. August 2012 Gründung des „Fördervereines Alte Schule zu Wismar“, hervorgegangen aus einer 2010 gegründeten Bürgerinitiative. Der Verein löste sich zum 31.12.2017 auf.
2.-16.August 1945 Schützenhaus: Gastspiel des Stadttheaters Warnemünde: „Bunte Büh-ne“ mit 12köpfigem Orchester, Elfriede Woldt und Rita Kluck (Gesang), Klein-Hilda, Sigrid und Uschi (Tanz), der großen Illusions-Schau von Allegro und Partnerin sowie den Drei El-dorados und einer lustigen Zebra-Dressur. Sonntags wurde für 2,50 RM zu Konzert und Tanz mit Varieteeinlagen in beiden Sälen des Hauses eingeladen.
2.Juli 1949 Landeszeitung berichtet von der ersten Schulentlassungsfeier mit über 200 Ent-lassenen aus den 8. Klassen im großen Saal der Volksbühne. Bewirtung mit Kaffee und Ku-chen, Redner: Oberbürgermeister Säverin und Kreisschulrat Dethloff.
2. August 1991 Aktion „Saubere Stadt“ der Wismarer „Mittwochsrunde“. Am 2.8.1991 werden an verschiedenen Orten Container aufgestellt, wo die Bürger kostenlos ihren Sperr-müll entsorgen können. Es werden vom 3.8.-5.8.1991 nahezu 2.800 m³ Sperrmüll eingesam-melt.
2. August 1918 Der Wismarer Kaufmann Siegfried Wahrmann und spätere, seit 1977, Präses der Synode der EKDDR ist in Wismar geboren. Am 16. März 1996 ist er in Wismar verstor-ben.
2.August 1945 Vom Militärkommandanten der Stadt Wismar Major Bisunow erlassener Befehl Nr. 1 der SMAD Wismar: Prof. Janert wird von seinen Pflichten als OB entbunden und verlässt Wismar, um Prof. in Greifswald zu werden. Karl Keuscher wird OB, 1. Bür-germeister Ernst Marwedel. Landrat des Kreises Wismar wird Robert Brinckmann, Stellver-treter August Wilke, Dezernent für Kommunalverwaltung Franz Schmidt.
3.August 1945 Weiterer Zuzug von Flüchtlingen nach Wismar, die vor 1.9.1939 nicht ihren Wohnsitz in Wismar hatten, wird verboten. Freiwerdende Wohnungen sind durch Hausbe-sitzer oder Wohnungsinhaber dem Wohnungsamt zu melden. Ohne Einweisungsschein des Wohnungsamtes dürfen Flüchtlinge und Evakuierte weder Privat- noch Massenquartiere beziehen. Bei Zuwiderhandlung Entzug der Lebensmittelkarte bzw. „fühlbare zusätzliche Einquartierung“ 03.08.1949
• Einrichtung der Friedensschule ist bis auf Wandtafel, einige Stühle für den Zei-chensaal und Ausrüstung für das Rektorenzimmer komplett. Bänke für 500 Schüler sind vorhanden.
4. August 1944 9. Luftangriff: Es griffen erstmals der 8. US Air Force die Stadt an. Es wur-den Häuser am Klußer Damm, Am Torney und in der Poeler Straße beschädigt.
4.August 1945 Reisezugverkehr auf Strecke Schwerin – Wismar – Rostock wird wiederauf-genommen.
4.August 1949 Die Rostocker Straße zwischen Landratsamt an der rechten Seite bis zum Mühlenteich- Wehr wird um 3 Meter verbreitert, die Vorgärten verschwinden. Da die Reichsbahn die Gleisanlagen verbreitert, wird der Fußgängertunnel Rostocker Straße verlän-gert.
4.August 1957 – 4. Hanseatenring-Rennen für Motorräder und Autos.
4. August 1960 Tragische Entscheidung der Wismarer Stadtverordnetenversammlung – die Sprengung von St. Marien ist beschlossen.
5. August 1945 Volkszählung in der Stadt, um einen Überblick über den Zuzug von Flücht-lingen und verbliebenen Wohnraum zu erhalten. 41.900 EW. Orgelkonzert in St. Nikola von Lisa Grützmacher.
5.August 1949 Landeszeitung vom 05.08.1949 berichtet über 1. Kreis-Wirtschaftskonferenz der SED: Steigerung der Arbeitsproduktivität, Leistungslohn unter Zugrundelegung tech-nisch begründeter Arbeitsnormen, innerbetrieblicher Wettbewerb. Erfahrungsaustausch zwi-schen den Betrieben.
• Auf dem Marktplatz trifft über Warnemünde aus Dänemark kommend die Friedens-stafette zu den Weltjugend-Festspielen in Budapest ein. 12:15 Uhr Weiterleitung in Richtung Schöneberg.
5.August 1956 – 2. Rennen auf dem Hanseatenring für Motorräder und Seitenwagengespan-ne, sowie Autos.
5. August 1995 Erstes Wismarer Buchtschwimmen der DLRG Wismar von Hinterwangern auf der Insel Poel nach Hohen Wieschendorf. Initiator der 3,5 Kilometer langen Strecke ist Dr. Joachim Behrens (Jahrgang 1947).
6.August 1949 Richtfest am Flöter Weg. Auf der Richtfest-Kundgebung sprechen Kollege Jeßke (Landesvorsitzender IG Bau), OB Säverin, Dr. Witte (Wirtschaftsminister), Oberst Kusmitschew: „er freue sich, vom 3. Stock aus zu sprechen, lieber täte er es vom 12. Stock. Er fand besonders warmen Beifall.“ Demonstration vom Flöter Weg zum Volkshaus mit Blasmusik durch die Stadt.
• Bauarbeiten zurzeit auch in ehemaligen Luftwaffenlazarett (73 neue Wohnungen) und an der Poliklinik.
6. August 1960 Erste Sprengung von insgesamt vier an St. Marien (10., 16. und 26. August weitere Sprengungen).
7.August 1945 Hansewerft erhält einen Kredit zur Sicherung der Lohnzahlungen.
7. August 1970 Einweihung der Hochbrücke – mit 400 Metern längste Spannbetonbrücke der DDR (15 Mio. Mark Baukosten).
7. August 1967 Inbetriebnahme des Wasserwerkes Friedrichshof und Stilllegung des Was-serwerkes am Turnplatz.
7. August 1931 Gottfried Kiesow, Ehrenbürger von Wismar 2004, geboren. Gestorben 7. November 2011.
8.August 1945 Marktplatz: 20 Uhr Massenversammlung zum Thema „Die Lebensfrage unse-res Volkes“ mit Bezirksbürgermeister Fritz Polz, Mittelschullehrer Emil Rohmann (beide parteilos), Stadtrat Karl Moritz, Leiter des Arbeitsamtes (SPD) und August Wilke, stellv. Landrat (KPD).
8.August 1949 Volkseigene Kleiderwerke Wismar, Mecklenburger Straße 9: 33 Frauen, 12 Männer produzieren Herrenanzüge in Sportform. „Jeder Anzug wird … friedensmäßig mit Futter, Wattierung usw. angefertigt.“ Betrieb plant Erweiterung auf gleichem Grundstück. Im Januar 1950: 85 Beschäftigte; Tagesproduktion: 50-60 Herrenanzüge.
8. August 2005 Eröffnung der Hauptgeschäftsstelle der Volks- und Raiffeisenbank eG Wismar in der Mecklenburger Str. 12 – 16. Verlegt von der Großschmiedestraße 11 hierher.
9. August 1945 Auftragserteilung zur Vorbereitung der Wiedereröffnung der Ingeni-eursakademie.
9. August 1948 Das Karstadt Kaufhaus firmiert jetzt als „Mecklenburgisches Kaufhaus VEB“.
09. August1959 – 7. Hanseatenring-Rennen für Motorräder und Seitenwagengespanne, so-wie Autos. Es waren 102 Fahrer am Start, die fünf Rennen fuhren. Im 2. Rennen gab es in der 56. Runde in der Südkurve einen schweren Unfall. Das Rennen wurde von Ausweisfah-rer mit Motorrädern der 250 ccm Klasse gefahren. Ein Fahrer aus Sachsen und zwei Zu-schauer starben dabei und es gab neun Schwerverletzte. Das Rennen wurde daraufhin abge-brochen und es fanden keine Motorrennen mehr statt.
10. August 1882 Verleger Dethloff Carl Hinstorff gestorben.
10. August 1959 Eröffnung Betonwerk Lenensruher Weg.
10. August 2018 Übergabe des Straßenprojektes „Schweriner -Tor-Kreuzes“ Die täglich von 17.000 tangierte Kreuzung wurde 2016 begonnen und hat in 28 Monaten Bauzeit 3,7 Millio-nen € gekostet.
11. oder 12. August 1944 10. Luftangriff: Durch die 2. US Bomberdivision. Es existieren keine Dokumente und Angaben über personelle und materielle Schäden.
11.August 1948 46.648 Umsiedler zählt der Kreis Wismar
davon aus Ostpreußen 20483
Schlesien 2286
polnische Gebiete 1909
Jugoslawien 559
Brandenburg 2177
CSR 5676

• Das Wohnungsamt soll die Anwerbung eines Kinderarztes, eines Frauenarztes und eines Internisten unterstützen.
12.August 1948 Bekanntmachung betrifft Anfertigung von Lichtbildern, mit Verzeichnis der Wismarer Fotoateliers – da die Anfertigung neuer Personalausweise „in absehbarer Zeit“ geplant ist.
12.August 1949 Die Sportgemeinschaften „Wismar-Süd“, der Deutsch-Sowjetischen-Transport-Gesellschaft und der Schiffsreparaturwerft haben sich zur „Zentral-Sportgemeinschaft Anker“ zusammengeschlossen. Die Arbeiten am Sportplatz Bürgermeis-ter-Haupt-Straße gehen zügig voran.
12. August 1951 Weihe der Bartning-Kirche (Neue Kirche am St. Marien-Kirchhof) Ent-wurf: Kirchenbaumeister Prof. Otto Bartning.
13. August 1850 Der Seidenkrämer Carl Drewes erhält in Wismar das Bürgerrecht. Er ist am 8.2.1822 in Krickow bei Neustrelitz geboren und verstarb am 23.8. 1892 in Wismar. Seit 1864 gehörte er bis zu seinem Tod, dem Wismarer Rat als unbesoldeter Ratsherr und Senator an. 1885 wurde auf seine Initiative eine Anlage vor dem Mecklenburger Tor, das „Drewes-wäldchen“ geschaffen. Der Kaufmann Wilhelm Hermes stiftete 1902 für Senator Drewes einen Gedenkstein am Weg.
13. August 1951 Demontage des Seegrenzschlachthauses im Hafen.
14. August 1670 David Mevius gestorben.
14. August 1711 Beginn der ersten Belagerung der Stadt durch die Dänen im Nordischen Krieg.
14. August 1935 Aufstellung eines Prangers (Marktplatz bei Trinkhalle) durch die National-sozialisten. Es werden Bilder von Wismarern und Juden aufgehängt, die gegen die Ideologie der Nationalsozialisten verstießen.
14. August 1945 Neun Orchestermitglieder des Theaters bekommen trotz ihrer Vergangen-heit im SA-Musikkorps eine Berufserlaubnis auf Widerruf, die anderen nicht.
14.August 1945 Willi Blumtritt, KPD, wird auf Weisung des Militärkommandanten in den Rat der Stadt berufen.
14. August 1945 Der Kindergarten in der Neustadt 24 wird vom Wohlfahrtsamt übernom-men und eröffnet.
14.Auigust 1949 Kreistreffen der FDJ in Wismar: Demonstration vom Turnplatz zum Marktplatz, Kundgebung: Referent Kreisvorsitzender Brüngel, Kultur- und Sportveranstal-tungen.
14. August 1990 wird die SG Dynamo Wismar in PSV Wismar e.V. umbenannt und steht damit in der Tradition des 1922 gegründeten Wismarer Polizeisportvereines. Der SG Dyna-mo Wismar wurde am 27. März 1953 als Polizeisportgemeinschaft Wismar gegründet. Am 17. April 2009 wird die SG Dynamo Wismar e.V. nach 19 Jahren mit zunächst sieben Mit-gliedern neugründet. Der Verein sieht sich in der Tradition des 1953 gegründeten SG Dy-namo.
15. August 1929 Der Stralsunder Museumsdirektor, Dr. Adler, hat die Konzeption und Ordnung des Museumsbestandes übernommen. Das Museum in der renovierten Alten Schule wird zur 700-Jahr Feier Wismars der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
15.08.1945 Antifaschistischer Jugendausschuss wird vom OB gegründet, 5 von ihm berufe-ne Mitglieder.
15.August 1948 In Schwerin Konferenz der Leiter und Funktionäre der volkseigenen Be-triebe Mecklenburgs. Wirtschaftsminister Dr. Witte (CDU) eröffnet die Konferenz. Es spre-chen Ministerpräsident Wilhelm Höcker, 15 Diskussionsredner (aus Wismar keiner erwähnt) und Minister Hans Warnke. Auseinandersetzung zwischen Genosse Kurt Bürger und Wirt-schaftsminister Witte, der daraufhin den Saal verlässt.
15.August 1949 Richtfest bei den Wismarer Stadtwerken. In der Gasanstalt sind 4 neue Kammern errichtet worden, so dass das Werk jetzt über insgesamt 8 verfügt.
15. August 1951 Anerkennung der Vereinigten Stiftungen (hervorgegangen aus den Geistli-chen Hebungen) der Hansestadt Wismar. Sie wird am 4. April 1996 neu gegründet und hat einen autonomen Rechtsstatus. Zum Eigentum der Stiftung gehören mehr als 50 ha unbebau-te Grundstücke mit landwirtschaftlicher oder gewerblicher Nutzung sowie eine Immobilie in Erbbaurecht, eine Kindertagesstätte und 8 vermietete Wohnhäuser. Die Stiftung dient der Unterstützung bedürftiger Personen, die ihren Wohnsitz im Stadtkreis Wismar haben.
15. August 1952 Die OSTSEE-ZEITUNG ist Wismars einzige regionale Tageszeitung. Sie löste damals die ab 1946 erscheinende Landes-Zeitung ab. Seit dem 6. Dezember 1749 gab es mit den „Wismarschen Intelligentz= und andere Nachrichten“ die erste regelmäßige Zei-tung bis zum 6. Juni 1750. Ab 1783 erschienen dann die „Wismarschen privilegierten wö-chentlichen Ausgaben“ und seither versorgen Zeitungen mit den unterschiedlichsten Namen bis heute die Wismarer mit den notwendigen Informationen.
15. August 1991 Gründung der Stadtwerke Wismar GmbH (ab 1. März 1992 auch für die Wasserversorgung zuständig).
15. August 1948 Einweihung des Ehrenfriedhofes der Roten Armee für 348 gefallene Mili-tärangehörige auf dem Wischberg. Am 8. Mai 1970 wurde im Ehrenmal eine Kartusche mit russischer Erde eingelassen.
16.August 1949 Private Hausbesitzer können jetzt auch Dachgeschoßwohnungen oder zer-störte Wohnräume ausbauen. Die städtische Bauverwaltung stellt Material bereit und vermit-telt Kredite.
• Im Lindengarten gibt es keine Privatäcker mehr, auch die Anlagen am Volkshaus, in der Dahlmannstraße und an anderen Stellen der Stadt sind oder werden instandge-setzt.
16. August 2003 Eröffnung und Übergabe der Osttangente mit Verkehrsfreigabe.
16. August 1835 Frau Susanne Ockel (geb. 16.August 1757) stirbt in Wismar mit 78 Jahren und wird am 17. August 1835 in St. Marien beigesetzt. Mit ihr hören die Bestattungen in den Wismarer Kirchen auf. Susanne Ockel hatte der St. Marienkirche ein Legat von 500 Ta-lern hinterlassen, mit der Bedingung, dass sie in St. Marien neben ihrem Mann bestattet wer-de.
16.August 1948 Sämtliche Anlagen, wie der Lindengarten der Stadt, soweit sie das Stadt-bild beeinflussen, sind ab sofort nicht mehr als Acker oder Anpflanzungen für Gemüse, Rü-ben und Kartoffeln zu nutzen.
16. August 1956 Gründung des Numismatik e.V. als Fachgruppe Numismatik des Kultur-bundes. Diese waren die Initiatoren für andere Arbeitsgruppen im Norden der DDR.
17. August 1880 Einweihung des Neubaus (Architekt Helmuth Brunswig aus Wismar) der Knaben-Bürgerschule (Schwarzes Kloster Peter und Paul). Die Kirche wurde abgerissen und der Chor blieb für Turnhalle und Aula erhalten. Seit 6.11.1948 ist es die Goethe -Schule, heute IGS Johann Wolfgang von Goethe-Schule.
17.August 1948 Kreispolizeiamt Wismar droht allen Eltern Strafe an, deren Kinder mit Ka-tapulten Schäden insbesondere an Fenstern verursachen und Personen gefährden.
17.August 1949 Die Geschäftsleute geben sich zum größten Teil Mühe, die Schaufenster wieder ordentlich zu dekorieren. Noch mit Holz verschlagene Fenster werden verglast. Glas ist genügend vorhanden.
• Der Oberbürgermeister teilt in Dienststellenleiter-Besprechung mit, dass Oberst Kusmitschew Wismar am 24.08. verlässt und in die Sowjetunion zurückkehrt, neuer Kommandant ist Oberstleutnant Banoff.
18. August 1906 Richtfest an der höheren Töchterschule am Turnplatz.
18. August 1949 Volkshaus: Thälmann-Gedenkfeier (Antrag an die Stadtverordnetenver-sammlung, Schützenweg in Thälmann Straße umzubenennen).
• Stadtverordnetenversammlung beschließt am 19.08. die Umbenennung mit 19 Stim-men bei 11 Enthaltungen.
18. August 2000 Die Hansestadt Wismar begeht das 1. Schwedenfest, woraus sich in den Folgejahren das größte „schwedische Fest außerhalb Schwedens“ entwickelt.
19. August 1796 Aufenthalt Wilhelm von Humboldts in Wismar im Hotel Stadt Hamburg.
19. August 1803 Wismar kehrt aus schwedischer Herrschaft nach Mecklenburg zurück.
19. August 1903 Hundertjahrfeier in Wismar mit Umzug sowie Einweihung Bürgerpark und Schwedenstein.
19. August 1949 Umbenennung des Schützenweges in Ernst-Thälmann-Straße.
19. August 1967 Heimatforscher Dr. Rudolf Kleiminger in Wismar am Reuterplatz verstor-ben. Geboren 19. November 1884 in Neustadt i. Mecklbg.
19. August 1993 Aufstellung des Schwedensteines von 1903 in der Straße Am Schweden-stein. Einweihung mit Bürgermeisterin Dr. Rosemarie Wilcken.
19. August 1993 1. Schwedenmahl im Bürgerschaftssaal, das seither jedes Jahr stattfindet.
19. August 1997 Aufstellung von 2 Kanonen vor dem Stadthaus. Auf Initiative des Lions Club Wismar und H.-J. Sturbeck aus Landskrona aufgestellt.
19. August – 22. August 1999 1. Schwedenfest unter diesem Namen. Wismar entwickelte diese „touristische Marke“ als Wismarer Markenzeichen. Es entwickelt sich mit steigenden Besucherzahlen neben der Hanse-Sail Rostock zu einem der größten Festen in MV und es ist das größte schwedischen Fest außerhalb des Königreiches Schweden.
20. August 1826 Anton Haupt wird mit 26 Jahren Wismarer Bürgermeister.
20. August 1828 Im heutigen Welt-Erbe-Haus, der ehemaligen Kaufmanns-Compagnie ist durch den Tapezierer Hermann Fölker (lt. Inschrift) im Haus des Bürgermeisters Gabriel Lembcke der Tapetensaal mit der Panoramatapete übergeben worden. Die seltene Wandver-kleidung wurde 1823 in Paris aus kunstvollen Papierdrucken und einem Untergrund in der Manufaktur von Dufour & Leroy aus Sackleinen hergestellt. Für die filigranen Farbdrucke waren 2087 Druckstöcke nötig. Dargestellt ist die mythologische Geschichte „Reise des Te-lemach auf die Insel der Göttin Calypso“, nach einer Erzählung des französischen Dichters Francois Fénelon von 1699. Diese Erzählung diente Xavier Mader als Vorlage für seinen zwischen 1815 und 1823 entstandenen Entwurf der Panoramatapete. Neben Wismar besitzt das Museum of Modern Art New York Fragmente des gleichen Tapetenzyklus.
20. August 1945 Die gesetzlichen Krankenkassen werden zusammengefasst und nehmen Sitz im Schabbellhaus.
20. August 1954 Die Wilhelmstraße wird in Claus-Jesup-Straße umbenannt.
20. August 2000 Der erste Schwedenlauf mit 70 Läufern findet während des 1. Schweden-festes in Wismar statt.
21. August 1864 Die Mecklenburgischen Großherzogtümer treten dem Norddeutschen Bund bei (Ende der Wismarer Akzise).
21.08.1945 Antrag der Ortsgruppe der KPD an den Ausschuss des Antifaschistischen Blocks in Wismar: sämtlichen ehemaligen Angehörigen der NSDAP und ihrer Massenorgani-sationen, die noch im städtischen Dienst stehen, sind Antifaschisten an die Seite zu stellen, um sie zu kontrollieren, aber auch um von ihnen fachlich angelernt zu werden.
21. August 1932 Der Wismarer Grafiker und Maler Rolf Möller wird geboren. Er schuf zahl-reiche Grafiken, Signets und Bilder von Wismar und erwarb sich hohe Anerkennungen im In- und Ausland. Der 750-Jahrfeier 1979 hat er durch seine grafischen Gestaltungen ein un-verwechselbares Gepräge gegeben. Er starb am 6. Januar 2015.
22. August 1631 Die Stadt wird von schwedischen Truppen eingeschlossen.
22. August 1827 Bürgermeister Anton Haupt legt der großherzoglichen Kommission einen Plan zur Reform der geistlichen Hebungen vor.
22. August 1941 Frau Lilly Michaelis, geb. 27. Juni 1877 in Burghersdorp/Südafrika als Amelie Nissen, hinterlässt in ihrem Testament vom 25. April 1941 der Hansestadt Wismar das Haus Hinter dem Rathaus 3 „Der Weinberg“ mit der Maßgabe, das Haus dauernd zu übernehmen, mit allem Mobiliar zu erhalten und teilweise museal zu nutzen. Der Wismarer Rat nimmt am 19. Dezember 1941 das Testament an. Die Familie Johann Jürgen Michaelis, (13. September 1897-24. Oktober 1984), flieht am 7. Januar 1953 mit drei Kindern vor dro-hender Verhaftung zu Verwandten nach Westberlin. Am 7. April 1953 ist das Haus wider-rechtlich vom Wismarer Richter Sengpiel „zugunsten des Staates“ enteignet worden, so dass die Hansestadt Wismar erst 1995 über den „Weinberg“ Hinter dem Rathaus 3 verfügen konnte.
22.August 1945 Verbot an Rote Armee, die Baracken, die für Unterbringung der Flüchtlin-ge und Umsiedler bestimmt sind, zu demontieren oder daraus Betten, Schränke, Tische, Stühle usw. zu entnehmen.
22.August 1949 Nachdem sich die Parteien über den Verwaltungsrat der Kommunalen Wirtschaftsunternehmen geeinigt haben, kann die Vereinigung Kommunales Wirtschaftsun-ternehmen die Arbeit aufnehmen. Ihr gehören an: Städtischer Bauhof, Maschinenreparatur-werk, Städtischer Schlachthof, Seegrenzschlachthaus, Stadtwerke, Torfwerke, Verkehrsbü-ro, Stadtgärtnerei, Friedhof, Fuhrpark, Städtische Müllabfuhr und Kanalisation, Stadtomni-busbetriebe und bebauter Grundbesitz der Stadt.
22. August 1989 Sprengung des 30 Meter hohen Mauerwerkschornstein der Eisfabrik am ehemaligen Grenzschlachthofes im Hafen.
23. August 1892 Senator Carl Drewes, Initiator des 1885 geschaffenen „Dreweswäldchen“ ist in Wismar verstorben. Er hatte am 13. August 1850 das Bürgerrecht der Hansestadt erhal-ten. Am 8.Februar1822 ist er in Krickow bei Neustrelitz geboren. Seit 1864 gehörte er bis zu seinem Tod, dem Wismarer Rat als unbesoldeter Ratsherr und Senator an. Der Kaufmann Wilhelm Hermes stiftete 1902 für Senator Drewes einen Gedenkstein am Weg.
23. August 1934 Alle städtischen Beamten werden auf Adolf Hitler vereidigt.
23.August 1948 Vorsitzender der Betriebsgruppe der SED bei der Deutsch-Russischen-Transport- Gesellschaft, Genosse Schepanski: Arbeitsmoral und Verantwortungsbewusstsein der Hafenarbeiter sind gewachsen, erhöhte Arbeitsproduktivität. Belegschaft im vorigen Jahr 2.400, nach Reorganisation nur noch 1.734. Neuer Tarifvertrag, Betriebsvereinbarung, Ar-beitsschutzbestimmungen in Kraft. Keine Massenquartiere in Sälen mehr, sondern men-schenwürdige Wohnräume. Übergabe des Klubhauses Hafenhalle steht bevor.
• Volkspolizei in Wismar sucht Bewerber. Noch 200 junge Polizisten sind notwendig, damit die Volkspolizei ihre Aufgaben meistern kann
24. August 1945 Bekanntmachung über eine Berufserhebung. Ausgabe und Rückgabe der Fragebögen in den Lebensmittel-Ausgabestellen.
24. August 1864 Zerstörung des Restaurants am Wendorfer Ufer durch eine Sturmflut.
24. August 1876 Benennung der Bauhofstraße, nach Neupflasterung mit der Straße „hin-term Herrenstall“ zusammengeführt.
24.August 2003 4. Stadtwerke Hanseaten-Ring-Radrennen
24. August 2006 Die Teilstrecke der Autobahn 14 zwischen Wismar und Jesendorf wird für den Verkehr frei gegeben. Am 21. Dezember 2009 wird die gesamte Strecke bis Schwerin freigeben.
25. August 1813 Wiederbesetzung Wismars durch französische Truppen unter General Loui-son. Er fordert 50.000 Reichstaler Kontribution, sowie die Versorgung der Armee und droht mit Plünderung.
25. August 1944 11. Luftangriff: Es flogen 1.191 Bombenkampflugzeuge der Typen B24 und B17 der 8. US Air Force auf und bombardierten die Städte Schwerin, Wismar, Rechlin, Peenemünde, Anklam und Neubrandenburg.
Der Angriff auf Wismar erfolgte in drei Wellen am Tage. An vielen Stellen brannte die Stadt. 105 Häuser wurden völlig zerstört. In der damaligen Adolf-Hitler-Straße (heute Dr.-Leber-Straße), der Kanalstraße sowie Turm- und Gartenstraße wurden viele Häuser in „Schutt und Asche“ gebombt. Die Runde Straße (heute etwa im Kreuzungsbereich zur Hochbrücke), erst 1904 aufgebaut, verschwand damit über Nacht.
Die Norddeutschen Flugzeugwerke von Dornier erlitten schwerste Zerstörung, die mit 80 Prozent Verlust angegeben wurden. Ebenso wurde die im Bereich der Kanalstraße liegende Waggonfabrik sehr schwer getroffen und meldete einen hohen Sachschaden. Bei diesem Angriff verloren 205 Menschen ihr Leben.
25. August 1948 In den Wallgärten wird eine Liegehalle für 20 Lungenkranke eingerichtet. Wesentlichen Anteil hatte der Kinderarzt Dr. med. Otto Connerth. Lungenkranke werden in der Liegehalle in den Wallgärten in 20 Ruhebetten betreut. Einweisung durch das Sozialfür-sorgeamt in Zusammenarbeit mit der Lungenfürsorge des Gesundheitsamtes. Die Kranken können die Lebensmittelkarte II für die häuslichen Mahlzeiten verbrauchen; in der Liegehal-le gibt es auskömmliches, mit Fett zubereitetes Essen.
25. August 2014 Gründung der Sportstiftung der Hansestadt Wismar.
25. August 2005 In der Sitzung am 25.08.2005 hat die Bürgerschaft die Privatisierung des Krankenhauses beschlossen und am 29.08.2005 wurde die Städtische Krankenhaus Wismar gGmbH rückwirkend zum 01.01.2005 gegründet.
26. August 1822 Wismarer Maler Theodor Martens geboren. Er gilt neben Carl Düberg und Carl Canow als eine der bedeutendsten Maler Wismars des 19. Jahrhunderts. Er starb am 1. Oktober1884 an den Folgen der Cholera in Portici in Italien.
26. August 1863 Eröffnung des Museums für Kunst und Altertum in angemieteten Räumen im Haus des Tischlermeisters Treptow, Dankwartstraße 47 als erste museale Einrichtung.
26. August 1911 Selbsternennung Kaiser Wilhelms II. zum Chef des Wismarer Bataillons.
26. August 1948 Ebereschen-Beeren werden für die Marmeladenherstellung gesammelt. Neben dem Ankaufpreis erhält der Sammler für 100 kg Beeren einen Einkauf-Berechtigungsschein für 3 kg Zucker.
26.August 1949 Bescheid an die Vereinigung der Kleingartenhilfe: Die am 31.10.1948 ver-pachteten Kleingärten auf dem Gelände des Westhafens müssen zum 30.9.1949 gekündigt werden. Kleingartenhilfe beabsichtigt, für die 130 Pächter Land auf dem Dorstein zu erwer-ben.
26. August 1991 Mit Beginn des neuen Schuljahres werden mehrere Schulen umbenannt.
26.August 2001 2. Stadtwerke Hanseaten-Ring-Radrennen.
27. August 1892 Gründung des Wismarer Kanalbauvereines der sich noch in demselben Jahr nach Vereinigung mit dem schon bestehenden Elde-Stör-Kanalbau-Verein zu einem Elbe-Ostsee-Kanalbauverein erweiterte und es sich zur Aufgabe setzte, den Bau eines Kanals von der Ostsee zum Schweriner See und zur Elbe zu betreiben. Initiator war Heinrich Podeus.
27. August 1903 Die Stadtmauer am Lindengarten fällt.
27.August 1945 Gründung der CDU-Ortsgruppe Wismar, Geschäftsstelle in Altwismarstra-ße 7, vorläufiger Parteivorstand: Dr. Ruthenberg, A. Lorenz, Dr. Wegner, A. Friedrichs
27. August 2000 1. Stadtwerke Hanseaten-Ring-Radrennen. der Stadtwerke Wismar. Uwe Ampler, viermaliger Gewinner der Friedensfahrt, Olympiasieger und Ex-Weltmeister been-det endgültig seine Laufbahn in Wismar als Radprofi.
27. August 2008 7. Stadtwerke Wismar Hanseaten-Ring-Rennen für Rennrad.
28. August 1949 Zum 21. Teterower Bergringrennen fährt aus Wismar ein Sonderzug mit 25 % Fahrpreisermäßigung.
• Haus der Volksbühne: Goethe-Morgenfeier mit Festansprache Genosse Dethloff, im 2. Teil künstlerische Darbietungen zum 200. Geburtstag Goethes.
Landeszeitung, 29.8.1949: „äußerst schwacher Besuch.“
28. August 1955 – 1. Rennen auf dem Hanseaten-Ring.
Mit dem ersten Straßenrennen für Motorräder und Seitenwagengespanne hat der neuerbaute Hanseatenring in Wismar seine Probe bestanden. 25.000 Zuschauer umsäumten die Renn-strecke.
28. August 1992 Übergabe des Rathauses nach Modernisierung vom Brand am 18.12.1990.
28. August 2005 6. Stadtwerke Hanseaten-Ring-Radrennen.
28. August 2008 Benennung einer Stichstraße als „Werkstraße“ von der Podeusstraße in das Gewerbegebiet und Jobcenter (letzteres seit Frühjahr 2014 dort ansässig).
29. August 1932 Wiedereröffnung des umgebauten Kaufhauses „Otto“ in der Krämerstraße 12-14. Am 4. Mai 1945 brannte dieses Doppelhaus aus bislang ungeklärten Ursachen ab.
29.August 1955 – 1. Rennen auf dem Hanseaten-Ring.
Mit dem ersten Straßenrennen für Motorräder und Seitenwagengespanne hat der Hanseaten-ring in Wismar seine Probe bestanden. Zehntausende sportbegeisterte Einwohner der Werfts-tadt umsäumten die Rennstrecke.
29.August 2004 5. Stadtwerke Hanseaten-Ring-Radrennen.
30. August 1813 Vor dem Altwismar-Tor kommt es zu einem heftigen Gefecht zwischen den alliierten Verfolgern und Franzosen.

August 1427 Niederlage Wismarer Truppen in Dänemark und Aufstand unter Claus Jesup. Einsetzung eines 60er Ausschusses.
August 1819 Das Archiv kann nach weitgehender Fertigstellung des Rathausinneren wieder dort untergebracht werden.
August 1881 Benennung der Bahnhofsstraße.
August 1945 Es dürfen wieder Zeitungen gedruckt werden, der Reiseverkehr fährt wieder und die Post gibt neue Briefmarken aus.

September – Der Monat im Überblick

1. September 1857 Erste Wismarer Gaslaterne erhielt Gas aus dem 1856 erbauten Gaswerk.
1. September 1893 Dampfer „Alice“ nimmt regelmäßige Verbindung nach Poel auf.
1. September 1813 General Louison erkennt die zahlenmäßige Unterlegenheit seiner Ver-folger und besetzt Wismar wieder. Es werden in zwei Tagen 9.500 Reichsthaler als Kontri-bution erpresst und die Bevölkerung zu Schanzarbeiten vor der Stadtmauer gezwungen.
1. September 1902 Seebad Wendorf wird städtisches Eigentum.
1. September 1945 Krankenhaus in der Mühlenstraße als drittes Krankenhaus in der Stadt eröffnet.
1. September 1945 Sitzung des antifaschistischen Blocks, erstmals mit Teilnahme der CDU. Beratung über dramatische Lebensmittelsituation: keine Sonderzuweisungen an Kranke, werdende Mütter usw. möglich. Keine Zuteilungen von Marmelade, Nährmitteln und Ma-germilch, Kaffee-Ersatz reicht nicht für den ganzen Monat. “Dies wird zur Folge haben, dass man an mehreren Tagen des Monats von Wasser und trocken Brot leben muß.“ Vorschlag des Blocks, alle ehemaligen Angehörigen der NSDAP und ihrer Organisationen in die nied-rigste Stufe der Lebensmittelrationen zu stufen und dadurch erzielten Überschuß an wer-dende Mütter zu verteilen.
1. September 1946 Die erste neu gewählte Stadtverordnetenversammlung nach dem II. Weltkrieg tritt im Saal des Hotels „Zu Sonne“ zusammen.
1.September 1947 900 Lernanfänger werden eingeschult, Schulbücher und Lernmaterial sind vorhanden, es mangelt aber an Schiefertafeln.
Schule Badstaven (Pestalozzi-Schule) ist von Umsiedlern geräumt und renoviert worden. Möbel und Inventar sind zurzeit zusammengesuchte Stücke; statt Schulbänken Tische und Hocker. In den drei Schulgebäuden an der Dahlmann-Straße sind jeweils zwei Schulsysteme untergebracht. 107 Lehrer haben 6.470 Grundschüler in 145 Klassen zu unterrichten; 55 Räume stehen dafür zur Verfügung. Die Oberschule für Jungen und die Oberschule für Mädchen werden zusammengelegt zur „Großen Stadtschule“ mit 344 Schülern und 23 Leh-rern (6 SED, 9 CDU, 6 LDPD, 2 parteilos).
• Konsumgenossenschaft eröffnet eine Verkaufsstelle (Lebensmittel, Fleischwaren, Textilien, Schulwaren und Haushaltsgeräte) ausschließlich für Angehörige der Deutsch-Russischen-Transport-Gesellschaft. „Es ist der größte und bestausgestaltete Verkaufsraum in Wismar“, stellt der Gewerbeaußendienst fest. Die Konsumgenos-senschaft unterhält Ende des Jahres 1947 neun Verkaufsstellen in Wismar.
1. September 1948 Aufruf an die Bäuerinnen und Bauern des Kreises Wismar, das Abliefe-rungssoll bis zum 25.9.1948 zu erfüllen.
• Schiffsreparaturwerft bringt 1. Nummer der Betriebszeitung „Frische Brise“ heraus.
• Das große Varieté-Programm Malmström im Volkshaus Wismar.
1.September 1949 Weltfriedenstag
• 10.00 Uhr Maxim Gorki Haus: Feierstunde der DSF, Referent Genosse Säverin
• 14.30 Uhr Jahnplatz: Kundgebung, Referent Ministerpräsident Genosse Höcker
• ab 12.00 Uhr Geschäftsruhe in Wismar.
1.September 1949 Schulbeginn 1949/50
• Goethe Schule (zuvor mit Umsiedlern belegt): 636 Schüler, 13 Lehrer
• Friedensschule: 1.091 Schüler, 23 Lehrer, werden eröffnet.
• Obwohl einige nominelle Mitglieder der NSDAP als Lehrer wiedereingestellt wur-den, fehlen noch 125 Lehrkräfte.
• Im Westhafen verunglückten die Takler Hermann Hein und Max Lewerenz tödlich.
500 Kollegen geben ihnen bei der Beerdigung das Geleit. Gerichtliche Untersuchung des Unglücksfalls mit Freispruch – auch dank der Aussage des noch im Krankenhaus liegenden schwerverletzten Taklers.
1. September 1950 Gründung des Tanzensembles der Werft, daraus gingen die „Danzlüüd ut Wismar e.V. von 1990“ hervor.
1. September 1950 Gründung des Chores der Hansestadt Wismar.
1. September 1953 Einweihung des 2. Bauabschnittes des neuen Hauptgebäudes der Inge-nieurschule Wismar an der Parkstraße auf dem Gelände der ehemaligen Infanteriekaserne.
1. September 1955 Eröffnung der Fachschule für Bauwesen.
1. September 1969 Gründung der Ingenieurhochschule Wismar.
1. September 2001 Übernahme der Pestalozzi-Schule am Badstaven durch die Volkshoch-schule Wismar. Nach der Verschmelzung mit dem Landkreis Nordwestmecklenburg am 4. September 2011 Kreisvolkshochschule NWM-HWI.
1.September 2002 3. Stadtwerke Hanseaten-Ring-Radrennen.
1. September 2004 Gründung eines Kundenbeirates bei den Wismarer Stadtwerken GmbH.
1. September 2005 Einweihung des Alten-Wohnprojektes der Diakonie „St. Martin“ in der Papenstraße.
1. September 2011 Einweihung des Kundencenters der Stadtwerke Wismar im alten Güter-schuppen von 1847 (ehem. Bahnhof).
2. September 1813 Endgültiger Abzug der Franzosen aus Wismar.
2. September 1921 Antrag bei der Stadtkämmerei in Dargetzow, Wohnhäuser zu errichten.
2.September 1947 1.289 Wohnräume der Stadt sind für sowjetische Besatzungsmacht be-schlagnahmt.
2. September 2011 Die Evangelische Schule Wismar erhält den Namen des am 19. April 1951 im NKWD-Gefängnis in Schwerin umgekommenen Pfarrers Dr. Robert Lansemann.
3. September 1915 Das Dorf Kleinen erhält den Zusatz „Bad“ und wird zu „Bad Kleinen“. Dies ist auf Betreiben des Arztes Dr. Armin Steyerthal zurückzuführen, der hier 1895 eine Wasserheilanstalt errichtete.
3.September 1945 Einführung einheitlicher Lebensmittelmarken in Mecklenburg.
• Sitzung des antifaschistischen Blocks, erstmals mit Teilnahme der CDU. Beratung über dramatische Lebensmittelsituation: keine Sonderzuweisungen an Kranke, wer-dende Mütter usw. möglich. Keine Zuteilungen von Marmelade, Nährmitteln und Magermilch, Kaffee-Ersatz reicht nicht für den ganzen Monat. “Dies wird zur Folge haben, dass man an mehreren Tagen des Monats von Wasser und trocken Brot leben muss.“ Vorschlag des Blocks, alle ehemaligen Angehörigen der NSDAP und ihrer Organisationen in die niedrigste Stufe der Lebensmittelrationen zu stufen und dadurch erzielten Überschuss an werdende Mütter zu verteilen.
3. September bis 10.September 1948 Wismarer Herbstmarkt auf Marktplatz: Moderne Ka-russells, Schaukel, Schau- und Verkaufsbuden.
• Baurat Haase, Direktor der Ingenieurschule verabschiedet die ersten Absolventen.
(sechs Architekten, acht Bau-Ingenieure, sechs Maschinenbau-Ingenieure und acht Elektro-Ingenieure. Die Schule hat 1948/49 400 Studierende, 161 sind Neuaufnah-men.
3.September 1949 Taxi- und Mietwagen eGmbH Wismar, Mecklenburger Straße 3:
24 Mitglieder, 32 Fahrzeuge, (davon 25 einsatzfähig; 3 außer Betrieb wegen fehlender Rei-fen)
• Aufruf an „Hausfrauen!
Das elektrische Kochen während der Duschperiode ist von 07:30 Uhr bis 12:30 Uhr untersagt!“
3. September 1997 Richtfest für die neue Dockhalle der Werft. Sie ist 395 Meter lang, 155 Meter breit und 76 Meter hoch.
3. September 2015 Wolfram Flemming, geboren am 21.1.1940 in Berlin, stellvertretender Oberbürgermeister ab 1978 und vom 15.11.1989 bis 30. Mai 1990 amtierender Oberbürger-meister, verstirbt in Wismar.
4. September 1622 König Gustav II. Adolf von Schweden heiratet Anna von Mecklenburg.
4. September 1717 Beginn der Arbeiten zum Abriss der Festungsanlagen.
4. September 2011 Wismar wird im Zuge der Kreisgebietsreform Kreisstadt von Nord-westmecklenburg.
4. September 2011 Tilo Gundlack (SPD), geb. 19.8.1968, ist für den Wahlkreis Wismar in den Landtag von Mecklenburg-Vorpommern gewählt.
4. September 2014 9. Internationaler Backsteinbaukongreß in St. Georgen (seit 2006).
5. September 1928 Einweihung des Feuerwehrdepots an der Frischen Grube 13. Die Ge-samtkosten beliefen sich auf 185.008,70 Reichsmark.
5.September 1945 Verordnung der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern über die Durchführung der Bodenreform.
5.September 1949 Auf der Bahnstation Mecklenburg Dorf entgleisen zwei Wagen eines Personenzuges (2 Verletzte). Am 7.September 1949 fahren an fast der gleichen Stelle zwei Güterzüge mit erheblichem Materialschaden aufeinander.
5. September 1990 Ab sofort erscheint die Ostsee-Zeitung als Unabhängige Zeitung im Norden mit einer zweiten Lokalseite für die Stadt Wismar.
6. September 1259 Schutzbündnis zwischen Lübeck, Rostock und Wismar. Beginn des Wendischen Quartiers der Hanse.
6. September 1732 Prof. Dr. Johann Carl Wilcke in Wismar als Sohn des Diakons an St. Georgen in der heutigen Lübschen Straße 73 geboren. Der promovierte und habilitierte Experimentalphysiker und spätere Sekretär der Schwedischen Akademie der Wissen-schaft, gilt als der Erfinder des heutigen elektrischen Kondensators. Er starb am 18. April 1796 in Stockholm.
6. September 1854 Detlef Detlefsen in Husum geboren. Studierte in Kiel und Würzburg Chemie, Physik und Mathematik. Von 1877 bis 1923 war er Professor und Lehrer an der Großen Stadtschule Wismar und starb dort am 20. August 1926.
6. September 2014 Zehnjähriges Jubiläum der Neuapostolischen Kirche Wismar am Vogel-sang 2
7. September 1925 Gründungsversammlung der Niederdeutschen Bühne Wismar.
8. September 1300 Heinrich der Löwe und sein Vater einigen sich mit dem Rat auf den Abbruch des Schlosses auf dem Weberkamp und dem Neubau eines unbefestigten Hofes in der Stadt. Aufkauf des Mühlenteiches und der herzoglichen Mühle.
8.September 1949 Rundschreiben an die Hausbesitzer: Die Vorgärten ab Frühjahr 1950 nicht mehr als Nutzgärten bestellen, sondern wieder zu Ziergärten herzurichten
8.September 1949 Die Karl Liebknecht Straße ist umgepflastert worden. Die Arbeiten in der Lübschen Straße haben begonnen. Die Umpflasterung der Altwismarstraße steht bevor. Straßenarbeiten erfolgten auch in der Scheuerstraße und Am Lohberg. In der Breiten Straße werden die Reste der alten Asphalt-Decke entfernt und die alte Pflasterung wiederherge-stellt.
• Altböter- und ABC-Straße sind Einbahnstraßen in Richtung Norden. Die Hegede darf nur in Richtung Süden befahren werden.
• Die Torfwerke der Stadt Wismar (Dorf Mecklenburg und Am Dorstein) haben ihre Produktion wegen Absatzschwierigkeiten eingestellt.
9. September 1984 Umbenennung des Turnplatzes in Gottlob-Frege-Platz, ab März 1992 wieder Turnplatz. Leningrader Straße wird zur „Prof.-Frege-Straße“
9. September 2012 Einweihung des „Columbus Cruise Center Wismar“ in der Markthalle am Alten Hafen zur Abfertigung und Akquisition von Kreuzfahrtschiffen.
10. September 1799 Letzte öffentliche Hinrichtung in Wismar. Sie betraf den Hirtenjungen Caspar Schwartzkopff wegen Raubmordes.
10.September 1948 Stadtrat a.D. Ballerstaedt wird als Oberbürgermeister auf Zeit und der Kaufmann Otto als Stadtrat und Dezernent des Amtes für Handel und Versorgung einge-führt.
• Stadtverordnetenversammlung vom 3.September 1948 bestätigt den Auftrag an Stadtrat a.D. Ballerstaedt, wählt den Stadtrat Otto und ernennt Stadtrat Oetteking zum Bürgermeister.

10. September 1998 Gründung der Bürgerstiftung Wismar. 2015: Kuratoriumsvorsitzender Detlef Schmidt und Vorsitzender des Vorstandes Gerhard Rabe.2017: Kuratoriumsvorsit-zender: Dr. Rene Keller.
11. September 1816 Fürst Leberecht von Blücher ist Gast im Hotel Stadt Hamburg.
11. September 1945 Beschluss des Rates, die Schulen wegen mangelnden Heizmaterials und anderweitiger Belegung der Gebäude noch nicht zu eröffnen.
11. September 1998 Eröffnung und Übergabe der Westtangente mit Verkehrsfreigabe.
11. September 2002 Das leerstehende Haus des ehemaligen Hotels Zur Sonne stürzt ein. Der Wiederaufbau im Auftrag eines Modehauses beginnt einige Jahre später. Der alte „Son-nen-Saal“ wurde dabei erhalten und saniert.
12. September 1653 Erster Gerichtstag des Wismarer Tribunals.
12. September 1816 In Wismar findet das erste mecklenburgische Musikfest mit der Auf-führung von Joseph Haydn „Die Schöpfung“ in St. Nikolai statt, mit dabei 100 Sängern als Mitwirkende.
12. September 1893 Erste Ausgabe der 2. Wismarer Tageszeitung „Mecklenburgische Ost-seezeitung“, die ihr Erscheinen im Mai 1894 einstellte.
12. September 1935 Neue „Hauptsatzung für die Seestadt Wismar“ tritt in Kraft. Wismar hat einen Oberbürgermeister.
12. September 1984 Umbenennung des Turnplatzes in „Gottlob-Frege-Platz“
12. September 1999 Bundespräsident Johannes Rau eröffnet in Wismar die zentrale Eröff-nungsveranstaltung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz zum Tag des offenen Denkmals 1999.
13. September 1832 Neuordnung des Stadtbuchwesens, Bürgermeister Anton Haupts letzte Reform.
13. September 1945 Der Postbetrieb wird wiederaufgenommen.
13. September 1945 Wiederaufnahme regelmäßiger Briefkastenleerungen, Postsendungen mit Postwertzeichen des „Dritten Reiches“ werden nicht befördert.
13.September 1945 Befehl der SMAD, am 1.10.1945 in Mecklenburg wieder mit dem Schulunterricht zu beginnen.
13. September 1946 Mit den „Wismarschen Nachrichten“ erscheint erstmalig nach dem Krieg wieder ein Mitteilungsblatt.
13.September 1948 Die öffentliche Mütterberatungsstelle Wismar in der Poliklinik ruft die werdenden Mütter zu einem unentgeltlichen Besuch auf: „Wichtig ist der Besuch bereits in den ersten Schwangerschaftsmonaten.“
14. September 1831 Rat und Quartiere entscheiden sich für einen neu angelegten Friedhof vor dem Mecklenburger Tor.
14. September 1945 Hansewerft schließt Vertrag mit sowjetischer Besatzungstruppe über Lieferung von vier Hebekästen, die noch von der NS-Kriegsmarine in Auftrag gegeben wor-den waren.
14.September 1948 Im Hafen Wismar arbeiten zurzeit sechs Taucher; zwei Taucher-Schüler sind in der Ausbildung.
15. September 1862 Das Mitglied der Wismarer Krämer-Kompagnie Gottfried Siedenburg gründete mit acht Dienstleuten Hinter dem Rathaus ein „Dienstleute-Institut“. Es wurden die verschiedensten Dienste in Haus und Geschäften gegen Lohn verrichtet.
15. September 1940 Das Museumsgebäude im ehemaligen Logenhaus in der Lübschen Straße wird für kriegswichtige Behörden geräumt, die Bestände ausgelagert.
15. September 1945 Bauarbeiten sind künftig genehmigungspflichtig.
15. September 1927 Erste regelmäßige private Buslinie in Wismar (Richard Eckner 1892 – 1959). Wurde 1943 von der Stadt Wismar übernommen.
15. September 1999 Betriebseröffnung nach einjähriger Bauzeit der EGGER Holzwerke auf dem Haffeld. 1998 war der 1. Spatenstich.
16. September 1670 Magister Dietrich Schröder in Wismar geboren. Er starb am 22. Mai 1753.
16. September 1910 Das mecklenburgische Großherzogpaar besucht Wismar.
16.September 1948 Oberbürgermeister Säverin beginnt sein Studium an der Karl-Marx-Hochschule in Berlin.
• Kurzbericht über Strohschuhe und andere Erzeugnisse der Familie Hoppe: Bestellun-gen auf der Leipziger Messe, Inhaber plant Erweiterung der 45 Beschäftigten auf das Doppelte.
17. September 1895 Der Dampfer „WISMAR“ sinkt in einem Sturm.
17.September 1948 Die Gründung von Betriebssportgruppen (BSG) erfolgt in den nächsten Tagen in den beiden Wismarer Großbetrieben Deutsch-Russische-Transport- Gesellschaft und Schiffswerft.
• Die BSG der Deutsch-Russischen-Transport-Gesellschaft bildet Sparten für Fußball, Handball, Tischtennis, Schach. Die Gründung der BSG Schiffswerft Wismar erfolgt am 19.11.1948.
17.September 1949 10.00 Uhr Volkshaus: Heimkehrertreffen
20.00 Uhr Maxim Gorki Haus: Diskussionsabend: ehemalige Kriegsgefangene beantworten Fragen über die Kriegsgefangenschaft und über die UdSSR.
17. September 2014 2. Teileröffnung (1. ist am 1.4.2014) der Kindertagesstätte „Hansea-tenhaus“ der „felicitas“ gGmbH im ehemaligen Schützenhaus an der Schweriner Straße für 68 Kindergarten- und 60 Kinderkrippenplätze. Das seit 1992 leerstehende alte Schützenhaus wurde für drei Millionen Euro von Grund auf saniert und eine den modernsten Ansprüchen genügende Kindereinrichtung geschaffen.
18. September 1800 Bürgermeister Anton J. F. Haupt geboren (gest. 22. November 1835).
18.September1945 Kleingärtnerverein wählt Hermann Wieting zum neuen Vorsitzenden.
19. September 1837 Auf der Hafenreede wurde ein Schwertfisch geschossen (Gewicht 250 Pfund, Länge 10 Fuß / 2 Zoll, Umfang 4 Fuß / 6 Zoll).
19. September 1956 Der Leuchtturm Golwitz wird zusätzlich mit einem großen Dreieck-Toppzeichen ausgestattet, um größere Schiffe leichter nach Wismar zu leiten.
19. September 1977 – 23. September 1977, Regionaltagung (Europa) des ICOMOS in Rostock und Wismar.
19. September 1989 Das Neue Forum meldet die Gründung der Vereinigung unter Beru-fung auf Artikel 29 der DDR-Verfassung in elf der 15 DDR-Bezirke an. Zwei Tage später wurde über die staatliche Nachrichtenagentur ADN das Neue Forum als verfassungs- und staatsfeindlich beschrieben. Zu diesem Zeitpunkt hatten bereits 3.000 Menschen den Aufruf unterschrieben. Am 25. September wurde der Antrag auf Zulassung offiziell mit der Be-gründung abgelehnt, es bestehe keine gesellschaftliche Notwendigkeit für eine derartige Vereinigung. In Regierungskreisen wurde der Gründungsaufruf wie folgt interpretiert: „Es sei ein gefährliches Oppositionspapier, weil es zu 70 Prozent die Probleme der Bevölkerung benenne und nur zu 30 Prozent ein Angriff auf die DDR sei.“
20. September 1698 Weihe eines Soldatenfriedhofs vor dem Altwismartor.
20.September 1949 Von den zurzeit an offener Tuberkulose Erkrankten sind 40% in Heimen und Krankenhäusern untergebracht.
20. September 1990 Arbeitslosenquote liegt in Wismar bei 7,1 %, das sind über 3.000 Men-schen.
21. September 1945 Tagung der Wismarer Betriebsräte, Wahl von Delegierten für die Gründungskonferenz des FDGB.
21. September 1952 Einweihung des Kurt-Bürger-Stadions mit 16.000 Menschen.
22. September 2013 Frank Junge (SPD), geb. 5. Mai 1967, ist für den Wahlkreis Nord-westmecklenburg-Parchim in den Deutschen Bundestag gewählt.
23. September 1839 Beantragung der Ehrenbürgerschaft Dahlmanns, jedoch Ablehnung durch den Rat.
23. September 1945 Wismarer Fußballer (Senioren, Jugend, Jungliga) bestreiten ihre ersten Auswärtsspiele in Wittenberg und laden für den 7.10.1945 zu Rückspielen nach Wismar ein.
23. September 1905 Beginn der Abbrucharbeiten am Mecklenburger Tor und zugehöriger Stadtmauer.
23. September 1997 Die „Volksbank Wismar eG“ fusioniert mit der „Raiffeisenbank eG Grevesmühlen“ unter dem neuen Namen „Volks- und Raiffeisenbank eG“. Im Jahr 1999 kam es zu einer Fusion mit der Raiffeisenbank Wismar. Seitdem trägt sie den Namen „Volks- und Raiffeisenbank eG Wismar“ mit Sitz in Wismar. Seit dem 8. August 2005 im Neubau Mecklenburger Straße 12 -16.
24. September 1942 8. Luftangriff: Mit 54 Bombern und 50,9 t Sprengbomben – Zerstörung der Lübschen Straße, Altwismarstraße, Ulmenstraße, ABC-Straße, Wasserstraße, Schweriner Straße, Treffer auf den Ostflügel des Rathauses, Zerstörung des Gefangenenturms. Insge-samt waren 67 Tote und 109 Verletzte zu beklagen.
24.September 1945 Bekanntmachung, dass sich alle Flüchtlinge, „Rückgeführte“ und aus der Kriegsgefangenschaft Entlassene, die in Wismar ansässig, sich aber noch nicht polizeilich angemeldet haben, die vom 9.-13.10. nach Anfangsbuchstaben der Nachnamen geordnet im Einwohnermeldeamt, Eingang Hegede, zwischen 8 Uhr und 11Uhr sowie zwischen 15 Uhr und 18 Uhr anmelden sollen. Zwischen dem 15.10.1945 und 19.10. 1945 findet eine Über-prüfung der Meldeunterlagen aller Evakuierter, Flüchtlinge, Umsiedler usw. statt, die nach dem 01.09.1939 nach Wismar gekommen sind. Da Wismar für den Zuzug von Flüchtlingen gesperrt ist, werden diese nach Zuweisung durch die Flüchtlingsstelle im Bahnhof Wismar im Landkreis untergebracht.
25. September 1868 Abriss des Altwismar-Tores.
25. September 2014 Unterzeichnung des Vertrages zur Nutzung von St. Georgen durch die Hansestadt Wismar und den Kirchgemeinden St. Georgen und St. Marien.
25. September 2014 Heike Bansemer (SPD) wird als Senatorin im Ehrenamt zum 1. Okto-ber 2014 vereidigt. Andreas Wellmann, seit dem 8. Mai 2011 Senator im Ehrenamt, scheidet aus. Er wird Geschäftsführer des Städte und Gemeindetages Mecklenburg-Vorpommern.
26. September 1629 Seeschlacht zwischen der kaiserlichen und der schwedischen Flotte vor der Insel Poel.
26. September 1989 Die Bürgerbewegung „Initiative 89“ wird gegründet.
26. September 1938 Eröffnung des Museums im ehemaligen Logenhaus der Freimaurer in Wismar.
27. September 1817 Richtfest des 1807 eingestürzten Rathauses im nunmehr klassizisti-schen Stil.
27. September 1998 Einweihung des Blockheizkraftwerkes Friedenshof.
28. September 1815 Stadtsekretär Walter ruft in einer Extra Beilage der Wismarer Zeitung zu einer Geld- und Sachspende zum Aufbau eines Parks vor dem Altwismartor auf. Man war durch die hohe Spendenbereitschaft in der Lage schon am 12. Oktober 1815 mit der Arbeit für die Anlage zu beginnen, die am 5. Dezember 1815 durch eine Zeitungsveröffentlichung den Namen „Lindengarten“ erhielt.
28. September 1901 Ein Brand zerstörte in der ABC-Straße das Haus „Zur Hansa“. Sie be-fand sich hier seit dem 5. Oktober 1898 in einem spätmittelalterlichen Giebelhaus und war das erste Gewerkschaftshaus Wismars.
Das heutige Haus wurde am 5. Oktober 1902 eingeweiht.
29. September 1541 Michaelistag. Gründung der Großen Stadtschule im Grauen Kloster Heilig Kreuz der Franziskaner. Dies wurde zwischen 1544 und 1554 zu Schulzwecken umgebaut. Bis dahin benutzten die Schüler die Räumlichkeiten der „Marienschule“, der spä-ter ab 1569 sogenannten „Alten Schule“. Die Schulstraße selbst wird 1680 als „Schul=Straße“ bezeichnet. Seit 1948 heißt die Schule „Geschwister-Scholl Oberschule“ und erhält 1991 den Namen „Große Stadtschule – Geschwister Scholl Gymnasium“.
29. September 1864 Für 60 Taler im Jahr stellt der Rat dem Museum die oberen Räume der Hauptwache für Ausstellungszwecke zur Verfügung.
29. September 1874 Die Wismarer Ethnologin und Völkerkundlerin Elisabeth Krämer-Bannow wird in Wismar geboren.
29. September 1945 Eröffnung der Spielzeit 1945/46 im Theater mit Ralf Benatzkys „Meine Schwester und ich“ in der Regie von Wolfgang Struck.
29. September 1956 Übergabe der Werft-Poliklinik an der Koggenoor an Dr. Walter Heller als ärztlichem Direktor.
30. September 1903 Uhrmachermeister Julius Brunnckow (Altwismarstr. 1) mit 76 Jahren gestorben. Mitglied des Bürgerausschusses seit 1871, deren stellvertretender Vorsitzender 1887-1901, Vorsitzender des Wismarer Gewerbevereins. Namensgeber des „Brunnckowkai“ am Hafen.
30.September 1948 Ratssitzung befasst sich unter anderem mit der Übernahme des Wirt-schaftsbetriebes „Zur Sonne“ durch die Volksbühne.
30. September 1949 Die Tauschzentrale der Volkssolidarität, Karl Liebknecht Straße, ist mit dem 30. September geschlossen worden. Die noch nicht abgeholten Tauschobjekte müs-sen bis zum 31. Oktober in den Büroräumen Scheuerstraße 2 in Empfang genommen wer-den.

September 1665 Die Königin von Schweden legt in einem Schreiben fest, dass der Rat drauf bedacht sein muss, schlechte Lehrer abzuschaffen und brauchbare einzusetzen.
September 1672 Anton Scheffel wird Assessor am Tribunal.
September 1945 Es fehlen Gas, Brennholz und Kohle, Einstellung der Gasversorgung.
September 1948 Beginn mit dem Bau einer neuen Kaliverladeanlage.
September 1948 Die ausgelagerten Museumsbestände werden durch Otto Kröplin zusam-mengefasst und auf dem Boden der Knabenvolksschule teilweise der Öffentlichkeit zugäng-lich gemacht.
September 1959 Beginn des polytechnischen Unterrichts für die Werft.
September 1992 Die Karl-Marx-Straße heißt wieder Lübsche Straße.

 

Oktober – Der Monat im Überblick

1. Oktober 1822 Ferdinand Gustav Michaelis (7.10.1794-28.6.1861) übernimmt den Wein-berg nach mehrmaligem Besitzerwechsel in der Straße Hinter dem Rathaus 3 (Weinberg)
1.Oktober 1869 Erlass der „Gewerbeordnung für den Norddeutschen Bund“, später 1883 zur „Gewerbeordnung für das Deutsche Reich“. Damit erlosch das Zunftwesen.
1. Oktober 1884 Der Wismarer Maler Theodor Martens stirbt an den Folgen der Cholera in Portici/Italien. Er ist am 26. August 1822 in Wismar geboren. Er gilt neben Carl Düberg und Carl Canow als eine der bedeutendsten Maler Wismars des 19. Jahrhunderts.
1. Oktober 1897 Zum 75-jährigen Bestehen feiert die Fa. F. G. Michaelis ein großes Keller-fest im Ratskeller. Danach schließt der Keller.
1. Oktober 1908 Eröffnung der Volksbücherei in der Dankwartstraße.
1. Oktober 1909 Die evangelische Landeskirche richtet in Wismar erstmalig eine Landessu-perintendentur ein.
1. Oktober 1939 Eingliederung der Gemeinden Redentin, Hof, Redentin, Hinter Wendorf, Mittel Wendorf, Vor Wendorf, Hoben, Zierow und Rohlstorfer Forst aus dem Landkreis Wismar in die Seestadt Wismar und den Stadtkreis Wismar.
1. Oktober 1945 Wiedereröffnung der Wismarer Schulen um 08 Uhr, in denen der Unter-richt umschichtig organisiert wird, die Einschulung von Schulanfängern wird auf den 1.9.1946 verschoben. Beginn des Unterrichts in Mecklenburg-Vorpommern.
1.Oktober 1947 500 Wismarer Kinder hatte die Volkssolidarität in Dörfer der Kreise Wis-mar und Schönberg verschickt. Sie kehren mit Gewichtszunahmen bis zu 15 Pfund zurück. Die für 4 Wochen in das Erholungsheim „Immenhof“ in Sachsen verschickten Kinder kehren in der Nacht zum 1. Oktober zurück.
1.Oktober 1948 Zuteilungen an Bekleidung und Hausrat für eine konkrete Wismarer Familie mit einem Kind (Ausgebombte) vom 05.07.1945 bis 01.10.1948 durch das Amt für Handel und Versorgung.
1.Oktober 1949 Fackelzug und kurze Kundgebung der FDJ, Referent: der neue Kreisvorsit-zende Hans Wandt.
• Kulturamt und FDGB koordinieren die kulturellen Veranstaltungen in der Stadt und geben einen „Kulturspiegel“ heraus, der 14-tägig erscheinen soll.
1. Oktober 1953 Einweihung der Kabelkrananlage auf der MTW (Mathias-Thesen-Werft).
1. Oktober 1992 Eröffnung der ehemaligen Technischen Hochschule als Fachhochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung.
1. Oktober 1994 Eröffnung des Wismarer Kino „CineStar“ (seit 1952 Volksfilmtheater).
1. Oktober 1956 Eröffnung der Betriebspoliklinik der Werft (heute Ärztehaus an der Kog-genoor) durch Dr. Walter Heller (Betriebsambulatorium bereits seit dem 29. Juli 1950).
2. Oktober 1842 Eröffnung des Theaters in der Mecklenburger Straße.
2. Oktober 1911 In Preußen wird die Schulunterrichtsstunde auf 45 Minuten festgelegt.
2. Oktober 2000 Eröffnung der Stadtbibliothek im Wismarer Zeughaus (Umbauten von 1993 – 2000 mit 14 Mio DM, Architekturbüro Mai, Zill & Kuhsen, Lübeck).
2. Oktober 2005 Eröffnung der Wismarer Freimaurerloge „Zur Vaterlandsliebe“ im Haus Lübsche Straße 50.
3. Oktober 1954 3. Rundstreckenrennen auf dem Hanseatenring für Rennrad.
3. Oktober 1965 Richtfest am „Haus der Begegnung“ in Wendorf. Einweihung am 19. Juni 1966.
3. Oktober 1993 Einweihung der 350 Meter langen neuen Seebrücke in Wendorf. Eine grundlegende Sanierung der baufälligen Seebrücke erfolgt in den Jahren 2014/2015.
3. Oktober 1961 Abschluss des Vertrages über die Auflösung der „Geistlichen Hebungen“.
4. Oktober 1848 Regelmäßiger Verkehr mit Raddampfer „Obotrit“ nach Kopenhagen.
4. Oktober 1866 Schiffsmodelbaumeister Robert Dähncke geboren. 15. Dezember 1960 (Suizid) verstorben.
4. Oktober 1867 Der Wismarer Rat beschließt einstimmig, dass Juden den ungehinderten Zugang und Zuzug zur Stadt haben. Damit hört ein Verbot von 1350 auf, der den Wisma-rern bei strenger Geldstrafe verbat, Juden aufzunehmen. Die Juden durften nur zu den Jahr-märkten in die Stadt. 1754 wurde dies seinerzeit vom königlichen Tribunal bestätigt.
4.Oktober 1949 Eröffnung des Wismarer Herbstmarktes zuvor, 1.und 2.Oktober 1949.: „Erntefest in Wismar“ auf dem Marktplatz.
5. Oktober 1892 Erste Telefonverbindung von der Lotsenstelle im Baumhaus mit der Lot-senstation in Timmendorf.
5. Oktober 1902 Einweihung der „Hansa“ in der ABC Straße, Vereinslokal der Sozialde-mokratie und Gewerkschaften.
5. Oktober 1973 Die fünfzigmillionste Tonne seit 1946 wird im Hafen umgeschlagen.
5.Oktober 1949 Deutsche Wirtschaftskommission verfügt die Übernahme des Gaswerkes und des E-Werkes Wismar durch den „Energiebezirk Nord“.
• Die 6 Bühnen des Landestheaters bespielen in ihrem Abstecherbetrieb 164 Orte.
• Wie Chef-Intendant Hans Anselm Perten versichert, fühlen sich die Bühnen als ein Theater, dessen „Chefintendanz die organisatorischen Aufgaben erledigt und dessen Intendanten die Möglichkeit haben, sich unbelastet von Verhandlungen, vom Besor-gen von Requisiten und von der Suche nach Darstellern ihrer künstlerischen Aufgabe zu widmen.“
6. Oktober10 1948 Torfwerk Redentin produzierte in der Saison 1.311 t. Ungünstiges Wet-ter beeinträchtigte die Arbeit. 350 t noch nicht getrockneter Torf müssen noch abtranspor-tiert werden.

6. Oktober 1999 Genehmigung durch das Innenministerium M/V für die am 1. Juli 1999 gegründete „Kulturstiftung Nordwestmecklenburg“ als „Bürgerstiftung“.
6. Oktober 2004 Beginn der Vorabendfernsehserie „SOKO Wismar“ im ZDF.
6. Oktober 2014 Richtfest auf dem neuen Polizeigebäude in der Rostocker Straße.
7. Oktober 1945 07.10.1945 Gründung des Kulturbundes für die Seestadt Wismar mit Got-tesdienst in St. Nikolai (09:00 Uhr), Morgenfeier im Stadttheater (11:00 Uhr), Gründung (15:00 Uhr) und Aufführung von Goethes „Clavigo“ ebenda (19:00 Uhr)
7.Oktober 1949 9. Tagung des Deutschen Volksrates: Gründung der DDR.
20 Uhr: Treffen aller FDJ-Mitglieder vor dem Kreisvorstand.
7. Oktober 1969 Die Gaststätte in der Mecklenburger Mühle unweit von Wismar wird ein-geweiht. Sie gehört seitdem zu den beliebtesten Ausflugszielen der Wismarer.
7. Oktober 1996 Median-Klinik in Wendorf wird eröffnet
8. Oktober 1907 Einweihung des Lyzeums am Turnplatz (Turnplatzschule, zu DDR-Zeiten „DSF Schule – Schule der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft“).
9. Oktober 1903 Verleihung des Ehrenbürgerrechts an Fortunatus Ludwig Heinrich Fried-rich von Oertzen wegen seiner Verdienste bei der Rückgabe Wismars an das Deutsche Reich.
9. Oktober 1945 Niederdeutsche Bühne Wismar zeigt im Theater „De niemodsche Deern“ von Fr. Krekow.
9.Oktober 1948 Kurz-Reportage in der Landeszeitung über das „Kinderwagenwerk Wis-mar“: Wagen aus Holz, Räder aus Alu-Guß, mit „neuartiger Schwingachse“, Planauflage für 3. Quartal 100 Stück. Begründer des Betriebes ist Herr Klinger; er hat (im Dezember 1948) sechs Mitarbeiter.
• Von 400 Studierenden der Ingenieurschule sind 161 Neuaufnahmen. An der Schule studieren nur 10 Frauen. Es fehlen je ein Dozent für Maschinenbau und Elektrotech-nik. Das ehemalige Lyzeum ist für die Hochschule schlecht geeignet.
• Der Raummangel wird anhalten, auch wenn ein Teil der Schule nach Neustrelitz ver-legt wird. Nach Verlegung der Bauabteilung nach Neustrelitz heißt die Fachschule nur noch „Staatliche Ingenieurschule Wismar“.
9. Oktober 1989 Treff von Sympathisanten des Neue Forum in Voßkuhl im Wohnhaus von Fritz Kalf mit 150 Teilnehmern.
10. Oktober 1627 Kapitulation unter Wallensteinscher Belagerung. Wallensteins kaiserliche Armee unter Oberst von Arnim besetzt Wismar.
10. Oktober 1916 Wismarer Ethnologe Dr. Wilhelm Müller, geb. 20.5.1881, ist in Malang auf Java gestorben.
10. Oktober 1945 Volkszeitung meldet, daß 94 Güter mit 17.695 ha an 499 landarme Bau-ern, 1013 Landarbeiter und 1154 Umsiedler aufgeteilt worden sind. Bodenreform im Kreis Wismar.
10. Oktober 1945 Gründungsversammlung der „Notgemeinschaft Seestadt Wis-mar“(Vorläufer der Volkssolidarität) aus KPD, SPD, CDU, kirchlichen Wohlfahrtsvereinen, DRK, FDGB, um Not der Flüchtlinge, Heimkehrer und sonstigen Hilfsbedürftigen zu lin-dern. Wärmestuben sollen eingerichtet, eine Sammelstelle für Kleidung, Schuhe und Haus-haltsgeräten am Markt, Ecke Dankwartstraße organisiert werden.
10. Oktober 1945 Waggonfabrik beginnt mit Reparatur von Eisenbahnwaggons, innerhalb eines Monats wächst die Belegschaft auf 1.000 Beschäftigte, die in 3 Schichten arbeiten.
10. Oktober 1945 seit Kriegsende wurden 500 Wohnungen mit eigenen Kochgelegenhei-ten geschaffen: durch Wohnungsteilung und Ausbau von Dachgeschossen ca. 200 Wohnun-gen, durch Instandsetzung beschädigten Wohnraums 300 Wohnungen.
Seit Kriegsende wurden 500 Wohnungen instandgesetzt.
10.Oktober 1949 Der Oberste Chef der Sowjetischen Militäradministration Deutschlands, Armeegeneral W. I. Tschuikow, empfängt das Präsidium der provisorischen Volkskammer und den designierten Ministerpräsidenten Otto Grotewohl. Erklärung über die Übergabe der Verwaltungsfunktionen an die Provisorische Regierung und über die Bildung einer sowjeti-schen Kontrollkommission an Stelle der Sowjetischen Militäradministration Deutschlands.
11. Oktober 1923 Der Maler Hans Mühlemann wird in Wohlau/Schlesien geboren. Er ver-stirbt am 22. Dezember 1992 in seiner Wahlheimat Wismar
11. Oktober 1945 Neben dem Reisezug Schwerin-Wismar-Rostock nimmt ein Zug zwischen Schwerin und Wismar den Betrieb auf. Da Kohlen fehlen, wird erstere Strecke ab 16.11. nur noch 3x am Tag bedient Die Reichsbahn richtet eine Tagesstrecke zwischen Wismar und Schwerin ein.
11. Oktober 1949 Die Karstadt AG in Essen protestiert gegen die Zwangsenteignung des Wismarer Stammhauses.
11.Oktober 1949 Die Provisorische Volkskammer und die Provisorische Länderkammer wählen Wilhelm Pieck einstimmig zum Präsidenten der Deutschen Demokratischen Repub-lik.
• 20 Uhr Marktplatz Wismar: Kundgebung Referent Genosse Klein, anschließend Fa-ckelzug der FDJ.
12. Oktober 1893 Einweihung des Neubaus der großen Stadtschule (Architekt Gustav Dehn).
12. Oktober 1935 Mit der Inbetriebnahme der Infanteriekaserne „Wangenheimkaserne“ (II. Bataillon Infanterie Regiment 89) an der Parkstraße wird Wismar Garnisonsstadt.
12. Oktober 1902 Einweihung der katholischen Kirche St. Laurentius am Turnplatz.
12. Oktober 1903 Unterirdische Kabellegung für die Stadtfernsprecheinrichtung.
12.Oktober 1949 Der Rat der Stadt lädt den Senat der Stadt Lübeck zum Besuch der Wirt-schaftsschau ein. „…Es gilt der Gefahr des Auseinanderlebens der Deutschen entgegenzutre-ten …“ und alles zu tun, „um die Zonengrenzen innerlich zu überwinden und durch den wie-der auflebenden Interzonenverkehr und Interzonenhandel bewusst im Sinne der späteren Wiedervereinigung wirken, Beziehungen pflegen, alte Fäden wieder aufnehmen und neu anknüpfen…“. Der Senat der Hansestadt Lübeck bedauert am 31.10.1949, „der freundlichen Einladung zurzeit nicht Folge leisten zu können.“
• Kundgebung auf dem Marktplatz: Bekenntnis zur DDR: 8.000 Teilnehmer, Referent Genosse Klein.
13.Oktober 1949 „Tag der Aktivisten“: Berichte von Aktivistenleistungen und Ehrungen in Wismarer Betrieben in zahlreichen Ausgaben der Landeszeitung vor und nach dem Ehren-tag.
13. Oktober 1951 Schiffsreparaturenwerft in VEB Mathias-Thesen-Werft Wismar (VEB MTW) umbenannt.
14. Oktober 2008 Bundespräsident Horst Köhler anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der Bürgerstiftung der Hansestadt Wismar zu Gast in St. Georgen.
15. Oktober 1687 Walfischfestung – mit der steinernen Außenmauer auf Pfahlgründung begonnen.
15. Oktober 1904 Das Wismarer Kabelnetz des am 19.April 1904 gegründeten städtischen Elektrizitätswerkes wird in Betrieb genommen und unter Spannung gesetzt. Es wird „Licht“ in Wismar.
15. Oktober 1945 Wiederaufnahme des Lehrbetriebes an der Ingenieursakademie.
15. Oktober 1948 Wismarer Stadtverordnetenversammlung beschloss die Umbenennung der Mädchenbürgerschule (Adolf-Hitler-Schule) in „Fritz-Reuter-Schule“.
15.Oktober 1948 Umbenennungen von Schulen
• Knaben-Volksschule → „Gerhart-Hauptmann-Schule“
• Mädchen-Mittelschule → „Fritz-Reuter-Schule“
• Mädchen-Volksschule → „Pestalozzi-Schule“
• Wie im vorhergehenden Schuljahr sechs Schulen, insgesamt 6.341 Grundschüler, 113 Lehrer (davon 120 Schüler und drei Klassenlehrer in Dargetzow).

15.Oktober 1948 Urteil des Schöffengerichts gegen den Kaufmann Wilhelm Roggensack wegen Schwarzhandels (Vermittlungsgeschäfte von Kartoffeln an Bahnpostbeamte der Zugverbindung Wismar- Berlin-
15. Oktober 1999 Betriebsaufnahme der EGGER Holzwerke auf dem Hafffeld mit der Herstellung der „mitteldichten Faserplatte
16.Oktober 1945 Kundgebung im Theater zum Abschluß der ersten Etappe der Bodenre-form.
16.Oktober 1948 Ratssitzung befasst sich ausschließlich mit der angespannten finanziellen Lage der Stadt und des Theaters: Vorübergehend sollte man nur Operetten spielen. Geneh-migung dazu ist von Landesregierung und Sowjetischer Militäradministration einzuholen; der „Sonnen“-Saal soll neben dem Volkshaus zur Verfügung gestellt werden; Intendant wird auf strengste Sparsamkeit hingewiesen.
17. Oktober 1863 Einweihung des Turnplatzes für die Große Stadtschule.
17. Oktober 1915 Zur Kriegsunterstützung wird das Wismarer „Koggen-Wappen“ „gena-gelt“, d.h. jeder Nagel musste bezahlt werden. Die Prozedur begann um 15.30 Uhr mit einem Aufmarsch der Bürger, Vereine und Verbände vor dem Rathaus und im Rathaus mit einem kleinen Festprogramm der Bürgerschaft. Die „Nagelung“ endete am 27. Januar 1916.
17. Oktober 1928 Einweihung des Seegrenzschlachthauses.
18. Oktober 1819 Feierliche Eröffnung des neuen Rathauses nach Um- und Neubau einge-weiht (Der Balkon wird 1822 angebaut).
18. Oktober 1869 Johann Michaelis geboren. Mit seinem Bruder Gustav Mitinhaber der Weinhandlung F.G. Michaelis in Wismar bis 1912. Johann Michaelis übernimmt dann die Vereinsgenossenschaftsbank in Wismar am Markt 18. Sein Sohn Johann-Jürgen, geboren 13. September 1897, wird 1930 Teilhaber mit seinem Onkel Gustav in der Weinhandlung F.G. Michaelis. Seit 6. Mai 1939 mit Karin Michaelis, geb. Dencks, verheiratet. Er wird 1953 ent-eignet und stirbt am 24. Oktober 1984 in Lübeck.
18.Oktober 1949 Vertreter der NDPD sollen für ein Vierteljahr probeweise in den Bau-, Kultur-, Gesundheits-, Wirtschafts-, Wohnungs- sowie Handels- und Versorgungs-Ausschüssen mitarbeiten. Vereinbarung des Stadtverordnetenvorstandes, besetzt von SED, CDU und LDPD.
18. Oktober 1989 Offener Brief des Neuen Forums an die Kreisleitung der SED, den Rat des Kreises und dem Rat der Stadt Wismar.
18. Oktober 1989 Das Neue Forum stellt sich vor 2.000 Menschen in der Kirche zu Prose-ken vor.
18. Oktober 2017 Der Unternehmer Torsten Wehr, Fa. Fliesen-Wehr, wird zum Präsidenten der TSG Wismar gewählt.
19. Oktober 1822 Arzt und Historiker Dr. Friedrich Crull geboren (Mecklenburger Str. 16).
19.Oktober 1949 SED-Betriebsorganisation der Schiffsreparaturwerft zählt 540 Mitglieder. „Die tägliche Arbeit im Produktionsprozess, die Zusammenarbeit mit der Betriebsgewerk-schaftsleitung und den Organisationen haben noch erhebliche Mängel aufzuweisen. Über das Verhältnis von Intelligenz und Arbeiterschaft bestehen noch Unklarheiten. Ungenügende Wachsamkeit gegen den Klassenfeind und opportunistische Fehler einzelner Genossen be-hinderten die Arbeit im Betrieb …“ Zu 52% wird im Leistungslohn gearbeitet. Wegen tech-nischer Mängel konnte der Wirtschaftsplan des vergangenen Monats nicht erfüllt werden.
19. Oktober 2001 Gründung der Deutsch-Französischen Gesellschaft Wismar.
20.Oktober 1948 Die Deutsche Wirtschaftskommission erlässt Richtlinien für den freien Verkauf von Konsumgütern durch eine neuzugründende Handelsorganisation.
20. Oktober 1999 Grundsteinlegung für das neue Freizeitbad „Wonnemar“.
21. Oktober 1948 Die Lehrwerkstätten der Waggonfabrik bilden in neu erbauten Baracken 250 Lehrlinge und 120 Umschüler in Holz- und Metallberufen aus.
21.Oktober 1949 Infolge der Betriebseinschränkung beim Gaswerk scheiden 16 Arbeiter aus und werden anderweitig vermittelt.
21. Oktober 1993 Im Beisein von Bürgermeisterin R. Wilcken, Baubeteiligten und Promi-nenten wird die vergoldete Abschlusskugel mit Zeitdokumenten gefüllt und mit dem Wet-terhahn auf die Turmspitze von St. Georgen gesetzt. Der Hahn wird aus 56 Metern Höhe gestohlen und findet sich einige Tage später im Vorgarten der Bürgermeisterin wieder. Diese Geschehnisse wurden nie aufgeklärt.
22. Oktober 1847 Gründung der „Mecklenburgischen Dampfschifffahrtgesellschaft zu Wismar AG“, Scheuerstraße 11.
23. Oktober 1910 Parteitag der SPD in der „Hansa“
23. Oktober 1945 Zuckerfabrik beginnt mit 400 männlichen und 50 weiblichen Beschäftig-ten die Kampagne.
23. Oktober 1947 Reparatur des 1942 zerstörten östlichen Rathausflügels abgeschlossen.
23. Oktober 1952 Wiedergründung des „Deutschen Roten Kreuz“ in Wismar.
23. Oktober 1989 Außerordentliche Sitzung der Kreisleitung der SED. Hans-Jürgen Große-Schütte referiert für einen Kampf gegen das Neue Forum.
23. Oktober 1989 Treff von Sympathisanten des Neue Forum in Voßkuhl im Wohnhaus von Fritz Kalf.
24. Oktober 1648 Wismar wird im „Westfälischen Frieden“ Schweden zugesprochen.
24.-26.Oktober 1949 In der Halle der Schiffswerft in der Kanalstraße: Kongress der Büh-nenschaffenden Mecklenburgs wird eröffnet. Volksbildungsminister Grünberg referiert über „Die Rolle des Theaters in der Gesellschaft“. 400 Kongressteilnehmer, 270 wohnen in Pri-vatquartieren, 55 in Hotels. Außer Bühnenschaffenden auch Delegierte aus Betrieben und Maschinenausleihstationen, Gäste von Universitäten Rostock und Greifswald.
• Am 25.10.1949 Eröffnung der Ausstellung „Theater der neuen Zeit“ im Rathaussaal.
24. Oktober 1982 Wiederinbetriebnahme des Glockenspiels von 1592 im St. Marienkirch-turm durch Spenden der Altschülerschaft der Großen Stadtschule. Das Glockenspiel wird von den neun im Turm befindlichen Glocken und der Stundenglocke bedient. Es ertönt täg-lich um 12 Uhr, um 17 Uhr und um 19 Uhr und umfasst 14 Choräle aus dem evangelischen Kirchjahr. Das Glockenspiel ist 1592 gestiftet worden und ruhte seit 1928.
24. Oktober 1831 Einweihung des Friedhofes (Ost) auf dem ehemaligen Galgenberg.
25. Oktober 1894 Dr. Leopold Liebenthal eröffnet in der Altwismarstraße (heute 10) seine Arztpraxis (gest. 30. November 1938).
25.-30.Oktober 1948 Erhebung der Anbauflächen ausgewählter landwirtschaftlicher Kultu-ren
25. Oktober 1995 Sprengung des 80 Meter hohen Mauerwerkschornstein bei der Zuckerfab-rik.
26. Oktober 1908 Die Ingenieurakademie nimmt ihren Betrieb auf. Es beginnen die Vorle-sungen.
27. Oktober 1846 Gründung des Gewerbevereins Wismar im „Fründts Hotel“. Vorsitz Se-nator Dr. jur. Wilhelm Christian Süsserott.
27. Oktober 1947 Die Wismarer Feuerwehr wird zur Berufsfeuerwehr.
27.Oktober 1948 Polizeiordnung vom 27.10.1948: Der unberechtigte Aufenthalt von Perso-nen in den Gebieten der Häfen und öffentlichen Umschlagplätzen wird mit sofortiger Wir-kung verboten.
27.Oktober 1949 Kapitän Steinhagen hat seinen Passagierdampfer „Insel Poel“, der bei Kriegsende zur Reparatur in Lübeck lag, freibekommen. Das Schiff liegt wieder in Kirch-dorf und wird einen neuen Kajütenaufbau erhalten.
28. Oktober 1987 Städtepartnerschaft Lübeck-Wismar.
28. Oktober 1946 Auf Befehl der SMAD wird die staatliche Bau- und Ingenieurschule ge-gründet.
28. Oktober 1998 Fertigstellung der Kompaktwerft mit Dockhalle (600 Mio. DM Inves-titionen) Grundsteinlegung 15.11.1994. Die Halle ist 72 m hoch, 155 m breit und über 395 m lang.
30. Oktober 1870 Maler Carl Canow gestorben (Suizid).
30. Oktober 1902 Ein hölzerner Schwedenkopf wurde durch den finnischen Segler „Al-fa“ zerstört. Die Schwedenköpfe sind im April durch zwei gusseiserne Köpfe aus der Eisengießerei Crull ersetzt worden. Die beiden Schwedenköpfe sind 1803 in der Hafen-einfahrt aufgestellt und befanden sich als Schmuck auf dem ehemaligen schwedischen Kriegsschiff „Hercules“, das 1651 in Wismar vom Stapellief und 1689 grundlegend umgebaut wurde, wobei die Köpfe entfernt wurden und in Wismar eingelagert worden sind.
31. Oktober 1375 Kaiser Karl IV. besucht Wismar aus Lübeck kommend.
31. Oktober 1427 Enthauptung des Ratsherrn Hinrik van Haaren auf dem Markt.
31. Oktober 1927 Die Villa „Ravelin Horn“ des Industriellen Paul-Heinrich Podeus geht infolge eines Konkurses an die Stadt Wismar über. Hier wird nach Umbauarbeiten 1929 das neue Landratsamt eingerichtet.
31. Oktober 1945 von 41.900 Einwohnern sind 12.450 Umsiedler.
• Auf dem freien Markt gehandelte Kartoffeln kosten 50 Mark je Zentner, 1 l Milch 1,50 Mark.
• Hafen: Wassertiefe 5,5 – 6 m, Alter Hafen = Hauptumschlagplatz mit 1.000 m Kaikante, 600 m Gleis, Holzlagerplätze, 3 Getreidesilos, 5 Schuppen mit 4.000 qm Lagerfläche.
• Kohlenhafen: 800 m Kaikante, 500 m Gleis, Kohlenverladebrücken, Kräne mit 5t und Drehkran mit 15 t Hubkraft, 1 Silo, Ölbunkeranlage
• Industriehafen zum Kaliumschlag am unbefestigten Ufer, Anlegebrücke mit Gleisanschluß am stillgelegten SeegrenzschlachthausHolzhafen: ohne Gleisan-schluß, Bollwerk nur am Süd- und Ostufer
• Energische Maßnahmen gegen die Ausbreitung von Seuchen in Wismar: alle An-gehörigen von Infizierten werden in ihren Wohnungen isoliert, keine gemeinsame Benutzung von Toiletten durch Kranke, deren Familienmitglieder und Gesunde, keine Ansammlungen vor Geschäften, in Ämtern und vor Banken, Beschlagnah-me von Gebäuden zur Isolierung von Infizierten, öffentliche Sammlung für die Ausrüstung der Behelfskrankenhäuser, sämtliche Einwohner Wismars impfen.
31.Oktober1948 Vier Bagger und drei Spüler sind zurzeit eingesetzt, um das teilweise nur noch 4 m tiefe Fahrwasser auf 7 m zu bringen. Arbeitszeit in zwei Schichten zu je sieben Tagen. Jeden Dienstag stellt die Reichsbahn dem fahrplanmäßigen Eilzug nach Rostock ei-nen Sonderwagen für Baggerarbeiter hinzu, die zurzeit aus Wolgast, Anklam und Stralsund, aber auch vom Fischland und aus der Barther Gegend kommen.
• In der Saison 1948 gelangten in Wismar 3.456 t Torf zum Verkauf (3.083 t davon für den Bevölkerungsbedarf). Die Torfgewinnung des freiwilligen Unternehmens am Dor-stein betrug 900 t. Heran beteiligten sich 1.115 Freiwillige, ihnen wurde der gewonne-ne Torf zu 50 % auf die Hausbrandversorgung angerechnet.
• Rathaussaal: Lehrlingsfreisprechung für Stadt- und Landkreis: Von 238 Lehrlin-gen (davon etwa 25 Umschüler) bestanden 13 die Prüfung nicht.
31. Oktober 1967 Fertigstellung und Einweihung des Verbindungshauses am Hauptge-bäude zwischen Haus I und Haus II der Wismarer Ingenieurschule.
31. Oktober 1989 Das Neue Forum ruft zu einem Treff zum Reformationsgottesdienst in St. Nikolai auf. Thomas Beyer vom Neuen Forum hält die Ansprache.

November im Überblick

1. November 1411 In der Hansestadt Wismar findet der zweite Hansetag in der Wismarer Geschichte statt und letzte in Wismar. Der erste Hansetag in Wismar fand am 25. Juli 1363 statt.
1.November 1881 Benennung der Bahnhofstraße.
1.November 1888 wird der Schlachthof eröffnet.
1. November 1891 Fernsprechamt geht mit 30 Teilnehmern in Betrieb. Ab 12. Oktober 1903 wurde die Fernsprechleitung unterirdisch verlegt.
1.November 1948 Über die Schulen werden 800 Paar Schuhe (Kinder-Lederschuhe) ver-teilt.
1.November 1949 HO-Warenhaus, ehemals Karstadt: Erdgeschoß: Lebensmittel, Haus-
haltswaren, Möbel 1. Stock: Textilien, Schuhe, Konfektion, Pelze, Gardinen, Teppiche,
Möbelstoffe, technische Artikel, Parfümerien.
1. November 1989 Der Journalist Peter Preuß (geb. 24.9.1951) übernimmt die Lokalredakti-on der Ostsee-Zeitung Wismar.
1. November 1990 Dr. Gerd Zielenkiewitz wird von der Wismarer Bürgerschaft zum Bür-gerschaftspräsidenten (Präsident der Bürgerschaft) gewählt und tritt die Nachfolge von Prof. Dr. Rolf Eggert an, der in den Landtag von Mecklenburg-Vorpommern und zum Vize-präsidenten des Landtages gewählt wurde.
1. November 1991 Gründung des Förderverein „Schoner Atalanta“ e.V. Der ehemalige Lot-senschoner „Atalanta“ aus Hamburg wurde vom letzten Eigner Eric Warburg, dem neuen Verein mit der Maßgabe für gemeinnützige Jugendarbeit kostenlos überlassen. Nach Sanie-rung und Restaurierung ist das Schiff 2001 in Dienst gestellt worden.
1. November 2002 Einweihung des Alten- und Pflegeheimes „Schwarzes Kloster“ der Dia-konie.
1. November 2014 Eröffnung des Restaurants „Krohn´s – Essen & Trinken“ in der Altwis-marstraße 23.
2. November 1830 Bürgermeister Anton Haupt schildert dem Rat die Vorteile einer moder-nen Friedhofsanlage.
2. November 1870 Der Maler Carl Canow wird trotz seines Selbstmordes auf dem Friedhof „erster Klasse“ beerdigt. Das Grab entwirft sein Freund, der Architekt Heinrich Thormann.
2. November 1889 Gründung der Zuckerfabrik Wismar als Aktiengesellschaft. 1890 wird der Betrieb aufgenommen.
2. November 1991 Erster Tag der offenen Tür in der sowjetischen Garnison nach 46 Jahren.
3. November 1897 Wasserwerk mit Wasserturm am Turnplatz (Podeusstraße) geht in Be-trieb.
3. November 1897 Das letzte Mal fließt Wasser aus der Wasserkunst auf dem Marktplatz. Ab sofort erfolgt die Versorgung durch den neuen Wasserturm am Turnplatz.
3. November 1906 Der spätere Archivar, Buchhändler und Antiquar Hermann Rhein wird geboren.
3. November 1862 Eröffnung der „Kleinkinderschule“ (Kindergarten) in der Neustadt 24.
3. November 1906 Der Wismarer Buchhändler und Antiquar Hermann Rhein wird in Re-gensburg geboren. Er verstirbt am 15.5.1993 in Wismar.
3.November 1948 Rat der Stadt genehmigt die Nutzung der Aula der Geschwister-Scholl-Schule für den Sonntagsgottesdienst der Sankt Nikolai-Gemeinde. Erlaubnis wird am 22.12.1948 zurückgenommen, da solche Benutzung unzulässig ist.
3. November 1950 Im Schabbelhaus wird ein neues Heimatmuseum eröffnet, Beginn einer Inventaraufnahme, die aber nicht abgeschlossen wird. Die Porterstuben im Schabbellhaus gab es bis 1938.Seit 1918 hatte Aug. Schulz die Gaststätte gemietet. Koch verkauft das Haus 1920, mietet aber einen Teil weiterhin an
4. November 1806 Französische Soldaten besetzen Wismar.
4. November 1934 Einweihung der 1. Deutschen Ahnenhalle in der Kapelle Maria zur Wei-den. Im Februar 1960 Abriss der 1324 erstmalig erwähnten Wallfahrtskapelle Maria zur Weiden auf dem St.-Marien-Kirchhof ohne denkmalpflegerische Genehmigung. Sie wurde im Krieg beschädigt, war aber aufbauwürdig.
4.November 1948 Volkshaus: Öffentliche Kundgebung der SED: Es sprechen Landtagsprä-sident Genosse Moltmann, Ministerpräsident Genosse Hocker und Minister Genosse Warn-ke. Würdigung des sozialistischen Aufbaus, Zurückweisung von Verleumdung und Gerüch-ten, Säuberung und Festigung der Partei.
• Die Hansewerft teilt mit, dass die Reparationslieferung von zwei eisernen Fischkut-tern mit Ablauf des Jahres erfolgen werde. Die Werft hat 124 Beschäftigte, davon 110 Produktionsarbeiter.
5. November 1818 Gründung des Musikvereins (zweitältester in Deutschland) im Briese-mannschen Gasthof, heute Fründts Hotel an der Schweinsbrücke, durch Bürgermeister Carl von Breitenstern (Bürgermeister 1814-1825). Aufführung des Oratoriums „Die Schöpfung“ von Joseph Haydn mit 100 Sängern in St. Nikolai am 12.9.1816.
5.November 1949 Das lang entbehrte Lübzer Pilsner ist in altbekannter Qualität wieder da verkündet eine Anzeige in der Landeszeitung vom 5.11.1949
• Am 17.11.1949 stimmt der Ministerrat der Ermäßigung der Bierpreise um 30% zu.
• Kleiner Saal der Volksbühne: Revolutionsfeier der SED.
5. November 1989 Öffentliches Forum zu Fragen Handel und Versorgung in der Sporthalle.
6. November 1945 Schutzimpfung gegen Typhus von 42.000 Bewohnern der Region ist mit 10 Ärzten und medizinischem Personal abgeschlossen.
• Wismarer spenden 550 Betten, 650 x Bettwäsche, 400 Schlafdecken und 1.000 Handtücher für die drei Notkrankenhäuser der Stadt.
6.November 1949 Fußballspiel auf dem Jahnplatz: Horch Zwickau – ZSG Anker 3:1.
Tumult-Szenen nach dem Spiel; ZSG Anker Mannschaft muss Schiedsrichter schützend in die Kabine begleiten.
7.November 1949 Stadttheater: Revolutionsfeier der Deutsch-sowjetischen Freundschaft (DSF).
6. November 1954 Einweihung des Ernst-Thälmann-Gedenksteines in der Schweriner Stra-ße.
6. November 1989 Die SED-Führung veröffentlicht den angekündigten Reisegesetz-Entwurf. Der Gesamtreisezeitraum ist auf dreißig Tage pro Jahr beschränkt. Er enthält „Versagungsgründe“, die nicht eindeutig und nachprüfbar definiert sind und der Behör-denwillkür großen Spielraum lassen. Der Entwurf stößt auf harschen Protest in der Be-völkerung.
6. November 2000 Bundespräsident Johannes Rau hat mit dem diplomatischen Korps Wismar besucht. Mehr als 150 Botschafter und ranghohe Diplomaten informierten sich über kulturhistorische Zeugnisse der Hansezeit und neueste technologische Entwicklun-gen, z. B. die der „Aker-MTW-Werft“, die zu den modernsten Schiffbauunternehmen Europas gehört.
7. November 2011 Gottfried Kiesow, Ehrenbürger von Wismar seit 2004, gestorben. Geboren 7. August 1931.
7. November 1989 1. Demonstration auf dem Wismarer Markt mit 40-50tausend Men-schen.
7. November 1810 Fritz Reuter geboren.
8. November 1882 Handelsgerichtliche Eintragung der Firma Karstadt mit „C. Karstadt und Co.“ unter dem Namen vom Vater Christian Karstadt.
8. November 1918 Versammlung von Matrosen, Arbeitern und Soldaten zum Streik und Zug in Richtung Marktplatz.
8. November 1848 Logiker Prof. Dr. Gottlob Frege geboren (Böttcherstr. 2), gestorben 26. Juli 1925.
8./9. November 1990 Unbekannte stürzten die Fritz-Reuter-Büste in der Nacht vom 8. zum 9. November 1990 von ihrem Sockel vor der Fritz-Reuter-Schule. Sie wurde durch den Be-reich Denkmalpflege der Hansestadt Wismar repariert und restauriert und konnte 1991 zum 100. Schulgeburtstag wieder aufgestellt werden.
9. November 1832 Kapitän Heinrich Podeus geboren, gestorben am 21. Juli 1905.
9. November 1907 Gründung des Wismarer Bürgervereins.
9. November 1936 Wismar darf den Zusatz „Seestadt Wismar“ verwenden.
9./10. November 1938 Judenpogrome in Wismar.
9. November 1946 Gründung der Ingenieurschule für Bauwesen.
9.November 1949 Hansewerft hat 76 Meter langes Anlegebollwerk erhalten. Fahrrinne und Becken sind auf 5,5 m Tiefe gebracht.
9. November 1989 Öffnung der Mauer in Berlin, in deren Folge die Grenze zur Bundesre-publik Deutschland entfällt.
10. November 1938 Aktionen der Nazis gegen jüdische Geschäftsinhaber wie Löwenthal, Lindor und Blaß. Deren Läden werden geschlossen.
11. November 1865 Regionalhistoriker Gustav Willgeroth geboren. Gestorben 15. März 1937.
11. November 1948 Die Knaben-Mittelschule erhält den Namen „Goetheschule“.
11.November 1948 Befehl der Kommandantur Nummer 259 vom 11.11.1948: Beschaffung von Draht für die Produktion dringend benötigter Nägel bei „Drahtmüller“.
• Rat der Stadt erklärt sein grundsätzliches Einverständnis zur Wiederherstellung des Archidiakonatshauses. Vorlage an Stadtverordnetenversammlung; Zuschuss von Denkmalpfleger oder Landesregierung ist zu erbitten.
11.November 1949 Der Beschluss vom 17. Dezember 1948, durch welchen die Kulturellen Unternehmen Wismar begründet wurden, wird von der Stadtverordnetenversammlung ein-stimmig aufgehoben.
• Der Antrag, die Knaben-Mittelschule in „Goetheschule“ umzubenennen, wird ein-stimmig angenommen.
• In der „Geschwister-Scholl-Schule“ entspricht der Leistungsstand zurzeit in vielen Fächern und Klassen nicht den Anforderungen der amtlichen Lehrpläne. Das ist zu-rückzuführen auf den Mangel an Fachlehrern in Mathe und den Naturwissenschaf-ten, in Russisch, Geschichte und Kunsterziehung.
12. November 1926 Günter Lunow, Oberbürgermeister von Wismar von 1969 bis 1989, in Wismar geboren. Verstorben am 23. August 2017 in Zierow.
12. November 1949 Die sowjetische Militäradministration überträgt die Verwaltung der Stadt an Oberbürgermeister Herbert Säverin und des Landkreises an Landrat Herbert Fie-gert.
12. November 1973 Im Werfthafen schlägt das zur Reparatur liegende Fang- und Verarbei-tungsschiff, die ROS 305 „Luis Fürnberg“ leck und sinkt. Es wird am 3. Dezember 1973 gehoben.
12. November 1989 Erstes Gespräch zwischen dem Neuen Forum und dem Rat der Stadt Wismar.
13.November 1948 Volkshaus: Kreisdelegiertenkonferenz der SED (von 314 Delegierten nur 216 anwesend)
13. November 1872 Schwere Sturmflut sucht Wismar heim. 306 cm über normal.
13. November 1972 Hochwasser 130 cm über normal.
13. – 20. November 1949 1. Wirtschaftsschau Wismar-Lübeck: „Die Tore auf für Handel und Wandel!“
• Im Volkshaus vornehmlich volkseigene Industrie (Schiffsreparaturwerft, Hansewerft, Autoreparaturwerk, Ostseeholzwerke (Werk Wismar), im kleinen Saal HO und Kon-sum, im Haus der Volksbühne Handel, Bekleidung, Optik, Mechanik u.a., auch Lehr-schau der Ingenieurschule (Fotozelle, Röntgenprüfgerät, Material-Zerreißmaschine).
• Geleitworte des Oberbürgermeisters Säverin und des Landrates Fiegert.
• 13. November, 10:00 Uhr Festliche Eröffnung; ab 13:00 Uhr für Besucher geöffnet, am 1. Tag schon 2.000.
• 20.November treffen 150 Gäste aus Lübeck ein, Geschäftsleute, Vertreter der In-dustrie und Handelskammer, Journalisten.
13. November 1989 Zweite Demonstration auf dem Wismarer Markt mit 35.000 Menschen.
14. November 1910 Einweihung des Laboratoriums der Ingenieurakademie am Baumweg.
14. November 1887 Eröffnung der Bahnstrecke Wismar-Karow.
14. November 1918 Umbenennung des Großherzogtums Mecklenburg-Schwerin in Freistaat Mecklenburg-Schwerin.
14.November 1948 Blockierte Flächen im Wismarer Hafen schmälern den Lagerplatz. Im Kalihafen liegen noch 300 T herrenloser Schrott (Geschütze, Fahrzeuge, Maschinenschrott). 75.000 t Rot- und Graugranitsteine aus NS-Zeit lagern noch im Hafen. Zwei Schiffswracks ragen noch aus dem Wasser.
14.November 1948 Durch Neugründung entsteht aus der Sportgemeinschaft Wismar-Ost die Sportgemeinschaft „Vorwärts“ Wismar. Die Sportgemeinschaft hat 600 Mitglieder.
14.November 1949 Herr Immecke jun. meldet beim Amtsgericht den Konkurs der Fa. Im-mecke an.
14. November 2000 Das Seniorenheim Haus Wendorf, Rudolf- Breitscheid- Str. 62, wird als Neubau mit 81 Pflegeplätzen eröffnet.
14. November 2016 Erstmals wird durch die Bürgerstiftung der Volks- und Raiffeisenbank Wismar der Erhard-Bräunig-Preis vergeben, der an den am 7. August 2015 durch einen Un-fall verstorbenen Ex-Landrat Erhard Bräunig und sein bürgerschaftliches Engagement erin-nert. Verbunden mit der Auszeichnung ist ein Preisgeld von 5.000 Euro und ein Pokal des Plüschower Künstlers Udo Radtke.
15. November 1627 Befehl Wallensteins an General von Arnim über den Ausbau Wismars zur Seefestung.
15. November 1814 Johann Christian Thormann geboren. 25. November 1896 gestorben. Großkaufmann und Geheimer Kommerzienrat, Senator von 1847 – 1852. Er war der Eigen-tümer des 1862 errichteten Thormann-Speichers auf der Lastadie und ihm gehört von 1850-1875 der „Königsspeicher“ Frische Grube 31.
15. November 1908 Einweihung des neuen Bahnhofes mit Unterführung.
15. November 1924 Ein Artikel in der Rostocker Zeitung aus dem Jahr 1921 gibt Anstoß zu Überlegungen zu einer Neuordnung des Museums und der Verlegung in die Alte Schule.
15. November 1945 Der Aufbau des Ensembles des Stadttheaters ist mit Hilfe der Kom-mandantur der Roten Armee abgeschlossen:
• 22 Sänger und Schauspieler für Operette und Schauspiel, 35 Orchestermusiker, 12 Damen Ballett, 2 Inspizienten, 1 Souffleuse, 1 Bühnenbildner, 18 Mann technisches Personal,
• Niederdeutsche Bühne mit 20 Personen.
15. November 1989 Oberbürgermeister Günter Lunow, geb. 12.11.1926, wird durch die Stadtverordnetenversammlung Wismar abberufen. Er hatte das Amt vom 15. April 1969 bis 15.November 1989 Wolfram Flemming,1 Stellvertreter des OB, wird bis zur Neubesetzung am 30. Mai 1990, kommissarisch eingesetzt.
15. November 1994 Grundsteinlegung für die „Kompaktwerft 2000“ mit Dockhalle durch Ministerpräsident Dr. Berndt Seite.
15. November 1989 Das Neue Forum bildet einen Sprecherrat mit: Fritz Kalf, Ulrich Bä-cker, Guntram Erdmann, Thomas Beyer, Frank Wiechmann.
16. November 1660 Der Prunkgiebel an der 1390 erbauten Sakristei von St. Marien stürzt ein und wird erst 1895 erneuert.
16. November 1848 Zichorienfabrik Altwismarstr. 8 abgebrannt.
16. November 1891 Abbruch der alten Klostergebäude der Großen Stadtschule für einen Neubau (12.Oktober 1893 eingeweiht).
16. November 1945 Die Reichsbahn verkehrt wegen knapper Kohle nur noch dreimal die Woche.
16.November 1948 Eröffnung eines „Freien Geschäftes“ für Nahrungs- und Genusswaren (ehemaliges Kaiser-Kaffee-Geschäft), später das HO-Café „Kogge“..
• Restaurant Wädekin wird „Freie Gaststätte“.
• Erster Kurzbericht über die „Staatsläden“ in Landeszeitung vom 18.11.1949: Zu-spruch der Kundschaft nur zögernd. Erster HO-Laden am 15.11.48 eröffnet (ehema-liges Kaiser-Kaffee-Geschäft), einige Tage später das HO-Cafe „Kogge“.
17.November 1945 Die Anfang November eröffnete „Volksbücherei Wismar“ hat 2.500 Bücher ausgeliehen, 200 sind nach dem Krieg neu angeschafft worden.
17. November 1989 Gründung der SDP (später SPD) in der Heiliggeistkirche für Stadt und Kreis Wismar.
17. November 1995 Grundsteinlegung für die Median-Klinik im Stadtteil Wendorf.
17. November 2000 Einweihung des Freizeitbades „Wonnemar“.
17. November 2015 Dr. Rosemarie Wilcken, geb. 16.Juni 1947, Bürgermeisterin von 1990-2010, wird Ehrenbürgerin von Wismar.
18. November 1427 Bürgermeister Johann Banzkow auf dem Markt enthauptet.
18. November 1686 Kellergewölbe und Erdgeschoss mit erster Galerie auf der Walfischfes-tung sind fertig und provisorisch eingedeckt.
18. November 1830 Versammlung von 70 Vertretern der Handwerksämter über Forderun-gen einer neuen Stadtverfassung.
18.November 1949 9 Omnibusse im Einsatz, 1 Anhänger, davon 3 Stadtomnibusbetrieb,
1 Schiffsreparaturwerft, 5 privat (Kottala, Godenschwegen, Ezischke, Giertz, Nenzel)
6 zurzeit nicht einsatzfähig (Mangel an Ausrüstung bzw. Ersatzteilen).
• Die Fa. Godenschwegen betreibt einen zum Personentransport eingesetzten Last-kraftwagen
(Unfall am 17.10.1949 trotz technisch einwandfreien Zustandes).
18. November 1959 Übergabe Park der Solidarität auf ehemaligem Ziegeleigelände ( ab 1992 Burgwallcenter).
19. November 1500 Fürstentag in Wismar mit Turnieren zwischen Herzog Hinrich von Mecklenburg und Herzog Hinrich von Braunschweig.
19. November 1830 Flucht des Bürgermeisters Lembke aus Wismar vor den Deputierten der Ämter.
19. November 1884 Heimatforscher Dr. Rudolf Kleiminger in Neustadt i. Mecklenburg ge-boren.19. August 1967 in Wismar am Reuterplatz verstorben.
19. und 20.November 1949 Kreisdelegiertenkonferenz der SED: 409 Delegierte, ca. 300 Gastdelegierte. Genosse Karl Mewis im Schlußwort: „… Im Kreis Wismar ist der Kampf gegen den Opportunismus und das Sektierertum zu spät begonnen worden“ Klarheit muss herrschen über die Oder-Neiße-Friedensgrenze und in der Frage der Nationalen Front.
19. November 1991 Gründung der „Wismarer Wirtschaftsgemeinschaft“ im „Wismarer Hof“ (heute Fründts Hotel).
19. November 1936 Flak-Kasernen (I. Abt. Flaksturmregiment 61) an der Lübschen Burg werden bezogen.
20. November 1554 Fertigstellung des Fürstenhofes.
20. November 1909 Übergabe des Eisenbahnfußgängertunnels in der Rostocker Straße, Baubeginn war im August 1909.
20.November 1948 Kindergartenplätze reichen nicht aus.
Belegung im Juli1948: Neustadt 97, Wendorfer Weg 73, Rote Tor 35, Carlsdorf 41, Koch`sche Stiftung 88, Doktor-Leber-Straße 65, Schiffsreparatur-Werft 97.
21.November 1949 Bekanntmachung Stadtwerke: „Da unser Aufruf vom 26.10.1949 an die Bevölkerung Wismars, in der Zeit von 17:00- 21:00 Uhr den Stromverbrauch auf das Mög-lichste einzuschränken, nicht genügend befolgt wurde, sehen wir uns leider gezwungen, mit sofortiger Wirkung auch in den Morgenstunden von 6.30 Uhr bis 8.00 Uhr Stromabschal-tungen vorzunehmen……Die Abschaltungen bleiben solange in Kraft, bis die Bevölkerung von sich aus zu der Einsicht gekommen ist, dass … größte Sparsamkeit im Stromverbrauch zu beachten ist.“
20. November 2014 Unterzeichnung des Vertrages zur Nutzung der „Kulturkirche“ St. Georgen durch die Hansestadt Wismar und den Kirchgemeinden St. Georgen und St. Mari-en. Die umstrittene Widmung ist nicht Bestandteil des Vertrages.
21. November 1901 Der Ostfriedhof wird eröffnet und anlässlich der ersten dortigen Beer-digung feierlich geweiht.
21. November 1939 Nutzung des ehemaligen Arbeitersportlerheimes durch die Norddeut-schen Dornierwerke das Haus als Lehrlingswohnheim.
21.November 1948 „Tag des Freien Marktes“ (Aufkaufsonntag; Handzettel an die Landbe-völkerung, umseitige Hinweise des Kreissausschusses „Freier Markt“ über Organisation der Aufkaufaktion und Gegenangebot von Industriewaren).
22. November 1835 Bürgermeister Anton J. F. Haupt gestorben (geb. 18. September 1800).
22. November 1887 Benennung der Lindenstraße (siehe auch: Adolf-Hitler-Straße und Dr.-Leber-Straße).
22. November 1946 Befehl über Instandsetzung von alten Lagerbunkern am Hafen zu Kali-bunkern.
22.November 1949 Dr. med. Zuber (ehemals Neubrandenburg) wird Leiter des Wismarer Stadtkrankenhauses.
22. November 2014 Durch den Eintrag in das Genossenschaftsregister ist die Verschmel-zung der ehemaligen Volks- und Raiffeisenbanken Wismar und Güstrow zur „Volks- und Raiffeisenbank eG – Meine Bank in Mecklenburg“ rechtskräftig abgeschlossen.
23. November 1680 Vertrag von Fontainbleau und Lund, Rückgabe Wismars an Schweden und stärkste Befestigung.
23. November 1680 Graf Königsmarck zieht in Wismar ein (Wismar wird nach zwischen-zeitlicher dänischer Besetzung von 1675-1680 wieder schwedisch).
23. November 1838 Einweihung der „Koch´schen Stiftung“ in der Mecklenburger Straße.
23.November 1948 In der Hansewerft läuft der erste eiserne Fischkutter vom Stapel. Es ist das erste Eisenschiff, das je in Wismar gebaut wurde.
23. November 1993 Eröffnung Sonnenapotheke im neu erbautem Burgwallcenter.
24.November 1945 Das Sportamt der Stadt Wismar wird eingerichtet.
24. November 2014 Beginn der Abrissarbeiten der Häuser Bleicherweg 25, 26,27 und 28. Es ist keine Neubebauung vorgesehen, sondern eine Rasenfläche. Das Haus Bleicherweg 28 ist das erste Haus, das 1948 in Wismar nach dem Krieg neu aufgebaut wurde. Der gesamte Bereich um die ehemalige Kanalstraße wurde am 25. August 1944 schwer zerstört.
24.11.1948 Ratssitzung befasst sich unter anderen mit der Satzung „Kulturelle Unterneh-mungen“. Es sollen einbezogen werden: Museum, Theater, Archiv, Volksbücherei, „Welt-spiegel“, Volkshochschule. Am 11.11.1949 hebt die Stadtverordnetenversammlung den Be-schluss vom 17.12.1948 wieder auf, durch welchen die Kulturellen Unternehmungen Wis-mar begründet wurden.
• Autoreparaturwerk in der Doktor-Leber-Straße hat 190 Betriebsangehörige, davon 20% Frauen und Kriegsversehrte. Eine Jugendaktiv-Gruppe ist aufgestellt worden.
25. November 1669 Bau der ersten Papiermühle am Wallensteingraben zwischen Rothen Tor und Metelsdorf durch Christoph Teßmar.
25. November 1888 Im Lindengarten wird ein Denkmal für den deutschen Kaiser Wilhelm I. eingeweiht. Das Denkmal befand sich auf der Rasenfläche am Weg zum Bahnhof. Initiiert wurde das Denkmal durch die Wismarer Kriegs- und Militärvereine. Es ist seit langem ver-schwunden.
25. November 1896 Johann Christian Thormann gestorben. 15. November 1814 geboren. Großkaufmann und Geheimer Kommerzienrat, Senator von 1847 – 1852. Er war der Eigen-tümer des 1862 errichteten Thormann-Speichers auf der Lastadie und ihm gehört von 1850-1875 der „Königsspeicher“ Frische Grube 31.
25. November 1936 Umbenennung der Stadt Wismar in Seestadt Wismar.
25. November 1991 Gründung des „Rotary Clubs“ Wismar. Aufnahme in den Weltverband am 19. September 1992.
25. November 2011 Gründung des Fördervereins Alte Schule Wismar e.V., der aus einer 2010 initiierten Bürgerinitiative hervorgegangen ist. Der Verein setzt sich ausdrücklich für den Wiederaufbau der Alten Schule in der historischen Ansicht ein.
26.November 1948 Rathaussaal: Eröffnung der Ausstellung der Kunstmaler Hinrichs und Heinz Dubois.
• In der Hansewerft läuft der 2. Fischkutter vom Stapel. Die Motore für die beiden ei-sernen Kutter, die ersten Neubauten nach 1945, fehlen noch. Die Schiffe sollen der deutschen Fischerei zur Verfügung stehen.
26.November 1949 Mitteilung des Landtages: „Ab sofort sind die Tagesordnungen der Kreistags- und Stadtverordnetensitzungen dem Büro des Landtages nur noch in einem Exemplar einzureichen. Die Vorlage der Ausfertigungen in Russisch entfällt.“
27.November 1948 Neue Volksschule im ehemaligen Luftwaffenlazarett fertig. War seit Sommer im Bau; Ende September war der Rohbau abgeschlossen, Malerarbeiten begannen.
27.November 1949 9 Uhr Volkshaus: 1. Pionierkongress, 14 Uhr Kulturprogramm.
27. November 1989 Demonstration auf dem Marktplatz mit 10.000 Menschen.
28. November 1806 General Michaud nimmt Mecklenburg für Napoleon in Besitz.
28. November 1925 Premiere der Niederdeutschen Bühne mit „De Verschriewung“.
28. November 1945 Erster Markttag seit Kriegsende in Wismar mit Fleisch, Koch-, Jagd- und Leberwurst, Kartoffeln, Milch, Brot, Besen, Bürsten, Töpfe, Äxte, Spaten, Lampen-schirme, Spielsachen etc., außerdem Bockwurststände und Schnapsbuden.
28.November 1949 Bericht an Oberbürgermeister über Unterbringung von Fachkräften und Bauarbeiten für die Erweiterung der Schiffsreparaturwerft. Unterkünfte sind bezogen bzw. bereitgestellt in: Massenquartier Germania Sportplatz, Parkstraße, Klosterschule, Kopenha-gener Straße, Hotel Stadt Hamburg.
28. November 1959 Kiellegung des FDGB Urlauberschiffes Fritz Heckert auf der Mathias- Thesen-Werft.
29. November 1870 Chaussee Wismar-Klütz fertiggestellt.
29. November 2005 Durch die Verträge vom 10.11.2005 und 29.11.2005 hat die Hanse-stadt Wismar 94 % ihres Anteils am Stammkapital des Krankenhauses an die Verwaltungs-gesellschaft HANSE-Klinikum Stralsund GmbH (eine 100%ige Tochtergesellschaft der Damp Gruppe) mit Wirkung zum 01.01.2006 verkauft und abgetreten. Das Krankenhaus führte den Namen HANSE-Klinikum Wismar GmbH.
Mit Vertrag vom 30.08.2006 beteiligt sich die Damp AG zum 01.01.2006 an der HANSE-Klinikum Wismar GmbH als atypisch stille Gesellschafterin.
30. November 1938 Arzt Dr. Leopold Liebenthal gestorben.
30.November 1948 Dachpappenfabrik Bogenhardt, am 03.09.1948 durch Feuer vernichtet, nimmt Produktion in neuerrichteten Fabrikräumen auf.
30.November 1948 Eine „Schwerbeschädigten-Werkstätte GmbH“ wurde in der Parkstraße gegründet. Neuanfertigung von Kleinmöbeln und Spielzeug, Reparaturleistungen; Altwis-marstraße 10, Geschäftsstelle mit Schaufenster und Reparaturannahme.
30.November 1949 Ein Waggon mit 12 rückgeführten Kirchenglocken trifft ein.

4 Glocken St. Marien
2 Glocken St. Georgen
1 Glocke Klosterschule
2 Glocken Neukloster
1 Glocke Hohen Viecheln
1 Glocke Brüel
1 Glocke Witzin

November 1882 Heinrich Witte, Schwiegersohn von Verlagsgründer Hinstorff, wird Verlagschef des Hinstorff-Verlages.
November 1888 Eröffnung des Schlachthofes.
November 1906 Baubeginn der Villen am Turnplatz.
November 1945 Entnazifizierung ist abgeschlossen.
November 1945 Die Stadtbibliothek öffnet wieder.
November 1945 Allgemeine Verknappung der Heizmittel, die Bahn schränkt den Verkehr ein und Stadtbeamte bekommen zehn Tage Urlaub für Kartoffelernte und Holzeinschlag.
November 1992 Die Ernst-Thälmann-Straße wird in Schweriner Straße zurückbenannt.

Dezember – Der Monat im Überblick

1.Dezember 1949 Seit mehreren Wochen ist die Lübsche-Tor-Weide bis an die Wallgärten überschwemmt.
1.Dezember 1949 Erhöhung der Lebensmittelrationen tritt in Kraft.
• Zeughaus Ulmenstraße wird wieder der Ingenieurakademie zugewiesen. Das ehema-lige Lyzeum wird von der Sowjetischen Kreiskommandantur in Anspruch genom-men.
• Gewerbe- und Ordnungsamt ruft die Wismarer Kaufleute zur Beteiligung am Weih-nachtsmarkt und zum Schaufensterwettbewerb: „Weihnachten im Zeichen des wirt-schaftlichen Aufstiegs“ auf.
• Neben (HO) und Konsum werden für gute Schaufenstergestaltung ausgezeichnet: Bennien, Krämerstraße 13, Drogerie Timm, Lübsche Straße 49, Roggensack, Gemüse und Lebensmittel, Hegede 15, Juwelier Schütz und Kruse, Altwismarstraße 11, Ru-thenbeck, Textilien, Krämerstraße 15, Haushaltswaren Hillmann, Am Markt 20, Bä-ckerei Köhn, Breite Straße, Foto- Prüß, Krämerstraße 19, Gebrauchswerber Schultz, Hinter dem Chor 9, Fleischerei Putscher, Lübsche Straße 26, Gärtnerei Teude, Am Friedhof.

1. Dezember 1881 Benennung der Dahlmannstraße.
1. Dezember 2012 Eröffnung des Technischen Landesmuseums als „phanTechnikum“.
1. Dezember 1933 Gründung der Dornier-Werk Wismar GmbH, ab 1938 Norddeutsche Dornier Werke GmbH. 1934 Inbetriebnahme der ersten Bauhalle, die Flughalle, auf dem Haffeld, danach die Seehalle und zwei weitere Hallen. Ab 1938 sind die drei Standorte Wismar, Lübeck und Berlin unter dem Namen „Norddeutsche Dornier-Werke GmbH“ mit Sitz in Wismar verbunden. 1938 Fertigstellung der betonierten Start- und Landebahnen auf dem Haffeld.
1.Dezember 1948 Schulbus-Verkehr nach Dargetzow wegen Mangels an Bereifung noch nicht möglich.
• Der Bus des Stadtomnibus-Betriebes wird ab 01.12.1948 zum Transport russischer Schulkinder zwischen Wismar und Schwerin eingesetzt.
• Nachmittags, Marktplatz: Demonstration für die Einheit Berlins (über 4.000 Teil-nehmer)
• Ingenieurschule eröffnet in ehemaliger Gaststätte „Graf Zeppelin“ ihre Mensa.

1. Dezember 2000 Eröffnung des Schwimmbades „Wonnemar“.
3./4.Dezember 1948 Viehzählung und Erhebung der Winteraussaatflächen

3.Dezember 1948 Die Landeszeitung wird mit 8 Seiten herausgegeben. Bislang war es nur 1 Seite.
3. Dezember 1952 Wiedereröffnung des ehemaligen Karstadt Hauses als „HO Warenhaus“.
3. Dezember 1973 Das am 12. November 1973 im Werfthafen gesunkene Fang- und Verar-beitungsschiff, die ROS 305 „Luis Fürnberg“ ist gehoben worden.
3. Dezember 2014 Der Philologe und Leiter des „Mecklenburgischen Wörterbuches“ Dr. Jürgen Gundlach verstirbt in Wismar. Am 15.1. wurde er in Plau am See geboren.
3.Dezember 2014 Wiedereröffnung des Wismarer Theaters nach umfangreichen Rekon-struktionen und Umbauten. Zur Eröffnung gibt es die 5. Sinfonie von Peter Tschaikowski durch die Norddeutsche Philharmonie. Beginn der Bauphase am 7. Juni 2013 mit dem Ab-bruch des alten Foyers. Die restlichen Anbauten des alten Theaters mit der alten Verwal-tungsbaracke werden im Frühjahr 2015 abgerissen. Die Gesamtinvestitionen betragen 5,44 Millionen Euro.
4. Dezember 1940 Der Wismarer Fotograf Hanjo Volster wird in Wismar geboren. In späte-ren Jahren erwirbt er sich einen Ruf als Industriefotograf für verschiedene Werftstandorte in Mecklenburg-Vorpommern. Publikationen unter anderem „Altstadtlexikon Wismar“, „Luft-bildatlas Wismar“ und „Backstein-Panorama Wismar“.
4.Dezember 1948 Berufstätige, die nicht entsprechend Befehl 234 versorgt werden, erhalten aus der Volksküche ein markenfreies Essen für 75 Pfennig pro Liter. Die Versorgung erfolgt über den Kreisausschuss „Freier Markt“ und den FDGB.
4. Dezember 1989 Kundgebung des Neuen Forum vor der Nikolaikirche und anschließend Demonstration zum Stasi-Gebäude. Die Staatssicherheit wird daran gehindert, weitere Ak-ten zu vernichten.
5. Dezember 1815 Die am 12. Oktober 1815 begonnene Anlage vor dem Altwismartor, er-hielt am 5. Dezember 1815 durch eine Zeitungsveröffentlichung den Namen „Lindengar-ten“.
5. Dezember 1989 Der Wismarer Studentenrat und das Neue Forum versiegeln die Wisma-rer Kreisdienststelle der Staatssicherheit.
5. Dezember 1860 Historiker Friedrich Christoph Dahlmann in Bonn gestorben.
5.Dezember 1948 Die Volksbühne hat das Hotel „Zur Sonne“ übernommen und umgestal-tet. Mit einer Festmatinee am Sonntag, dem 05.12.1948 wird das Haus neu eröffnet. Der 1. Vorsitzende des Landesverbandes der deutschen Volksbühne Mecklenburg, Hans-Anselm Perten: „Ein neuer Geist müsse nicht nur beim Theaterpublikum, sondern auch bei den Schauspielern einziehen. Eine Neugestaltung des Spielplanes sei dringend notwendig, be-sonders auch hinsichtlich der Operette.“ Intendant Will sagte zu, die ganze Kraft des Thea-ters für die Volksbühne einzusetzen.
Die Laienspielgruppe der Volksbühne trat im Juli zum ersten Mal an die Öffentlichkeit (mit den Stücken „Schlechte Verständigung“ und „Beinahe Millionär“).
5.Dezember 1949 Deutsch-Russische-Transport-Gesellschaft bittet in Landeszeitung um solidarische Hilfe beim Wiederaufbau der „Wallhalle.“
• Wismarer Theater firmiert offiziell unter „Mecklenburgisches Landestheater-Volksbühne Wismar
5. Dezember 1990 Gründung des Aufbauvereins St. Georgen e.V.
6.Dezember 1948 Nach Umbesetzungen im Vorstand hat die FDJ in Wismar neuen Auf-schwung erhalten. Betriebsgruppen bestehen bzw. wurden gegründet bei der Schiffsrepara-tur-Werft, Kreisverwaltung, Zuckerfabrik, Hansewerft, Kreispolizei, den Stadtwerken; Ju-gendaktivs bei Autoreparaturwerk und der Deutsch-Russischen-Transport-Gesellschaft.
6. Dezember 1997 354. und letzter Stapellauf auf der Werft von der Helling.
6. Dezember 1989 „Runder Tisch“ wird in Wismar eingerichtet, um die politische Wende zu vollziehen.
6. Dezember 1749 Ab dem 6. Dezember 1749 gab es mit den „Wismarschen Intelligentz= und andere Nachrichten“ die erste regelmäßige Zeitung bis zum 6. Juni 1750. Danach wieder erst ab 1783.
7. Dezember 1927 Gesellschaftsvertrag der „Seegrenzschlachthaus Wismar GmbH“ zur Ein-richtung eines Schlachthauses am Hafen.
8. Dezember 1734 Wismarer Bäcker beschwerten sich mit einer Schmähschrift am Wismarer Rathaus über ungleiche Behandlung und „Preistreiberey“.
8. Dezember 1703 Ein Orkan wirft den 40 Meter hohen Turmhelm von St. Nikolai auf das Mittelschiff. Starke Zerstörungen und zwei Tote. Erst 1867 konnten die Gewölbe wieder-hergerichtet werden und der gesamte Innenraum ist 1880/81 restauriert worden. Der Turm ist heute 54 Meter hoch.
8. Dezember 1873 Nach einem Entwurf des Wismarer Baumeisters Heinrich Thormann ist im Lindengarten das Kriegerdenkmal für die Gefallenen von 1870/71 eingeweiht worden. Erst am 8. Dezember 1895 wurden zwei Bronzetafeln mit einem Gewicht von 960 Kilo-gramm, mit den Namen der Gefallenen angebracht. Die Bronzetafeln sollten im 1. Weltkrieg zur Munitionsherstellung eingeschmolzen werden und sind am 24. April 1918 zum Ein-schmelzen versendet worden. 1927 sind diese Tafeln durch steinerne Tafeln des Bildhauers Behm erneuert worden. 1974 wurde das Denkmal vollständig entfernt.
8. Dezember 1925 Karl-Heinz Kalusche geboren. Er war vom 23. April 1960 bis 1988
1.Sekretär der Kreisleitung Wismar der SED. Gestorben am 31. Januar 1999 in Wismar.
8.-13.Dezember 1948 Kino im Werkheim; Bastelausstellung; 22. und 23.12.1948
Kinderweinachtsfeiern;
• Eröffnung des Lehrlingswohnheims, 1.500 Einwohner im Werkheim.
8. Dezember 1989 Demonstration vor das Haus der SED-Kreisleitung und symbolische Be-setzung des Hauses.
10. Dezember 1945 Die Bahn stellt den Zugverkehr wegen schwierigen Brennstoffmangels ganz ein.
10.Dezember 1948 12 Uhr Eröffnung des „Freien Ladens“ (Karstadt-Haus). Großer Zu-strom. Polizei musste für Ordnung sorgen. Im Erdgeschoß Industriewaren und Lebensmittel, 1. Stock Textilwaren.
• Am 22.12.48 gibt es in der sowjetischen Besatzungszone 17 „Freie Gaststätten“ und 25 „Freie Läden.“ Täglicher Umsatz des HO-Kaufhauses steigt zunächst bis auf 100.000 Mark, geht zum Jahresende auf 50.000 Mark zurück. Kundschaft kommt aus allen Bevölkerungsschichten, vornehmlich sind es Beschäftigte der Schiffswerft und der Deutsch-Russischen-Transport-Gesellschaft. Der Besuch des HO-Hotel hält sich in mäßigen Grenzen.
10.Dezember 1948 „Maxim-Gorki-Haus“ der Gesellschaft zum Studium der Kultur der Sowjetunion, Am Markt 22, in einer Feierstunde vor 100 geladenen Gästen eröffnet.
10. zum 11. Dezember 1950 Verhaftung Pfarrer Robert Lansemann. Nach ihm wird 2013 die Evangelische Schule benannt.
10. Dezember 1976 Das Bezirkskrankenhaus Wismar verleiht erstmalig den 1975 beschlos-senen Dr.-Unruh-Preis. Damit wird der Initiator des Wismarer Krankenhauses geehrt. Der Ärztliche Direktor, Prof. Dr. Hans Wilcken, überreicht den Ärzten, Dr. Strantz, Dr. Jacobi und Dr. Nauwald, für ihre wissenschaftlichen medizinischen Leistungen diese Auszeich-nung.
10. Dezember 2015 Richtfest für den Erweiterungsbau des Landratsamtes in der Rostocker Straße.
11. Dezember 1854 Geburt des Mediziners und Stadtphysikus Dr. Hugo Unruh im meck-lenburgischen Sudenhof bei Hagenow.
11. Dezember 1945 Entnazifizierung in Wismar ist abgeschlossen, 168 Mitarbeiter des Rates der Stadt wurden aus politischen Gründen entlassen, 2.500 Bände aus der Stadtbibliothek entfernt.
• Angestellt beim Rat der Stadt sind 990 Personen, einschließlich städtischer Bau-, Ha-fen-, Straßen- und Friedhofsarbeiter, Krankenhaus- und Theaterangestellte. Davon sind 97 Mitglied der SPD, 52 der KPD und 5 der CDU
• Die Versorgung mit Kohle und anderen Brennstoffen ist dramatisch schlecht, zahl-reiche Bäume werden illegal gefällt und verheizt. Die Polizei soll dies verhindern, ist dazu aber personell nicht in der Lage.
• Die Wasserversorgung kann nicht rund um die Uhr gewährleistet werden, da kein Strom für die Pumpen vorhanden ist.
11. Dezember 1945 Der Wismarer Rat leitet die Wiedereinrichtung einer Städtischen Spar-kasse in die Wege.
11.Dezember1949 Fußball: ZSG „Anker“ Wismar wird von Dresden-Friedrichstadt 11 : 0 geschlagen und bleibt vor „Vorwärts“ Schwerin, an zweitletzter Position der Liga-Tabelle der DDR. Am 26.12. unterliegt „Anker“ sogar dem Tabellenletzten, „Vorwärts“ Schwerin.
11. Dezember 1989 Auf Anweisung der Regierung der DDR werden alle Kreisdienst-stellen des MfS sofort aufgelöst.
11. Dezember 1989 Erstmals fordern Bürger auf einer Montagsdemonstration des Neuen Forums in Wismar auf dem Marienkirchplatz die Wiedervereinigung.11. Dezember 1990 Bundespräsident Richard von Weizsäcker ist in Wismar zu Gast.
12.Dezember 1948 Weihnachtsmarkt in Wismar auf dem Marktplatz vom 12. Dezember bis einschließlich Sonntag, 19. Dezember. Jahrmarktbelustigungen, Spiel- und Verkaufs-buden. (Musikinstrumente für Groß und Klein, Bälle, Puppen, Schaukelpferde, sonstiges Spielzeug, Glas und Gebrauchsgegenstände). Zur Belustigung haben eine Bobbahn und eine Kindereisenbahn aufgebaut. Im Verkaufsangebot sind u.a. Armband- und Wecker Uhren und elektrische Geräte.
12.Dezember 1949 Der größere der beiden Portalkräne im Holzhafen, der die Arbeit bei Windstärke 6 nicht eingestellt hatte, wird von einer Windböe erfasst, kommt ins Rollen, prallt gegen den Prüfer und stürzt ins Wasser. Kranführer konnte im letzten Moment ab-springen.
12. Dezember 2014 Grundsteinlegung für Krippenerweiterungsbau in der Koch´schen Stiftung am „Kinderhaus“ in der Mecklenburger Straße.
13. Dezember 1675 Dänische Truppen nehmen das Mecklenburger Tor ein.
13. Dezember 1849 Carl Dethloff Hinstorff bekommt in Wismar vom Rat die Zulassung als Bürger und Buchhändler.
13. Dezember 1989 Eine erst am 21. Juni 1989 an den ehemaligen SED-Kreisparteisekretär Karl-Heinz Kalusche (8.12.1925 – 31.1.1999) verliehene Ehrenbürgerschaft gab dieser am 13. Dezember 1989 selbst zurück, um einer Aberkennung zuvorzukommen. Ein etwas peinli-cher Vorgang, denn diejenigen, die ihn vorgeschlagen hatten, forderten angesichts der politi-schen Wende nun mit einem Mal die Aberkennung.
13. Dezember 1997 Bundespräsident Roman Herzog zur Fernsehweihnachtssendung in St. Nikolai.
13. Dezember 2012 Bürgerschaft beschließt die Gesamtsumme für Theatersanierung von 5.040.000 Euro. Im September 2014 wird eine weitere Aufstockung der Summe nötig.
14. Dezember 1902 Gründung des Konsumvereins für Wismar und Umgegend, Erster Ge-schäftsführer ist Johann Oldach, geb. 1872, der am 22. Dezember 1902 gewählt wurde. (Ers-ter Laden Bohrstraße 11. Das Haus wurde am 30.10.1905 erworben und 1906 vom Kon-sumverein erbaut).
14. Dezember 1905 Benennung der Kanalstraße (nach dem hier vorbeifließenden neuen Kanal der Waggonfabrik) und der Runden Straße (im II.Weltkrieg komplett zerstört und nicht wiederaufgebaut).
14. Dezember 1923 Die Wismarer Kaufmanns-Kompagnie erwirbt die Häuser Lübsche Straße 21/23 vom am 31. Mai 1923 verstorbenen Justizrat Oskar Lembke. Es wird am 12. Juli 1924 als „Haus der Kaufmanns-Kompagnie“ eingeweiht.
14. Dezember 1948 Stadtverordnetenversammlung beschließt: „Der Sportgemeinschaft der Schiffswerft ist ein Gelände zur Errichtung einer Sportanlage zur Verfügung zu stellen …“

15. Dezember 1311 Friede zwischen Heinrich von Mecklenburg und Wismar nach Streitig-keiten und Belagerung, sowie anschließender Unterwerfung Wismars.
15. Dezember 1675 Die Dänen nehmen Wismar nach mehreren Sturmangriffen ein. Der dä-nische König Christian V. zieht in die Stadt ein.
15.Dezember 1948 Auf See vor Wismar kollidieren Dampfschiff „Stephan Laalturin“ (UdSSR) und Dampfschiff „Verarin“ (Schweden). Das schwedische Schiff sinkt innerhalb von 3 Minuten. 21 Mann Besatzung werden vom sowjetischen Schiff gerettet und von der Deutsch-Russischen-Transport-Gesellschaft versorgt. Schiffbrüchige befinden sich im „In-tourist“ Hotel und sind wohlauf.
15.Dezember 1949 „Tag der offenen Tür“ im Rathaus: Beschwerdestelle ist in Zimmer 30 eingerichtet worden.
15. Dezember 1960 Schiffbaumeister Robert Dähncke durch Suizid im Alter von 94 Jahren verstorben (geb. 4. Oktober 1866).
15. Dezember 2012 Bundespräsident Joachim Gauck zur Sendung „Weihnachten mit dem Bundespräsidenten“ des ZDF in St. Georgen.
16. Dezember 1873 Die Wismarer Brigg „Alexandrine“ strandet bei Korsoer.
16. Dezember 1918 Mit der neuen Ortssatzung wird der Unterschied zwischen Bürgern und Einwohnern abgeschafft.
16.Dezember 1945 Umbildung des Rates: OB wird Ernst Säverin, Hermann Willbrandt wird Bürgermeister, im Amt verbleiben Hermann Raspe, Ernst Ballerstaedt und Karl Fritz, zu neuen Stadträten werden Ernst Rachow, Erich Zepp und Heinrich Friedrichs berufen.
17. Dezember 2002 Das Wismarer Amtsgericht übernimmt den komplett sanierten Fürsten-hof nach mehrjähriger Abwesenheit (seit 28. Februar 1997 im Diamanthof untergebracht) und am 14. Februar 2000 begonnenen Bauarbeiten.
18. Dezember 1918 Obst- und Gartenbauverein für Wismar und Umgebung gegründet.
18. Dezember 1945 Verstorbene Umsiedler werden wegen fehlender Särge in Reihengrä-bern beigesetzt.
18. Dezember 1990 In der Nacht zum 19.12.90 bricht im Wismarer Rathaus ein Brand, aus-gelöst durch einen Schornsteinbrand, aus.
19. Dezember 1904 Gründung einer Drogen- und Farbenhandlung in der Dankwartstraße durch den Kaufmann Max Hennings. Heute „Parfümerie Hennings“ in der Hegede 17. Übergabe an die 4. Generation durch Frau Marianne Heinrich, geb. Große an ihre Tochter Britt Heinrich am 1. Januar 2015.
19. Dezember 1941 Der Wismarer Rat nimmt das Testament der am 22. August 1941 ver-storbenen Lilly Michaelis (geb. 27. Juni 1877 in Burghersdorp/Südafrika,) an, das Haus Hin-ter dem Rathaus 3 („Der Weinberg“) dauernd zu übernehmen, mit allem Mobiliar zu erhalten und teilweise museal zu nutzen.
19.Dezember 1948 Werkheim Parkstraße: Eine Ausstellung „Künstler der Schiffswerft“ wird eröffnet. Bilder, Haushaltsgegenstände und Gebrauchsartikel werden gezeigt.
19. Dezember 1992 Symbolischer erster Spatenstich für die A-20 südlich von Wismar – Richtung Metelsdorf.
20. Dezember 1945 Dornier-Rüstungswerke erhalten Demontagebefehl. Der Betrieb hatte 700 Beschäftigte, produzierte nach dem Krieg u.a. über 1.700 Küchenherde, führte Bau- und Reparaturleistungen aus.
20.Dezember 1949 Im Werkheim an der Parkstraße ist ein Postamt eröffnet worden.
21. Dezember 1945 Die Stadtwerke erhalten 800 Tonnen Kohle und beginnen sofort mit dem Hochfahren der Öfen (Gaslieferungen erst im Januar1946).
21. Dezember 2009 Der Abschnitt der Autobahn 14 zwischen Wismar und Schwerin wird für den Verkehr frei gegeben.
22. Dezember 1565 Hinrich Schabbel wird Ratsherr.
22. Dezember 1876 Die Brigg „Columbus“ gerät in einen todbringenden Sturm.
22. Dezember 1883 Eröffnung der Bahnstrecke Rostock-Wismar.
22. Dezember 1945 Der erste Weihnachtsmarkt nach dem 2. Weltkrieg findet statt. Es gibt Gemüse und Fisch, Milch, Brot, und Fleisch zu kaufen, außerdem Spielzeug und kleinere Gebrauchsgegenstände, wie Holzleuchtern, Aschenbechern, Fußabtretern u.ä.
• Das Theater hat zur Weihnachtszeit das Märchen „Der verlorene Sternlein“ inszeniert und führt es 15 Mal auf.
• In der Waggonfabrik werden 800 Stück Spielzeug hergestellt und für Umsiedlerkin-der zu Weihnachten reserviert.
22. Dezember 1992 Der Maler Hans Mühlemann (geb.11.10.23 in Wohlau) verstirbt in Wismar.
22. Dezember 2004 Weihe der Neuapostolischen Kirche Wismar im Vogelsang 2. Grund-steinlegung 19.3.2004 und Richtfest am 9.7.2004. Die Gemeinde ist seit 1903 in Wismar beheimatet und die neue Gemeindekirche hat insgesamt 166 Plätzen im Sakralraum, sowie 52 weiteren Plätzen in den Nebenräumen.
22. Dezember 2017 Neueröffnung des Stadtgeschichtlichen Museum an der Schweinsbrü-cke mit einer Gesamtinvestition von 12 Millionen Euro.
23.Dezember 1945 Willi Bredel, Schriftsteller, spricht auf einer öffentlichen Jugendveran-staltung im Stadttheater.
• Das Theater spielt zwischen Weihnachten und Silvester mehrfach die Stücke „Meine Schwester und ich“ und „Der Vetter aus Dingsda“.
• Im Kino „Weltspiegel“ laufen über die Feiertage Filme.
• Im „Hotel zur Sonne“ tritt das Schauorchester Waldemar Hendrich auf.
• Im Schützenhaus gibt es Weihnachtstanz mit der Kapelle Gerhard Günter, zu Silves-ter einen Großen Silvesterball.
23.Dezember 1948 1.794 Konsum-Mitglieder in der Stadt Wismar; 13 Verkaufsstellen; ca. 6.000,- Mark Monatsumsatz Dezember.
24.Dezember 1945 Zu Weihnachten werden pro Person 4 kg Brikett ausgegeben. 24.Dezember 1949 In der Landeszeitung stellt sich der „Aufbauring Wismarscher Kultur-stätten“ vor, der die Wiederherstellung der zerstörten historischen Bauwerke in Angriff nehmen will. Die kurze Notiz schließt mit der Aufforderung, im „Aufbauring“ mitzuhelfen.
„Aufbauring“ hat sich am 15.12.1949 konstituiert, repräsentiert von Persönlichkeiten wie Oetteking, Otto, Raspe und Frau Wahrmann. Am 19.12.1949 werden Werbe-, Finanz-, Bau- und Kirchen-Ausschuss gebildet. Im Mittelpunkt des Interesses stehen die Sicherung und der Wiederaufbau von Marien- und Georgenkirche.
24. Dezember 1992 Die EU-Kommission beschließt in Brüssel einem stattlichen Beihil-fepakt für die Wismarer Werft zu. Damit werden 191,2 Mio DM Betriebsbeihilfe, 94,8 Mio DM Investitionsbeihilfe und 18 Mio DM Schließungsbeihilfe genehmigt. Die Vo-raussetzung einer umfassenden Umstrukturierung der Wismarer Werft.
26. Dezember 1796 Auflösung des Verlöbnisses von König Gustav IV. Adolf von Schweden und Prinzessin Luise Charlotte von Mecklenburg und Verhandlung über eine angemessene Entschädigung. Endet im Wismarer Pachtvertrag.
26.Dezember 1948 Aula der Geschwister-Scholl-Schule: Eröffnung der Ausstellung Wismarer Kunstmaler.
27.Dezember 1949 Erster „Theaterzug“ aus Richtung Sternberg zur Künnecke-Operette „Glückliche Reise“ bei ermäßigten Preisen.
28.Dezember 1948 Rathaussaal: Vertreter der Wismarer Betriebe erhalten Planaufgaben für 1949, Stadtrat Fritz, Leiter der Wirtschaftsabteilung und Oberbürgermeister Bal-lerstaedt die Produktionspläne.
29. Dezember 1830 Bestätigungen einer neuen Verfassung durch den Großherzog, Auf-fassungen von Bürgermeister Anton Haupt fließen weitgehend mit ein, erstmals seit 1427 werden Handwerker wieder ratsfähig.
29. Dezember 1878 Eröffnung der Gaststätte „Alter Schwede“ durch Wilhelm Frähmcke.
29. Dezember 1918 Erste Kommunalwahlen mit Bürgermeister Raspe von der DVP.
29.Dezember 1949 Tankstellen in Wismar:
Block Shell-Großtankstelle, Lübsches Tor
Giertz Großschmiedestraße 12, Altwismarstraße
Schwarz Gerberstraße 40
Bliefert Schweriner Chaussee
Wöhler Großschmiedestraße 2/4
Gössel und Wilken Krönkenhagen 36
Beetz Lübsche Straße 68
Salzmann Turnerweg 04

29. Dezember 1972 Grundsteinlegung eines neuen Arbeiterwohnheims für die Werft am Juri-Gagarin-Ring.
30. Dezember 1600 Bürgermeister Hinrich Schabbell gestorben.
30. Dezember 1907 Der Architekt Robert Schmidt stellt einen Antrag an den Rat zur Grün-dung einer „Ingenieur-Akademie“.
30. Dezember 1970 Übergabe und Eröffnung der Sport- und Kongresshalle.
30./31. Dezember 1904 Eine schwere Sturmflut an der Ostsee brachte Hochwasser nach Wismar.
31.Dezember 1948 Senkung der Verwaltungskosten: Stadtverwaltung Wismar entlässt zum 31.12.1948 20 männliche und 29 weibliche Arbeitskräfte
31.Dezember 1949 Das Stadttheater veranstaltet im „Haus der Volksbühne“ einen Silvester-ball „Mit dem Stadttheater ins neue Jahr.“
• Der Volkseigene Betrieb I. C. Brandt Söhne führt mit Wirkung vom 01.01.1949 die Firmenbezeichnung „Mechanische Werkstätten, Aufbau. Volkseigener Betrieb Wis-mar.“
31.Dezember 1949 Im Umlauf befindliche Zahlungsmittel:
• Geldscheine zu 20,- ; 10,- ; 5,- ; 2,- ; 1,- Mark und zu 50 Pfennig
• Geldstücke zu 10, 5, 1 Pfennig

• Torfwerk Dorf Mecklenburg: 5 Torfstechmaschinen, 1 Torfmischpresse, 450 m Glei-se und Weichen, 5 Muldenkippkaren, 6 Etagenloren, 1 Aufzugsanlage für Loren, 1 Kreuzweiche, 1 Drehscheibe, 1 Baracke Torfwerk Redentin, 1 Eimerkettentrocken-bagger, 1 Lokomobile, 1 Notstromaggregat, 8 Torfstechmaschinen, 2 Torfmischpres-sen, 250 m Baggermaschinen, 340 m Gleise, 6 kompl. Muldenkipploren, 8 Etagenlo-ren, 1 Baracke
31.Dezember 1949 Deutsch-Sowjetische-Transport-Gesellschaft hat Jahresplan mit 105 % erfüllt. Bei der Einführung des Leistungslohnes gingen die Jugendlichen voran und zeigten, daß die Normen zu erfüllen sind. Nach Einführung des Leistungslohnes sanken im vierten Quartal die Selbstkosten um 35% gegenüber dem 3. Quartal; eine vollkommene Ausnutzung der Verlademöglichkeit wurde erreicht. Kollege Hafenstein bemängelte, dass die Arbeitsdis-ziplin noch zu wünschen übrigließe; wichtig sei auch die sorgfältige Behandlung des Ar-beitsgerätes.
• Hafenumschlag 1949
Export: 73,5%
Import: 21%
Innerdeutscher Verkehr: 5,5 %

• In der Stadt bestehen 9 Kindergärten mit 45 Erzieher/innen
(1 privat, 1 konfessionell, 1 betrieblich, 3 der Volkssolidarität, 3 städtische Kindergär-ten). Nur in 3 Kindergärten wird Mittagessen ausgegeben.

• Mitgliederzahl der Kammer der Technik stieg von 230 im Januar auf 480 im Dezem-ber 1949.
31. Dezember 2011 Die Silvesterveranstaltung ist die Letzte im Restaurant „Zum Weinberg“ ehe er am 16. April 2014 nach einem Sanierungsaufwand von 3,6 Millionen Euro übergeben wird. Pächter Eckehart Mixdorf übernimmt das Reuterhaus am Markt 19. Nach weiteren Zwei Jahren Pächtersuche wird das Restaurant am 8. Juni 2016 als Steakhaus eröffnet.

Dezember 1827 Der Ausbau des Theatersaals wird in Auftrag gegeben.
Dezember 1867 Der Rat entwirft einen Bebauungs- und Abrissplan für die Stadtmauer.
Dezember 1901 Das Rathaus erhält die Bildersammlung des Carl Johann Briesemann.
Dezember 1945 Industrie und Gewerbe haben oberste Priorität bei der Kohleversorgung, der Bevölkerung bleiben Weihnachten nur 4 kg Briketts/Person.
Dezember 1945 Der Antifa-Jugendausschuss richtet für Eltern und große Geschwister in den Dornier-Werken Spielzeug-Bastelstuben ein, wo es Werkzeug und Anleitungen gibt, 800 Stück Spielzeug werden für Umsiedlerkinder reserviert.
Dezember 1945 Allgemeine Feierlichkeiten zum ersten Weihnachtsfest im Frieden.
Dezember 1949
• Zahl der Verkaufsstellen der Konsumgenossenschaft erhöhte sich im Laufe des Jah-res von 19 auf 28
neu eröffnet: Hinter dem Rathaus (Kaufhaus)
Wilhelmstraße 38 / Schatterau 16
Rosa-Luxemburg-Straße 64 / Friedenshof
Krämerstraße 2 (früher Karstadt)
Hornstorf / Warin (Kaufhaus)
Ventschow
Mitgliederzahl erhöhte sich um 830 auf 3.891

• Fuhrwerk: 9 Lastkraftwagen (zwischen 0,5 und 3 t)
3 Anhänger
1 Rollwagen, 1 Pferd

• In der Stadt bestehen 1.453 Gewerbe-Betriebe, im Laufe des Jahres wurden 84 ab-gemeldet und 95 neu zugelassen.
• Es gibt 171 Lebensmittel-Einzelhändler: 100 Kaufleute, 12 Milchhändler, 20 Fisch-händler, 39 Bäcker.

• Mitgliederstand der SED in Wismar beträgt 4.663.

• Hafenumschlag 1949
Rostock 785.600 t
Wismar 760.000 t (110.000 mehr als 1947)
Betrachtung „Rostock oder Wismar – Der Wettstreit um die Führung unter den Häfen der Ostzone“

• Die Stadt stellte 1948 Zuschüsse bereit für:

Krankenhaus 115.000,- Mark
Poliklinik
35.000,- Mark
Theater * 336.000,- Mark

* Vorstellungen im Volkshaus verursachten stetig steigende Unkosten; das Interesse des Publikums war geringer als im alten Haus.

• Gesamtbestand an Wohnungen per 31.12.1949: 10.302 Wohnungen

Wismarer Bürgermeister vom 19. – 21. Jahrhundert

• 1796 1805 Dr. jur. Johann Ehrenfried Dahlmann
Vater von Prof. Friedrich Christoph Dahlmann
Geb. 1739 – Gest. 1805

• 1805 -1814 Emanuel Fabricius
Geb. 1759 – Gest. 1822

• 1814 – 1825 Carl von Breitenstern
Initiator des 1. Mecklenburgischen Musikfestes 12.9.1816
Geb. 25. 6. 1777 – Gest. 14. 2.1825

• 1826 – 1835: Anton J. Friedrich Haupt d. Ä.
Einer der reformfreudigsten Bürgermeister
Geb. 18.9.1800 – Gest. 22.11.1835

• 1835 – 1867 G Christian Mann

• 1866 – 1867 Ludwig Gertz

• 1867 – 1878 Carl Maximilian Dahlmann
(Neffe von Prof. Friedrich Christoph Dahlmann)

• 1878-1889: Anton J. Albert Haupt d. J.
Geb. 5.7.1826 – Gest.26.3.1889

• 1889 – 1900: Adolf Fabricius
Geb. 3.4.1833 in Waren (Müritz) – Gest. 17.10.1907 (Wismar)

• 1900 – 1. April 1907: Julius Joerges
Geb. 1838 (Neubukow) – Gest. 1.1.1917 ( Wismar)

• 1. April 1907 – 1919 Dr. Paul Wildfang

• 1919 – 1929 Dr. Hans Raspe
(war nach 1945 noch Stadtkämmerer in Wismar)
Geb. 13.8.1877 in Doberan – Gest. 1957

• Juli 1929 – 29.4.1933 Dr. Heinrich Brechling (SPD)
Geb. 3.1.1897 (Berlin) – Gest.2.12.1959 (Hamburg)

• 14.3.1933 – 21.5.1945 Alfred Pleuger (NSDAP)
Geb. 29.12.1895 (Lüdenscheid) – Gest.12.2.1983 (Bonn)

• 21. Mai 1945 bis 13. Juni 1945: Heinrich Freiherr von Biel (parteilos)

• 13. Juni 1945 bis 2. August 1945: Heinz Adolf Janert (parteilos)
Er übte gleichzeitig das Amt des Landrates für den Kreis Wismar aus.
Geb.18.11. 1897 – Gest. 4.10.1973

• 2. August 1945 bis 20.September 1945: Karl Keuscher (KPD)

• 21. September 1945 bis 15. Dezember 1945: August Wilke (KPD)

• 15. Dezember 1945 bis 31. Dezember 1950: Herbert Säverin (SPD/SED)
Geb. 23.9.1906 – Gest. 23.5.1987

• Januar 1951 bis Juni 1952 Erhard Holweger (SED)
Geb. 14.9.1911 – Gest. 3.2.1976

• 18. August 1953 bis 7. Juni 1957: Herbert Kolm (SED)
Geb. 25.7.1919 – Gest. 7.5.2005 ( Wismar)

• 5. Juli 1957 bis 23. April 1969: Herbert Fiegert (SED)
Geb.10.4.1904 (Breslau) – Gest. 27. 6. 1983 (Wismar)

• 15. April 1969 bis 15.11.1989 Günter Lunow (SED)
Abberufen durch Stadtverordnetenversammlung am 15.11.1989
Geb. 12.11.1926 (Wismar)– Gest. 23.8.2017 (Zierow)

• 15. November1989 bis 30.Mai 1990 Wolfram Flemming (SED)
Wolfram Flemming hat das Amt kommissarisch ausgeübt.
Geb. 21.1.1940 (Berlin) – Gest. 3.9.2015 (Wismar)

• 30. Mai 1990 bis 17. Juli 2010: Rosemarie Wilcken (SPD)
• Nach ihrer Amtszeit übernahm Rosemarie Wilcken den Vorsitz der Deutschen Stif-tung Denkmalschutz
Geb. 16.6.1947

• ab 17. Juli 2010: Thomas Beyer (SPD)
Geb. 14.4.1960

Bevölkerungsentwicklung

Jahr Einwohner Jahr Einwohner Jahr Einwohner
1300 5.000 1. Dezember 1916 1 21.513 31. Dez 90 55.509
1632 3.000 5. Dezember 1917 1 21.819 31. Dez 95 50.368
1799 6.000 8. Oktober 1919 1 25.201 31. Dez 00 47.031
1818 6.700 16. Juni 1925 1 26.016 31. Dez 05 45.391
27. November 1830 1 10.560 16. Juni 1933 1 27.493 31. Dez 10 44.397
29. November 1840 1 11.427 17. Mai 1939 1 36.054 31. Dez 11 44.057
30. November 1850 1 12.975 1. Dezember 1945 1 37.832 31. Dez 13 42.219
1. Dezember 1860 1 13.253 29. Oktober 1946 1 42.018 31. Dez 14 42.392
1. Dezember 1871 1 14.068 31. August 1950 1 47.786 31. Dez 16 42.893
1. Dezember 1875 1 14.462 31. Dez 55 54.834 31. Dez 17 44.639
1. Dezember 1880 1 15.518 31. Dez 60 55.400
1. Dezember 1885 1 15.797 31. Dezember 1964 1 55.067
1. Dezember 1890 1 16.787 1. Januar 1971 1 56.287
2. Dezember 1895 1 17.809 31. Dez 75 56.811
1. Dezember 1900 1 20.222 31. Dezember 1981 1 57.718
1. Dezember 1905 1 21.902 einschl. 31. Dez 85 57.465
Garnison 31. Dez 88 58.058
1. Dezember 1910 1 24.378

Ehrungen in Wismar

Ehrenbürgerschaft
Die Ehrenbürgerschaft ist die höchste Auszeichnung, die die Hansestadt Wismar zu verge-ben hat.

• 1845, 9.März, Louis Frege (1780 – 1855)
• 1861 Ulrich von Bassewitz (1781 – 1866)
• 1878 Erblandmarschall August Friedrich Ulrich von Lützow
• 1895 Otto von Bismarck (1815-1898), Reichskanzler
• 1903 Fortunat von Oertzen, (1842–1922), Minister in Mecklenburg
• 1969 Herbert Fiegert (1904 – 1983), Oberbürgermeister von 1957 bis 1969
• 1988, 13. April, Weltmeisterin Marita Meier-Koch (geb.: 18.2.1957).
• 2004, 27. Mai, Prof. Dr. Gottfried Kiesow, 7.8.1931 -7.11.201, Denkmalpfleger und Vorsitzender der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.
• 2015, 17. November, Dr. Rosemarie Wilcken (geb. 16. Juni 1947 in Wismar) Bürger-meisterin 1990 – 2010

Eine erst am 21. Juni 1989 an den ehemaligen SED-Kreisparteisekretär Karl-Heinz Kalusche (8.12.1925 in Neustettin – 31.1.1999 in Wismar) verliehene Ehrenbürgerschaft gab dieser am 13. Dezember 1989 selbst zurück, um einer Aberkennung zuvorzukommen. Ein etwas peinli-cher Vorgang, denn diejenigen, die ihn vorgeschlagen hatten, forderten Angesichts der poli-tischen Wende nun mit einem Mal die Aberkennung.

Ehrenring
Der Ehrenring stellt eine außergewöhnliche Auszeichnung dar. Die Auszeichnung würdigt besondere Verdienste um die Hansestadt Wismar (insbesondere wissenschaftliche Leistun-gen, Verdienste auf kulturellem oder gesellschaftlichem Gebiet, besonderes Wirken zum Wohle der Allgemeinheit, Stiftungen an die Stadt). Es ist die zweithöchste Auszeichnung der Hansestadt Wismar.

• Lisa Kuß, Niederdeutsche Bühne Wismar am 02.10.2007
• Josef Seewald (12.1.1937-27.9.10), Mitglied der Bürgerschaft 1990 – 2010 am 02.10.2009.
• Detlef Schmidt, Heimatforscher und Stadtchronist, am 17.03.2015

Bürgermedaille
Die Bürgermedaille der Hansestadt Wismar wird für besondere Verdienste verliehen.
Diese Verdienste können zum Beispiel sein: lange und erfolgreiche Tätigkeit für die Allge-meinheit auf dem Gebiet des öffentlichen Lebens, der Kultur, der Wirtschaft, des Sozialwe-sens. Dies trifft unter anderem auch auf Bürger zu, die mindestens zwei Legislaturperioden in Ausschüssen der Bürgerschaft und/oder in der Bürgerschaft der Hansestadt Wismar tätig waren und sich um das Wohl der Stadt verdient gemacht haben.

• Dieter Jahn, Mitglied der Bürgerschaft 1990 – 2004, am 13.01.2007 verstorben
• Reinhart Kny, „Förderverein „“Poeler Kogge““, am 13.01.2007
• Friederun Hadlich, Treuhänderische Stiftung, am 13.01.2007
• Wolfgang Voß, „Danzlüd ut Wismar““ e.V.“, am 13.01.2007 verstorben
• Lotte Meyer, Treuhänderische Stiftung, am 13.01.2007
• Hans Borjahn, Verkehrswacht Wismar, am 23.10.2009
• Dr. Rudolf Gambert, Gründer von IT Gambert, am 23.10.2009
• Hubert Hausold, Ehrenvorsitzender Yachtclub Wismar, am 23.10.2009
• Werner Innecken, Bürgerstiftung Wismar, am 23.10.2009
• Eberhard Kienast, Kantorei Wismar, am 23.10.2009
• Willi Kuß, Niederdeutsche Bühne Wismar, am 23.10.2009
• Christian Lange am 23.10.2009 verstorben
• Dr. Klaus-Ulrich Pagels, Mannschaftsarzt Fußball und Handball, am 23.10.2009
• Gerhard Raabe, Bürgerstiftung Wismar, am 23.10.2009
• Holger Röpcke, TSG Wismar, Abt. Akrobatik, am 23.10.2009
• Prof. Dr. Winfried Schauer, Förderkreis der Hochschule Wismar, am 23.10.2009
• Joachim Tesmer, Vorsitzender Förderverein Schoner „Atalanta“, am 23.10.2009
• Friedrich von Thien, PSV Wismar, Abt. Boxen, am 23.10.2009
• Rosemarie Voß, „Danzlüd ut Wismar“ e.V., am 23.10.2009
• Gerhard Zamzow, Seglerbetreuer und Liegeplatzwart im Hafen, am 23.10.2009
• Klaus Duwe, Shanty-Chor“Blänke“, am 27.05.2011
• Karin Lechner, Seniorenbeirat Wismar, am 27.05.2011
• Dorothea Michel, Frauenhilfe Heiligen Geist, am 27.05.2011
• Ute Nielsen, Chor der Hansestadt Wismar, am 27.05.2011
• Olaf Christiansen, Christiansen-Stiftung, am 11.06.2012
• Sophie Köhler, Deutsch-Schwedische-Gesellschaft Wismar, am 11.06.2012
• Peter Manthey, FDP-Bürgerschaftsfraktion, am 11.06.2012
• Paul Rücker, Ostsee-Molkerei Wismar, am 11.06.2012 (verstorben)
• Marie-Anne Schlaberg, ADFC Ortsgruppe Wismar, am 11.06.2012
• Christa Kurfeld, Deutsche Alzheimer Gesellschaft, Landesverband Mecklenburg-Vorpommern e.V, am 17.03.2015
• Karin Auerbach, Kunstverein KaSo Wismar e.V., 17.03.2015
• Siegmund Struve, Freiwillige Feuerwehr,Stadtwehrführer, 17.03.2015
• Wolfgang Kühl, Tierpark Wismar e.V., ehem. Vereinsvorsitzender, 17.03.2015
• Prof. Dr. Herbert Müller, Bibliotheksverein-Förderverein der Stadtbibliothek Wismar e.V. 17.03.2015
• Leif Sjöström, schwedischer Generalkonsul a.D., erhielt die Bürgermedaille auf dem Schwedenmahl am 21.08.2015 in St. Georgen.
• Thomas Agerholm für soziales Engagement am 20.2.2018
• Karin Engelmann, Förderverein Friedhof, am 20.2.2018
• Hinrich Siedenschnur, Förderverein Friedhof, am 20.2.2018
• Ingrid-Maria Rieck, Gemeinnützige Gesellschaft Wismar am 20.2.2018
• Hanjo Volster, Fotograf, am 20.2.2018
• Ulrich Hoppe, Stadtbilderklärer seit 40 Jahren, am 20.2.2018
• Sandro Feistkorn, THW Wismar, am 20.2.2018
• Sabine Sturbeck, 25 Jahre Bürgerschaft Wismar, am 20.2.2018

Sportplakette
Die Sportplakette der Hansestadt Wismar wird als Anerkennung für hervorragende Leistun-gen im oder für den Sport an Sportler, Übungsleiter, Sportvereine, Sportorganisatoren, Sponsoren oder Förderer des Sports verliehen, die sich um die Entwicklung des Sports in Hansestadt Wismar verdient gemacht haben

• Beatrice Reichel, TSG Wismar Handball, am 13.01.2007
• Walter Schuldt, Präsident PSV Wismar, 23.10.2009
• Ortwin Fischer, Tennisverein „Weiß-Rot Wismar“, am 27.05.2011
• Ingo Pontow, Phönix-Kampfkunst-Verein, am 27.05.2011
• Harald Schütt, DLRG Wismar, am 27.05.2011
• Dieter Stegemann, Kreiskeglerverband Wismar, am 27.05.2011
• Heinz Abe, Lokomotive Wismar e.V., am 11.06.2012 verstorben
• Detlef Krebs, Förderer des Sports in Wismar, am 11.06.2012
• Oskar Männer, PSV Wismar, Abt. Leichtathletik, am 11.06.2012
• Klaus-Dieter Soldat, TSG Wismar und Handballmanager, am 11.06.2012
• Uwe Thom, Schifffahrt-Hafen-Wismar e.V., am 17.03.2015
• Sönke Hagel, Kreissportbund, am 20.2.2018
• Bernhard Knothe, für Ehrenamt im Sportbereich Fußball, am 20.2.2018

Wismars Städtepartnerschaften

• Kemi (Finnland) 1959
• Aalborg (Dänemark) 1961
• Calais (Frankreich) 1966
• Lübeck (Deutschland) 1987
• Kalmar (Schweden) 2002

Es bestanden noch Ansätze zu Partnerschaften in das irakische Basra und zur
Insel Sansibar, die jedoch nie realisiert und belebt wurden.

 

Daten zur NS Zeit

Bürgermeister 1933 – 1945
• 1919 – 1929 Dr. Hans Raspe
(war nach 1945 noch Stadtkämmerer in Wismar)
Geb. 13.8.1877 in Doberan – Gest. 1957
• Juli 1929 – 29.4.1933 Dr. Heinrich Brechling (SPD)
Geb. 3.1.1897 (Berlin) – Gest.2.12.1959 (Hamburg)
• 14.3.1933 – 21.5.1945 Alfred Pleuger (NSDAP)
Geb. 29.12.1895 (Lüdenscheid) – Gest.12.2.1983 (Bonn)
• 21. Mai 1945 bis 13. Juni 1945: Heinrich Freiherr von Biel (parteilos)

6. April 1925 Adolf Hitler beauftragt Friedrich Hildebrandt mit dem Aufbau der NSDAP in Mecklenburg und Lübeck.
31. Mai 1932 Rede Adolf Hitlers auf Jahnsportplatz anlässlich der Landtagswahlen. Danach demoliert die Wismarer SA den Konsumverein.
4. Juni1932 Rede Joseph Goebbels im Schützenhaus und im Hotel „Zur Sonne“.
8. März 1933 NSDAP Ortsgruppenführer Alfred Pleuger „rät“ Bürgermeister Dr. Heinz Brechling in „Urlaub“ zu gehen. Nazis übernehmen die Macht. Der 2. Bürgermeister Dr. Franz Plog übernimmt das Amt übergangsweise.
9. März 1933 Die SA hisst auf dem Rathaus die Hakenkreuzfahne der Nazis und Alfred Pleuger verkündete die „nationale Revolution“.
2. April 1933 Die Mädchenbürgerschule in der Dahlmannstraße wird in Adolf-Hitler-Schule umbenannt und SA Leute stehen mit Schildern vor jüdischen Geschäften.
1933 Knaben-Bürgerschule in Horst-Wessel-schule umbenannt, erhielt sie 6.11.1948 den Namen Goethe-Schule.
14. März 1933 NSDAP-Kreisleiter und Landtagsabgeordneter Alfred Pleuger wird von der mecklenburgischen Staatsregierung als kommissarischer Bürgermeister eingesetzt.
30. März 1933 Judenboykotte in Wismar.
1. April 1933 Die SA marschiert durch Wismar und Alfred Pleuger hält vom Rathausbalkon eine Ansprache gegen die Juden.
10. April 1933 Umbenennung Lindenstraße in Adolf-Hitler-Straße, Turnplatz in Horst-Wessel-Platz, Friedrich-Ebert-Damm in Parkstraße, Turnerweg in Schlageter-Allee.
28. April 1933 Alfred Pleuger wird zum Bürgermeister „gewählt“. Aufmarsch von SA und SS auf dem Marktplatz.
1. Mai 1933 Der 1. Mai wird erstmals 1920 in Mecklenburg als regulärer Feiertag begangen. Nach der Machtergreifung der Nazis wird der Feiertag am 1. Mai 1933 zum „Tag der natio-nalen Arbeit“ umbenannt.
18. Juni 1933 Eröffnung des Heimatmuseums im Schabbellhaus. Die Porterstuben im Schabbellhaus gab es bis 1938.
1. Dezember 1933 Gründung der Dornier-Werk Wismar GmbH, ab 1938 Norddeutsche Dornier Werke GmbH. 1934 Inbetriebnahme der ersten Bauhalle, die Flughalle, auf dem Haffeld, danach die Seehalle und zwei weitere Hallen. Ab 1938 sind die drei Standorte Wismar, Lübeck und Berlin unter dem Namen „Norddeutsche Dornier-Werke GmbH“ mit Sitz in Wismar verbunden. 1938 Fertigstellung der betonierten Start- und Landebahnen auf dem Haffeld.
1935 Bau des „Löwe“-Speichers, benannt nach dem Unternehmen G.W. Löwe.
16. Februar 1934 Scheinauflösung der Wismarer Freimaurerloge.
23. August 1934 Alle städtischen Beamten werden auf Adolf Hitler vereidigt.
4. November 1934 Einweihung der 1. Deutschen Ahnenhalle in der Kapelle Maria zur Wei-den
5. Februar 1935 Der Rat stimmt dem Umbau des Zeughauses zur Ingenieursakademie zu.
16. Juli 1935 Schließung des Wismarer Logenhauses und Enteignung der Freimaurer.
14. August 1935 Aufstellung eines Prangers (Marktplatz bei Trinkhalle) durch die National-sozialisten. Es werden Bilder von Wismarern und Juden aufgehängt, die gegen die Ideologie der Nationalsozialisten verstießen.
12. September 1935 Neue „Hauptsatzung für die Seestadt Wismar“ tritt in Kraft. Wismar hat einen Oberbürgermeister.
12. Oktober 1935 Mit der Inbetriebnahme der Infanteriekaserne „Wangenheimkaserne“ (II. Bataillon Infanterie Regiment 89) an der Parkstraße wird Wismar Garnisonsstadt.
1936 erhielt der Bernittenhöfer Weg zum einhundertsten Todestag des ehemaligen bedeu-tenden Bürgermeister Anton Haupt seinen Namen.
25. Juli 1936 Besuch der U-Boot Flottille „Weddigen“ mit drei U-Booten in Wismar. Die U-Boot Flottille „Weddigen“ (benannt nach Otto Weddigen, U-Boot Kommandant im WK 1) ist am 25. September 1935 in Dienst gestellt und markiert den Beginn der Wiederaufrüs-tung mit U-Booten der Nazis.
9. November 1936 Wismar darf den Zusatz „Seestadt Wismar“ verwenden.
19. November 1936 Flak-Kasernen (I. Abt. Flaksturmregiment 61) an der Lübschen Burg werden bezogen.
25. November 1936 Umbenennung der Stadt Wismar in Seestadt Wismar.
15. Februar 1937 Übergabe des 196 Meter langen dreistöckigen Wohnblockes in der Rostocker Straße.
1938 Bau des 34 Meter hohen „Ohlerich“ Speichers am Alten Hafen auf der Lastadie.
9./10. November 1938 Judenpogrome in Wismar.
10. November 1938 Aktionen der Nazis gegen jüdische Geschäftsinhaber wie Löwenthal, Lindor und Blaß. Deren Läden werden geschlossen.
26. September 1938 Eröffnung des Museums im ehemaligen Logenhaus der Freimaurer in Wismar.
15. Februar 1937 wurde stadtauswärts die rechte Seite mit einem ziegelsichtigen 196 Me-ter lange Häuserblock an der Rostockerstraße eingeweiht.
26. Januar 1939 Nach 20 Monaten Bauzeit wird das Luftwaffenlazarett übergeben. Dr. Otto Bengsch wird ab 1.11.1938 Abteilungsarzt und ab 1.1.1942 Chefarzt. Nach dem Krieg Rettung durch Bürgermeister Säverin mit Intervention bei den Russen. Als „Friedenshof“ Unterkunft für Flüchtlinge. Ab 1960 Einrichtung als Klinikum. Zuerst Frauenklinik unter Frau Prof. Dr. Meta Sander (1906-1996).
1. Oktober 1939 Eingliederung der Gemeinden Redentin, Hof, Redentin, Hinter Wendorf, Mittel Wendorf, Vor Wendorf und Zierow und Rohlstorfer Forst aus dem Landkreis Wis-mar in die Seestadt Wismar und den Stadtkreis Wismar.
1940 Bau des „Kruse“- Speichers, benannt nach Peter Kruse, am Alten Hafen auf der Lastadie.
8. Juni 1940 Erster aber grundloser Fliegeralarm.
24. Juni 1940 1. Luftangriff: Dornierwerke beschädigt. Es wurden in der Zeit von 1.07 Uhr bis 2.56 Uhr etwa 30 Spreng- und 40 Brandbomben abgeworfen.
28. Juni 1940 2. Luftangriff: Von 0.39 Uhr bis 2.57 Uhr Angriff auf die Stadt durch fünf bis acht englische Kampfflugzeuge, die etwa 25 Sprengbomben und 100 Brandbomben ab-warfen.
19./20. Juli 1940 3. Luftangriff: Luftangriff mit vier bis sechs Kampfflugzeugen vom Typ „Mosquitos“ der Royal Air Force in der Nacht mit vier Spreng- und etwa dreißig Brand-bomben.
21. Juli 1940 4. Luftangriff: Einen platzierten Abwurf von etwa 35 Sprengbomben und 60 Brandbomben auf Wismar. Dabei wurden Gebäude und Gleisanlagen der Zuckerfabrik be-schädigt. Die von der Zuckerfabrik geltend gemachten Schadensansprüche an das Kriegs-schäden-Amt beliefern sich dabei auf 118.000 Reichsmark. Weitere Einschläge gab es in der Rabenstraße und am Philosophenweg. Bombensplitter beschädigten zwei Flugzeuge der Norddeutschen Flugzeugwerke von Dornier auf dem Hafffeld.
22. Juli 1940 5. Luftangriff: Es erfolgte spät abends Fliegeralarm. In der Zeit von 0.30 Uhr bis 2.45 Uhr griffen zwölf englische Kampfflugzeuge die Stadt an. Dabei fielen ca. fünfzig Sprengbomben und etwa gleich viele Brandbomben. Der Angriff erfolgte sehr ungenau und Menschenleben waren nicht zu beklagen. Es wurde ein Schuppenkomplex am Hafen zerstört und ein vor Anker liegender schwedischer Dampfer von einer Brandbombe getroffen. In der Siedlung Dargetzow waren leichte Schäden an Wohnhäusern zu verzeichnen.
25. Juli 1940 6. Luftangriff: Um 1.30 Uhr warnten die Sirenen die Bürger Wismars vor briti-schen Flugzeugen. Im Hochangriff warfen drei Bomber vier Spreng- und dreißig Brand-bomben, die auf der Gemarkung Fliemsdorf detonierten, wo ein Scheinflugplatz zur Irritati-on des Gegners errichtet worden war. Die Stadt selbst wurde nicht getroffen.
29. Juli 1940 7. Luftangriff: Zwischen 0.18 Uhr und 3.10 Uhr griffen erneut britische Bom-ber Wismar an, die etwa zwanzig Sprengbomben abwarfen. Tote waren bei diesem Angriff nicht zu beklagen. Es wurden jedoch Häuser am Rosenweg beschädigt und das Treibhaus der Gärtnerei Teude völlig zerstört. Zwischen dem 29. Juli 1940 und dem 24. September 1942 ertönten noch 133mal die Sirenen und kündeten englische Fliegerverbände an.
15. September 1940 Das Museumsgebäude im ehemaligen Logenhaus in der Lübschen Straße wird für kriegswichtige Behörden geräumt, die Bestände ausgelagert.
19. Dezember 1941 Der Wismarer Rat nimmt die Erbschaft der am 22. August 1941 ver-storbenen Lilly Michaelis (geb. geb. 27. Juni 1877 in Burghersdorp/Südafrika), an, das Haus Hinter dem Rathaus 3 („Der Weinberg“) dauernd zu übernehmen, zu erhalten und teilweise museal zu nutzen.
Februar 1942 Entscheidung der Briten, die Bombardierung der Stadt wieder aufzunehmen.
28. April 1942 Über Wismar wird der Ausnahmezustand verhängt.
24. September 1942 8. Luftangriff: Mit 54 Bombern und 50,9 t Sprengbomben – Zerstörung der Lübschen Straße, Altwismarstraße, Ulmenstraße, ABC-Straße, Wasserstraße, Schweriner Straße, Treffer auf den Ostflügel des Rathauses, Zerstörung des Gefangenenturms. Insge-samt waren 67 Tote und 109 Verletzte zu beklagen.
Februar 1943 zur Reparatur der Bombenschäden werden 50 polnische Dachdecker zu Zwangsarbeit herangezogen.
4. August 1944 9. Luftangriff: Es griffen erstmals Fliegerkräfte der 8. US Air Force die Stadt an. Es wurden Häuser am Klußer Damm, Am Torney und in der Poeler Straße beschä-digt.
11. oder 12. August 1944 10. Luftangriff: Durch die 2. US Bomberdivision. Es existieren keine Dokumente und Angaben über personelle und materielle Schäden.
25. August 1944 11. Luftangriff: Es flogen 1.191 Bombenkampflugzeuge der Typen B24 und B17 der 8. US Air Force auf und bombardierten die Städte Schwerin, Wismar, Rechlin, Peenemünde, Anklam und Neubrandenburg.
Der Angriff auf Wismar erfolgte in drei Wellen am Tage. An vielen Stellen brannte die Stadt. 105 Häuser wurden völlig zerstört. In der damaligen Adolf-Hitler-Straße (heute Dr.-Leber-Straße), der Kanalstraße sowie Turm- und Gartenstraße wurden viele Häuser in „Schutt und Asche“ gebombt. Die Runde Straße (heute etwa im Kreuzungsbereich zur Hochbrücke), erst 1904 aufgebaut, verschwand damit über Nacht.
Die Norddeutschen Flugzeugwerke von Dornier erlitten schwerste Zerstörung, die mit 80 Prozent Verlust angegeben wurden. Ebenso wurde die im Bereich der Kanalstraße liegende Waggonfabrik sehr schwer getroffen und meldete einen hohen Sachschaden. Bei diesem Angriff verloren 205 Menschen ihr Leben.
1945 im Februar wurde aus Stettin hierher geschleppte Rumpf eines Betonschiffs wird 1962 in die Redentiner Bucht als Wellenbrecher verankert. Vorher war es in der Werft als Materiallager eingesetzt.
14./15. April 1945 12. Luftangriff: Zerstörung von St. Marien, St. Georgen und die Alte Schule im Gotischen Viertel.
15. April 1945 BBC London meldet die erfolgreiche Zerstörung der 35.000 Einwohner zählenden Hansestadt Wismar.
1. Mai/2.5.1945 Nachts erschossen sich in der „neuen Kreisleitung“ am Exerzierplatz am Vogelsang nach einem Trinkgelage die NSDAP Kreisleiter von Rostock, Otto Dettmann und Wismar, Paul Ohl. Ebenso nahm sich die Sekretärin, Gisela von Sobbe das Leben. Alle drei wurden am 2. Mai 1945 auf dem Soldatenfriedhof beigesetzt.
2. Mai 1945 Besetzung durch kanadische und britische Truppen.
3./4. Mai 1945 Erschießung des Geschäftsführers vom Schuhhauses Bolte in der Krämer-straße, Karl Prasse. Sein Leichnam wird zwei Tage zur Abschreckung, sich nicht gegen die Anweisungen der Alliierten zu stellen, auf dem Marktplatz vor dem Haus Nr. 16 ab-gelegt. In der gleichen Nacht brennen die Häuser Krämerstraße 10 und 12 (Kaufhaus Otto) aus nie geklärten Gründen ab.
7. Mai 1945 Die Besatzer erteilen eine Ausgangssperre von 18-9Uhr im Umkreis von 5 km, Ausweise müssen mitgeführt werden.
7. Mai 1945 Der Marschall der Sowjetunion, Rokossowski, trifft in der Stadt ein und besucht Feldmarschall Montgomery in der Unruh-Str. 7.
12. Mai 1945 Die Engländer veranstalten eine Siegesparade auf dem Markt.
16. Mai 1945 Die 16. Mai 1945 Die Straßennamen von faschistischen Größen werden um-benannt. Alle Straßennamen, die an Faschisten erinnern, werden entfernt. Aus der Adolf-Hitler-Straße, der früheren Dr. Leber-Straße, wird die Churchill Straße.
Wismarer Oberbürgermeister erhält die Erlaubnis von der Militärregierung für städtische Zwecke pro Woche 250.000 RM einzusetzen.
von faschistischen Größen werden umbenannt.
16. Mai 1945 Die Dornier-Rüstungswerke bestätigen den Auftrag, die Betonsperren der Wismarer Straßen zu beseitigen.
22. Mai 1945 Der englische Stadtkommandant Major Charles setzt Alfred Pleuger als Bür-germeister ab und Baron v. Biel aus Zierow als Oberbürgermeister ein.
2. Juni 1945 Der englische König hat Geburtstag und Wismars Geschäfte und Ämter blei-ben geschlossen.
1. Juli 1945 Abzug der englisch-kanadischen Besatzungstruppen, Übernahme durch die Ro-te Armee.
2. Juli 1945 Besetzung Wismars durch die Rote Armee .
5. Juli 1945 Die Wismarer müssen ihre Uhren nach Moskauer Zeit zwei Stunden vorstellen.
31. Oktober 1945 von 41.900 Einwohnern sind 12.450 Umsiedler.
28. April 1946 Neupflasterung des Marktplatzes fertiggestellt, nachdem ein dort befind-licher Luftschutzbunker gesprengt wurde.
3. März 1946 Stadtbaurat Arthur Eulert nimmt sich und seinen vier Kindern in der Atwis-marstraße 6 das Leben.

Machtübernahme der Nazis in Wismar
Am 8. März 1933 betrat der NSDAP-Landtagsabgeordnete und Kreisleiter der Partei, der Uhrmacher Alfred Pleuger, das Dienstzimmer von Bürgermeister Dr. Heinrich Brechling (SPD) und „riet“ ihm scheinheilig, seinen Urlaub anzutreten. Bürgermeister Brechling völlig überrumpelt, dachte nicht daran. Doch Pleuger meinte, dass „es ihn sehr schmerzlich berüh-ren würde, wenn er als Anhänger des Führergedankens, einen Inhaber des Bürgermeisteram-tes gewaltsam vor das Rathaus geschleift sehen würde…“. Das war deutlich und ein unmit-telbarer Verweis auf die auf dem Markplatz bereit stehenden SA-Truppen.
Alfred Pleuger, Mitglied der NSDAP seit dem 11.September 1926, hatte sich 1924 als selb-ständiger Uhrmacher durch Heirat in Wismar niedergelassen. Rasch machte er jedoch „Kar-riere“ in der Nazipartei, wurde Ortsgruppenleiter, später Kreisleiter, war ab 1932 Mitglied des Landtages und ab 1931 Mitglied der Stadtverordnetenversammlung. Durch die Macht-ergreifung Adolf Hitlers am 30. Januar 1933, sah Pleuger die Stunde gekommen, die „natio-nalsozialistische Revolution“ auch in Wismar durchzusetzen. In Mecklenburg war dafür der politische Boden gut vorbereitet und 1932 waren Adolf Hitler und Joseph Goebbels in Wis-mar, um für ihre Idee zu werben. Unterstützung bekamen sie durch das Innenministerium in Schwerin und durch die von Nazis durchsetzte Polizei. Auch in Wismar, das damals etwa 28.000 Einwohner hatte. Bei den durchgeführten Reichstagswahlen im November 1932 und am 5. März 1933 zeichnete sich jedoch für Wismar dabei durchaus ein positives Bild im „lin-ken Lager“ ab, doch da sich KPD und SPD nahezu feindlich gegenüber standen, spielte es kaum eine Rolle. Die Wismarer wählten bei den letzten beiden freien Wahlen der alten „Weimarer Republik“ konstant gleichhohe Ergebnisse für die SPD. Nur die NSDAP hatte etwas mehr Stimmen. Ebenso war die Gewerkschaftszugehörigkeit der Wismarer mit 4500 Mitgliedern über den Durchschnitt. Dagegen waren in der „Nazi-Gewerkschaft“ gerade einmal 400 Mitglieder. Die NSDAP fasste jedoch immer mehr Fuß in der Stadt. 1931 richte-ten sie im Haus am St.-Marienkirchhof 6 ihr Partei- und SA Heim, das „braune Haus“ ein. Das alte Gewerkschaftshaus „Zur Hansa“ mieteten ab Juli 1932 die Nazis für ihr NSDAP-Haus mit verschiedenen Organisationen. Hitlers Ermächtigungsgesetze vom 24. März 1933 taten ihr Übriges und ließen alle vorherigen Wahlen und Abmachungen zur Makulatur wer-den.
In Wismar versuchte sich der am 28. Juli 1929 demokratisch gewählte Bürgermeister Dr. Heinrich Brechling noch zur Wehr zu setzen und berief zum 9. März 1933 eine Ratssitzung ein. Bei dieser Sitzung kam es endgültig zum Eklat, denn der stellvertretende Bürgermeister für Inneres, Dr. Franz Plog erklärte, dass er Brechling nicht mehr als Bürgermeister anerken-ne und mit dem Verweis auf die bereitstehenden SA-Truppen, machte er ihm deutlich, dass er seinen Posten verlassen solle. Dr. Brechling protestierte noch beim Innenministerium in Schwerin, doch das war in Verkennung der gegenwärtigen Lage völlig sinnlos. Währenddes-sen vollzogen die Nazis die „nationale Revolution“, wie sie Alfred Pleuger am Nachmittag des 9. März 1933 auf dem Marktplatz verkündete. Er gab bekannt, dass Bürgermeister Brechling in den „Urlaub gegangen“ wäre und Dr. Plog die Amtsgeschäfte übernommen habe. SA-Leute waren aufmarschiert und sie hissten erstmalig die Naziflagge auf dem Rat-haus. Am 15. März 1933 wurde dann Alfred Pleuger vom Schweriner Innenministerium zum Bürgermeister von Wismar ernannt, und durch Änderung der kommunalen Gesetzgebungen ab 1935 Oberbürgermeister. Ein Amt, das er bis zum 21. Mai 1945 innehatte. Da Dr. Brech-ling sich immer noch nicht mit der Situation abgeben wollte und erneut bei der Schweriner Regierung protestierte, setzte Pleuger seinen Vorgänger kurzzeitig in „Schutzhaft“ mit einer SS-Wache vor der Haustür. Erst nach Einsicht in die Verordnung des Innenministeriums fügte sich Brechling resignierend und bat um die Aufhebung des „Hausarrestes“, was ihm Pleuger auch gewährte. Brechling arbeite später als Jurist in Berlin, wurde zum Wehrdienst als Stabsoffizier einberufen und – Ironie der Geschichte – wurde am 1. April 1941 auf An-trag Mitglied der NSDAP. Er starb 1959 in Hamburg.
Schon am 8. und am 9. März 1933 erreichten den neuen Machthabern in Wismar zahlreiche Loyalitätsbekundungen von städtischen Beamten und Angestellten, die „ihren Stuhl“ retten wollten – „Wendehälse“ sind länger bekannt als angenommen! Neben den Säuberungen in den Amtsstuben, begann man systematisch Andersdenkende, Parteien, Vereine und Ge-werkschaften zu verfolgen und zu verbieten. In Wismar erlosch die Demokratie und nen-nenswerter Widerstand war nicht zu verzeichnen. Sprach man in den zwanziger Jahren noch vom „roten“ Wismar, so hat sich die Farbwahl ab 1933 gründlichst geändert. Auch das ge-hört zur historischen Wahrheit. Wie in vielen Städten erfolgte auch in Wismar eine schnelle Umbenennung von Straßen, Plätzen und Schulen mit Namen von Nazigrößen. So wurde die Lindenstraße, die heutige Dr.-Leber-Straße, am 14. April 1933 in Adolf-Hitler-Straße umbe-nannt. Am 25. August 1944 erhielt diese Straße schwerste Bombardierungen und zahlreiche Häuser wurden zerstört. Am 2. Mai 1945 fuhr Oberbürgermeister Alfred Pleuger den an-kommenden Alliierten entgegen, um die Stadt kampflos zu übergeben. Er traf auf kanadi-sche Truppen, die ihn kurzerhand als menschliches Schutzschild am Kühlergrill eines Armee-jeeps banden und so in die Stadt fuhren. Zwischen diesem Datum und dem 8. März 1933 liegen gerade einmal zwölf Jahre – lange genug, um 60 Millionen Tote anklagen zu lassen.

Judenverfolgung und Reichskristallnacht in Wismar

Der 9. November wird vielfach auch als „Schicksalstag“ in der deutschen Geschichte bezeichnet, da sich sehr viele historische Ereignisse, von der Ausrufung der Republik bis zum Mauerfall, an diesem Tag ereigneten. Aus diesen Erinnerungstagen ragt jedoch der 9. November 1938 besonders hervor. In der Nacht vom 9. November zum 10. November 1938 brannten in Deutschland insgesamt 1.400 jüdische Synagogen und zahlreiche Ge-schäfte wurden zerstört. Zynisch gaben die Nazis dieser Tat den Namen „Reichskristall-nacht“ wegen der vielen Glasscherben. Unmittelbar mit diesem Ereignis wurden 400 Ju-den umgebracht und 30.000 Juden kamen in ein Konzentrationslager. Als Vorwand dien-te den Nazis die Ermordung des in Paris tätigen Diplomaten Eduard vom Rath, der am 9. November 1938 seinen Verletzungen durch das an ihm verübte Attentat erlag. In Meck-lenburg wurden 168 Juden verhaftet. Der Pogrom war eine gelenkte Aktion, die die Ver-nichtung aller Juden zum Ziel hatte.
Juden sind in Wismar schon seit Stadtgründung ansässig. So steht im Wismarer Stadt-buch von 1260, dass „der Schuster Jordan seinem Nachbarn ein Pferd stahl und es bei den Juden verkaufte“. Am 14.April 1266 stellte Heinrich I. von Mecklenburg die in Wis-mar ansässigen Juden unter seinem Schutz – gegen Entrichtung eines nicht geringen Schutzgeldes, denn er war ständig in Geldnot. Die „Schutzjuden“ brauchten nicht stän-dig Abgaben zahlen, sondern mussten „nur“ die Erlaubnis, „Leben und Luft athmen zu dürfen, für theures Geld erkaufen.“ Je mehr die Hansestädte an Macht und Einfluss ge-wannen, desto häufiger schlugen diese den fürstlichen Willen in den Wind. Die Altböter-straße hieß noch 1342 „Judenstraße“, jedoch nach der Pest von 1350 wurden die Juden aus den meisten Hansestädten, so auch in Wismar, verjagt. Sie hatten nur die Möglichkeit während der Markttage in die Stadt zu kommen, um ihre Waren anzubieten. Festen Wohnsitz durften sie nicht nehmen und den Bürgern war streng verboten, Juden bei sich aufzunehmen. 1754 wird dies nochmals vom königlichen Tribunal bestätigt. Erst am 4. Oktober 1867 beschließt der Wismarer Rat einstimmig, dass Juden den ungehinderten Zugang und Zuzug zur Stadt haben. So ist es nicht verwunderlich, dass in Wismar weni-ge Juden ansässig wurden und es keine jüdische Gemeinde gibt.
Mit Beginn der Nazizeit verschärft sich die Hetze auf Juden und wird somit zur Staats-doktrin erhoben. Schon am 9. Mai 1933, einen Tag nachdem man den demokratisch ge-wählten Bürgermeister Dr. Brechling davongejagt hatte, hetzt der spätere Nazi-Oberbürgermeister Alfred Pleuger vom Rathausbalkon gegen die Juden. Am Abend des 31. März 1933 hielt Pleuger wiederum eine Rede vom Balkon des Wismarer Rathauses mit dem Thema „Gräuelpropaganda und Juden in Deutschland“, indem er sagte: „Der Kampf gegen die jüdische Ware soll so lange geführt werden, bis die Juden in Deutsch-land ihre Rassegenossen im Ausland dazu bewogen haben, den verbrecherischen Kampf, der mit den verwerflichen Verleumdungsmitteln geführt wird, einzustellen.“ Am anderem Tag, 1. April 1933 schloss sich die Wismars SA in die reichsweiten Boykott-Aktionen ein. Das „Wismarer Tageblatt“ schrieb dazu: „Vor den betreffenden Geschäften, die ge-schlossen blieben, standen SA-Leute mit Plakaten, die die Käufer über den Zweck des Abwehrkampfes aufklärten.“ Zu den Geschäften gehörten Kaufhaus Karseboom, Hinter dem Rathaus 17, das Schuhwarengeschäft Blass, ABC-Straße 14, sowie die Läden Cohn, Herrenkonfektion in der Bohrstraße 1, das Geschenkegeschäft Löwenthal, Hinter dem Rathaus 27 und Lindor, Fachgeschäft für Damenwäsche und Strümpfe, Hinter dem Rat-haus 12. Damit war der Boden in Wismar für die nächsten Aktionen gut vorbereitet. Mit der Aufstellung eines Prangers am 14. August 1935 auf dem Marktplatz geht die Ent-würdigung andersdenkender Menschen weiter. Es werden Bilder von Wismarern und Juden aufgehängt, die gegen die Ideologie der Nationalsozialisten verstießen. Im Juni 1933 waren noch 23 Bürger jüdischen Glaubens in Wismar anwesend, wogegen 1937 es nur noch zwölf jüdische Bürger in Wismar gab. Ende 1942 lebten nur noch vier jüdischen Frauen in der Stadt, wovon drei Frauen durch eine Mischehe etwas geschützter waren. Im November 1942 wurde Gertrud Bernhard nach Theresienstadt deportiert und 1944 in Auschwitz ermordet.
In den frühen Morgenstunden des 10. November 1938 wurden die Schaufenster der jüdi-schen Geschäfte vom Damenwäschehaus Lindor, Geschenkartikel Löwenthal und Schuhgeschäft Blass zerstört. Das Kaufhaus Karseboom war inzwischen schon „arisiert“. Der „Niederdeutsche Beobachter“ schrieb am 11. November 1938, dass alle Wismarer Juden in Schutzhaft sind und einem Verhör unterzogen wurden. Dazu gehörte auch der international geachtete Veterinär Dr. Wilhelm Leonhardt, der am Fürstengarten, neben dem Haus von Sella Hasse, wohnte. Er hatte in seinem Fachgebiet Erfindungen veröf-fentlicht, die auch patentiert wurden. 1941 kam er in das KZ Sachsenhausen, wo er am 13. Juni 1942 verstarb. Dr. Leopold Liebenthal verstarb am 30. November 1938 ge-schwächt durch Gestapoverhöre. Einzig die Eigentümer des Schuhgeschäftes Blass in der ABC-Straße 14 konnten sich durch Flucht nach England retten.
Am 10. November 1938 kam es zu einem großen Protestmarsch gegen die Juden, an den 15.000 Wismarer teilnahmen. Das war in etwa die Hälfte der Einwohnerzahl und wenn man bedenkt, dass Wismar jahrelang eine Hochburg der Sozialdemokraten gewesen ist, ist das schon sehr bedenklich. Losungen wie „Juda verrecke“ oder „Hinaus mit den Juden“ stand auf den mitgeführten Losungen und wurden lautstark skandiert. Im „Protestzug“ wurden auch zwei symbolische Galgen mitgeführt, an denen schon vorsorglich zwei Strohpuppen als Juden hingen. Diese Galgen blieben dann symbolisch auf dem Marktplatz. Spätestens seit dieser Zeit konnte sich kaum ein Wismarer später herausreden, dass er von den Judenverfol-gungen nichts mitbekommen hat. Unter der Überschrift „Judengalgen“ auf dem Markt be-richtete das Wismarer Tageblatt am 11. November ausführlich über die Geschehnisse: „Unter Beifall der Wismarer verkündete NSDAP-Kreisleiter Dahl, das die Juden ihren Schaden nicht ersetzt bekommen und verkündete stolz unter tobenden Beifall, dass alle Wismarer Juden hinter „Schloß und Riegel“ sitzen…wieder sei man der restlosen Erfüllung des Partei-programmes mit der vergangenen Nacht und diesem Tage ein Stück näher gekommen und so werde es in den nächsten Jahren weiter gehen….“ Wie das nun ausging, wissen wir zur Ge-nüge und doch gibt es heute wieder Menschen, die dieser Ideologie nachlaufen!
Seit Jahren gibt es in Wismar die Aktion Stolpersteine des Kölner Künstlers Gunter Demnig. Diese Gedenksteine erinnern mit 17 Stolpersteinen vor den Häusern an ihre ehemaligen Ein-wohner, die Opfer des braunen Terrors wurden. Für den Gedenkstein für Dr. Leopold Lie-benthal hat die Wismarer Freimaurerloge die Patenschaft übernommen.

Kreisleiter der NSDAP in Wismar
1. Bis 1933 Alfred Pleuger
2. Bültemeier, Gustav 4-34
3. Poersel, Paul bis Mai 1936 danach Gauleitung Mecklenburg
4. Harm, Harry ab 1936 – 1938
5. Dahl, Wilhelm von 1938 – 1943 (verstorben)
6. Ohl, Paul bis 1943 – 1945 (2.5.45 Selbstmord mit Dettmann, Otto, KL aus HRO)

Zwölf Luftangriffe auf die Hansestadt Wismar
1940 – 1945

Während des II. Weltkrieges wurde über 300mal Luftalarm ausgelöst – eine hohe Psychische Belastung für die Einwohner Wismars. Die Luftangriffe wurden, bis auf wenige Ausnahmen durch die US-Amerikaner, durch die britische Royal Air Force geflogen.
Die NSDAP-Kreisleitung führte auf Grund einer Anweisung der Reichsparteileitung „genau Buch“ über die angerichteten Schäden, um nach dem Krieg eine Widergutmachung als Sie-ger zu verlangen. 314 Menschen verloren ihr Leben bei den zwölf Luftangriffen, 26 Prozent der Wohnungen und 80 Prozent der Wismarer Wirtschaft war zerstört. Der Schaden an un-wiederbringlichen Kulturgütern ist nicht messbar.

8. Juni 1940 Erster aber grundloser Fliegeralarm
1. Luftangriff
Am 24. Juni 1940 wurden in der Zeit von 1.07 Uhr bis 2.56 Uhr über die Stadt etwa 30 Spreng- und 40 Brandbomben abgeworfen. Der Angriff erfolgte durch acht bis zehn Flug-zeuge der Royal Air Force. Bei diesem Luftangriff wurde eine Flughalle auf dem Hafffeld der Norddeutschen Flugzeugwerke von Dornier beschädigt, und die Startbahn des Flugfel-des erhielt mehrere Treffer. Ein weiterer Einschlag zerstörte eine am Rande des Flugplatzes gelegene Baracke, in der Kriegsgefangene untergebracht waren, die in der Baufirma Senge-busch zur Zwangsarbeit eingesetzt wurden. Dieser Angriff forderte fünf Opfer. Die bei dem Angriff getöteten vier französischen Kriegsgefangenen wurden gemäß der Genfer Konven-tion mit militärischen Ehren auf dem Soldatenfriedhof beigesetzt.

2. Luftangriff
Am 28. Juni 1940 wurde von 0.39 Uhr bis 2.57 Uhr die Stadt durch fünf bis acht englische Kampfflugzeuge angegriffen, die etwa 25 Sprengbomben und 100 Brandbomben abwarfen. Bordwaffen kamen ebenfalls zum Einsatz. Dieser Angriff, der vor allen den Hafenanlagen galt, forderte ein Todesopfer und zwei Verletzte.

3. Luftangriff
Einen Luftangriff mit vier bis sechs Kampfflugzeugen vom Typ „Mosquitos“ flog die Royal Air Force in der Nacht des 19. zum 20. Juli 1940 auf Wismar.
Die abgeworfenen vier Spreng- und etwa 30 Brandbomben beschädigten Gebäude in den Anlagen des Seegrenzschlachthauses im Hafengebiet an der Kopenhagener Straße. Men-schen kamen bei diesem Angriff nicht zu Schaden.

4. Luftangriff
Eine klare Sicht ermöglichte sechs bis acht englischen Bombern in der Nacht
des 21. Juli 1940 einen platzierten Abwurf von etwa 35 Sprengbomben und 60 Brandbom-ben auf Wismar. Dabei wurden Gebäude und Gleisanlagen der Zuckerfabrik beschädigt. Die von der Zuckerfabrik geltend gemachten Schadensansprüche an das Kriegsschädenamt Wismar beliefern sich dabei auf 118.000 Reichsmark. Weitere Einschläge gab es in der Ra-benstraße und am Philosophenweg. Bombensplitter beschädigten zwei Flugzeuge der Nord-deutschen Flugzeugwerke von Dornier auf dem Hafffeld.

5. Luftangriff
Am 22. Juli 1940 erfolgte spät abends Fliegeralarm und in der Zeit von 0.30 Uhr bis 2.45 Uhr griffen zwölf englische Kampfflugzeuge die Stadt an. Dabei fielen ca. 50 Sprengbom-ben und etwa gleichviele Brandbomben. Der Angriff erfolgte sehr ungenau und Menschen-leben waren nicht zu beklagen. Es wurde ein Schuppenkomplex am Hafen zerstört und ein vor Anker liegender schwedischer Dampfer von einer Brandbombe getroffen. In der Sied-lung Dargetzow waren leichte Schäden an Wohnhäusern zu verzeichnen.

6. Luftangriff
In der Nacht des 25. Juli 1940 um 1.30 Uhr warnten die Sirenen die Bürger Wismars vor britischen Flugzeugen. Im Hochangriff warfen drei Bomber vier Spreng- und 30 Brandbom-ben ab, die auf der Gemarkung Fliemsdorf detonierten, wo ein Scheinflugplatz zur Irritation des Gegners errichtet worden war. Die Stadt selbst wurde nicht getroffen.

7. Luftangriff
Am 29. Juli 1940 zwischen 0.18 Uhr und 3.10 Uhr griffen erneut britische Bomber Wismar an, die etwa 20 Sprengbomben abwarfen. Tote waren bei diesem Angriff nicht zu beklagen. Es wurden jedoch Häuser am Rosenweg beschädigt und das Treibhaus der Gärtnerei Teude völlig zerstört. Zwischen dem 29. Juli 1940 und dem 24. September 1942 ertönten noch 133 mal die Sirenen und kündeten englische Fliegerverbände an.

8. Luftangriff
Einer der schwersten Luftangriffe auf Wismar erfolgte in der Nacht des 24. September 1942. Von 83 gestarteten Flugzeugen griffen 54 Bomber die Stadt an. Abgeworfen wurden 50,9 t Sprengbomben und 12,2 t Brandbomben. Die Verwüstungen in der Altstadt waren erheblich.
31 Häuser mit 78 Wohnungen wurden im Stadtgebiet total zerstört. Ebenso wurde der Ost-flügel des Rathauses durch eine Sprengbombe erheblich beschädigt. (Dieser Schaden wurde erst nach dem Krieg äußerlich behoben und erst 1979 zur 750 Jahrfeier der Stadt konnte der sich in diesem Flügel befindende Rathaussaal, der heutige Bürgerschaftssaal, seiner Bestim-mung übergeben werden.) Schäden entstanden an den Stadtwerken, am Heimatmuseum und am Seegrenzschlachthaus. Die Zuckerfabrik und die Hobelwerke erhielten ebenfalls Treffer.
Dieser Bombenangriff forderte 67 Tote und 109 Verletzte.

9. Luftangriff
Am 4. August 1944 griffen erstmals Fliegerkräfte der 8. US Air Force die Stadt an. An die-sem Tag wurden gleichzeitig die Städte Rostock, Schwerin, Peenemünde und Anklam von insgesamt 869 Bombern angeflogen. Die Bombardements richteten sich vor allem gegen Rüstungsbetriebe. In Wismar wurden Häuser am Klußer Damm, Am Torney und in der Poe-ler Straße beschädigt.

10. Luftangriff
Dieser geschah vermutlich am 11. oder 12. August 1944 durch die 2. US Bomberdivision. Es existieren keine Dokumente und Angaben über personelle und materielle Schäden.

11. Luftangriff
Am 25. August 1944 flogen 1.191 Bombenkampflugzeuge der Typen B24 und B17 der 8. US Air Force auf und bombardierten die Städte Schwerin, Wismar, Rechlin, Peenemünde, Anklam und Neubrandenburg.
Der Angriff auf Wismar erfolgte in drei Wellen. An vielen Stellen brannte die Stadt.105 Häuser wurden völlig zerstört. In der damaligen Adolf-Hitler-Straße (heute Dr.-Leber-Straße), der Kanalstraße sowie Turm- und Gartenstraße wurden viele Häuser in „Schutt und Asche“ gebombt. Die Runde Straße (heute etwa im Kreuzungsbereich zur Hochbrücke), erst 1904 aufgebaut, verschwand über Nacht als Ruine.
Die Norddeutschen Flugzeugwerke von Dornier erlitten schwerste Zerstörung, die mit 80 Prozent Verlust angegeben wurden. Ebenso wurde die im Bereich der Kanalstraße liegende Waggonfabrik sehr schwer getroffen und meldete einen hohen Sachschaden. Bei diesem Angriff verloren 205 Menschen ihr Leben.

12. Luftangriff
Zwar war der elfte Luftangriff am 25. August 1944 mit 205 getöteten Menschen der schwerste, jedoch bis heute ist der letzte Bombenangriff vom 14. April 1945, schon allein wegen der hohen Symbolkraft, derjenige, der den Wismarern am längsten an die Sinnlosig-keit des Krieges erinnern sollte.
Für die Wismarer kam dieser Angriff völlig überraschend. Keiner hatte mehr damit gerech-net. Schon gar nicht, dass die Kirchen Ziel eines Angriffes werden sollten. Die Stadt war 1945 voll von Menschen. Viele Flüchtlinge waren in der Stadt. Die Luftschutzbunker reich-ten für alle Menschen schon lange nicht mehr und so wurden einfach Räumlichkeiten, die diesen Anspruch überhaupt nicht mehr genügten, als Luftschutzkeller deklariert. Eine dieser Räumlichkeiten war der Keller der Alten Schule und es braucht nun wirklich nicht viel Sachverstand, um zu erkennen, dass dieser Raum völlig ungeeignet war.
Am späten Abend des 14. April 1945, gegen 23 Uhr, gab es Voralarm und manch einer stör-te sich daran wegen des abgebrochenen Schlafes. Doch um 23:31 Uhr begann der Angriff der zehn Bomber-Mosquitos der Royal Air Force über der Stadt und zeitgleich waren die ohrenbetäubenden Einschläge zu hören. In der kommenden halben Stunde fielen maximal fünf Luftminen in das Zentrum Wismars, die eine verheerende Wirkung hatten.
Luftminen wurden während des Krieges besonders gegen Städte eingesetzt. Sie hatten mit-unter mehrere Tonnen Gewicht und durch ihre Detonationswelle wurden Gebäude im Um-kreis bis einhundert Metern zerstört. Innerhalb kürzester Zeit war Wismars zu Stein gewor-dene Geschichte, das Gotische Viertel zwischen Archidiakonat und St. Georgenkirche ein weites Trümmerfeld. Die Sprengkraft war verheerend und der entstehende Luftdruck ließ nicht nur Fensterscheiben in einem weiten Umkreis zerspringen, sondern zerstörte auch Ge-bäude, wie die Alte Schule. Die Kapelle Maria zur Weiden kam mit den Schäden am Dach und an den Fenstern etwas „glimpflicher“ davon, weil sie im Schatten des Kirchturms von St. Marien lag, während sich die Alte Schule genau im Bereich der Druckwelle befand.
Um sechs Minuten nach Mitternacht drehten die Bombenflugzeuge Richtung England ab. Dort kamen sie ungestört zwischen zwei und drei Uhr an. Der Wismarer Angriff war ein Entlastungsangriff, denn das Hauptangriffsziel war Potsdam gewesen. Später wird der Lon-doner Rundfunk verkünden, dass in Wismar die Hafensilos getroffen worden sind, eine Mär, der noch jahrelang geglaubt wird.
Sofort nach Beendigung des Luftangriffes rückten in Wismar Feuerwehrleute aus. Viele Helfer und Einwohner begaben sich nach Ertönen der Entwarnungssirene zum Schreckens-ort, um schnell helfen zu können.
Der Turm von St. Georgen brannte lichterloh, bei St. Marien sah es nicht besser aus und die Alte Schule mit dem „Musikerhaus“ war nur noch ein Steinhaufen. Aus dem verschütteten Keller der Alten Schule waren Hilfeschreie zu hören, denn viele Menschen, die im Luft-schutzkeller auf dem Marktplatz nicht mehr unterkamen, hatten hier vermeintlich sicheren Unterschlupf erhalten. Dass dies zur Falle werden konnte, ahnte keiner.
Viele Wismarer haben in dieser Nacht die Verletzten aus der Alten Schule geborgen und versorgt. Über Tote gab es keine offizielle Meldung mehr und doch gab es Tote im Goti-schen Viertel. Auch ein 15-jähriger Feuerwehrhelfer kam bei der Brandbekämpfung in St. Georgen ums Leben.
Aus den brennenden und teilweise einstürzenden Kirchen retteten die Wismarer unter Ein-satz ihres Lebens einige Kunst- und Kulturschätze, ehe diese völlig zerstört wurden. Schwe-re Beschädigungen hatten das Archidiakonatshaus und die Kapelle Maria zur Weiden erlit-ten. Das gotische Pfarrhaus von St. Marien und die Superintendentur aus der Renaissance waren unwiederbringlich verloren, ebenso die Alte Schule.
Mit der Alten Schule verlor Wismar mit dem hier untergebrachten Museum eine Kulturein-richtung von Rang und viele museale Stücke waren für immer verloren, – bis 2007 nach Gra-bungen einige davon wieder geborgen werden konnten.
Die beiden großen Kirchen, St. Marien und St. Georgen, hatten schwerste Beschädigungen erlitten und große Verluste waren am Kircheninventar zu verzeichnen. Ihr Wiederaufbau schien für die Wismarer damals beschlossene Sache, bescheinigte ihnen noch 1951 das meck-lenburgische Jahrbuch der Denkmalpflege für St. Georgen, dass 85 Prozent der Bausubstanz erhalten sind.
Auf dem Bereich des alten Pfarrgehöftes von St. Marien und der Superintendentur wurde 1951 die Neue Kirche für die Kirchgemeinden St. Marien und St. Georgen als Notkirche errichtet. Man hoffte auf die Wiederherstellung der beiden schwer beschädigten großen Got-teshäuser.
Die Alte Schule war nach dem Luftangriff regelrecht zu einem Steinhaufen zusammen gefal-len. Bis 1948 waren die Überreste der Alten Schule beseitigt und ein leerer Platz verbarg bis 2007 die noch erhaltenen Grundmauern und den alten Keller.

Fazit
Die zwölf Luftangriffe hinterließen in Wismar tiefe Wunden, deren Auswirkungen noch heu-te sichtbar sind, wie etwa im Bereich des Parkplatzes zwischen Dr.-Leber-Straße und Turm-straße. Von den Norddeutschen Flugzeugwerken blieben nur 20 Prozent übrig, die nach dem Krieg demontiert wurden. Die Waggonfabrik erlitt schwerste Schäden. Insgesamt beziffer-ten die penibel rechnenden Nazis, die Schäden an den Industrieanlagen Wismars auf etwa acht Millionen Reichsmark.
Am Ende des II. Weltkrieges lagen 344 Wohnhäuser in Trümmern, 531 Gebäude waren schwer und weitere 1.025 Häuser leicht beschädigt und 3.165 Wohnungen existierten nicht mehr. Das waren 26 Prozent des gesamten Wohnungsbestandes Wismars. Bei den Luftan-griffen verloren 314 Menschen ihr Leben.
Zwar war der elfte Luftangriff vom 25.August 1944 der verlustreichste, da hier meisten Todesopfer zu beklagen waren, doch der letzte Luftangriff vom 14. auf den 15. April 1945 blieb wegen der Sinnlosigkeit der Zerstörung an den Bau- und Kunstdenkmalen im Goti-schen Viertel am stärksten im kollektiven Gedächtnis der Bürger.

Kriegsende in Wismar am 2. Mai 1945

Der 2. Mai 1945 war ein Mittwoch und in Wismar schien an diesem für die Stadt besonde-ren Tag die Sonne. Am Morgen kam Mecklenburgs Nazi-Gauleiter SS-Obergruppenführer Friedrich Hildebrandt nach Wismar, nachdem er fluchtartig seinen „Befehlstand“ auf der Paulshöhe in Schwerin vor den heranrückenden Amerikanern verlassen hatte, um Stadt-kommandant Oberst Schröder die Verteidigung der Stadt zu befehlen. Dieser verwies auf die tausenden Flüchtlinge und Verwundete, die sich in Wismar aufhielten und auf die vor-handenen Panzersperren an den Hauptzufahrtstraßen und im Hafenbereich, sowie auf die gefluteten Flächen der Kuhweide und der Rabenwiese. Oberst Schröder hatte keinesfalls die Absicht, Wismar gegen die heranrückenden Truppen der Engländer und Russen in einen sinnlosen Verteidigungszustand zu versetzen. Zur gleichen Zeit verlangte ein Frontoffizier mit vorgehaltener Pistole von Oberbürgermeister Alfred Pleuger, dass er einen Befehl zur Öffnung der Schleusen des Mühlenteiches geben soll. Pleuger lehnte in Abstimmung mit Oberst Schröder energisch ab. Hildebrandt fuhr wutschnaubend weiter nach Poel, wo er mit einem Schiff nach Schleswig-Holstein floh.
Eine politische Führung funktionierte am 2. Mai 1945 nicht mehr. In der NSDAP Kreislei-tung hatten sich nach einem Saufgelage die Kreisleiter von Wismar, Paul Ohl, und Rostock, Otto Dettmann, sowie die Sekretärin Gisela von Sobbe erschossen. Diese wurden auf dem Soldatenfriedhof beigesetzt. Besonders nach dem letzten verheerenden Luftangriff vom 14. April breitete sich Resignation aus und es interessierte nur noch die Frage: Wer kommt zu-erst, die Engländer oder die Russen. Eine Verteidigung der Stadt kam für einen Großteil der Wismarer nicht in Frage. Alfred Pleuger hatte Kenntnis davon, dass die Engländer von Boi-zenburg anrückten und von Osten die Russen kamen. Gemeinsam mit Stadtkämmerer Dr. Heinz Maus fuhr er mit einer weißen Fahne in Richtung Gadebusch, um die Stadt kampflos den Engländern und nicht den Russen zu überlassen. Die Wismarer trafen auf eine kanadi-sche Fallschirmjägereinheit der 6. britischen Luftlandedivision, die die beiden Wismarer kur-zerhand mit auf dem Marsch nach Wismar nahmen. Gegen zwölf Uhr Mittag kamen die Ka-nadier in der Stadt an. Pleuger war als „lebendiges Schutzschild“ auf einen Kühlergrill eines Jeeps gebunden. Wismar gehörte zu den wenigen Städten Deutschlands, die kampflos über-geben wurden. Hitlerjungen hatten noch eine kleine Brücke bei Steffin gesprengt. Es gab einen kurzen Kampf um eine Straßensperre und bei den Dornierwerken auf dem Haffeld kam es zu einem kurzen Schusswechsel. Aus dem Hafen liefen zur gleichen Zeit einige deut-sche Kriegsschiffe und U-Boote ungestört aus.
Nachmittags traf ein kanadischer Erkundungstrupp an der östlichen Stadtgrenze die ersten Russen, die ebenfalls in Wismar einmarschieren wollten. Der kanadische Oberstleutnant Na-pier Crookenden machte den Russen unmissverständlich klar, auch mit Verweis auf die mili-tärische Stärke seiner Truppen, dass Wismar in ihrer Hand seien. Die Russen hatten keine Ahnung, dass Wismar schon besetzt war, hatten sie doch den Befehl bis Lübeck zu mar-schieren. Ein in voller Fahrt in Richtung Wismar sich befindlicher russischer Panzer, konnte in letzter Minute aufgehalten werden.
Am Abend des 2. Mai 1945 war für Wismar die Nazizeit vorbei, die Kanadier und Englän-der hielten Wismar fest in der Hand, und Feldmarschall Montgomery telegrafierte nach London, dass seine Truppen den Wettlauf gegen die Russen gewonnen haben. Montgomery hatte den schnellen Vormarsch der Truppen entgegen den Abmachungen mit den Amerika-nern befohlen, denn er traute den Russen nicht zu, dass sie bei Lübeck Halt machen würden, sondern weiter in Richtung Dänemark ziehen würden. Die Russen quartierten sich im Guts-haus Kritzowburg ein und es kam in den folgenden Tagen zu mehreren, auch „feucht-fröhlichen“ Begegnungen zwischen den „Waffenbrüdern“. Der Wismarer Stadtkomman-dant, Major Charles, schlug sein Quartier im Rathaus auf. Am 7. Mai flog der englische Feldmarschall Montgomery nach Wismar und traf sich mit dem russischen Marschall Ro-kossowsky in der Dr.-Unruh-Straße 7, dem Hauptquartier der 6. Luftlandedivision.
Am 12. Mai 1945 veranstalteten die Engländer eine große Siegerparade auf dem Marktplatz. Gemäß den Vereinbarungen von Jalta vom Februar 1945 über die Aufteilung Deutschlands, räumten die Engländer am 30. Juni 1945 Wismar und am 2. Juli 1945 zogen die Russen ein und blieben 48 Jahre bis zum 30. Juni 1993 in Wismar.
Mit den Engländern verließ auch Alfred Pleuger die Stadt, in der er noch bis zum 21. Mai 1945 Oberbürgermeister war. Den Russen traute man nicht.

Daten zur Besatzungszeit 1945 – 1949

1945

Mai

2.Mai 1945
• 16:30 Uhr 1.Fallschirmbataillon der 6. Luftlande-Division der britischen Streitkräfte erreicht Wismar. Major Charles wird Stadtkommandant.
• 17:00 Uhr Oberbürgermeister Alfred Pleuger wird im Amt bestätigt, Dr. Franz Plog wird als 2. Bürgermeister eingesetzt, der vormalige zweite Bürgermeister Dr. Meyer beim Landrat beschäftigt, Kämmerer Dr. Maus als 1. Bürgermeister nach Schwerin berufen. Dr. Hans Raspe wird Stadtkämmerer.
3.Mai 1945
09:00 Uhr: „Militär-Regierungsamt“ im Rathaus eingerichtet
4.Mai 1945
Banken werden rund um die Uhr durch britisches Militär bewacht, Eintritt nur mit Passier-schein.
6.Mai 1945
Dankgottesdienst der 6. Luftlande-Division in St. Nikolai
7. Mai1945
• Treffen zwischen Marschall der Sowjetunion Rokossowski und Feldmarschall Mont-gomery im ehemaligen Haus des Kreisleiters der NSDAP, Dr. Unruh-Str. 7. Von sowjetischer Seite sind weiterhin anwesend Generaloberst Bogolubow; Stabschef der Bjelorussischen Armeegruppe, Generalleutnant Subbotin, Mitglied des Militärrates der Bjelorussischen Armeegruppe, Generalleutnant Sanava, Assistent von Marschall Rokossowski, Generaloberst Verchinin, Befehlshaber der Luftwaffe der Bjelorussi-schen Armeegruppe, Generaloberst Sokolsky, Befehlshaber der Artillerie des Bjelorussischen Armeegruppe, Generalmajor Vinogradow, stellvertretender Stabs-chef der Bjelorusisschen Armeegruppe, Generalleutnant Panfilow, Befehlshaber des 3. Panzerkorps der Bjelorussischen Armeegruppe

• Dargetzow liegt im Niemandsland zwischen britischer (Schlagbaum am Soldaten-friedhof Rostocker Str.) und sowjetischer Zone (Kritzowburg), gegenseitige Passier-scheine werden ausgegeben.

• Ausgangserlaubnis zwischen 09:00 und 18:00 im Umkreis bis zu 5 km um die Stadt, Militärpolizei patroulliert durch die Stadt, Zivilpolizei bewacht die Lebensmittelge-schäfte. Falls es dort zu Störungen kommt, ist sofort die Militärpolizeistreife zu alar-mieren, um die Situation zu beruhigen. Nachts herrscht Ausgangssperre, es kontrol-liert die Militärpolizei, die berechtigt ist, „auf jedermann zu schießen, der sich außer-halb seines Hauses befindet und Versuche macht, sich zu verbergen oder der Ver-nehmung zu entziehen“

• Anweisung der Stadtwerke, elektrischen Strom nicht zum Kochen zu verwenden.

12.Mai 1945
• Siegesparade der britischen Truppen

• Sportwettkämpfe der britischen Truppen (Pferdedressur und -rennen, 100 Yards-Lauf, Hindernislauf, Radrennen, Hunderennen)

14.Mai 1945
Wismarer Fischereiflotte kehrt unter englischer Aufsicht mit einem Fang von 500 kg Fisch von ihrem ersten Nachkriegsfang in den Hafen zurück.
15.Mai 1945
Anordnung über Fortbestand des Arbeitsamtes. Arbeitslose Männer müssen sich im Fürsten-hof, Frauen im Spiegelberg 54 melden.
16.Mai1945
Wismarer OB erhält die Erlaubnis von der Militärregierung für städtische Zwecke pro Wo-che 250.000 RM einzusetzen.

• alle Straßennamen, die an Faschisten erinnern, werden entfernt. Aus der Adolf-Hitler-Straße, der früheren Dr. Leber-Straße, wird die Churchillstraße

• Arbeiter der Dornier-Werke beginnen damit, die Betonstraßensperren in Schweriner Straße, Dankwartstraße und Lübsche Straße sowie die Holzsperren an der Klosterkirche, in der Mecklenburger und Schweriner Straße, am Klußer Damm, Badstaven, Mühlenstraße, Neustadt, Runde Grube, Spiegelberg und Fischerstr. zu beseitigen.

22.Mai 1945 Banken in Wismar nehmen ihre Arbeit wieder auf. An Einzelpersonen werden monatlich maximal 100 RM, an Familien 200 RM ausgezahlt

• Diejenigen, die in Schleswig-Holstein, Hannover, Oldenburg, Westfalen, im Rhein-land sowie in Hamburg und Bremen beheimatet sind und dorthin zurückkehren wol-len, werden aufgefordert, sich in der Beratungsstelle für deutsche Flüchtlinge in der Sparkasse Am Markt 15 zu melden

23.Mai 1945 1. Bürgermeister bleibt Dr. Meyer, 2. Bürgermeister wird Dr. Plog, 3.Bürgermeister Hans Raspe

• Royal Navy sendet 30 Zeesenboote aus Lübeck nach Wismar, um die Fischfangflotte zu vervollkommnen.

24.Mai 1945 Ankunft von 20 Zeesenbooten in Wismar

25.Mai 1945 Erleichterungen im Reiseverkehr ohne Passierschein 100 km um Wismar in Landkreise Wismar (ohne russischen Sektor), Schönberg, Lauenburg, Segeberg, Eutin, Oldenburg, Plön sowie die Städte Lübeck und Kiel

• Gebrauch von Fahrrädern ist gestattet

27. Mai 1945 Gedenkgottesdienst der Royal Scots Greys in St. Nikolai

28.Mai 1945 Wismarer werden aufgefordert Dinge aus Plünderungen bis zum 06.06. in der Aula der Großen Stadtschule abzugeben.

29.Mai 1945 Alle Pferdebesitzer mit Zugwagen müssen sich zwecks Übernahme von Fuhrleistungen im Rathaus melden.
30.Mai 1945 „Persönliche Botschaft des britischen Oberbefehlshabers“, Feldmarschall Mon-tgomery an die Bevölkerung in der Britischen Besatzungszone: Versprechen, dafür zu sor-gen, dass jeder Nahrung und Obdach erhält, Krankheiten bekämpft werden. Formulierung grundlegender Ziele bei Einbringung der Ernte, Neuaufbau des Post- und Verkehrswesens, Wiederaufnahme der Produktion in Industrie, Bestrafung der Kriegsverbrecher, Entwaff-nung aller deutscheren Armeeeinheiten.
31.Mai 1945 Unrechtmäßig erworbene Fahr- und Motorräder sind an die Ortspolizei zurück-zugeben.

Juni

1.Juni 1945 Prof. Dr. Janert wird Bürgermeister anstelle von Dr. Meyer.
1.Juni -31.Juli 1945 Ausgangssperre zwischen 22:15 und 05:00 Uhr.
2.Juni 1945 Der Geburtstag des britischen Königs wird mit einer Truppenparade auf dem Markt gefeiert. Alle Ämter und Geschäfte bleiben geschlossen, der Tag ist offizieller Feier-tag.
5.Juni 1945 Vom britischen Kommandanten werden zwei unbelastete Verwaltungsange-stellte, Wilhelm Bleeck und v. Hoff, die Sozialdemokraten Karl Moritz, Ernst Ballerstaedt und Ernst Marwedel und der Kommunist Karl Fritz zu weiteren Ratsmitgliedern berufen.
10.Juni 1945 in SBZ werden antifaschistisch-demokratische Parteien wieder zugelassen, KPD und SPD konstituieren sich wieder, bürgerliche Parteien werden gegründet. In Wismar bleibt die politische Arbeit untersagt.
15.Juni 1945 400 Beschäftigte der Dornier-Werke nehmen die Arbeit wieder auf, produzie-ren Haushalts-Aluminiumgeschirr, Milchkannen und Koffer, reparieren Landmaschinen und Kraftfahrzeuge.
30.Juni 1945, 09:00 Britisch-kanadische Einheiten verlassen Wismar
• 09:30 Uhr Übergabe des Kreises Wismar an russische Truppen

Juli

1.Juli 1945 Kinderarzt Dr. Connerth richtet in Parkstraße 43 (Philipp-Müller-Str.) eine Kin-derklinik ein.
3.Juli 1945 Einrichtung einer Typhus-Station in der Lindenstraße 38
5.Juli 1945 In Wismar gilt, wie in der restlichen SBZ, Moskauer Zeit.
6.Juli 1945 Aufruf, nicht benötigtes Bargeld einzuzahlen: „Wer Geld hamstert, schädigt die Wirtschaft! Er kann zur Rechenschaft gezogen werden und läuft Gefahr, dass ihm das ge-hamsterte Geld abgenommen und ohne weiteres eingezogen wird.“
10.Juli 1945 Dauerausweise zum Betreten der Kommandantur erhalten OB Heinz Janert, Bürgermeister Carl Keuscher, Kämmerer Hans Raspe, die Stadträte Wilhelm Bleeck, Wil-helm von Hoff, Ernst Marwedel, Willbrandt, Karl Fritz, Ernst Ballerstaedt, Karl Moritz, der stellvertretende Landrat Schmidt, Geschäftsführer Paul Wreth, die Sekretäre Herbert Säverin, Hermann Rhein und Erika Rittich.
11.Juli 1945 Klavierkonzert von Prof. Hans Beltz, Berlin im Stadttheater.
• Aufruf auf dem Programmzettel an die Wismarer Musikinstrumente, Kostüme und Trachten aller Art im Theater abzugeben. „Spielfreudige Damen und Herren jeglichen Alters“ zur Mitwirkung in der Niederdeutschen Bühne gesucht. Ankündigung kos-tenlosen Tanzunterrichts in der dem Theater angegliederten Ballettschule.
13.Juli 1945 Karl Keuscher, KPD, wird Bürgermeister
14.Juli 1945 1.600 Umsiedler treffen auf dem Bahnhof ein und müssen untergebracht wer-den. Flüchtlingslager bestehen bereits auf dem Germania-Sportplatz am Wendorfer Weg und Koggenoor, in der Knaben-Mittelschule (Goetheschule) und in der Ingenieur-Akademie in der Neustadt. Neu kommen hinzu: RAD-Lager Rostocker Straße, in Oevelgönne an der Poe-ler Straße, Am Torney.
17.Juli 1945 Gemeinsames Plakat von KPD und SPD zur „restlosen Einbringung der Ernte mit allen Mitteln „Aufforderung an die Wismarsche Bevölkerung!“ Zur Einbringung der Ernte werden Männer zwischen 14 und 60, Frauen zwischen 14 und 35 verpflichtet, sich bis 20.Juli beim Arbeitsamt zu melden. Schüler werden durch die Schulen erfasst. Wer sich weigert, „hat zwangsweise Einziehung und Bestrafung zu erwarten.“
19.Juli 1945 61 politisch belastete Polizisten werden aus dem Dienst entlassen und durch Neueinstellungen „aus der organisierten Arbeiterschaft“ ersetzt.
• Befehl des Chefs der SMAD, Nr. 2 zur Einbringung der Ernte, „die gesamte arbeits-fähige Land- und Stadtbevölkerung, wie auch das gesamte landwirtschaftliche In-ventar, das Zugvieh, den Trecker- und Autopark bei der Ernte zwangsweise heranzu-ziehen.“ Bei Weigerung sollte den Familien Lebensmittelkarten entzogen werden o-der Geldstrafen verhängt werden. Saboteure des Ernteeinsatzes werden vor Gericht gestellt und nach Kriegsgesetzen abgeurteilt.
23.Juli 1945 Bekanntgabe der Verpflichtung durch den OB für jeden Grundstückseigentü-mer, täglich den Bürgersteig und die Fahrbahn bis zur Mitte zu fegen. Bauschutt ist durch die Hauseigentümer oder Bauunternehmer selbst abzufahren.
24.Juli 1945 Rat der Stadt erklärt die von englischer Besatzungsmacht erlassenen Gesetze für unwirksam.
29.Juli 1945 Große Stadtschule wird Hilfskrankenhaus mit 200 Betten.
30.Juli 1945 Registrierung sämtlicher Kraftfahrzeuge in Wismar

August

2.August 1945 vom Militärkommandanten der Stadt Wismar Major Bisunow erlassener Be-fehl Nr. 1 der SMAD Wismar: Prof. Janert wird von seinen Pflichten als OB entbunden und verlässt Wismar, um Prof. in Greifswald zu werden. Karl Keuscher wird OB, 1. Bürgermeis-ter Ernst Marwedel. Landrat des Kreises Wismar wird Robert Brinckmann, Stellvertreter August Wilke, Dezernent für Kommunalverwaltung Franz Schmidt.
2.-16.August1945 Schützenhaus: Gastspiel des Stadttheaters Warnemünde: „Bunte Bühne“ mit 12köpfigem Orchester, Elfriede Woldt und Rita Kluck (Gesang), Klein-Hilda, Sigrid und Uschi (Tanz), der großen Illusions-Schau von Allegro und Partnerin sowie den Drei El-dorados und einer lustigen Zebra-Dressur. Sonntags wurde für 2,50 RM zu Konzert und Tanz mit Varieteeeinlagen in beiden Sälen des Hauses eingeladen.
3.August 1945 weiterer Zuzug von Flüchtlingen nach Wismar, die vor 01.09.1939 nicht ih-ren Wohnsitz in Wismar hatten, wird verboten. Freiwerdende Wohnungen sind durch Haus-besitzer oder Wohnungsinhaber dem Wohnungsamt zu melden. Ohne Einweisungsschein des Wohnungsamtes dürfen Flüchtlinge und Evakuierte weder Privat- noch Massenquartiere beziehen. Bei Zuwiderhandlung Entzug der Lebensmittelkarte bzw. „fühlbare zusätzliche Einquartierung“.
4. August1945 Reisezugverkehr auf Strecke Schwerin – Wismar – Rostock wird wiederauf-genommen.
5.August 1945 Konzert in St. Nikolai: Orgelwerke von Johann Sebastian Bach, gespielt von Lisa Grützmacher, Streichmusik alter Meister, Eintritt frei.
• Volkszählung in Wismar: 41.900 Einwohner
7.August 1945 Hansewerft erhält einen Kredit zur Sicherung der Lohnzahlungen

8.August 1945 Markt, 20:00 Massenversammlung zum Thema „Die Lebensfrage unseres Volkes“ mit Bezirksbürgermeister Fritz Polz, Mittelschullehrer Emil Rohmann (beide partei-los), Stadtrat Karl Moritz, Leiter des Arbeitsamtes (SPD) und August Wilke, stellv. Landrat (KPD).
14.August 1945 Willi Blumtritt, KPD, wird auf Weisung des Militärkommandanten in den Rat der Stadt berufen.
15.August 1945 Antifaschistischer Jugendausschuss wird vom OB gegründet, 5 von ihm berufene Mitglieder.
20.August 1945 Alle gesetzlichen Krankenkassen werden zu einer vereinigt, die für das Stadtgebiet im Schabbelhaus, für den Kreis in der Lübschen Str. 19a ihren Sitz hat.
21.August 1945 Antrag der Ortsgruppe der KPD an den Ausschuss des Antifaschistischen Blocks in Wismar: sämtlichen ehemaligen Angehörigen der NSDAP und ihrer Massenorgani-sationen, die noch im städtischen Dienst stehen, sind Antifaschisten an die Seite zu stellen, um sie zu kontrollieren, aber auch um von ihnen fachlich angelernt zu werden.
22.August 1945 Verbot an Rote Armee, die Baracken, die für Unterbringung der Flüchtlin-ge und Umsiedler bestimmt sind, zu demontieren oder daraus Betten, Schränke, Tische, Stühle usw. zu entnehmen.
24.August 1945 Erhebung der Berufe per Fragebogen, um Eindruck über die vorhandenen Qualifikationen der Einwohner zu gewinnen.
27.August 1945 Gründung der CDU-Ortsgruppe Wismar, Geschäftsstelle in Altwismarstra-ße 7, vorläufiger Parteivorstand: Dr. Ruthenberg, A. Lorenz, Dr. Wegner, A. Friedrichs.
30.August 1945 Post- und Telegraphenverwaltung Mecklenburg gibt Briefmarken zu 6 und 12 Pfennigen heraus.

September

1.September 1945 In der Kaserne Mühlenstraße wird 3. Notkrankenhaus der Stadt einge-richtet.
3.September 1945 Einführung einheitlicher Lebensmittelmarken in Mecklenburg

• Sitzung des antifaschistischen Blocks, erstmals mit Teilnahme der CDU. Beratung über dramatische Lebensmittelsituation: keine Sonderzuweisungen an Kranke, wer-dende Mütter usw. möglich. Keine Zuteilungen von Marmelade, Nährmitteln und Magermilch, Kaffee-Ersatz reicht nicht für den ganzen Monat. “Dies wird zur Folge haben, dass man an mehreren Tagen des Monats von Wasser und trocken Brot leben muss.“ Vorschlag des Blocks, alle ehemaligen Angehörigen der NSDAP und ihrer Organisationen in die niedrigste Stufe der Lebensmittelrationen zu stufen und dadurch erzielten Überschuss an werdende Mütter zu verteilen.

5.September 1945 Verordnung der Landesverwaltung über die Durchführung der Bodenre-form in Mecklenburg-Vorpommern.
13.September 1945 Befehl der SMAD, am 1.10.1945 in Mecklenburg wieder mit dem Schulunterricht zu beginnen.
• Wiederaufnahme regelmäßiger Briefkastenleerungen, Postsendungen mit Postwert-zeichen des „Dritten Reiches“ werden nicht befördert.
14. September 1945 Hansewerft schließt Vertrag mit sowjetischer Besatzungstruppe über Lieferung von vier Hebekästen, die noch von der NS-Kriegsmarine in Auftrag gegeben wor-den waren.
15.September 1945 Bauarbeiten werden wieder genehmigungspflichtig durch das Bauamt der Stadt.

18.September 1945 Kleingärtnerverein wählt Hermann Wieting zum neuen Vorsitzenden.
23.September 1945 Wismarer Fußballer (Senioren, Jugend, Jungliga) bestreiten ihre ersten Auswärtsspiele in Wittenberg und laden für den 07.10. zu Rückspielen nach Wismar ein.
24.September 1945 Bekanntmachung, dass sich alle Flüchtlinge, „Rückgeführte“ und aus der Kriegsgefangenschaft Entlassene, die in Wismar ansässig, sich aber noch nicht polizeilich angemeldet haben, die vom 9.-13.10. nach Anfangsbuchstaben der Nachnamen geordnet im Einwohnermeldeamt, Eingang Hegede, zwischen 08:00 und 11:00 sowie zwischen 15:00 und 18:00 anmelden sollen. Zwischen dem 15.10 und 19.10. findet eine Überprüfung der Meldeunterlagen aller Evakuierter, Flüchtlinge, Umsiedler usw. statt, die nach dem 01.09.1939 nach Wismar gekommen sind. Da Wismar für den Zuzug von Flüchtlingen ge-sperrt ist, werden diese nach Zuweisung durch die Flüchtlingsstelle im Bahnhof Wismar im Landkreis untergebracht.
29.September1945 Eröffnung der Spielzeit 1945/46 im Theater mit Ralf Benatzkys „Mei-ne Schwester und ich“ in der Regie von Wolfgang Struck.

Oktober

1.Oktober 1945 Wiedereröffnung der Wismarer Schulen um 08:00, in denen der Unter-richt umschichtig organisiert wird, die Einschulung von Schulanfängern wird auf den 01.09.1950 verschoben.
7.Oktober 1945 Gründung des Kulturbundes für die Seestadt Wismar mit Gottesdienst in St. Nikolai (09:00 Uhr), Morgenfeier im Stadttheater (11:00 Uhr), Gründung (15:00 Uhr) und Aufführung von Goethes „Clavigo“ ebenda (19:00 Uhr).
9.Oktober 1945 Niederdeutsche Bühne Wismar zeigt im Theater „De niemodsche Deern“ von Fr. Krekow.
10.Oktober 1945 Volkszeitung meldet, dass 94 Güter mit 17.695 ha an 499 landarme Bauern, 1013 Landarbeiter und 1154 Umsiedler aufgeteilt worden sind.

• Gründungsversammlung der „Notgemeinschaft Seestadt Wismar“(Vorläufer der Volkssolidarität) aus KPD, SPD, CDU, kirchlichen Wohlfahrtsvereinen, DRK, FDGB, um Not der Flüchtlinge, Heimkehrer und sonstigen Hilfsbedürftigen zu lin-dern. Wärmestuben sollen eingerichtet, eine Sammelstelle für Kleidung, Schuhe und Haushaltsgeräten am Markt, Ecke Dankwartstraße organisiert werden

• Waggonfabrik beginnt mit Reparatur von Eisenbahnwaggons, innerhalb eines Monats wächst die Belegschaft auf 1.000 Beschäftigte, die in 3 Schichten arbeiten.

11.Oktober 1945 Neben dem Reisezug Schwerin-Wismar-Rostock nimmt ein Zug zwi-schen Schwerin und Wismar den Betrieb auf. Da Kohlen fehlen, wird erstere Strecke ab 16.11. nur noch 3x am Tag bedient.
16.Oktober 1945 Kundgebung im Theater zum Abschluss der ersten Etappe der Boden-reform.
23.Oktober 1945 Zuckerfabrik beginnt mit 400 männlichen und 50 weiblichen Beschäf-tigten die Kampagne.
31.Oktober 1945 Von 41.900 Einwohnern sind 12.450 Umsiedler.
30.Oktober 1945 Seit Kriegsende wurden 500 Wohnungen mit eigenen Kochgelegenheiten geschaffen: durch Wohnungsteilung und Ausbau von Dachgeschossen ca. 200 Wohnungen, durch Instandsetzung beschädigten Wohnraums 300 Wohnungen.

• Auf dem freien Markt gehandelte Kartoffeln kosten 50 Mark je Zentner, 1 l Milch 1,50 Mark.

• Hafen: Wassertiefe 5,5 – 6 m, Alter Hafen = Hauptumschlagplatz mit 1.000 m Kai-kante, 600 m Gleis, Holzlagerplätze, 3 Getreidesilos, 5 Schuppen mit 4.000 qm La-gerfläche.
• Kohlenhafen: 800 m Kaikante, 500 m Gleis, Kohlenverladebrücken, Kräne mit 5t und Drehkran mit 15 t Hubkraft, 1 Silo, Ölbunkeranlage
• Industriehafen zum Kaliumschlag am unbefestigten Ufer, Anlegebrücke mit Gleisan-schluß am stillgelegten Seegrenzschlachthaus
• Holzhafen: ohne Gleisanschluss, Bollwerk nur am Süd- und Ostufer

• Energische Maßnahmen gegen die Ausbreitung von Seuchen in Wismar: alle Angehö-rigen von Infizierten werden in ihren Wohnungen isoliert, keine gemeinsame Benut-zung von Toiletten durch Kranke, deren Familienmitglieder und Gesunde, keine An-sammlungen vor Geschäften, in Ämtern und vor Banken, Beschlagnahme von Ge-bäuden zur Isolierung von Infizierten, öffentliche Sammlung für die Ausrüstung der Behelfskrankenhäuser, sämtliche Einwohner Wismars impfen.

6.November 1945 Schutzimpfung der Bevölkerung aus Stadt und Landkreis Wismar gegen Typhus abgeschlossen, 42.000 Personen geimpft mit 10 Ärzten und medizinischem Personal.

• Wismarer spenden 550 Betten, 650 x Bettwäsche, 400 Schlafdecken und 1.000 Handtücher für die drei Notkrankenhäuser der Stadt

15.November 1945 Aufbau des Ensembles des Stadttheaters ist mit Hilfe der Kommandan-tur abgeschlossen: 22 Sänger und Schauspieler für Operette und Schauspiel, 35 Orchester-musiker, 12 Damen Ballett, 2 Inspizienten, 1 Souffleuse, 1 Bühnenbildner, 18 Mann techni-sches Personal, dazu: Niederdeutsche Bühne mit 20 Personen

17.November 1945 Die Anfang November eröffnete „Volksbücherei Wismar“ hat 2.500 Bücher ausgeliehen, 200 sind nach dem Krieg neu angeschafft worden.

24.November 1945 Sportamt der Stadt wird gegründet.

28.November 1945 Markttag in Wismar mit Fleisch, Koch-, Jagd- und Leberwurst, Kartof-feln, Milch, Brot, Besen, Bürsten, Töpfe, Äxte, Spaten, Lampenschirme, Spielsachen etc., außerdem Bockwurststände und Schnapsbuden.

November 1945
• Entnazifizierung in Wismar ist abgeschlossen, 168 Mitarbeiter des Rates der Stadt wurden aus politischen Gründen entlassen, 2.500 Bände aus der Stadtbibliothek ent-fernt.

• Angestellt beim Rat der Stadt sind 990 Personen, einschließlich städtischer Bau-, Ha-fen-, Straßen- und Friedhofsarbeiter, Krankenhaus- und Theaterangestellte. Davon sind 97 Mitglied der SPD, 52 der KPD und 5 der CDU

• Die Versorgung mit Kohle und anderen Brennstoffen ist dramatisch schlecht, zahl-reiche Bäume werden illegal gefällt und verheizt. Die Polizei soll dies verhindern, ist dazu aber personell nicht in der Lage.

• Die Wasserversorgung kann nicht rund um die Uhr gewährleistet werden, da kein Strom für die Pumpen vorhanden ist.

10.Dezember 1945 Wegen Brennstoffmangels wird der Zugverkehr von und nach Wismar eingestellt.

11.Dezember 1945 Wiedereinrichtung einer städtischen Sparkasse wird vorbereitet

16.12.1945 Umbildung des Rates: OB wird Ernst Säverin, Hermann Willbrandt wird Bürgermeister, im Amt verbleiben Hermann Raspe, Ernst Ballerstaedt und Karl Fritz, zu neuen Stadträten werden Ernst Rachow, Erich Zepp und Heinrich Friedrichs berufen.

18.Dezember 1945 Wegen Sargmangels werden verstorbene Umsiedler ohne Särge in Rei-hengräbern bestattet.

20.Dezember 1945 Dornier-Rüstungswerke erhalten Demontagebefehl. Der Betrieb hatte 700 Beschäftigte, produzierte nach dem Krieg u.a. über 1.700 Notherde, führte Bau- und Reparaturleistungen aus.

22.Dezember 1945 2. freier Markt in Wismar mit Lebensmitteln, Holzleuchtern, Aschenbe-chern, Fußabtretern u.ä.

• In der Waggonfabrik werden 800 Stück Spielzeug hergestellt und für Umsiedlerkin-der zu Weihnachten reserviert.

• Das Theater hat zur Weihnachtszeit das Märchen „Der verlorene Sternlein“ inszeniert und führt es 15 Mal auf.

23.November 1945 Willi Bredel, Schriftsteller, spricht auf einer öffentlichen Jugendveran-staltung im Stadttheater. Das Theater spielt zwischen Weihnachten und Silvester mehrfach die Stücke „Meine Schwester und ich“ und „Der Vetter aus Dingsda“, im Kino „Weltspie-gel“ laufen über die Feiertage Filme, im „Hotel zur Sonne“ tritt das Schauorchester Walde-mar Hendrich auf, im Schützenhaus gibt es Weihnachtstanz mit der Kapelle Gerhard Günter, zu Silvester einen großen Silvesterball.

24.Dezember 1945 Zu Weihnachten werden pro Person 4 kg Brikett ausgegeben – die Wismarer

1946

Januar

1.Januar 1946 Ämterverteilung im Rat der Stadt: Oberbürgermeister, Allgemeine Verwal-tung: Säverin, Bürgermeister, Polizei: Willbrandt, Kultur, Fürsorge: Rachow, Bau: Ballersta-edt, Finanzen: Raspe, Umsiedler: Friedrichs, Handel und Versorgung: Zepp

4.Januar 1946 Straßenumbenennungen:
• Hindenburgdamm – Weidendamm
• Bismarckstraße – Am Köppernitztal
• Moltkestraße – Am Schwedenstein
• Gneisenaustraße – Krukower Straße
• Scharnhorststraße – Am Hopfengarten

5.Januar 1946 Schützenhaus: Erste gemeinsame Konferenz der Funktionäre der SPD und der KPD des Kreises Wismar, 350 Teilnehmer; Referenten: Genossen Hollert, Moritz, Reichwardt. Die Resolution mit dem Bekenntnis zur einheitlichen Arbeiterpartei wird unter-zeichnet von Moritz, Laskowski, Buchholz (alle SPD), Hollert, Willbrandt, Härtel (alle KPD).

6.Januar 1946 Massendemonstration auf dem Marktplatz „Tod den Kriegsverbrechern!“ Es sprechen: Genossen Säverin, Willbrandt, Moritz; Wiese (FDGB); Bauer Fügler; Pastor Lansemann. Die Resolution wird von Dr. Walter Ruthenberg (CDU) verlesen.

8.Januar 1946 Ratssitzung: Der Rat gibt seine Zustimmung zur Verpachtung des ehemali-genOffiziers-Casinos am Lindengarten als Conditorei und Cafe an Ewald Rump, Bademut-terstraße, für 10 Jahre.

10.Januar 1946 Zuckerfabrik Wismar, Neugründung der „Raiffeisen Molkereigenossen-schaft Wismar“

• Der Präsident des Landes Mecklenburg-Vorpommern hat verfügt, daß künftig die Ortsbezeichnung „Seestadt“ Wismar im amtlichen Schriftverkehr (auch Post- und Ei-senbahnverkehr) nicht mehr verwendet werden darf.

11.Januar 1946 Neuer Fahrplan der Reichsbahn:
Schwerin ab 08:15 – Wismar an 09:17 – Rostock an 12:04
Schwerin ab 19:25 – Wismar an 20:47
Wismar ab 05:45 – Schwerin an 06:50
Rostock ab 16:50 Uhr – Wismar an 19:32 Uhr – Schwerin an 0:38 Uhr

12.Januar 1946 In der Waggonfabrik findet eine erste Jugendkundgebung statt, die vom antifaschistischen Jugendausschuss organisiert ist und zu der auch Jugendliche aus der Zu-ckerfabrik und dem „Norddeutschen Landmaschinenbau“ (Dornier) erscheinen. Lehrlingsin-genieur Dietz eröffnet; Genosse Nockemann spricht über den Nürnberger Prozess und die Gründung der Einheitspartei; Genosse Dettmann spricht über die Aufgaben der Jugendaus-chüsse.

13.Januar 1946 Fußball in Wismar: Die Städtemannschaft Rostock unterliegt „Blau Weiß“ Wismar, nachdem zu Beginn der 2. Halbzeit zwei ihrer Spieler wegen Unsportlichkeit des Feldes verwiesen wurden, 0:11 (0:1).

15.Januar 1946 Stadtwerke liefern wieder Gas, je 1 Stunde morgens und abends, 2 Stunden mittags. Auch die Stromabgabe ist stabiler geworden. Steinkohle wird aus dem Ruhrgebiet bezogen; vor 1933 erhielt das Gaswerk Kohle aus England.

17.Januar 1946 Volkszeitung berichtet aus der Waggonfabrik: 1.100 Mann Belegschaft; in kürzester Frist wurden 1.200 Eisenbahnfahrzeuge instandgesetzt; durch Wiederaufbau von zerstörten Werkhallen Produktionserweiterung vorgesehen möglicherweise auch Neubau von Waggons. Zwei Hauptaufgaben sind zu lösen: Verbesserung der sozialen Lage der zuge-wanderten Arbeitskräfte u. Überwindung des Material- und Werkzeugmangels.

18.Januar 1946 Am Ausbildungslehrgang für Volksschullehrer in Wismar nehmen (Stichtag 18.01.) 193 Hörer teil. Von außerhalb kommen 47%; in Wismar wohnen 53%. 40% sind 18 bis 20, 25% 21 bis 25 Jahre alt. 125 sind parteilos, 22 KPD, 40 SPD, 6 CDU-Mitglieder. 100 Teilnehmer sind im Internat in der Knabenvolksschule untergebracht. Es fehlt noch an Möbeln und Einrichtungsgegenständen; die Gemeinschaftsverpflegung macht große Schwie-rigkeiten. Im Februar gibt es Mangel an Brennmaterial für das Internat; es muss vorüberge-hend geschlossen werden. Nach Wiedereröffnung am 3.3.1946 in der Knabenvolksschule wird es noch im Laufe des gleichen Monats in die Ingenieur-Akademie verlegt.

21.Januar 1946 Erste Kreistagung des FDGB im großen Saal des Schützenhauses in Wis-mar. Wahl zur Landesdelegiertenkonferenz. Begrüßung durch Landrat Brinckmann, OB Säverin, Leiter des Arbeitsamtes Blumtritt, Genosse Dethloff (SPD), Genosse Kreissekretär Hollert (KPD), Dr. Ruthenberg (CDU). Vorsitz der Tagung Kollege Drähmpael; Referent Kollege Wiese.
• Nachmittags im Theater Unterhaltungsprogramm mit russischer Varietee-Truppe, abends „Frauen haben das gern“.

• Versammlung der antifaschistischen Frauen, einberufen vom Frauenausschuss:
Versammlung wird musikalisch umrahmt vom Theater-Orchester. Einleitung Genosse Rachow, Dezernent des Kulturhauses; Begrüßung Landrat Genosse Brinkmann; Ge-nosse Hollert ruft zur Mitarbeit am Aufbau eines demokratischen Deutschlands auf; Referentin Genossin Stachel (Schwerin) über Aufgaben des antifaschistischen Frau-enauschusses, Lehren des Nürnberger Prozesses, Erleichterung des Machtantritts Hit-lers durch die politisch uninteressierte Frau. Genossin Wruck, Leiterin des Frauenaus-schusses, bringt Resolution ein (insbesondere Erziehung der Kinder), die einstimmig angenommen wird.

22.Januar 1946 Ratssitzung: Als Sonderbeauftragter für Seuchenbekämpfung wird Herr Seidel bestellt.

22.Januar 1946 Volksstimme von 22.01. wirbt für die Beteiligung an den Volkskunstgrup-pen des Kulturbundes Mandolinenorchester (Übungsabend jeden Dienstag 19 Uhr im „Schweriner Hof“) und Volkstanz (jeden Montag 20 Uhr im Hotel „Zur Sonne“)

24.Januar 1946 Bildung der Auto-Transport-Gemeinschaft „A.T.G.“ für Mecklenburg-Vorpommern. Mitglieder sind alle gewerblichen Fuhrunternehmer sowie Behörden und Un-ternehmungen, die Kraftfahrzeuge halten. Die örtlich bestehenden Fahrbereitschaften wer-den aufgelöst.

24.Januar 1946 Straßenumbenennungen:
• Dankwartstraße – Karl-Liebknecht-Straße
• Baustraße – Rosa-Luxemburg-Straße

25.Januar 1946 Zuckerfabrik beendet Saison, Abfuhr der Rüben erfolgte
• 1945-mal mit Großwagen
• 2772-mal mit LKW
• 3588-mal mit Pferdefuhrwerken
• Gesamtanfuhr 1.184.036 Zentner, davon jedoch 27,1% Schmutz, das heißt
320.874 Zentner!
• Saison 1944 wurden 3.598.182 Zentner Zuckerrüben verarbeitet, Saison 1945 863.162 Zentner. Fabrik erreicht nur den 4. Teil ihres Leistungsvermögens. Dampf-kesselanlage unter Braunkohlen-Beschickung kam nur auf 55- 60% Leistung.

Produktionsergebnisse:
Weißzucker 141.938 Zentner
Sirup 800 Zentner
Melasse 37.000 Zentner
Trockenschimmel 38.750 Zentner
Grünschnitzel 129.100 Zentner

29.Januar 1946 Ratssitzung: Oberbürgermeister gibt bekannt, dass die Hebekräne und sons-tigen Ausrüstungen am Hafen (auch die von Privatfirmen) durch Befehl der sowjetischen Kommandantur beschlagnahmt worden sind.

• Organisationsbüro zur Wiedererrichtung der Konsumgenossenschaften für Stadt und Kreis Wismar wird konstituiert. Mitglieder werden: Otto Schulz (FDGB), Wilhelm Ehrlich (KPD), Franz Kressin (SPD), alles alte Genossenschaftler .

30.Januar 1946 Aufruf in „Volksstimme“ vom 30.01.1946 zur Unterstützung der Notge-meinschaft zur Rettung der Kinder. Fürsorgeamt im Rathaus, Zimmer 26, nimmt Anmeldun-gen von Pflegestellen entgegen.
Bisherige Sammlungen haben erbracht: 332 Betten, 60 Kinderwagen- und 40 Kinderbett-Matratzen, 3.800 Stück Wäsche, 100 Schlafdecken, 3000 Tassen, Töpfe und so weiter. 51.000 Reichsmark Geldspenden. 5000 Kinder konnten zu Weihnachten beschert werden, 430 Kinder werden betreut in Kindergärten, Waisenhaus, Altersheim und Klinik; sechs wei-tere Kindergärten werden in Kürze in den Umsiedlerlagern eröffnet.

• Konstituierende Sitzung der Konsumgenossenschaft: Kressin (KPD) und Ehrlich (SPD) werden ab 01.02. besoldete Geschäftsführer. SPD und KPD stellen für den Neubeginn je 2000,- Mark leihweise zur Verfügung. Den vorläufigen Vorstand bil-den Kressin, Schulz, Ehrlich.

Februar

1.Februar 1946 Schützenhaus: Ab 1.2.46 täglich Großer Saal: „Das große Allotria-Programm: „Tages Arbeit-Abends Gäste“ Eintritt 2,- bis 4,- Mark; anschließend Tanz.
• Durch den Einsatz von 6 Verkehrspolizistinnen sind 6 Polizeiwachtmeister frei ge-worden, die zur Verstärkung der Straßenstreifen eingesetzt werden.

2.Februar 1946 Im Rat wird auf eine Schnellzugverbindung aufmerksam gemacht:
Abfahrt Rostock 10:15
Ankunft Wismar 11:50
Abfahrt Wismar 12:15
Ankunft Schwerin 12:58

Abfahrt Schwerin 15:16
Ankunft Wismar 16:00
Abfahrt Wismar 16:20
Ankunft Rostock 18:00

• Eine Liste der total zerstörten Wohnhäuser zählt insgesamt 301 auf.
Eine als „Geheim“ gezeichnete Aufstellung vom 01.05.1945 führt an Wohngebäuden als
total zerstört: 340
schwer beschädigt: 258
mittel beschädigt: 302
leicht beschädigt: 1021 auf.

3.Februar 1946 Jugendliche, die der NSDAP angehörten, werden in die Arbeitsgruppen des Jugendausschusses mit aufgenommen und dort politisch umgeschult.

4.Februar 1946 Hotel „Zur Sonne“: Gemeinsame Sitzung des Rates mit 250 Obleuten. Wismar ist in 10 Bezirke aufgeteilt, je ein Bezirksvorsteher und 20 – 30 Obleute.
Wiederaufbaupläne: für 300 Wohnungen liegen Pläne vor.
Waggonfabrik einziger Großbetrieb von Bedeutung; in ehemaligen Dornierwerken ist neue Fabrikation einzuleiten; Versorgung bis zur Ernte „einigermaßen gesichert „, wildes Abhol-zen im Köppernitztal stoppen.

7.Februar 1946 Schützenhaus: „Der Weg zur Einheit“: Gemeinsame Mitgliederversamm-lung von KPD und SPD. Genosse Moritz referiert über Lehren aus der Zeit der Weimarer Republik. Entschließung drückt den Willen zu schnellster Organisation des Zusammen-schlusses aus, ein Orts-Organisationausschuss wird gebildet: Moritz, Buchholz, Laskowski, Puls, Hollert, Härtel, Hübner, Schmidt.

• Volksstimme berichtet am 07.02. und ausführlich am 08.02. über eine Großkundge-bung der SPD, die im Schützenhaus am 5.2.1946 mit Annedore Leber stattfand und auf der Oberbürgermeister Säverin die Umbenennung der Lindenstraße in „Dr. Juli-us-Leber-Straße“ bekannt gab.

8.Februar 1946 Volkszeitung berichtet über „Hansa-Werft“ Wismar: Reparatur von Fische-reifahrzeugen, für Mai Stapellauf des ersten Fischerei-Neubaus geplant.
Umbau von geeigneten Booten für den Fischfang, 30 Mann Belegschaft, der größte Teil baut Hebekästen zur Bergung gesunkener Schiffe.

• Hotel „Zur Sonne“: Gründungsversammlung der Konsumgenossenschaft Wismar.

9.Februar 1946 Volkszeitung berichtet über Fischfangflotte von Wismar und Poel: 10 Hochseeboote und eine Menge kleinerer Boote stehen zur Verfügung, Wracks und Kriegsun-rat erschweren den Fang, Fisch soll vornehmlich zur Versorgung der Krankenhäuser geliefert werden.

• Brennholz-Zuteilung pro Haushalt im Februar 1 Zentner; wegen Zufuhrschwierigkei-ten muss mit Verzögerung in der Anlieferung gerechnet werden.

10.Februar 1946 Schwerin: Gemeinsame Landeskonferenz der KPD und SPD mit Genos-sen Wilhelm Pieck und Otto Grotewohl; 32 Delegierte der KPD und 30 der SPD aus der Kreisorganisation Wismar anwesend.

12.Februar 1946 Neuer Omnibus-Fahrplan: Verbindungen bestehen an jeweils drei Ver-kehrstagen in der Woche von und nach Rostock, Rerik, Schwerin. Haltestelle in Wismar am Postamt. In der Ankündigung in „Volkszeitung“ vom 18.02. wird auf folgendes aufmerksam gemacht: Für den Publikumsverkehr nur zugelassen, soweit der Platz nicht von Behördenver-tretern in Anspruch genommen wird. Keine Gewähr für Einhaltung des Fahrplans, nur klei-nes Handgepäck erlaubt; Voranmeldung erforderlich.

• Stadttheater erreicht etatmäßig 40.000,- Mark Überschuss, davon können 20.000,- Mark für Gagenaufbesserungen Verwendung finden.

15.Februar 1946 Typhus-Epidemie hat ihren Abschluss gefunden.
• Von Juli 1945 bis 15.02.1946 wurden 1.678 Patienten behandelt, 139 Todesfälle. Am 1.02.1946 wurde die Typhusstation Große Stadtschule aufgelöst, die restlichen 32 Patienten wurden in die Mühlenstraße verlegt. In die Große Stadtschule wird die Station für Haut- und Geschlechtskrankheiten verlegt.

• Oberbürgermeister beruft nach Übereinstimmung mit den antifaschistischen Parteien Stadtausschuss aus 10 Bezirksvorstehern. Stadtausschuss ist ein ehrenamtliches Ver-waltungsorgan, soll Verbindung zwischen Rat und Einwohnern schaffen, bis Stadt-verordnete in demokratischer Wahl bestimmt werden können.

• Schützenhaus: „Haus der guten Unterhaltung“ mit Kabarett und Tanz. Es spielen die Kapellen Jul. Tatischek und Gerhard Günther

16.Februar 1946 Volkszeitung berichtet über das Matratzenwerk Wismar: 40 Mitarbeiter, Inhaber Herr Möller; 400 strohgestopfte Matratzen monatlich, Bezüge sind teilweise noch-vorhanden; 20 Polstermöbel monatlich und wegen Mangels an Federn etwa 150 Stahldraht-Matratzen.

18.Februar 1946Volksstimme berichtet über Arbeit der „Notgemeinschaft“, gebildet aus Antifa-Block, FDGB und aus Gruppe der freien Wohlfahrtspflege:
Ständiger Bahnhofsdienst, Kindergärten in Umsiedlerlager, damit die Mütter arbeiten kön-nen, Erhaltungs- und Personalkosten für Waisenhaus Groß-Labenz, Katholisches Kinder-heim, drei städtische Kindergärten, zwei Nähstuben.

19.Februar 1946 Kundgebung in Waggonfabrik: Zustimmung zur gemeinsamen Landes-delegiertenkonferenz der SPD und KPD in Schwerin

20.Februar 1946 Die neue Stadtsparkasse ist eröffnet, Geschäftsräume befinden sich im Rathaus. Die Stadtsparkasse nimmt Geldbeträge als Spareinlage und im Giroverkehr an, ge-währt Kredite an kleinere Unternehmer, Handwerker, Kaufleute und Bauern. Im April ver-legt die Kasse ihren Sitz in das frühere Sparkassengebäude Am Markt 15.

• Fahrplan Schwerin Hauptbahnhof (Auszug)

Abfahrt Schwerin 8:15 Uhr 15:16 Uhr * 19:25 Uhr
Ankunft Wismar 9:17 Uhr 16:00 Uhr 20:52 Uhr
Ankunft Rostock 12:04 Uhr 18:00 Uhr

Abfahrt Rostock 10:15 Uhr 16:50 Uhr
Ankunft Wismar 5:45 Uhr 12:15 Uhr 19:32 Uhr
Ankunft Schwerin 6:50 Uhr 12:58 Uhr * 20:38 Uhr

*) D- Zug nur werktags

22. Februar 1946 Hotel „Zur Sonne“: Parteiversammlung und Wahl der Delegierten zur gemeinsamen Landeskonferenz der SPD und KPD in Schwerin am 23. und 24.02.1946.

23.Februar 1946 Bekanntmachung des Präsidenten des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Höcker, „daß Militärangehörige, die keine Bescheinigung seitens der Kommandanten und Bürgermeister vorweisen können, nicht in Wohnungen oder Nachtlager aufgenommen wer-den dürften.“

25.Februar 1946 Gründung der „Gewerkschaftlichen Erwerbs- und Betriebsgenossenschaft für Wismar und Umgebung, G.m.b. H.“ durch den Ortsausschuß des FDGB. Vorstand: Fritz Wiese, Otto Kreutzfeldt, Karl Keuscher, Aufsichtsrat: Paul Jasper, G. Drämpahl, P. Ahrens. Der Geschäftsanteil beträgt 10,- Reichsmark.

Stadtrat für Kultur und Volksbildung Genosse Ernst Rachow weist Eltern und Lehrern auf die Gewerbeschulpflicht für Lehrlinge und Jugendliche unter 17 Jahren hin. Gegen Schwänzer werden Strafen und Entzug der Lebensmittelkarten angedroht.

26.Februar 1946 Hotel „Zur Sonne“: Kulturabend des gemeinsamen Kulturausschusses
SPD und KPD. Begrüßung durch Stadtrat Genosse Rachow
Mitwirkende: Mandolinen-Orchester des Kulturbundes (Leitung Willi Grundmann), Schülerchor (Leitung Herr Plog), Dr. Schifferbecker
(Rezitationen).

27.Februar 1946 Handball Jugend Rostock = Jugend Wismar 15:5
Frauen Rostock = Frauen Wismar 3:1

Drei-Städte-Kampf im Tischtennis:
Rostock 19, Wismar 13, Greifswald 10 Siege

Februar 1946
Waggonfabrik produzierte bisher 162 Wagen für die Landwirtschaft. Monatlich könnten 200 fertiggestellt werden, aber die Arbeitskräfte fehlen. Im Februar reparierte die Wag-gonfabrik 192 Güterwagen und 27 Personenwagen, also etwa 9 pro Arbeitstag. Werk hat fast 1.200 Beschäftigte, Verwaltungspersonal von 150 auf 105 reduziert, 85 Lehrlinge

März 1946

1.März 1946 Ab 1.3. verabreichen in Wismar die Gaststätten, Speisewirtschaften und die Volksküche Mahlzeiten nur bei Vorlage einer Kontrollkarte (Gaststättenkarte). Sie wird aus-gegeben an Berufstätige ohne eigenen Hausstand und an Personen, die nachweislich keine Möglichkeit haben, sich mindestens eine warme Mahlzeit täglich selbst zuzubereiten.

Hotel „Zur Sonne“: Niederdeutsche Handpuppenbühne spielt „Die Reise nach Afrika“, Vor-stellungen um 10:30 und 13:00 Uhr.

3.März 1946 Die Turn- und Gymnastikgruppe der Sportgemeinschaft „Wismaria“ tritt am Sonntag, dem 3.3.1946 mit einer Sport-Bühnenschau im Stadttheater zum ersten Mal an die Öffentlichkeit.

5.März 1946 Schützenhaus: Bebel-Feier, Referenten: Genosse Ernst Ballerstaedt, Erich Wiesner, Schwerin

6.- 08.März 1946 Schützenhaus:Varietee-Bühne „Oberon“, Direktion: W. Keil-Magen, offe-riert die Pat- und Patachon-Darsteller und weitere 7 Darbietungen (Schleuderbrett, Hawai-Gitarre, Tenor, Drahtseilakt, Tempo-Akrobaten, Trapez-Sensation u.a.).

8.März 1946 Kundgebung zum Internationalen Frauentag: 500 Teilnehmerinnen, Referentin Genossin Herta Geffke, anschließend Orchester des Stadttheaters.

• Sportgemeinschaft Gellert sucht gebraucht oder neu, auch reparatur-bedürftig Sportbekleidung und Sportgeräte aller Art zu kaufen.

10.März 1946 Wahl der Delegierten zur Landeskonferenz der Komitees der gegen-seitigen Bauernhilfe in Schwerin am 10.03. in Wismar.

12.März 1946 Bunter Abend der „Wasserratten“. Eingeladen hatte das Sportamt, Abteilung Wassersport. Der kleine Saal des Schützenhauses war mit Lampions, Flaggen, Schiffsglocke und Sturmball ausgeschmückt. Volkszeitung: “ … nicht verwunderlich, daß man nur glänzende Augen und glückliche Gesichter zu sehen bekam.“

• Handelsschule Wismar wirbt für Neuaufnahmen zum 01.04.1946.
Anmeldungen im Schulbüro Scheuerstraße 2 / Kleine Hohestraße.

12.März 1946 Ratssitzung: Oberbürgermeister informiert, dass Vertreter der SMAD den Hafen besichtigt haben; er soll als Umschlagplatz für Kali, Salz, Zucker und Baumwolle genutzt werden. SMAD wird sämtliche Hafenanlagen einschließlich Seegrenzschlacht-haus in Anspruch nehmen.
• Verteilung von Tabak künftig über die Betriebe und nicht über den Handel.

15.März 1946 Die Umsiedlerlager ehemals RAD-Lager und Wendorf sind aufgelöst.
• Wismar zählt am 15.03.1946
• 29.458 „Stammbevölkerung“
• 12.055 Umsiedler
• 41.513 Gesamt
• ausschließlich Redentin und Wendorf.

• Organisationsausschuss Wismar von KPD und SPD tritt zusammen. Der Landesorganisationsausschuss hatte für Wismar den 17. März als Vereinigungstermin vorgegeben. Als neuer Termin wird der 2. April vorgesehen.

• Im Theaterrestaurant beginnen mit dem 15.03. Kurse für Kindergärt-nerinnen. Ein Ausbildungslehrgang für Bewerberinnen findet ganztä-gig statt. Für Kindergärtnerinnen, die schon im Beruf stehen, werden 2×2 Stunden wöchentlich Nachschulungskurse gegeben.

17.März 1946 Schwerin: Landestagung der Bauernvereinigungen zur Diskussion sprechen Genosse Borchardt (Waggonfabrik) und Reichardt. Borchardt sagt Hilfe der Be-triebsarbeiter bei zusätzlicher freiwilliger Produktion von landwirtschaftlichen Geräten und in Hinblick auf die Erntearbeiten zu. Reichardt berichtet über die Einrichtung einer Kreditgenossenschaft der gegenseitigen Bauernhilfe; Verwaltungsarbeit liegt bei Bürger-meistern, Bauernkomitees üben Aufsicht aus, daher niedriger Zinssatz von nur 1 %.

19.März 1946 Volksstimme berichtet über die ersten Verurteilungen im Amtsgericht Wismar.
• Fall 1: Diebstähle von 1 Zentner Mehl, 10 Hühnern, 1 Hahn, 5 Kanin-chen – 1 Jahr, 1 Monat Haft;
• Fall 2: Einbruch in ein Hotelzimmer, Diebstahl von Sachen – 10 Mona-te Haft;
• Fall 3: Einbruch bei der Stiefmutter, Diebstahl von Sachen, die gegen 100 Zigaretten eingetauscht wurden – 8 Monate Haft.

• In erster Hälfte des Monats März konnten fast alle Lebensmittel, die auf den Karten verzeichnet waren, in den erforderlichen Men-gen ausgegeben werden. Die Beschaffung von Brotkorn stieß anfäng-lich auf Schwierigkeiten, wurde aber durch Zurverfügungstellung von Brotgetreide seitens der sowjetischen Besatzung überwunden.

• Volksstimme über Einsatz der Gewerbe-Polizei gegen Schieber und Schwarzhändler: Ein Lastzug, der nach Berlin abfahren wollte und auf dem einige Schwarzhändler saßen, wurde kontrolliert: 30 Zentner Kartoffeln, 1 Zentner Fleisch, 25 Pfund Schmalz, 4 Pfund Speck, 1 1/2 Zentner Weizenmehl, 5 Pfund Zucker, 8 Zentner Hülsenfrüchte, einige Mangelwaren. Der Oberbürgermeister stellte die Lebensmittel dem Krankenhaus, dem katholischen Kinderheim und dem Waisen-haus Groß-Labenz zur Verfügung.

20.März 1946 Volkshaus, Mitglieder- und Gründungsversammlung der Konsumgenossen-schaft Wismar und Umgebung: 810 Mitglieder, 6 Verkaufsstellen. Genossenschaft besteht in dieser Form bis 30.09.1952

21.März 1946 Volkszeitung berichtet über die geringe Erfüllung des Fisch-Ablieferungssolls. Quartalserfüllung in Wismar: 14,4 %. „Bei einer prozentual so schlechten Ausfüllung des Quartalsolls kann die Bevölkerung nicht mit Fischen versorgt werden.“

23.März 1946 Schützenhaus: Feier für die Märzgefallenen (Kulturausschuss der Ar-beiterparteien).

24.03.1946 Delegationen der Gewerkschaften und der Arbeiterparteien legten an der Grab-stätte der Märzgefallenen Kränze nieder.

• Eröffnung der Kulturwoche in Wismar: Sinfoniekonzert im Stadttheater, Erich Weinert rezitiert, Kirchenkonzert in der Nikolaikirche „Es lacht die heitere Muse“, Aufführungen des Stadttheaters und der Niederdeutschen Bühne.

• „Tag des Sports“: Wettkämpfe zwischen den Sportgruppen „Wismaria“ und „Gellert“; abends Tanz in der „Sonne“ und im Schützenhaus.

• Hotel „Zur Sonne“: Kreiskonferenz der SPD: Begrüßung durch Kinderchor „Uth-mann „; Genosse Moritz eröffnet; 1 1/2 stündiges Referat Genosse Säverin; Genosse Moritz erläutert Statutenentwurf der SED

26.03.1946 Antifa-Block entscheidet in seiner Sitzung vom 26.03.1946, daß der Besitzer des „Weltspiegel“, Hans Gränsser, Anwärter in NSDAP von 1939, sein Kino wei-terführen kann.

29.März 1946 Kostümfest im Schützenhaus: Es spielen 3 Kapellen.

30.März 1946 Gewerbeschule führt Vorbereitungskurse für Meisteranwärter ab 01.04. durch: 1 x wöchentlich 20.00- 22.00 Uhr, Dauer 12 Wochen.

April 1946

1.April 1946 Konsumgenossenschaft eröffnet Verkaufsstellen Bohrstraße 11, Karl- Liebknecht-Str. 50, Salzhaff 9, Dargetzow 2. Wendung 15;- weiterhin in Kirchdorf, Neubukow, Neukloster, Warin, Neuburg.

2.April 1946 Schützenhaus: Gemeinsame Versammlung der SPD und KPD Wismars im überfüllten Schützenhaus. Vereinigung beider Parteien wird damit für den Kreis und die Stadt Wismar vollzogen.

• Ratssitzung: Hafenamt wird beauftragt, die Kaimauer am Kohlenhafen (3.800,- Reichsmark) ausbessern zu lassen und Nachbewilligung bei der Finanzabteilung zu beantragen.

• 1000 Umsiedler konnten in Wohnungen vermittelt werden; 738 leben noch in La-gern.

• 2.800 Tonnen Torf sollen bei den Hornstorfer Eichen und im Reservat Müggenburg gewonnen werden. Kapazität zurzeit 4 Stechmaschinen, 1 Presse. 2 weitere Stechmaschinen sollen beschafft und die Torfstation in städtischer Regie übernom-men werden.

4.April 1946 Das Zentrale Mai-Komitee veröffentlicht den Aufruf zur einheitlichen Mai – Demonstration (mit kritischem historischen Rückblick) und die Losungen zum 01. Mai (letz-te Losung „Für den Sozialismus!“)

• Befehl Nummer 077 der SMAD über den Ausbau der Häfen Wismar und Rostock.

6.April 1946 70% aller Haushaltungen sind im Besitz eines Gartens oder Ackerstückes, ins-gesamt 15.774 Kleingärten mit 30.000 Obstbäumen und 150.00 Sträuchern auf insgesamt 350 ha.

6./7.April 1946 Schwerin: Vereinigung der Arbeiterparteien des Landes Mecklenburg- Vorpommern und in den anderen Ländern und Provinzen der SBZ.

7.April 1946 Stadttheater: Gründungsfeier der FDJ Wismar

10.Apeil 1946 Im Hafengebiet werden umfangreiche Arbeiten durchgeführt. Lagerschuppen und Lagerräume werden hergerichtet und an die Deutsch-Russische-Transport-Gesellschaft verpachtet.

11.April 1946 Die Leuchtfeuer in Timmendorf und in Wieschendorf sind intakt, dagegen sind das Walfischfeuer und das Gollwitzfeuer zerstört, werden aber in Ordnung gebracht. Nachteinfahrt in Hafen nicht möglich. Die Lotsenstation ist besetzt, der Schlepper „Wal-fisch“ einsatzbereit und intakt.

13.April 1946 Sämtliche Polizeibeamte des Kreises Wismar sind Mitglieder der SED.

• Befehl der Kommandantur, Nr. 16: Anordnung sanitärer Maßnahmen Straßenreinigung, Trinkwasserversorgung, Hygiene in der Lebensmit-telbranche.

15.April 1946 60 Pferde der städtischen Fuhrbetriebe sind während der Frühjahrsbestellung an Neubauern des Landkreises ausgeliehen.

16.April 1946 Ratssitzung: Haus Lübsche Str. 50 (früher Heimatmuseum +FM Logenhaus) ist der SED übergeben worden.

19.-20. April 1946 15. Parteitag der KPD, 40. Parteitag der SPD

21.-22.April 1946 Gründung der SED

20.April 1946 Ausbau des Wismarer Hafens: Bauarbeiter, die nach Sprengung des Bunkers den Markt neu pflasterten und den zerstörten Rathausflügel eingerüstet haben, sind nun im Hafen beschäftigt. Hallen und Schuppen werden abgedichtet und erhalten neuen Bodenbe-lag. Fünf Betonmischmaschinen im Einsatz, Beton wird mit Feldbahnloren befördert. 1.200 m neue Gleise werden verlegt, die Seezeichen erneuert, zunächst unter behelfsmäßiger Mit-verwendung von Bojen.

23.April 1946 20.00 Uhr Hotel „Zur Sonne“: Außerordentliche Funktionärsversammlung der SED zum Gedenken an Ernst Thälmann.

26.April 1946 Rüge der Kommandantur an Oberbürgermeister wegen Überschreitung der Verwaltungskosten – Voranschlages als Resultat eines zu großen Personalbestandes

27.April 1946 Ingenieur Penning und 12 Schiffbauer der Stettiner Vulkan-Werft treffen auf 5 LKW mit 3 defekten Drehmaschinen und Material in Wismar ein.
Ereignis gilt als Tag der Gründung der Mathias-Thesen-Werft.

28.April 1946 Säuberungsaktion in den Straßen der Stadt: 500 Personen sind eingesetzt, 400 Fuhren Schrott und Schutt werden abgefahren. Die Neupflasterung des Marktes nach Sprengung des Bunkers (Mitte Januar; viele Fensterscheiben und -rahmen sowie Türfüllun-gen gingen zu Bruch) ist abgeschlossen.

30.April 1946 Ratssitzung: „nach Befehl der SMAD soll vom Seegrenzschlachthaus eine 4000 qm große bedeckte Fläche für die Herrichtung einer Schiffsreparaturwerkstatt zur Ver-fügung gestellt werden, die von der früheren Vulkan-Werft Stettin aufgebaut wird. Zu-nächst werden dort 100 Facharbeiter aus Stettin beschäftigt werden, später ist mit der Ein-stellung von 400 bis 500 Facharbeitern zu rechnen. Die Leitung untersteht einem russischen Marineingenieur-Major.“

• Gründung der „Aufbau-Werke Wismar“ in die Wege geleitet vom Ortsausschuss des FDGB. Die GmbH wird getragen von der Stadt Wismar
(20.000,- von 40.000,- Mark Stammkapital), vom FDGB (10.000,- Mark) und von Arbeitern (10.000,- Mark). Zusammengefügt werden die verbliebenen Anlagen der demontierten Dornierwerke mit einem Teil der ehemals Beschäftigen sowie die Firmen I. C. Brandt & Söhne und Landmaschinen GmbH. Die Werke sind auf genossenschaftlicher Grundlage aufgebaut; sämtliche Arbeiter sind daher indirekt am Ver-dienst mitbeteiligt.

Mai 1946

5.Mai 1946 Hotel „Zur Sonne“: Kreiskonferenz der SED, Mitgliederzahl: 13.474 (Kreisge-biet)

10.Mai 1946Mit dem Torfstich ist begonnen. Zwei Torfmaschinen sind in Betrieb, werden zweischichtig gefahren. Von 4 weiteren bestellten Maschinen werden 2 noch im Mai in Be-trieb genommen.

11.Mai 1946 Die Große Stadtschule wurde von der Krankenhausverwaltung geräumt und ganz für den Schulbetrieb freigegeben. Die Oberschule für Mädchen, die teils in der Gewer-beschule, teils in der Hilfsschule Scheuerstraße untergebracht war, unterrichtet jetzt ebenfalls in der Großen Stadtschule.

14.Mai 1946 Schiffsverbindung Wismar-Insel Poel soll nach einjähriger Pause samt Stück-gutbeförderung wieder aufgenommen werden.

15.Mai 1946 Seit Mai 1946 verwaltet die „Notgemeinschaft“ sämtliche Wohn- und Umsied-lerlager Wismars: Germania-Sportplatz, Friedrich-Techen-Straße, Rotentor, Am Lehmberg, Oevelgönne, Kaufmannsschule, Übernachtungsheim Knaben-Mittelschule.

15.Mai 1946 Ratssitzung: Schiffsreparaturwerkstatt soll in der Dornier-Halle und nicht im Seegrenzschlachthaus eingerichtet werden. Dampfer „Walfisch“ muß überholt und ins Dock gebracht werden.

18.Mai 1946 Befehl der Kommandantur, Nummer 33: Festlegung von Ablieferungsmengen landwirtschaftlicher Produkte mit dem Ziel hundertprozentiger Erfüllung.

20.Mai 1946 Neue Zugverbindung Wismar-Rostock:
Abfahrt Rostock 4.49 Uhr
Ankunft Wismar 7.05 Uhr

Abfahrt Wismar 19.15 Uhr
Ankunft Rostock 21.18 Uhr

22.Mai 1946 Polizisten, die noch im Besitz von grünen Uniformen sind, sollen diese um-gehend abgeben. Diese Uniformen werden dringend für die neu aufgestellte Hafenpolizei benötigt. Diese Uniformen gelten nur in Verbindung mit der roten Polizeiarmbinde als Poli-zeiuniform. Außerdienstlich und erst recht nicht außerhalb Wismars darf die alte deutsche Polizei- oder Militäruniform nicht getragen werden.

• Der Marktplatz ist wieder aufgeräumt, die Luftschutzbunker ver-schwunden, der geplante Pfingstmarkt mit allerhand Belustigungen kann auf dem geebneten Platz stattfinden. Emsig wird auch an der Wiederherstellung des durch Bombenwurf zerstörten Rathausflügels gearbeitet.

23.Mai 1946 Das Gesetz zur „Demokratisierung der deutschen Schule“ tritt in Mecklen-burg- Vorpommern in Kraft.

26.Mai – 2.Mai 1946 Marktplatz „Pfingstmarkt“

27.Mai 1946 Stadtbauamt gründet Abteilung Baulenkung (Baustoffe, Arbeitskräfte, Einsatz des Baugewerbes). Vorrangig: Rücksichtnahme auf Stadtbild, Sanierung der Hinterhöfe, nur gesunde Wohnungen. keine Provisorien.

31.Mai 1946 Die Schiffsreparatur-Werft hat 126 Mitarbeiter
Entwicklung der Zahl der Beschäftigten. Prognose:
(jeweils Stand am Ende des Monats 🙂
1946 1947
Januar 718
Februar 949
März 1041
April 13 April 1288
Mai 126 Mai 1593
Juni 229 Juni 1927
Juli 433
August 438
September 463
Oktober 477
November 698
Dezember 710

Juni 1946

2.Juni 1946 Stadttheater Wismar: „Saison in Salzburg“ – Schluss der Spielzeit.
Seit dem 05.01. standen auf dem Spielplan:
05.01.: „Frauen haben das gern“
08.01.: „För de Katt“ (Volkszeitung 13.01.1946)
07.02.: „Flitterwochen“
17.02.: Tanzgastspiel
03.03.: „Eva im Abendkleid“ (Volkszeitung 06.03.1946)
08.03.: „Gespenster“ (Volkszeitung 14.03.1946)
10.03.: Tanzabend
16.03.: „Der Schauspieldirektor“
29.03.: „Es lacht die heitere Muse“ (für den FDGB)
04.04.: „Der möblierte Herr“ (Volkszeitung 06.04.1946; Volksstimme
14.04.: „Der fidele Bauer“ (Landeszeitung 26.04.1946)
27.04.: „Die vier Gesellen“
10.05.: „Das tolle Geld“ (Landeszeitung 15.05.1946)
11.05.: „De rode Uennerock“ (Landeszeitung, 13.05.1946)
26.05.: „Saison in Salzburg“

5. Juni 1946 Bildung von Sowjetischen Aktiengesellschaften (SAG) in der SBZ

8.Juni 1946 Bekanntmachung über Abfuhr von Müll und Straßenreinigungspflicht bis 7.00 Uhr früh.

13.Juni 1946 Sandböter Erich Lewerenz, dessen Boot seit Kriegsende in Lübeck festlag, machte es dort seeklar und nahm Kurs auf Wismar. Lewerenz ist der einzige Sandböter in Wismar. Sein Schiff, das zurzeit überholt wird, soll Sand und Kies für Bauzwecke und Dachpappenproduktion fahren.

15.Juni 1946 In Wismar sind 344 Häuser total zerstört, 591 schwer und 1025 leicht beschä-digt. 1000 Wohnungen bisher instandgesetzt, 500-600 kommen im Sommer hinzu. Stadt hat 42.000 Einwohner.

15.Juni 1946 Alle Kräfte sind eingesetzt, um den Hafen wieder gebrauchsfertig zu machen. Schuppen mit 22.000 qm Lagerfläche werden ausgebaut; Kalibunker für 20.000 t entsteht. Die Marinewerft ist als Schiffs-Reparaturbasis für sowjetische Handelsflotte in Betrieb.

• Für Bekanntmachungen stehen 24 Litfaßsäulen und für Anzeigen 3 Aushänge der „zuständigen Reklamebüros“ zur Verfügung. Alle ande-ren Aushänge sind verboten.

16.Juni 1946 Kreiskonferenz der SED: 624 Teilnehmer; über demokratische Wahlen, ökonomische Entwicklung, Behandlung nomineller Nazis.

22.Juni 1946 In 4 Kindergärten Wismars werden 300 Kinder betreut.

23.Juni 1946 Hotel „Zur Sonne“: Feierliche Eröffnung der Volkshochschule Wismar

• Aufruf zur Hilfe in der Feldarbeit zur Unkrautbekämpfung für die Ta-ge vom 23.-25.Juni1946, auf einem Plakat des Blocks der antifaschis-tisch-demokratischen Parteien.

26.Juni 1946 Ratssitzung: Schiffsreparaturwerkstatt soll 2000 Beschäftigte zählen.

• Oberschule verbleibt in Wismar, allerdings mit der Auflage, ein Inter-nat mit etwa 200 Plätzen bis zum 01. September einzurichten.

29.Juni 1946 Notgemeinschaft ruft zur Spende von Gebrauchsgegenständen jeder Art auf.
„und wenn es nur schadhafte Kleidungsgegenstände sind …, auch alte Schuhe, Geschirr und Hausgeräte, Werkzeuge, Hacken, und Besen … Auch Geldspenden sind willkommen.“

In der Waggonfabrik arbeiten jetzt ca. 1.650 Menschen. Rund 350 reparierte Wagen verlas-sen bereits monatlich das Werk (Güterwagen, Personenzug- und D-Zugwagen, sowie Wagen der Berliner Schnell-Bahn.

Mit dem Dampfer „Mars“ traf die erste Ladung Kreide von Rügen in Wismar ein. Sie wird in Wismar gelöscht und teilweise per Bahn weiterbefördert. Linienverkehr Wismar-Rostock-Stralsund-Saßnitz ist somit eröffnet.

Juli 1946

1.Juli 1946 Typhus-Schutzimpfung (Erstimpfung) für alle Personen, die noch nicht geimpft worden sind, beginnt.

• Stadtsparkasse Wismar
Spareinlagen Scheck- Konten
1.05.1946 1.070.000,- 840.000,-
1.06.1946 1.610.000,- 980.000,-
1.07.1946 2.320.000,- 1.160.000,-

2.Juli 1946 Mitglieder der „Beratenden Landesversammlung“sind unter 70 anderen:
Georg Draemphal, FDGB-Sekretär Wismar, Günter Typke, Direktor der Waggonfabrik, Wismar, Rudolf Voß, Betriebsrats-Vorsitzender Landwirtschaft, Maschinenfabrik, Wismar.

4.Juli 1946 Hotel „Zur Sonne“: Erste Tagung der „Beratenden Versammlung“ Eröffnung (und Schlusswort) Bürgermeister Rachow; Begrüßung Genosse Moritz, Referat „Ein Jahr geleistete Wiederaufbauarbeit Oberbürgermeister Herbert Säverin. Wahl des „Geschäftsfüh-renden Ausschusses“

5.Juli 1946 Hotel „Zur Sonne“: Leser-Abend der Landeszeitung: lebhafte Diskussion mit Chefredakteur Karl Krahn.

6.Juli 1946 Im großen Saal von „Fründts Hotel“, Mühlenstraße, wird als 2. Kino in Wismar das „Capitol“ eröffnet. (400 Plätze; Leiter: Gustav Finke). Es läuft der Film „Das Leben ruft.“
8.Juli 1946 Befehl der SMAD, die „Aufbau-Werke Wismar“ aufzulösen.

9.Juli 1946 Politischer Bildungsabend SED: „Die antifaschistische demokratische Republik “

• Landeszeitung über die neue Theaterspielzeit in Wismar. Sommerpause betrug 4 Wochen; neue Garderoben- und Toilettenräume geschaffen, „selbstverständlich unter Berücksichtigung der augenblicklichen Knappheit, da das Theater sich ohne jeglichen Zuschuss erhalten muss.“ Spielzeit beginnt mit einer „Vorsaison“.
1945/46 gab es drei Abonnement-Abende, 1946/47 werden es fünf sein.“

• Auf Anordnung der Besatzungsmacht ist das Brotgewicht von 1.500 auf 1.380 g r. herabgesetzt, um den Anschluß an die neue Ernte zu er-reichen – bei altem Preis.

10.Juli 1946 Polizeibericht: „Die Prostitution in der Stadt scheint etwas nachgelassen zu haben, besonders günstig wirkte sich hierbei die Schließung des Schützenhauses aus.“ Schützenhaus wird instandgesetzt, wurde der Sowjetarmee als Offiziers-Casino zur Verfü-gung gestellt.

12.Juli 1946 Lagebericht des Rates der Stadt: „Die Waggonfabrik ist nach wie war voll beschäftigt und hat den Wiederaufbau ihres Werkes weiter stark gefördert. Die Drahtwerke Wilhelm Müller haben die Wiederinbetriebnahme der Drahtzieherei bis zu ca. 80 % vorwärtsgetrieben. Die Nagelabfertigung läuft wieder. Die Ziegeleien arbeiten an der Her-stellung von Rohlingen, Ahrenshof beginnt mit dem Brennen…“ (Ziegeleien konnten erst im Mai wegen bis dahin fehlender Treibriemen den Betrieb aufnehmen.“
• Hansaziegelei kann ihre Kapazität infolge Fehlens von Arbeitskräften nicht ausnutzen. Die Industrie und das Handwerk haben einen Ar-beitskräftebedarf von 347 Arbeitskräften angemeldet, der seitens des Arbeitsamtes zur Zeit nicht befriedigt werden kann.
• Das Sägewerk Gehrcke und Sohn ist jetzt zum Frühjahr nächsten Jah-res mit Rundholz bevorratet.
• Der Hafenbetrieb hat sich wesentlich erweitert, es laufen ständig Dampfer ein, die Reparationsgüter verladen. Die Deutsch-Russische Transport-Gesellschaft wird ständig mit neuen Arbeitskräften vom Arbeitsamt versorgt.
• Die Kohleversorgung hat sich weiter günstig entwickelt. Die Betriebe sind bis zu 3 Monaten bevorratet, teilweise länger…. Über die Torfver-sorgung lässt sich endgültiges noch nicht sagen. Wegen Arbeitskräf-temangels können die jetzt vorhandenen 6 Torfstechmaschinen nicht ausgenutzt werden…
• Die Versorgung mit Lebensmitteln ist stabil.

12.Juli 1946 Landeszeitung: Kulturbund Wismar führte im Berichtsjahr 56 Veranstaltungen durch; es sollen Gruppen gebildet werden für Ärzte, Apotheker, Pädagogen, Ingenieure und Ökonomen. Versammlung in der Aula der Großen Stadtschule („leider etwas schwach be-sucht“) wurde umrahmt von Darbietungen der Mandolinengruppe

15.Juli 1946 Damit der Fahrplan weiter verbessert werden kann, lassen die Stadtwerke Schwerin in der Waggonfabrik Wismar Straßenbahnwagen instand setzen.

16.Juli 1946 Landeszeitung würdigt die Niederdeutsche Handpuppenbühne Wismar
(„Die Reise nach Afrika“) Leiter der Bühne F. Hähn, Mitspieler Herr Marten und Fräulein Wachs. Bühne gastierte in Schwerin, beginnt eine Gastspielreise durch die größeren Städte des Landes.

17.Juli 1946 „Der Demokrat“(CDU), meldet: Der erste Transport entlassener Kriegsgefan-gener aus Norwegen traf auf dem Bahnhof Wismar ein. Empfang durch Oberbürgermeister, Parteien, Landesarbeitsamt. Nach einem schmackhaften Mittagessen wies der Leiter des Umsiedleramtes Stadtrat Friedrichs, die Heimkehrer in Wismar ein.

• Auf dem Gebiet des Stadtgutes Kluß wird von Wismarer Einwohnern geplündert (Ähren, von der schon in Hocken stehenden Gerste, Erbsen, Mohrrüben und Kartof-feln, die soeben erst ansetzen. Von den zuständigen Stellen wird schnellstes Durch-greifen gefordert.

• Landeszeitung meldet, Aufbau-Werke stellen Einscharpflüge (95,- Mark) für Neu-bauern her.

24.Juli 1946 Landeszeitung berichtet über von der „Notgemeinschaft“ organisiertes Wisma-rer Kinderfest auf dem „Germania-Sportplatz“: 4.000 Kinder marschierten von Sammelplät-zen zum Markt, alle blumengeschmückt. Von dort, von Kapelle des Stadttheaters ange-führt, zum Festplatz; Kindergärten boten kleine Programme; Tombola um aus der Bevölke-rung gestiftete Preise; Kasperle-Theater. Dankesworte von Schulrat Dethloff an Organisatio-nen auf dem Marktplatz.

23.Juli 1946 Hansewerft wegen Sabotage von Reparationsaufträgen konfiziert. Sie arbeitet unter sowjetischer Marineverwaltung weiter.

26.Juli 1946 Betriebsanlagen und Einrichtungen der „Aufbau-Werke Wismar“ werden in den Besitz der Stadtverwaltung überführt und die Werkstätten (mit Ausnahme der Autore-paratur) stillgelegt. Es entstehen anstelle der „Aufbau – Werke“ als städtische Einzel-betriebe das „Autoreparaturwerk“, der „Landmaschinenbau Wismar“ und die „Mecha-nischen Werkstätten“ (früher I. C. Brandt & Söhne).

28.Juli 1946 Die Reichsbahn setzt erstmals einen sonntäglichen „Bäderzug“ Schwerin-Wismar (ab 7:33) – Neubukow-Kröpelin-Doberan-Heiligendamm-Kühlungsborn / West (an 9:35) ein. Rückfahrtzeiten: Kühlungsborn / West 16:01 ab, Wismar 20:25 an, Schwerin 21:23 an.

30.Juli 1946 Ratssitzung: „Die Volksküche ist mit Wirkung vom 1.7. an die Notgemein-schaft abzugeben … “ Es wird mitgeteilt, dass die Waggonfabrik Sowjetische Aktiengesell-schaft geworden ist. Der Betrieb heißt jetzt „Waggonfabrik Wismar der Sowjetischen Akti-engesellschaft für Transportmittelbau.“

31.Juli 1946 Leihbücherei Schütt, Lübsche Straße 28
• 3.042 Leser im Monat, 7.380 Ausleihen Juli 1946
In Wismar bestehen noch mehrere andere private Leihbüchereien.

• In den Betriebsrätewahlen des Kreises Wismar sind 507 Betriebsmit-glieder gewählt worden.
(280 SED, 7 CDU, 3 LDP, 217 parteilos).

Juli 1946 Niederdeutsche Bühne, Spielzeit 1945/46 56 Aufführungen
„Hochtied in de Pickbalge“ 7x
„Een niemodsche Deern“ 4x
„Bahmmeester Dod“ 5x
„Tuligantjes“ 3x
„Kunterbunt zur Abenstund“ 10x
„För de Katt“ 13x
„De möblierte Herr“ 5x
„De rode Unnerock“ 9x

August 1946

1.August 1946 In Wismar praktizieren: 32 praktische Ärzte, 12 Zahnärzte, 9 Dentisten, 11 Hebammen. Die Stadt verfügt über: Stadtkrankenhaus mit Isolierhaus, Frauenklinik, Tuber-kulose-Station, Infektionskrankenhaus, Haut- und Geschlechtsstation mit Ambulatorium. Am 10. Juli 1946 konnte die Krankenhausverwaltung berichten: Typhus-Schutzimpfung im Juli hat alle Einwohner erfasst. Fleckfieberfälle sind nicht mehr vorgekommen, Scharlach und Diphterie halten sich im Rahmen. Eine Seuchengefahr besteht zur Zeit nicht.

5.August 1946 „Hotel zur Sonne“: 10.00 Uhr Kreishandwerkerkundgebung: Alle Hand-werksmeister des Kreises und der Stadt sind eingeladen. Referent Genosse Glückauf (Lan-desvorstand SED) „Die Handwerkerschaft im Wiederaufbau“.

• 500 Berliner Ferienkinder treffen in Wismar ein. Vertreter der Stadt-verwaltung und des Frauenausschusses betreuen sie („kräftiger Im-biss“), Weiterfahrt an Bestimmungsorte mit Omnibus und Sonderzü-gen.

8.August 1946 Ratssitzung: Stadtrat Zepp berichtet über Versorgungslage: Großer Mangel an Frühkartoffeln; Spätkartoffeln werden ausreichen. Brot- und Fleischversorgung ist gesi-chert.

12.August 1946 Landeszeitung meldet, dass die Stadtverwaltung von Wismar das „ziemlich in Mitleidenschaft gezogene Kurhotel „Schwarzer Busch“ instand setzen ließ und als Erho-lungsheim übernommen hat. Bettwäsche ist mitzubringen, Zuschuss pro Tag max. 3,- Reichsmark. „Decken, Bettwäsche, und Handtücher können diesjährig noch nicht gestellt werden. Gegen Pfandhinterlegung können Essbestecke entliehen werden.“

13.August 1946 Marktplatz: Großkundgebung zur Gemeindewahl. Eröffnung durch Bür-germeister Rachow, Rechenschaftsbericht von Oberbürgermeister Säverin. In Wismar beste-hen zurzeit 18 Industrie-, 481 Handwerks- und 287 Handelsbetriebe.

18.August 1946 Dem gesamten städtischen Personal ist „nahegelegt worden“, sich an die-sem Sonntag an den Enttrümmerungsarbeiten zu beteiligen.

21.August 1946 Am Kohlenhafen sind 5 Kali-Bunker mit einem Fassungsvermögen von ca. 30.000 t gebaut worden.

22.August 1946 Sitzung der Beratenden Versammlung von Wismar. Gebildet wurden: Wohlfahrt- Bau- und Haupt-Ausschuss. Bericht von Gen. Harms: Im Stadtgebiet wurden zwei Industrie-, sechs Handels-, ein landwirtschaftlicher Betrieb enteignet. Vier Industrie- und drei Handels-Betriebe werden zurückgegeben. In Zwangsverwaltung bleiben vorläufig ein Industrie- und zwei Handelsbetriebe.
• Einführung von Sperrstunden bei der Gasversorgung. „Es wird Gas in einem Ausmaß verbraucht (240.00 cbm monatlich vor dem Kriege; Juni und Juli 46 je 420.000 cbm), das im Interesse der sparsam und mit Überlegung wirtschaftenden Einwohner nicht geduldet werden kann… “

24.August 1946 Spende von 35 Zentner Zucker ließ die Volkssolidarität über die fünf Ver-kaufsstellen des Konsums kostenlos an Kleinkinder verteilen.

• Nach Dauerregen Flutwelle Schweriner See-Wallensteingraben-Wismar.

28.August 1946 Frauenausschuss nominiert die Kandidaten der überparteilichen Wahlliste „Helfende Hände“ zu den Kommunalwahlen.

• Befehl der Kommandantur Nummer 63: Einrichtung eines Ta-xi-Parks zur Nutzung für Kommandantur und Stadtverwaltung.

• Rechenschaftslegung der „Notgemeinschaft“ über soziale Leistungen: Sammlungen und Spenden erbrachten eine Summe von rund 200.000 Reichsmark und 1.530 kg Spinnstoffe, die in erster Linie zur Herstel-lung von Schlafdecken verwandt werden.

30.August 1946 Eine eigene Konsum- Bäckerei liefert gutes, schnittfestes Brot.
Im Hafengebiet hat der Konsum eine neue Verteilungsstelle eingerichtet, die in der Art eines Kantinenbetriebes die in drei Schichten arbeitenden Hafenarbeiter versorgt.

August 1946

• Angehörige der Roten Armee gaben im großen „Sonnensaal“ unter Leitung von Leutnant Bülonoff ein Freikonzert für die Bevölkerung. Für das Programm, das auch einen Varieteeteil umfaßte, wurde der Truppe starker Beifall gespendet. Den Dank des vollbesetzten Hauses brachte Bürgermeister Rachow zum Ausdruck.

September 1946

1.September 1946 Das neue Schuljahr beginnt entsprechend dem Gesetz zur Demokratisie-rung der deutschen Schule mit neuem Unterrichtsinhalt, anhand neuer Lehrpläne und neuer Lehrbücher. Schulbau Dahlmannstraße 40 (spätere Gerhard-Hauptmann-Schule) 1945 Laza-rett und 1946 Lehrer-Ausbildungsstätte, kann wieder genutzt werden; die Absolventen des 8-Monate-Neulehrer-Kursus treten in den Schuldienst. Damit sind rund 75 % des Lehrkör-pers in Wismar Junglehrer. Zusammen mit den Altlehrern richten sie die neue allgemeine Grundschule mit acht Klassenstufen und die darauf aufbauende Oberschule mit den Klassen 9- 12 ein.
• Mädchen-Volksschule (Pestalozzi-Schule) und Goethe-Schule sind noch mit Um-siedlern belegt, das Lyzeum wird von der Besatzungsmacht genutzt.
• Es sind 5.562 Grundschüler zu unterrichten, insgesamt 93 Grundschul-Lehrer haben 123 Klassen zu betreuen. Insgesamt stehen nur 36 Schulräume zur Verfügung.

7.Septembert 1946 Gemeinsamer Aufruf der antifaschistischen Parteien Mecklenburgs „Wahlrecht ist Wahlpflicht“

8.Septembet 1946 Volksfest der SED

9.September 1946 Marktplatz, Großkundgebung: Vom Balkon des Rathauses spricht Wil-helm Pieck.
Nach Polizeiangaben sind maximal 6.000 Menschen anwesend, trotz 3.300 SED-Mitgliedern in Wismar

12.9. – 19.September 1946 Werdende Mütter erhalten je 1 kg Zucker in Konsum-Hauptgeschäftsstelle Bohrstraße.

15.September 1946 Gemeindewahl: OB Säverin: Für ihn ist es eine Selbstverständlichkeit, dass die SED die absolute Mehrheit erringen wird. Genosse Moritz: Selbst bei der letzten Reichstagswahl 1932 hat Wismar noch eine, wenn auch knappe Mehrheit der Arbeiterpartei-en erreichen können.

% Landes- Durchschnitte
SED 11.431 50,06 69,9
CDU 4.190 18,35 16,7
LDP 6.114 26,78 10,5
Frauenausschuss 1.099 4,81 1,3
Gegenseitige Bauernhilfe 1,9

Mandatsverteilung: SED 20; CDU 7, LDP 11, Frauenausschuß 2 Sitze.

22.September 1946 Gedenktag der Opfer des Faschismus. Veranstaltungen im Stadttheater, auf dem Marktplatz (Redner Pfarrer Theck, Ludwigslust), in den Kirchen.

• Kranzniederlegungen.

• „Zur Sonne“: Kreiskonferenz der SED. Genosse Paul Härtel wird als neuer Kreissek-retär vorgestellt.

24.September 1946 Befehl der Kommandantur, Nr. 345: Bereitstellung von Kleidung und Schuhwerk für heimkehrende Kriegsgefangene.

27.September 1946 Kleiner Saal des Hotels „Zur Sonne“: Konstituierende Sitzung der Stadtverordnetenversammlung. „Ortssatzung Nummer 1“: Gemeinderat besteht aus Ober-bürgermeister und 5 Ratsmitgliedern (Stadträten). Der ständige Vertreter des OB führt die Dienstbezeichnung Bürgermeister.

28.September 1946 Am 4., 14., 18., 25. und 28. September 1946 verkaufen einzelne Erzeuger auf dem Markt Gemüse. Preise (z.B.): Kohlrabi Stück 0,10, Weißkohl Kopf 1, 00, Steckrüben Zentner 20,00, Tomaten Pfund 1,00, Äpfel Pfund 0,50 Mark.

• Stadttheater Wismar: „Ein Jahr Stadttheater“. Ein Streifzug durch die Operetten der vergangenen Spielzeit.

30.September 1946 Bekanntmachung über Verbrauchsnormen der Haushalte für Gas.
Am 19.11.46 wird eine Herabsetzung der Normen verfügt.

Spielzeit 1945/46
Ein Jahr Stadttheater: 170.000 Besucher in 325 Vorstellungen
Opern und Operetten 112 Vorstellungen
10 Schauspiele 90 Vorstellungen
7 niederdeutsche Stücke 40 Vorstellungen
11 Konzerte 24 Vorstellungen
3 Ballette 6 Vorstellungen
4 bunte Abende 29 Vorstellungen
2 Märchen 24 Vorstellungen

Oktober 1946

1.Oktober 1946 Gesamteinwohnerzahl des Kreises Wismar
38.000 Ortsansässige (42%)
53.000 Umsiedler (58%)
Ratssitzung: Für 260 deutsche Familien aus Stettin (etwa 1.200 Personen), die in der Schiffsreparatur-Basis eingesetzt werden, ist Quartier zu schaffen.

• Die Enttrümmerung in Wismar schreitet nicht voran, Beteiligung an sonntäglicher freiwilliger Arbeit lässt zu wünschen übrig. Ortssatzung über Pflichteinsatz soll der Gemeindevertretung vorgelegt werden.
• Besprechung in der Bezirkskommandantur (Zuckerfabrik) über die Errichtung eines Ehrenfriedhofes mit Ehrenmal für die Rote Armee

8.Oktober 1946 Bildungsabend der SED: „Unser Kampf gegen die Hetze der Reaktion“

12.Oktober 1946 Die Versammlung mit Genossen Kurt Bürger im Hotel zur Sonne bezeich-net Polizeichef Gachmang in seinem Lagebericht vom 12.10. als „ein glattes Fiasko. Es scheint der Partei nicht möglich zu sein, bei der Mitgliederzahl von 4.000 den kleinen Son-nen-Saal mit 600 Mann Fassungsvermögen voll zu bekommen. Die Wahlpropaganda für die am 20. Oktober stattfindende Landtagswahl ist diesmal gleich Null.“

• Der neue Rat konstituiert sich mit folgender Ämterverteilung:
Hans Schmidt – Bauwesen,
Erich Zepp – Volksbildung,
Karl Fritz – Sozialwesen, Volkssolidarität, Umsiedler,
Horst Folgner – Handel und Versorgung,
Hans Raspe – Finanzen
Dr. Peters – Gesundheitswesen
Oberinspektor Gachmang – Leiter der Kommunalpolizei

14.Oktober 1946 Stimmung der Bevölkerung ist bedrückt, zumal die abendliche Unsicher-heit auf den Straßen wieder zunimmt. Die Interessenlosigkeit am öffentlichen Leben wächst, schlechter Besuch sämtlicher Wahlkundgebungen.
Stadtrat Zepp, der das Amt für Kultur und Volksbildung übernommen hat, beantragt zum 1.11.1946 einen Wohnungstausch in die Stadt: „Da ich nicht die Möglichkeit habe, mit ei-nem Kraftwagen in meine jetzige Wohnung in Vor-Ahrenshof zurückzukehren“, (nach Ende kultureller Veranstaltungen spät abends) „bin ich ständig der Gefahr ausgesetzt vielleicht erschlagen oder verletzt zu werden … “

17.Oktober 1946 Stadtausschuss der Volkssolidarität hat die bisherige Krankenstation am Germania-Sportplatz in ein Heim für Wöchnerinnen und hilfsbedürftige Kranke aus den Wohnanlagen umgewandelt. Hier arbeitet ein Arzt, eine Hebamme, zwei Schwestern.

18.Oktober 1946 Spannungen zwischen den Freien Deutschen Jugend-Sportgruppen Wis-mar-Ost (fühlt sich als Bewahrer der Arbeitersport-Tradition) und Wismar-Süd („Sammelbe-cken der Reaktion“, Sportbezeichnungen nach Berlin-West).

19.Oktober 1946 „Weltspiegel“: Erstaufführung des DEFA- Films „Die Mörder sind unter uns“ in Wismar.

20.Oktober 1946 Landtagswahl: Kandidaten aus Wismar: Karl Moritz, Paul Härtel (SED), Elektro-Ingenieur Anton Lorenz, Oberstudiendirektor Doktor Willy Ruthenberg (CDU), Rektor außer Dienst Gustav Griese, Realschuldirektor Joachim Ahrens, Angestellter Horst Folgner, Zollinspektor Karl Tyrahn.

Ergebnisse Stadt Wismar Landkreis
SED 11.966 (50,0 %) 21.378 (50,2 %)
CDU 5.650 (23,6 %) 16.365 (38,4 %)
LDP 6.018 (25,1 %) 1.815 (4,3 %)
Vereinigung der gegenseitigen
Bauernhilfe 305 ( 1,3 %) 3.021 (7,1 %)

22.Oktober 1946 850 Arbeiter aus Stettin treffen ein und werden in einem Massenquartier
(Schule) untergebracht.

25.Oktober 1946 Charlott-Betriebe: Täglich ab 16 Uhr spielt Willy Stock mit seinen Sym-phonikern zur Unterhaltung, zum Tanz. Jeden Mittwoch Kränzchen für die „tätige Haus-frau“

29.Oktober 1946 Ratssitzung, Protokoll: „Die Ingenieurschule ist gestern eröffnet.“ 350 Hörer, darunter einige Frauen. Offizieller Name: „Staatliche Bau- und Ingenieurschule Wis-mar“, untersteht dem Ministerium für Volksbildung der Landesregierung.

• Volkszählung in SBZ: 17,3 Milionen
• sowjetischer Sektor Berlins: 1,2 Milionen
• Die Bevölkerungsvermehrung durch Umsiedler beträgt in Mecklen-burg 52,2 %

30.Oktober 1946 Volkshochschule Wismar eröffnet (Philosophie, Pädagogik, Psychologie, Mathematik für Anfänger und Fortgeschrittene, Literatur, Kunstgeschichte, Geschichte, Po-litik, Physik, Chemie, Volkswirtschaft und Rechtswissenschaft).

• Letzter Termin für die Ablieferung nazistischer, militaristischer und imperialistischer Literatur.

November 1946

3.-6.November 1946 In allen Räumen des Hotels „Zur Sonne“ Leistungsschau der Industrie, des Handwerks und des Handels: 129 Aussteller

4.November 1946 Im Hafen zurzeit über 1000 Beschäftigte. „Eigene Fahrzeugkolonnen sind gebildet worden, die die Arbeiter am Morgen zur Arbeit holen und am Abend wieder in ihre Heimatdörfer bringen.“

• Passagierverkehr Wismar-Kirchdorf
Abfahrt Wismar 8.15 Uhr 12.15 Uhr 17.15 Uhr
Abfahrt Kirchdorf 7.00 Uhr 10.30 Uhr 16.00 Uhr
• Für den Frachtverkehr Wismar – Poel ist ab sofort der Motorkutter “ Otto “ neu eingestellt.

05.November 1946 Ratssitzung: Die Unsicherheit auf den Straßen, insbesondere während der Dunkelheit, wird erörtert. Die Kriminalpolizei soll Bericht erstatten über Fälle von Be-raubung und Vergewaltigung der letzten Wochen. Schriftliche Vorstellungen sollen erfolgen an die Kommandantur, die Landesverwaltung und die SMAD.

6.November 1946 Motorschiff „Swante“ der Reederei Paul Abraham Kirchdorf auf Poel, hat neue Abfahrtzeiten.
Kirchdorf ab 7.00 Uhr 10.30 Uhr 16.00 Uhr
Wismar ab 8.15 Uhr 12.15 Uhr 17.15 Uhr

09.November 1946 Im Stadttheater Revolutionsfeier – musikalisch und künstlerisch um-rahmt.

12.11.1946 Feierstunde aus Anlass des einjährigen Bestehens der Städtischen Hautklinik: Geschlechtskrankheiten in Wismar zeigen rückläufige Tendenz.

18.November 1946 Auf der Ostseite des Marktplatzes ist ein Lautsprecher in Betrieb, der die Marktanwohner stört. 15 Bürger beschweren sich, so dass der OB den Militärkomman-danten bittet, „den Lautsprecher tagsüber etwas weniger stark einzustellen und abends nach Durchgabe der 22.00 Uhr Nachrichten abzuschalten. “

24. – 30.November 1046 Zweite Kulturwoche in Wismar:
• Erstaufführung im Stadttheater: „Der Strom“ von Max Halbe
– „De Deerns ut`n Dörpkroog “
– Sinfoniekonzert, Mandolinenkonzert
– Kunstaustellung „Das Stillleben“
• Vorträge: „Geistige und politische Erneuerung Deutschlands“, „Bil-dende Kunst und die Gegenwart“

26.November1946 Versorgungslage: Lebensmittel für 1. Dekade Dezember können in voller Höhe ausgegeben werden. Dazu im November und Dezember je 1 Schachtel Streichhölzer.

27.November 1946 Seit Anfang Juli arbeitet die Ziegelei Ahrenshof wieder. Jahresproduk-tion künftig 720.000 Vor- und Hintermauer- sowie Langlochsteine. Statt Steinkohle wird mit Briketts oder Grus gefeuert, wovon riesige Mengen erforderlich sind.

Dezember 1946

3.Dezember 1946 Bildungsabend: „Der Kampf um die Gleichberechtigung der Frau“

4.Dezember 1946 Hafenverwaltung soll ihre Arbeit am 6. Dezember beginnen.

9.Dezember 1946Volkssolidarität konnte für 30.000 Mark Medikamente beschaffen und an Krankenhäuser des Kreises und der Stadt verteilen. Säuglingsheim Bliedenstraße 32 mit 20 Plätzen; das im Sommer eröffnete Übernachtungsheim nehmen monatlich 1.500 Personen in Anspruch.

11.Dezember 1946 Arbeiterberufsverkehr für die Belegschaft des Hafens (viele Umsiedler, die außerhalb Wismars untergebracht werden mussten) nicht mehr wie im Sommer mit Au-totransport; sondern mit Transportzügen der Reichsbahn.

14.Dezember 1946 Im Hafen sind etwa 1000 Arbeiter beim Güterumschlag beschäftigt, zum größten Teil Umsiedler, die nur das besitzen, was sie auf dem Leibe tragen. Das Hafen-amt beim Rat der Stadt beantragt die Zuteilung von je 2000 Arbeitsschuhen, Arbeitsanzü-gen, Handschuhen, Strümpfen, Unterhemden und -hosen.

15.Dezember 1946 – 1.Januar 1947 Weihnachtsmarkt in Wismar, Organisator: Volkssolida-rität

17.Dezember 1946 „Fründt`s Hotel“ ist Intourist-Hotel geworden. Zimmerpreise sind ge-stiegen.

20.Dezember 1946 Wer eine Lehre beginnen will, soll sich bis zum 08.01.1947 beim Amt für Arbeit und Sozialfürsorge (oder bei der FDJ und Frauenausschüssen) melden. Jedem kann eine Lehrstelle vermittelt werden. An Bedürftige zahlt Amt Unterstützungen.

27.Dezember 1946 Sekretariat der Volkshochschule, Hegede 20 nimmt Anmeldungen für 2. Trimester entgegen (auch für Gewerkschaftswesen, Arbeitsrecht, Sozialfürsorge, Verwal-tungsrecht, Theaterwissenschaften, Schriftzeichnen, Technisches Zeichnen)

30.Dezember 1946 Der Leiter der Polizei (Winkelmann) weist die Inhaber von Gaststätten an, die am 12.11. erlassene Anordnung des Präsidenten des Landes Mecklenburg-Vorpommern Nr. 141 „Zum Schutz der Jugend“ auszuhängen.

31.Dezember1946 Ratssitzung: Über Schwierigkeiten mit Personal des Stadttheaters berich-tet Stadtrat Zepp. Es soll versucht werden, durch Verhandlungen mit dem Intendanten Will eine Besserung zu erzielen. Notfalls ist die teilweise Erneuerung des Personals in Aussicht genommen. “

• Konsumgenossenschaft hat Ende 1946, 53 Belegschaftsangehörige, 14 Verkaufsstellen in Stadt und Kreis, davon 4 in Wismar

• Mitgliederzahl SED in Wismar 4.245

• Im Jahre 1946 wurden 443 Wohnungen (272 leicht-, 130 mittelschwer-, 41 schwerbeschädigt) wiederhergestellt bzw. bewohnbar gemacht und 16 Neubauwohnungen errichtet.

• Hafenverkehr und -umschlag 1946
Ein Aus
141 Dampfer 138
42 Motorschiffe 39
489 Segler 488
2 Leichter 1
1 Flusskahn 1

Gesamtumschlag 299.396 Tonnen

• Schiffe aus: Schweden 301 Holland 19
Finnland 93 Norwegen 10
Dänemark 208 Faröer 2
UdSSR 31 Deutsche 11

1947

Januar 1947

1.Januar 1947
Kaufmännische Berufsschule wird staatlicher Aufsicht unterstellt; bisher der Industrie- und Handelskammer

7.Januar 1947
Landeszeitung: Im Januar wird die Schiffsreparaturwerft an die Landesregierung, Abteilung Landeseigene Betriebe, übergeben. Die Werft (mit über 700 Angehörigen) ist Auftraggeber für zahlreiche Betriebe in Wismar und in Mecklenburg-Vorpommern, geplanter Umsatz 1947: 6,5 Millionen Reichsmark mit 800 Arbeitskräften; weiterer Ausbau vorgesehen.

11.Januar 1947
Omnibuslinie Wismar-Grevesmühlen-Mühleneichsen-Schwerin, Abfahrt (nur Dienstag und Freitag) ab Wismar 8.00 Uhr, an Wismar 17.45 Uhr
Eine zweite Omnibuslinie verbindet Wismar mit Rerik. Beide Linien werden vom städti-schen Betrieb „Stadtverkehr“ unterhalten. Zu den städtischen Betrieben gehören weiterhin:
die Stadtwerke (Gasanstalt, Elektrizitätswerk, Wasserwerk), der städtische Schlachthof, das Seegrenzschlachthaus, der Bauhof, die Abteilung Landmaschinenbau und das Autorepara-turwerk

13.-20.Januar 1947
Theater „wegen Kohlenersparnis vorerst auf acht Tage geschlossen.“
Einnahmeausfälle werden wettgemacht dank des Überschusses von 51.500,- Mark aus 1946 und durch 2 Bühnenbälle die 12.791,- und 2.000,- Mark Überschuß bringen.
CDU-Anfrage in Stadtverordnetenversammlung kritisierte die hohen Eintrittspreise für den 1. Bühnenball; „… erhöhte Eintrittspreise wurden erhoben, um Einnahme-Ausfall während der Kälteperiode wettzumachen und das Theater weiterhin für alle zu erhalten.“
Bühnenball fand am 20.03.1947 im Hotel „Zur Sonne“ statt. Eintrittspreis: 20,- Mark.

15.Januar 1947
Gaststätte Waedekin: Gründung der Sektion „Wirtschaft“ im Kulturbund Wismar. Am 18.02.47 stellt sich die Sektion einem größeren Publikum (120 Anwesende) vor.

18.Januar 1947
1946 wurden im Kreis Wismar 4.414 Tonnen Torf gestochen. 1947 sollen in 14 Torfstichun-ternehmen des Kreises 14.250 Tonnen gewonnen werden.
In Wismar sind in Zusammenarbeit mit Volkssolidarität und Frauenausschuss zwei Wärme-hallen eingerichtet worden.

21.Januar 1947
Insbesondere bei den Gleisarbeiten im Hafen fehlt es an Arbeitskräften. „Seit dem 20.01.1947 verkehrt ein Arbeiterzug zwischen Neubukow-Wismar (Abfahrt 06.01. Uhr), der aber bereits den 2. Tag leer fährt, da die Arbeitsämter keine Arbeitskräfte gestellt haben.“
Es „weigern sich die in Rerik befindlichen Arbeiter, die Arbeit aufzunehmen, solange sie kein Quartier haben und keinen Platz, auf dem sie sich nachts zum Schlafen hinlegen kön-nen. Sie verbringen jetzt die Nächte sitzend auf Stühlen und Kisten …“

22.Januar 1947
Zuzugsgenehmigung für Familienangehörige der auf der Werft Beschäftigen soll erteilt wer-den, wenn kein zusätzlicher Wohnraum beansprucht wird.

23.Januar 1947
Bei der letzten Holzaktion wurden an einem Tage von 28 Lastwagen 358 Festmeter Holz
(= 4.296 Zentner) nach Wismar geschafft. Die Stadtverwaltung plant, möglichst jede Woche einen Zentner Holz pro Haushalt auszugeben. Männer und Frauen werden zum Holzein-schlag dienstverpflichtet.

• Mit Rücksicht auf die Kohlenknappheit bleibt die Volkshochschule Wismar bis auf weiteres geschlossen.

24.Januar 1947
Die Stadtverwaltung will von April bis August 1947 etwa 60.000 Zentner Torf gewinnen; das wären pro Haushalt 4 Zentner. Acht Maschinen und zwei Pressen stehen bisher zur Ver-fügung.

27.Januar 1947
Landeszeitung berichtet über erste Versammlung des Kreistages Wismar. Gewählt wurden:
Zum Vorsitzenden: Genosse Moritz
Zum Landrat: Genosse Schnell (bisher Bürgermeister in Warin)
Zu Kreisräten: Prelle (SED, Kommunalwesen),
Dettmann (SED, Kultur und Volksbildung),
Ebrecht (CDU, Kreiserfassung),
Thiel (VdgB, Landwirtschaft),
Wiese (CDU, Handel und Versorgung),
Büchner (SED, Industrie und Gewerbe),
Frau Scheffler (CDU, Sozialfürsorge).

30.01.1947
In Wismar sind 70 Fischfang-Motorboote stationiert.

31.01.1947
Oberbürgermeister Säverin wird von der Sowjetischen Militäradministration Mecklenburg-Vorpommern wegen mangelnder Wohnraumzuweisung an Fachkräfte der Schiffsreparatur-werft gerügt.

• Zuckerfabrik erzeugte in der Kampagne 1946/1947 331.160 Zentner Weißzucker
(außerdem wurden 60.000 Zentner Rohzucker verarbeitet).
95.955 Zentner Trockenschnitzel
111.855 Zentner Nassschnitzel
Zuckerfabrik ist seit 01.09.1946 landeseigener Betrieb.

• Stadtbank Wismar führt
• 2.974 Girokonten mit 14,63 Mio Reichsmark Einlagen.
• 2.440 Sparkonten mit 2,53 Mio Reichsmark Einlagen.

Februar

7.Februar 1947
Der Leiter des Kontors der „Deutsch-Sowjetischen-Transport-Gesellschaft“ Aktiengesell-schaft Wismar, Grüsdeff, macht auf Diebstähle im Hafen aufmerksam, an denen offensicht-lich Mitglieder der Hafenpolizei beteiligt sind.
Am 11. Februar teilt der Leiter der Polizei der Stadt Wismar, H. Winkelmann, mit, dass der bisherige Leiter der Hafenpolizei, Ulrich, seiner Funktion enthoben wurde. Es wurden 30 Haussuchungen durchgeführt, ein Wachtmeister sofort entlassen und dem Gericht überge-ben.

08.Februar 1947
Infolge verringerter Kohlezufuhr aus dem Ruhrgebiet muss das Gaswerk Anfang Februar den Ofen A stilllegen. Es arbeiten weiter Öfen B und C.

14.Februar 1947
Landeszeitung berichtet von Schöffengerichtsverhandlung gegen Angehörige der Zucker-fabrik Wismar. Wegen fortgesetzten Diebstahls, unerlaubten Tauschhandels und Sachhehle-rei wurden sechs Angeklagte zu Gefängnis-, sieben zu Geldstrafen verurteilt. Ein Jugendli-cher wurde verwarnt, vier freigesprochen.

18.Februar 1947
Beratung im Rathaus unter Vorsitz des Oberbürgermeisters über Wohnraumbereitstellung in der Kaserne Parkstraße für Beschäftigte der Schiffsreparatur-Werft.

24.Februar 1947
Für ca. 200 bis 300 Arbeiter wird im „neuen Werksheim Kasernenstadt Parkstraße“
ein Kantinenbetrieb eingerichtet. Am 01.03.1947 eröffnet die Konsumgenossenschaft im Verwaltungsgebäude der ehemaligen Kaserne eine Verkaufsstelle für die Umsiedler der Schiffsreparaturwerft.

Februar 1947
Mitte Februar muss wegen Kohlemangel der Schulbetrieb eingeschränkt werden. Zweimal wöchentlich erhalten die Schüler Hausaufgaben.

März

2.März 1947
Volkshaus: Ortsdelegiertenkonferenz des FDGB. In einer Resolution werden gefordert: die Aufstellung eines kommunalen Wohnungsbauprogramms, die Baustoffbewirtschaftung durch staatliche Organe und der Beginn der Planungsarbeiten für das Kanalprojekt Schweri-ner See – Wismar.

7.März 1947
Übergabe der Waggonfabrik in die Hauptverwaltung „Landeseigene Betriebe“. Zurzeit fast 2.000 Beschäftigte; Neuanfertigung von Waggons, Reparatur von Güter-, Personen- und Berliner Schnell-Bahn-Wagen; Produktion von Ackerwagen.

8.März 1947
In den drei Wärmestuben (zum Beispiel in Koch’scher Stiftung und in der Kaufmannsschule Scheuerstraße 2) gibt es von 9.00-10.00 Uhr und 16.00-17.00 Uhr heißen Kaffee.
• In den Stadtteilen werden Ausgabestellen für kochendes Wasser eingerichtet.
• Ausgabe nur an Erwachsene, wenn im Gefäß das Aufgussmaterial vorhanden ist. An Mütter mit Kleinkindern auch heißes Badewasser. Für minderbemittelte Personen oder Eheleute (Einkommen monatlich nicht über 40,00 bzw. 70,00 Mark) gibt die Volksküche das Mittagessen für 0,25 Mark ab.

11.März 1947
16.00-20.00 Uhr Besprechung beim Militärkommandanten, Oberst Kusmitschew, über den Ausbau der Schiffsreparaturwerft und sich daraus ergebende Aufgaben der Arbeiter wie Versorgung und Unterbringung der Arbeiter unter anderem.

13.März 1947
200 bedürftige, vom Gesundheitsamt ausgewählte, Kinder erhalten 60 Tage lang ein zusätz-liches, kräftiges Mittagessen (1 Liter) unentgeltlich. Die Essensausgabe organisiert der Frau-enausschuss.

17.März 1947
In Wismar bestehen sieben Bau- und Siedlungsgenossenschaften mit zusammen 2.200 Woh-nungen (einschließlich der zerstörten).

19.März 1947
Zur Frühjahrsbestellung stehen 275 Traktoren und 7.300 Pferde bereit. Einige fliegende Re-paraturkolonnen sind im Kreis Wismar aufgestellt worden. Die für die Frühjahrsbestellung aus Wismar zur Verfügung gestellten Pferde kommen mit Gewichtsverlusten bis zu 2 Zent-ner und zum Teil mit nicht vollständigem Sielengeschirr zurück.

22.März 1947
Zur Verhinderung von Diebstählen und anderen Übergriffen stellt der Kleingartenverein mit Beginn der Gartenbestellung Wächter ein.

• Ehrung der Märzgefallenen. Demonstration von Opfern des Faschismus, FDGB, SED, Polizei und Betriebsdelegationen vom Markt zum Ostfriedhof.

24.März 1947
Kontrolle der Wismarer Wohn- und Umsiedlerlager, die der Volkssolidarität unterstehen. Rotentor (126 Personen), Karlstor (279 Personen), Wohnlager Zuckerfabrik (190 ledige Ar-beiter, bzw. von Familien getrennt), Wohnlager Waggonfabrik (140 Arbeiter), Mädchen-Volksschule (11 Familien), Kaserne Parkstraße. (700 Personen, haben sich zum großen Teil wohnlich eingerichtet), Friedrich-Techen-Straße (190 Personen; in Stube und Küche); Ger-mania-Sportplatz (388 Personen) zusammen etwa 2.000 Einwohner.
In der Kaufmannsschule Kleine Hohe Straße sind 95 Arbeiter untergebracht.

28.März 1847
Ein anonymer Brief droht die Sprengung des Rathauses am 28.03.1947 an.

April

2.April 1947
Die Volksküche gibt täglich 650 Portionen (200 davon Schulspeisung) aus. Die Abonnenten müssen Lebensmittelmarken für 2000 g Kartoffeln, 100 g Nährmittel, 20 g Fett pro Dekade abgeben. „Dafür gibt es täglich ein Essen aus Kartoffeln, Brühe, abwechselnd Grütze, Erb-sen, Wurzeln und Steckrüben zum Preise von 60 Pfennig pro Liter. Rentenempfänger zahlen nur 25 Pfennig.“ Elf Frauen und zwei Männer arbeiten in der Volksküche.

8.April 1947
Der interessante Giebel des früheren Hotels Waedekin, ein alter Backsteinbau, ist dem Ab-bruch zum Opfer gefallen wie auch die baulichen Reste der „Alten Schule“.

14.April 1947
In der Stadt werden zurzeit für den Unterricht genutzt: die Grundschulen für Knaben und Mädchen in der Dahlmannstraße sowie die Große Stadtschule. Das Schulgebäude im Bad-staven, lange Zeit Unterkunft für Umsiedler, wird renoviert und für den Unterricht vorberei-tet. Die Abteilung Kultur und Volksbildung drängt auf die Freigabe des Lyzeums, das bis-lang von der Militärkommandantur genutzt wurde, aber jetzt freisteht.

17.April 1947
Der Lindengarten wird auch in diesem Jahr wieder umgeackert.

23.April 1947
Diebesbande von jungen Burschen zwischen 20 und 25 Jahren, die sich den Namen „Chica-go“ zugelegt hatte, wurde gefasst. Zwölf Mitglieder sind von der Polizei verhaftet worden.

24.April 1947
Großer Saal des Volkshauses: Festveranstaltung anlässlich des einjährigen Bestehens der SED.

26.April 1947
Das ehemalige Luftwaffenlazarett wird der Schiffsreparaturwerft zur Verfügung gestellt. Protokoll über erste Besprechung vom 26.04.1947 enthält Hinweise darüber, dass die Ge-bäude nur provisorisch hergerichtet werden sollen. (Kabel, Schalter, Steckdosen fehlen – Petroleumlicht wird erwogen; die Türen sind ohne Schlösser – Kastenschlösser außen und einfache Riegel innen sollen als Ersatz angebracht werden).
Das Stadtbauamt schätzt, dass im Komplex Luftwaffenlazarett einschließlich der Einzelhäu-ser 1.387 Personen in etwa 352 Wohnungen untergebracht werden können.

29.April 1947
Dr. Klaus Peters schlägt vor, die Badeanstalt Peetz Wasserstraße, wiederzueröffnen. Ein dringliches Bedürfnis ist vorhanden, nachdem auch im Krankenhaus die Duschanlagen nicht benutzbar sind.

29.April 1947
Der Gesundheitsausschuss besichtigt das Krankenhaus Mühlenstraße (Haut- und Ge-schlechtskrankheiten). Zurzeit 164 Kranke: 69 Männer, 105 Frauen. Kein Mangel an Medi-kamenten; es fehlen noch einige Fensterscheiben, Betten stehen sehr dicht, aber das Haus macht einen sauberen, freundlichen Eindruck.

Mai

1.Mai 1947
Etwa zehntausend Menschen zur Maikundgebung auf dem Marktplatz. Es sprechen Genosse Säverin, Wiese, Härtel. Am Vorabend Festveranstaltung im Volkshaus mit Ansprache von Genossen Moritz.

• Mitgliederzahl der SED am 01.05.1947: 4.565 gegenüber vom 01.05.1946: 3.330,
81 Wohnbezirksgruppen untergliedert in 341 Zehnergruppen, 32 Betriebsgruppen.

3.Mai 1947
Im „Hotel zur Sonne“ fand die erste Fachmodenschau nach Beendigung des Krieges statt. Geschmackvolle Modelle, zum Teil aus einfachsten Mitteln hergestellt, wurden gezeigt.

10.Mai 1947
Pferdebestand in Wismar zusammen 275
gewerbliche Fuhrunternehmer 80
Geschäftsleute 126
Spedition 21
Landwirtschaft 48
zur Frühjahrsbestellung abgestellt 57
Personenkraftwagen-Bestand
in Wismar zusammen 243
davon mit Berechtigungsschein 71
davon ständig fahrbereit 35

13.Mai 1948
Landeszeitung berichtet von einem Auftritt der FDJ-Musikgruppe vor jugendlichen Angehö-rigen der Waggonfabrik, die „mit viel Freude bei der Sache“ waren und „nach jedem Musik- und Gesangsstück Beifall“ klatschten. „Dies war die erste Veranstaltung dieser Art in Meck-lenburg.“
FDJ-Betriebsgruppen bestehen in der Waggonfabrik, Zuckerfabrik, Deutsch-Russischen-Transport-Gesellschaft (DERUTRA), Schiffs-Reparaturwerkstatt und im Post-amt.

• Die maschinelle Produktion von Torf am Dorstein läuft an. Lokomobile und Presse arbeiten. 56 Beschäftigte in zwei Schichten, sechs Stechmaschinen im Einsatz.
Am 31.05. sind sieben Stechmaschinen, eine Presse und 110 Kräfte im Einsatz (10 % davon fallen durchschnittlich aus).
Am 28.05.47 waren 97 Männer und Frauen beschäftigt; vier Stechmaschinen in Be-trieb, zwei weitere konnten nicht eingesetzt werden, da es an männlichen Arbeits-kräften fehlte.

20.Mai 1947
Volkshaus: Kreiskonferenz des DFD
Wahl der Vorsitzenden:
1. Otti Richter
2. Lieselotte Hafemeister (Stadt Wismar)
1. Fräulein Elisabeth Schiebert
2. Frau Leveke

27.Mai 1947
Landeszeitung: Die Verwaltung der Häfen Wismar, Rostock und Stralsund geht einer An-weisung der Sowjetischen Militäradministration zufolge in deutsche Hände über. Es werden deutsche Hafengemeinschaften gebildet, die einer Aufsichtsstelle in Rostock unterstehen. Die Umschlag- und Stauereigeschäfte verbleiben bei der Deutsch-Russischen-Transport-Gesellschaft. Die Hafengemeinschaft ist für Sicherheit und Brandschutz, für die technischen Einrichtungen, für Ausbau und Neubau von Umschlag- und Hafenanlagen verantwortlich. Sie stellt im Mai 10 Mann Hafenfeuerwehr ein und nimmt im Juni die Motorbarkasse „Greif“ als Feuerlöschboot in Dienst. Im August 1947 hat die Hafenlöschpolizei eine Stärke von einem Brandmeister und 17 Mann erreicht.

• Die Verteilung der Rundfunkgeräte ist im Gange. 50 Geräte sind den Parteidienst-stellen zur Verfügung gestellt. 600 weitere, defekte Apparate sollen über die Parteien und den Frauenbund zur Verteilung an die Bevölkerung kommen.

29.Mai 1947
Volkshaus: Vortrag von Major Rudnik: „Die Politik der Sowjetunion gegenüber Deutsch-land“ – 800 Besucher

31.Mai 1947
Schiffsverkehr im Mai war planlos: Sechs Schiffe mit, 283 Schiffe ohne Ladung eingelaufen; ausgelaufen 257 (fünf davon leer).
Zwischen 18. und 28.05 müssen die Schiffe auf Reede bleiben; am 21.05. sind 25 Schiffe auf Reede, 48 im Hafen. Erhebliche Liegegelder; schlechte Ladeleistungen (mangelnde Ar-beitsleistung und -organisation). „das seit Herbst vorigen Jahres in offenen Bunkern lagernde Kali musste gesprengt werden, mit Presslufthämmern aufgelockert und mit einer hohen Zahl von Arbeitskräften mühsam verladen werden…“

Juni

1.Juni 1947
Ortsansässige 29.942
Umsiedler * 15.755
polizeilich gemeldet 45.697
* davon Männer 4.489
* davon Frauen 5.297
* davon Kinder 5.969

3.Juni 1947
Im Stadtgebiet bestehen 27 landwirtschaftliche Betriebe, weitere in den Stadtgemeinden Dammhusen, Groß Flöte, Kluß, Kritzowburg, Müggenburg und Viereggenhof.
Der Einsatz der Gespanne kann jederzeit überprüft werden, da für sämtliche vorhandene Pferde eine Kartei geführt wird, in der festgehalten ist, wo, wann und wie lange sie fahren.

11.Juni 1947
1.600 Arbeiter im Hafenumschlag beschäftigt. Bei rationellerem Einsatz wäre mit einem Teil dieser Kräfte auszukommen. Einschätzung des OB: „Im Augenblick ist es so, dass jeder, ob er gelernt oder ungelernt, sich zum Hafen drängt, in der Annahme, dort irgendwie zusätzlich Geschäfte zu machen, sei es durch Diebstahl, sei es durch Tauschgeschäfte mit den Schiffs-besatzungen…“

In der Zeit vom 29.05. bis 10.06.47 sind (von der Werft) 242 Mann eingestellt worden. Für diese ist in Wismar keine Unterkunftsmöglichkeit vorhanden, nachdem die der Werft zur Verfügung gestellte Kaserne Parkstraße voll belegt ist… Die Vermittlung der von auswärts kommenden Arbeitskräfte durch die einzelnen Arbeitsämter geschieht so, dass den Leuten Versprechungen gemacht werden, die nicht einzuhalten sind… Es ist zu befürchten, dass diese Leute keine Sympathie für das neue Deutschland, haben werden… Wenn man die Ar-beitsverhältnisse im Betrieb betrachtet, so ist festzustellen, dass die vorhandenen Arbeits-kräfte durchaus nicht rationell arbeiten…“

13.Juni 1947
Stadtverordnetenversammlung tagt zum letzten Mal in der „Sonne“, an diesem Tag im klei-nen Saal, zuvor im großen Saal.

14.Juni 1947
Bildung der Volksbühnengruppe in Wismar.
(Monatsbeitrag 2,20 Mark; Anmeldungen beim FDGB, den Betriebs-Kulturobleuten und bei der Bartholdischen Buchhandlung).
• Buntes musikalisches Programm der Volksbühne im Stadttheater am Sonntag, 22. Juni.

15. Juni 1947
Rat der Stadt erinnert an Pflicht der Straßenreinigung bis 8.00 Uhr früh.

17.Juni 1947
Die Instandsetzungsarbeiten an der Turnhalle der Großen Stadtschule sind beendet. Richtli-nien für die Benutzung der Halle sollen aufgestellt werden. Da keine Turngeräte vorhanden sind, ist die Sportgruppe Ost aufzufordern, ihre Geräte zur Verfügung zu stellen.

19.Juni 1947
Spielplan 1947/48 im Stadttheater Wismar:
„Elga“ (Hauptmann)
„Mit meinen Augen“ (Braun)
„Der Schatten“ (Schwarz)
„Madame Butterfly“
„Martha“
„Troubadour“
„Csardasfürstin“
„Maske in Blau“
„Graf von Luxemburg“
„Fledermaus“
„Liebe lacht im Lärchenhof“
23.Juni 1947
FDJ-Versammlung über die „Grundrechte der jungen Generation“ im Volkshaus
(Stadtjugendleiter Heinz Schulz, Ingenieur Schmeißer von der Gewerbeschule, Kreisschulrat Dethloff). Eingeladen sind Handwerksmeister, Ingenieur-Hochbaukombinat, FDGB, Ar-beitsamt und Parteien. In der Versammlung ging es stürmisch zu. Fast alle Anwesenden wandten sich gegen die 42-Stunden-Woche für Jugendliche unter 16 Jahren.

24.Juni 1947
Kurhaus Wendorf zurzeit mit Flüchtlingen belegt.

Wer der Enttrümmerung fernbleibt, soll 10,00 Mark, beim nächsten Fernbleiben 50,00 Mark Strafe zahlen. Viele drücken sich vor der Enttrümmerung, andere lassen sich über die Betrie-be entschuldigen. – Anforderungen zum Einsatz erfolgen formal und schriftlich aufgrund der Ortssatzung Hand- und Spanndienste. Bis zum 06.09.1948 gab es an 75 Sonntagen, (05.00-12.00 Uhr vormittags)
• Arbeitseinsätze; 2.000 m³ Trümmerschutt wurden bewegt, 216.000 Mauersteine ge-borgen.
Außerdem sind die Firma Schulz mit 43 Leuten (14 davon Frauen) und die Kolonne Haacker
(ehemalige Nazis; vom Arbeitsamt in die Kolonne vermittelt) eingesetzt.

26.Juni 1947
Das Restaurant „Charlott“ ist zu schließen, sein Betrieb einzustellen. Gaststättenbetrieb in der Nähe einer sowjetischen Garnison ist strengstens untersagt.

Landeszeitung vom 26.06.: Herr Bull veranstaltete im großen Saal seines „Hotel zur Sonne“ ein Tanzturnier um die „Meisterschaft von Mecklenburg im Amateurtanz“, zu dem die besten Tänzer des Landes und einige Paare aus Berlin erschienen waren.

28.Juni 1947
Bahnschutz entdeckt auf dem Nebengleis eines Fabrikgeländes einen Waggon mit „Um-zugsgut“, der Schieberwaren enthält: Eier, 6 Kilogramm Schinken, 128 Kilogramm Kartof-feln, 38 Kilogramm Zucker, 6 Zentner Mehl. Das Reiseziel war Berlin.

30.Juni 1947
Rechenschaftsbericht über FDJ-Arbeit im Juni: In Wismar bestehen 45 Wohngruppen und 15 Betriebsgruppen. – Ingenieur-Akademie hat eigene Kulturgruppe aufgestellt. – Manche selbst zusammengestellten Programme von FDJ-Gruppen befriedigen nicht. Der Kreiskulturrefe-rent soll die Programme „abnehmen“ – 45 FDJ-Mitglieder aus Wismarer Betriebsgruppen erhielten 14 Tage Erholungsurlaub im Schloss Semper; fast alle kostenlos dank der Paten-schaften von Betrieben und Organisationen.

• Im 1. Halbjahr 1947 wurden festgenommen: 357 Schieber und Schwarzhändler mit insgesamt 5.200 Kilogramm Lebensmitteln; darunter:
800 Kilogramm Zucker
1.500 Kilogramm Mehl und Getreide
1.200 Kilogramm Kartoffeln
330 Kilogramm Fleischwaren
240 Kilogramm Speck und Schinken
170 Kilogramm Fettwaren

Ende der Theater-Spielzeit 1946/47
(seit dem 1. Januar 1947: vier Operetten, zwei Schauspiele, ein Lustspiel, ein Stück der Nie-derdeutschen Bühne, ein Sinfoniekonzert, ein Märchenspiel; dreimal geschlossene Veranstal-tungen, viermal Abstecher nach Neukloster, Brüel, Kirchdorf, Schwerin).
Eröffnung der neuen Spielzeit am 01.08.1947.
Im Repertoire des Stadttheaters und der Niederdeutschen Bühne waren zur Spielzeit 1946/47):
Opa ward verköfft,
Der fidele Bauer,
Das tausendjährige Reich,
Wir heißen euch hoffen (Landeszeitung, 06.08.1946),
Wiener Blut (Landeszeitung, 20.08.1946),
Der Froschkönig,
Wenn de Hahn kreiht (Landeszeitung 28.08.),
Karl III. und Anna von Österreich (Landeszeitung 09.09.: Versuch der doppelstöckigen Bühne gelang),
Bezauberndes Fräulein (Landeszeitung, 03.10.),
Mudder Mews,
Iphigenie auf Tauris,
Weekend im Paradies (Landeszeitung, 30.10.1946),
Der Zigeunerbaron,
De deerns ut`n Dörkroog,
Schneewittchen (zu Weihnachten),
Der Vogelhändler,
Die bunte Palette (Silvesterprogramm),
Der Biberpelz (Landeszeitung, 29.01.47),
Straßenmusik,
Musikanten up Ferien (Landeszeitung, 28.02.),
Spiel an Bord,
Der Waffenschmied,
Maskottchen,
Die große Nummer,
Land des Lächelns,
De dulle Diern,
Es spukt im Schloß.

• Arbeitsgericht Wismar verhandelte im ersten Jahr (01.06.1946-30.06.1947) 165 Kla-gen.
(64 Vergleiche, 25 Urteile, ein Beschluß; 51 x Klage zurückgenommen; zwei Fälle an ein anderes Gericht verwiesen; 58 % zugunsten der Arbeitnehmer, 42% zugunsten der Arbeitgeber).

Juli

1.Juli 1947
Enteignung des Kinos „Weltspiegel“. Frau Käte Gränsser, die Inhaberin, wird als Verwalte-rin des Theaters weiterbeschäftigt.

2.Juli 1947
Am 02. Juli kam es auf der Sitzung der Handwerkskammer und der Ortsleitung der FDJ zu einer Einigung auf eine 42-Stunden-Woche. Außerdem erhalten die Lehrlinge bis zu 16 Jah-ren einen Urlaub bis zu 24 Tagen. Die jungen Leute haben aber zu beweisen, dass sie bereit sind, vollwertige Fachkräfte zu werden.“

4.Juli 1947
Aus Anlass des ersten Jahrestages stellt die Volkssolidarität zur Verfügung:
• 40.000,- Reichsmark für Alters- und Pflegehaus, Mecklenburger Straße
• 2.000,- Reichsmark für katholisches Kinderheim, Turnerweg
• je 1.000,- Reichsmark für Kindergärten Neustadt und Rosenfeld
• 1.000,- Reichsmark für Säuglingsheim Bliedenstraße
• Alte, Kranke, Schwerbeschädigte erhalten Torf kostenlos angefahren.

7.Juli 1947
Ab 07. Juli gibt das Amt für Handel und Versorgung Tabak- und Gemüsekarten aus.
Textilien, Seife, Streichhölzer und Papierwaren gibt es als Prämie bei der Ablieferung von Lumpen, Knochen und Altpapier.

• Die Triebwagen- und Waggonfabrik Wismar und die Bootswerft Warnemünde wer-den mit der Schiffsreparaturwerft Wismar unter deren Namen vereinigt (zusammen etwa 4.000 Beschäftigte)

8.Juli 1947
Buntes Sommerprogramm mit Udo Vietz, Lotte Werkmeister und anderen am 08.07.; für Volksbühnenmitglieder freier Eintritt.

10.Juli 1947
Zwei neue Verkaufsstellen des Konsums wurden in der Parkstraße und der Rostocker Straße eingerichtet. Jetzt im Stadtgebiet acht Verkaufsstellen; zweite Bäckerei wurde in Betrieb genommen.

• Befehl der Sowjetischen Militäradministration Maßnahmen zur Vergrößerung des Hafenumschlages für Wismar: bis 25.07. 450, bis 01.09.1947 weitere 400 Hafenar-beiter einstellen; bis 25.08. (Endtermin) Lagerhallen und Hafenanlagen instand set-zen und ausbauen; für Deutsche-Sowjetische-Transport-Gesellschaft: Arbeitsorgani-sation verbessern, Akkord-Prämien-System einführen.

15.Juli .1947
Standorte der „Schiffsreparaturwerft Wismar, landeseigener Betrieb“ am 15.07.1947:
• Zwei Hallen Kopenhagener Straße und umliegendes Gelände 12.000 Quadratmeter Fläche am Kohlenhafen
• zwei Holzschuppen am Holzhafen
• Malzfabrik am Platten Kamp
• Kaserne Parkstraße (Wohnungen, Tischlerei, Lehrlingswerkstatt)
• Spiegelberg 57/59 (Büroräume)
• Zementlager Scheuerstraße
• Tankanlage Lübsche Burg

17.Juli 1947
Im Hafen Wismar beginnen Baggerarbeiten. Da nicht genügend Schuten vorhanden sind, gehen die Arbeiten nicht so zügig voran wie vorgesehen. Der Hafen erreicht im Monat Juli den bisherigen Rekordumschlag von 109.506 Tonnen; 217 Schiffe werden abgefertigt. Die Umschlagseinrichtungen werden voll ausgenutzt, Umschlag geschieht zurzeit mit Hilfsmit-teln. Überholungsarbeiten machen sich notwendig.

• „Swante“ beförderte im Juli 14.132 Personen zwischen Wismar und Poel.

Umschlag Wismar Rostock Warnemünde Stralsund
Tonnen (im Juli) 109.506 93.562 31.291 16.912

20. Juli 1947
Der Rat der Stadt ruft an Sonntagen die Bevölkerung zu Torfsticharbeiten auf. Beteiligte erhalten je 3 Zentner Torf für die Familie kostenlos.

21.Juli 1947
Bis zum 23.07.47 ist das ehemalige Luftwaffenlazarett von der Stadt Wismar zu überneh-men und Wohnungen für Beschäftigte der Schiffsreparaturwerft herzurichten.

24.Juli 1947
Stadtverordnetenversammlung: Oberbürgermeister Säverin referiert über Kanalprojekt. Stadtverordnete fordern bessere Zugverbindungen: direkte D-Zug-Verbindung nach Dres-den;
D-Zug Schwerin-Berlin soll schon in Wismar eingesetzt werden.

29.Juli 1947
Reisende, die den D-Zug benutzen wollen, benötigen eine Bescheinigung, die für Wismar in Bad Kleinen ausgestellt wird.

30.Juli 1947
Überprüfung aller Feuerstellen, Einschaltung der Schornsteinfeger-Meister, Tätigkeitsbericht der Brandschaukommission.

31.Juli 1947
Mitgliederzahl der FDJ in Wismar am 31.07.: 3181- Seit 01. April 480 neue Mitglieder.

Juli 1947
Niederdeutsche Bühne Wismar
Spielzeit 1946/47 107 Aufführungen
„För de Katt“ 7x
„Opa ward verköfft“ 11x
„Wenn de Hahn kreiht“ 15x
„Mudder Mews“ 4x
„De möblierte Herr“ 2x
„De rode Ünnerrock“ 1x
„De Deerns ut`n Dörpkrog“ 7x
„Sien veerte Froo“ 2x
„Stratenmusik“ 9x
„Muikanten up Ferien“ 16x
„De dulle Deern“ 13x
„Swienskomödie“ 10x

31.Juli 1947
Der Kreisjugendleiter der FDJ in Wismar ist vor kurzem verhaftet worden, weil es sich her-ausgestellt hat, dass er ehemals Bannführer der Hitlerjugend gewesen ist.

• Die von den Nazis gestohlene große Glocke der Sankt-Nikolai-Kirche wurde wieder nach Wismar zurückgebracht und in der Kirche aufgehängt. Die Glocke wurde vor etwa 300 Jahren in Lübeck gegossen und ist über 100 Zentner schwer.

August

1.August 1947
Jugendliche sind für die Schiffswerft und für die Deutsch-Sowjetische-Transport-Gesellschaft dienstverpflichtet worden. Sie wohnen in Massenunterkünften. Viele von ihnen wurden formal verpflichtet und von der Notwendigkeit ihres Einsatzes nicht überzeugt.

9.August 1947
„Charlott-Betriebe GmbH“ sind in die Räume des ehemaligen „Kaffee Zentral“ im 1. Stock des „Greifen“, Markt 22, umgezogen. Das Etablissement nennt sich jetzt „Nordland GmbH“, vertreten von den Herren Ewald Rumg und Gerhard Egerland. Vorläufige Schankerlaubnis wird am 09.08; die offizielle am 04.10. erteilt.

11.August 1947
Etwa 800 der Hafenarbeiter sind von ihren Familien getrennt, der größte Teil wohnt in Mas-senquartieren. Die SED-Betriebsgruppe der Deutsch-Sowjetischen-Transport-Gesellschaft bittet am 11.08.47, die Beschlagnahme der „Hafenhalle“ durch die sowjetische Kommandan-tur rückgängig zu machen. Als Ersatz wird das „Reuterhaus“ vorgeschlagen, der Rat der Stadt bringt die „Wallhalle“ ins Gespräch.

12.August 1947
Gaststätte „Waedekin“: Gründungsversammlung der „Gesellschaft zum Studium der Sow-jetkultur“. Bürgermeister Schmidt eröffnet, 1. Vorsitzender wird Oberbürgermeister Säverin.

14.August 1947
Landeszeitung berichtet über Vorhaben des Stadttheaters in der bevorstehenden Spielzeit; über Neuengagements, Intendanz und künstlerische Leistungen.
Beginn der Spielzeit ist am 16.08.1947. Das Abonnement für 16 Vorstellungen („Stamm-platzmiete“) beträgt für
1. Rang 68,50 Mark
1. Sperrsitz 68,50 Mark
2. Sperrsitz 56,50 Mark
3. Sperrsitz 45,00 Mark

17.August 1947
Die Volkssolidarität veranstaltet vom 17. April bis 23. August eine Möbelsammlung für Um-siedler.
Zur Kundgebung am 17.08. im „Volkshaus“ „Wir müssen helfen“ (Referent Stadtrat Fritz) erschienen nur etwa 100 Einwohner. Aber das Ergebnis der Sammlung ist gut; Landeszei-tung vom 12.09. meldet:
• 1.290 Möbelstücke
• 770 Haushaltsgegenstände
• 12 komplette Zimmereinrichtungen

18.August 1947
Die „Niederdeutsche Handpuppenbühne Wismar“ eröffnet im Schweriner „Haus der Kultur“ eine Spielwoche.

25.August 1947
Die Arbeitsschutzwoche für das Land Mecklenburg/Vorpommern wird im größten Betrieb, der Schiffsreparaturwerft, eröffnet.

31.August 1947
Volkshaus; 30./31. August 1947: Kreisdelegiertenkonferenz der SED, Genosse Härtel und Moritz als Kreissekretäre wiedergewählt

Hafenumschlag im August 1947: Wismar Rostock Warnemünde Stralsund
Tonnen 105.436 79.488 39.701 34.371
• Von den 265 Fahrzeugen im Wismarer Hafen kamen im August 1947 aus Dänemark 94, Schweden 89, Holland 27, Finnland 18, Union der Sowjetischen Sowjet Repub-liken 12, Norwegen 7, Belgien 7, Deutschland 4, Griechenland 1 – mehr als 2/3 der Fahrzeuge waren Segler mit Hilfsmotor.

Sonntag, 31.August und Montag, 1.September 47 gastiert auf dem Marktplatz die Hochseil-gruppe „Alfredo“: „Sensationsgastspiel für den Wiederaufbau der Stadt Wismar“

August 1947
Über 500 Wismarer Kinder hatte die Volkssolidarität in Dörfer der Kreise Wismar und Schönberg verschickt. Sie kehren mit Gewichtszunahmen bis zu 15 Pfund zurück. Die für 4 Wochen in das Erholungsheim „Immenhof“ in Sachsen verschickten Kinder kehren in der Nacht zum 01. Oktober zurück.

September

1.September 1947
• 900 Lernanfänger werden eingeschult, Schulbücher und Lernmaterial sind vorhan-den, es mangelt aber an Schiefertafeln.
• Schule Badstaven (Pestalozzi-Schule) ist von Umsiedlern geräumt und renoviert worden. Möbel und Inventar sind zurzeit zusammengesuchte Stücke; statt Schulbän-ken Tische und Hocker. In den drei Schulgebäuden an der Dahlmann-Straße sind je-weils zwei Schulsysteme untergebracht. 107 Lehrer haben 6.470 Grundschüler in 145 Klassen zu unterrichten; 55 Räume stehen dafür zur Verfügung.
• Die Oberschule für Jungen und die Oberschule für Mädchen werden zusammenge-legt zur „Großen Stadtschule“ mit 344 Schülern und 23 Lehrern (6 SED, 9 CDU, 6 LDPD, 2 parteilos).

• Konsumgenossenschaft eröffnet eine Verkaufsstelle (Lebensmittel, Fleischwaren, Textilien, Schulwaren und Haushaltsgeräte) ausschließlich für Angehörige der Deutsch-Russischen-Transport-Gesellschaft. „Es ist der größte und bestausgestaltete Verkaufsraum in Wismar“, stellt der Gewerbeaußendienst fest. Die Konsumgenos-senschaft unterhält Ende des Jahres 1947 neun Verkaufsstellen in Wismar.

2.September 1947
1.289 Wohnräume der Stadt sind für sowjetische Besatzungsmacht beschlagnahmt.

4.September 1947
Ab 04.09.1947 gibt es in den Kantinen Parkstraße und Kanalstraße der Schiffsreparatur-werft Wismar einen markenfreien Mittagstisch.

6.und 7.September 1947
Volksfest der SED im Volkshaus mit Kinderbelustigungen ab 14.00 Uhr, Tanz und Preiske-geln. Gegen Mittag des 07.09. berührt der Staffellauf zum Landesparteitag in Schwerin Wismar.

10.September 1947
Landtag von Mecklenburg-Vorpommern verabschiedet ein Gesetz zur Überführung der Lichtspieltheater in Volkseigentum.

• Oberst Kusmitschew verfügt die Übergabe von „Fründts Hotel“ vom Vertreter des „Intourist“ an die Gesellschaft zum Studium der Sowjetkultur.

12.September 1947
Nicht später als zum 16.09. ist eine Instandsetzungskolonne für das ehemalige Luftwaf-fenlazarett zu bilden. Sie soll zunächst aus 130, am 01.10.47 aus 200 Arbeitern bestehen.

• Befehl Nummer 54 vom 12.09.1947 schafft bessere Bedingungen für die Steigerung der Arbeitsproduktivität in der Schiffsreparaturwerft (Einführung von Betriebsaus-weisen und eines Kontrolldienstes) und verbessert die Arbeits- und Lebensbedin-gungen der Betriebsangehörigen (Betriebsessen, bevorzugte Versorgung mit Heizma-terial und Industriewaren). Im Wohnblock Parkstraße sind Schneider- und Schuster-werkstatt einzurichten, Wasch- und Bademöglichkeiten sind zu schaffen.

14.September 1947
• Tag der Opfer des Faschismus
• nachmittags Kranzniederlegung
• vormittags Kundgebung Marktplatz Gedächtnisgottesdienste; abends Opernkonzert Stadttheater

15.September 1947
Abendkurse 1947/48 der Volkshochschule Wismar beginnen.

16.September 1947
Stadtverordnetenversammlung Oberbürgermeister Säverin erstattet Bericht:
„Die Bedeutung der Schiffsreparaturwerft für die Stadt Wismar und die Aufgaben der Stadtverwaltung“ – „… Die Niederlassung dieses Werkes in der Stadt bedeutet fraglos…
das Herausheben der Stadt aus dem Niveau einer Kleinstadt zu einer wichtigen Industrie-stadt…“

17.September 1947
Instandsetzungsarbeiten an den Kirchen: Marienkirchturm wird mit Schieferplatten vom beschädigten Chor des Schwarzen Kloster abgedeckt, die Einrichtung des Mittelschiffs der Georgenkirche ist in Angriff genommen worden, in der Nikolaikirche werden die Glasschä-den behoben, das beschädigte Dach der Heiligen-Geist-Kirche ist mit alten Ziegeln neu be-legt worden.

• 216 Familien und 156 Einzelpersonen wohnen in Massenquartieren; weiterhin sind
• 109 Arbeiter im Lager Rostocker Straße 04
• 98 Arbeiter im „Hotel zur Sonne“
• 42 Arbeiter in „Stadt Hamburg“ untergebracht.
In beiden Hotels sind Säle als Massenquartiere eingerichtet.
• Im November werden von der Kommandantur Wohnungen am Burgwall und Wen-dorfer Weg freigegeben. Dorthin sollen laut Ratsbeschluss vom 21.11.1947 in erster Linie Umsiedler aus den Sälen von „Stadt Hamburg“ und „Zur Sonne“ umquartiert werden.

22.September 1947
Das Umsiedlerlager Flessenow wird der Stadt Wismar als Wohnlager übergeben; 22 Block-häuser (von 83) sind beziehbar, andere „ausbaufähig“.

27.September 1947
Die Wismarer Eiskonditoren werden überprüft, ob der Gehalt an Zucker in ihrem Speiseeis auch den abgegebenen Zuckermarken entspricht. Eis gibt es in Wismar im Sommer 1947 bei

• Eisdiele Landsmann, Hinter dem Rathaus 18
• Cafe Eichholz, Am Markt 5
• August Fritz, Am Markt 13
• Albert Klockow, Karl Liebknecht Straße 20
• sowie im Restaurant Waedekin, Lübschestraße 5 und
• in den „Charlott-Betrieben“, Am Markt 22

30.September 1947
Die „Deutsche Volksbühne Mecklenburg, Gruppe Wismar“ zählt 586 Mitglieder. Gründung erfolgte im Juni 47, 1.Vorsitzender ist Genosse Münzer, 2. Vorsitzender F. W. Otto. Der Beitrag beträgt 2,20 Mark, wofür jeden Monat eine Theateraufführung geboten wird.
Im Dezember schon 650 Mitglieder; Volkschor und Laienspielensemble sind im Aufbau.

Oktober

1.Oktober 1947
Deutsch-Russische-Transport-Gesellschaft eröffnet den Kantinenbetrieb in einer Baracke des Holzhafens. Am 10.10.1947 übernimmt der Betrieb auch die Gaststätte Zillmann am Was-sertor.

• Die Deutsche-Russische-Transport-Gesellschaft, die zurzeit etwa 2.500 Arbeiter be-schäftigt, stellt den Antrag auf Übernahme der „Wallhalle“ am 04.10.47, das zur Zeit nicht genutzte Haus soll ein „Werkheim“ werden.

• Umsiedlerlager Losten wird der Stadt Wismar als Wohnlager übergeben.

• Im Lager wohnen 88 Familien mit 281 Personen und 105 Einzelpersonen; das Lager ist vornehmlich für Arbeiter der Deutsch-Russischen-Transport-Gesellschaft gedacht. – Am 04.07.1948 wohnen noch 42 Familien von der Deutsch-Russischen-Transport-Gesellschaft dort.

• Der im Winter 1946/47 durch Eiseinwirkung im Hafen abgesackte Dampfer „Fried-rich Karl II“ ist gehoben. Die Arbeiten begannen am 30. August. Hervorragender Einsatz von Tauchern der Feuerwehr und der Besatzung des „Walfisch“.

• Orchester „Waldemar Hendrich und seine Solisten“ feiert zweijähriges Bestehen, hat voriges Jahr 294 Gastspiele mit ca. 96.000 Besuchern veranstaltet.

• 1945: 2.565 Gartenpächter
• 1947: 5.000 Gartenpächter
• 20 Männer sind als „Gartenpolizei“ eingesetzt; wer aus Nachbars Garten stiehlt, wird seinen eigenen Garten los und öffentlich angeprangert.

• Volkshaus: Die Stadtwerke feiern die 50jährige Zugehörigkeit der Gasanstalt zur Stadtverwaltung. „Was das Essen betrifft, so hofft Direktor Daxberger, einen Erb-seneintopf zusammenzubringen und auch das nötige Getränk beschaffen zu kön-nen …“, „… mit Rücksicht auf die beschränkte Zahl der vorhandenen Schnapsgläser erscheint es zweckmäßig, tunlichst nur einen Schnaps für jeden Teilnehmer freizuge-ben.“
Erwartet wurden etwa 450 Betriebsangehörige mit Ehepartnern und Gäste aus der Stadtverwaltung und den gesellschaftlichen Organisationen.

5.Oktober 1947
Eröffnung der Theaterfestwoche aus Anlass des 105jährigen Bestehens des Stadttheaters. Die Festansprache hält Stadtkämmerer Hans Raspe. In den späten Abendstunden bricht bei Drahtmüller, Rostocker Straße, ein Feuer aus.

6.Oktober 1947
Zustandsbericht über Kräne im Hafen
Kranbrücken 1 und 2: Baujahr 1911
Kranbrücke 3: Baujahr 1928/29
15 Tonnen Schwerlastkran: Baujahr 1915/16, insbesondere dieser Kran bedarf dringend der Überholung

• Bei den im Hafen umgeschlagenen Transporten handelt es sich um Reparationsgüter. Der Stadt aus dem Hafen zustehende Gebühren könnten möglicherweise zu Lasten des Reparaturfonds geltend gemacht werden, aber nicht der Deutsch-Russischen-Transport-Gesellschaft.

7.Oktober 1947
Stadtverordnetenversammlung Stadtrat Zepp wird ins Ministerium verabschiedet, Stadtver-ordnetenversammlung wählt Genossin Rosselt (33) in den Rat. Sie ist Umsiedlerin aus der Tschechoslowakischen Republik. Es gibt in diesem Zusammenhang einen Disput in der Stadtverwaltung, in dessen Verlauf die Ämterverteilung des Rates kritisiert wird. Diese soll-te nicht auf Antrag der SED erfolgen, sondern dem Rat der Stadt überlassen bleiben.

13.Oktober 1947
Die Hallen und größeren Räume des Seegrenzschlachthauses werden von der Deutsch-Russischen-Transport-Gesellschaft zur Lagerung von Exportgütern genutzt, in den Kühlräu-men hat der Verkaufsverband Norddeutscher Molkereien Butter eingelagert. Im Verwal-tungsgebäude ist eine sowjetische Militäreinheit untergebracht. Alle Maschinen, Aggregate und Anlagen sind intakt. Nach Räumung durch die Nutzer könnte das Seegrenzschlachthaus innerhalb von 4-6 Wochen in Betrieb genommen werden.

• 865 Beschäftige der Zuckerfabrik beginnen Kampagne 1947.

• Hansewerft wird landeseigener Betrieb.

15.Oktober 1947
Eine Abnahmekommission bestätigt die ordnungsgemäße Ausführung der im Befehl 077 vom 04.04.46 geforderten Arbeiten zum Ausbau des Hafens (1. Bauabschnitt)

18.Oktober 1947
Heimkehrer aus der Kriegsgefangenschaft seit Mai 1945; aus
UdSSR 933
USA 621
England 1.615
Frankreich 201
andere 65
zusammen 3.435

22.Oktober 1947
Volkshaus: FDJ-Kundgebung. Robert Menzel spricht über „Friedensflug nach Moskau“

25.Oktober 1947
25./26.10. Kreiskonferenz der FDJ: abends: Buntes Festprogramm im Großen Saal des Volkshauses (Laienspielgruppen Rerik und Neukloster)

• Das Wismarer Mandolinenorchester gastiert am 25.10. in Schwerin; es hatte im Au-gust an den Volkskunsttagen in Berlin teilgenommen.

27.Oktober 1947
• Stadtkämmerer Raspe vermerkt in einem Umlauf bei den Ratsmitgliedern kritisch ei-nen Rückgang der Besucherzahlen des Theaters im Vergleich zur Spielzeit 1945/46.

• Wismarer Feuerwehr ist eine Berufsfeuerwehr; 36 Mitglieder; alle gelernten Hand-werker; ständige theoretische Ausbildung; zweimal wöchentlich Übungen. Alle sind gewerkschaftlich organisiert. Im Kreis sind 58 Motorspritzen stationiert.

28.Oktober 1947
Landeszeitung: „Der Wagemut des Stadttheaters verdient sicherlich alle Anerkennung. Man muss nur fragen: besteht nicht die Gefahr, dass die Ebene des künstlerisch noch Möglichen verlassen wird, wenn die Kräfte überschätzt werden …?“
Inszenierungen des Theaters:
Der Bär
Der Heiratsantrag (22.05.),
Die gelehrten Frauen,
Liebe in der Lerchengasse,
De Döhr nah büten (Niederdeutsche Bühne, 10.06.),
Madame Butterfly (27.98.),
Monika,
Häkt mang de Karpen (Niederdeutsche Bühne, 01.09.),
Die Sonntagsfrau,
Die Czardasfürstin (26.11.),
Der Schatten (10.11.),
Martha (08.10.),
Ein Mädel wie du (erste Operette im Volkshaus, 05.03.),
Charlys Tante (10.03.),
Hänsel und Gretel (29.12.),
Das Abgründige in Herrn von Gerstenberg (13.10.),
Balue Amidaam (Niederdeutsche Bühne, 10.10.),
Robinsons Abenteuer,
Fährkrog (Niederdeutsche Bühne 25.11.),
Die geschiedene Frau,
Hauptmann von Köpenick,
Frau Holle (19.12.)

30.Oktober 1947
Landtag von Mecklenburg beschließt die Nationalisierung der am 23.07.45 geschlossenen kapitalistischen Großbanken.

31.Oktober 1947
Volkshaus, 20.00 Uhr: öffentliche Versammlung „Wer will Krieg? Was bringt die Londoner Konferenz? Wie sind die Aussichten unserer Versorgung?“ Freie Aussprache; Referent Ge-nosse Schwanke. – Saal ist voll besetzt.

Wismar hat 46.865 Einwohner
Alteingesessene 30.529
Umsiedler 16.336
männlich 22.023
weiblich 24.842

November

3.November 1947
Ratssitzung beschließt, ab 01.01.1948 einen Pfingstmarkt für 5 Tage und einen Weihnachts-markt für 8 Tage zuzulassen.

• Der Zustand der im Stadtgebiet vorhandenen Personenkraftwagen „ist durchweg schlecht. Die Wagen sind entweder schon alt oder zu einem großen Teil aus Schrott oder sogenannten Wracks entstanden, also nie neu gewesen…“

4.November 1947
Betriebe mit über 200 Beschäftigen
• Stadtwerke: 205
• Städtische Auto- und Landmaschinenwerke: 223
• Reichsbahn: 757
• Zuckerfabrik: 836
• Deutsch-Russische-Transport-Gesellschaft: 2.080
• Schiffsreparatur-Werft: 3.678

5.November 1947
• Erkrankungen an Tuberkulose nehmen zu. In Wismar zurzeit 485 Fälle, davon 125 offene Tuberkuloseerkrankungen; 750 Personen werden überwacht. Station in Dr.-Leber-Straße mit 50 Betten; in den Wallgärten wurde Liegehalle eingerichtet. Er-krankung zumeist wegen mangelnder Ernährung; Zusatzverpflegung wird bereitge-stellt:

• Jugendamt richtet im Spiegelberg 14 einen Speiseraum für Tuberkulose-gefährdete Kinder ein, wo ab 01.12.1947 100 Kinder täglich ½ Liter Vollmilch oder Suppe und Butterschnitten erhalten, die aus beschlagnahmter Schieberware bereitgestellt wer-den.

06.11.1947
Volkshaus: Festveranstaltung der Deutsch-Russischen-Transport-Gesellschaft zum 30. Jah-restag der Oktober-Revolution. Bestarbeiter erhalten Anzüge, Wäsche, Schuhe und anderes als Prämien.

7.November 1947
Isoliermaterial-Fabrik Isolag führt in der Firmenbezeichung den Zusatz „Landeseigener Be-trieb“.

• Feiern zum 30. Jahrestag der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution
vormittags: in den Schulen
mittags: im Volkshaus Stadtverwaltung und Landratsamt
abends: Revolutionsfeier der SED im Volkshaus. Referent Genosse Moltmann

10.November 1947
Interzonen-Omnibus Wismar-Schwerin-Lübeck verkehrt jeden zweiten Tag.

14.November 1947
„Ein Schiffsverkehrzusammenstoss ereignete sich in der Wismarer Hafeneinfahrt zwischen einem holländischen und einem schwedischen Dampfer. Ein Schiff sank …“

18.November 1947
Stadtverordnetenversammlung wählt in den „Beirat stadteigener Betriebe“: Ernst Ballersta-edt, Gustav Granzow, Gustav Borchert (SED), Maurermeister Scharf, Kaufmann Otto (LDPD), Anton Lorenz (CDU)
• Zu den Betrieben gehören: Stadtwerke (Gas-, Wasser-, Elektrizitäts-Werk), Autore-paraturwerk, Städtischer Landmaschinenbau, Städtische Bauhof und Stadt-Omnibusbetrieb.

20.November 1947
Die Ingenieurschule Wismar hat ca. 400 Studierende (Hoch- und Tiefbau, Maschinenbau, Elektrotechnik, Vermessungswesen; Unterricht auch in Deutsch, Geschichte, Geographie und Gegenwartskunde), Gemeinschaftsverpflegung in zwei Gaststätten, 60 Schüler im In-ternat, 10 Studierende sind Frauen.

24.November 1947
Lokalnotiz in Landeszeitung über die Freude von Reisenden angesichts eines erleuchteten Eisenbahnwagens, die Eisenbahnstrecken in Mecklenburg sind eingleisig, Ersatzlokomotiven nicht vorhanden, Verspätungen an der Tagesordnung.

26.November 1947
Wo es möglich ist, wird auf der Schiffswerft im Akkord oder nach Stücklohn gearbeitet, dadurch Steigerung der Arbeitsproduktivität um 8-10 %. Unterwasserarbeiten können nur durch Schräglage des Schiffs ausgeführt werden. Betriebsarzt hat seine Arbeit aufgenom-men. 100 Umschüler werden in 8-Wochen-Kursen ausgebildet.

28.November 1947
Volkshaus, 20.00 Uhr Großkundgebung der SED: Genosse Friedrich Ebert, Landtagspräsi-dent von Brandenburg, spricht an Stelle des angekündigten, aber verhinderten Genossen Otto Grotewohl.

29.November 1947
Mangel an Facharbeitern in Wismar. Das Arbeitsamt sichert (in einem Beitrag der Landeszei-tung) Unterkunft für Facharbeiter zu, sie können zu einem späteren Zeitpunkt auch die Fami-lien nachholen.

30.November 1947
Im November wurden 223 Schiffe im Wismarer Hafen abgefertigt und zwar 7 deutsche, 123 aus Dänemark, 47 Schweden, 17 Holland, 16 UdSSR, 5 Norwegen, 4 Finnland, 2 England, 2 Belgien. Die beiden Portalkräne sind seit Monaten nicht einsetzbar; Umschlag erfolgt mit Transportbändern.

Dezember

2.Dezember 1947
• Hansewerft hat 81 Beschäftigte, überholt reparaturbedürftige Kutter und kleinere Schiffe.
• Zwei 40-Tonnen-Schiffe sind zurzeit im Dock, Akkordarbeit ist wegen Mangels an Werkzeugen nicht möglich.

• Volkshaus: Kreiskonferenz von fast 200 Delegierten der Blockparteien: für die Ein-heit Deutschlands; Grußtelegramm an den „Deutschen Volkskongreß“, der am 6./7. 12. in Berlin tagt.

• In der Stadt gibt es
6 Putzmacherinnen
124 Damenschneider/innen
61 Herrenschneider

6.Dezember 1947
Volkshaus: Tanzveranstaltung der FDJ-Ortsgruppe I
Zum Tanz spielt die soeben erst zugelassene Laienkapelle „Tangens-Alpha“ der Ingenieur-schule und hinterlässt einen „schlechten Eindruck“.

7. – 21. Dezember 1947
Weihnachtsmarkt, veranstaltet von der Volkssolidarität: Eröffnung bei Regenwetter: Karus-sell, Luftschaukel, Würfelbude, Glücksräder u.a.

8. Dezember 1947
• Im Hafen wird auch nachts gearbeitet. Beim Kali-Umschlag kann ein Arbeiter auf 150,00 bis 180,00 Mark wöchentlich kommen. Arbeiter und Arbeiterinnen sind aber jederzeit der Witterung ausgesetzt, viele sind unzureichend bekleidet, Verladetechnik ist zum Teil primitiv.

• Auf eine Schuhreparatur muss man 4 Wochen und länger warten; Material ist mög-lichst mitzubringen (alte Autoreifen).

• Manche Familie besitzt nur eine Glühbirne, sie muss gewechselt werden, wenn ein anderer Raum genutzt werden soll.

9.Dezember 1947
Landeszeitung: „Mecklenburger Hof“ wegen Schiebereien der Inhaber zurzeit geschlossen.

• Proteste gegen die Eröffnung eines „Geschäftes, in dem man Waren zu unerschwing-lichen Schwarzmarktpreisen oder gegen Gold und Silber erhalten kann“, bei der Stadtverordnetenversammlung, insbesondere von FDGB und FDJ. Der Laden wird am 07.02.1948 geschlossen.

12.Dezember 1947
Die Wismarer Fischereiflotte besteht aus:
9 größeren Booten 15 m lang, 4m breit mit Motoren von 14-50 PS,
13 kleineren Booten mit Motoren von 5-14 PS,
ca. 25 Kähne und Beiboote

15.Dezember 1947
35 Mädchen zwischen 14 und 25 Jahren produzieren im „Werk der Jugend“ (in Räumen der ehemaligen Kaserne) aus Stroh und zu lieferndem Garn und Stoffstücken Hausschuhe, Fußmatten, Einkaufstaschen und anderes. Der Stundenlohn beträgt nur 50 Pfennig. Das Stroh wird im nassen Zustand verarbeitet; da nicht geheizt werden kann (2 Öfen defekt), kann zurzeit nur 4-5 Stunden gearbeitet werden, es herrscht unter den jungen Mädchen trotzdem eine gute Stimmung. Viele Aufträge für Weihnachten gehen ein.
Im Juni 1948 arbeiten im „Werk der Jugend“ 40 Mädchen und 2 Kriegsinvaliden. Der Stun-denlohn beträgt 50-70 Pfennig.

• Kulturbund hat die Treuhänderschaft über das Haus der Kaufmannskompagnie erhal-ten, kann aber sein Recht nicht nutzen, „weil der Mieter noch nicht anderweitig un-tergebracht werden konnte.“

19.Dezember 1947
Sonderzuteilung zu Weihnachten pro Kopf 500 Gramm Roggen-Feinmehl und 250 Gramm Zucker.

31. Dezember 1947
Der „Städtische Landmaschinenbau Wismar“ produzierte im Jahre 1947 neu:
für Landkreis für Wismar
Pflüge 178 12
Häufelpflüge 84 3
Einscharradpflüge 11 –
Schal-und Kulturpflü-ge 11 –
Schälpflüge 8 –
Eggen, Satz 67 3
Kultivatoren 44 –
Fruchtpressen 15 10
Sparherde 18 183
Kreissägen 10 2
Siedlerwagen 5 –
Äxte 16 24
Beile – 11

• In der Stadt gibt es 294 Pferde, 43 davon waren im Jahr 1947 für neun Monate im Landeinsatz.

Konsumgenossenschaft hat Ende 1947 114 Angestellte (davon 48 Verkaufspersonal) sie verfügt über
4 Lastkraftwagen 3,0 Tonnen
1 Lastkraftwagen 2,1 Tonnen
1 Lastkraftwagen 1,5 Tonnen (Wrack)
1 Lastkraftwagen 0,5 Tonnen
1 Personenkraftwagen
1 Pferd, 1 Wagen

• Mitgliederzahl SED in Wismar Ende Dezember 1947: 4.803

• Die Bahnhofsmission der Volkssolidarität hat 1947 monatlich etwa 7.000 Heimkeh-rer und Umsiedler verpflegt; 1946 waren es monatlich 6.000. Die Bahnhofsmission ist zwischen 04.30 Uhr und 23.00 Uhr geöffnet.

• Viele Verbraucher von Gas halten sich nicht an die ihnen zustehenden Rationsmen-gen.
Das Gaswerk hat im Jahre 1947 53.235,16 Mark Strafgelder eingezogen.

Januar 1948

1.Januar 1948
Die Planung der Produktion von Industrie und Handwerk beginnt.
Es werden Pläne aufgestellt für das
• I. Quartal – 14 Betriebe erfasst.
• II. Quartal – 19 Betriebe erfasst.
Im Halbjahresplan 1948 werden 27 Betriebe erfasst (Schiffswerft und Ostsee-Holzwerke werden zentral beauflagt); bei den Handwerksbetrieben werden je nach Art alle Betriebe oder nur jene mit drei, fünf oder zehn Beschäftigen in den Plan der Abteilung Industrie und Handwerk aufgenommen.

• Wismar hat 16.393 Neubürger
davon 4.714 Männer
5.515 Frauen
6.164 Kinder
• Im „Werkheim“ der Schiffsreparaturwerft Parkstraße wohnen 328 Familien mit 1.086 Personen und 349 Einzelpersonen.

• Fischwirtschaftsgenossenschaft beginnt Betrieb in der Fischhalle am Alten Hafen (ab 01.03.1951 Fischerreihe Nummer 4, ab 01.08.1951 Wasserstraße 2).

3.Januar 1948
Eröffnung der Poliklinik
Mit dem Aufbau dieser Einrichtung wurde erst im letzten Quartal 1947 begonnen, am 05.01.1948 kamen die ersten Patienten in die Poliklinik. Im noch zerstörten Flügel des Ge-bäudes sollen Apotheke und Zahnarzt-Räume eingerichtet werden. Sieben Fachärzte mit entsprechendem medizinischen Personal arbeiten bereits dort, elektro-physikalische Behand-lung, Massagen und Röntgen-Untersuchungen sind möglich. Es gibt einige Betten für Not-fälle.
Chefarzt ist Dr. Klaus Peters.

3.Januar 1948
Die Bauverwaltung hat bis 03.01.1948 schriftlich die Zusicherung zu leisten, dass der Um-bau des Luftwaffenlazaretts zu Wohnungen bis 01.04.1948 beendet ist, und entsprechende Maßnahmen zu treffen (Ratsbeschluss vom 31.12.1947). Am 06.01.1948 sind die ersten vier Familien in das ehemalige Luftwaffenlazarett eingezogen, am 27.01.1948 sind 36 Räume bewohnt, 30 weitere bereits zugewiesen.

9.Januar 1948
Stadttheater in der Mecklenburger Straße abgebrannt. Der Rat der Stadt ruft die Einwohner zu Spenden für die Aufrechterhaltung des Theaters auf.

10.Januar 1948
Infanteriekaserne mit 13 Gebäuden wird der Stadt zur Verfügung gestellt mit der Auflage, bis zum 1. April den kasernenmäßigen Charakter zu beseitigen und die Häuser zu Wohnzwe-cken einzurichten.

12.Januar 1948
Die Volkssolidarität (Scheuerstraße 2) verteilt 90 Zentner Heringe aus einer Spende der Schweden-Europahilfe an Bedürftige über 70 Jahre. (pro Kopf etwa 2 Pfund)

13.Januar 1948
Volkshochschule Wismar eröffnet das II. Trimester 1947/48.
Es folgen 19 Vorlesungen mit ca. 340 Hörern.
III. Trimester 1947/48: 9 Vorlesungen, 100 Hörer
I. Trimester 1948/49: 18 Vorlesungen, 340 Hörer

16.Januar 1948
Schiffsausrüstungen für die Fischerei und Bojen sind aus Westdeutschland eingeführt wor-den
(Landeszeitung vom 16.01.1948)

17.Januar 1948
Zuckerfabrik beendet Kampagne: 18.200 t Zucker, 4.300 t Rohzucker, 4.000 t Melasse pro-duziert.

20.Januar 1948
Bauinspektor Oetteking wird von der Stadtverordnetenversammlung im neuen Rathaussaal zum Stadtrat gewählt und vom Oberbürgermeister in seinem Amt begrüßt. Der Rat der Stadt setzt sich wie folgt zusammen: Oberbürgermeister Säverin, Stadtkämmerer Raspe und die Stadträte Fritz, Folgner, Posselt, Oetteking.

26.Januar 1948
• Das Stadttheater beginnt vorerst im „Volkshaus“ wieder mit Vorstellungen.
Am 26.01 „Wir spielen und tanzen trotzdem!“,
am 30.01. Erstaufführung „Maria Magdalena“ von Friedrich Hebbel,
am 28.01. „Up Düwels Schurkar“ der Niederdeutschen Bühne.

• Der Holzgas-Bus des Stadtomnibusbetriebes fällt wieder einmal aus. Diesmal bis 24.02.1948, weil der Reifensatz des Busses zum Vulkanisieren muß. Ersatzbereifung ist nicht vorhanden. Der Bus, der die Linien Wismar-Neubukow-Rerik Montag, Mittwoch, Samstag je zweimal; Wismar-Grevesmühlen-Mühleneichsen-Schwerin Dienstag, Freitag; Wismar-Schwerin direkt Montag, Mittwoch, Donnerstag und Samstag bedient, fällt wegen Motorschadens bereits wieder vom 20.-30.03. und vom 20.-23.04.1948 aus.

28.Januar 1948
Sammlung für den Neuaufbau des Theaters erbrachte bisher 83.722,- Mark.

31.Januar 1948
Kindergärten in Wismar
Neustadt 94 Kinder
Wendorfer Weg 62 Kinder
Koch`sche Stiftung 79 Kinder
Doktor-Leber-Straße 60 Kinder
Roten Tor 40 Kinder
Schiffswerft Parkstraße 101 Kinder
Kinderheime
Sankt Jakobshof 20 Kinder
Groß Labenz 39 Kinder
Turnerweg 83 Kinder
Säuglingsheim
Bliedenstraße 20 Kinder

31.Januar 1948
Volksbücherei Wismar zählt 1.633 männliche und 1.844 weibliche Leser. Im Januar 1948 lieh sie an 21 Öffnungstagen 5.705 Bücher aus; im Dezember 47 waren es an 15 Öffnungs-tagen (Schwierigkeiten der Beheizung) 3.477 Bücher.

Februar 1948

4.Februar 1948
Nach Zustimmung des Antifa-Blocks sollen Maßnahmen gegen „Asoziale und Bummelan-ten“ ergriffen werden: Entzug der Lebensmittelkarten, des Wohnraums, Einweisung ins Wohnlager Flessenow.

5.Februar 1948
Mit der Verlegung einer Wasserleitung zum Gebiet der Eisernen Hand/ Daumoor ist begon-nen; die ersten 150 m sind bereits gelegt.

16.Februar 1948
10.00 Uhr Volkshaus: Prämierung von 99 Arbeitern und 51 Arbeiterinnen aus Betrieben der Stadt mit Textilien durch das Arbeitsamt.

21.Februar 1948
Volkssolidarität eröffnet Wärmestube in Scheuerstraße 2, geöffnet 14.00-19.00 Uhr, warmer Kaffee wird ausgegeben, Zeitungen und Broschüren liegen aus.
(Landeszeitung vom 21.02.1948)

24.Februar 1948
Stadtverordnetensitzung diskutiert über Antrag der FDJ, die Große Stadtschule in „Ge-schwister-Scholl-Schule“ umzubenennen.
(LDPD: „Der Name der Schule wird sich ändern, aber der Geist nicht“ – Bericht der Landes-zeitung vom 26.02.)
Abstimmung: 21 dafür, 15 dagegen. Umbenennung erfolgt am 19.04.

26.Februar 1948
Befehl Nummer 35 der Sowjetischen Militäradministration Deutschlands über Auflösung der Entnazifizierungskommissionen.

27.Februar 1948
Die Poliklinik Wismar wird auch von Patienten aus dem Landkreis in Anspruch genommen. Patienten aus dem Stadtkreis 46%, aus dem Landkreis 30%, von der Schiffsreparaturwerft 18%, der Deutsch-Russischen-Transport-Gesellschaft 6%.

März 1948

1.März 1948
„Mecklenburgisches Matratzenwerk Kuckei und Möller“ wird als landeseigener Betrieb volk-seigen.

2.März 1948
Ingenieurschule Wismar hat die Aufnahmelisten 1949 und 1950 geschlossen.
86 % der Studierenden kommen aus Kreisen der Arbeiter, Bauern, Handwerker und Ange-stellten. Sommersemester beginnt am 13.04. im ehemaligen Lyzeum.

Lagebericht Schiffsreparaturwerft der Abteilung Industrie und Handwerk:
• Ausbau zu Spezialschiffen erfordert mehr Ingenieure, technische Zeichner und erfah-rene Schiffbauer (letztere sind nur 383 von 3.600, also 10%); von der Belegschaft sind 37% Einheimische, 37% Umsiedler, 26% Dienstverpflichtete – große Schwierig-keiten bei Unterbringung und Versorgung; allgemeiner Materialmangel in der Pro-duktion.
• Bummelantentum sank von 9% am 01.04.1947 auf 1,5% der Beschäftigten am 01.04.1948 in der Reparaturwerft.

3.März 1948
Rat der Stadt befasst sich mit dem Umzug der Hafenkommandantur von der Hafenhalle in das Zeughaus Ulmenstraße. Die Ingenieurschule wird in das Lyzeum verlegt. „Die Kom-mandantur soll Anweisung geben, dass die Fassungen, Beleuchtungskörper usw. im Hause bleiben, andernfalls diese Gegenstände von der Verwaltung aus dem Gebäude der Ingeni-eurakademie ebenfalls entfernt werden müssten.

• Bericht über einen Prozess im neuen Rathaussaal gegen die Inhaber der „Wismarer Seifenfabrik“ Trewer und Hitschler, und den Seifensieder Warnemünde. Sie hatten Qualitätsseife zu Kompensationszwecken herstellen lassen, um Maschinen anzukau-fen und „nach Wiederherstellung der Einheit konkurrenzfähig zu sein.“

4.März 1948
Produktionsauflagen der Wismarer Betriebe im I. Quartal 1948:
Bogenhardt 60.000 qm Dachpappe; Eggert 100.000 qm Dachpappe; Draht-Müller 50 t Nä-gel; Gehrke und Sohn 800 qm Schnittholz; Häussler 300 qm Schnittholz; Hansewerft ein eiserner Kutter; Marsmann 100 t technisches Papier, 150 t Karton; Micheel 2 t Buntmetall-guß; Moll und Sohn 3.000 Fischkisten, 3.000 Eierkisten, 2.000 Butterkisten; Schiffsrepara-turwerft Instandsetzungen; Produktionsgenossenschaft der Schlosser und Maschinenbauer 100 Öfen und Herde; Genossenschaft der Schmiede und Stellmacher 14 Ackerwagen; Landmaschinen GmbH 180 Eggen; Immecke 65 Ackerwagen.

6.März 1948
Zur schnellen Versorgung der Umsiedlerhaushalte mit Möbeln und Einrichtungsgegenstän-den wird eine Werbewoche der Aktion „Volk und Heimat“ durchgeführt. Am 06.03.1948 veranstaltet der DFD im Hotel „Zur Sonne“ einen Tanzabend, zu dem als Eintrittsgeld Sach-spenden in Form von Haushaltsgegenständen verlangt werden. Eine ähnliche Veranstaltung organisiert der FDGB im Volkshaus. Die Volkssolidarität eröffnete in diesem Rahmen am 02.03.1948 einen weiteren Kindergarten im Wohnlager Carlsdorf. Die Werbewoche erbrach-te 219 Kochtöpfe, 50 Schlafdecken, 48 Stühle, 25 Tische, 27 Paar Kinderschuhe, 199 Paar Holzsandalen, 1.000 Paar Strohpantoffeln, 3.000 Löffel und Gabeln, 1.300 Stück Geschirr, 292 Stück Textilwaren, 42 gebrauchte Bettstellen. Sämtliche Bezugsscheine, die vom 01. – 29. Februar zur Verfügung standen, wurden an Umsiedler ausgegeben.

7.März 1948
Sport-Bühnenschau im Volkshaus
Sportgemeinschaft Ost, Sportplatz Wendorfer Weg, Leiter Karl Seehase, kündigt dazu fol-gendes Programm an: Volkstänze „Hackenschottisch“ und „der Pfeifer“, 12 Minuten; „Gym-nastisches Allerlei“, 15 Minuten; jeweils 16 Sportlerinnen, 8 Sportler, „Die Volkstänze wer-den nach einer flotten Musik frisch, lebendig und mit wirbelnder Fröhlichkeit getanzt.“
Das „Gymnastische Allerlei“ besteht aus mehreren Bildern. Bild 1 zeigt Gymnastik zu Drei-en, Bild 2 die Sportler mit dem Medizinball, Bild 3 die Sportlerinnen im fröhlichen gym-nastischen Kreis und Bild 4 den Ruf an alle: „Treibt Sport in der Freien Deutschen Jugend!“

11.März 1948
Der Rat hat keine Bedenken wegen der Nutzung der Aula der Knabenmittelschule als Kir-chenraum für die Sankt-Marien-Gemeinde. Stadtverordnetenversammlung stimmt am 23.08.48 zu.

12.März 1948
Umsiedler erhalten auf Antrag Beihilfen.
(Erwachsene 300,- Mark, Kinder 100,- Mark, Pflegekinder 300,- Mark)

17.März 1948
Öffentliche Kundgebung des Kreisausschusses für Einheit und gerechten Frieden im Volks-haus. Referent Genosse Härtel, Herr Lorenz, CDU, verliest Resolutionen.

18.März 1948
Vormittags Kranzniederlegungen an den Gräbern der Märzgefallenen, anschließend im Volkshaus Kundgebung; nachmittags Festsitzung gesamte Organe, Rat der Stadt, Kreistag im Rathaussaal, abends Opernkonzert.
(Landeszeitung 19.03.1948; 23.03.1948)

22.März 1948
• Hotel „Zur Sonne“: Generalversammlung des Kleingärtnervereins. Verein erhält den Namen „Vereinigung der Kleingartenhilfe“.

• Dem Astrologen Karl Buller wurde laut Stadtverordnetenbeschluss das Gewerbe ab-erkannt und der Gewerbeschein eingezogen.

April 1948

1.April 1948
Ein Tonfilmwagen (Landfilm) ist einsatzbereit; anzufordern beim Rat des Kreises. Erste Vorstellung und Eröffnung des „Landfilms“ am 06.04.1948 in Barnekow mit „Die Kluge Marianne „.

4.April 1948
(Sonntag) Werbewoche der Volkssolidarität beginnt.
Sonntag Morgenfeier
Montag Heimkehrertreffen mit Eintopfessen, Bier und Musik. 300 Paar Schuhsoh-len werden kostenlos ausgegeben.
Mittwoch Neubürger erhalten Geld zurückerstattet, das sie seit 1947 für ihre Möbel zahlen mussten.

6.April 1948
Rathaus Wismar: 2. Arbeitstagung der Hafengemeinschaften Wismar, Rostock Warnemünde und Stralsund, Bericht über Wettbewerbe der beim Hafenbau Wismar beschäftigten Betrie-be, Erfahrungen mit Zielräumen bzw. Verzugsstrafen.

8.April 1948
• Entnazifizierung in Wismar
1.796 Fälle werden untersucht
1.511 davon als Mitläufer eingestuft
249 an Untersuchungsorgane weitergeleitet
53 Entlassungen
41 Dienstversetzungen wurden verfügt

• Volkshaus
Bühnenschau der Freien Deutschen Jugend – Kreisorganisation Wismar
1.Teil kulturelle Darbietungen, 2. Teil Sportvorführungen, beteiligt sind verschiedene Gruppen der Stadt und des Kreises, abends: Bunter Abend mit Tanzeinlagen.

16.April 1948
Zusammen mit anderen Schiebern wurde in Wismar ein Apothekerpraktikant aus Halle fest-genommen, der 42.000 Feuersteine und 25.000 Mark in bar bei sich trug.

17.April 1948
Die Wirkungsgruppe Wismar des Kulturbundes zählt 1.227 Mitglieder, in jüngster Zeit sind die Arbeitsgemeinschaften Wirtschaft und Ingenieure entstanden, es bestehen außerdem die Arbeitsgemeinschaften Bildende Kunst, Wissenschaft, Heimatpflege, Musik und Theater, Schach und Briefmarken.

19.April 1948
• Gründungskomitee der Demokratischen Bauernpartei Deutschland konstituiert sich in Wismar.
• Gründungsparteitag der Demokratischen Bauernpartei Deutschlands findet am 16./17.07.1948 in Schwerin statt.

20.April 1948
Wismars Gastwirte erhalten zum 01. Mai insgesamt 500 Biergläser.

27.April 1948
Wismarer Fischer können ihren früheren Stand im Wismarer Hafen wieder einnehmen. Fi-schereihafen soll vom übrigen Hafen mit einem Bretterzaun getrennt werden.

28.April 1948
Die Liberal Demokratische Partei beantragt in der Stadtverordnetenversammlung „Wieder-zulassung freier Sportvereine“ durchzusetzen. Nach Abstimmung ohne Entscheidung (19:19) wird der Antrag dem Kulturausschuss überwiesen.

30.April 1948
Nach Beschlagnahme des Zeughauses für die Hafenkommandantur ist das Heimatmuseum provisorisch auf dem Dachboden der Knabenschule-Volkshochschule untergebracht. Aus Dachlatten und Pappe entstehen die Kojen Geologie, Vorgeschichte, Fischerei, Zinnsamm-lungen, Seengebiete, Wald, Küstenlandschaft, durch den Krieg angerichtete Zerstörungen und Wiederaufbau.

Mai

1.Mai 1948
Unter Losungen wie „Nie wieder Krieg“, „Für ein einheitliches Deutschland“, „Für Frieden und Völkerversöhnung“ versammeln sich um 11.00 Uhr 11.000 Demonstranten auf dem Marktplatz. Wismarer Männerchor eröffnet mit „Brüder, reicht die Hand zum Bunde“.

3.Mai 1948
Seit Eröffnung der Poliklinik am 05. Januar kamen 8.000 Patienten zur Behandlung; 30% aus dem Kreisgebiet, 45% aus der Stadt, 25% waren Angehörige der Schiffswerft und der Deutsch-Russischen-Transport-Gesellschaft. Mit Verbandsmaterial ist die Poliklinik zufrie-denstellend versorgt. Es fehlt an Röntgenröhren, einem Bohrapparat für eine Zahnstation, Beleuchtung für den Operationstisch, einem Heißluftsterilisator und an Wäsche.

5.Mai 1948
Bericht des Amtes für Wirtschaft über Anzahl und Leistungsvermögen der Wismarer volks-eigenen Betriebe:
Seit 1946: Hansewerft, Zuckerfabrik, Brandt & Söhne, Isolag und Ziegelei Ahrenshof. Ab Januar 1947: Schiffsreparaturwerft und Waggonfabrik (1947 Zusammenschluß). Mitte März: Fleischwarenfabrik Buggisch, Papierfabrik Marsmann und Matratzenwerk Kuckei und Möl-ler in Treuhand. März, April, Oktober 1947: Volkseigener Betrieb werden: Vulcandruck, Kohlehandelsgesellschaft, Bau-Union
Januar 1948: Handelshaus Karstadt/Otto
zusammen: 10 volkseigene Betriebe
3 Treuhandbetriebe

16.Mai 1948
Volkshochschule Wismar beginnt 3. Lehrabschnitt 1948/49

18.Mai 1948
DS „Ligoro“ (Leningrad) trifft aus Kaliningrad mit 2.400 t Getreide im Hafen Wismar ein.
Begrüßungsmeeting im Hafen; es sprechen Oberbürgermeister Säverin, Deutsch-Sowjetische- Transport-Gesellschaft Arbeiter Vogt und der Kapitän des Schiffes. Weitere Schiffsladungen mit Getreide aus der Sowjetunion (auch via Rostock) folgen.

20. Mai 1948
Fleischwarenfabrik Buggisch wird mit 60 Beschäftigten und nur zwei ausgebildeten Hand-werksmeistern volkseigen.

23.Mai-13.Juni 1948
Volksbegehren für einen Volksentscheid über die Einheit Deutschlands;
• 14 Millionen tragen sich ein = 37 % aller wahlberechtigten Deutschen.
• Einzeichnungslisten liegen im kleinen Saal des Hotels „Zur Sonne“ aus. Am Samstag, 22.05., Großkundgebung im Volkshaus und Platzkonzert auf dem Markt. Am Sonn-tag, 23.05., „Großes Wecken“.
• Nach anfangs zögernder Wahlbeteiligung ergibt sich am 09.06. folgender Stand:
in Wismar im Lande (Prozent)
96,00% der Einzelnen Berechtigen 93,10%
93,50% der Jugendlichen 89,50%

24.Mai 1948
Langenwerder ist wieder Vogelschutzinsel. 2 Polizeiangestellte leisten Wachdienst, um wäh-rend der Brutzeit Störenfriede fernzuhalten.

25.Mai 1948
Der Marien-Kirchturm wurde wetterfest gemacht.

26.Mai 1948
Lehrlingswerkstatt Kanalstraße der Schiffsreparaturwerft: 90 Lehrlinge, 24 Umschüler; Lei-ter Diplom-Ingenieur Dietz. In der Holzbearbeitung lernen 35 Lehrlinge und fünf Umschü-ler.

• Säuglingsheim Bliedenstraße bittet um Spenden, insbesondere um Windeln.

29.Mai 1948
Endspiel um die Fußball-Landes-Meisterschaft: Schwerin-Wismar / Süd 3:2
11.000 Zuschauer im gut hergerichteten Jahnstadion. Bis zum Spielbeginn Blasmusik. Eben-bürtige Mannschaften. Am Schluss Wismarer Proteste gegen Schiedsrichter, die unbegründet sind. Eisenbahnzüge sind überfüllt. Bisher höchste Besucherzahl bei einem Mecklenburgi-schen Sportereignis.

31.05.1948
Wettbewerbsvergleich Schiffsreparatur-Werft Wismar und Neptun-Werft Rostock
Nach dem Vierteljahresergebnis liegt Wismar mit 562,1 Punkten gegen 506,7 Punkten vorn. Gewertet werden unter anderem soziale Versorgung der Belegschaft, Arbeitsschutz, Lehr-ausbildung, FDGB-Mitgliedschaft, Arbeitsproduktivität und Beseitigung des Bummelanten-tums.

Juni

1.Juni 1948
Zum Schuhbesohlen müssen die Kunden Material (auch alte Autoreifen) mitbringen. Auch Tekse sind Mangelware. Familie Eduard Drägert, Mecklenburger Straße, fertigt Absatzstifte aus Alu-Abfall in Handarbeit; die keilförmigen Stifte sollen demnächst auch mit Köpfen versehen werden. Wartezeit auf die Fertigstellung der Schuh-Reparatur beträgt bis zu zehn Wochen.

02.Juni 1948
Frauenklinik: Leiter Dr. Pannke nimmt bis zu 70 Frauen in 4- oder 5-Bett-Zimmern auf. Ärztliche Versorgung und Verpflegung sind gut; fühlbar ist der Mangel an Operations-Wäsche.

4.Juni 1948
Baurat Jäger berichtet vor der Stadtverordnetenversammlung über den Ausbau des Luftwaf-fenlazaretts. Es werden Zweiraumwohnungen geschaffen (Wohnküche und Zimmer), die Wohnungen „sind für die heutigen Zeitverhältnisse gut“. Die Wohnraum- Statistik weist 4.5 qm Wohnraum pro Person in Wismar aus.

4.Juni 1948
Landeszeitung berichtet über Öffentlichen Diskussionsabend des Rates: 900 Teilnehmer, rege Diskussion; über 100 schriftliche Anfragen werden noch beantwortet; ähnliche Diskus-sionsabende in allen Stadtbezirken sollen folgen.

10.Juni 1948
Vom 10.-21.06. werden 4.000 Weckgläser ausgegeben; pro Berechtigungsschein vier Stück.

11.Juni1948
Kinder, die für die Ferienverschickung vorgesehen sind, erhalten „Holzklappern“ (Sandalen), „da sie sonst nicht in der Lage sind, an der Verschickung teilzunehmen.“ Dabei: Information an die Eltern mit Hinweis über mitzubringende Dinge (unter anderem fünf Zeitungen als Toilettenpapier).

18.Juni 1948
Straßenbau „Am Salzhaff“ fertiggestellt. Erster Straßen-Neubau nach dem Krieg; wichtig für Zufahrt Hansewerft und Erleichterung für Anwohner; Hoffnung auf Ausbau „An der Kog-genoor“.

19.Juni 1948
Im Wendorfer Erholungsheim der Schiffswerft können Betriebsangehörige mit ihren Fami-lien Urlaub machen. Frühstück und Abendbrot werden in eigener Küche zubereitet, das Mit-tagessen liefert die Werkküche. Erholungsheim wurde im Mai übergeben; Aufenthalt für 14 Tage für 30 Betriebsangehörige; pro Tag 2,- Mark.

20.Juni 1948
Konsumgenossenschaft übernimmt das Kaufhaus Ernst Marwedel, Hinter dem Rathaus 17, und eröffnet es am 01.07.1948 als „Großverteilungsstelle 15“.
Die 2. Etage des Karstadthauses wird vom Konsum aufgegeben.

• Separate Währungsreform in den Westzonen

21.Juni – 29.Juni 1948
106 Schulamtsleiter legen die I. Lehrerprüfung ab

24.Juni – 28.Juni 1948
• Währungsreform in der Sowjetischen Besatzungszone
70,- Mark werden 1:1 umgetauscht, alle weiteren Beträge 10:1; bei Umtausch von 5.000,- Mark Nachweis des nicht spekulativen Erwerbs. Spareinlagen bis 100,- Mark 1:1, bis 1.000,- Mark 5:1. Der Geldumtausch in Wismar wird an 76 Schaltern, unter anderem in Großbetrieben, durchgeführt.

30.Juni 1948
• Das Gaskontingent für Haushalte muss wegen des Mangels an Steinkohlen herabge-setzt werden. Die tägliche Verbrauchsmenge (0,4 bis 0,9 cbm) darf nicht überschrit-ten werden.

• Schlepper „Walfisch“ trifft nach gründlicher Überholung auf einer Rügener Werft wieder in Wismar ein.

• FDGB hat in Wismar 18.622 Mitglieder.

Juli

1.Juli 1948
Das ehemalige Kaufhaus Karstadt/Otto führt jetzt den Namen „Mecklenburgisches Kauf-haus“, der Betrieb ist volkseigen.

2.Juli 1948
Wismar hat 2.410 Berufsschüler, Schulraum reicht nicht aus, ca. 14 Lehrkräfte für verschie-dene Fachgebiete müssten noch eingestellt werden.

• Ca. 1.300 Jugendliche, Männer und Frauen sind in den beiden Sportgemeinschaften Wismar-Süd und Wismar-Ost organisiert. Nach Zuteilung von Sportgeräten und Sportbekleidung könnte diese Zahl wesentlich erhöht werden.

3.Juli 1948
Von 10.142 Wohnungen mit 222.908 qm sind 3.600 Wohnungen mit 72.500 qm mit Umsied-lern belegt. Eine eigene Wohnung haben nur 828 Familien mit 2.484 Personen; die Mehrzahl der Umsiedlerfamilien (3.085 mit 9.249 Personen) wohnen in Untermiete. In Wohnwagen wohnen 1.020 Familien mit 3.060 Personen und 652 alleinstehende Umsiedler; 78 alleinste-hende Umsiedler sind in Massenquartieren untergebracht.

8.Juli 1948
Aufstellung der in Wismar ansässigen Produktionsfirmen

Wilhelm Müller Drahtwerke Rostocker Str. 4/6
Kuckei und Müller Matratzenwerk Lübsche Straße 67
Isolag Isoliermatten Am Hafen
G. Marsmann Papierfabrik Vor dem Mecklenburger Tor
Bruno Schütz Betonwaren Wilhelmstraße 40
Hans Clement Zementwaren Lübsche Straße 85
Fritz Immecke Ackerwagen Rostocker Straße 03
Haack und Co Ziegelei Hoher Damm
Ahrenshof * Ziegelei Vor Ahrenshof
Ernst Böckler Brunnen
Masch.-Bau Poeler Str.51
Wilhelm Benn Masch.-Bau Großschmiedestraße 43
C. Oberg Masch.-Bau Lübsche Straße 72
Brandt & Söhne * Maschinenfabrik Karl-Liebknecht-Str. 47
Schiffsreparaturwerft * Am Hafen
Hansewerft * An der Koggenoor
Städt. Landmaschinenbau Doktor-Leber-Str.
Joachim Eggert Dachpappenfertigung Vor dem Lübschen Tor
Johann Bogenhardt Dachpappenfertigung Vor dem Lübschen Tor
Johann Feldmann Holzindustrie Poeler Straße 84
Wilhelm Moll Kistenfabrikant Rosa-Luxemburg-Straße 30
WISETA (Wismarer Sei-fenfabrik) Seifenfabrik Hopfengarten
Walter Hoppe Strohschuhfabrik ABC-Straße 21
Hermann Böhlke Likörfabrik Lübscheburg
E.H. Magerfleisch Großdestillation Altwismarstraße 2
F.G. Michaelis Spirit./Likör Hinter dem Rathaus 1
Wilhelm Thoms Limonadenfabrik Platter Kamp 6a
Ernst Buggisch Fleischwarenfabrik Karl-Liebknecht-Straße 43
Molkereigenossenschaft Raiffeisen Hinter dem Chor
Ernst Hochhaus Herde/Öfen Mecklenburgerstraße 22
Carl Micheel Metallgießerei Vor dem Fürstenhof
Gehrke und Sohn Hobel-Sägewerk Am Hafen
Schreyer und Co Wismarer Hobelwerke Rostocker-Straße
Alfred Häußler Hobelwerk Lübsche Straße 83 d
Zuckerfabrik * Philosophenweg
* landeseigene Betriebe

• Ein neuer Tarifvertrag für Hafenarbeiter enthält Verbesserungen der Arbeitsbedin-gungen, das Mitbestimmungsrecht der Gewerkschaften und soziale Bestimmungen, die die bisherigen Tarifordnungen nicht enthielten.

11.Juli 1948
Sportplatz Wendorfer Weg: Kreis-Meisterschaften in der Leichtathletik, Beginn 9.00 Uhr „Volkshaus“,
13.30 Uhr Boxveranstaltung Wismar-Süd gegen Sportgemeinschaft Greifswald.
Greifswald erscheint nur mit sieben Boxern; Wismar-Ost springt ein.

16.Juli 1948
Volkshaus: Parteiarbeiter-Konferenz der Stadt und des Kreises Wismar der SED: Referent Genosse Pohlmeyer, 300 Anwesende, Resolution zu den Punkten: ideologisches Niveau der Partei, arbeitsfähige Gewerkschaftsgruppenleitungen, Erfüllung Halbjahresplan, Vorberei-tung der Zwei-Jahres-Pläne, Ernte, fachlich qualifizierte Arbeiter auf Maschinenausleihstati-on, Verstärkung der Volkskontrolle, Erfassung der Rohstoffreserven, Förderung der Aktivis-tenbewegung, der Jugend, schnellster Übergang zum Leistungslohn.

17.Juli -18.Juli 1948
Kreiskulturtagung der SED im Volkshaus: Es referieren die Genossen Glückauf und Willi Bredel. Genosse Bredel hält das Schlusswort.

19.Juli 1948
Das Kinderheim Sankt Jakobshof wurde nach Ventschow überführt.
Weihnachten wird eine Heimbücherei begründet, im Sommer 1949 wird ein Junglehrer ein-gestellt und die „Heimschule“ (ein Klassenraum, ein Lehrerzimmer) eröffnet. In freiwilliger Arbeit ist ein Sportplatz entstanden. Zum einjährigen Bestehen des Heimes Ventschow gibt es einen Fußball.

21.Juli 1948
Tuberkulose breitet sich aus. Zurzeit 633 Fälle, davon 271 Kinder. Von 155 offenen Fällen nur 26 isoliert. Monatlich über 30 neue Diagnosen auf Tuberkulose, mehrere Fälle von Infek-tionen innerhalb der Familien.

23.Juli 1948
• Versorgung mit Lehrmitteln (außer mit Bleistiften) ist ausreichend. Der Zugang von Neulehrern ermöglicht es, die 65jährigen Lehrer in Rente zu schicken. Sie können aber neben der Rente weiter tätig sein. Ab 1. September wird es in Mecklenburg kei-ne einklassigen Schulen mehr geben. Jedes Kind erhält 3 Schreibhefte.

• Erste Freiluft-Boxveranstaltung in Schwerin nach dem Krieg: Der Städtevergleich Schwerin-Wismar endete 6:12. 3.000 Zuschauer. Wismarer Boxer hatten längeres Training und größere Erfahrung.

• Ein Kulturwettbewerb der Betriebe wurde abgeschlossen; die Organisation lag beim Sachbearbeiter für kulturelle Förderung beim Amt für Arbeit. Feierliche Prämierung (Mantel-, Anzug-, Kleiderstoffe, Schuhe) in den Klubräumen des Werkheimes Parkstraße.
Titel der Szenen und Sketche: „Die Prämie“, „Rätsel der Halle 5“ (Mathias-Thesen-Werft), „Theorie und Praxis“.

24.Juli 1948
Ingenieur Hugo Sachs (57), seit März Direktor der Landmaschinenbau GmbH, konstruierte aus dem Material eines alten Autos einen Feder-Schmiedehammer. Antrieb über ein Auto-Differentialgetriebe.

27.Juli 1948
Bei einer Überprüfung der Schlachterläden hatte Schlachtermeister Robert W., Hinter dem Rathaus, die beste Wurst.

28.Juli 1948
Grubenmühle hat eine tägliche Kapazität von ca. 20 t. Der Speicher fasst 400 t Korn. Das Mahlgut ist von guter Qualität. Eine 1945 selbst gebaute Grützanlage, die „nicht gerade sehr ansprechend aussieht“, arbeitet zufriedenstellend.

29.Juli 1948
An Stelle des ausgefallenen Motorschiffes „Swante“ verkehrt MS „Blitz“ zwischen Hanse-werft/Wismar und Kirchdorf/Poel.
Abfahrten Wismar 7.00 Uhr, 11.00 Uhr, 14.30 Uhr; Kirchdorf 8.15 Uhr, 13.00 Uhr, 16.00 Uhr
Fahrgäste stellen sich eine halbe Stunde vor Abfahrt oder früher an, viele müssen zurück-bleiben. – „Blitz“ lag als Wrack in der Hansewerft, ist wieder flottgemacht worden.

30.Juli 1948
Kurzreportage der Landeszeitung über Tauschzentrale Wismar in der Krämerstraße. Ge-tauscht werden nur Gebrauchtgegenstände (hauptsächlich Schuhe), Lebensmittel werden nicht angenommen. Der Laden macht einen sauberen Eindruck. Etwa 50 Tauschgeschäfte fallen pro Tag an; 25 bis 30 kommen zur Zufriedenheit der Partner zustande. Der Inhaber bekommt 25% des Friedens-Schätzwertes und 10%, wenn ein Geschäft aus irgendeinem Grund nicht abgewickelt wird.

31.Juli 1948
Im Hafen wurde ein neuer Getreideheber in Betrieb genommen. Saugmaschine leistet 50 t pro Stunde. „Der Massenumschlag an Getreide macht uns besondere Schwierigkeiten, weil die vorhandenen Anlagen dazu nicht ausreichen. Obgleich die Wismarer Getreidesilos sehr modern gebaut sind, müssen wir die Saugvorrichtungen stark beanstanden, denn die Kapazi-tät von 20-30 t pro Stunde ist für große Schiffe unzureichend.“

Juli 1948
Niederdeutsche Bühne Wismar
Spielzeit 1947/48 153 Aufführungen
„Musikanten up Ferien“ 20
„Heckt mang de Karpen“ 39
„Sien veerte Froo“ 2
„Bahnmeester Dod“ 1
„Blaue Amidaam“ 4
„De Fährkroog“ 3
„De Dör nah buten“ 27
„Up Düwels Schüerkoor“ 55
„Een niemodsche Deern“ 2

August

11.August 1948
46.648 Umsiedler zählt der Kreis Wismar
davon aus Ostpreußen 20483
Schlesien 2286
polnische Gebiete 1909
Jugoslawien 559
Brandenburg 2177
CSR 5676

• Das Wohnungsamt soll die Anwerbung eines Kinderarztes, eines Frauenarztes und eines Internisten unterstützen.

12.August 1948
Bekanntmachung betrifft Anfertigung von Lichtbildern, mit Verzeichnis der Wismarer Foto-ateliers – da die Anfertigung neuer Personalausweise „in absehbarer Zeit“ geplant ist.

15.August 1948
In Schwerin Konferenz der Leiter und Funktionäre der volkseigenen Betriebe Mecklenburgs. Wirtschaftsminister Dr. Witte (CDU) eröffnet die Konferenz. Es sprechen Ministerpräsident Wilhelm Höcker, 15 Diskussionsredner (aus Wismar keiner erwähnt) und Minister Hans Warnke. Auseinandersetzung zwischen Genosse Kurt Bürger und Wirtschaftsminister Witte, der daraufhin den Saal verlässt.

16.August 1948
Sämtliche Anlagen der Stadt, soweit sie das Stadtbild beeinflussen, sind im kommenden Jahr nicht mehr als Gärten abzugeben.

17.August 1948
Kreispolizeiamt Wismar droht am 17.August allen Eltern Strafe an, deren Kinder mit Kata-pulten Schäden insbesondere an Fenstern verursachen und Personen gefährden.

23.August 1948
• Vorsitzender der Betriebsgruppe der SED bei der Deutsch-Russischen-Transport- Gesellschaft, Genosse Schepanski: Arbeitsmoral und Verantwortungsbewusstsein der Hafenarbeiter sind gewachsen, erhöhte Arbeitsproduktivität. Belegschaft im vorigen Jahr 2.400, nach Reorganisation nur noch 1.734. Neuer Tarifvertrag, Betriebsverein-barung, Arbeitsschutzbestimmungen in Kraft. Keine Massenquartiere in Sälen mehr, sondern menschenwürdige Wohnräume. Übergabe des Klubhauses Hafenhalle steht bevor.

• Volkspolizei in Wismar sucht Bewerber. Noch 200 junge Polizisten sind notwendig, damit die Volkspolizei ihre Aufgaben meistern kann.

25.August 1948
Lungenkranke werden in der Liegehalle in den Wallgärten in 20 Ruhebetten betreut. Einwei-sung durch das Sozialfürsorgeamt in Zusammenarbeit mit der Lungenfürsorge des Gesund-heitsamtes. Die Kranken können die Lebensmittelkarte II für die häuslichen Mahlzeiten ver-brauchen; in der Liegehalle gibt es auskömmliches, mit Fett zubereitetes Essen.

26.August 1948
Ebereschen-Beeren werden für die Marmeladenherstellung gesammelt. Neben dem Ankauf-preis erhält der Sammler für 100 kg Beeren einen Einkauf-Berechtigungsschein für 3 kg Zu-cker.

31.August 1948
Das Stadttheater Wismar hat im Sommer 1948 Abstecher gemacht nach: Klütz, Kröpelin, Neukloster, Goldberg, Schönberg, Warnemünde, Grevesmühlen, Neuburg, Warin, Bad Klei-nen, Boiensdorf, Neubukow, Blowatz, Kühlungsborn, Rostock (Stadttheater).

September

1.September 1948
Aufruf („Resolution“) an die Bäuerinnen und Bauern des Kreises Wismar, das Ablieferungs-soll bis zum 25.09.1948 zu erfüllen.

• Schiffsreparaturwerft bringt 1. Nummer der Betriebszeitung „Frische Brise“ heraus.

1.September 1948
Das große Variete-Programm Malmström im Volkshaus Wismar.

3.September 1948 bis 10.September 1948
• Wismarer Herbstmarkt auf Marktplatz: Moderne Karussells, Schaukel, Schau- und Verkaufsbuden.

• Baurat Haase, Direktor der Ingenieurschule verabschiedet die ersten Absolventen.
• (sechs Architekten, acht Bau-Ingenieure, sechs Maschinenbau-Ingenieure und acht Elektro-Ingenieure. Die Schule hat 1948/49 400 Studierende, 161 sind Neuaufnah-men.

10.September 1948
Stadtrat a.D. Ballerstaedt wird als Oberbürgermeister auf Zeit und der Kaufmann Otto als Stadtrat und Dezernent des Amtes für Handel und Versorgung eingeführt.
Stadtverordnetenversammlung vom 03.09.1948 bestätigt den Auftrag an Stadtrat a.D. Bal-lerstaedt, wählt den Stadtrat Otto und ernennt Stadtrat Oetteking zum Bürgermeister.

13.September 1948
Die öffentliche Mütterberatungsstelle Wismar in der Poliklinik ruft die werdenden Mütter zu einem unentgeltlichen Besuch auf: „Wichtig ist der Besuch bereits in den ersten Schwanger-schaftsmonaten.“

14.September 1948
Im Hafen Wismar arbeiten zurzeit sechs Taucher; zwei Taucher-Schüler sind in der Ausbil-dung.

16.September 1948
• Oberbürgermeister Säverin beginnt sein Studium an der Karl-Marx-Hochschule in Berlin.

• Kurzbericht über Strohschuhe und andere Erzeugnisse der Familie Hoppe: Bestellun-gen auf der Leipziger Messe, Inhaber plant Erweiterung der 45 Beschäftigten auf das Doppelte.

17.September 1948
„Die Gründung von Betriebssportgruppen (BSG) erfolgt in den nächsten Tagen in den bei-den Wismarer Großbetrieben Deutsch-Russische-Transport- Gesellschaft und Schiffswerft.“
Die BSG der Deutsch-Russischen-Transport-Gesellschaft bildet Sparten für Fußball, Hand-ball, Tischtennis, Schach. Die Gründung der BSG Schiffswerft Wismar erfolgt am 19.11.1948.

27.September 1948
Anzeige in Landeszeitung vom 27.09.1948
Autobus “ Olympia- Pfeil

30.September 1948
Ratssitzung befasst sich unter anderem mit der Übernahme des Wirtschaftsbetriebes „Zur Sonne“ durch die Volksbühne.

Oktober

1.Oktober 1948
Zuteilungen an Bekleidung und Hausrat für eine konkrete Wismarer Familie mit einem Kind (Ausgebombte) vom 05.07.1945 bis 01.10.1948 durch das Amt für Handel und Versorgung.

6.Oktober 1948
Torfwerk Redentin produzierte in der Saison 1.311 t. Ungünstiges Wetter beeinträchtigte die Arbeit. 350 t noch nicht getrockneter Torf müssen noch abtransportiert werden.

9.Oktober 1948
• Kurz-Reportage über das „Kinderwagenwerk Wismar“: Wagen aus Holz, Räder aus Alu-Guss, mit „neuartiger Schwingachse“, Planauflage für 3. Quartal 100 Stück. Be-gründer des Betriebes ist Herr Klinger; er hat (im Dezember 48) sechs Mitarbeiter.

• Von 400 Studierenden der Ingenieurschule sind 161 Neuaufnahmen. An der Schule studieren nur 10 Frauen. Es fehlen je ein Dozent für Maschinenbau und Elektrotech-nik. Das ehemalige Lyzeum ist für die Hochschule schlecht geeignet. Der Raumman-gel wird anhalten, auch wenn ein Teil der Schule nach Neustrelitz verlegt wird. Nach Verlegung der Bauabteilung nach Neustrelitz heißt die Fachschule nur noch „Staatli-che Ingenieurschule Wismar“.

15.Oktober 1948
Urteil des Schöffengerichts gegen den Kaufmann Wilhelm Roggensack wegen Schwarzhan-dels (Vermittlungsgeschäfte von Kartoffeln an Bahnpostbeamte der Zugverbindung Wis-mar- Berlin).

16.Oktober 1948
Ratssitzung befasst sich ausschließlich mit der angespannten finanziellen Lage der Stadt und des Theaters: vorübergehend sollte man nur Operetten spielen. (Genehmigung dazu ist von Landesregierung und Sowjetischer Militäradministration einzuholen; der „Sonnen“-Saal soll neben dem Volkshaus zur Verfügung gestellt werden; Intendant wird auf strengste Spar-samkeit hingewiesen.

20.Oktober 1948
Die Deutsche Wirtschaftskommission erläßt Richtlinien für den freien Verkauf von Kon-sumgütern durch eine neuzugründende Handelsorganisation.

21.Oktober 1948
Die Lehrwerkstätten der Waggonfabrik bilden in neu erbauten Baracken 250 Lehrlinge und 120 Umschüler in Holz- und Metallberufen aus.

25.-30.Oktober 1948
Erhebung der Anbauflächen ausgewählter landwirtschaftlicher Kulturen.

27.Oktober 1948
Polizeiordnung vom 27.10.1948: Der unberechtigte Aufenthalt von Personen in den Gebie-ten der Häfen und öffentlichen Umschlagplätzen wird mit sofortiger Wirkung verboten.

31.Oktober 1948
• Vier Bagger und drei Spüler sind zurzeit eingesetzt, um das teilweise nur noch 4 Me-ter tiefe Fahrwasser auf 7 Meter zu bringen. Arbeitszeit in zwei Schichten zu je sie-ben Tagen. Jeden Dienstag stellt die Reichsbahn dem fahrplanmäßigen Eilzug nach Rostock einen Sonderwagen für Baggerarbeiter hinzu, die zurzeit aus Wolgast, An-klam und Stralsund, aber auch vom Fischland und aus der Barther Gegend kommen.

• In der Saison 1948 gelangten in Wismar 3.456 t Torf zum Verkauf (3.083 t davon für den Bevölkerungsbedarf). Die Torfgewinnung des freiwilligen Unternehmens am Dorstein betrug 900 t. Heran beteiligten sich 1.115 Freiwillige, ihnen wurde der ge-wonnene Torf zu 50 % auf die Hausbrandversorgung angerechnet.

• Rathaussaal: Lehrlingsfreisprechung für Stadt- und Landkreis: Von 238 Lehrlingen (davon etwa 25 Umschüler) bestanden 13 die Prüfung nicht.

• 10.1948 Umbenennungen von Schulen
Knaben-Volksschule → „Gerhart-Hauptmann-Schule“
Mädchen-Mittelschule → „Fritz-Reuter-Schule“
Mädchen-Volksschule → „Pestalozzi-Schule“
Wie im vorhergehenden Schuljahr sechs Schulen, insgesamt 6.341 Grundschüler, 113 Lehrer (davon 120 Schüler und drei Klassenlehrer in Dargetzow).

November

1.November 1948
Über die Schulen werden 800 Paar Schuhe (Kinder-Lederschuhe) verteilt.

3.November 1948
Rat der Stadt genehmigt die Nutzung der Aula der Geschwister-Scholl-Schule für den Sonntagsgottesdienst der Sankt Nikolai-Gemeinde. Erlaubnis wird am 22.12. zurückge-nommen, da solche Benutzung unzulässig ist.

4.November 1948
• Volkshaus: Öffentliche Kundgebung der SED: Es sprechen Landtagspräsident Ge-nosse Moltmann, Ministerpräsident Genosse Hocker und Minister Genosse Warnke. Würdigung des sozialistischen Aufbaus, Zurückweisung von Verleumdung und Ge-rüchten, Säuberung und Festigung der Partei.

• Hansewerft teilt mit, dass die Reparationslieferung von zwei eisernen Fischkuttern mit Ablauf des Jahres erfolgen werde. Die Werft hat 124 Beschäftigte, davon 110 Produktionsarbeiter.

11.November 1948
Befehl der Kommandantur Nummer 259 vom 11.11.1948: Beschaffung von Draht für die Produktion dringend benötigter Nägel bei „Drahtmüller“.

• Rat der Stadt erklärt sein grundsätzliches Einverständnis zur Wiederherstellung des Archidiakonatshauses. Vorlage an Stadtverordnetenversammlung; Zuschuss von Denkmalspfleger oder Landesregierung ist zu erbitten.

13.November 1948
Volkshaus: Kreisdelegiertenkonferenz der SED (von 314 Delegierten nur 216 anwesend). Bericht in Landeszeitung vom 15.11.1948)

14.November 1948
Blockierte Flächen im Wismarer Hafen schmälern den Lagerplatz. Im Kalihafen liegen noch 300 T herrenloser Schrott (Geschütze, Fahrzeuge, Maschinenschrott). 75.000 t Rot- und Graugranitsteine aus NS-Zeit lagern noch im Hafen. Zwei Schiffswracks ragen noch aus dem Wasser.

• Durch Neugründung entsteht aus der Sportgemeinschaft Wismar-Ost die Sportge-meinschaft „Vorwärts“ Wismar. Die Sportgemeinschaft hat 600 Mitglieder.

16.November 1948
• Eröffnung eines „Freien Geschäftes“ für Nahrungs- und Genusswaren, Lübsche Stra-ße 5.

• Restaurant Waedekin wird „Freie Gaststätte“.

• Erster Kurzbericht über die „Staatsläden“ in Landeszeitung vom 18.11.- Zuspruch der Kundschaft nur zögernd. Erster HO-Laden am 15.November 48 eröffnet (ehemaliges Kaiser-Kaffee-Geschäft), einige Tage später das HO-Café „Kogge“.

20.November 1948
Kindergartenplätze reichen nicht aus. Belegung im Juli: Neustadt 97, Wendorfer Weg 73, Rote Tor 35, Carlsdorf 41, Koch`sche Stiftung 88, Doktor-Leber-Straße 65, Schiffsrepara-tur-Werft 97.

21.November 1948
„Tag des Freien Marktes“ (Aufkaufsonntag; Handzettel an die Landbevölkerung, umseitige Hinweise des Kreissausschusses „Freier Markt“ über Organisation der Aufkaufaktion und Gegenangebot von Industriewaren).

23.November 1948
In der Hansewerft läuft der erste eiserne Fischkutter vom Stapel. Es ist das erste Eisenschiff, das je in Wismar gebaut wurde.

24.November 1948
Ratssitzung befasst sich unter anderen mit der Satzung „Kulturelle Unternehmungen“.
• Es sollen einbezogen werden: Museum, Theater, Archiv, Volksbücherei, „Weltspie-gel“, Volkshochschule. Am 11.11.1949 hebt die Stadtverordnetenversammlung den Beschluß vom 17.12.1948 wieder auf, durch welchen die Kulturellen Unternehmun-gen Wismar begründet wurden.

• Autoreparaturwerk in der Doktor-Leber-Straße hat 190 Betriebsangehörige, davon 20% Frauen und Kriegsversehrte. Eine Jugendaktiv-Gruppe ist aufgestellt worden.

26.November 1948
Rathaussaal: Eröffnung der Ausstellung der Kunstmaler Hinrichs und Heinz Dubois.

• In der Hansewerft läuft der 2. Fischkutter vom Stapel. Die Motore für die beiden ei-sernen Kutter, die ersten Neubauten nach 1945, fehlen noch. Die Schiffe sollen der deutschen Fischerei zur Verfügung stehen.

27.November 1948
Neue Volksschule im ehemaligen Luftwaffenlazarett fertig. War seit Sommer im Bau; Ende September war der Rohbau abgeschlossen, Malerarbeiten begannen.

30.November 1948
Dachpappenfabrik Bogenhardt, am 03.09.1948 durch Feuer vernichtet, nimmt Produktion in neuerrichteten Fabrikräumen auf.

November 1948
Eine „Schwerbeschädigten-Werkstätte GmbH“ wurde in der Parkstraße gegründet. Neuan-fertigung von Kleinmöbeln und Spielzeug, Reparaturleistungen; Altwismarstraße 10
Geschäftsstelle mit Schaufenster und Reparaturannahme.

Dezember

1.Dezember 1948
• Schulbus-Verkehr nach Dargetzow wegen Mangels an Bereifung noch nicht möglich.
• Der Bus des Stadtomnibus-Betriebes wird ab 01.12.1948 zum Transport russischer Schulkinder zwischen Wismar und Schwerin eingesetzt.

• Nachmittags, Marktplatz: Demonstration für die Einheit Berlins (über 4.000 Teilneh-mer) Landeszeitung 02.12.1948

• Ingenieurschule eröffnet in ehemaliger Gaststätte „Graf Zeppelin“ ihre Mensa.

3./4.Dezember 1948
Viehzählung und Erhebung der Winteraussaatflächen

3.Dezember 1948
„Landeszeitung“ hat 4 Blatt = 8 Seiten und erstmals eine ganze Seite „Kleinanzeigen“
(Landeszeitung bestand um die Mitte des Jahres zumeist nur aus einem Blatt).

4.Dezember 1948
Berufstätige, die nicht entsprechend Befehl 234 versorgt werden, erhalten aus der Volkskü-che ein markenfreies Essen für 75 Pfennig pro Liter. Die Versorgung erfolgt über den Kreis-ausschuss „Freier Markt“ und den FDGB.

5.Dezember 1948
Die Volksbühne hat das Hotel „Zur Sonne“ übernommen und umgestaltet. Mit einer Festma-tinee am Sonntag, dem 05.12.1948 wird das Haus neu eröffnet. Der 1. Vorsitzende des Landesverbandes der deutschen Volksbühne Mecklenburg, Perten: „Ein neuer Geist müsse nicht nur beim Theaterpublikum, sondern auch bei den Schauspielern einziehen. Eine Neuge-staltung des Spielplanes sei dringend notwendig, besonders auch hinsichtlich der Operette.“ Intendant Will sagte zu, die ganze Kraft des Theaters für die Volksbühne einzusetzen.
Die Laienspielgruppe der Volksbühne trat im Juli zum ersten Mal an die Öffentlichkeit („Schlechte Verständigung“ und „Beinahe Millionär“).

6.Dezember 1948
Nach Umbesetzungen im Vorstand hat die FDJ in Wismar neuen Aufschwung erhalten. Be-triebsgruppen bestehen bzw. wurden gegründet bei der Schiffsreparatur-Werft, Kreisverwal-tung, Zuckerfabrik, Hansewerft, Kreispolizei, den Stadtwerken; Jugendaktivs bei Autorepa-raturwerk und der Deutsch-Russischen-Transport-Gesellschaft.

8.-13.Dezember 1948 Kino im Werkheim; Bastelausstellung; 22. und 23.12. Kinderweih-nachtsfeiern;
• Eröffnung des Lehrlingswohnheims, 1.500 Einwohner im Werkheim.

10.Dezember 1948
• Eröffnung des „Freien Ladens“ (Karstadt-Haus). Großer Zustrom. Polizei musste für Ordnung sorgen. Im Erdgeschoß Industriewaren und Lebensmittel, 1. Stock Textil-waren.
• Am 22.12.48 gibt es in der sowjetischen Besatzungszone 17 „Freie Gaststätten“ und 25 „Freie Läden.“ Täglicher Umsatz des HO-Kaufhauses steigt zunächst bis auf 100.000 Mark, geht zum Jahresende auf 50.000 Mark zurück. Kundschaft kommt aus allen Bevölkerungsschichten, vornehmlich sind es Beschäftigte der Schiffswerft und der Deutsch-Russischen-Transport-Gesellschaft. Der Besuch des HO-Hotel hält sich in mäßigen Grenzen.

10.Dezember 1948
„Maxim-Gorki-Haus“ der Gesellschaft zum Studium der Kultur der Sowjetunion, Am Markt 22, in einer Feierstunde vor 100 geladenen Gästen eröffnet.

12.Dezember 1948
Weihnachtsmarkt in Wismar auf dem Marktplatz vom 12. Dezember bis einschließlich Sonn-tag, 19. Dezember. Jahrmarktbelustigungen, Spiel- und Verkaufsbuden. (Musikinstrumente für Groß und Klein, Bälle, Puppen, Schaukelpferde, sonstiges Spielzeug, Glas und Ge-brauchsgegenstände). Zur Belustigung haben eine Bobbahn und eine Kindereisenbahn auf-gebaut. Im Verkaufsangebot sind u.a. Armband- und Wecker Uhren und elektrische Geräte.

14.Dezember 1948
Stadtverordnetenversammlung beschließt: „Der Sportgemeinschaft der Schiffswerft ist ein Gelände zur Errichtung einer Sportanlage zur Verfügung zu stellen …“

15.Dezember 1948
Auf See vor Wismar kollidieren DS „Stephan Laalturin“ (UdSSR) und DS „Verarin“ (Schweden). Das schwedische Schiff sinkt innerhalb von 3 Minuten. 21 Mann Besatzung werden vom sowjetischen Schiff gerettet und von der Deutsch-Russischen-Transport-Gesellschaft versorgt. Schiffbrüchige befinden sich im „Intourist“ Hotel und sind wohlauf.

19.Dezember 1948
Werkheim Parkstraße: Eine Ausstellung „Künstler der Schiffswerft“ wird eröffnet. Bilder, Haushaltsgegenstände und Gebrauchsartikel werden gezeigt.

23.Dezember 1948
1.794 Konsum-Mitglieder in der Stadt Wismar; 13 Verkaufsstellen; ca. 6.000,- Mark Mo-natsumsatz Dezember.

26.Dezember 1948
Aula der Geschwister-Scholl-Schule: Eröffnung der Ausstellung Wismarer Kunstmaler

28.Dezember 1948
Rathaussaal: Vertreter der Wismarer Betriebe erhalten Planaufgaben für 1949,
Stadtrat Fritz, Leiter der Wirtschaftsabteilung und Oberbürgermeister Ballerstaedt die Pro-duktionspläne.

31.Dezember 1948
Senkung der Verwaltungskosten: Stadtverwaltung Wismar entläßt zum 31.12.1948
20 männliche und 29 weibliche Arbeitskräfte

31.Dezember1948 Veranstaltung das Stadttheater im „Haus der Volksbühne“ einen Silves-terball „Mit dem Stadttheater ins neue Jahr.“

Dezember 1948
• Konsumgenossenschaft 1948
Zahl der Verkaufsstellen erhöhte sich im Laufe des Jahres von 19 auf 28
neu eröffnet: Hinter dem Rathaus (Kaufhaus)
Wilhelmstraße 38 / Schatterau 16
Rosa-Luxemburg-Straße 64 / Friedenshof
Krämerstraße 2 (früher Karstadt)
Hornstorf / Warin (Kaufhaus)
Ventschow
Mitgliederzahl erhöhte sich um 830 auf 3.891

• Fuhrwerk: 9 Lastkraftwagen (zwischen 0,5 und 3 t)
3 Anhänger
1 Rollwagen, 1 Pferd

• In der Stadt bestehen 1.453 Gewerbe-Betriebe, im Laufe des Jahres wurden 84 ab-gemeldet und 95 neu zugelassen.
• Es gibt 171 Lebensmittel-Einzelhändler: 100 Kaufleute, 12 Milchhändler, 20 Fisch-händler, 39 Bäcker.

• Mitgliederstand der SED in Wismar beträgt 4.663.

• Hafenumschlag 1948
Rostock 785.600 t
Wismar 760.000 t (110.000 mehr als 1947)
Betrachtung „Rostock oder Wismar – Der Wettstreit um die Führung unter den Häfen der Ostzone“

Die Stadt stellte 1948 Zuschüsse bereit für
Krankenhaus 115.000,- Mark
Poliklinik
35.000,- Mark
Theater * 336.000,- Mark

* Vorstellungen im Volkshaus verursachten stetig steigende Unkosten; das Interesse des Publikums war geringer als im alten Haus.

• Gesamtbestand an Wohnungen per 31.12.1948: 10.302 Wohnungen

Januar 1949

1.Januar 1949
„Haus der Volksbühne“ lädt zum Tanz am Neujahrstag ein. Es spielt die Kapelle Paul Neumann.
• Der Volkseigene Betrieb I. C. Brandt Söhne führt mit Wirkung vom 1.Januar 1949 die Firmenbezeichnung „Mechanische Werkstätten, Aufbau. Volkseigener Betrieb Wismar.“

03.Januar 1949
Landeszeitung schlägt vor, das am Westkai des Alten Hafens liegende DS „Johann Ahrens“ (1.450 Tonnen), das leichte Schlagseite hat, demoliert und ausgeplündert ist, wieder in Fahrt zu bringen.
• Am 2. Januar 1950 erinnert Landeszeitung an den DS „Johann Ahrens“, der noch immer vor sich hin rostet, obwohl die FDJ der Schiffsreparaturwerft zu freiwilligem Arbeitseinsatz zur Überholung des Schiffes bereit ist.

4.Januar 1949
Entsprechend der „Verordnung über die Einführung einheitlicher Personalausweise…“ vom 18.11.1948 „beginnt diese Aktion mit einem Kommentar und der amtlichen Bekanntma-chung der Landespolizeibehörde in Mecklenburg.“ Personalausweis-Aktion wird vom Kreis-polizeiamt Wismar am 15.03.1949 abgeschlossen, 94.262 Ausweise wurden ausgegeben.

05.Januar 1949
Im ehemaligen Luftwaffenlazarett sind 158 Wohnungen (= 252 Räume) bezogen.

• „Maxim-Gorki-Haus“, Gespräch: „Gibt es einen neuen Krieg?“
An der Diskussion beteiligen sich alle Parteien und Organisationen wie FDJ und DFD.
„Bedauerlich ist es, daß die Liberal Demokratische Partei eine Diskussion über dieses Thema glattweg ablehnte.“

7.Januar 1949
Der Industriehafen liegt noch, „als ein nicht stark ausgenutzter Hafenarm am Rande des Wismarer Hafengebietes.“

8.Januar 1949
In diesem Jahr übernimmt die Volkssolidarität … die Durchführung der gesamten Kinderver-schickung an die Ostsee. Auswahl geschieht nach den Richtlinien des Landesgesundheits-amtes. Eigenmächtige Kindertransporte müssen unterbleiben. Am 31.12.1948 hat das Lan-desjugendamt die Registrierung aller privaten, kirchlichen und gesellschaftlichen Kinder- und Erholungsheime verfügt.

12.Januar 1949
Um die zurzeit leerstehende Wallhalle bewirbt sich außer der Volksbühne und der Deutsch-Russischen-Transport-Gesellschaft auch das Kreispolizeiamt Wismar. Der Rat der Stadt hat keine Bedenken und würde die Einrichtung eines Polizeireviers in dieser Gegend begrüßen.

14.Januar 1949
Mitgliederzahl der Volksbühne ist auf 1.172 angestiegen. Der FDGB stellt in kultureller Sicht im Namen der Werktätigen die Ansprüche, während es die Aufgabe der Volksbühne sei, diese Ansprüche zu befriedigen. Die kulturelle Erziehung könne aber nicht nur über die Operette erfolgen, sondern auch moderne Stücke und Klassiker müssten gespielt werden. Volksbühne vermittelt auch die Gastspiele der Schweriner Maxim Gorki Bühne („Tiefe Wurzeln“, „Optimistische Tragödie“). Neben der Abteilung Theater besteht die Abteilung Volkskunst, in der sämtliche Volkskunstgruppen zusammengeschlossen werden sollen, auch die der FDJ, weil das bisherige Durcheinander in der Volkskunstbewegung aufhören müsse.

14.Januar 1949
Arbeitstagung der Gewerkschaftsleitungen von Deutsch-Russischer-Transport-Gesellschaft und Reichsbahn: Waggonumlauf muss beschleunigt werden. Kooperation soll besser werden.
(Am 20.12.1948 stellte die Deutsche Reichsbahn 165 Waggons mit Exportholz bereit; nur 20 wurden bis Jahresende entladen. 400 Waggons mussten auf anderen Bahnhöfen abgestellt werden).

15.Januar 1949
Rathaussaal, 16:30 Uhr: Öffentlicher Rechenschaftsbericht „1 Jahr Poliklinik Wismar“
Bericht über die „Feierstunde“, in der zwölf verdiente Mitarbeiter prämiert und die Leistun-gen der Poliklinik gewürdigt wurden.

„Briketts ohne Brennstoffkarte sofort an jedermann lieferbar – Kaufscheine durch die Han-delsorganisation (HO) „Freier Laden“, Wismar, Lübsche Straße.“
Anzeige in Landeszeitung vom 15.01.1949)
HO-Kohlen lagern und verwittern. Wirtschaftsausschuss hat sich eingeschaltet. 800 Tonnen davon kommen zur Verteilung: pro Kohlenkarte ist ein Zentner aufgerufen.

21.Januar 1949
Andrang im „Freien Laden“ hält an. In der Lebensmittelabteilung täglich 1.500 Kunden, starke Nachfrage nach Wäsche. 1.000 Taschenuhren und 100 Fotoapparate verkauft.
In den frühen Abendstunden ist das Kaufhaus öffentlicher Treffpunkt insbesondere Jugend-licher.

25.Januar 1949
BGL, SED-Betriebsgruppe und Betriebsleitung der Schiffsreparaturwerft beschließen, den Betrieb „Karl Marx Werft“ zu nennen. Die Vereinigung volkseigener Werften in Schwerin stimmt sofort zu.

31.Januar 1949
Landesamt für Denkmalpflege veranlasst ein „Verzeichnis der Baudenkmale Wismars“, liegt im März 49 vor.

31.Januar 1949
Infolge des größeren Raumgehaltes der einlaufenden Schiffe hat sich trotz zahlenmäßigen Rückgangs des Schiffsverkehrs der Hafenumschlag erhöht.
Hafenumschlag im Januar 70.590 t
40 Dampfer
6 Motorschiffe
2 Motorsegler
aus Dänemark 10, aus England 5 Schiffe

Januar 1949
Ortskassierer des FDGB unterschlug 15.000,- Mark Organisationsgelder. Ehemalige Be-triebsratsvorsitzende des Gesamthafenbetriebes unterschlugen Urlaubsgelder und Sozialbei-träge.

Februar

3.Februar 1949
20:00 Uhr Volkshaus: Parteikonferenz der SED: Besuch der Mitgliederversammlung war nicht befriedigend, Diskussionsbeiträge zurzeit auf niedrigem Niveau, ideologische Festi-gung der Partei durch intensivere Schulung ist notwendig.

6.Februar 1949
Die Enttrümmerung der Stadt wird wieder aufgenommen, nicht nach den Richtlinien einer Ortssatzung, sondern gesellschaftlich organisiert. Betriebs- oder andere Arbeitsgemeinschaf-ten erhalten Enttrümmerungsplätze zugewiesen und wetteifern bei der Gewinnung von Zie-gelsteinen.

6.Februar 1949
Nationalzeitung meldet: Zuckerfabrik hat Kampagne beendet.
102.000 t Rüben verarbeitet, 14.150 t Zucker produziert, erhebliche Kohleeinsparung bei Brikettfeuerung

8.Februar 1949
„Vereinigung der Kleingartenhilfe Wismar“, früher Kleingärtnerverein e. V. Wismar) hat 6.539 Mitglieder; nahm in der (noch nicht voll ausgerüsteten) Mosterei die Entsaftung von Zuckerrüben auf. Das Gebäude der Mosterei war bereits im Herbst 1946 fertiggestellt, Schwierigkeiten bereitete die Anschaffung von Dampfkesseln und Maschinen.

9.Februar 1949
In Wismar hat sich eine Arbeitsgemeinschaft „Jugendweihe“ gebildet, die eine freigeistige Jugendweihe vorbereitet. Anmeldung zum vorbereitenden Unterricht bei Seffner, Wilhelm-straße 19.
Jugendweihe findet am Ostermontag, 17.04. im Haus der Volksbühne statt. Es können auch Jugendliche teilnehmen, die schon konfirmiert wurden. Bericht über Jugendweihefeier.
(Referent Genosse Seffner, künstlerische Gestaltung durch Schauspieler und Orchester des Stadttheaters).

12.Februar 1949
„HO-Gaststätte Wismar“ Lübsche Straße 05 lädt zu einem „Unterhaltungsabend mit Tanz-einlagen“ am Dienstag, den 15.02.1949, ab 19:00 Uhr ein. „Küche und Keller bieten das Beste. Einlaß nur bei Tischbestellungen. Es spielt die Hauskapelle Somann.“

15.Februar 1949
Fahrgastschiff „Harry“ (von Rostock nach Wismar umgesetzt), 120 Personen fassend, hat den Arbeiterberufsverkehr für Deutsch-Russische-Transport-Gesellschaft und Karl Marx Werft zwischen Boltenhagen/Tarnewitz und Wismar aufgenommen. Das Schiff soll im Sommer auch für den Urlauber-Verkehr eingesetzt werden.

22.Februar 1949
15:00 Uhr, Haus der Volksbühne: Aktivistenkonferenz mit Berichten von der Hennecke- Tagung in Berlin.

28.Februar 1949
Hafenumschlag Februar 1949
Kali-Verladungen sind angestiegen; Holz- und Stückgut-Umschlag zurückgegangen;
Umschlag insgesamt 78.290 Tonnen
43 Dampfer
9 Motorschiffe
1 Motorsegler
allein 17 Schiffe kamen aus Dänemark.

März

1.März 1949
• Sturm mit Windstärken 11 und 12 verursacht Überschwemmung des Hafens und des Hafenviertels. Feuerwehr muss Hafenarbeiter der Deutsch-Russischen-Transport-Gesellschaft in Sicherheit bringen und Straßenabschnitte wegen herabstürzender Dachziegel sperren.

• Um 13.30 Uhr trifft DS „Elets“ aus der Sowjetunion mit 1.157,2 t Gerste beladen, im Hafen ein. Das Schiff hatte auf Reede gelegen und im Sturm einen Anker verloren. Nach Rückgang des Hochwassers kann am 02. März, 10:45 Uhr, mit dem Löschen begonnen werden. 4 von 10 Baggerschuten sind auf Land gesetzt worden.

• Das Autoreparaturwerk beginnt mit der Produktion von Schultafeln aus Blech.

2.März 1949
Anzahl der in Wismar zugelassenen und fahrbereiten
Personenkraftwagen 120, 9 davon für Gesundheitswesen
Kräder 60
Taxis 32
Omnibusse 7

3.März 1949
Während der Leipziger Messe wird der Omnibus der Fa. Godenschwegen in Leipzig einge-setzt.

4.März 1949
Stadtverordnetensitzung beschließt Namensgebung:
• Huzkestraße → Friedensstraße
• Luftw. Lazarett → Friedenshof
• künftige Schule → Friedensschule

6.März 1949
Beginn der Leipziger Frühjahrsmesse
Es stellen aus: Matratzenwerk, Strohschuhfabrik Hoppe, Schuhmacherei Wilde und Kinder-wagenwerk Klinger.

07.März 1949
In der Karl Marx Werft hat ein zweiter Betriebsarzt die Arbeit aufgenommen. In 4 Kranken- und Unfallstationen sind somit 2 Ärzte, 8 Sanitäter und 3 Krankenschwestern tätig.

• Im ehemaligen Luftwaffenlazarett sind bezogen:
im Südteil 122 Räume: 78 Wohnungen
im Ostteil 130 Räume: 80 Wohnungen

8.März 1949
Häufiger Funktionswechsel in Stadt- und Kreisleitung der FDJ hat sich negativ auf die Be-ständigkeit der Stadtteilgruppen und der Gruppen in Kleinbetrieben ausgewirkt. Die FDJ-Gruppen in den Großbetrieben blieben stabil.
• Ab November 1948 übernahmen die beiden Kinos die seit Januar 1948 durchgeführ-ten Jugendfilmstunden in eigene Regie; es wird angestrebt, sie wieder unter die Lei-tung der FDJ zu bringen. Das Jugendamt überwies der Stadtleitung der FDJ viertel-jährlich 3.000,- Mark als Zuschuss. Das Jugendheim am Fürstengarten wurde auf Be-treiben des Amtes fertiggestellt und die Kosten (ca. 6.000,- Mark) bezahlt.

9.März 1949
Ratssitzungsprotokoll vom 09.03.1949: Übernahme der Feuerwehr durch das Land.
Herr Oberbürgermeister in Vertretung Ballerstaedt berichtete über die gestrige Übernahme-verhandlung.

10.März 1949
• Zuckerfabrik produzierte insgesamt 32.300 t Weißzucker. In der Nachkampagne, die am 10.03. abgeschlossen wurde, sind 20.422 Tonnen Rohzucker, die aus den Fabri-ken Tessin, Lübz, Friedland, Demmin und Stavenhagen kamen, verarbeitet worden.

• Die erste Nummer der Betriebszeitung „Der Kompass“ – Organ der Belegschaft
„Karl Marx Werft Wismar“ erscheint.

15.März 1949
Der Kali-Bunker im Hafen, 120 m lang, 27 m breit, erhält ein Dach, das am 15.03. 1949 fer-tiggestellt ist.

20.März 1949
Nach ihrer Instandsetzung haben die Bagger wieder die Arbeit aufgenommen. Die Ausbag-gerung des Wismarer Hafens ist fast beendet.

22.März 1949
Landeszeitung: „Zum Wismarer Theaterneubau – 250.000,- Mark zu viel ausgegeben – War das notwendig?“ Wiederaufbau des alten Hauses wäre günstiger gewesen.

24.März 1949
Das Gesundheitsamt hat eine Schul-Zahnpflege eingerichtet. Etwa 1.300 Kinder des ersten Schuljahres sind bereits untersucht worden; 70% davon wurden behandelt.
Mit Unterstützung der Volkssolidarität, die Heilnahrung bereitstellt, und der Krankenkasse, die sich an den Kosten beteiligt, wurde eine Säuglingsapotheke eröffnet. Zurzeit erhalten 35 Säuglinge auf ärztliches Attest täglich Heilnahrung, wofür die Mütter nur wenige Pfennige zahlen müssen.

26.März 1949
Bekanntmachung über Registrierung aller Wasserfahrzeuge bis zum 15.5.1949 bei der Was-serschutzpolizei. Meldestelle in Wismar: Wasserschutzpolizei-Revier Am Lohberg 7.

27.März 1949
Festliche Eröffnung des neuen Theatergebäudes an der Parkstraße
Festvorstellung „Maria Stuart“.

30.März 1949
Fa. Claus Kottala, Am Schilde 04, eröffnet Omnibuslinien Wismar-Ventschow-Schwerin
(Montag, Dienstag, Samstag)
Wismar-Röbel (Mittwoch hin; Donnerstag zurück)

31.März 1949
Kreissportausschuss Wismar kritisiert in der Landeszeitung vom 31.03.1949 das Fehlen einer Badeanstalt, in der der Schwimmsport gepflegt werden könnte.

April

1.April 1949
Volksbühne Mecklenburg übernimmt den Betrieb des Wismarer Theaters.
Das Stadttheater inseriert künftig unter der Doppelzeile:
„Volksbühne Wismar. Theater an der Parkstraße“

• Schnaps wird billiger
0,7 Liter- Flasche 40%iger Trinkbranntwein statt 56,- nur noch 42,- Mark.

4.April1949
Lebensmittelversorgung auch mit Fett hat sich stabilisiert. Die Fleischversorgung lässt noch zu wünschen übrig.

7.April 1949
• Im Wismarer Hafengebiet sind nur 8 Lotsen eingesetzt. Es fehlt an Nachwuchs.

• Erste Besprechung von Vertretern der Werft mit der Stadtverwaltung über Erweite-rung der Werft. (Überlassung des Spülgeländes am Westhafen unter Einbeziehung des von der Fa. Häußler genutzten Terrains an dessen Südzipfel, Ausbau des West-hafens.

• Volkshaus: Öffentliche Berichterstattung der Stadtverwaltung Wismar, schwacher Besuch der Veranstaltung, keine Diskussion, schriftliche Anfragen zu einigen Tages-sorgen.
• Bericht der Landeszeitung vom 09.04.1949 unter der Überschrift “ Ein schlechtes Zeugnis für die Wismarer“

8.April 1949
Landeszeitung erinnert an die Pflicht, Rundfunkempfänger anzumelden.
Seit dem 26. März sind in Wismar 350 Radiogeräte bei der Post gemeldet worden.

9.April 1949
Zusammensetzung der Stadtverordnetenversammlung Wismar
SED 21
LDPD 11
CDU 8

10.April 1949
Auf dem Reichsbahn-Anschlussgleis an der Ulmenstraße treffen in den Morgenstunden zwölf Traktoren aus der Sowjetunion ein, die für die Maschinenausleihstationen des Kreises bestimmt sind.

13.April 1949
Übergabe des Jugend- und Sportlerheims Wendorfer Weg.

15.April 1949
Der Städtische Bauhof Wismar übernimmt die Enttrümmerungsarbeiten im Ruinenviertel
Doktor-Leber-Straße/Kanal- und Runde Straße und stellt dafür rund 120 Arbeitskräfte ein, in der Hauptsache Frauen und Jugendliche. Die Fachkräfte des Bauhofs – 24 Maurer, 10 Zimmerer, 7 Tischler, 6 Maler, 2 Dachdecker, 2 Umschüler, 2 Lehrlinge – arbeiten zurzeit beim Wohnungsbau im Friedenshof, bei der Einrichtung von 13 Dachgeschoßwohnungen und an der Poliklinik.

20.April 1949
Volkshaus Großkundgebung der SED, Referent Innenminister Genosse Warnke. Starke Be-teiligung und Begeisterung. Hochrufe auf den Weltfriedenskongreß, auf den Deutschen Volksrat, auf die Sowjetunion.

Zahl der Betriebsangehörigen
Ziegelei Ahrenshof 35
Isolag 12
Landmaschinenwerk 40
Mech. Werkstätten:
Aufbau 40
Autoreparaturwerk 250
Hansewerft 90
Papierfabrik 50
Kleiderwerke 30
Karl-Marx-Werft 4.000
Ostsee-Holzwerk 70
Vulkandruck 30

22.April 1949
• Pensionen und Privatquartiere sind für die Saison bereit; in Rerik 200, in Kirchdorf 150, in Boltenhagen rund 300 Betten. In Boltenhagen werden auch Kinderheime eingerichtet und ausgestattet.
• Der FDGB-Feriendienst verfügt in ganz Mecklenburg über 6.000 Betten in 425 Ver-tragsheimen und in 13 eigenen Heimen.
• Schiffsreparaturwerft hat ein zweites Betriebsferienheim in Kronskamp bei Brüel er-worben.

25.April 1949
Die Schiffswerft hat Reparaturen an DS „Sestrowetzk“ 6 Tage vorfristig abgeschlossen. 33 Arbeiter erhalten Prämien.

29.April 1949
Landeszeitung: „Die Reichsbahn versucht, mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln alle Reisezugwagen voll zu verglasen. Zum größten Teil ist dies auch schon gelungen…“

Mai

1.Mai 1949
Am Vorabend „Friedenstag der Jugend“; Platzkonzert, Junge Pioniere singen und spielen vor dem Rathaus.
9:00 Uhr Treffpunkt in den Betrieben,
9:30 Uhr Sammeln auf dem Turnplatz,
10:00 Abmarsch,
11:00 Großkundgebung auf dem Marktplatz, Referent Kollege Peschke, 1. Vorsitzender des Zentralvorstandes der Interessengemeinschaft Metall.
Etwa 20.000, darunter ausländische, Seeleute demonstrieren, viele Betriebe und Festwagen;
Maschinenausleihstation mit sowjetischen Lastkraftwagen und Traktoren.

• Tarifvertrag für die privaten landwirtschaftlichen Betriebe in der SBZ tritt in Kraft.

2.Mai 1949
Das Vertrauen der Wismarer in ihr Krankenhaus ist gewachsen. „…Der größte Teil der Pati-enten, die vor 2 Jahren noch nach Schwerin oder Rostock fuhren“, lassen „sich heute im Stadtkrankenhaus Wismar behandeln und operieren.“
Bericht des Chefarztes 1946 1947 1948
Stationäre Patienten 3.316 3.688 4.971
Chirurgische Operationen 1.744 2.532 2.564
Operationen in Frauenabt. 908 1.044 1.547
Geburten 241 333 418

• Mit dem 2.5.49 sollte der Torfstich am Dorstein beginnen. Beginn der Torfwerbung verzögert sich, weil die Bauverwaltung ohne Wissen der Torfwerke Schienen und Loren für die Enttrümmerung weggenommen hat.

12.Mai 1949
Stadtverordnetenversammlung beschließt Umbenennung „Fürstengarten“ in „Goethestraße“ auf Antrag des Kreissportausschusses gegen die Stimmen der LDPD und der CDU.
Bei der Umbenennung von „Schützenweg“ in Thälmann-Straße in Stadtverordnetenver-sammlung vom 19.08.1919 stimmen 19 zu, 11 enthalten sich der Stimme.

13.Mai1949
14:30 Uhr Marktplatz: Großkundgebung mit mehr als 8.000 Teilnehmern.
Wismarer Kandidaten für den Deutschen Volkskongress werden vorgestellt.

16.Mai 1949
Wahl der Delegierten zum 3. Volkskongress
in Wismar Prozent Landesdurchschnitt
Ja-Stimmen 20.041 66,0 % 72,0 %
Nein-Stimmen 10.357 34,0 % 28,0 %
• Negative Bemerkungen auf vielen Stimmzetteln, offensichtlich insbesondere von Umsiedlern.

Ergebnisse in der SBZ und Groß Berlin:
• Ja-Stimmen: 66,1 %;
• Nein-Stimmen: 33,9 %.

Delegierte des Kreises Wismar zum Volkskongress sind:
• Karl Draempehl (FDGB),
• Joachim Friedländer (DBD),
• Karl Fritz (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Stadtrat),
• Franz Kressin (Konsumgenossenschaft),
• Anton Lorenz (CDU),
• Käthe Naguschewski (NDPD),
• Fr. Wilh. Otto (LDPD),
• Paul Reeder (DBD),
• Max Scheffler und Alfons Schmidt (SED)

17.Mai 1949
Fahrschüler der Geschwister-Scholl-Schule müssen große Strapazen ertragen. Die Züge aus Bad Kleinen, Rostock und Karow treffen schon um 05:30 Uhr ein; viele der 90 Fahrschüler sind schon seit 03:30 Uhr unterwegs. Ein Internat wäre die Lösung, Bernittenhof könnte dafür nutzbar gemacht werden.

22.Mai 1949
22.Mai.-29.Mai1949 Pfingstmarkt: Größter Pfingstmarkt nach dem Krieg; Avus-Bahn, Geis-terbahn, Wiener Hochrad, Karussells, Würfelbuden u.a.

Juni

4.Juni 1949
Parkanlagen in Seebad Wendorf sind instandgesetzt. Anlegebrücke ist fertiggestellt.
(218 m lang lang, 14 m breit). Motorbootverkehr (Bootsbesitzer Pader) für 0,50 Pfennig Hin- und Rückfahrt, 0,30 Pfennig die Einzelfahrt. Im Kurhaus kann vorerst nur mit provisori-schem Betrieb gerechnet werden, da alle Gaststätten-Einrichtungsgegenstände neu beschafft werden müssen.

8.Juni 1949: Motorschiff „Bade II“ beförderte an Pfingsttagen 1.500 Fahrgäste; etwa 2.000 besuchen das Kurhaus.

7.Juni 1949
Schulspeisung für 4.000 Schulkinder, von der Volkssolidarität organisiert, beginnt. Essens-karten für ein kräftiges Mittagessen in folgenden 78 Tagen werden ausgegeben.
Die Aktion erfasst 3.796 Kinder im Alter von 3 bis 14 Jahren. Essensausgabestellen sind im Volkshaus, im Werkheim und in der Gaststätte „Eiserne Hand“ und „Weißer Stein.“ Gekocht wird in der Volksküche Turnplatz. Der größte Teil der Lebensmittel kommt aus Spenden des Internationalen Roten Kreuzes.

10.Juni 1949
Neubauten am Flöter Weg kommen langsam voran. Bisher hat die Bau-Union mit 500.000 aus der Enttrümmerung gewonnenen Ziegeln gebaut. Der Bau-Typ gilt als vorbildlich; „alles ist typisiert, ganz gleich, ob es sich im Fenster, Türen, Dachstuhle, Balkenanlage oder Ausge-staltung der Wohnräume oder Küchen handelt.“

14.Juni 1949
Reorganisation des Kreissekretariats der Volkssolidarität:
1. Vorsitzende Stadträtin Posselt, 2. Vorsitzender Kreisrat Gleisner, Geschäftsführung Ge-nosse Reimers. Aufdeckung von Unterschlagung und Kreisvergehen; Verfahren gegen ehe-maligen Kreissekretär Werner Dühr u.a.

16.Juni 1949
Stadtverordnetensitzung: Bericht über das Bauwesen: Im ersten (von 6) Blöcken Flöterweg ist das Kellergeschoß fertig, im zweiten fast fertig, im dritten das Dachgeschoß in Arbeit. Ausschachtungsarbeiten schreiten voran.

• Ausbau der Poliklinik soll bis September abgeschlossen sein. Enttrümmerungsarbeiten erbrachten 800.000 Ziegel.

25.Juni 1949
• In der Schiffsreparaturwerft beginnt ein 14-tägiger Funktionärslehrgang der Gewerk-schaftsschule. Bis Jahresende nehmen an fünf Lehrgängen 135 Kollegen teil.

• Anfang Oktober nimmt die Gewerkschaftsschule der Bau-Union den Lehrbetrieb auf. Insgesamt finden 1949 in Wismar 15 vierzehntätige Lehrgänge statt, in denen 233 FDJ-Funktionäre geschult werden. Die wichtigsten Themen sind:
• „Die Grundlagen und Aufgaben des Zweijahrplanes“, „Organisierung von Wettbe-werben und Entfaltung der Aktivistenbewegung“, „Leistungslohn als Mittel zur Steigerung der Arbeitsproduktivität“, „Innerbetriebliche Planung“, „Durchführung von Produktionsberatungen und Arbeitsvorbereitung“, „Die Gewerkschaften und das Bündnis der Arbeiterklasse mit der technischen Intelligenz“, „Gewerkschaften sind Nationale Front“.

29.06.1949
Schuhe für Kinder werden grundsätzlich nur durch die Schulen vergeben. In dringenden Fällen erfolgt die Zuteilung durch den Schulrat beim Kulturamt.

Juli

1.Juli 1949
Ab Juli 1949 dürfen Personenkraftwagen sonntags ohne Fahrbefehl genutzt werden. Das führt zu Verärgerung bei allen, die kein Fahrzeug besitzen. Im August verkehren Omnibusse auch in die Ostseebäder und zum Teterower Bergringrennen. Die Bewirtschaftung von Au-to-Batterien wird aufgehoben.
Ab Oktober 1949 entfallen die Fahraufträge ganz; es sind künftig Fahrtenbücher zu führen.

3.Juli 1949
Volkshaus: „Genossenschaftstag“: Kinderbelustigung, Kulturprogramme, Verlosungen, abends in beiden Sälen Tanz. Organisator: Konsumgenossenschaft.

4.Juli 1949
Kriminalität ist zurückgegangen. Sorgen machen zurzeit die „leichten Mädchen.“
• Von 25 straffällig gewordenen jungen Frauen und Mädchen wurden 21 mit Gefäng-nisstrafen zwischen drei und neun Monaten abgeurteilt.

• Zu den monatlichen Theatervorstellungen für die Mitarbeiter der Schiffsreparatur-werft fährt ab Wismar-Ost ein Omnibus des Betriebes.

6.Juli 1949
• Das am Wendorfer Weg eingerichtete Lehrlingswohnheim (eingerichtet von den Ju-gendämtern von Stadt und Kreis für Lehrlinge aus dem Kreis, die in Wismar lernen) kann noch nicht belegt werden, weil Decken und Matratzen fehlen.
Eröffnung am 15. September.

• Volkshaus: Konzert und Tanz in allen Sälen und im Garten, veranstaltet von der Volkssolidarität. Es musiziert die Landespolizei-Kapelle; zuvor Platzkonzert im Lin-dengarten.

13.Juli 1949
• Zirkus Barley baut auf dem Marktplatz auf und beginnt 20:00 Uhr mit der ersten Vorstellung

• Zu gleicher Zeit spricht im Maxim Gorki Haus der Vizepräsident der Britisch-Sowjetischen Gesellschaft, Edgar Young, in einer stark besuchten Versammlung.

• Abschlussprüfungen an der Geschwister-Scholl-Schule haben gezeigt, „dass die Ge-schwister- Scholl-Schule sich auf dem richtigen Weg befindet, und die allgemeine Entwicklung in der Schule zeigt, dass die Schüler politisch denken und handeln, denn die FDJ-Schulgruppe hat eine ständig wachsende Mitgliederzahl aufzuweisen, und die Patenschaften mit den Pioniergruppen sind ein Zeichen reger politischer Tä-tigkeit.“

14.Juli 1949
In der Fisch- und Aalräucherei Wesenberg ist ein kleiner Walfisch von
2,60 m Länge zu besichtigen, der bei Hoben gefangen wurde.

20.Juli 1949
Theater: Gemeinsame Mitgliederversammlung aller antifaschistischen Parteien und Organisa-tionen in der Nationalen Front. Kulturelle Umrahmung mit Volkskunstgruppe Schiffswerft, FDJ-Mandolinengruppe Rerik, Stadttheater, FDJ-Chor; Referat „Was ist die Nationale Front?“ von Stadtrat Otto (LDPD).

21.Juli 1949
• Das Gaskontingent für Haushalte wird erhöht.

• Torf wird nur noch zögernd gekauft, obwohl seine Qualität gut ist. Der Verkaufspreis musste zwangsläufig (auf 3,80 Mark/Zentner) zurückgenommen werden.

27.Juli 1949
Grußadresse des Rates der Stadt an die „Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische-Freundschaft“, anlässlich des Namenswechsels (bisher: „Gesellschaft zum Studium der Kul-tur der Sowjetunion“)

27.Juli 1949
Volkshaus der Deutsch-Sowjetischen-Freundschaft
„Freundschaft mit der Sowjetunion – eine Existenzfrage des deutschen Volkes“
(Großer Saal bis auf den letzten Platz gefüllt).

Juli 1949
Zigaretten- Sorten der Vereinigung Volkseigener Betriebe Tabak
„Solo“ Stück 25 Pfennig
„Club“ Stück 30 Pfennig
„Sport“ Stück 40 Pfennig
„Prima“ Stück 50 Pfennig
„Extra“ Stück 60 Pfennig

Juli 1949
Eine „Liste aller Kulturschaffenden“ zählt auf:
9 Juristen
44 Ärzte
9 Apotheker
173 Techniker/Ingenieure
39 Schauspieler/Regisseure u.a.
38 Musiker/Komponisten u.a.
7 Maler/Bildhauer/Kunstgewerbe
28 Kulturfunktionäre

Juli 1949
Niederdeutsche Bühne Wismar
Spielzeit 1948/49 146 Aufführungen
„Een niemodsche Deern“ 30x
„Musikanten up Ferien“ 9x
„Heckt mang de Karpen“ 2x
„Snieder Nörig“ 33x
„Peter Pink“ 38x
„Wrack“ 9x
„De Steenkiekers“ 5x
„De Dör nach buten“ 1x
„De Tuschhannel“ 20x

August

1.August 1949
Städtisches Jugendamt in Zusammenarbeit mit der Pionierorganisation veranstaltet die örtli-che Ferienerhaltung der Kinder. Die Erholungsstätten befinden sich im Sportlerheim Wen-dorfer Weg, im Volkshaus und in der Gaststätte „Rotenthor.“ Es gibt zweimal am Tage Brötchen und ein Mittagessen. Dauer der Aktion bis 27.August.

02.08.1949
Landeszeitung berichtet von der ersten Schulentlassungsfeier mit über 200 Entlassenen aus den 8. Klassen im großen Saal der Volksbühne. Bewirtung mit Kaffee und Kuchen, Redner: Oberbürgermeister Säverin und Kreisschulrat Dethloff.

3.August 1949
Einrichtung der Friedensschule ist bis auf Wandtafel, einige Stühle für den Zeichensaal und Ausrüstung für das Rektorenzimmer komplett. Bänke für 500 Schüler sind vorhanden.

4.August 1949
Die Rostocker Straße zwischen Kreisverwaltung an der rechten Seite bis zum Mühlenteich- Wehr wird um 3 Meter verbreitert, die Vorgärten verschwinden. Da die Reichsbahn die Gleisanlagen verbreitert, wird der Fußgängertunnel Rostocker Straße verlängert.

5.August 1949
Landeszeitung vom 5.8.1949 berichtet über 1. Kreis-Wirtschaftskonferenz der SED: Steige-rung der Arbeitsproduktivität, Leistungslohn unter Zugrundelegung technisch begründeter Arbeitsnormen, innerbetrieblicher Wettbewerb. Erfahrungsaustausch zwischen den Betrie-ben.

• Auf dem Marktplatz trifft über Warnemünde aus Dänemark kommend die Friedens-stafette zu den Weltjugend-Festspielen in Budapest ein. 12:15 Uhr Weiterleitung in Richtung Schöneberg.

6.August 1949
Richtfest am Flöter Weg
Bauarbeiten zurzeit auch in ehemaligen Luftwaffenlazarett (73 neue Wohnungen) und an der Poliklinik. Auf der Richtfest-Kundgebung sprechen Kollege Jeßke (Landesvorsitzender IG Bau), OB Säverin, Dr. Witte (Wirtschaftsminister), Oberst Kusmitschew: „er freue sich, vom 3. Stock aus zu sprechen, lieber täte er es vom 12. Stock. Er fand besonders warmen Bei-fall.“
Demonstration vom Flöter Weg zum Volkshaus mit Blasmusik durch die Stadt.

8.August 1949
Volkseigene Kleiderwerke Wismar, Mecklenburger Straße 9: 33 Frauen, 12 Männer produ-zieren Herrenanzüge in Sportform. „Jeder Anzug wird … friedensmäßig mit Futter, Wattie-rung usw. angefertigt.“
Betrieb plant Erweiterung auf gleichem Grundstück. Im Januar 1950: 85 Beschäftigte; Tage-sproduktion: 50-60 Herrenanzüge.

12.August 1949
Die Sportgemeinschaften „Wismar-Süd“, der Deutsch-Sowjetischen-Transport-Gesellschaft und der Schiffsreparaturwerft haben sich zur „Zentral-Sportgemeinschaft Anker“ zusam-mengeschlossen. Die Arbeiten am Sportplatz Bürgermeister-Haupt-Straße gehen zügig vo-ran.

14.August 1949
Kreistreffen der FDJ in Wismar: Demonstration vom Turnplatz zum Marktplatz, Kundge-bung: Referent Kreisvorsitzender Brüngel, Kultur- und Sportveranstaltungen.

15.August 1949
Richtfest in den Stadtwerken. In der Gasanstalt sind 4 neue Kammern errichtet worden, so dass das Werk jetzt über insgesamt 8 verfügt.

16.August 1949
• Private Hausbesitzer können jetzt auch Dachgeschoßwohnungen oder zerstörte Wohnräume ausbauen. Die städtische Bauverwaltung stellt Material bereit und ver-mittelt Kredite.

• Im Lindengarten gibt es keine Privatäcker mehr, auch die Anlagen am Volkshaus, in der Dahlmannstraße und an anderen Stellen der Stadt sind oder werden instandge-setzt.

17.August 1949
• Die Geschäftsleute geben sich zum größten Teil Mühe, die Schaufenster wieder or-dentlich zu dekorieren. Noch mit Holz verschlagene Fenster werden verglast. Glas ist genügend vorhanden.

• Oberbürgermeister teilt in Dienststellenleiter-Besprechung mit, dass Oberst Kusmit-schew Wismar am 24.08. verlässt und in die Sowjetunion zurückkehrt, neuer Kom-mandant ist Oberstleutnant Banoff.

18.August 1949
Haus der Volksbühne: „Wir blicken zurück, wir blenden auf“
Zuvor hatte das „Landestheater Wismar“ unter dem Motto „Anekdoten kontra Noten“ seine neuen Kräfte vorgestellt.
Inszenierungen der neuen Spielzeit 1949/50:
„Wir blicken zurück, wir blenden auf“
„Die Geschwister“
„Die Mitschuldigen“ (24.08.)
„Maske in Blau“ (27.08.)
„Die lustigen Weiber von Windsor“ (07.09.)
„Eine Frau besiegt Napoleon“
„Unsterblicher Johann Strauß“ (29.09.)
„Fidelio“ (01.10.) zu Fidelio gibt es am 03.10. einen 1. Einführungsabend
„Mutter Courage“ (26.10.)
„Nächte in Shanghai“ (01.11.)
„Die Hochzeit des Figaro“(30.11.)
„Glückliche Reise“ (16.12.)
„Das Haus in der Gasse“ (19.12.)
„Hänsel und Gretel“ (22.12.)
„Inges Bilderbuch“ (24.12.)
„Das Land des Lächelns“ (30.12.)
„Kabale und Liebe“ (16.01.1950)
„Der Flüchtling“ (21.01.)
„Der göttliche Orpheus“ (25.01.)
„Der Graf von Luxemburg“ (14.02.)
„Die Sonnenbrucks“ (Gastspiel Maxim Gorki Bühne 16.02.)
„Mensch achtern Maand“ (Niederdeutsche Bühne 21.02.)
„Goldjunge“ (09.03.)
„Das Institut des Herrn Mailard“ (Gastspiel Güstrow 15.03.)
„Gefährliche Kurven“ (25.03.)
„Frau Luna“ (08.04.)
„Stürmischer Lebensabend“ (04.05.)
„Die Blume von Hawai“ (03.06.)
„Geld stinkt nicht“ (29.06.)
„Eine Frau, die gefällt“ (03.05.)
• Die Operette, auch „Bunte Abende“ überwiegen. Von insgesamt rund 130.000 Besu-chern 1949/1950 gingen ca. 78.000 zur leichten Muse, nur 24.000 ins Schauspiel.

• Volkshaus: Thälmann-Gedenkfeier (Antrag an die Stadtverordnetenversammlung, Schützenweg in Thälmann Straße umzubenennen).
• Stadtverordnetenversammlung beschließt am 19.08. die Umbenennung mit 19 Stim-men bei 11 Enthaltungen.

22.August 1949
Nachdem sich die Parteien über den Verwaltungsrat der Kommunalen Wirtschaftsunterneh-men geeinigt haben, kann die Vereinigung Kommunales Wirtschaftsunternehmen die Arbeit aufnehmen. Ihr gehören an: Städtischer Bauhof, Maschinenreparaturwerk, Städtischer Schlachthof, Seegrenzschlachthaus, Stadtwerke, Torfwerke, Verkehrsbüro, Stadtgärtnerei, Friedhof, Fuhrpark, Städtische Müllabfuhr und Kanalisation, Stadtomnibusbetriebe und be-bauter Grundbesitz der Stadt.

26.August 1949
Bescheid an die Vereinigung der Kleingartenhilfe: Die am 31.10.1948 verpachteten Klein-gärten auf dem Gelände des Westhafens müssen zum 30.09.1949 gekündigt werden. Klein-gartenhilfe beabsichtigt, für die 130 Pächter Land auf dem Dorstein zu erwerben.

28.August 1949
Zum 21. Teterower Bergringrennen fährt aus Wismar ein Sonderzug mit 25 % Fahrpreiser-mäßigung.

• Haus der Volksbühne: Goethe-Morgenfeier
Festansprache Genosse Dethloff, im 2. Teil künstlerische Darbietungen zum 200. Geburtstag Goethes.
Landeszeitung, 29.08.1949: „äußerst schwacher Besuch.“

September

1.September 1949
Weltfriedenstag
• 10.00 Uhr Maxim Gorki Haus: Feierstunde der DSF, Referent Genosse Säverin
14.30 Uhr Jahnplatz: Kundgebung, Referent Ministerpräsident Genosse Höcker
ab 12.00 Uhr Geschäftsruhe in Wismar

1.September 1949
• Schulbeginn 1949/50
Goethe Schule (zuvor mit Umsiedlern belegt): 636 Schüler, 13 Lehrer
Friedensschule: 1.091 Schüler, 23 Lehrer, werden eröffnet.
Obwohl einige nominelle Mitglieder der NSDAP als Lehrer wiedereingestellt wur-den, fehlen noch 125 Lehrkräfte.

• Im Westhafen verunglückten die Takler Hermann Hein und Max Lewerenz tödlich.
• 500 Kollegen geben ihnen bei der Beerdigung das Geleit. Gerichtliche Untersuchung des Unglücksfalls mit Freispruch – auch dank der Aussage des noch im Krankenhaus liegenden schwerverletzten Taklers.

3.September 1949
Taxi- und Mietwagen eGmbH Wismar, Mecklenburger Str.:
• 24 Mitglieder, 32 Fahrzeuge, (davon 25 einsatzfähig; 3 außer Betrieb wegen fehlen-der Reifen)

• „Hausfrauen!
Das elektrische Kochen während der Duschperiode ist von 07:30 Uhr bis 12:30 Uhr untersagt!“
(Landeszeitung, 03.09.1949)

5.September 1949
Auf der Bahnstation Mecklenburg Dorf entgleisen zwei Wagen eines Personenzuges (2 Ver-letzte). Am 7.9. fahren an fast der gleichen Stelle zwei Güterzüge mit erheblichem Material-schaden aufeinander.

8.September 1949
Rundschreiben an die Hausbesitzer: Die Vorgärten ab Frühjahr 1950 nicht mehr als Nutzgär-ten bestellen, sondern wieder zu Ziergärten herzurichten.

8.September 1949
• Die Karl Liebknecht Straße ist umgepflastert worden. Die Arbeiten in der Lübschen Straße haben begonnen. Die Umpflasterung der Altwismarstraße steht bevor. Stra-ßenarbeiten erfolgten auch in der Scheuerstraße und Am Lohberg. In der Breiten Straße werden die Reste der alten Asphalt-Decke entfernt und die alte Pflasterung wiederhergestellt.

• Altböter- und ABC-Straße sind Einbahnstraßen in Richtung Norden. Die Hegede darf nur in Richtung Süden befahren werden.

• Die Torfwerke der Stadt Wismar (Dorf Mecklenburg und Am Dorstein) haben ihre Produktion wegen Absatzschwierigkeiten eingestellt.

17.September 1949
• 10.00 Uhr Volkshaus: Heimkehrertreffen
• 20.00 Uhr Maxim Gorki Haus: Diskussionsabend: ehemalige Kriegsgefangene be-antworten Fragen über die Kriegsgefangenschaft und über die UdSSR.

20.September 1949
Von den zurzeit an offener Tuberkulose Erkrankten sind 40% in Heimen und Krankenhäu-sern untergebracht.

30.September 1949
Die Tauschzentrale der Volkssolidarität, Karl Liebknecht Straße, ist mit dem 30. September geschlossen worden. Die noch nicht abgeholten Tauschobjekte müssen bis zum 31. Oktober in den Büroräumen Scheuerstraße 2 in Empfang genommen werden.

Oktober

1.Oktober 1949
Fackelzug und kurze Kundgebung der FDJ, Referent: der neue Kreisvorsitzende Hans Wandt.

Kulturamt und FDGB koordinieren die kulturellen Veranstaltungen in der Stadt und geben einen „Kulturspiegel“ heraus, der 14-tägig erscheinen soll.

4.Oktober 1949
Eröffnung des Wismarer Herbstmarktes zuvor, 1.und 2.Oktober: „Erntefest in Wismar“ auf dem Marktplatz.

5.Oktober 1949
• Deutsche Wirtschaftskommission verfügt die Übernahme des Gaswerkes und des Elektro-Werkes Wismar durch den „Energiebezirk Nord“

• Die 6 Bühnen des Landestheaters bespielen in ihrem Abstecherbetrieb 164 Orte.
Wie Chef-Intendant Hans Anselm Perten versichert, fühlen sich die Bühnen als ein Theater, dessen „Chefintendanz die organisatorischen Aufgaben erledigt und dessen Intendanten die Möglichkeit haben, sich unbelastet von Verhandlungen, vom Besor-gen von Requisiten und von der Suche nach Darstellern ihrer künstlerischen Aufgabe zu widmen.“

7.Oktober 1949
• 9. Tagung des Deutschen Volksrates: Gründung der DDR
• Um 20:00 Uhr: Treffen aller FDJ-Mitglieder vor dem Kreisvorstand.

10.Oktober 1949
Der Oberste Chef der Sowjetischen Militäradministration Deutschlands, Armeegeneral W. I. Tschuikow, empfängt das Präsidium der provisorischen Volkskammer und den designierten Ministerpräsidenten Otto Grotewohl. Erklärung über die Übergabe der Verwaltungsfunktio-nen an die Provisorische Regierung und über die Bildung einer sowjetischen Kontrollkom-mission an Stelle der Sowjetischen Militäradministration Deutschlands.

11.Oktober 1949
Die Provisorische Volkskammer und die Provisorische Länderkammer wählen Wilhelm Pieck einstimmig zum Präsidenten der Deutschen Demokratischen Republik.
20:00 Uhr Marktplatz Wismar: Kundgebung Referent Genosse Klein, anschließend Fackel-zug der FDJ.

12.Oktober 1949
Der Rat der Stadt lädt den Senat der Stadt Lübeck zum Besuch der Wirtschaftsschau ein.
„…Es gilt der Gefahr des Auseinanderlebens der Deutschen entgegenzutreten …“ und alles zu tun, „um die Zonengrenzen innerlich zu überwinden und durch den wieder auflebenden Interzonenverkehr und Interzonenhandel bewusst im Sinne der späteren Wiedervereinigung wirken, Beziehungen pflegen, alte Fäden wieder aufnehmen und neu anknüpfen…“
Der Senat der Hansestadt Lübeck bedauert am 31.10.1949, „der freundlichen Einladung zurzeit nicht Folge leisten zu können.“

• Kundgebung auf dem Marktplatz: Bekenntnis zur DDR: 8.000 Teilnehmer, Referent Genosse Klein.

13.Oktober 1949
„Tag der Aktivisten“: Berichte von Aktivistenleistungen und Ehrungen in Wismarer Betrie-ben in zahlreichen Ausgaben der Landeszeitung vor und nach dem Ehrentag.

18.Oktober 1949
Vertreter der NDPD sollen für ein Vierteljahr probeweise in den Bau-, Kultur-, Gesundheits-, Wirtschafts-, Wohnungs- sowie Handels- und Versorgungs-Ausschüssen mitarbeiten. Ver-einbarung des Stadtverordnetenvorstandes, besetzt von SED, CDU und LDPD.

19.Oktober 1949
SED-Betriebsorganisation der Schiffsreparaturwerft zählt 540 Mitglieder. „Die tägliche Ar-beit im Produktionsprozess, die Zusammenarbeit mit der Betriebsgewerkschaftsleitung und den Organisationen haben noch erhebliche Mängel aufzuweisen. Über das Verhältnis von Intelligenz und Arbeiterschaft bestehen noch Unklarheiten. Ungenügende Wachsamkeit ge-gen den Klassenfeind und opportunistische Fehler einzelner Genossen behinderten die Ar-beit im Betrieb …“ Zu 52% wird im Leistungslohn gearbeitet. Wegen technischer Mängel konnte der Wirtschaftsplan des vergangenen Monats nicht erfüllt werden.

24.-26.Oktober 1949
24.Oktober Halle der Schiffswerft in der Kanalstraße
Kongress der Bühnenschaffenden Mecklenburgs wird eröffnet. Volksbildungsminister Grünberg referiert über „Die Rolle des Theaters in der Gesellschaft“. 400 Kongressteilneh-mer, 270 wohnen in Privatquartieren, 55 in Hotels. Außer Bühnenschaffenden auch Dele-gierte aus Betrieben und Maschinenausleihstationen, Gäste von Universitäten Rostock und Greifswald.
Am 25.10.1949 Eröffnung der Ausstellung „Theater der neuen Zeit“ im Rathaussaal.

21.Oktober 1949
Infolge der Betriebseinschränkung beim Gaswerk scheiden 16 Arbeiter aus und werden an-derweitig vermittelt.

27.Oktober 1949
Kapitän Steinhagen hat seinen Passagierdampfer „Insel Poel“, der bei Kriegsende zur Repa-ratur in Lübeck lag, freibekommen. Das Schiff liegt wieder in Kirchdorf und wird einen neuen Kajütenaufbau erhalten.

November

1.November 1949
HO-Warenhaus: Erdgeschoß: Lebensmittel, Haushaltswaren, Möbel
1. Stock: Textilien, Schuhe, Konfektion, Pelze, Gardinen, Teppiche, Möbelstoffe, technische Artikel, Parfümerien

5.November 1949
• Das lang entbehrte Lübzer Pilsner ist in altbekannter Qualität wieder da.
• Kleiner Saal der Volksbühne: Revolutionsfeier der SED

6.November 1949
Jahnplatz: Horch Zwickau – ZSG Anker 3: 1
Tumult-Szenen nach dem Spiel; ZSG Anker Mannschaft muss Schiedsrichter schützend in die Kabine begleiten.

7.November 1949
Stadttheater: Revolutionsfeier der DSF

9.November 1949
Hansewerft hat 76 Meter langes Anlegebollwerk erhalten. Fahrrinne und Becken sind auf 5,5 m Tiefe gebracht.

11.November 1949
• Der Beschluss vom 17. Dezember 1948, durch welchen die Kulturellen Unternehmen Wismar begründet wurden, wird von der Stadtverordnetenversammlung einstimmig aufgehoben.

• Der Antrag, die Knaben-Mittelschule in „Goetheschule“ umzubenennen, wird ein-stimmig angenommen.

• In der „Geschwister-Scholl-Schule“ entspricht der Leistungsstand zurzeit in vielen Fächern und Klassen nicht den Anforderungen der amtlichen Lehrpläne. Das ist zu-rückzuführen auf den Mangel an Fachlehrern in Mathe und den Naturwissenschaf-ten, in Russisch, Geschichte und Kunsterziehung.

12.November 1949
Die Sowjetische Militäradministration überträgt die Verwaltung der Stadt und des Kreises Wismar an Oberbürgermeister Säverin und Landrat Fiegert

13. – 20.November 1949
• Wirtschaftsschau in Wismar: „Die Tore auf für Handel und Wandel!“
• Im Volkshaus vornehmlich volkseigene Industrie (Schiffsreparaturwerft, Hansewerft, Autoreparaturwerk, Ostseeholzwerke (Werk Wismar), im kleinen Saal HO und Kon-sum, im Haus der Volksbühne Handel, Bekleidung, Optik, Mechanik u.a., auch Lehr-schau der Ingenieurschule (Fotozelle, Röntgenprüfgerät, Material-Zerreißmaschine).
• Geleitworte des Oberbürgermeisters Säverin und des Landrates Fiegert.
13.11., 10:00 Uhr Festliche Eröffnung; ab 13:00 Uhr für Besucher geöffnet, am 1. Tag schon 2.000.
• Am 20.11. treffen 150 Gäste aus Lübeck ein, Geschäftsleute, Vertreter der Industrie und Handelskammer, Journalisten.

14.November 1949
Herr Immecke jun. meldet beim Amtsgericht den Konkurs der Fa. Immecke an.

18.November 1949
• 9 Omnibusse im Einsatz, 1 Anhänger, davon 3 Stadtomnibusbetrieb, 1 Schiffsrepara-turwerft, 5 privat (Kottala, Godenschwegen, Ezischke, Giertz, Nenzel)
• 6 zurzeit nicht einsatzfähig (Mangel an Ausrüstung bzw. Ersatzteilen).
• Die Fa. Godenschwegen betreibt einen zum Personentransport eingesetzten Last-kraftwagen. (Unfall am 17.10.1949 trotz technisch einwandfreien Zustandes).

19. und 20.November 1949
Kreisdelegiertenkonferenz der SED: 409 Delegierte, ca. 300 Gastdelegierte
Genosse Karl Mewis im Schlusswort: „… Im Kreis Wismar ist der Kampf gegen den Oppor-tunismus und das Sektierertum zu spät begonnen worden“ Klarheit muss herrschen über die Oder-Neiße-Friedensgrenze und in der Frage der Nationalen Front.

21.November 1949
„Da unser Aufruf vom 26.Oktober1949 an die Bevölkerung Wismars, in der Zeit von 17:00- 21:00 Uhr den Stromverbrauch auf das Möglichste einzuschränken, nicht genügend befolgt wurde, sehen wir uns leider gezwungen, mit sofortiger Wirkung auch in den Morgenstunden Stromabschaltungen vorzunehmen…“
• Stromabschaltungen seither von 6.30 Uhr bis 8.00 Uhr morgens.
„…Die Abschaltungen bleiben solange in Kraft, bis die Bevölkerung von sich aus zu der Einsicht gekommen ist, dass … größte Sparsamkeit im Stromverbrauch zu beach-ten ist.“

22.November1949
Dr. med. Zuber (ehemals Neubrandenburg) wird Leiter des Wismarer Stadtkrankenhauses.

26.November 1949
Mitteilung des Landtages: „Ab sofort sind die Tagesordnungen der Kreistags- und Stadtver-ordnetensitzungen dem Büro des Landtages nur noch in einem Exemplar einzureichen. Die Vorlage der Ausfertigungen in Russisch entfällt.“

27.November1949
9:00 Uhr Volkshaus: 1. Pionierkongress, 14:00 Uhr Kulturprogramm.

28.November 1949
Bericht an Oberbürgermeister über Unterbringung von Fachkräften und Bauarbeiten für die Erweiterung der Schiffsreparaturwerft. Unterkünfte sind bezogen bzw. bereitgestellt in:
Massenquartier Germania Sportplatz, Parkstraße, Klosterschule, Kopenhagener Straße, Ho-tel Stadt Hamburg

30.November 1949
Ein Waggon mit 12 rückgeführten Kirchenglocken trifft ein.

4 Glocken St. Marien
2 Glocken St. Georgen
1 Glocke Klosterschule
2 Glocken Neukloster
1 Glocke Hohen Viecheln
1 Glocke Brüel
1 Glocke Witzin

Dezember

1.Dezember 1949
Seit mehreren Wochen ist die Lübsche Torweide bis an die Wallgärten überschwemmt.

1.Dezember 1949
• Erhöhung der Lebensmittelrationen tritt in Kraft

• Zeughaus Ulmenstraße wird wieder der Ingenieurakademie zugewiesen. Das ehema-lige Lyzeum wird von der Sowjetischen Kreiskommandantur in Anspruch genom-men.

• Gewerbe- und Ordnungsamt ruft die Wismarer Kaufleute zur Beteiligung am Weih-nachtsmarkt und zum Schaufensterwettbewerb: „Weihnachten im Zeichen des wirt-schaftlichen Aufstiegs“ auf.
• Neben (HO) und Konsum werden für gute Schaufenstergestaltung ausgezeichnet: Bennien, Krämerstraße 13, Drogerie Timm, Lübsche Straße 49, Roggensack, Gemüse und Lebensmittel, Hegede 15, Juwelier Schütz und Kruse, Altwismarstraße 11, Ru-thenbeck, Textilien, Krämerstraße 15, Haushaltswaren Hillmann, Am Markt 20, Bä-ckerei Köhn, Breite Straße, Foto- Prüß, Krämerstraße 19, Gebrauchswerber Schultz, Hinter dem Chor 9, Fleischerei Putscher, Lübsche Straße 26, Gärtnerei Teude, Am Friedhof.

3.Dezember 1949
Auf einer Reise durch Mecklenburg passiert Staatspräsident Wilhelm Pieck am Vormittag des 3.Dezember 1949 bei regnerischem Wetter, aber stürmisch begrüßt, die Stadt Wismar.

5.Dezember 1949
Deutsch-Russische-Transport-Gesellschaft bittet in Landeszeitung vom 05.12.1949 um soli-darische Hilfe beim Wiederaufbau der „Wallhalle.“

• Wismarer Theater firmiert offiziell unter „Mecklenburgisches Landestheater-Volksbühne Wismar“

11.Dezember 1949
Fußball: ZSG „Anker“, Wismar, wird von Dresden-Friedrichstadt 11 : 0 geschlagen und bleibt vor „Vorwärts“ Schwerin, an zweitletzter Position der Liga-Tabelle der DDR. Am 26.12. unterliegt „Anker“ sogar dem Tabellenletzten, „Vorwärts“ Schwerin.

12.Dezember 1949
Der größere der beiden Portalkräne im Holzhafen, der die Arbeit bei Windstärke 6 nicht ein-gestellt hatte, wird von einer Windböe erfaßt, kommt ins Rollen, prallt gegen den Prüfer und stürzt ins Wasser. Kranführer konnte im letzten Moment abspringen.

15.Dezember 1949
„Tag der offenen Tür“ im Rathaus: Beschwerdestelle ist in Zimmer 30 eingerichtet worden.

20.Dezember 1949
Im Werkheim an der Parkstraße wurde ein Postamt eröffnet.

24.Dezember 1949
In der Landeszeitung stellt sich der „Aufbauring Wismarscher Kulturstätten“ vor, der die Wiederherstellung der zerstörten historischen Bauwerke in Angriff nehmen will. Die kurze Notiz schließt mit der Aufforderung, im „Aufbauring“ mitzuhelfen.
• „Aufbauring“ hat sich am 15.12.1949 konstituiert, repräsentiert von Persönlichkeiten wie Oetteking, Otto, Raspe und Frau Wahrmann.
• Am 19.12. werden Werbe-, Finanz-, Bau- und Kirchen-Ausschuss gebildet.
• Im Mittelpunkt des Interesses stehen die Sicherung und der Wiederaufbau von Mari-en- und Georgenkirche.

27.Dezember 1949
Erster „Theaterzug“ aus Richtung Sternberg zur Künnecke-Operette „Glückliche Reise“ bei ermäßigten Preisen.

29.Dezember 1949
Tankstellen in Wismar
Block Shell-Großtankstelle, Lübsches Tor
Giertz Großschmiedestraße 12, Altwismarstraße
Schwarz Gerberstraße 40
Bliefert Schweriner Chaussee
Wöhler Großschmiedestraße 2/4
Gössel und Wilken Krönkenhagen 36
Beetz Lübsche Straße 68
Salzmann Turnerweg 04

31.Dezember 1949
• Im Umlauf befindliche Zahlungsmittel:
Geldscheine zu 20,-; 10,- ; 5,- ; 2,- ; 1,- Mark und zu 50 Pfennig
Geldstücke zu 10, 5, 1 Pfennig

• Torfwerk Dorf Mecklenburg: 5 Torfstechmaschinen, 1 Torfmischpresse, 450 m Gleise und Weichen, 5 Muldenkippkaren, 6 Etagenloren, 1 Aufzugsanlage für Loren, 1 Kreuzweiche, 1 Drehscheibe, 1 Baracke Torfwerk Redentin, 1 Eimerkettentrocken-bagger, 1 Lokomobile, 1 Notstromaggregat, 8 Torfstechmaschinen, 2 Torfmischpres-sen, 250 m Baggermaschinen, 340 m Gleise, 6 kompl. Muldenkipploren, 8 Etagenlo-ren, 1 Baracke

Mitgliederzahl der Kammer der Technik stieg von 230 im Januar auf 480 im Dezember 1949.

31.Dezember 1949
Deutsch-Sowjetische-Transport-Gesellschaft hat Jahresplan mit 105 % erfüllt.
Bei der Einführung des Leistungslohnes gingen die Jugendlichen voran und zeigten, dass die Normen zu erfüllen sind. Nach Einführung des Leistungslohnes sanken im vierten Quartal die Selbstkosten um 35% gegenüber dem 3. Quartal; eine vollkommene Ausnutzung der Verlademöglichkeit wurde erreicht. Kollege Hafenstein bemängelte, dass die Arbeitsdiszip-lin noch zu wünschen übrigließe; wichtig sei auch die sorgfältige Behandlung des Arbeitsge-rätes.

• Hafenumschlag 1949
Export: 73,5%
Import: 21%
innerdeutscher Verkehr: 5,5 %

• In der Stadt bestehen 9 Kindergärten mit 45 Erzieher/innen
(1 privat, 1 konfessionell, 1 betrieblich, 3 der Volkssolidarität, 3 städtische Kinder-gärten)
Nur in 3 Kindergärten wird Mittagessen ausgegeben.

Daten zur Schwedenzeit Wismars

6. Juni 1229 Grundstücksüberlassungsurkunde des Landesfürsten Johann I. an „seinen Bür-gern“ zwischen Wendorf und der Köppernitz (erste Erwähnung der Stadt Wismar) „Ge-burtsurkunde der Stadt Wismar“. Der Ortsname „Wismar“ kommt insgesamt fünfmal vor, dabei ein Ort in der Uckermark bei Strasburg, bei Gießen, in der Altmark und bei Stettin. In Schweden gibt es eine „Herrschaft Wismar“.
1364 Albrecht von Mecklenburg wird schwedischer König und 1369 von der dänischen Kö-nigin Magarete abgesetzt. Eine Flotte Wismarer und Rostocker befreiten ihn 1369.
4. September 1622 König Gustav II. Adolf von Schweden heiratet Anna von Mecklenburg.
Mai 1629 König Gustav II. Adolf lässt ein Blockadegeschwader bilden, um die schwedi-schen Interessen in der Wismarbucht zu wahren.
26. September 1629 Seeschlacht zwischen der kaiserlichen und der schwedischen Flotte vor der Insel Poel.
22. August 1631 Die Stadt wird von schwedischen Truppen eingeschlossen.
18. März 1631 Der schwedische Vizeadmiral Hans Hansen steht mit einem neuen Schiffs-geschwader vor Wismar.
7. Januar 1632 Wallensteins Truppen kapitulieren vor den Schweden und
geben Wismar frei.
10. Januar 1632 Schwedische Besetzung Wismars nach Belagerung.
29. Februar 1632 Bündnisvertrag zwischen dem Schwedenkönig und Mecklenburger Her-zog zur Abtretung Wismars und der Insel Walfisch.
1647 Stiftung der Turmuhr durch den schwedischen Generalmajor Helmuth Wrangel. Die Uhr und das Ziffernblatt wurden letztmalig 1981 erneuert und im April 1982 in Betrieb ge-nommen. Die Ziffernblätter befinden sich in 75 Metern Höhe, haben eine Größe von jeweils 5 x 5 Meter, und wiegen einzeln etwa eine Tonne. Die Ziffern sind 0,5 Meter groß, der Mi-nutenzeiger hat eine Länge von 3,30 Metern und die des Stundenzeigers beträgt 2,40 Meter.
24. Oktober 1648 Wismar wird im „Westfälischen Frieden“ Schweden zuge-
sprochen. Frieden von Münster und Osnabrück: Die aus der Stadt Wismar,
den Ämtern Poel und Neukloster bestehende Herrschaft Wismar fällt als „ewi-
ges Reichslehen“ an die Krone Schweden.
Die Stadt Wismar erhält einen Gouverneur, der die „Jura ducalia“ der schwedi
schen Krone wahrnimmt (diplomatischer Verkehr mit Reichsfürsten, oberste
Polizeigewalt)
1653 Der Wismarer Rat huldigt der schwedischen Königin Christina.
Das Tribunal als Ersatz für oberste Reichsgerichte (Reichskammergericht und
Reichshofrat) wird am 17.05.1653 feierlich eingeführt
1663 Das Tribunal erstmals vollständig mit 1 Präsident, 1 Vizepräsident, 6 As-
sessoren, 1 Protonotar und niederem Gerichtspersonal besetzt und
durch Steuern aus Pommern, Bremen, Verden, dem Hamburger Domkapitel
und der Herrschaft Wismar finanziert.
September 1665 Die Königin von Schweden legt in einem Schreiben fest, dass der Rat drauf bedacht sein muss, schlechte Lehrer abzuschaffen und brauchbare einzusetzen.
15. September 1675 Die Dänen nehmen Wismar nach mehreren Sturmangriffen ein.
1675-1680 1. dänische Besetzung Wismars nach schwedischer Niederlage bei Fehrbellin. Mehrheit der Tribunals Mitarbeiter flieht nach Lübeck, schwedischer Gouverneur nach Schweden, oberste Instanz für Wismarer Rechtsstreitigkeiten wird Justizkanzlei Glückstadt.
23. November 1680 Vertrag von Fontainbleau und Lund, Rückgabe Wismars an Schweden und stärkste Befestigung.
23. November 1680 Graf Königsmarck zieht in Wismar ein (Wismar wird nach zwischen-zeitlicher dänischer Besetzung von 1675-1680 wieder schwedisch).
Januar 1681 Das Tribunal nimmt Tätigkeit wieder auf, Ausbau der Festung
wird fortgesetzt.
1688-1692 Visitation des Tribunals, das erhebliche Befugnisse in letztinstanlher Rechtspre-chung verliert.
1692-1716 Blütezeit des Tribunals: 8 Assessoren. Wismar wird Zentralort der
schwedischen Außenpolitik im Alten Reich, von hier aus werden Kreistage
Niedersachsens und Obersachsens organisiert und beschickt.
Festung und Garnison erreichen höchste Ausbaustufe und Mannschaftsstärke.
1698 Der Soldatenfriedhof in der Rostocker Straße wird für die Militärangehörigen der schwedischen Garnison angelegt. Später auch für Angehörige der mecklenburgischen Garni-son zugänglich. Letzte Bestattung ist 1950.
1700-1721 – Großer Nordischer Krieg.
14. August 1711 Beginn der ersten Belagerung der Stadt durch die Dänen im Nordischen Krieg.
1711 Verlustreicher Ausfall der schwedischen Garnison
1716 Erfolgreicher Ausfall der Garnison zur Verproviantierung der Stadt
1716 Kapitulation Wismars vor Nordischen Alliierten (Dänemark, Rußland, Kurhannover, Preußen). Tribunal in Exil in Lübeck, oberste Rechtsprechung aufgeteilt unter Alliierte, in Wismar seit 1718 unter Verwaltung des Oberlanddrosten von der Lühe.
20. April 1716 Dänen, Preußen und Hannoveraner erobern Wismar. Kapitulation.
1716 Im April muss Schweden die Herrschaft über Wismar den Hohen Nordischen Alliier-ten während des Nordischen Krieges übergeben.
1717 Die Festungsanlage wird auf Verlangen der Dänen geschleift. Zitadellen, Bastionen und Turm auf der Insel Walfisch werden gesprengt.
1720 Wismar fällt im Frieden von Fredriksborg an Schweden zurück, wird aber
weitgehend entmilitarisiert.
Januar 1721 Das Tribunal nimmt seine Tätigkeit wieder auf.
8. Februar 1721 Schweden besetzen die Ämter Poel und Neukloster.
1757 Eroberung Wismars im Siebenjährigen Krieg durch Preußen. Umfangrei-
che Kontributionszahlungen aus Wismar an Preußen
23. Juli 1781 Bericht des Tribunals an die schwedische Krone über die Brandschäden am Fürstenhof; zerstörtes Dach, verbrannte Bibliothek, zerstörte Decken und Treppen, Einsturz-gefahr der Archivgewölbe.
18. April 1796 Der in Wismar am 6. September 1732 in der heutigen Lübschen Straße 73 geborene Johann Carl Wilcke ist in Stockholm verstorben. Der promovierte und habilitier-te Experimentalphysiker und spätere Sekretär der Schwedischen Akademie der Wissen-schaft gilt als der Erfinder des heutigen elektrischen Kondensators.
26. Dezember 1796 Auflösung des Verlöbnisses von König Gustav IV. Adolf von Schweden und Prinzessin Luise Charlotte von Mecklenburg und Verhandlung über eine angemessene Entschädigung. Endet im Wismarer Pachtvertrag.
1802 Verlegung des Tribunals nach Stralsund, 1803 nach Greifswald.
19. Juli 1803 Ratifizierung des Vertrags von Malmö durch den König von Schweden.
19. August 1803 Wismar kehrt aus schwedischer Herrschaft per Pfandvertrag für 100 Jahre nach Mecklenburg zurück.
29. Dezember 1878 Eröffnung der Gaststätte „Alter Schwede“ durch Wilhelm Frähmcke.
30. Oktober 1902 Ein hölzerner Schwedenkopf wurde durch den finnischen Segler „Al-fa“ zerstört. Die Schwedenköpfe sind im April durch zwei gusseiserne Köpfe aus der Eisengießerei Crull ersetzt worden.
23. Januar 1903 Auftrag des schwedischen Königs zur Ausarbeitung eines Vertrages zur Rückgabe Wismars.
16. Mai 1903 Zustimmung des schwedischen Reichstages zur Regierungsvorlage der Rückgabe Wismars an Mecklenburg.
23. Mai 1903 Aufstellungen zwei originalgetreuer Schwedenkopfkopien an gleicher Stel-le der 1902 entfernten im Hafen.
14. Juni 1908 Einweihung der schwedischen Seemannsmission im Haus Kleine-Hohe-Straße 26 (Eckhaus) mit einem kirchlichen Seemannsfest, abgehalten vom schwedischen Pastor Setelius aus Kiel.
31. Mai 1918 Aufstellung des Schwedentisches als Deutschlands erste ortsfeste Som-merzeitsonnenuhr im Köppernitztal.
8. Juli 1992 Gründung der Deutsch-Schwedischen Gesellschaft Wismar e.V.
29. April 1993 Besuch des schwedischen Königspaares, Karl Gustav und Sylvia von Schweden, in Wismar.
19. August 1993 1. Schwedenmahl im Bürgerschaftssaal, das seither jedes Jahr stattfin-det.
18. August 2000 Die Hansestadt Wismar begeht das 1. Schwedenfest, woraus sich in den Folgejahren das größte „schwedische Fest außerhalb Schwedens“ entwickelt.
19. August 1903 Hundertjahrfeier in Wismar mit Umzug sowie Einweihung Bürgerpark und Schwedenstein.
19. August 1993 Aufstellung des Schwedensteines von 1903 in der Straße Am Schwe-denstein. Einweihung mit Bürgermeisterin Dr. Rosemarie Wilcken.
20. August 2000 Der erste Schwedenlauf mit 70 Läufern findet während des 1. Schwe-denfestes in Wismar statt.
15. Juni 2002 Stadtpartnerschaft mit Kalmar (Schweden).
25. Juli 2003 Auf den Dalben in der Hafeneinfahrt werden nach altem Vorbild in der Zeit vom 24.7. – 31.7.2003 wieder die Schwedenköpfe aufgestellt. 21. August 2015 Leif Sjöström, schwedischer Generalkonsul a.D., erhält die Bürgermedaille auf dem Schwe-denmahl in St. Georgen.

Daten zur politischen Wende 1989/90

7. Mai 1989 Kommunalwahlen in Wismar mit später festgestellten Wahlfälschungen. Es werden für die Stadtverordnetenversammlung 137 Abgeordnete und 46 Nachfolgekandida-ten gewählt.
10. Mai 1989 Das endgültige Wahlergebnis der Kommunalwahl wird verkündet: von 44.244 Wahlberechtigten haben 43.757 ihre Stimme abgegeben. 17 Stimmen waren ungültig und 218 stimmten gegen den Wahlvorschlag. 137 Abgeordnete und 46 Nachfolgekandidaten zur Stadtverordnetenversammlung Wismar wurden bestätigt. Im Nachhinein wurden zwölf Bür-gereingaben gegen die Wahl und wegen Unregelmäßigkeiten abgegeben.
1. Juni 1989 Konstituierende Sitzung der neugewählten Stadtverordneten-versammlung. Oberbürgermeister Günter Lunow wird im Amt bestätigt.
21. Juni 1989 Auf einer außerordentlichen Stadtverordnetenversammlung erhält Karl-Heinz Kalusche, ehemals 1. Sekretär der Kreisleitung der SED, die Ehrenbürgerschaft. Er gibt die-se am 13. Dezember 1989 zurück.
7. Juli 1989 Laut Protokoll zwischen dem Rat der Stadt Wismar und der Wismarer Papier-fabrik Roten Tor, werden alle Wahlunterlagen, wie Wählerlisten, Wahlscheine, Wahlnieder-schriften, Protokolle und Meldevordrucke, vernichtet.
26. September 1989 Die Bürgerbewegung „Initiative 89“ wird gegründet.
18. Oktober 1989 Offener Brief des Neuen Forums an die Kreisleitung der SED, den Rat des Kreises und dem Rat der Stadt Wismar.
18. Oktober 1989 Das Neue Forum stellt sich vor 2.000 Menschen in der Kirche zu Prose-ken vor.
23. Oktober 1989 Außerordentliche Sitzung der Kreisleitung der SED. Hans-Jürgen Große-Schütte referiert für einen Kampf gegen das Neue Forum.
23. Oktober 1989 Treff von Sympathisanten des Neuen Forum in Voßkuhl im Wohnhaus von Fritz Kalf.
25. Oktober 1989 1. Dialogveranstaltung im Rathaus
27. Oktober 1989 2. Dialogveranstaltung im Theater zu Problemen mit Kultur und den Me-dien.
30. Oktober 1989 3. Dialogveranstaltung in der Sporthalle, wo nun alle weiteren Dialogver-anstaltungen stattfinden.
31. Oktober 1989 Das Neue Forum ruft zu einem Treff zum Reformationsgottesdienst in St. Nikolai auf. Thomas Beyer vom Neuen Forum hält die Ansprache.
1. November 1989 Der Journalist Peter Preuß übernimmt in der „Wendezeit“ als Lokal-redakteur die Wismarer Ausgabe der Ostsee-Zeitung. Damit beginnt die Unabhängigkeit der ehemaligen Parteizeitung der SED.
5. November 1989 Öffentliches Dialog-Forum zu Fragen Handel und Versorgung in der Sporthalle mit etwa 4.000 Menschen!
7. November 1989 1. Demonstration auf dem Wismarer Markt mit vierzig- bis fünfzig-tausend Menschen.
13. November 1989 Zweite, vom Neuen Forum organisierte, Demonstration auf dem Wismarer Markt mit 35.000 Menschen.
15. November 1989 Das Neue Forum bildet einen Sprecherrat mit: Fritz Kalf, Ulrich Bäcker, Guntram Erdmann, Thomas Beyer, Frank Wiechmann.
15. November 1989 Oberbürgermeister Günter Lunow, geb. 12.11.1926, wird durch die Stadtverordnetenversammlung Wismar abberufen. Er hatte das Amt vom 15. April 1969 bis 15.11.1989 inne. Sein Stellvertreter, Wolfram Flemming, wird bis zur Neubesetzung am 30. Mai 1990, kommissarisch eingesetzt.
17. November 1989 Gründung der SDP (später SPD) in der Heiliggeistkirche für Stadt und Kreis Wismar. Der Arzt und Neurologe Dr. Thomas Krohn bringt den Gründungsbe-schluss in das Wismarer Rathaus.
27. November 1989 Demonstration auf dem Marktplatz mit 10.000 Menschen.
4. Dezember 1989 Kundgebung des Neuen Forum vor der Nikolaikirche und anschlie-ßend Demonstration zum Staatssicherheitsgebäude. Die Staatssicherheit wird daran ge-hindert, weitere Akten zu vernichten.
5. Dezember 1989 Der Wismarer Studentenrat und das Neue Forum versiegeln die Wis-marer Kreisdienststelle der Staatssicherheit.
6. Dezember 1989 „Runder Tisch“ wird in Wismar eingerichtet, um die politische Wende zu vollziehen.
8. Dezember 1989 Demonstration vor dem Haus der SED-Kreisleitung und symbolische Besetzung des Hauses mit Entfernung der Steinplatte mit dem Namen „SED-Kreisleitung“.
11. Dezember 1989 Auf Anweisung der Regierung der DDR werden alle Kreisdienst-stellen des MfS sofort aufgelöst.
11. Dezember 1989 Erstmals fordern Bürger auf einer Montagsdemonstration des Neuen Forums in Wismar auf dem Marienkirchplatz die Wiedervereinigung.
13. Dezember 1989 Eine erst am 21. Juni 1989 an den ehemaligen SED-Kreisparteisekretär Karl-Heinz Kalusche (8.12.1925 – 31.1.1999) verliehene Ehrenbürger-schaft gab dieser am 13. Dezember 1989 in der Stadtverordnetenversammlung in der Sporthalle selbst zurück, um einer Aberkennung zuvorzukommen.
10. Januar 1990 Öffentliche Vollversammlung des Neuen Forums in der Wismarer Sporthalle.
15. Januar 1990 Demonstration des Neuen Forum gegen die Verschleierungspolitik der SED-PDS unter dem Motto „Deutschland, einig Vaterland“.
18. Januar 1990 Wismar erhält durch Ratsbeschluss den Beinamen „Hansestadt“.
21. Januar 1990 Erneute Montagsdemonstrationen in Leipzig und Wismar.
22. Januar 1990 Die Ostsee-Zeitung erscheint erstmalig mit neuer Unterzeile „Die Un-abhängige im Norden“.
25. Januar 1990 Die Ostsee-Zeitung berichtet erstmalig Fakten über das MfS.
25. Januar 1990 Der Nordgiebel von St. Georgen stürzt ein.
14. Februar 1990 Die Ostsee-Zeitung Wismar berichtet über Wahlfälschungen bei der 1989 durchgeführten Kommunalwahl in Wismar.
16. Februar 1990 Die Mitgliederversammlung des Neuen Forums besuchen nur noch 66 Teilnehmer. Die Existenzfrage des Bündnisses wird gestellt.
21. Februar 1990 Die Volkskammer der DDR spricht sich mehrheitlich für die Wieder-vereinigung Deutschlands aus.
27. Februar 1990 Wahlveranstaltung der SPD mit Klaus von Dohnanyi in der Sporthalle mit 1.800 Teilnehmern.
3. März 1990 Wahlkampf in Wismar mit dem BRD-Verteidigungsminister Gerhard Stol-tenberg (CDU) auf dem Marienkirchplatz und Außenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP) auf dem Marktplatz.
12. März 1990 Montagsdemonstration mit Forderung nach Auflösung der Stadtverord-netenversammlung.
13. März 1990 Durch Austritt der CDU aus der Stadtverordnetenversammlung löst sich diese auf. Der „Runde Tisch“ übernimmt die Befugnisse.
15. März 1990 Der „Runde Tisch“ übernimmt die Entscheidungsbefugnisse und konsti-tuiert sich als beschlussfassendes legislatives Gremium. Damit ist die Stadtverordneten-versammlung aufgelöst und der Rat der Stadt ist nahezu machtlos.
16. März 1990 Willy Brandt spricht auf einer Wahlkundgebung auf dem Wismarer Markt.
18. März 1990 Letzte und einzige demokratische Wahl zur Volkskammer der DDR: In Wismar liegt die CDU mit 36,33 % knapp vor der SPD mit 35,19 %. Die PDS kommt auf 15,27 % und die FDP auf 4,27 %.
12. April 1990 Erste privatisierte Unternehmen sind „Eduard Dewenter Tiefbau“ und Brunnenbau Böckler.
6. Mai 1990 Erste freie, unabhängige Kommunalwahlen auf dem Gebiet der ehemaligen DDR. Ergebnis: SPD 34,45 %, CDU 27,31 %, PDS 13,0 %, Neues Forum 8,44 %, FDP 6,5 %.
21. Mai 1990 Der Wismarer „Runde Tisch“ beendet mit der 28. Sitzung seine Tätigkeit und löst sich auf.
30. Mai 1990 Die neu gewählte Wismarer Bürgerschaft tritt zu ihrer ersten konstituieren-den Sitzung zusammen.
30. Mai 1990 Dr. Rosemarie Wilcken (SPD) wird als erste Frau zur Bürgermeisterin ge-wählt (Amtszeit 30. Mai 1990 – 17. Juli 2010).
30. Mai 1990 Prof. Dr. Rolf Eggert wird Bürgerschaftspräsident. Am 3. Oktober 1990 wird Rolf Eggert in den Landtag von Mecklenburg-Vorpommern gewählt und Vizepräsi-dent des Landtages MV. Er gibt zum 1. November 1990 sein Wismarer Mandat auf und die Wismarer wählen Dr. Gerd Zielenkiewitz zum Bürgerschaftspräsidenten.
1. Juni 1990 Die Mathias-Thesen-Werft wird von der Treuhandgesellschaft in eine GmbH umgewandelt und gehört zur Deutschen Maschinen- und Schiffbau AG.
13. Juni 1990 Die Berliner Mauer wird abgerissen
15. Juni 1990 Der Seehafen Wismar wird in eine GmbH umgewandelt, die ab 17. Ju-ni1991 zu 75 % der Stadt und zu 25 % dem Land M/V gehört. Später werden die Eigen-tumsverhältnisse in 90:10 geändert.
6. Juli 1990 In Wismar werden 1.200 Arbeitslose gemeldet. Einen Monat später steigt die Zahl auf das Doppelte.
5. September 1990 Ab sofort erscheint die Ostsee-Zeitung als Unabhängige Zeitung im Norden mit einer zweiten Lokalseite für die Stadt Wismar.
20. September 1990 Die Arbeitslosenquote liegt in Wismar bei 7,1 %, das sind über 3.000 Menschen.
3. Oktober 1990 Im Rathaus und auf dem Marktplatz wird die Wiedervereinigung Deutschlands mit einem Fest für alle Bürger gefeiert. In St. Nikolai findet aus diesem Anlass ein Requiem statt.

Die Wismarer Werft in Daten

27. April 1946 Die Werft wird durch 13 ehemalige Mitarbeiter der Stettiner Werft als Reparaturwerft in der Kopenhagener Straße gegründet. Sie untersteht dem Ministerium für Verteidigung der Sowjetunion.
3. Juni 1946 Das erste Reparaturobjekt, die „Iwan Susanin“, in der Werft.
15. Oktober 1946 Die Schiffsreparaturwerft untersteht jetzt dem sowjetischen Handelsministerium.
1. Januar 1947 Die Werft wird Eigentum des Landes Mecklenburg.
1. Juli 1947 Die Wismarer Waggonfabrik und die Bootswerft „Schröder und Schackow“ werden Betriebsteile der Wismarer Schiffsreparaturwerft.
29. Juli 1950 Eröffnung Betriebsambulatorium der Werft.
1. August 1950 Baubeginn der neuen Werft (MTW).
1. März 1951 Angliederung der seit 1941 in Wismar ansässigen Hanse-Werft und der Bootswerft von „Schröder und Schackow“ auf deren Gelände zur Schiffsreparaturwerft.
13. Oktober 1951 Umbenennung in VEB Mathias-Thesen-Werft Wismar.
1. Oktober 1953 Einweihung der Kabelkrananlage auf der MTW (Mathias-Thesen-Werft).
31. Dezember 1953 Die Werft hat bisher Reparationsleistungen von 232 Mio. DM an die Sowjetunion erbracht.
29. September 1956 Übergabe der Werft-Poliklinik an der Koggenoor an Dr. Walter Heller als ärztlichem Direktor.
4. Mai 1957 Übergabe des ehemaligen Fründts Hotel als MTW Klubhaus mit Restaurant an die MTW Werft.
28. November 1959 Kiellegung des FDGB Urlauberschiffes „Fritz Heckert“.
1. Juni 1990 Die Mathias-Thesen-Werft wird von der Treuhandgesellschaft in eine GmbH umgewandelt und gehört zur Deutschen Maschinen- und Schiffbau AG.
23. April 1991 Abriß der Kabelkrananlage und radikaler Umbau der Werft. Ausgliederung von Bereichen in selbständige Unternehmen.
8. November 1991 Die MTW gehört mit der Rostocker Neptunwerft und dem Dieselmotorenwerk Rostock zur Hanse-Holding.
1. Januar 1992 die „Mathias-Thesen-Werft“ wird in „Meerestechnik-Werft“ umbenannt, das Kürzel MTW bleibt bestehen.
26. Februar 1992 Die Wismarer Werft wird von der Belegschaft Morgens um 6 Uhr be-setzt, um eine schnelle Entscheidung zur Privatisierung herbeizuführen. 3.100 Mitarbeiter beschäftigt die Werft derzeit.
• 27. Februar: Die Beschäftigten des Dieselmotorenwerk Rostock und die Beleg-schaft der Neptun-Werft schließen sich an und besetzen ebenfalls ihre Betriebe.
• 28. Februar: Bundesverkehrsminister Prof. Günter Krause besucht die Werft. Die Bürgerschaft der Hansestadt Wismar solidarisiert sich und tagt demonstrativ auf dem Werftgelände.
• 29. Februar: Es findet ein Autokorso von Rostock nach Wismar statt und in Wismar wird ein Tag der „Offenen Tür“ durchgeführt.
• 1. März: Ministerpräsident Alfred Gomolka ist aus den USA zurück und wird beim Besuch der Werft schon beim Pförtner zurück gewiesen. Er muss sich vor dem Tor mit Betriebsratsvorsitzenden Inge Pohlmann unterhalten.
• 2. März: In der Schweriner Koalition sorgen leichtfertige Äußerungen von Bun-desverkehrsminister Günter Krause (ein Rücktritt Lehments wäre eine „richtige gute Idee“) zum Schicksal des FDP-Wirtschaftsministers Conrad-Michael Leh-ment für Verstimmung, die am 3. März beigelegt werden.
• 4. März: Ministerpräsident Alfred Gomolka (CDU) ist in Bonn bei Kanzler Hel-mut Kohl. Werftarbeiter marschieren vor das Schweriner Schloss zum Protest und Wirtschaftsminister Lehment versucht erfolglos, die Arbeiter zu beruhigen. Vor der Staatskanzlei wird eine ständige Mahnwache eingerichtet.
• 10. März: Die Treuhandgesellschaft in Berlin mit ihrer Leiterin Birgit Breuel, ver-kündet eine vorläufige Entscheidung.
• 11. März: Der Landtag von MV debattiert. Die Koalition aus CDU und FDP schließen sich dem Treuhandbeschluss an. Werftarbeiter verfolgen die Sitzung auf der Tribüne und vor dem Schloss.
• 14. März: Ministerpräsident Alfred Gomolka (CDU) tritt zurück.
• 17. März: Der Verwaltungsrat der Treuhandgesellschaft billigt die vorläufige Entscheidung für eine „Paketlösung“ mit dem Bremer Vulkan. Die Besetzung der Werft wird vorläufig aufgehoben
• 10. Dezember 1992 Die Belegschaft beschließt nach der endgültigen Klärung des Übergangs der MTW zum Bremer Vulkan das Ende der Werftbesetzung.
11. August 1992 Die „Meerestechnik Werft“ wird vom der „Bremer Vulkan Verbund AG“ übernommen.
24. Dezember 1992 Die EU-Kommission beschließt in Brüssel einem stattlichen Beihil-fepakt für die Wismarer Werft zu. Damit werden 191,2 Mio DM Betriebsbeihilfe, 94,8 Mio DM Investitionsbeihilfe und 18 Mio DM Schließungsbeihilfe genehmigt. Die Vo-raussetzung einer umfassenden Umstrukturierung der Wismarer Werft.
23. April 1994 20.000 Menschen demonstrieren in Wismar für den Erhalt des Werftstan-dortes.
15. November 1994 Grundsteinlegung für die „Kompaktwerft 2000“ mit Dockhalle durch Ministerpräsident Dr. Berndt Seite.
6. Dezember 1997 354. und letzter Stapellauf mit der „Merkur Tide“.
21. Februar 1996 Die Bremer Vulkan AG meldet Insolvenz an und bringt den Wismarer Schiffbau in Schwierigkeiten.
1. März 1998 Der norwegische Aker-Konzern übernimmt die MTW Schiffswerft GmbH und benennt sie in „Aker MTW Werft GmbH“ um.
28. Oktober 1998 Fertigstellung der Kompaktwerft mit Dockhalle (600 Mio. DM Inves-titionen). Grundsteinlegung erfolgt am 15.11.1994. Die Halle ist 72 m hoch, 155 m breit und über 395 m lang.
29. Juli 2008 Die russische Investmentfirma FLC West übernimmt 70 Prozent der Antei-le.
22. September 2008 Die FLC West informiert, dass der Russe Andre Burlakow die Ge-schäftsführung der nunmehr „WADAN Yards GmbH“ übernimmt. Die Transaktion trat rückwirkend zum 1. Januar 2008 in Kraft.
5. Juni 2009 Die Wadan Yards GmbH meldet Insolvenz an.
15. August 2009 Der Russe Witali Jussusof kauft die Werft und benennt sie in „Nordic Yards Wismar GmbH“ um.
2. März 2016 Die malaysische Genting-Gruppe übernimmt die ehemaligen Nordic-Yards-Werften in Wismar, Rostock und Stralsund für 230 Millionen Euro. Hier sollen zukünftig Kreuzfahrtschiffe gebaut werden.
• Ostsee-Zeitung vom 2.3.2016 Sie sind verkauft: Die Werften in Rostock, Stralsund und Wismar haben einen neuen Besitzer. Die Genting Gruppe mit Sitz in Malaysia hat alle drei Standorte für insgesamt 230,6 Millionen Euro gekauft, um den Bau neu-er Kreuzfahrtschiffe sicherzustellen.
„Das rasche Wachstum der Welt Kreuzfahrtindustrie, vor allem in China, hat bei un-seren Buchungen zu Rekordwerten geführt“, sagt Tan Sri Lim Kok Thay von Gen-ting Hong Kong. Um sicherzustellen, dass das Unternehmen in den nächsten zehn Jahren seine Flotte zeitnah und kostengünstig aufbauen kann, seien die bislang in Werften in MV gekauft worden.
Die drei Werften waren russischer Hand. In den jüngsten Tagen hatte sich der mögli-che Verkauf bereits abgezeichnet. 2014 hatte der russische Unternehmer Witali Jussufow die frühere Volkswerft in Stralsund übernommen. Bereits 2009 besaß er die Unternehmen in Rostock und Wismar, die er nach der Insolvenz der Wadan-Werften für 40 Millionen Euro gekauft hatte. Damit gehörten ihm drei der vier größ-ten Schiffbaubetriebe in Mecklenburg-Vorpommern. Insgesamt sind 1400 Mitarbeiter dort beschäftigt.
Die Genting Hong Kong Ltd bietet Kreuzfahrten unter ihren Marken Crystal Cruises, Dream Cruises und Star Cruises an. Die Reederei gehört zum malaysischen Konglo-merat Genting Bhd.
• Die „Nordic Yards“ Wismar wird am 26.4.2016 in Lloyd Werft Wismar GmbH um-benannt und hat mit der malaysischen Genting Group aus Honkong einen neuen Ei-gentümer.

Hanseatenring

Der Hanseatenring Wismar war von 1955 bis 1959 eine temporäre Rennstrecke auf der heu-tigen Bürgermeister-Haupt-Straße in Wismar . Die Rennstrecke betrug 1955 zunächst 1,850 Kilometer. 1956 bis 1959 wurde sie durch die Erweiterung der Südkurve auf 2,953 Kilome-ter vergrößert.
Auf der Rennstrecke fanden nationale Auto- und Motorradrennen mit und ohne Beiwagen statt. Klassen waren Formel 3 bei Rennwagen, A, B, C bei Motorrädern, sowie verschiedene Hubraumklassen der Beiwagenmotorräder.
Das letzte Rennen fand am 9. August 1959 statt. Nach einem Unglücksfall an diesem Tag mit drei Toten und neun Verletzten, fanden keine Motorrennen mehr statt.

Zeittafel:

11. April 1954 Zentrales Bezirkstraining der Bezirke Rostock, Schwerin und Neubranden-burg auf einem 1350 Meter langen Rundkurs (Dahlmannstraße-Dankwartstraße/Karl-Liebknecht-Straße – Baustraße/Rosa-Luxemburg-Straße – Lübsche Straße/Stalinstraße – Dahlmannstraße) zur Vorbereitung auf ein Rennen auf dem zukünftigen Hanseaten-Ring in der Bürgermeister-Haupt-Straße.
28. August 1955 – 1. Rennen auf dem Hanseaten-Ring.
Mit dem ersten Straßenrennen für Motorräder und Seitenwagengespanne hat der neuerbaute Hanseatenring in Wismar seine Probe bestanden. 25.000 Zuschauer umsäumten die Renn-strecke.
05.August 1956 – 2. Rennen auf dem Hanseatenring für Motorräder und Seitenwagenge-spanne, sowie Autos.
05. Mai 1957 – 3. Rennen auf dem Hanseatenring für Motorräder und Seitenwagengespan-ne, sowie Autos.
04.August 1957 – 4. Hanseatenring-Rennen für Motorräder und Autos.
22. Juni1958 – 5. Hanseatenring-Rennen für Motorräder, Seitenwagengespanne und Autos.
18. Mai1959 – 6. Hanseatenring-Rennen für Serienmotorräder.
09. August1959 – 7. Hanseatenring-Rennen für Motorräder und Seitenwagengespanne, so-wie Autos. Es waren 102 Fahrer am Start, die fünf Rennen fuhren. Im 2. Rennen gab es in der 56. Runde in der Südkurve einen schweren Unfall. Das Rennen wurde von Ausweisfah-rer mit Motorrädern der 250 ccm Klasse gefahren. Ein Fahrer aus Sachsen und zwei Zu-schauer starben dabei und es gab neun Schwerverletzte. Das Rennen wurde daraufhin abge-brochen und es fanden keine Motorrennen mehr statt.

Radrennen
3. Oktober 1954 3. Rundstreckenrennen auf dem Hanseatenring für Fahrrad.
12. Juli 1963 Internationales Kriterium für Fahrrad auf dem Hanseatenring.
22. Mai 1966 Auf dem Hanseatenring wurde während der 19. Internationale Friedensfahrt (9. bis zum 25. Mai 1966) mit Start und Ziel ein Rundrennen über 93 Kilometer mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 43 Km/Std. ausgetragen. Sieger war Antonio Albonetti (Italien).
27. August 2000 1. Stadtwerke Hanseaten-Ring-Radrennen Wismar. Uwe Ampler, vierma-liger Gewinner der Friedensfahrt, Olympiasieger und Ex-Weltmeister beendet endgültig sei-ne Laufbahn in Wismar als Radprofi.
26.August 2001 2. Stadtwerke Hanseaten-Ring-Radrennen.
1.September 2002 3. Stadtwerke Hanseaten-Ring-Radrennen.
24.August 2003 4. Stadtwerke Hanseaten-Ring-Radrennen
29.August 2004 5. Stadtwerke Hanseaten-Ring-Radrennen.
28. August 2005 6. Stadtwerke Hanseaten-Ring-Radrennen.
27. August 2008 7. Stadtwerke Hanseaten-Ring-Radrennen.

Zeittafel zur Geschichte der Stadt

1229
• Erste urkundliche Erwähnung der Stadt Wismar.

1250
• Bau der dreischiffigen Basilika St. Marien (bis 1370). 16 Meter über dem Meeres-spiegel. Gründung des Heilig-Geist-Hospitals mit Kirche.

1259
• Am 6. September 1259 schließen Lübeck, Rostock und Wismar einen Vertrag zur Si-cherung ihrer Handelswege.

1266
• Heinrich I., Fürst von Mecklenburg, bestätigt Wismar den Gebrauch des lübischen Rechts.

1270
• Baubeginn an der St.-Georgen-Kirche mit insgesamt drei Bauabschnitten; Fertigstel-lung 1594 mit einem Notabschluss am nie vollendeten Turm.

1276
• Baubeginn der Stadtmauer, die später fünf Stadttore und 36 Wiekhäuser besaß.

1302
• Am 2. Januar 1302 stirbt Fürst Heinrich I. („der Pilger“), geb. 1230, in Wismar. Be-gab sich 1272 auf Pilgerfahrt in das „Heilige Land“, wurde 1273 gefangengenommen und war 25 Jahre in Kairo in Gefangenschaft. Kehrte am 28. Juli 1298 zurück.

1306
• Nach dem großen Stadtbrand von 1306 wurde Bürgern, die ein Haus aus Stein, an-stelle von leicht brennbaren Materialien, erbauten, 5.000 Steine als Anreiz vom Rat versprochen. Damals unterschied man zwischen Häusern, die zumeist als mehrstöcki-ge Giebelhäuser ausgeführt wurden und Buden als ebenerdige Häuser. Dazu gab es noch die Kellerbehausungen für den ärmeren Teil der Bevölkerung.

1346
• Till Eulenspiegel in Wismar. Beim Bau von St. Marien wurde ein Backstein vermau-ert, der eine Eule mit menschlichem Ansicht und einen Spiegel zeigt.

1359
• Die Hansestadt Wismar erhält das Münzrecht und übt dieses bis 1854 aus.

1364
• Albrecht von Mecklenburg wird schwedischer König und 1369 von der dänischen Königin Magarete abgesetzt. Eine Flotte Wismarer und Rostocker befreiten ihn 1369.

1370
• Ein Krieg gegen Dänemark wird mit dem Stralsunder Frieden beendet. Wismar steht während der Hansezeit in voller Blüte.

1373
• Die Hansestadt Wismar erhält vom mecklenburgischen Herzog die Gerichtsbarkeit, die Vogtei und den Zoll.

1380
• Der Name des Seeräubers Klaus Störtebeker taucht in einem städtischen Gerichts-buch auf.
• Baubeginn an St. Nikolai (es bestand schon vor 1270 eine Vorgängerkirche), Weihe der Kirche 1459.

1390
• Bau der Sakristei an St. Marien. 1480 wird ein Prunkgiebel an der Sakristei errichtet, der am 16. November 1660 einstürzte und 1895 aufgebaut worden ist.

1397
• Erste Erwähnung eines Pfingstmarktes für Wismar.

14./15.
• Jahrhundert Bau der Alten Schule. Name ist erstmalig 1569 verbürgt, um den Unter-schied zur 1541 gegründeten Großen Stadtschule herauszustellen.

1427
• Infolge von Unruhen werden der Bürgermeister Johann Banzkow und der Ratsherr Hinrich von Haaren auf dem Marktplatz enthauptet.

1450
• (Um-)Bau des Wassertores.

1467 – 1475
• Bau der Kapelle und Klause in Kluß Eremitorium St. Trinitates (in dieser Klause praktizierten Tertiarin (Ein Abzweig der Franziskaner mit Reformbemühungen des Ordens). Die Errichtung der Klause ist auf Diederich Bützow aus Greese gestiftet worden, um eine ewige Messe zu feiern. Spätestens 1583 wird die Klause nicht mehr erwähnt. Herzog Albrecht I. ließ 1553 den Fürstenhof erweitern und benötigte Stei-ne, die er von der Klause bei Kluß und der Kapelle aus Alt Wismar nahm.
1493
• Brand des St. Marienturmes ohne größere nachbleibende Schäden.

1495
• Blitzeinschlag im Turm von St. Marien.

1541
• Gründung der Großen Stadtschule im Grauen Kloster. Umbau des Schulgebäudes von 1544 bis 1554. Während dieser Zeit wurde Unterricht in der Alten Schule gege-ben.

1539
• Spitze auf dem St.-Marien-Kirchturm durch Blitzschlag abgebrannt. Der später er-neuerte Dachreiter auf dem Turm stürzte 1661 durch einen Orkan herunter (seitdem heutiges Aussehen). Der Turm hat eine Höhe von 81 Metern.

1569
• Die Marienschule wird Alte Schule genannt.

1592
• Im Turm von St. Marien wird ein Glockenspiel eingebaut, das bis 1928 in Betrieb war und ab 1982 neu in Betrieb gegangen ist.

1632
• Während des 30-jährigen Krieges vertreiben schwedische Truppen die kaiserliche Be-satzung.

1647
• Stiftung der Turmuhr durch den schwedischen Generalmajor Helmuth Wrangel. Die Uhr und das Ziffernblatt wurden letztmalig 1981 erneuert und im April 1982 in Be-trieb genommen. Die Ziffernblätter befinden sich in 75 Metern Höhe, haben eine Größe von jeweils 5 x 5 Meter, und wiegen einzeln etwa eine Tonne. Die Ziffern sind 0,5 Meter groß, der Minutenzeiger hat eine Länge von 3,30 Metern und die des Stundenzeigers beträgt 2,40 Meter.

1648
• Die „Stadt und Herrschaft Wismar“ wird mit Ende des 30-jährigen Krieges durch den Friedensschluss von Osnabrück Schweden zugesprochen.

1653
• Das Königlich-Schwedische Tribunal wird als oberster Gerichtshof für alle Besitzun-gen Schwedens auf deutschem Boden im Fürstenhof eingerichtet.

1659
• Gründung der „unteren“ Apotheke, seit 1851 „Löwen-Apotheke“ in der Bademutter-straße.

1661
• Durch einen Orkan stürzt der 1539 neu aufgebaute Turmreiter herunter.

1669
• Am 25. November wird die erste Papiermühle am Wallensteingraben zwischen Rot-hen Tor und Metelsdorf durch Christoph Teßmar in Betrieb genommen.

1682
• Beginn des Ausbaus von Wismar zur größten Festung Europas mit 18 Bastionen, 9 Ravelins und 2 Zitadellen sowie 700 Kanonen. Die Insel Walfisch erhält ein Fort. Ende der Bauarbeiten 1700.

1690
• Bau des Provianthauses am heutigen Lindengarten.

1698
• Der Soldatenfriedhof in der Rostocker Straße wird für die Militärangehörigen der schwedischen Garnison angelegt und ist später auch für Angehörige der ecklenburgi-schen Garnison zugänglich. Letzte Bestattung ist 1950.

1700
• Bau des Zeughauses nach der Pulverturmexplosion (1699).

1703
• Am 8. Dezember wird der Turmaufbau von St. Nikolai durch einen Orkan zerstört und er fiel auf das Kirchenschiff. Dabei kamen drei Menschen ums Leben. Die Ge-wölbe und das Mobiliar ist ebenfalls zerstört. Erst 1868 wurde die provisorische Flachdecke von 1703 mit einem Gewölbe erneuert.

1716
• Im April muss Schweden die Herrschaft über Wismar den Hohen Nordischen Alliier-ten während des Nordischen Krieges übergeben.

1717
• Die Festungsanlage wird auf Verlangen der Dänen geschleift. Zitadellen, Bastionen und Turm auf der Insel Walfisch werden gesprengt.

1730
• In der Großschmiedestraße 9 wird das königlich-schwedische Licentamt eingerichtet

1770
• (Um-)Bau des Baumhauses am Alten Hafen auf der Lastadie, fertiggestellt durch den späteren Ratszimmermeister Johann Schalck. Er war der letzte angestellte Rats-zimmermeister Wismars. Schalck starb 1811.

1803
• Wismar geht per Pfandvertrag über 1.250.000 Taler für 100 Jahre an das Großherzog-tum Mecklenburg zurück.
• Die in Wismar bekannten Schwedenköpfe werden in der Hafeneinfahrt aufgestellt. Ein hölzerner Schwedenkopf wurde am 30. Oktober 1902 durch den finnischen Seg-ler „Alfa“ zerstört. Die Schwedenköpfe sind im 23. Mai 1903 durch zwei gusseiserne Köpfe aus der Eisengießerei Crull ersetzt worden. Die original hölzernen Schweden-köpfe befanden sich als Schmuck auf dem ehemaligen schwedischen Kriegsschiff „Hercules“, das 1651 in Wismar vom Stapellief und 1689 grundlegend umgebaut wurde, wobei die Köpfe entfernt wurden und in Wismar eingelagert worden sind.

1815
• Die durch Geld- und Sachspenden der Wismarer Bürger geschaffene Parkanlage vor dem Altwismartor erhält am 5. Dezember den Namen „Lindengarten“.
1828
• Am 20. August 1828 ist im heutigen Welt-Erbe-Haus, der ehemaligen Kaufmanns-Compagnie durch den Tapezierer Hermann Fölker (lt. Inschrift) im Haus des Bür-germeisters Gabriel Lembcke der Tapetensaal mit der Panoramatapete übergeben worden. Die seltene Wandverkleidung wurde 1823 in Paris aus kunstvollen Papier-drucken und einem Untergrund in der Manufaktur von Dufour & Leroy aus Sacklei-nen hergestellt. Für die filigranen Farbdrucke waren 2087 Druckstöcke nötig. Darge-stellt ist die mythologische Geschichte „Reise des Telemach auf die Insel der Göttin Calypso“, nach einer Erzählung des französischen Dichters Francois Fénelon von 1699. Diese Erzählung diente Xavier Mader als Vorlage für seinen zwischen 1815 und 1823 entstandenen Entwurf der Panoramatapete. Neben Wismar besitzt das Mu-seum of Modern Art New York Fragmente des gleichen Tapetenzyklus.

1842
• Am 12. Juni 1842 wird das Porträtbild von Bürgermeister Johann Anton Haupt (1800-1835) vom Wismarer Maler Carl Düberg (1801 – 1849) dem Rathaus überge-ben.

1847
• Beginn des Baus des Militärlazaretts, das am 7. Juli 1852 eingeweiht wurde. Das La-zarett war notwendig geworden, nachdem das seit 1810 an der Ecke Papenstra-ße/Bliedenstraße vorhandene Militärlazarett nicht mehr den Anforderungen ent-sprach. Gebaut wurde das Haus ab 1848 als Militärlazarett nach den Plänen des Ar-chitekten Georg Adolf Demmler. Aus dieser Zeit ist auch die Fassade original erhal-ten. 1929 wurde noch einmal umgebaut und erweitert. Anschließend zog das Finanz-amt ein. Seit 1948/52 sitzt die Polizeizentrale der Hansestadt in diesem Gebäude. Ei-ne grundlegende Sanierung und ein nochmaliger Umbau erfolgten in den Jahren 2013/15.

1855
• Die Eisengießerei von Crull & Co. wird eröffnet und geht später in die Podeus’sche Maschinenfabrik über.

1858
• Hauptwache am Markt wird fertiggestellt und am 24. Februar 1859 übergeben. Ar-chitekt Helmuth Brunswig. Umfassende Sanierung erfolgt in den Jahren 2014/15.

1862
• Bau des „Thormann-Speichers“ des Wismarer Kaufmannes und Reeders Johann Christian Thormann am Alten Hafen auf der Lastadie.

1866
• (bis 1867) Bau des Kurhauses (Hotel und Restaurant) am Wendorfer Ufer (Lorenz-höhe).

1867
• Auf Veranlassung von Dr. Friedrich Crull wird ein „Turmbauverein“ gegründet, der das Ziel hat den Turm von St. Marien in seiner ursprünglichen Gestalt wieder zu er-stellen und den nie vollendeten Turm von St. Marien aufzubauen. Beide Vorhaben scheiterten und 1904 löste sich der Verein auf. Die eingesammelten Mittel erhielt die Kirchgemeindevon St. Marien zur Renovierung der Kirche.

1867
• St. Nikolai erhält im Kirchenschiff eine neue Gewölbedecke. Die nach der Zerstö-rung von 1703 eingezogene provisorische Balkendecke wurde ersetzt.

1870
• Am 27. April 1870 eröffnet mit der Kohlenhandelsgesellschaft der aus Warnemünde stammende Kapitän Heinrich Podeus sein erstes Unternehmen in Wismar.
• Als Ersatz für einen abgerissenen Fischerschuppen wurde der Fischerwachturm für die Wismarer Fischerzunft gebaut, er diente jahrzehntelang als Geräteschuppen und als notwendiger Signalgeber für Wetter und Hafeneinfahrt. Wegen Straßenerweite-rungen wurde 1981 der Schuppen um den Turm abgerissen. Am Turm befanden sich die Wappen des am 14. Januar 1870 abgerissenen Poeler Tores.

1872
• Benennung der Wasserstraße. Bau einer Warmbadeanstalt durch Heinrich Haß.

1881
• Rudolph Karstadt eröffnet ein Tuch-, Manufactur- und Konfektionsgeschäft.
• Neubau der Kaserne Scheuerstraße/Frische Grube
• Abschluss der Restaurierungsarbeiten in St. Nikolai

1882
• Umbau des schwedischen Provianthauses zur Kaserne.
• Gründung der Papierfabrik am 11. Mai durch Kauf der Brandruine der Vorgänger-mühlen am Rothentor durch Gustav Marsmann (1832 – 1899)

1884
• Wismarsche Hobelwerke von Heinrich Podeus gegründet.

1888
• Bau des neogotischen Zollamtes am Alten Hafen.
• Schlachthof wird am 1. November 1888 eröffnet.
• Eröffnung des neuen Großherzoglichen Zollamtes am Alten Hafen, vorher am Spie-gelberg und Großschmiedestraße 9. Nach 1945 diente es bis 1996 dem Seehafen Wismar als Unternehmenssitz.

1889
• Bau des Ringlokschuppens der Eisenbahn an der Poeler Straße

1890
• Bau eines Armenhauses auf dem Grundstück von fünf Wohnbuden (unter einem Dach) in der Kellerstraße 1. Seit 1935 nach Um- und Neubau als Gefängnis genutzt. Seit dem 1. Juli 1992 hier eine Jugendarrestanstalt mit 16 Haftplätzen. 2014 Nutzung als Arrestanstalt eingestellt.
• Bau der Zuckerfabrik.

1893
• Bau der Malzfabrik am Platter Kamp

1894
• Gründung der Podeus’schen Waggonbaufabrik in der Rostocker Straße bis 1902..

1898
• Inbetriebnahme der Malzfabrik am Platten Kamp.

1902
• Beginn des Automobilbaus in der Maschinenfabrik von Paul Podeus (Lkw, Raupen-schlepper und ab 1911 bis 1914 Pkw).
• Gründung einer Drahtwarenfabrik durch Wilhelm Müller in der Rostockerstraße 2 durch Übernahme des Gebäudes von der Waggonfabrik.

1903
• Das Königreich Schweden verzichtet nach Ablauf der 100 Jahre auf die Einlösung des Pfandes. Wismar wird endgültig dem Herzogtum Mecklenburg eingegliedert.
• Die in Wismar bekannten Schwedenköpfe in der Hafeneinfahrt sind im 23. Mai 1903 als Ersatz der 1902 zerstörten Skulpturen durch zwei gusseiserne Köpfe aus der Ei-sengießerei Crull ersetzt worden. Die original hölzernen Schwedenköpfe befanden sich als Schmuck auf dem ehemaligen schwedischen Kriegsschiff „Hercules“, das 1651 in Wismar vom Stapellief und 1689 grundlegend umgebaut wurde, wobei die Köpfe entfernt wurden und in Wismar eingelagert worden sind.

• Im August wird der Schwedenstein anlässlich der 100-Jahrfeier der Rückgabe Wis-mars an Mecklenburg im Bürgerpark auf dem Wischberg eingeweiht.

1906
• Am 5. März 1906 wird der Rathauseingangstür die Platte mit dem lateinischen Spruch „ROBUR PRINCIPES EST FIDES CIVIUM. ANNO 1688“ angebracht. Übersetzt hat der Spruch durchaus politische Qualitäten, denn mit „Die Stärke des Fürsten ist die Treue der Bürger“ ist allen eine ernste Mahnung. Die Platte stammt vom 1869 abgebrochenen Mecklenburger Tor, dessen Mauerreste 1905 endgültig ver-schwanden.

1907
• Im Bürgerpark wird der sogenannte Schwedentisch vor der Schutzhütte aufgestellt. Spender ist der dänische Vizekonsul und Wismarer Schiffsmaklers Carl Tiede.

1904
• Das Elektrizitätswerk liefert erstmals Strom.
1907
• Lyzeum am Turnplatz wird als Höhere Töchterschule eingeweiht

1908
• Lehrbeginn an der privaten Ingenieur-Akademie.

1909
• Erweiterung der Drahtwarenfabrik von Wilhelm Müller auf die Große Bleiche, die sich an der Bahnstrecke nach Schwerin an der Rostocker Straße befand.

1913
• Erste Landung von sechs Flugzeugen am 23. Juni auf dem Haffeld. Teilnehmer eines sportlichen Rundfluges Lübeck-Schwerin-Wismar-Lübeck vom 21.6.-24.6.2013

1914
• Weltspiegel in der Altwismarstraße 8, vorher Hammersche Zichorienfabrik (Kaffeeer-satz), die 1910 abbrannte. Kauf am 24. März 1913 und Neubau 1914als Lichtspiel-theater „Weltspiegel“ durch die Brüder Gustav und Reinhard Braun (ehemals Spie-gelberg 50). Als Kino genutzt bis 1993.
• Neubau des Hauses Am Markt 16 (heute Deutsche Bank). War vorher das Eimbecker Haus und 1593 Münzstätte der Stadt Wismar. Ab 1797 im Privatbesitz.

1918
• Am 31. Mai 1918 wird eine Horizontalsonnenuhr im Bürgerpark auf dem Schweden-tisch in Betrieb mit der Umschrift „Zur Kriegs-Sommerzeit 1916 genommen. Dies in Erinnerung an die Einführung der Sommerzeit vom 1.April 1916 in Deutschland.

1920
• Bau des Speichers auf der Holzhafen-Koppelseite am Alten Hafen. Dient seit 2004 nur noch zu Wohnzwecken in exponierter Lage.

1926
• Fernsprechamt Schatterau 25 erbaut. Es ist ein Backsteinbau im Stil der Neuen Sach-lichkeit von Arthur Eulert (dreigeschossiger Bau mit Walmdach). Die seitlichen Ach-sen im Erd- und Obergeschoss sind vorgezogen, die Portale in den Mittelachsen rundbogig. Es liegt mit 22 Metern über dem Meeresspiegel auf dem höchsten Punkt der Altstadt.

1929
• Baubeginn des Arbeitersportlerheimes am 1. Juni an der Dammhusener Chaussee durch das Arbeiter-Sport-Kartell e.V.

1933
• Am 1. Dezember Gründung der Dornier-Werk Wismar GmbH, ab 1938 Norddeut-sche Dornier Werke GmbH. 1934 Inbetriebnahme der ersten Bauhalle, der Flughalle auf dem Haffeld, danach die Seehalle und zwei weitere Hallen. Ab1938 sind die drei Standorte Wismar, Lübeck und Berlin unter dem Namen „Norddeutsche Dornier-Werke GmbH“ mit Sitz in Wismar verbunden.

1934
• Auflösung der Wismarer Freimaurerloge „Zur Vaterlandsliebe“.

1935
• Bau des 31 Meter hohen Löwe-Speichers (1938 Erweiterung), benannt nach dem Wismarer Unternehmen Gustav Wilhelm Löwe.
• Inbetriebnahme der neuen Getreidesilos am Alten Hafen.

1938
• Bau des 34 Meter hohen Ohlerich-Speichers am Alten Hafen auf der Lastadie. Fer-tigstellung der betonierten Start- und Landebahnen der Dornier-Werke auf dem Haf-feld.

1939
• Ab 21. November 1939 Nutzung des ehemaligen Arbeitersportlerheimes durch die Nordeutschen Dornierwerke als Lerhlingswohnheim

1940
• Bau des Kruse-Speichers, benannt nach Peter Kruse, am Alten Hafen auf der Lasta-die.

1941
• Gründung der Hanse-Werft an der Koggenoor.

1945
• Das Gotische Viertel mit der Marienkirche als Mittelpunkt wird durch den 12. und letzten Luftangriff des Zweiten Weltkrieges am 14. April zerstört.
• Ende März werden zwei Betonschiffrümpfe aus Ostswine bei Stettin nach Wismar geschleppt. Ein Rumpf wird vor Tarnewitz für Ziel für Schießübungen verwendet und anschließend gesprengt. Ein zweites Schiff liegt seit 1962 als Wellenbrecher in der Redentiner Bucht.

1946
• Gründung der neuen Reparaturwerft, später Mathias-Thesen-Werft, und Wiederauf-nahme des Hafenbetriebes.
• Neupflasterung des Marktplatzes am 28. April 1946 fertiggestellt, nachdem ein dort befindlicher Luftschutzbunker gesprengt wurde.

1948
• Bau des ersten Wohnhausneubaues nach dem Krieg an der Ecke Kanalstraße/ Blei-cherweg.

1949
• Spatenstich zum ersten Wismarer Neubaugebiet nach dem Krieg am Flöter Weg am 1. Mai 1949.

1950
• Bau der ersten Häuser im Stadtteil Vor Wendorf.

1951
• Bau der Kali-Kippanlage.

1952
• Bau und Einweihung des Kurt-Bürger-Stadion
• Im Juni 1952 Gründung der Volksmusikschule (als 7. Musikschule der DDR) 5 ne-benamtliche Lehrkräfte unterrichten 130 Schüler in Räumen der Geschwister-Scholl-Schule

1952
• Umbenennung der Lübschen Straße in Stalinstraße (vom westlichen Ortseingang bis zur Rostocker Straße). 1961 wieder Umbenennung in Lübsche Straße (vom Kreisver-kehr bis Rostocker Straße) und der Bereich vom Ortseingang West bis in die Stadt werden in Karl-Marx-Straße benannt.

1953
• Der Volksaufstand des 17. Juni in der DDR führte auch in der Wismarer Werft zu Unruhen und Verhaftungen.

1954 -1959
• Der Hanseatenring Wismar war von 1954 bis 1959 eine temporäre Rennstrecke auf der heutigen Bürgermeister-Haupt-Straße in Wismar . Die Streckenlänge Betrug 2953 km.
Auf der Rennstrecke fanden nationale Auto- und Motorradrennen mit und ohne Beiwagen statt. Klassen waren Formel 3 bei Rennwagen, A, B, C bei Motorrädern, sowie verschiedene Hubraumklassen der Beiwagenmotorräder.
Die Rennstrecke betrug von 1954 bis 1955 1,850 Kilometer. 1956 bis 1959 wurde sie auf 2,953 Kilometer vergrößert. Das letzte Rennen fand am 9.8.1959 nach einem Unglücksfall mit Toten und Verletzten statt.

1955
• Die russische Kommandantur zieht aus dem ehemaligen Lyzeum am Turnplatz aus und hier wird die Schule der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft eingerichtet.

1959
• Städtepartnerschaftliche Kontakte zur finnischen Stadt Kemi.

1960
• Sprengung der durch den Krieg beschädigten St.-Marien-Kirche mit Ausnahme des Turmes am 6. August.

1961
• Sechs junge Ruderer der Sportgemeinschaft Schifffahrt/Hafen sind beim Training auf der Wismar-Bucht Ostern am 2. April wegen eines aufkommenden Sturmes gekentert und ertrunken.

1962
• Der 1945 aus Stettin hierher geschleppte Rumpf eines Betonschiffs wird in die Re-dentiner Bucht als Wellenbrecher verankert. Vorher war es in der Werft als Material-lager eingesetzt.

1963
• Fertigstellung des Wiederaufbaus vom Archidiakonat.

1966
• Einweihung des Hauses der Begegnung im Stadtteil Wendorf

1967
• Tier-Gehege im Lindengarten (Vorläufer des Wismarer Heimattierparks) wird auf 0,5 ha angelegt und eröffnet.
• Am 5. Mai 1967 wird das neue Wasserwerk Friedrichshof eingeweiht. Wasserturm und Wasserwerk Flöter Weg werden stillgelegt.

1969
• Der „Mini-Zoo“, Vorläufer des heutigen Tierparkes wurde im Köppernitztal eröffnet.
• Baubeginn für das Wohngebiet Friedenshof I (bis 1972), ab 1975 Baubeginn für Friedenshof II und ab 1982 für Friedenshof III.


1973
• Im Frühjahr verlässt die NVA (Grenztruppeneinheit) das Kasernengelände an der Philipp-Müllerstraße und bezieht die Kaserne Goldberg. Das Ministerium für Hochschulwesen übernimmt laut Vereinbarung die Kosten. Die Wehrmachtska-sernen werden der Hochschule zur Nutzung übergeben. Nach dem Verlassen der Kasernen 1945 durch die Wehrmacht, zogen hier zunächst Umsiedler ein.

1976
• Eröffnung der Schwimmhalle an der Bürgermeister-Haupt-Straße.

1979
• Festwoche zur 750-Jahr-Feier Wismar vom 30. Juni bis 7. Juli 1979 (29. Juni Festsit-zung der Stadtverordnetenversammlung in Sporthalle, 7. Juli Festumzug).

1979
• Heimattierpark (hervorgegangen aus dem Lindengartengehege, heute 13 ha) wird im Köppernitztal eröffnet.

1982
• Schlüsselübergabe des Feierabend- und Pflegeheimes am Friedenshof mit insgesamt 448 Plätzen.

1983
• Hochschule Wismar erhielt am 13. Mai den Titel „Technische Hochschule“.

1986
• Aufstellung des „Schwedentisches“, der gesichert im Gelände der Wismarer Stadt-wirtschaft lagerte, im Tierpark aufgestellt.

1987
• Die Wismarer Stadtverordnetenversammlung beschließt, eine Städtepartnerschaft mit der Hansestadt Lübeck einzugehen, die am 28. Oktober 1987 in Wismar unterzeich-net wird.

1988
• Im Frühjahr Transport der Fritz-Reuter-Büste vom Lindengarten und Aufstellung vor der Fritz-Reuter-Schule.
• Das Reuterhaus am Markt wird wegen „Baufälligkeit“ komplett abgerissen und so-fort 1989 ohne Fassadenerker als Neubau wieder hochgebaut. Die Plastik an der Giebelseite zeigt den Verleger Hinstorff mit seinem Dichter Fritz Reuter. Die Plastik erschuf der Bildhauer Rainer Kessel aus Neu Nantrow im Landkreis Nordwestmeck-lenburg.

1989
• Am 6. Dezember 1989 nimmt der „Runde Tisch“ seine Arbeit auf, um die politische Wende in Wismar zu vollziehen.

1990
• Der Wiederaufbau der St.-Georgen-Kirche beginnt.
• Am 18. Januar 1990 beschließt der Rat der Stadt Wismar, den Zusatz „Hansestadt“ zum Stadtnamen hinzuzufügen.
• Dr. Rosemarie Wilcken wird zur Bürgermeisterin gewählt.
• Seehafen Wismar wird eine GmbH und gehört ab 17. Juni 1991 nach 44 Jahren zu 75 Prozent der Hansestadt Wismar und zu 25 Prozent dem Land Mecklenburg-Vorpommern (wird später auf 90 zu 10 Prozent umgewandelt).

1991
• Die Karstadt AG erhält ihr Wismarer Stammhaus zurück.
• Wismar unterhält partnerschaftliche Kontakte nach Norwegen (Halden) und Schwe-den (Kalmar).

1992
• Übernahme der Trinkwasserversorgung durch die Stadtwerke Wismar.

1993
• Am 30. Juni ziehen die Soldaten der russischen Garnison nach 48 Jahren aus Wismar ab.
• Am 29. April besucht das schwedische Königspaar Wismar.
• Umstellung der Wismarer Gasversorgung auf Erdgas
• Eröffnung des Hotels „Stadt Hamburg“ am 3. Juli.
• Einweihung des Burgwallcenters im November 1993.
• Einweihung der neu erbauten Seebrücke im Seebad Wendorf.

1994
• Baubeginn der „Kompaktwerft 2000“ mit Europas größtem überdachtem Baudock. Die Halle ist 72 m hoch, 155 m breit und über 395 m lang.
• Die Molkerei Rücker GmbH aus Aurich in Friesland übernimmt die Wismarer Molke-rei und baut den Standort als Ostsee-Molkerei aus.

1995
• Erneuerung der Schweinsbrücke. Vier kleine Schweine aus Metall, die der Bildhauer Christian Wetzel schuf, werden auf die Geländerpfosten aufgesetzt.
1996
• Taufe eines Airbusses A 321-100 in Frankfurt am Main auf den Namen „Wismar“ am 24. Juni 1996 mit Bürgermeisterin Dr. Rosemarie Wilcken.
• Hochwasser im Hafen mit 1,83 Meter über Normal am 1. November.

1997
• Beginn der Ansiedlung bedeutender Holz verarbeitender Großbetriebe auf dem Haf-feld bis zum Jahr 2000 (EGGER, KNT, Hüttemann, Jackon).
• Die gerade 24-jährige Andrea Niemann eröffnet am 4. Juli nach zweijährige Bau- und Planungszeit das Hotel New Orleans am Alten Hafen.

1998
• Am 10. September 1998 wird mit 94 Stiftern die erste Bürgerstiftung in den neuen Bundesländern gegründet.
• Wasserwerk Friedrichshof der Stadtwerke am 5. Juni fertig saniert.
• Am 27. September 1998 wird das Blockheizkraftwerkes Friedenshof
eingeweiht.
• Das Sägewerk Klausner der österreichischen Klausner-Gruppe nimmt seine Produkti-on auf. 2010 wird das Werk von der Ilim-Timber-Gruppe aus St. Petersburg über-nommen und firmiert seit dem unter Ilim-Nordic- Timber Wismar.

1999
• Das 1. Schwedenfest wird erstmalig genannt vom 19.8.- 22.1999 begangen. Zuvor gab es Altstadtfest, Weinfest und Erntefest auf dem Markt, bevor man eine „touristi-sche Marke“ für Wismar mit vielen Diskussionen entwickelte: Das Schwedenfest. Zum Schwedenfest gibt es auch das Schwedenmahl, dass seit 1993 zugunsten des Wiederaufbaus von St. Georgen mit Honoratioren aus Politik, Wirtschaft und Gesell-schaft der Stadt veranstaltet wird. Das Schwedenfest erinnert an die Loslösung der Hansestadt Wismar von Schweden und 100jährige Verpachtung an Mecklenburg, das am 19. August 1803 stattfand.

2000
• Gründung des Fördervereines „Poeler Kogge“ am 14. Februar 2000.
• Schwedenfest vom 18. bis 20. August 2000.
• 1. September das Unternehmen EGGER nimmt nach einjähriger Bauzeit (1. Septem-ber 1998) die Produktion auf.
• Einweihung des Erlebnisbades Wonnemar am 1. Dezember 2000.

2001
• Am 14. Mai 2001 erhielt der Rudolph-Karstadt-Platz an der Kreuzung Lübsche Stra-ße/Krämer Straße seinen Namen.
• Gründung der „Städtischen Stromversorgungs GmbH“ der Stadtwerke.
• Die Fischer erhielten als Ersatz für verloren gegangene Schuppen auf der Fischerkup-pel am 10. Juli 2001 neue Fischerhütten mit Spitzdach.
• Das norwegische Chemiewerk Jackon beginnt mit der Produktion.
• Auf dem Gelände des Alten Holzhafens in Wismar wird der Grundstein für das Technologie- und Forschungszentrum (TFZ) gelegt. Den einzigartigen Gebäuden gab der französische Stararchitekt Jean Nouvel ihren unverwechselbaren Charakter.
• Im Technologiepark Wismar bezieht die EnviteC-Wismar GmbH ein neu
errichtetes Gebäude.
• Das Technische Hilfswerk Wismar (THW) hat auf dem ehemaligen Gelände der Zu-ckerfabrik am Philosophenweg einen neuen Standort.

2002
• 27. Juni 2002: Aufnahme der Altstädte Wismars und Stralsunds in die Welterbeliste der UNESCO.
• Der Wismarer Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) wird am 11. April 2002 übergeben.
• Einweihung des Alten- und Pflegeheimes „Schwarzes Kloster“ der Diakonie.
• 1. Landesgartenschau in Wismar.
• 1. Internationales Straßentheaterfest „boulevART“ in der Wismarer Altstadt. Eine Gemeinschaftsveranstaltung der Lebenshilfe gGmbH Kunst und Kultur und der Hansestadt Wismar.
• Am 26. April wurde auf dem Schwedentisch von 1907 im Tierpark die Sonnenuhr nach 80 Jahren wieder in Betrieb genommen.

2003
• In der Stadt werden im Juni große Schwedenköpfe aufgestellt und auf den Dalben in der Hafeneinfahrt sind Ende Juli wieder die Schwedenköpfe montiert. Schnell ent-wickeln sich die Schwedenköpfe zu beliebten Souvenirs.
• 100-Jahr-Feier zur endgültigen Loslösung Wismars von Schweden mit einem großen Schwedenfest. Die Hansestadt Wismar feiert mit den Festtagen vom 15.8.-19. Au-gust 2003 die 100 Jahrfeier der endgültigen Rückkehr Wismar nach Mecklenburg. Dazu gibt es am 19. August 2003 im historischen Bürgerschaftssaal einen Staatsemp-fang.
• Birgit Hesse (spätere Landrätin des Landkreises Nordwestmecklenburg und Kultus-ministerin von MV) wird im Juni Revierleiterin der Wismarer Polizei.
• Einweihung des Technologie- und Forschungszentrums Wismar am Alten Hafen.

2004
• Taufe und Zu-Wasser-Lassen der Poeler Kogge am 29. Mai 2004.
• Wismar begeht im August das 775-jährige Stadtjubiläum.
• Die Wismarer Stadtwerke übernehmen die Stromversorgung.
• Nach sorgfältiger Restaurierung und Sanierung wird das „Gewölbe“ am Alten Hafen mit drei Ferienwohnungen eröffnet. Bis 1823 war es städtisches Eigentum, und ehe 1864 Joachim Wesenberg in diesem geschichtsträchtigen Haus seine Fischräucherei einrichtete, gab es hier eine Schlachterei und kurzzeitig einen Krämerladen, der vom Poeler Kohlkopf bis zum „Spickaal“ alles verkaufte. Nach der 1972 erfolgten Ver-staatlichung der „Fischräucherei Wesenberg“ wurde im „Gewölbe“ weiter mit Fisch gehandelt.
• Löwen-Apotheke stellt zum 31. Dezember 2004 ihre Geschäftstätigkeit ein. Letzte Inhaberin, Apothekerin Lisa Poppe aus Bad Kleinen. Wurde 1659 gegründet.

2005
• Das Städtische Krankenhaus wird an die Damp Holding AG verkauft.
• Im Oktober wird das ehemalige Studentenhochhaus (erbaut im Paketdeckenhubver-fahren)in der Richard-Wagner-Straße abgerissen.

2006
• Die Karstadt AG feiert in Wismar das 125-jährige Jubiläum des Karstadt-Stammhauses und veranstaltet einen internationalen Warenhauskongress.
• Im Februar werden die Straßenzüge Puschkinstraße und Heinrich-Mann-Straße im sogenannten Molkereiviertel zugunsten der Molkerei abgerissen. Eine neue Straße am Lehensruher Weg wird „Henrich-Mann-Straße“. Lediglich die Heinrich-Heine-Straße bleibt erhalten.
• Die Musikschule zieht von der Neustadt in das ehemalige Lyzeum am Turnplatz.
• Mit Festumzug und Stadtfest werden 777 Jahre Wismar gefeiert.
• Im August Eröffnung des Multimediaport des Technologie- und Forschungszentrum Wismar am Alten Hafen, der insbesondere Platz für Gründer und Unternehmen aus dem Bereich Multimediatechnik bietet.
• Median Klinik in Wendorf wird am 7. Oktober 1996 eröffnet.

2007
• Die Sanierung des Bereiches Alter Hafen und aller Kaianlagen ist abgeschlossen.
• Wismar ist Gastgeber für Teilnehmer des in Heiligendamm stattfindenden G8- Gip-fels.
• Wismar TV geht am 9. März erstmalig auf Sendung.

2008
• Die Hochschule begeht ihr 100-jähriges Jubiläum.
• Einweihung der neuen Sportanlage des Polizeisportvereins Wismar.
• Anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der Wismarer Bürgerstiftung besucht Bundes-präsident Horst Köhler Wismar.

2009
• 750 Jahre Hansebündnis mit Lübeck und Rostock wird am 6. September mit einem Hansefest begangen.
• Das Theater feiert „60 Jahre Theater Wismar am neuen Standort“.
• Im April wird die Wismarer Feuerwehr 150 Jahre alt.
• Die Wismarer Werft gerät in die Krise. Aus Wadan Yards wird Nordic Yards.
• Das Hotel New Orleans am Alten Hafen erhält einen Erweiterungsbau zur Erhöhung der Hotel Kapazitäten.

2010
• Die St.-Georgen-Kirche wird mit einem Festakt am 8. Mai wieder der Öffentlichkeit übergeben. 40 Millionen Euro wurden seit 1990 in das „Wunder von Wismar“ ver-baut.
• Dr. Rosemarie Wilcken beendet ihre nunmehr 20-jährige Amtszeit und übernimmt den Vorsitz der Deutschen Stiftung Denkmalschutz in Bonn (bis 2014).
• Bei der Bürgermeisterwahl am 25. April konnte sich Senator Thomas Beyer (SPD) gegen fünf Mitbewerber im 1. Wahlgang mit 63,1 Prozent der abgegebenen Stimmen durchsetzen. Am 20. Juli 2010 tritt er als neuer Bürgermeister sein Amt an.
• Das Sägewerk Klausner wird an die russische Ilim-Timber-Gruppe aus St. Petersburg verkauft und firmiert unter Ilim-Nordic-Timber- Gruppe.

2011
• Der Wismarer Hafen wird am 4. Januar 800 Jahre alt und begeht das ganze Jahr sei-nen Geburtstag. Am 4. Januar 1211 bestätigt Kaiser Otto in Capua eine Urkunde vom 21. Mai 1209 mit der Erwähnung des Wismarer Hafens.
• Am 4. September 2011 wird Wismar im Zuge der Kreisgebietsreform Kreisstadt.

2012
• Ein neues städtisches Pflegezentrum mit Alten- und Pflegeheim und einem abgeson-derten Bereich zum betreuten Wohnen wird im März 2012 an der Lübschen Burg im ehemaligen Kasernengelände eröffnet.
• Wismar eröffnet mit einer Festveranstaltung in St. Georgen am 28. April 2012 das Jubiläumsjahr „10 Jahre Welterbe“.
• Mit einer Festansprache am 2. Oktober 2012 in der Festsitzung der Wismarer Bürger-schaft würdigt Lübecks Bürgermeister die 25-jährige Städtepartnerschaft beider Hansestädte, die am 28. Oktober 1987 besiegelt wurde.
• Das Technische Landesmuseum eröffnet am 1. Dezember 2012 unter dem Namen „phanTECHNIKUM“.

2013
• Im Mai beginnen die Umbauarbeiten des Theaters. Für 5,5 Millionen Euro veran-schlagt, wird es Ende 2014 wiedereröffnet.
• Das Gebäude der Polizei, das im Jahr 1848 als Militärlazarett gebaut wurde, wird seit Juli umfangreich saniert und soll 2016 fertig sein. Der Anbau an der Dr.-Leber-Straße aus den dreißiger Jahren wurde komplett abgerissen.
• Nach der Bundestagswahl 2013 am 22. September ziehen Karin Strenz (CDU) und Frank Junge (SPD) in den Bundestag ein.
• Im November werden auf der Nordic Yards Werft zwei eisbrechende Rettungsschif-fe auf Kiel gelegt.
• Im Dezember wird bekannt, dass die Landrätin von Nordwestmecklenburg, Birgit Hesse, am 14. Januar 2014 in Schwerin zur neuen Ministerin für Soziales und Arbeit ernannt werden soll.
• Am 16. April wird das Haus Hinter dem Rathaus 3, „Zum Weinberg“, nach zweijäh-riger Restaurierung mit einem Aufwand von 3,6 Millionen Euro an die Hansestadt übergeben.
• Am 9. Mai werden der Fahrstuhl und die Aussichtsplattform in St. Georgenüberge-ben. Kosten 2,1 Millionen Euro.
• Der Präsident des Europäischen Parlaments, Martin Schulz, besucht am 3. Mai Wis-mar und trägt sich in das Goldene Buch ein.
• Das ehemalige Haus der Wismarer Kaufmanns-Compagnie, Lübsche Straße 23, wird am 1. Juni als Wismarer Welt-Erbe-Haus übergeben. Die Tourist-Information zieht im Herbst 2014 ebenfalls in das Gebäude ein.
• Am 15. Juni wird Kerstin Weiss zur Landrätin von Nordwestmecklenburg gewählt.
• Im Juli und August werden die verbliebenen Gebäude des ehemaligen Wismarer Gas- und Elektrizitätswerkes, jetzt HEVAG-Gelände, abgerissen, um einer Neubebauung Platz zu machen.
• Am 1. September wird im ehemaligen Schützenhaus die Kindereinrichtung „Hansea-tenhaus“ offiziell eröffnet.
• Im September ist Baubeginn für das neue Wohngebiet „Am Gutspark“ in Wendorf.
• Das Theater wird am 3. Dezember mit Tschaikowskis 5. Sinfonie, gespielt von der Norddeutschen Philharmonie Rostock, festlich eröffnet. Die Gesamtinvestition be-trägt 5,44 Millionen Euro.

2015
• Ende einer Ära. Die „Danzlüd ut Wismer“ verabschieden sich am 31. Januar mit zwei Vorstellungen im Wismarer Theater. Das Folkloreensemble trat in den 64 Jahren ihres Bestehens in 20 Ländern vor rund 3 Millionen Menschen auf und richtete viele Jahre das internationale Folklorefestival „CIOFF“ in der Hansestadt Wismar aus.
• Der Wismarer Maler und Grafiker Rolf Möller ist am 6. Januar 2015 verstorben.
• Die Bürgerschaft beschließt am 26. März, dass Frau Dr. Rosemarie Wilcken, die Eh-renbürgerschaft angetragen wird.
• Das „Säulenhaus“ in der Altwismarstraße erhält am 3. April 2015 seine ursprüngliche Fassade mit den markanten Säulen. Im Haus eröffnete am 1. November 2014 das Restaurant „Krohn´s – Essen & Trinken“.
• Am Sana Hanse-Klinikum findet am 21. Mai 2015 der erste Spatenstich zum Neubau der Notaufnahme mit einem Kostenvolumen von 17 Millionen Euro statt.
• Die Wismarer Bürgerschaft beschließt am 28. Mai 2015 den freigelegten Keller der Alten Schule am St. Marienkirchplatz mit einer gläsernen Abdeckung zu versehen.
• Der FC Anker Wismar steigt am 6. Juni in die Oberliga auf und erhält den Landes-meisterpokal
• Mit der „MS Voyager“ wird am 6. Juni die Kreuzfahrtsaison in Wismar eröffnet.
• Am Neubau des Kinderhauses „Koch´sche Stiftung“ in der Mecklenburger Straße wird am 6. Juni Richtfest gefeiert.
• Der Wismarer Seehafen erhält am 8. Juni 2015 23,5 Mio Euro Fördermittel vom Land Mecklenburg-Vorpommern und wird damit 35,6 Mio Euro zum Ausbau des Hafens bis 2018 für den 41 500 qm großen Erweiterungsbau investieren.
• Die 1993 errichtete 350 Meter lange Wendorfer Seebrücke wird nach 13 Monatiger Sperre und Reparaturzeit am 11. Juni 2015 übergeben. Sie war am 9. Mai 2014 aus Sicherheitsgründen gesperrt worden.
• Matthias Diederich (CDU) wird am 18. Juni 2015 als stellvertretender Landrat von Nordwestmecklenburg gewählt.
• Uwe Gutzmann, Vorsitzender der Volks- und Raiffeisenbank Wismar, wird am 19. Juni 2015 feierlich in St. Georgen zum 30. Juni 2015 in den Ruhestand verabschie-det. Nachfolger ist zum 1. Juli 2015 Jan-Arne Hoffmann.
• Das Stadthaus am Markt ist nach 18-monatiger Sanierung am 27. Juli 2015 für die Bereiche Bürgerbüro, Finanzverwaltung und Wohnungswesen der Hansestadt Wis-mar fertiggestellt. Die Baukosten beliefen sich auf 4,27 Millionen Euro.
• Am 7. Juli 2015 findet die Grundsteinlegung für den Erweiterungsbau des Landrats-amtes in der Rostocker Straße statt.
• Am 16. Juli 2015 wird Detlef Schmidt zum Vorsitzenden des Kuratoriums der Bür-gerstiftung der Hansestadt Wismar gewählt.
• Erhard Bräunig (16.11.1945 -7.8.2015), Landrat a.D. von Nordwestmecklenburg, verstirbt am 7. August 2015 infolge eines Verkehrsunfalles im Alter von 69 Jahren.
• Grundsteinlegung für das „Lotsenhus“ mit Ferienwohnungen und Gewerbeeinheiten am Alten Hafen am 30.10.2015. Mit dem 2014 entstandenem „Schifferhus“ wird die Bebauung an der Hafenkante abgeschlossen.
• Dr. Rosemarie Wilcken, Bürgermeisterin von 1990 – 2010, wird am 17. November 2015 Ehrenbürgerin von Wismar.
• Der Aufbauverein St. Georgen, der am 5. Dezember 1990 gegründet wurde, begeht am 5. Dezember 2015 mit einer Feierstunde in St. Georgen sein 25jähriges Vereinsju-biläum und überreicht Bürgermeister Thomas Beyer 25.000 € für St. Georgen.
• Am 10. Dezember 2015 ist Richtfest für den Erweiterungsbau des Landratsamtes in der Rostocker Straße.
• Am 18. Dezember 2015 ist der erste Bauabschnitt des Neubaus der Wismarer Polizei bezugsfertig. Ab sofort wird mit der Sanierung des 1848 erbauten ehemaligen Mili-tärkrankenhauses begonnen und soll Ende 2016 abgeschlossen sein.

2016
• Am 27. Januar 2016 nimmt das Unternehmen Egger Holzwerkstoffe Wismar GmbH & Co. KG im Gewerbegebiet Haffeld sein Produkt-Forum mit Konferenz- und Aus-stellungsräume in Betrieb. Es sind ausschließlich Holzmodule aus eigener Produktion verwendet worden. Baukosten 4 Millionen Euro.
• Die „Koch´sche Stiftung“ in der Mecklenburger Straße eröffnet am 29. Januar 2016 auf ihrem Gelände am Kinderhaus eine neu erbaute Kinderkrippe.
• Das 2005 gegründete Unternehmen German Pellets GmbH hat am 10. Februar 2016 Insolvenz angemeldet. Die German Pellets GmbH ist der weltweit größte Produzent und Händler von Holzpellets.
• Am 13. Februar berichtet die „Ostsee-Zeitung“ erstmalig über einen Verkauf der Nordic-Werften des Russen Witali Jussusof an die malaysische Genting-Gruppe. In Wismar wurde dazu Ende Januar die „Star Cruises Wismar Operations GmbH“ und die „Star Cruisis Property GmbH“ gegründet und sind im Handelsregister Bremen eingetragen.
• Am 2.März 2016 übernimmt die malaysische Genting-Gruppe die ehemaligen Nor-dic-Yards-Werften in Wismar, Rostock und Stralsund für 230 Millionen Euro. Hier sollen zukünftig Kreuzfahrtschiffe gebaut werden.
o Ostsee-Zeitung vom 2.3.2016 Sie sind verkauft: Die Werften in Rostock, Stralsund und Wismar haben einen neuen Besitzer. Die Genting Gruppe mit Sitz in Malaysia hat alle drei Standorte für insgesamt 230,6 Millionen Euro gekauft, um den Bau neuer Kreuzfahrtschiffe sicherzustellen.
„Das rasche Wachstum der Welt Kreuzfahrtindustrie, vor allem in China, hat bei unseren Buchungen zu Rekordwerten geführt“, sagt Tan Sri Lim Kok Thay von Genting Hong Kong. Um sicherzustellen, dass das Unternehmen in den nächsten zehn Jahren seine Flotte zeitnah und kostengünstig aufbauen kann, seien die bislang in Werften in MV gekauft worden.
Die drei Werften waren russischer Hand. In den jüngsten Tagen hatte sich der mögliche Verkauf bereits abgezeichnet. 2014 hatte der russische Unternehmer Witali Jussufow die frühere Volkswerft in Stralsund übernommen. Bereits 2009 besaß er die Unternehmen in Rostock und Wismar, die er nach der In-solvenz der Wadan-Werften für 40 Millionen Euro gekauft hatte. Damit ge-hörten ihm drei der vier größten Schiffbaubetriebe in Mecklenburg-Vorpommern. Insgesamt sind 1400 Mitarbeiter dort beschäftigt.
Die Genting Hong Kong Ltd bietet Kreuzfahrten unter ihren Marken Crystal Cruises, Dream Cruises und Star Cruises an. Die Reederei gehört zum malay-sischen Konglomerat Genting Bhd.
• Das Restaurant „Zum Weinberg“ wird durch Marco Pusceddu aus Schwerin für sein Restaurant „Steak & More“ an gepachtet. Der „Weinberg“ wurde am 16. April 2014 nach zweijähriger Restaurierung mit einem Aufwand von 3,6 Millionen Euro an die Hansestadt übergeben. Seitdem stand es leer.
• Am 16. März erhält die Hansestadt Wismar die Nachricht, dass die dringend benötig-te Vertiefung der Fahrrinne durch die Aufnahme in den Bundesverkehrsplan aufge-nommen worden ist. Die Fahrrinne wird auf 11,5 Meter Tiefe für 80 Millionen Euro erweitert.
• 4. April, Haus der Gesundheit am Schiffbauer Damm wird mit Sanitätshaus, Arzt-praxen und Physiotherapie übergeben. Investor ist das Wismarer Sanitätshaus Köhler.
• 13. April, der Wismarer Designer Andrej Subarew stirbt überraschend im Alter von 50 Jahren.
• 15. April, Grundsteinlegung für neues Haus am Seniorenheim Störtebekerstraße für betreutes Wohnen.
• 18. April, West Kai im Westhafen wird für 2,1 Millionen Euro saniert für die Sport-schifffahrt mit 16 Liegeplätzen übergeben.
• 27. April, Wirtschaftskreis „Mittwochsrunde zu Wismar“ begeht mit einer Festveran-staltung im Bürgerschaftssaal des Rathauses ihr 25-jähriges Jubiläum. Wirtschaftsmi-nister Harry Glawe hält Grußansprache und Prof. Dr. Rolf Eggert den Festvortrag.
• 10. Mai, Der Vorstandsvorsitzende des malaysischen Genting-Konzern mit Sitz in Hongkong, Tan Sri Lim Kok Thay, besucht die zum Konzern gehörende Wismarer Werft und unterschreibt Aufträge für vier Flusskreuzfahrschiffe, sechs Kreuzfahr-schiffe und eine 190 Meter Yacht mit einem Auftragsvolumen von 3,5 Milliarden Euro.. Die Schiffe sind bis zu 345 Meter lang und dazu wird die Wismarer Dockhalle für 60 Millionen Euro erweitert. Der Schiffbau wird in Mecklenburg erfolgen und die Ausrüstung in Bremerhaven. Bis 2010 sind 3.000 Mitarbeiterstellen geplant.
• Die Bürgerschaft Wismar beschließt am 26. 5.16 mehrheitlich die Bebauung des neu-en Wohnquartieres Wendorf in der Nähe des Strandes neben der Median Klinik.
• Das Kreuzfahrtschiff „The World“ ist am 2. Juni 2016 für zwei Tage im Wismarer Hafen. Es ist das derzeit größte Residenzschiff der Welt mit Eigentumskabinen, Sui-ten und Appartements. Insgesamt 280 Besatzungsmitglieder betreuen die bis zu 200 Eigentümer an Bord.
• Am 5. Juni 2016, um 11 Uhr“ wird das taktile Modell des „Gotischen Viertels“ am St. Marienkirchplatz durch Bürgermeister Thomas Beyer übergeben. Die Kosten von 10.000 € haben der Wismarer Rotary Club und die Bürgerstiftung der Hansestadt Wismar getragen.
• Am 8. Juni eröffnet der aus Sardinien stammende Marco Pusceddu das Restaurant „Zum Weinberg“ als „Steakhaus & More“.
• Das ehemalige „German-Pellets-Werk“ wird am 20. Juni 2016 von dem Finanzinves-tor Metropolitan Equity Partners (MEP, Wismarer GF Thomas Kresser u. Michael Heßling) als „Wismar-Pellets“ übernommen. Von ehemals 150 Mitarbeitern, arbeiten nur noch 56 weiter.
Der ehemalige Geschäftsführer Peter Leibold will 20 Mitarbeiter in eine neue von ihm gegründete Firma übernehmen.
• Der Europaabgeordnete Udo Voigt (NPD) eröffnet am 11. Juni in Wismar, Am Schilde 3, ein Bürgerbüro der NPD.
• Die Wismarer EGGER Werke künden in einer Pressemitteilung vom 9. Juni an, dass sie ihr Unternehmen mit Werk II (ehemalig Windanlagenbauer Kenersys), das im November eröffnet werden soll, erweitern. 15 Millionen Investitionen werden inves-tiert und etwa 20 Arbeitsplätze entstehen neu.
• Am 21. Juni 2016 begeht Anne Werth, geb. Wulf mit dem Hotel & Restaurant „Wismar“ in der Breiten Straße ihr zehnjähriges Betriebsjubiläum.
• Am 25. Juni findet in der Altstadt von Wismar und in St. Georgen mit den Festspie-len MV, mit Josepha Haydns „Die Schöpfung“ das Wismarer Musikfest in Erinne-rung an das erste Musikfest vom 12. September 1816 statt. Bürgermeister Carl von Breitenstern (Geb. 25. 6. 1777 – Gest. 14. 2.1825) war der Initiator des 1. Mecklen-burgischen Musikfestes am 12.9.1816.
• Die neu restaurierten und sanierten zwei Wappen am Stadthaus sind am 27. Juni 2016 fertig gestellt. Die Finanzierung mit 5.000 tausend Euro erfolgte ausschließlich durch Bürger der Hansestadt. Eine Spendertafel mit allen Namen ist am „Tag des of-fenen Denkmals“ am 11. September 2016 angebracht.
• 1. Juli 2016, Richtfest am „Lotsenhus“ am Alten Hafen. Bis Frühjahr 2017 sollen die 16 Ferienwohnungen und fünf Gewerbeeinheiten fertig sein.
• Die Genting Werften in Mecklenburg-Vorpommern werden am 7. Juli 2016 in „MV-Werften“ mit Sitz in Wismar umbenannt. Geschäftsführer ist der Finne Jarmo Laakso.
• Mit der Aufführung „Faust I“ startet am 7. Juli in St. Georgen eine neue Aufführung der im Herbst 2015 neu gegründeten Festspiele Wismar mit den „Wismarer Klassik-tagen“. Faust und Jedermann werden 2016 auf dem Spielplan des Vereines in St. Georgen stehen.
• Das ehemalige Krankenhaus am Dahlberg von 1909 ist am 7. Juli zum 8. Juli durch einen Brand schwer zerstört worden. Hier soll demnächst eine Seniorenresidenz ent-stehen.
• Die Hansestadt Wismar erhält am 13. Juli 2016 vom Bundesbauministerium die Zu-sage über 1 Million Euro Förderung für das Gotische Viertel und das „Forum St. Ma-rien“.
• Der Seehafen Wismar erhält am 26. Juli von Landesbauminister Christian Pegel einen Förderbescheid über 22 Millionen Euro zum Ausbau des Hafens für eine 300 Meter lange Pier, sowie 42.000 Quadratmeter neuer Umschlagfläche. Die Zusage der För-derung der Eisenbahnunterführung Poelerstraße ist auch da.
• Das 11. Internationale Straßentheaterfestival „boulevART“ findet vom 29.-31. Juli am Alten Hafen und in der Innenstadt mit 150 Darstellern statt, darunter nahezu 50 Prozent Behinderte. Eine Gemeinschaftsveranstaltung der Lebenshilfe gGmbH Kunst und Kultur und der Hansestadt Wismar.
• Der malaysische Botschafter Dató Zulkifli besucht am 8. August 2016 Wismar und die MV Werft Wismar des malaysischen Genting Konzern.
• Die Brücke zwischen Scheuerstraße und Bohrstraße, die Waagebrücke“ wird am 9. August 2016 nach 12 monatiger Bauzeit dem Verkehr übergeben. Notwendig war eine neue Pfahlgründung mit Stahlkernen.
• Die Aero-Coating GmbH Wismar erweitert ihre Produktion und will die Zahl der Arbeitsplätze bis zum Jahresende fast verdoppeln. Am 18. August 2016 nahm das Unternehmen, das Metall- und Kunststoffbauteile unter anderem für die Luft- und Raumfahrtindustrie beschichtet, eine neue Fertigungshalle in Betrieb, teilte das Wirt-schaftsministerium mit. Dort sind bereits rund 30 neue Arbeitsplätze entstanden, so dass künftig 68 Mitarbeiter bei Aero-Coating tätig sind.Die Firma war vor 20 Jahren mit sieben Mitarbeitern gestartet. In die neuen Kapazitäten seien rund 8,4 Millionen Euro investiert worden, rund zwei Millionen vom Land.
• Am 4. September 2016 ist Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern. In den Landtag ziehen SPD mit 30,5 %, AfD mit 20,8 %, CDU mit 19,0 % und Linke mit 13,2 % ein. In Wismar haben SPD 38,2 %, AfD 21,3 %, CDU 13,3 % und Linke 12,1 % erreicht. Der Direktkandidat der SPD, Bürgerschaftspräsident Tilo Gundlack, erreichte mit 40,6 % das drittbeste Ergebnis seiner Partei. Die SPD war in Wismar mit ihrem Ergebnis Sieger der SPD in MV. Die Wahlbeteiligung lag in MV bei 61,6 % und in Wismar bei 59,4 %.
• Den Kulturpreis 2014/15 des Landkreises Nordwestmecklenburg erhielt am 14. Sep-tember 2016 Kirchenmusikdirektor Eberhard Kienast, Kantor der Kantorei Wismar.
• Der malaysische Premierminister Najib Razak besucht am 28. September Wismar und die Genting Werft-MV Werft.
• Mit einem Festwochenende vom 29.9.- 2.10.2016 begeht die Große Stadtschule-Geschwister Scholl ihr 475jähriges Jubiläum.
• Die neue Zentrale Notaufnahme des Sana Hanse-Klinikum ist am 1. November 2016 nach 15 Monate Bauzeit und einem Investitionsvolumen von 4,3 Mio. Euro offiziell übergeben worden.
• Die Wismarer Wirtschaftsgemeinschaft (WWG e.V.) begeht am 10. November ihr 25jähriges Bestehen im Zeughaus.
• Das neue Wonnemar Resort Hotel eröffnet wird am 11. November eingeweiht und eröffnet am 18. November seinen Hotelbetrieb. Es hat 90 Zimmer und die Investiti-onssumme beträgt 12,8 Mio. Euro.
• Mit einem „Tag der offenen Tür“ wird am 6. Dezember 2016 der Neubau der Fa. Kei Data übergeben. Die Wismarer Arbeitsagentur ist hier Mieter und es entstehen zwei großzügige Ferienwohnungen. Entstanden ist der Bau aus dem 1962 erbauten Spei-cher der Hanse-Saaten Rostock GmbH, der abgerissen wurde und in ähnlicher Kuba-tur wiederaufgebaut wurde. Bauherr ist das Wismarer Unternehmen HW-Leasing. Die Kosten betrugen 7 Millionen Euro.

2017
• Erstes Hochwasser im neuen Jahr am 4. und 5. Januar mit einer Höhe von 1,80 Meter über Normal. Teile des Alten Hafens und der anliegenden Straße bis Breite Straße, waren überschwemmt.
• Erstmalig in der Wismarer Geschichte wird ein Bürgerempfang am 7. Januar zum neuen Jahr in St. Georgen für alle Wismarer Bürgerdurchgeführt.
• Die zum malaysischen Genting-Konzern gehörenden MV Werften haben am 0. Januar in Wismar mit dem Bau von zwei Flusskreuzfahrtschiffen begonnen. Die „Crystal Debussy“ und die „Crystal Ravel“ seien die ersten, die von dem Werft-verbund komplett im Nordosten gebaut werden, teilte das Unternehmen mit. Zwei bereits im Bau befindliche Flusskreuzliner seien noch bei der Rönner-Gruppe in Bremen begonnen worden und erst später nach Wismar gekommen.
• Die Wismarer Freiwillige Feuerwehr „Altstadt“ erhält am Kagenmarkt am 13. Ja-nuar ein neues Einsatzgebäude. Am 1. April soll es im Rahmen eines Wohnge-bietsfestes eingeweiht werden.
• Der Parkplatz an der Rostocker Straße wird am 9. Februar für Mitarbeiter der Kreisverwaltung übergeben. Außerhalb der Dienstzeiten und am Wochenende ist der Parkplatz frei für alle und kostenlos.
• Peter Preuß, Chef der Wismarer Lokalredaktion, wird am 21. Februar 2017 mit einer Feier im Brauhaus am Lohberg in den Ruhestand verabschiedet. Er ist am 1. November 1989 bei der OZ angefangen und war genau 27 Jahre und vier Monate im Dienst bei der OZ. Am 1. März 2017 geht er in den Ruhestand. Nachfolgerin ist die Journalistin Kerstin Schröder aus Rostock.
• Am 8. März hat der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages unter tat-kräftiger Mithilfe von Frank Junge (MdB, SPD), einer Förderung für die Sanie-rung der Wismarer Sport- und Kongresshalle in Höhe von 2.7 Millionen Euro zu-gestimmt.
• Übergabe eines neuen Hauses für betreutes Wohnen an der Störtebekerstraße 4 am 29. März 2017.
• Am 27. April beschließt die Wismarer Bürgerschaft für das neue Wohngebiet im Seebad Wendorf folgende Straßennamen: Mümmelsmannbarg, Achter de Wismar, Utkiek und Tau´n Küstenwald.
• Die Vereinsvorsitzende der Niederdeutschen Bühne Wismar, Lisa Kuß, erhält am 3. Juni 2017 den Johannes-Gillhoff-Preis von der gleichnamigen Gesellschaft für die Förderung der niederdeutschen Sprache.
• Am 21. Juni wird die erste Stromtankstelle Wismars auf dem Parkplatz Dr.-Leber-Straße durch die Stadtwerke Wismar GmbH eröffnet.
• Am 14. Juli wird der acht Millionen teure Neu- Anbau der Kreisverwaltung in der Rostocker Straße übergeben.
• Am 1.September ist der Startschuss für die Kabinenfertigung der auf der MV Werft in Wismar gebauten Kreuzliner für die Genting-Group
• Am 1. September beginnt für 90 Azubis und 12 Studenten im dualen Studien-gang die Ausbildung bei den MV Werften.
• Mit einem Empfang begeht der Wismarer Regionalsender Wismar-TV sein10 Jäh-riges Jubiläum am 1. September.
• Der Bundestagsabgeordnete Frank Junge behält nach der Bundestagswahl am 24. September sein Abgeordnetenmandat.
• Am 29. September übergeben die Stadtwerke Wismar, die zweite Stromtankstelle auf dem öffentlichen Parkplatz an der Hochschule und des Theaters. Die erste Stromtankstelle ist am 21. Juni auf dem Parkplatz Dr.-Leber-Straße eingerichtet worden. Solche Einrichtungen sind nun mal Voraussetzungen zur weiteren E-Mobilität auf den Straßen.
• Der Förderverein St. Marien löst sich zum 11.Oktober auf.
• Der Unternehmer Torsten Wehr, Fa. Fliesen-Wehr, wird am 18. Oktober 2017 zum Präsidenten der TSG Wismar gewählt.

• Das am 20. Mai 2010 geschlossene Stadtgeschichtliche Museum im Schabbel-haus, wird am 22. Dezember 2017 mit einem Kostenaufwand von 12,54 Millio-nen Euro übergeben. Es wurde um das Haus Schweinsbrücke 6 (Edeka-Haus) erweitert.

• Der Förderverein „Alte Schule zu Wismar“ hat sich zum 31.12.2017 aufgelöst.

Steuern, Schulden und Eigenkapital (Bilanz 2017 und Aussicht 2018)

• Die Gewerbesteuersoll 2018 und 2019 jeweils 19 Millionen Euro in den Haushalt spülen. Das sind etwa vier Millionen Euro mehr als in diesem Jahr. Bei einem Haus-halt von rund 81 Millionen Euro ist die Gewerbesteuer die wichtigste Einnahmequel-le.
• Von 3341 Gewerbebetrieben (Stand Juni2017) müssen78 Betriebe (78 Prozent) keine Gewerbesteuer zahlen,55Betriebe (zwei Prozent) bis zu 500 Euro,332 Betriebe (zehn Prozent) bis zu 5000 Euro, 302 Betriebe (neun Prozent) bis zu 50.000 Euro und 49 Betriebe (ein Prozent) über 50.000 Euro.
• Die Grundsteuer B für Grundstücksbesitzer steigt im nächsten Jahr von 560 auf 570 Prozent, im Jahr 2019 auf 580 Prozent bringt rund sechs Millionen Euro in den Haushalt.
• Die Übernachtungssteuer wird kalkuliert mit 350.000 Euro, dieHundesteuer mit 165.000Euro, und die Vergnügungssteuer mit 500.000 Euro.
• Der Schuldenstand aus Krediten für Investitionen beträgt Ende 2017 rund 91,1Millionen Euro. Im Jahr 2013 waren es noch 101 Millionen. Die Pro-Kopf-Verschuldung liegt bei 2129 Euro pro Einwohner. Demgegenüber beträgt das Eigen-kapital der Stadt 216 Millionen Euro (Ende2017). Auf jeden Einwohner kommt ein Eigenkapital von 5044 Euro.

2018

• Im Sana Hanse-Klinikum wird ein neues Cafe mit reichhaltigen Speisen und Geträn-ken am 1. Februar 2018 eröffnet.
• Die Wismarer Werkstätten GmbHg beginnt in der Dr.-Leber-Straße am 19. Februar mit dem Bau einer neuen Kindestagesstätte fürc4,1 Millionen Euro. 84 Kinder wer-den dort eine Betreuung finden und 24 Kinder im Krippenbereich.
• Außenminister Sigmar Gabriel besucht am 6. März Wismar
• Die MV Werften legen am 6. März den Grundstein für ein neues Beherbergungshaus am Schiffmauerdamm.
• Bei den Wahlen zum Bürgermeister der Hansestadt Wismar am 15.April 2018 er-reicht mit 56,3, Prozent das beste Ergebnis und wird für weitere acht Jahr gewählt. Seine Mitbewerber Hans-Martin Helbig, gemeinsamer Kandidat von der FDP, CDU, Grüne und Für Wismar Fraktion erhält 30,1 Prozent. Horst Krumpen von Die Linken erreicht 7,9 Prozent und Angelo Tewes von der AfD erhält 5,8 Prozent. Die Wahlbe-teiligung betrug 45,3 Prozent der Wismarer Bevölkerung.
• Auf der Hafenhalbinsel am Alten Hafen wird am 7. Juni 2018 das erste Wismarer Parkhaus eröffnet. Ein Erweiterungsbau ist geplant. Es hat 211 Stellplätze mit einer Investition von 5,8 Millionen Euro. Baubeginn war Frühjahr 2017.
• Das Wismarer phanTechnikum erhält am 1. Juli mit Wolfgang Kühl einen ehrenamtli-chen Geschäftsführer. Dr. Hendrik Fanger, der die Geschäfte seit 1.12.12 führte wird die städtische Beteiligungsgesellschaft übernehmen.
• Am 5. Juli 2018 ist Michael Berkhahn erneut zum Senator und 1. Stellvertreter des Bürgermeisters in der Wismarer Bürgerschaft mit 25 Stimmen gewählt worden. Die Amtszeit beträgt 7,5 Jahre bis 2225.
• Thomas Beyer, Bürgermeister der Hansestadt Wismar, gewählt am 15. April 2018, erhält am 14. Juli 2018 die Ernennungsurkunde überreicht von Senator Michael Ber-khahn.
• Peter Fetten übernimmt zum 1. Mai das Amt des Präsidenten und des Geschäftsfüh-rers (CEO) von MV Werften. Seit der Gründung von MV WERFTEN vor zwei Jah-ren stand Jarmo Laakso (67) als Geschäftsführer an der Spitze des Unternehmens, lenkte und begleitete dessen dynamischen Wachstumsprozess. Nun verlässt er die Geschäftsleitung aus Altersgründen zum 31. Juli. Er bleibt der Werftengruppe aber weiterhin als Berater verbunden.
• Das 12. Straßentheater wird vom 27. Juli – 29. Juli in Wismar veranstaltet.
• Übergabe des Straßenprojektes „Schweriner -Tor-Kreuzes“ am 10. August. Die täg-lich von 17.000 tangierte Kreuzung wurde 2016 begonnen und hat in 28 Monaten Bauzeit 3,7 Millionen € gekostet
• Am 15. September begeht das Unternehmen EGGER auf dem Haffeld sein 20jähriges Jubiläum am Standort Wismar. Am 15. September 1998 war der erste Spa-tenstich. Heute beschäftigt EGGER 1.000 Mitarbeiter.
• Das Sägewerk Klausner der österreichischen Klausner-Gruppe nimmt 1998 seine Produktion auf. 2010 wird das Werk von der Ilim-Timber-Gruppe aus St. Petersburg übernommen und firmiert seit dem unter Ilim-Nordic- Timber Wismar. 2018 begeht das Sägewerk sein 20jähriges Jubiläum.

Altstadtstraßen

ABC-Straße
Sie fand erste urkundliche Erwähnung um 1279 als „Straße hinter den Minderbrüdern“ oder „achter den grauen monken“, nach dem dahinter liegenden Grauen Kloster Heilig Kreuz der Franziskaner.
Nach der Reformation errichtete die Stadt hier Mietshäuser, deren Einnahmen für die im alten Kloster errichtete Stadtschule verwendet wurden. Die Häuser wurden mit den Buch-staben von A bis M gekennzeichnet und schnell entstand der Name ABC-Straße.

Altböterstraße
Sie wird zuerst um 1342 als „Judenstraße“ bezeichnet, da Juden in Wismar unter dem be-sonderen Schutz der Landesherren standen, der jedoch nach der Pest von 1350 verloren ging. Nach der Vertreibung der Juden siedelten sich dann in dieser Straße die „Altböter“ an, sie reparierten alte Schuhe oder auch „olle Botten“. Die erste Straßenbezeichnung nach ihnen ist um 1470 vorzufinden.

Altwismarstraße
Die Altwismarstraße wird schon um 1250 in der lateinischen Bezeichnung Stadtbuch als „antique wismarie“ genannt. Seit dieser Zeit ist der Name, wie 1490 beschrieben, „Olde-Wismarstrate“, geläufig, deren Name nach dem östlich der Stadt gelegenen ehemaligen „Alt-Wismar“ verweist.

Am Hafen
Diese Straße zwischen Wassertor und Breite Straße ist verwaltungsrechtlich jung, aber histo-risch gesehen so alt wie der Wismarer Hafen. Am 4. Januar 1211 bestätigte im italienischen Capua Kaiser Otto IV. eine Urkunde vom 23. Mai 1209, die er als König Otto in Goslar aus-stellte zur Bestätigung des Bistums Schwerin, die „den lieben Bürgern zu Schwerin eine beliebige Anzahl von kleineren Schiffen und zwei größeren Schiffen im Hafen von Wismar zu halten“ gestattet. Diese Urkunde geht aber auf eine Fälschung zurück, die durch eine fal-sche Abschrift einer Urkunde von 1167 entstanden ist.
Gelegentlich wurde die Straße, ähnlich wie auch in Rostock, „am Strande“ genannt.

Am Katersteig
Den nach dem Abriss der Stadtmauer neuen Verbindungsweg zwischen Mecklenburger Straße zur Dr.-Leber-Straße hin gab der Volksmund 1902 den Namen „Katersteig“. Der Name bildete sich aus einem früher überlieferten Namen „Katthagen“. „Katten“ nannte man Steinbrocken, die ähnlich wie die „Blieden“, als Munition in den Katapulten der nahe gele-genen Stadtmauer eingesetzt wurden.

Am Lohberg
Um 1437 erstmals in einer Urkunde als„supra Loberge“ erwähnt, ist eine Erklärung unklar. Ein Zusammenhang mit den Gerbernund der von ihnen verwendeten Lohe, wäre nicht rich-tig, da Gerber hier nicht nachzuweisen sind.

Am Markt
Der Wismarer Markt mit seinen 10.000 Quadratmetern ist schon zur Stadtgründung als sol-cher angelegt worden. Im ersten Stadtbuch 1255 wird er als „forum“ bezeichnet.
Hier befindet sich bis heute der politische und gesellschaftlicher Mittelpunkt Wismars.

Am Platz
Diese Straßenbezeichnung ist erst zum Ausgang des 19. Jahrhunderts zu finden. An dieser Stelle befand sich ein ziemlich „wüster“ Platz, der neben der Lagerung von Baumaterialien unter anderem auch zum Schuttabladen verwendet wurde.

Am Poeler Tor
Die Straßenbezeichnung entstand erst nach dem Abbruch des ehemals sehr repräsentativen Poeler Tores am 15. Januar 1870. Davor hieß sie „vor dem Poeler Tor“. Man findet diese Bezeichnung um 1250 schon recht früh als „ante portam Haroldi“, denn das Poeler Tor wur-de auch „Haraldstor“ genannt. Ab 1460 gibt es die Straßenbezeichnung „vor dem Poledore“. Diese galt bis zur Schweinsbrücke hin.

Am Schilde
Um 1359 ist die erste Bezeichnung als „Reynerus de schilde“ nachweisbar und
später „by deme schilde“, 1448 auch „up dem schilde“ sowie bis 1562 „auffm schilde“. Die Straßenbezeichnung soll auf die Ähnlichkeit mit einem mittelalterlichen Schild als Teil der Ritterrüstung zurückgehen.

Am Ziegenmarkt
Dieser Name im Wismarer Hafenviertel existiert erst seit etwa 1750. Davor sind erste Be-zeichnungen um 1290 als „apud pontem Radolfi“, was „bei der Radolfsbrücke“ heißt, und später um 1435 „bei der breiten Brücke“ oder auch „bey der Ankerschmiede“ bekannt.
Etwa in der Mitte des 18. Jahrhunderts tauchte erstmals der Name „Zehgenmarckt“ auf. Wahrscheinlich ist, dass hier für eine bestimmte Zeit mit Tieren, darunter Ziegen, gehandelt wurde, da der Marktplatz für solche Angebote nicht zugelassen war.

Bademutterstraße
Die erste Erwähnung dieser Straße findet man 1323 als die „Straße der Familie Kröpelin“. Ab 1365 ist der Name „bademomenstrate“ nachweisbar. Die Bademutter ist die frühere Be-zeichnung für die Hebamme.

Badstaven
Im Wachtregister von 1475 wird die Straße zunächst als „in de stavenstrate“ bezeichnet. Später wurde der Name auf Badstaven erweitert. Hier befand sich eine öffentliche Badestu-be, von der es 1475 vier in der Stadt gab.

Bahnhofstraße
Wismar erhielt am 12. Juli 1848 den Anschluss an das deutsche Eisenbahnnetz.
Nachdem die Häuserreihe bis zum ehemaligen Poeler Tor im Bereich der vormals hier verlau-fenen Stadtmauer fertig gebaut war, benannte man diese Straße 1881 Bahnhofstraße.

Bauhofstraße
In unmittelbarer Nähe der Stadtmauer lag auch diese Straße. Ihre erste Bezeichnung war „hinter der Mauer“. Der städtische Bauhof befand sich hier und ab 1475 ist die Bezeichnung „thegen den holthove“ gebräuchlich. Am 24. August 1876 erhielt die Straße ihren jetzigen Namen.

Baustraße
In der Baustraße wohnten schon im Gründungsjahrhundert viele Ackerbürger
oder „Bau(ers)leute“, daher der schon 1290 erwähnte Name „Baustraße“. Die Baustraße erhielt am 21. Januar 1946 den Namen „Rosa-Luxemburg-Straße“, was 1993 wieder rück-gängig gemacht wurde.

Bei der Klosterkirche
Urkundlich wurde diese Straße 1294 als „bei den Predigerbrüdern“ wegen der
unmittelbare Nachbarschaft zur 1297 fertiggestellten Kirche der Dominikaner, die hier das ein Kloster St. Peter und Paul errichteten, hatten.
Nach einigen anderen Benennungen setzte sich „Bei der Klosterkirche“ durch. Die alte Klos-terkirche ist in die heutige Gesamtschule „Johann Wolfgang von Goethe“ integriert.

Beguinenstraße
1424 taucht der Name der Beguinen, ein äußerst aktiver und bekannter Frauenorden, als Straßenname auf. Die Beguinen besaßen hier schon seit 1288 einen Convent. Die „Beginen“ waren Mitglieder einer Gemeinschaft geistlicher Laien, die ein frommes, ordensähnliches und enthaltsames Leben führten sowie dringend benötigte soziale Tätigkeiten ausübten.

Bergstraße
Die Bergstraße erhielt am 19. Dezember 1899 ihren Namen. Hierbei spielte die kleine Stei-gung als „Berg“ die namensgebende Rolle.

Bürgermeister-Haupt-Straße
1936 erhielt der Bernittenhöfer Weg zum einhundertsten Todestag des ehemaligen bedeu-tenden Bürgermeister Anton Haupt seinen Namen. 1976 wurde die inzwischen zweispurig, zeitweilig bis 1959 als Rennstrecke „Hanseatenring“ genutzte Straße, zusammen mit der Straße „Köppernitztal“ willkürlich in „Wilhelm-Pieck-Allee“ umbenannt. Nach der politi-schen Wende erfolgte durch einstimmigen Bürgerschaftsbeschluss die Rückbenennung bei-der Straßen in ihre traditionellen Namensgebungen

Bleicher Weg
Erhielt 1896 seinen Namen. Hier befand sich die „kleine Bleiche“ der Färber und Gerber Wismars

Bliedenstraße
1385 „platea bliden“ genannt und 1426 als „blidenstrate“ bezeichnet, deutet der Name auf die im Mittelalter als Verteidigungsmaschine gebaute Schleuder hin. Das ehemalige Blieden-haus, in dem diese mittelalterlichen Kriegsmaschinen aufbewahrt wurden, lag an der Ecke zur Dankwartstraße hin.

Blüffelstraße
Im Wachtregister von 1475 ist diese Straße zwischen Spiegelberg und St.-Nikolai-Kirchhof erstmals als „Blücherstraße“, nach Hermann von Blücher,einem Bewohner der Straße, er-wähnt. Die heutige Straßenbezeichnung „Blüffelstraße“ ist eine Verballhornung des Namens über Jahrhunderte, der sich dann, trotz Gegenwehr von Seiten der Stadt, noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts durchsetzte.

Böttcherstraße
Die 1260 erstmals erwähnte Straße ist nach den Böttchern benannt, die sich hier vornehmlich ansiedelten. Besonders für das in Wismar reichlich gebraute Bier, das um 1464 in 182 Haus-brauereien produziert wurde, stellten sie ihre Ware her. Schätzungsweise sechs Millionen Liter wurden jährlich in Wismar produziert, und einer Statistik aus dem 17. Jahrhundert kann man entnehmen, dass etwa 320 Liter Bier pro Person und Jahr in Wismar getrunken wurden.

Bohrstraße
1258 hieß sie einfach „große Straße, auf welcher man zur Grube herabsteigt“. Ab 1260 bür-gerte sich der Name „Straße gegenüber Bozen Haus“ ein. Hieraus entwickelte sich der heute gebräuchliche Name über 1327 als „Boostrate“ bis 1475 „Borstrate“ zum heutigen Namen, der auf die im 13. Jahrhundert dort wohnende Familie Bote zurückgeht.

Breite Straße
Die Breite Straße hat ihren Namen nach der für mittelalterliche Verhältnisse doch recht un-gewöhnlichen Straßenbreite bekommen.
1258 wird sie „salzene Grube“, wegen des dort verlaufenen Wasserarmes genannt, doch schon1400 erscheint die „brede strate“.

Büttelstraße
Sie ist nach den städtischen Bütteln, der mittelalterlichen Polizei benannt, die hier in der im 14. Jahrhundert genannten Frohnerei ihren Sitz hatte. Die Büttelstraße fand 1323 erste Er-wähnung, ab 1446 als „bodelstrate“.

Claus-Jesup-Straße
Um 1270 wird sie wegen des dort verlaufenen Wasserlaufes als „Vogtsgrube“ und ab 1400 als „Faule Grube“ bezeichnet. 1875 erhielt sie nach dem deutschen Kaiser den Namen Wil-helmstraße. Am 20. August 1954 wurde sie in Claus-Jesup-Straße umbenannt. Der Weber-meister Claus Jesup war der Anführer der Handwerkerunruhen im 15. Jahrhundert und soll an der Faulen Grube gewohnt haben.

Dahlberg
Der „Dahlberg“ erhielt am 22. Oktober 1908 seinen Namen, benannt nach dem schwedi-schen Festungsbauer Erik Dahlberg.

Dahlmannstraße
Am 1. Dezember 1881 bekam diese Straße nach dem am 13. Mai 1785 in Wismar geborenen Historiker und Politiker Friedrich Christoph Dahlmann ihren Namen. Dahlmann war Wort-führer der „Göttinger Sieben“.
Die erste deutsche Verfassung geht auf den Entwurf von Dahlmann zurück und zu Recht wird er als „Vater der deutschen Verfassung“ geehrt.

Dankwartstraße
1260 ist sie urkundlich in der lateinischen Form „platea danckmari“ belegt und wird in über zwanzig Schreibformen bis 1448 als „Danquarstrate“ oder auch 1558 „Danckmeisterstrate“ erwähnt. Namensgeber soll der Wismarer Schmied „Tangmar“ oder „Dangmar“ sein, der um 1260 im unteren Teil der Straße eine Schmiede hatte.
Am 21. Januar 1946 wurde die Straße in „Karl-Liebknecht-Straße“ umbenannt, was 1993 mit der alten Bezeichnung wieder rückgängig gemacht wurde.

Diebstraße
Sie ist erstmalig um 1429 als „platea furum“, woraus man durchaus „Dieb“ ableiten kann, erwähnt, hieß 1475 dann „devestrate“, um später daraus schnell die „Diebstraße“ zu machen. Die Deutung des Namens ist unklar. Angenommen wird, dass man hier Personen unter Kon-trolle hatte, die sich leichter Vergehen schuldig machten.

Dr.-Leber-Straße
Die Bebauung dieser Straße erfolgte im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts als Villenstraße unmittelbar vor der ehemaligen alten Stadtmauer, die hier abgerissen wurde. Am 22. No-vember 1887 erhielt sie den Namen Lindenstraße. Während der Zeit des Nationalsozialismus in Adolf-Hitler-Straße umbenannt, heißt sie seit 5. Februar 1946 Dr.-Leber-Straße nach dem im Januar 1945 ermordeten SPD Reichstagsabgeordneten Dr. Julius Leber.

Dr. Unruh Straße
1924 erhielt diese neue Straße am Städtischen Krankenhaus ihren Namen „Dr.-Unruh-Straße“ nach dem in Wismar beheimateten verdienstvollen Mediziner.

Fischerreihe
Diese Straße ist die Verlängerung der Breiten Straße, durch die im 14. Jahrhundert die „sal-zene Grube“ floss. So heißt diese Straße auch dann „Fischergrube“. Um 1820 bürgerte sich der Name Fischerreihe für diese kleine Straße ein.

Fischerstraße
Die Fischerstraße heißt um 1428 „platea piscatorum“ (Fischerstraße) und 1475 „fisscherstra-te“, aber auch „apud murum“ („inder Nähe der Stadtmauer“). Direkt an der Stadtmauer ge-legen, hatten hier schon früh Fischer ihre Wohnungen.

Frische Grube
Die Frische Grube ist der längste Abschnitt der aus drei Teilen (Mühlen-, Frische und Runde Grube) seit 1255 schon vorhandenen künstlich angelegten Stadtgrube. Die Frische Grube hatte „frisches Wasser“, was schon 1255 mit „recens fossa“ erwähnt wird. Sie lieferte das frische Süßwasser, das für die zahlreichen Brauhäuser wichtig war.

Gartenstraße
Die Gartenstraße wurde zwischen 1901 und 1910 mit Villen bebaut. Sie war eine kurze Ver-bindungsstraße zwischen Turmstraße und Lindenstraße. Am 25. August 1944 wurde sie der-art beschädigt, dass nur noch Ruinen übrig blieben. Heute nicht mehr existent.

Gerberhof
26. April 1907 Bezeichnet nach den hier ehemals vorhandenen Gerberhöfen.

Gerberstraße
Sie wird 1260 als „strata cerdorum“ und 1475 „gherverstrate“ sowie bis 1483 als „ger-werstrate“ erwähnt. Gerber betrieben hier ihr Gewerbe und hatten in dieser Straße auch ihr Zunfthaus. Dort wurden die Arbeiten gemeinschaftlich verrichtet.

Glatter Aal
Den „Glatten Aal“ gibt es auch in anderen Städten und die Herkunft ist unklar. Erste Er-wähnungen gibt es als „im gladen ale“ und „by dem gladen ale“ um 1454 für diesen schma-len und abschüssigen Durchgang. Vermutet wird, dass die Bezeichnung auf die Ähnlichkeit des „glitschigen“ längeren, abschüssigen Weges mit einem Aal durchaus zutreffend ist.

Goethestraße
Am 22. Oktober 1908 erhielt diese Straße den Namen „Fürstengarten“. Hier war ursprüng-lich Großherzogliches Gebiet. Nach 1945 erhielt sie den Namen Goethestraße.

Grothusenschanze
26. April 1907 bezeichnet nach der schwedischen Befestigungsanlage

Große Hohe Straße
1287 wird sie als „Straße am Haus von Heinrich Brakel gegenüber der Kirche des Heiligen Georg“ benannt und 1421 als „Hohe Straße, durch die man vom Georgenkirchhof nach der Lübschen Straße geht“, aber dann 1441 einfach als „hoge strate“. Zur besseren Unterschei-dung in Hinblick auf die Kleine Hohe Straße erhielt sie dann den Namen „Große Hohe Stra-ße“.

Großschmiedestraße
1260 wird die „platea fabrourum“ und 1375 die „Smedestrasze“ erwähnt. Hier
befand sich die städtische Schmiede. Aus der „smedestrate“ von 1385 wurde 1750 die „Grodt-Schmiedt-Straße“, woraus dann später die „Großschmiedestraße“ entstand. Das „groß“ bezieht sich bei dieser Straße nur auf die Breite und Länge, hat also nichts mit den Grobschmieden zu tun.

Grüne Straße
Sie wird 1283 als „Straße hinter St. Marien“ erwähnt und auch noch 1323 so genannt, aber schon im Wachtregister von 1475 wird sie mit „ghrone strate“ bezeichnet. Namensgeber ist der „Grüne Hof“. Der „grüne hoff mit synen boden“ war das Eckgrundstück zur Papenstra-ße und hier stand auch zeitweilig das Werkhaus von St. Marien.

Grützmacherstraße
Die Grützmacher stellten die Grütze her, die zur notwendigen Nahrung und als
Schiffsproviant diente. In der Wismarer Grützmacherstraße, die 1408 erstmalig
erwähnt und 1475 als „ghruttemakerstrate“ bezeichnet wird, hatten Mitglieder der Zunft ihren Wohnsitz.

Hegede
Die Hegede wird 1325 erstmals als „hegha“ bezeichnet. Der Wismarer Rat ließ als „kommu-naler Bauherr“ Anfang des 14. Jahrhunderts für den Marktbetrieb an der westlichen Markt-seite Buden errichten. Diese „hegten“ (Abzäunung) so den Markt gegenüber der Straße ab. Daraus entstand der Straßenname „Hegede“.

Heide
Der Name ist bis heute im Unklaren und es kann vermutet werden, dass die Bezeichnung auf einen Personennamen zurückgeht. Erwähnung findet sie 1294 zunächst als „neue Straße ge-genüber dem heiligen Geist“ und 1475 wird sie „achter dem hilghem Gheste“ genannt, da-gegen ein Teilstück zur Böttcherstraße „vierboden in der boddeker strate bi der heide“. Die Straßenbezeichnung „by der heiden“ hat sich ab 1680 durchgesetzt.

Hinter dem Chor
Als „retro chorum ecclesie Nicolai“ ist dieser Name 1298 urkundlich erwähnt. Er bezieht sich auf die Lage, als hinter dem „Kirchenchor“. Im Stadtbuch von 1680 wird er noch genauer mit „hinterm cohr oder furm Pohler thor“ bezeichnet.

Hinter dem Rathaus
1293 wird diese Straße schon als „retro consistorium“ (wörtlich übersetzt: hinter
dem Versammlungsort) erwähnt. Er bezieht sich damit natürlich auf das schon vorhandene Rathaus.

Hopfenmarkt
Der Hopfenmarkt hat keine Hausnummerierung und findet 1286 als „Platz in der Nähe der Salz Grube“ und 1319 als „forum humuli“ Erwähnung. 1508 heißt er dann in allgemein ver-ständlicher Sprache „hoppenmarket“ und ist damit wieder ein Verweis auf Wismars Bier-brauertradition.

Hundestraße
So deutlich wie 1323 als „hundestrata“ auch in Latein „platea canum“ beschrieben, so unklar ist die Herkunft. Die Straße lag früher direkt an der Stadtmauer und es gibt die Vermutung, dass man hier streunende Hunde bzw. auch zur Jagd verwendete Hunde verwahrte.

Johannisstraße
Diese Straße gehörte zu den „Kirchgangsstraßen“ und so ist ihre Bezeichnung schon 1292 als „Straße von der Lübschen Straße zur Marienkirche“ bezeichnet. Erst 1572 wird sie nach einem Anwohner als „Johannis seine Straße“ genannt.

Kanalstraße
14. Dezember 1905, benannt nach dem vom Mühlenteich abgeleitetem Kanal für den Werksverkehr in der Waggonfabrik.

Kellerstraße
Namensgeber für diese Straße war zunächst die hier stehende Schule von St. Marien und St. Georgen. Sie hieß 1280 „retro scolas“ (hinter der Schule) und später 1475 „achter der scho-le“. Der heutige Name ist erst ab 1800 nachweisbar. Er bezieht sich auf die hier nachweisba-ren Wohnkeller im Armenhaus der Stadt, welches sich dort befand, wo heute die 1935 er-baute Arrestanstalt steht.

Kleine Arbeit
Die Bezeichnungen für die „Kleine Arbeit“ und die „Große Arbeit“, heute der Sportplatz am Kagenmarkt, sind nach den dort angelegten ehemaligen schwedischen Vorbefestigungsanla-gen entstanden.

Kleine Hohe Straße
Ihr Name ist auf die, wenn auch geringe, Steigung der Straße zurückzuführen. Um sie von der Hohen Straße bei St. Georgen zu unterscheiden, hieß sie 1465 zunächst „hoge strate by dem vatere“, ehe sich der heutige Name einbürgerte.

Kleinschmiedestraße
Die schon 1440 erstmals erwähnte Bezeichnung „klensmedestrate“ wurde über „Kleine-Schmiede-Straße“ zur heutigen Kleinschmiedestraße. Hier hatten die „kleinen Schmiede“ ihr Zuhause und ihre Werkstätten. Sie verrichteten nicht die groben Schmiedearbeiten, sondern waren die „Schlosser des Mittelalters“.
Hergestellt wurden zunächst Nägel und auch Messer, daher wurde die Straße um 1475 auch „Messerstraße“ genannt.

Klußer Damm
Erhielt um 1920 seinen Namen nach dem Dorf Kluß.

Königstraße
Die Bezeichnung geht auf einen ursprünglichen Personennamen zurück. 1443 wird eine „pla-tea regum“ (Königstraße) erwähnt.
Der an der Ecke stehende „Königsspeicher“ hat seinen Namen nach der Straße erhalten.

Krämerstraße
Diese Straße gehört mit zu den ältesten der Stadt und wird schon um 1260 schriftlich er-wähnt. 1467 heißt sie „kremerstrate“ und später 1540 auch „kramerstrate“. Sie ist nach den Krämern, den Händlern des Mittelalters, genannt. In der Krämerstraße 4 gründete am 25. Mai 1881 Rudolph Karstadt sein erstes Textilwarengeschäft, in dem er seine „Waaren zu festen Preisen und Baarzahlung“ verkaufte.

Krönkenhagen
Um 1410 wird die Straße zunächst als „Krömekenhagen“ erwähnt. Es folgen später ver-schiedene Schreibarten, wie „Kromekenhagen“.
Eine Deutung des Namens ist schwierig. Da mit dem Wort „Krome“ ein
Kran oder Hausaufzug bezeichnet wurde, könnte es sein, dass die Straße daher ihren Namen erhielt. Durchaus üblich waren diese Kräne an den Häusern, um die Lasten in die Speicher zu heben.

Kurze Baustraße
Die Kurze Baustraße oder auch „kordte Bauwstrate“ ist eigentlich die Verlängerung der Baustraße, wird aber kurzzeitig um 1703 auch „hinter dem schild“ genannt. Durchgängig ab dem 18. Jahrhundert ist die heutige gebräuchliche Bezeichnung.

Lübsche Straße
Diese wichtige „Ost-West-Magistrale“ wird um 1260 als „platea Lubicensis“ vom Stadt-schreiber eingetragen und 1285 findet man die „Lubecker strate“ und auch „Lube-schestrate“, woraus sich später die „Lübsche Straße“ als noch heute gebräuchliche Be-zeichnung entwickelte. Die Lübsche Straße erhielt zwischen 1952 – 1961 den Namen Stalinstraße (von westlichen Ortseingang bis zur Rostocker Straße). Ab 1961 wieder Lüb-sche Straße (vom Kreisverkehr bis Rostocker Straße. Der Bereich vom Ortseingang West bis in die Stadt wurde in Karl-Marx-Straße benannt. Die Altwismarstraße und Hinter dem Rathaus wurden in Verkennung der historischen Sachbestände miteinbezogen.Nach 1990 wurden die seit Jahrhunderten bestehenden historischen Bezeichnungen wieder eingeführt.
Mecklenburger Straße
Die Mecklenburger Straße wird um 1250 lateinisch als „platea Magnapolensis“, um 1260 als „platea Mekelenborg“ und in heimischer Sprache 1280 mit „Mekelingburgestrate“ recht früh erwähnt. Sie bezieht sich auf die sechs Kilometer von Wismar entfernte „Mecklenburg“ der ersten Fürsten und damit auf die Namensgeber für das sie umgebende Dorf und das heutige Bundesland Mecklenburg-Vorpommern.

Mühlengrube
Der Grubenbereich zwischen Mühle und Schweinsbrücke hat seinen Namen
nach der hier erstmalig im 13. Jahrhundert erwähnten Wassermühle. Die Wismarer Grube ist ein im 13. Jahrhundert künstlich angelegter Wasserlauf, der seit 1255 belegt ist. Er diente zum Antrieb der Mühle. Sie war im Besitz der mecklenburgischen Fürsten und ging 1371 in städtisches Eigentum über. 1379 wird sie lateinisch als „fossa molendinorum“ bezeichnet sowie 1455 als „molen growe“.

Mühlenstraße
Die „molenstrate“, so heißt sie erstmalig 1272, hat ihren Namen eindeutig nach der in ihrer Nähe liegenden Grubenmühle, der städtischen Wassermühle“, an der Mühlengrube. Hier hatten die Zisterziensermönche von Doberan einen eigenen Hof.

Negenchören
Diese Straßenbezeichnung ist heute leider kaum erklärbar. Sie wird 1475 als „in de negen kore“ erwähnt. Eine weitere Bezeichnung„Novem chori“ ist auch kaum herzuleiten, da der Chor der St.-Marien-Kirche sich nicht in
unmittelbarer Nähe befindet.

Neue Wallstraße
Die Neue Wallstraße hat am 22. Januar 1901 ihren Namen bekommen, nachdem sie zuvor mit der Wallstraße einen durchgehenden Namen bildete. Der einst die Stadt umgebende Wall, der hier noch deutlich sichtbar ist, war der Namensgeber für die Straße.

Neustadt
Die 1229 erstmals erwähnte Stadt Wismar erweiterte sich ab 1238 westlich und die um 1250 erwähnte Heiligen-Geist-Kirche an der um 1289 benannten „fossa sancti Spiritus“, der „Hei-lig-Geist-Grube“, befand sich zwischen Alt- und Neustadt. Erst um 1330 wird die Bezeich-nung „nova civitas“ (Neustadt) für diesen Straßenzug gebräuchlich und ist bis heute erhal-ten.

Papenstraße
Der Straßenname weist eindeutig auf dievnamensgebende Geistlichkeit hin und wird schon 1318 als „platea clericorum“ und 1434„papenstrate“ oder später um 1500 auch „presterstra-te“ bezeichnet. Hier hatten die Antoniter, ein katholischer Mönchsorden aus Tempzin, bis 1550 einen Hof.

Petriberg
Dieser kleine Straßenzug entstand mit der Entfernung der Stadtmauer an dieser Stelle. Ob hier ein kleines Mauertor der Namensgeber sein könnte (es gibt auch die Bezeichnung „Petri-tor“), ist nicht nachweisbar. Es kann aber auch ein Hinweis auf einen ehemals vorhandenen Mauerturm sein, von denen es zahlreiche in der Stadtmauer gab.

Philosophenweg
Mit der Bebauung des Philosophenweges begann man im Juli 1906 und gab der Straße im selben Jahr noch diesen Namen. Dieser Verbindungsweg zwischen Altwismar-Vorstadt und Poeler-Vorstadt hieß schon immer im Volksmund „längs des philosophischen Ganges“. Über die Herkunft kann man eigentlich nur spekulieren. Im Bereich des heutigen Kagenmarktes gegenüber dem Gehöft von Övelgünne, befand sich bis 1837 der Turnplatz der Großen Stadtschule.

Platter Kamp
Die Straße erhielt ihren Namen am 3. Juli 1906. Hier hatte ursprünglich der Wismarer Jürgen Plate sein „Kamp“ auch Ackerstück.

Poeler Straße
Die Bebauung der Poeler Straße begann nach dem 1870 erfolgten Abriss des Poeler Tores ab 1881. Zunächst hieß sie „vor dem Pölertor“, danach „Poeler Damm“ und am 1. Juli 1909 wurde sie offiziell durch Ratsbeschluß bis zur „Eisernen Hand“ in „Poeler Straße“ umbe-nannt.

Podeusstraße
29. März 1906 Benennung der Podeusstraße nach Heinrich Podeus d. Ä.. Zu DDR Zeiten wurde sie in „Werkstraße“ um benannt und seit dem 1. Juli 2000 wieder in Podeusstraße.

Rosmarienstraße
Etwas umständlich war um 1421 die Bezeichnung mit „Straße, welche vom Nikolaikirchhof zu den Barfüßern (Graue Mönche-Franziskaner) führt“. Um 1475 wird sie „de enghe strate“ und sehr deutlich um 1578 die „Kyverwyverstrate“ (Straße der keifenden Weiber!) genannt, ehe sie um 1750 die Bezeichnung „Rosmarienstraße“ erhielt, wofür es kaum Erläuterungen gibt. Es wird vermutet, dass der Name von der in der Küche durchaus gebräuchlichen Ge-würzpflanze „Rosmarien“ kommt.

Rostocker Straße
Die Rostocker Chaussee bekam 1901 die ersten Bebauungen und hieß zunächst „Vor dem Altwismar Tor“ ehe sie in Rostocker Straße umbenannt wurde. Ab 1938 wurde stadtaus-wärts die rechte Seite mit einem ziegelsichtigen Häuserblock bebaut.

Runde Grube
Dieses Teilstück der um 1250 künstlich angelegten Stadtgrube ist deren kürzester Verlauf. Die Bezeichnung rührt daher, dass die Grube hier früher nach der Straße hin „ausbuchtete“, sodass die Grube zwischen „steinerne“ Brücke und Gewölbe wie ein kleiner, runder Teich aussah. In den Wasserleitungsakten von 1653 ist erstmalig der Name „Runde Grube“ ver-zeichnet, der sich dann auch als Straßenname eingebürgert hat.

Runde Straße
Erhielt ihre Bezeichnung am 14. Dezember 1905 und war eine neu erbaute Verbindungsstra-ße zwischen Kanal- und Lindenstraße. Am 25. August 1944 wurde diese Straße völlig zer-stört und ist nicht mehr existent.

Rudolph-Karstadt-Platz
Zum 120-jährigen Jubiläum der Eröffnung des ersten Geschäftes von Rudolph
Karstadt (1856 – 1944) erhielt der Platz am 14. Mai 2001 den Namen des Gründers dieses internationalen Kaufhauskonzernes. Karstadt startete am 14. Mai 1881 in der Krämerstraße 4 mit einem „Manufactur-, Confections- und Tuchgeschäft“. Am 23. Mai 1908 wurde dann das erste Kaufhaus Wismars und der Firma Karstadt eröffnet. Zugleich war das Gebäude der erste Stahlskelettbau in Norddeutschland.

Salzfässchen
Diese kleine Verbindungsstraße zwischen Marktplatz und Hegede verdankt ihren Namen dem Aussehen eines Hauses. Der Vorgängerbau des 1906 erbauten Hauses Am Markt 9 mit seinem im Jugendstil erbauten Erker ähnelte der Form eines mittelalterlichen Salzfasses. Von 1594 gibt es eine Aufzeichnung, wonach die städtischen Büttel im „soltfatken“ getrunken haben.

Sargmacherstraße
1291 wird sie als „Straße, die zur Marienkirche führt“ umschrieben und erst 1367 folgt die „sarckmaker“ Straße. Die Sargmacher waren im 1285 erwähnten Amt der Kistenmacher oder „Schnidker“ und „Kunthormaker“, wie die Tischler früher genannt wurden, vertreten. Durch die Sargmacherstraße kam man auf den St.-Marien-Kirchhof und praktischerweise boten hier auch die Sargtischler ihre Produkte an.

Schatterau
Die früheste Bezeichnung für diese Straße stammt von 1319. Als „Straße, durch die man zum Schmiedetor und zum Schmiedehäuschen geht“ wird sie 1338 genannt. Der Name der Schatterau ist nicht genau nachvollziehbar, aber als wahrscheinlich wird angenommen, dass es aus dem mittelniederdeutschen Wort „scatrouwe“ kommt, was so viel wie „Lanzenruhe“ bedeutet.

Scheuerstraße
Der Name dieser Straße leitet sich nicht, wie vielfach vermutet, von „Scheuer“ oder „Scheu-nen“ ab. Die Familie Schur bzw. auch Schuer hatte um die Wende vom 14. Zum 15. Jahr-hundert umfangreiche Grundstücke in dieser Straße. Schon 1410 wird sie als „schurstrate“ bezeichnet und urkundlich wird sie 1424 als „schuerstrate“ erwähnt. Der Name „Schürstra-ße“ ist bis Mitte des 19. Jahrhunderts amtlich und erst danach setzte sich die heutige Be-zeichnung „Scheuerstraße“ durch.

Schulstraße
Die Schulstraße gehört zu den ältesten Straßen Wismars und wird 1258 als „apud fratres“, d. h. „bei den Brüdern“ genannt. 1284 wird sie „bei den Minoritenbrüdern“ (Franziskaner) be-zeichnet. Eindeutig sind hier die seit 1251 in Wismar ansässig gewordenen Franziskaner ge-meint. Am 9. Dezember 1541 wurde die Große Stadtschule im alten Grauen Kloster Heilig Kreuz gegründet. Die Schulstraße selbst wird 1680 als „Schul=Straße olim (ehemals) Münch=Straß“ erwähnt, woraus sich dann die Schulstraße durchsetzte.

Schüttingstraße
Diese kleine Verbindungsstraße zwischen Hegede und St. Marien wird 1392 als „buden in hega apud Arnoldum Remensnider“ erwähnt und später um 1452 auch als „remensniderstra-te“. Die Riemenschneider fertigten die ledernen Pferdegeschirre an. 1484 sind in der Straße auch Korbmacher anzutreffen, denn da ist es die „lutke korfmakerstrate“. Aber 1484 heißt es dann „remensniderstrate negst
dem kramerschuttinge“. Der dieser Straße namengebende „Krämerschütting“ oder auch Zunfthaus der Krämer, befand sich in dieser Straße. Das Haus wird 1552 auch als „Krämer-krug“ bezeichnet. Die „Schüttingstraße“ hat alle Bezeichnungen überdauert und überliefert damit einen historischen Begriff, nämlich den „Schütting“ als alten Begriff für einen Ver-sammlungsraum.

Schwartzkopfenhof
26. April 1907 Bezeichnet nach einem Gehöft.

Schweinsbrücke
Die Herkunft des Namens lässt sich eventuell daraus erklären, dass sich vor dem
Poeler Tor einer der Wismarer Schweinekrüge befand. Die vier kleinen vom Bildhauer Chris-tian Wetzel geschaffenen Figuren, die 1996 dort angebracht wurden, ergänzen den Namen vortrefflich.

Schweriner Straße
Die Schweriner Straße hieß früher „Vor dem Mecklenburger Tor“. Nach erfolgter Bebauung ab den 20iger Jahren des 20. Jahrhunderts erhielt sie den Namen „Schweriner Straße“ Nach der Einweihung des Gedenksteines für Ernst Thälmann am 6. November 1954 wurde die Straße in Ernst-Thälmann-Straße umbenannt, eine Bezeichnung, die der Schützenweg schon am 19. August 1949 erfahren musste. Im November 1992 wird die Ernst-Thälmann-Straße wieder in Schweriner Straße zurückbenannt.

Speicherstraße
Die Speicherstraße wird 1357 als „spiekerstrate“ recht früh genannt und hat ihren Namen nach den dort um diese Zeit stehenden Speichern.

Spiegelberg
Der Spiegelberg wird 1250 als „mons speculi“ erwähnt und bedeutet übersetzt nichts ande-res als „Spiegelberg“. Erklärungen und Deutungen hat es einige gegeben, die jedoch alle nicht historisch nachgewiesen werden konnten. Trotzdem ist der Name noch heute „spekta-kulär“.

St.-Georgen-Kirchhof
Der die St.-Georgen-Kirche umgebende Straßenzug ist schon um 1270 erwähnt. St. Georgen wurde als Kirche der „Neustadt“ ab 1250 gebaut. Am 14. April 1945 wurde St. Georgen abends gegen 23.30 Uhr durch Luftminen schwer getroffen und erst am 8. Mai 2010 konnte sie nach 20-jähriger Bauzeit wieder für kulturelle und kirchliche Veranstaltungen eröffnet werden.

St.-Marien-Kirchhof
Der St.-Marien-Kirchhof umschließt die St.-Marien-Kirche nördlich und östlich von ihr. Der Straßenzug wird schon um 1272 genannt und natürlich ist der Namensgeber die St.-Marien-Kirche, deren erster Bau unmittelbar nach Stadtgründung um 1250 begonnen wurde.
St. Marien ist, genau wie St. Georgen, am 14. April 1945 durch Luftminen schwer beschä-digt worden, jedoch wurde am 6. August 1960 das Kirchenschiff gesprengt. Nur der Turm blieb stehen. Das seit 1990 wieder sichtbar gemachte Kirchenschiff lässt hoffen, dass sich die Wismarer eines Tages wieder ihrer Historie bewusst werden und Teile des Gotischen Viertels aufbauen.

St.-Nikolai-Kirchhof
Schon seit 1272 ist die Kirche der Seefahrer und Fischer hier der Namensgeber der sie um-gebenden Straße. Der Bau der jetzigen Kirche ist um 1380 begonnen worden. Schon zwan-zig Jahre später konnte man am 27. Mai 1403 den Chor mit dem Hochaltar weihen. Der gut 90 Meter hohe Turm stürzte 1703 teilweise ein und seitdem hat der nunmehr 50 Meter hohe Turm einen Giebelabschluss.

Stavenstraße
Die Stavenstraße ist eine Verbindungsstraße zwischen Baustraße und Neuer Wallstraße und wurde erst um 1900 bebaut. Ursprünglich war die Stavenstraße die Bezeichnung für den jetzigen Badstaven. Nach deren Umbenennung ging diese Bezeichnung auf die nächste Querstraße über, zumal diese schon um 1833
als „Stamerstraße“, höchstwahrscheinlich nach einem Personennamen, genannt wurde.

Tittentasterstraße
Die Tittentasterstraße hat es wirklich gegeben. Es war ein schmaler Durchgang
zwischen Diebstraße und Markt. Die Tittentasterstraße erhielt ihre Benennung deshalb, weil man sich beim Vorbeigehen wegen der Enge des Ganges fast zwangsläufig an der Brust be-rührte – und die hieß nun mal bei Mann und Frau gleichermaßen die „Titten“. So gesehen ist die Tittentasterstraße ein Denkmal
mittelalterlicher Sprachkultur.

Torney
Die Torney gibt heute noch Rätsel auf und am ehesten könnte der Name aus dem Slawi-schen stammen und von „turnu“, das bedeutet „mit Dornenhecken bewachsenem Gelände“, zutreffen. Dornenhecken gehörten zu den Verteidigungsanlagen einer mittelalterlichen Stadt.

Turmstraße
Der Straßenname geht auf den sich am Ausgang der Straße befindlichen alten Wehrturm aus dem 14. Jahrhundert zurück, der im Juli Januar 1960 wegen Baufälligkeit entfernt wurde. Hier befand sich bis 1866 das städtische Gefängnis. Deshalb wurde er auch Gefangenenturm genannt. Die Stadtmauer wurde in diesem Bereich ab 1893 abgerissen und im gleichen Jahr entstanden auch die ersten Häuser „hinter der Mauer“, so die erste Straßenbezeichnung.
Am 16. Januar 1894 erhielt die Turmstraße ihren heutigen Namen.

Turnplatz
Seit dem 18. Oktober 1863 trägt der Platz diesen Namen und wurde auf die umschließende Bebauung angewendet.

Ulmenstraße
Ab 1830 wurde das Gelände zwischen Hafen und Lübschem Tor mit Schutt aus
der Stadt angefüllt, um hier eine Promenade anzulegen. Am 14. Januar 1835 wurde dann eine neue Verordnung „zum Schutze der neuen Anlage betreffend“ bekanntgegeben und die „Neue Promenade“, so der offizielle Name, war entstanden. Noch vor dem Abbruch der Stadtmauer und des Lübschen Tores im Jahre 1869 begann hier 1866 die Bebauung. Da nun schon Ulmen angepflanzt waren, erhielt die Straße am 24. Mai 1876 den Namen Ulmenstra-ße.

Vor dem Fürstenhof
1325 wird diese Straße erstmalig als „apud curiam nostri Magnopolensis“ und 1394 „gegen dem Mecklenburger Hofe“ erwähnt.
1257 war der mecklenburgische Herzog von seiner Stammburg Mecklenburg in die Nähe Wismars gezogen, und als ab 1276 eine Stadtmauer gebaut wurde, räumte man nach länge-ren Auseinandersetzungen ab 1329 dem mecklenburgischen Herzog einen Platz zwischen St. Marien und St. Georgen für einen herrschaftlichen Sitz ein. Vom „alten Hof“ führte übrigens bis 1743 ein über die Straße führender überdachter Gang in die St.-Georgen-Kirche.

Wallstraße
Nach dem Adressbuch von 1872 heißt dieser Straßenbereich „hinter der Mauer bei der Baustraße“. Da der Abbruch der Stadtmauer jedoch sehr schnell verlief und die Straße mit Wohnhäusern bebaut wurde, erhielt sie am 24. Mai 1876 den Namen Wallstraße, von der am 22. Januar 1901 wiederum die Neue Wallstraße
als dann eigenständige Straße abgetrennt wurde.

Wasserstraße
Mit der Schaffung seiner Ringstraßen haben die Wismarer dazu beigetragen, dass man auch heute noch sehr genau den alten Stadtmauerverlauf nachvollziehen kann. Die Wasserstraße gehört dazu und der Straßenname, den die Straße am 24. Mai 1876 erhielt, bezieht sich ein-deutig auf die nahe liegende Ostsee.

Weberstraße
Die Weber waren im Mittelalter eine starke Zunft und übten ein begehrtes Gewerbe aus. So ist es nicht verwunderlich, dass ihre Straße schon 1273 als „platea textorum“ und 1400 als „weverstrate“ genant wird.

Wollenweberstraße
Die Wollenweberstraße in Wismar ist eine kleine Verbindungsstraße zwischen der Neustadt und der Claus-Jesup-Straße. Um 1446 begegnete man ihr als „her Dyrk Wilden boden in der erskerne“ (Herr Dirk Wilden seine Bude in der Arschkerbe). Das mag zwar direkt klingen, ähnlich wie bei der Tittentasterstraße, doch „erschkarne“ gab es auch in Lübeck und in Stralsund. Nach der Familie Wilden heißt sie 1475 immer noch „Wildenstraße“, aber gleich-zeitig auch „kerne“ oder „in der kerne“ (Kerbe), was sich wiederum auf die Lage der Straße bezieht. 1653 heißt sie dann „Düstern“, und dunkel war es mit Sicherheit in dieser kleinen Straße. Diesen Namen hatte die Straße dann bis 1935, bis sie in Wollenweberstraße umbe-nannt wurde. Wollenweber waren, wie schon beschrieben, an der Faulen Grube (Claus-Jesup-Straße) ansässig.

Zeughausstraße
Die Zeughausstraße wird um 1408 zuerst „platea Ladewici“ und 1449 „Ladewigstrate“ nach einer dort ansässigen Familie genannt. Nach 1475 ist der alte Name durch „hanreigerstrate“ ersetzt, woraus bis 1871 die „Hahnreistraße“ wurde. Dieser Name, dessen Begriff für einen Mann steht, dessen Frau „fremdgegangen“ ist, dem also „Hörner“ aufgesetzt wurden, war dem Wismarer Rat aber dann doch zu direkt. Auf Antrag des Wismarer Rechtsanwaltes Gabriel Lemcke bekam die Zeughausstraße am 10. Juni 1871 ihren heutigen Namen. Dieser Straßenname bezieht sich eindeutig auf das 1700 erbaute schwedische Zeughaus.

Wismars alte Schulen

Mädchen Volksschule
Nach dem auch für Wismar gültigen Schulzwang vom 1. März 1855 wurde auf dem Heilig-geisthof 1856 eine neue Mädchen-Volksschule errichtet. Das Schulhaus wurde 1876 wegen des Platzmangels aufgestockt und die Mädchen-Volksschule am 6. Juli 1889 in die neu er-baute Schule am Badstaven verlegt. 1889 wurde im Schulhaus auf dem Heilig-Geist-Hof die Knaben-Volksschule aus dem Gebäude der St.-Georgen-Kirchspielschule in der Baustraße eingerichtet. 1905 bezog die Knaben-Volksschule ihr neues Gebäude in der Dahlmannstraße, das heutige Gerhart-Hauptmann-Gymnasium. 1908 zog in das Haus die neu gegründete pri-vate Ingenieur-Akademie ein.

Ingenieurakademie
Am 9. Mai 1908 schloss Robert Schmidt mit dem Wismarer Rat den Gründungsvertrag und am 26. Oktober 1908 nimmt die neue Ingenieur-Akademie mit dreizehn Studenten in den Lehrrichtungen Maschinenbau und Bauingenieurwesen ihren Betrieb auf. Gründungsort ist die 1855 erbaute ehemalige Mädchenvolksschule auf dem Heilig-Geist-Hof, die vom Rat der Stadt Wismar zur Verfügung gestellt wurde.

Knaben Bürgerschule (Goetheschule)
Am 25. April 1850 erfolgte die Einweihung der Knaben- Bürgerschule im ehemaligen Wai-senhaus (seit 1689) in der Kirche des Schwarzen Klosters.
Am 17. August 1880 wurde der Neubau der Knabenbürgerschule, die heutige Gesamtschule „Johann Wolfgang von Goethe“, durch den Wismarer Architekten Helmuth Brunswig errich-tet. Der ehemalige Chor der alten Klosterkirche ist 1908 umgebaut. Er erhielt eine Zwi-schendecke, wobei das obere Geschoss die Aula und das untere die Turnhalle beherbergt. 1910 ist dann ein dringend benötigter Erweiterungsbau durch Stadtbaumeister Paul Zeroch an der Hofseite zum alten Krankenhaus am Katersteig fertiggestellt werden. 1933 in Horst-Wessel-Schule umbenannt, erhielt sie 11. November 1948 den Namen Goethe-Schule.

Mädchen Bürgerschule (Fritz-Reuter-Schule)
Am 1. April 1891 ist die Einweihung der Mädchen-Bürgerschule in der Dahlmannstraße. Architekt war Gustav Dehn. Am 2. April 1933 wurde die Mädchenbürgerschule in Adolf-Hitler-Schule umbenannt. Seit dem 15. Oktober 1948 heißt sie Fritz-Reuter-Schule. 10. Mai 1988 Aufstellung und Einweihung der Fritz-Reuter-Büste vor der Fritz-Reuter-Schule. Ur-sprünglich stand sie im Lindengarten und wurde von Friedrich Zimmermann 1897 für Au-guste Hinstorff, Witwe des Verlegers Hinstorff, gestiftet, die sie der Hansestadt Wismar vermachte.

Mädchen Volksschule (ehemals Pestalozzischule)
Am 6. Juli 1889 wurde die Mädchen-Volksschule am Badstaven eingeweiht. Seit 15. Okto-ber 1948 Pestalozzischule und heute der am 23. Juni1946 wiedereröffneten und am 10. April 1919 gegründete Volkshochschule Wismar im Hotel „Zur Sonne“.

Lyzeum Turnplatz (Musikschule)
Das Wismarer Lyzeum oder auch Höhere Töchterschule ist am 8. Oktober 1907 eingeweiht worden. Hier hatte nach 1945 die Rote Armee ihre Stadtkommandantur. Am 12. Januar 1956 wird die ehemalige sowjetische Stadtkommandantur am Turnplatz wieder als Schule eröffnet. Heute Musikschule der am 1. Juni 1952 gegründeten kommunalen Musikschule Wismar.

Große Stadtschule
Am 12. Oktober 1893 wurde feierlich der Neubau der Großen Stadtschule im ehemaligen Grauen Kloster Heilig Kreuz eingeweiht. Damit hatten die jahrhundertealten Klostergebäude der Franziskaner als Schulgebäude ausgedient. Architekt war Gustav Dehn, der auch weitere Wismarer Schulgebäude in dieser Zeit entwarf. Die Große Stadtschule wird am 29. Septem-ber 1541 zu Michaelis im Grauen Kloster der Franziskaner gegründet. Seit dem 19. April 1948 heißt die Schule „Geschwister-Scholl Oberschule“ und erhält 1991 den Namen „Große Stadtschule – Geschwister Scholl Gymnasium“.

Knaben Volksschule (Gerhart-Hauptmann-Gymnasium)
Am 2. Mai1905 erfolgte die Einweihung der Knaben-Volksschule (heute Gerhart-Hauptmann-Gymnasium), Architekt Johann Busch. Ab dem 15. Oktober 1948 Gerhart-Hauptmann-Schule und seit 1992 Gerhart-Hauptmann-Gymnasium.
Kochsche Stiftung – Freischule
4. Mai 1795 Gründung der „Kochschen Stiftung“ – erste Volksschule in Wismar (seit 23.11. 1838 in der Mecklenburger Straße als eigenständiges Haus).Benannt nach Pastor Balthasar Koch 31.12.1751 – 15.2.1830.

Evangelische Schule „Robert Lansemann“
Die evangelische Schule am Lehnensruher Weg wurde am 1. Dezember 2005 gegründet und trägt seit 2. September 2011 den Namen des ermordeten Wismarer Pfarrers Robert Lansemann.

Brücken in Wismar

Das Stadtumfeld sah vor hunderten Jahren gänzlich anders aus. Wismar war von Wasser umgeben und Wasserläufe durchzogen teilweise Straßen. Wenn man sich heute der Altstadt nähert, überquert man zumeist unbemerkt einen Wasserlauf. Vielfach sind diese eingerohrt unter der Straße liegend. Es gibt sie aber noch die kleinen Brücken, die ganz unbemerkt ab-seits der Verkehrswege liegen und doch für unsere Vorfahren eine große Bedeutung hatten.
Natürlich fällt einem heute sofort die Hochbrücke über den Mühlenteich ein, aber es lohnt sich die kleinen Grubenbrücken näher anzusehen.

Rolandsbrücke

Diese Brücke befindet sich im Lindengarten neben dem Wasserturm und hat ihren Namen nach dem Wismarer Bäcker Roland, der sich dort 1765 das Leben nahm. Der sich in der Nä-he befindliche Wasserturm ist der letzte Wehrturm der alten Stadtbefestigung. der 1682 als Wasserturm hergerichtet wurde. Mit einem Pferdegöpelwerk wurde Wasser aus dem Wasser-lauf gepumpt und dann in die hölzernen Leitungen verteilt. 1715 verband man den Wasser-turm leitungsmäßig mit der Wasserkunst auf dem Marktplatz. Erst 1873 wurde die „Wasser-kunst auf dem Bauhofe“ abgerissen. Neben dem Turm an der Brücke ist ein Stück Mauer erhalten mit einem Spruch: „Der Umgebung zur Zier, Abbruch der Mauer hier, November 1872 im Jahr, als die große Sturmflut war“. Ein etwas verunglückter Reim, der auf zwei Er-eignisse aufmerksam macht: Die schwere Sturmflut von 1872 und die Erinnerung an die hier verlaufene Stadtmauer.
Der Lindengarten selbst wurde 1815 als „Naherholungsgebiet“ der Wismarer mit heute vie-len seltenen und alten Gehölzen eingerichtet, denn nach der Loslösung von Schweden und den Befreiungskriegen von Napoleon, wollte man die „arg verschlammte“ Umgebung von Wismar verschönern.

Schweinsbrücke

Eine der bekanntesten Brücken dürfte die Schweinsbrücke sein, nicht zuletzt wegen der vier kleinen Figuren vom Bildhauer Christian Wetzel geschaffen und 1996 dort aufgestellt. Es hat sich als schöne Tradition herausgebildet, diese kleinen Schweinchen als Glücksbringen zu berühren, so dass Teile schon sehr blank gerieben sind. Die Herkunft des Brückennamens lässt sich eventuell daraus erklären, dass sich vor dem Poeler Tor einer der Wismarer Schweinkrüge befand. Dorthin wurden die Schweine der Bürger getrieben, um sie außerhalb der Stadt zu weiden.
Das bekannteste Haus an der Schweinsbrücke ist das von Philipp Brandin für den Wismarer Brauherren und Bürgermeister Hinrich Schabbell 1571 fertiggestellte „Schabbellhaus“, dem städtischen Museum, das seit 18. Juni 1933 hier sein Domizil hat.

Rote Brücke

Von der Rosmarienstraße führt über die Frische Grube die Rote Brücke und leider liegt de-ren Namensgebung völlig im Dunkeln, nur, dass diese Brücke im allgemeinen Sprachge-brauch so genannt wurde.

Waagebrücke

Die Brücke zwischen Bohr- und Scheuerstraße ist die Waagebrücke. Hier stand die Rats-waage. Auf der Ratswaage musste nach der Bürgersprache von 1347 alles gewogen werden was über ein Liespfund (ca.7 kg) im Ver- oder Ankauf wog. Der Rat wollte sich schon seiner Steuern sicher sein, Die Ratswaage war in ein über die Grube gesetztes hölzernes Haus un-tergebracht. Die Ratswaage und der „Stadtwäger“ unterstanden einer strengen städtischen Ordnung, die immer wieder aktualisiert wurde. 1838 wurde das Ratswaagenhaus über der Grube abgebrochen und noch für eine kurze Zeit in die Nähe des ehemaligen schwedischen Packhauses verlegt, bis auch dieses mittelalterliche Relikt 1860 endgültig aufhörte. Die Waagebrücke war bis 1873 aus Holz.
Die „Waagebrücke“ musste ab Juli 2015 komplettsaniert werden. Sie erhielt anstelle der Holzpfähle zwölf Stahlpfähle und ist am 9. August 2016 rekonstruiert dem Verkehr überge-ben worden.

Radolfsbrücke oder breite und steinerne Brücke

Die Brücke, die die Grube zwischen Ziegenmarkt und Runde Grube überbrückt wird 1290 Radolfsbrücke genannt und ist auf eine dort ansässige Person zurückzuführen. Um 1435 heißt sie aber schon „breite Brücke“. Die Grubenbrücken hatten eine äußerst wichtige Funk-tion als innerstädtische „Verkehrsader“. Führten diese doch zwei Stadtteile zusammen. Der Warenaustausch zwischen Hafen und Markt ging nur über diese Brücken. Die „breite Brü-cke“ wurde 1840 von der „steinernen Brücke“ als Name abgelöst, denn hier ist mit Sicher-heit der Bau einer neuen steinernen Brücke ausschlaggebend gewesen.

Wippbrücke oder Wesenbergbrücke

Über diese Brücke fließt heute ein reger Verkehr. Sie überbrückt den Grubenausfluss zum Hafen am Gewölbe. Die Brücke hat ihren Namen nach einem sich dort befindlichen Kran, der „Wippe“ mit dem man Waren aller Art aus den Schiffen und Booten ziehen konnte. Na-türlich nahm der Hafenaufseher dafür Geld ein. 1831 war die Nutzung schon so wenig, denn man nahm in diesem Jahr nur sieben Taler ein. Die Wippbrücke wurde aber auch nach der seit 1864 im Gewölbe befindlichen Aalräucherei von Joachim Wesenberg „Wesenbergbrü-cke“ genannt.
Bei Feueralarm in der Stadt wurde der Auslauf der Grube unter dem Gewölbe durch zwei große hölzerne Tore verschlossen, um das Löschwasser in der Grube zu stauen. Die Holztore waren beim Grubenmüller in der Stadtmühle verwahrt und der hatte die Aufgabe dann, die Tore zum Gewölbe zu transportieren.

Hochbrücke

Am 7. August 1970 wurde in Wismar die mit 400 Metern damals längste Spannbetonbrücke der DDR eingeweiht. Damit endete ein sich immer mehr verschärfendes Verkehrschaos im Durchgangsverkehr nach Rostock und im innerstädtischen Verkehr. Diese Verkehre wurden bis dahin über die Rostocker Straße und den Bahnübergang geführt. Die Bahnstrecke war aber so stark frequentiert, dass man annahm, dass von 24 Stunden die Schranken 20 Stunden geschlossen war, wenn man die bisweilen 210 gezählten täglichen Schließungen als Grund-lage nimmt.
Der Bau der Hochbrücke war eines der seltenen nationalen Investitionsvorhaben der DDR, die in einer Kreisstadt getätigt wurden. Der Bau des insgesamt einen Kilometer langen Bauwerkes kostete damals 15,3 Millionen Mark. Wegen des schlechten Baugrundes gab es zwar massive Probleme mit der Statik und der Festigkeit, doch auch bei der zwischen 2004 und 2005 erfolgten Generalsanierung konnte man keine gravierenden Fehler der über „Vier-zigjährigen“ feststellen. Sie ist so gut konzipiert und konstruiert, dass auch der in den letzten Jahrzehnten gestiegene Verkehr mühelos aufgenommen werden kann.

Geboren – Verstorben

Name Vorname Geboren Gestorben Geboren Gestorben
Ahrens Andreas 23.03.1959 22.06.2016 Wismar
Ballentin Hermann 19.08.1920 21.03.2016 Neuruppin Wismar
Bauer Uwe 05.11.1944 24.07.2016 Wismar Wismar
Bratz Dorothea 09.09.1924 07.03.2017 Wismar
Bräunig Erhard 16.11.1945 07.08.2015 Unfall B 105
Carls Werner 28.04.1919 27.01.2012 Wismar Rieden
Connerth Dr. Otto 04,02,1898 29.01.1976 Hermannstadt Wismar
Cordua Hilde 01.01.1896 08.07.1988 Goldbeck-Klütz Wismar
Cordua Friedrich Wilhelm 12.07.1922 10.07.1994 Wismar Reinbek
Cremer Patricia 02.08.1970 21.02.2017 Wismar Wismar
Dürrbeck Dr. Liselotte 16.07.1925 08.07.2016 Wismar Wismar
Eberhardt Werner 03.12.1879 05.05.1965 Wismar Wismar
Eulert Gertrud 11.11.1905 01.01.1997 Wismar Wismar
Eulert Arthur 07.04.1890 03.03.1946 Rostock Wismar
Eulert Gertrud 11.11.1905 01.01.1997 Wismar Hamburg
Fiegert Herbert 10.04.1904 27.06.1983 Breslau Wismar
Flemming Wolfram 21.01.1940 03.09.2015 Magdeburg Wismar
Förster Robert 05.01.1897 30.03.1997 Quedlinburg Wismar
Framm Eva 05.05.1912 02.12.2015 Dresden Wismar
Framm Max-Joachim 22.08.1908 18.09.1989 Wismar Wismar
Fröck Dr. Karl 17.03.1937 06.04.2017 Wismar Wismar
Funk Ernst-Hermann 14.05.1937 30.09.2008 Wismar Wismar
Genz Günter 10.02.1939 05.08.2016 Stralsund Wismar
Goetze Dr. Adolf-Christian 30.06.1931 19.03.2002 Wismar Wismar
Gröning Gerhard 17.02.1929 29.07.2018 Wismar Wismar
Gundlach Dr. Jürgen 16.01.1926 03.12.2014 Warin Wismar
Hagelstein Carl-Ludwig 08.10.1930 10.01.2016 Teschow Wismar
Häußler Robert 11.02.1912 13.12.2009 Wismar Wismar
Innecken Werner 05.02.1926 01.06.2016 Ilsenburg i.Harz Wismar
Kalusche Karl-Heinz 08.12.1925 31.01.1999 Wiesbaden
Kiesow Prof. Dr. Gottfried 07.08.1931 07.11.2011 Alt Gennin/Warthe Wismar
Kleiminger Dr. Rudolf 19.11.1884 19.08.1967 Neustadt i.M. Wismar
Kleiminger Dr. Rudoloph 19.11.1884 19.08.2017 Neustadt an der Elde Suizid
Koppetsch Klaus 1954 2002 Wismar
Lammert Peter 20.09.1932 02.09.1999 Wismar Potsdam
Lansemann Ellen 28.02.1926 16.08.2017 Wismar Schwerin
Lansemann Robert 24.07.1908 19.04.1951 Wismar Wismar
Lewerenz Günter 11.05.1946 26.02.2004 Wismar Wismar
Litzner Uli 09.02.1947 09.09.2017 Zierow
Lunow Günter 12.11.1926 23.08.2017 Wismar Warin
Maercker Probst i.R. Traugott 28.10.1931 16.11.2016 Insel Poel
Marnitz Kai-Helge 29.09.1959 12.03.2009 Flensburg Wismar
Maronn Gerd 27.01.1933 09.02.2008 Kolberg Hiddensee
Meding Erika 19.07.1918 08.03.2006 Hiddensee Wodorf
Möller Gisela 24.02.1935 02.12.2009 Wismar Wodorf
Möller Rolf 21.08.1932 06.01.2015 Uerdigen Wismar
Moltmann Karl 25.5.1892 22.08.1972 Eugenfeld (Ujraine) Wismar
Mühlemann Hans 11.10.1923 22.12.1992 Wohlau/Schlesien 25866 Mildstedt
Neumann Siegfried 26.01.1945 21.05.2018 Lübeck Wismar
Nicke Ella 22.08.1930 11.08.1987 Wismar Wismar
Otto Friedrich-Wilhelm 28.10.1897 15.10.1985 Wismar Neuburg
Pentz Christoph 29.03.2027 23.08.2017 Wismar Bonn
Pleuger Alfred 29.12.1895 12.02.1983 Lüdenscheid Lübow
Puppe Gustav 28.01.1936 08.10.2015 Wismar
Rhein Lotte, geb. Kunkel 29.11.1923 01.05.2016 Wismar
Rhein Hermann 03.11.1906 15.05.1993 Regensburg Wismar
Rode Karl-Friedrich 04.10.1921 11.01.1999 Wismar Wismar
Schmidt Robert 02.03.1850 02.03.1850 Büchen Neuburg
Schmidt Wolfgang 07.03.1939 05.02.2015 Jena
Skowronek Heinz 08.03.1941 18.08.2018 Kröpelin
Subarew Andrej 16.03.1966 13.04.2016 Jena Wismar
Techel Joachim 13.12.1920 08.09.2013 Neubukow Wismar
Voß Wolfgang 11.06.1935 13.04.2014 Wismar Wismar
Wahrmann Siegfried 02.08.1918 19.03.1996 Wismar Wismar
Wambach Renate 16.03.1938 26.09.2002 Wismar Wismar

Detlef Schmidt, Pseudonym: Hinnerk (* 26. März 1945 in Wismar) ist ein Wisma-rer Heimatforscher und Autor regionalgeschichtlicher Beiträge.
Detlef Schmidt wurde als Sohn eines Malermeisters geboren. Nach dem Schulbesuch in Wismar absolvierte er eine Lehre als Elektriker. Nach Qualifizierungen arbeitete er in leiten-den Tätigkeiten in verschiedenen Unternehmen. Er schloss ein Fernstudium im Bereich Ver-waltungs- und Staatsrecht als Diplom-Verwaltungswirt (FH) ab.
Von 1982 bis 1990 war er, zu dieser Zeit Mitglied der LDPD Kreisgeschäftsstellenleiter der IHK Rostock für die Kreise Bad Doberan, Wismar und Grevesmühlen. Ab dem 1. Januar 1990 war er erster Pressereferent Wismars, anschließend bis 1991 Verwaltungsangestellter. Seit dem 1. September 1991 arbeitete er freiberuflich im Bereich Medien- und Marketingbe-ratung. Von 1994 bis 1995 war er Direktor des Hotels Stadt Hamburg in Wismar, 1995 bis 1996 Anzeigenleiter bei den Mecklenburger Nachrichten und 1999 bis 2003 Geschäftsführer des DRK Wismar.
Er ist eines der Gründungsmitglieder der Wismarer Wirtschaftsgemeinschaft und war von 1991 bis 1997 ihr erster ehrenamtlicher Geschäftsführer, anschließend Regionalleiter des Unternehmerverbandes Mecklenburg-Schwerin und von 1999 bis 2003 Präsidiumsmitglied des Verbandes für Mecklenburg. Seit 1975 arbeitete er mit Fachleuten und Laien in einer Gruppierung „Denkmalpflege“ zusammen, die sich für die Erhaltung der vom Verfall be-drohten Gebäude einsetzte. Auf eine Bitte der Kreisorganisation des Wismarer Kulturbun-des richtete er 1983 als ehrenamtlicher Bauleiter mit fünf Fachleuten das mittelalterli-che Wassertor am Hafen her.
Am 1. Januar 2003 ging er krankheitsbedingt in den Ruhestand und widmete sich verstärkt der Regionalgeschichte. Regelmäßige historische Beiträge in den regionalen Medien und Publikationen in Zusammenarbeit mit der Buchhandlung Hugendubel in Wismar sind das Ergebnis. Er ist Gründungsmitglied und zeitweilig Kuratoriumsvorsitzender der ersten Bür-gerstiftung der Hansestadt Wismar und Ehrenmitglied im Verein der Freunde der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern, dem er jahrelang als Vorstandsmitglied angehörte. Er fühlt sich der Freimaurerei, und deren ethische, humanistische und tolerante Weltanschauung, als Mit-glied der Wismarer Loge „Zur Vaterlandsliebe“ sehr verbunden. Er gehörte zahlreichen Ver-einen und Verbänden der Hansestadt Wismar an und brachte sich hier engagiert ein. Seit dem 1. Mai 2015 hat er an den Sana Kliniken im Hanse-Klinikum in Wismar die ehrenamtli-che Aufgabe eines Patientenfürsprechers übernommen.
Am 27. August 2014 erhielt er den Kulturpreis des Landkreises Nordwestmecklenburg. Der Ehrenring der Hansestadt Wismar wurde ihm am 17. März 2015 feierlich übergeben. Es ist die zweithöchste Ehrung der Hansestadt Wismar.
Detlef Schmidt ist seit 1966 mit Rose-Marie Schmidt verheiratet. Das Paar hat zwei Töchter.
Seit Mitte der 1970er Jahre veröffentlichte Schmidt zunächst erste Artikel im Bereich Regi-onalgeschichte, die im Bezirk Rostock gedruckt wurden. Seine regionalgeschichtlichen Bei-träge erscheinen seit dieser Zeit regelmäßig in regionalen Zeitungen. Seit 2002 werden von ihm unter dem Pseudonym „Hinnerk“ regelmäßig plattdeutsche Kolumnen in der Ostsee-Zeitung Wismar veröffentlicht. Er war Mitautor des 1988 erschienenen Jahrbuch der Schiff-fahrt über die maritime Vergangenheit der Stadt Wismar, der Zeitschrift „Architektur der DDR“ (1984) über die Wiedereinrichtung des Wassertores und der Archivreihe „Wismarer Beitrage“ über Wismars Straßennamen (1983). Weiterhin wirkte er an der Festschrift zur 775-Jahr-Feier Wismars 2004 mit einem eigenen Beitrag. Hinzu kommen Erzählungen in den Büchern „Wismarer Kriminalbuch“ und „Wismarer Stadtgespräche“. In der seit 2009 her-ausgegebenen Wismar-Zeitung erscheint als Periodika zweiwöchentlich ein historischer Bei-trag zur Geschichte der Hansestadt Wismar. Mitautor im bundesweit erscheinenden Jahr-buch 2011 „Neue Stadtbaukultur“ bei Stadtbild Deutschland e. V.

1. [mit Wilhelm Orth:] Wismarer Demokraten. Hrsg.: Kreisvorstand der LDPD Wismar, Wismar 1985.
2. Schmidt´s Wismarsche Zettelkiste. Hrsg.: Volker Stein. Mit Illustrationen von Rolf Möller. BS-Verlag, Rostock 2003. ISBN 3-89954-050-6.
3. Wismersche Vertellers. Mit Biller vun Rolf Möller. Weiland, Wismar 2004.
4. Schmidt´s Wismarer Schatzkästlein. Mit seltenen Wismarer Begebenheiten. Weiland, Wismar 2005
5. Das Kleine Wismarsche Weihnachts- und Silvesterbüchlein. Mit Illustrationen von Rolf Möller. Weiland, Wismar 2006. ISBN 3-87890-109-7.
6. Wismars verschollener Schatz. Ein Krimi-Reiseführer durch das alte Wis-mar. Weiland, Wismar 2007. ISBN 3-87890-118-6.
7. Wismarer Rathausgeschichten. In alten Ratsprotokollen gestöbert. Weiland, Wismar 2008. ISBN 978-3-87890-134-1.
8. Wie die Dänen nach Wismar kamen…. Eine historische Erzählung. Weiland, Wismar 2009. ISBN 978-3-87890-145-7.
9. (Hrsg.): Kleiner Bilderbogen aus Wismars DDR-Zeit. Sonderausgabe anlässlich der OZ-Dokumentation „Wismar – eine Stadt im Wandel“, 20 Jahre Mauerfall 1989–2009. Weiland, Wismar 2009. ISBN 978-3-87890-148-8.
10. Schmidts neue Wismarer Zettelkiste. Weiland, Wismar 2009. ISBN 978-3-87890-150-1.
11. Wismars Alte Schule. Kleinod im Gotischen Viertel. Weiland, Wismar 2010. ISBN 978-3-87890-153-2.
12. (Hrsg.): Neuer Bilderbogen aus Wismars DDR-Zeit – von der 750-Jahr-Feier 1979 bis zur Wende 1989. Weiland, Wismar 2010. ISBN 978-3-87890-158-7.
13. Wismarer Biergeschichte(n). Verlag Koch&Raum OHG, Wismar 2010. ISBN 978-3-87890-160-0.
14. Kleines Wismarer Wörterbuch. Weiland, Wismar 2011. ISBN 978-3-87890-170-9.
15. Illustriertes Altstadtlexikon Hansestadt Wismar. Fotos von Hanjo Volster, Weiland, Wismar 2012. ISBN 978-3-87890-166-2.
16. Wismar – Großes historisches Lesebuch. Mit historischen Fotos aus Sammlung D. Schmidt. Buchhandlung Hugendubel, Wismar 2012, ISBN 978-3-944211-02-2.
17. Bomben auf Wismar. Mit historischen Fotos aus Sammlung D. Schmidt u. H. Volster, Buchhandlung Hugendubel, Wismar 2013. ISBN 978-3-944211-04-6.
18. Kleines Kompendium Wismarer Straßennamen. Mit Luftbildaufnahmen von Uli Jahr. Buchhandlung Hugendubel, Wismar 2013. ISBN 978-3-944211-05-3.
19. Luftbildatlas Wismar. Luftbildaufnahmen von Hanjo Volster, Texte: Detlef Schmidt. Buchhandlung Hugendubel, Wismar 2013. ISBN 978-3-944211-06-0.
20. Die Schmuggler vom Walfisch. Eine Wismarer Abenteurerzählung für Alt und Jung. Buchhandlung Hugendubel, Wismar 2013. ISBN 978-3-944211-09-1.
21. Backstein & Spickaal – Wismarer Straßennamen erzählen. Mit Fotos von Hanjo Vols-ter. Buchhandlung Hugendubel, Wismar 2013. ISBN 978-3-944211-13-8.
22. Backstein-Panorama Wismar. Text: Detlef Schmidt, Fotos von Hanjo Volster. Buch-handlung Hugendubel, Wismar 2014. ISBN 978-3-944211-20-6.
23. Wismarer Kalenderbuch. Eine Chronik Wismars. Text: Detlef Schmidt, Fotos: Sammlung Schmidt und Hanjo Volster. Buchhandlung Hugendubel, Wismar 2015. ISBN 978-3-944211-25-1.
24. 200 Jahre Lindengarten. Zum 200-jährigen Jubiläum des Lindengarten in Wismar i. A. des Altstadtvereines, Wismar 2015, Text: Detlef Schmidt, Fotos: Sammlung Schmidt und Stadtarchiv Wismar. Wismar 2015.
25. Wismar – Historischer Almanach. Text: Detlef Schmidt, Fotos: Sammlung D. Schmidt, Repros: Karsten Witting und Hanjo Volster. Buchhandlung Hugendubel, Wismar 2016. ISBN 978-3-944211-37-4.
26. Wismar für die Hosentasche. Text: Detlef Schmidt, Fotos: Hanjo Volster. Buchhand-lung Hugendubel, Wismar 2016. ISBN 978-3-944211-42-8.
27. Wismar aus der Luft. Fotos: Ulrich Jahr, Text: Detlef Schmidt, Buchhandlung Hugendubel, Wismar 2016. ISBN 978-3-944211-43-5.
28. Wismar – Wussten Sie, das? Text: Detlef Schmidt, Fotos: Sammlung D. Schmidt, Re-pros: Karsten Witting und Hanjo Volster, Buchhandlung Hugendubel, Wismar 2016, ISBN 978-3-944211-47-3.
29. Dat Wismersch Geschichtsbauk – Wismarer Geschichte in Niederdeutsch, Text: Det-lef Schmidt, Illustration: Detlef Kristeleit, Fotos: Hanjo Volster, Buchhandlung Hugendubel, Wismar 2017. ISBN 978-3-944211-48-0.
30. Wismar – Historische Streifzüge Text: Detlef Schmidt, Fotos + Repros: Hanjo Vols-ter, Karsten Witting, Buchhandlung Hugendubel, Wismar 2017. ISBN 978-3-944211-51-0.
31. Wismar – Historische Spaziergänge Text: Detlef Schmidt, Illustration: Dr. Karl Fröck †, Buchhandlung Hugendubel, Wismar 2017. ISBN 978-3-944211-51-0.
32. Wismar – Die Straßen im alten Wismar Text: Detlef Schmidt, Foto: Volster, Witting, Schmidt, Buchhandlung Hugendubel, Wismar 2017. ISBN 978-3-944211-57-2.
33. Wismar – Neue historische Streifzüge Text: Detlef Schmidt, Foto: Volster, Witting, Schmidt, Buchhandlung Hugendubel, Wismar 2018. ISBN 978-3-944211-59-6.